Sat Signal ----> Kabel

Alt 23.05.2006, 20:51   # 1
bagger_84
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Hallo,

bin schon seit einiger Zeit am überlegen ob man nicht ein Sat Signal umwandeln könnte in ein Antennen-Signal. Dann bräuchte man ja keinen Reiceiver mehr, sondern könnte gleich direkt in den Fernseher gehen. Sowas müsste doch möglich sein, oder?
Ich hoffe ihr versteht was ich mein, und ich euch nicht verwirrt habe
Gruss Bagger
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Alt 23.05.2006, 22:53   # 2
Bluestar
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hallo ..

da wirst du leider wohl pech haben ...

den der receiver dient ja dazu die sat signale , die der lnb empfängt umzuwandeln ...


[QUOTE]Low Noise (Block) Converter, wörtlich übersetzt :
"Umsetzer mit geringem Rauschen".
Dieses Bauteil finden Sie am Auslegerarm jeder Satellitenschüssel; es hat die Aufgabe,
die schwachen Signale vom Satelliten zu verstärken und -da sie zur Weiterleitung durch
Kabel eine viel zu hohe Frequenz haben und dadurch stark gedämpft würden- auf tiefere
Frequenzen umzusetzen, was an derem Informationsgehalt nichts ändert .
Die Satschüssel muß die Empfangswellen sammeln und und gebündelt ins LNB knallen.
Wie jedes analoge Gerät hat auch ein LNB (das LNB ist ein analoges Gerät,
auch wenn es digitale Signale empfängt !) ein Grundrauschen, welches man in der
Frühzeit der Satellitenübertragungen nur im Zaum halten konnte, indem man durch einen
großes Maß der Schüsseln für ein kräftiges Empfangssignal sorgte,
welches sich dann weit genug aus dem Rauschen heraushob .
Durch die Einführung neuer Techniken wie Galliumarsenidtransistoren konnte das
Grundrauschen der Technik so weit heruntergerdrückt werden, daß die Schüsselgrößen
schrumpfen konnten und so auch für den Privatanwender interessant wurden
(und bezahlbar).
Zusätzlich muß ein LNB -vom jeweiligen Empfangsgerät gesteuert- auswählen können,
ob gerade vertikale oder horizontale Wellen vom Satelliten empfangen werden sollen,
denn dieser sendet (das kann man sich bildlich vorstellen) seine Signale mit vertikalen
und horizontalen Wellen aus . Das hat den Vorteil, daß man auf einer Frequenz zwei
Kanäle unterbringen kann . Dieses Teil des LNBs, welches dafür zuständig ist, nennt
sich Polarizer und war früher ein getrenntes Teil, durch welches die Empangswellen
mußten , um zum LNB zu gelangen; auch hatte es separate Anschlüsse, man brauchte
zusätzlich zum Antennenkabel eine 2-adrige Leitung . Dies gabs nur wenige Jahre -dann
wurde dieser Polarizer ins LNB integriert und durch genormte Steuersignale über das
Antennenkabel gesteuert .
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Alt 23.05.2006, 23:36   # 3
King W.
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Zitat:
Zitat von bagger_84
Ich hoffe ihr versteht was ich mein, und ich euch nicht verwirrt habe
Gruss Bagger
Hi Bagger,

danke für deine Anfrage. Sicher verstehen wir dich. So einfach, wie du dir das vorstellst, ist es aber nicht. Bis das Satellitensignal als Bild auf deinem Fernseher erscheint, ist es ein weiter Weg:

Das Signal (so etwa zwischen 10,7 bis knapp 13 Ghz) trifft auf das LNB. Im LNB sitzt nun ein Oszillator (umschaltbar von 9.750 Ghz auf 10.600 Ghz) Das ist erforderlich, damit der gesamte Frequenzbereich abgedeckt werden kann. Das empfangene Signal wird nun zunächst verstärkt, etwa um den Faktor 50.000.000. Dann wird es mit der Oszillatorfrequenz so gemischt, daß sich eine Differenz ergibt. Diese Differenz (so etwa zwischen 900 Mhz und 2.500 Mhz) wird über das Koaxkabel zum Receiver übertragen. Die Originalfrequenz kann man nicht übertragen - die Kabeldämpfung wäre viel zu hoch und am Receiver würde nichts mehr ankommen.

Beispiel: Du empfängst SAT1, die Frequenz beträgt 12,480 Ghz. Zieht man nun von der Sendefrequenz 12,480Ghz die Oszillatorfrequenz von 10.6Ghz ab kommen wir genau auf 1880Mhz (1,88Ghz). Diese Frequenz wird über das Kabel zum Receiver übertragen.

Nebenbei bemerkt: Das ist auch die Frequenz, auf der die meisten Funktelefone (Siemens Gigaset) arbeiten. Steht das Telefon zu nah am Receiver, oder ist die Anlage mit Billigkabel ausgeführt, treten oft hartnäckige Störungen auf.

Zurück zum Thema: Theoretisch wäre es möglich, die Frequenz weiter herunterzusetzen, unter 862 Mhz, und damit dem Fernseher zugänglich zu machen. Allerdings - es handelt sich um ein Signal, das der Fernseher, der analoge Eingangssignale braucht, nicht verarbeiten kann.

Die Aufgabe des Receivers ist es nun,
1) die Signale verschiedener Sender auf derselben Frequenz voneinander zu trennen (Pro7, Kabel1, DSF z.B. senden auf der gleichen Frequenz).
2) anschließend die Digitalsignale so aufzubereiten, daß der Fernseher sie verarbeiten kann. Das heißt, die Signale werden in einen Rot- einen Grün- und einen Blaukanal aufgeteilt und per SCART-Kabel an den Fernseher geliefert. Oder aber, die Signale werden vom Receiver in ein sogenanntes FBAS-Signal weiterverarbeitet, für Fernseher ohne RGB - Eingang (meist ältere Geräte).

Receiver, die ein FBAS-Signal abgeben, erkennst du daran, daß sie eine Antennenbuchse haben und demzufolge "per Antenne" an den Fernseher angeschlossen werden können.

Die Technik eines solchen Receivers ist ziemlich komplex, vieles wird per Software erledigt - im Prinzip ist ein Digitalreceiver ein kleiner Computer mit einem richtigen Prozessor, oft Intel 286, einem kleinen Betriebssystem und Arbeitsspeicher, sowie Festwertspeicher für die Programmspeicherung.

Das ales kann ein "normaler" Fernseher nicht leisten, deshalb ist ein Receiver nötig.

Es gibt aber auch Fernseher mit optional eingebautem Receiver, z.B. die Colani-Serie von Technisat.

Noch etwas: Der Frequenzbereich für Satellitensignale beginnt bei 950 Mhz, ist also von dem Frequenzbereich für "normale" Antennen (bis 862 Mhz für den letzten UHF-Kanal) streng getrennt. Das ist auch absolut erforderlich!

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen. Bitte, poste mal zurück, wenn du willst oder wenn noch Fragen offen sind.

W.
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Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
Albert Einstein


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Alt 24.05.2006, 07:55   # 4
Unregistriert
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Danke für eure informativen und "vielleicht" niederschmetternden Antworten.

Aber ich versteh dann eines nicht, meine Cousine wohnt in München, in einer Mietswohnung. Sie empfängt ORF1 und ORF2(München liegt normalerweise nicht mehr im Empfangsbereich für ORF im Kabelnetz).
Ihr Fernseher ist ans Kabelnetz angeschlossen. Ihr Hausmeister meinte, das er über Sat empfangen würde und die Sender umwandeln würde damit sie übers Kabel empfangen werden. Also sozusagen eine interne Kabel anlage.
Aber was ich aus euren Antworten lese, ist das sozusagen nicht möglich.
Was haltet ihr davon?

Gruss Bagger
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Alt 24.05.2006, 12:21   # 5
King W.
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Zitat:
Zitat von Unregistriert
Danke für eure informativen und "vielleicht" niederschmetternden Antworten.

Aber ich versteh dann eines nicht, meine Cousine wohnt in München, in einer Mietswohnung. Sie empfängt ORF1 und ORF2(München liegt normalerweise nicht mehr im Empfangsbereich für ORF im Kabelnetz).
Ihr Fernseher ist ans Kabelnetz angeschlossen. Ihr Hausmeister meinte, das er über Sat empfangen würde und die Sender umwandeln würde damit sie übers Kabel empfangen werden. Also sozusagen eine interne Kabel anlage.
Aber was ich aus euren Antworten lese, ist das sozusagen nicht möglich.
Was haltet ihr davon?

Gruss Bagger
Was du da beschreibst, ist Kanalaufbereitung. Man empfängt einen beliebeigen Satellit und hat ein Gehäuse, wo mehrere Receiver (auf einer Platine, ohne separate Stromversorgung) eingeschoben werden. Jeder dieser Receiver erzeugt ein FBAS-Signal mit einer bestimmten Frequenz. Die Signale werden zusammengeschaltet und in eine normale Antennenanlage eingespeist.

Vorteil: Die vorhandene Antennenanlage kann weiter benutzt werden.

Nachteile: Das Ganze ist recht teuer. Es können nur eine bestimmte Anzahl Programme untergebracht werden (so ca. 20-30 höchstens). Aufbau und Einstellung ist nicht einfach und ohne gute Meßgeräte nicht zu schaffen.

Wenn dich die Technik interessiert, sieh mal hier nach.

Auf dieser Seite findest du auch Produkte für Kanalaufbereitung.
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Alt 01.05.2007, 00:51   # 6
neubert
 
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ist es denn möglich:

nach der sat - anlage die sat-reciver anzuschliessen und das fernsesignal durch die alte kabelanlage zu schicken
(sofern das kabel vom reciver zum fernseher durchs haus DIREKT geht, also sich nicht verzweigt)?
denn müsste man nur noch das signal der fernbedienung zum reciver bringen... ...ist denn das möglich?

oder könnte man den digitalreciver irgentwie mit w-lan verbinden und denn in der wohnung nur noch ein monitor mit w-lan empfang(wenn es das giebt) stehen haben?

naja klingt schon irgentwie ausgefallen...

könnte man wohl gleich so ein funkübertragungsgerät an den fernseher schlissen und das gegenstück an den reciver nahe der sat-schüssel.

grüsse
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Alt 01.05.2007, 01:10   # 7
King W.
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Beiträge: 9.170
Was verstehst du denn unter "alter Kabelanlage"? Wenn damit die Verdrahtung einer normalen terrestrischen Antenne gemeint ist, dann ja. Es kommt aber darauf an, wieviele Teilnehmer an der Anlage hängen. Die Firma Technisat bietet zum Beispiel so etwas an (habe ich auch schon installiert - klappt super)!

Beschreibe deine Anlage mal etwas genauer. (Anzahl der Teilnehmer, wo liegt der Einspeisepunkt für das Signal usw) Dann lasse ich mir etwas einfallen.
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Alt 01.03.2008, 21:15   # 8
Wayne85
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Nabend, Ich glaube, ihr behandelt genau das Thema, was mich gerade beschäftigt... ICh habe folgendes Problem. Großes Haus, viele Fernseher, Bis jetzt ne BK-Anlage, will aber gerne umrüsten auf SAT, da mehr Kanäle. Problem: Ne SAT-Anlage lässt sich nur schwer in die vorhandene Netzstruktur implatieren. Ist halt teilwese Stichleitung usw.

Meine Frage also: Ein Gerät, dass die bereits vom LNB runtergeschraubten Signale, die wie gesagt oberhalb des OSB und somit ausser Reichweite des TV-Tuners handelsüblicher Fernseher liegen, auf Frequenzbereiche legt, die mein TV-Tuner gebrauchen kann.

Vorteil wäre dann ja, dass ich jede beliebige Netzstruktur beibehalten kann, keine Receiver kaufen und verwenden muss und dennoch mehr Kanäle als über meinen BK-Anschluss empfangen kann, ohne Gebühren an den Kabelnetzbetreiber abzudrücken.

So aufwendig bzw teuer dürfte das Gerät eigentlich nicht sein, da Frequenzen ändern ja nicht so furchtbar technisch anspruchsvoll ist. die Programmierung könnte etwas komplizierter werden, da ich im normalen BK-Netz ja nur eine Hand voll Plätzen (vielleicht 100) zur Verfügung habe, aber im Sat Netz mehr als 1000, sprich von den 1000 Sendern die ich theoretich sehen kann, sind vielleicht 800 verschlüsselt, einige sind doppelt und einige sind uninteressant. Aus dem Rest müsste man sich dann also ca 100 Sender assuchen und die entsprechend positioniren, dass man sie bei der Programmierung der Fernsehgeräte wiederfindet.

Gibt es ein solches Gerät?
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Alt 02.03.2008, 13:02   # 9
grimreaper
 
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Ort: Harz
Beiträge: 2.741
Herzlich Willkommen im Forum :liebegru:

Aufwändig ist es nicht. Du benötigst nur 100 Receiver...

Um mit einem Kabel das SAT Signal zu verteilen, gibt es die sogenannten Ein-Kabel Lösungen.
Damit kann man je nach System fast alle Sender übertragen, man muss das System nur entsprechend warten, wenn es mal eine Änderung bei der Frequenzen gibt. Man benötigt aber trotzdem (soweit ich das weiß) für jeden Fernseher einen Receiver.

Da kennt sich King W. am besten aus, der ist aber erst in ein paar Tagen wieder erreichbar, da bitte ich um etwas Geduld.
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Alt 28.05.2012, 09:35 # --
News Flash
 
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