Blitzschutz - Abstand zu 16mm² Erdungsdraht

Alt 09.02.2012, 21:08   # 1
Redecouverte
 
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Hallo zusammen,

nach intensiver Lektüre des Erdungs-Threads (Erdung und Potentialausgleich bei einer Antennenanlage), habe ich mich entschieden bei meinem neusten Sat-Projekt nicht selbst zu murcksen, sondern alles von einem Fachmann machen zulassen.

Heute war er da, aber irgendwie kommen mir ein paar Dinge ich sag mal "nicht normgerecht vor"

Es soll eine Sat-Antenne auf dem Dach montiert werden, das Haus hat keinen Blitzschutz, die Antenne ist nicht im Schutzbereich.

Der Elektriker will nun:

A) Zwecks Erdung von der Antenne mit 16mm² Cu an der Außenwand entlang (hinter dem Fallrohr der Regenrinne) in den Keller an die Potentialausgleichs-Schiene, und direkt daneben (kein Abstand) 8 Sat Kabel in den Keller zum Multischalter legen.
-> Müßte da nicht ein Sicherheitsabstand zwischen Sat-Kabel und Erdungsdraht eingehalten werden?

B) Den Potentialausgleich der Sat-Kabel & des Multischalters an der Potentialausgleichs-Schiene mit 4mm² Cu anschließen.
-> Müßte der PA nicht an der Antenne angeschloßen werden, zwecks Vermeidung von Schleifen?


Gibt es so eine Art Zertifikat das ich verlangen könnte, das garantiert das alles Normgemäß von einer Blitzschutzfachkraft geprüft/installiert wurde?

Schon mal vielen Dank für eure Antworten
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Alt 09.02.2012, 23:15   # 2
Dipol
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Beiträge: 4.146
Zitat:
Zitat von Redecouverte Beitrag anzeigen
Heute war er da, aber irgendwie kommen mir ein paar Dinge ich sag mal "nicht normgerecht vor"
Warum soll ausgerechnet dir der Normalfall einer in Sachen Blitzschutz, Erdung und PA nicht sattelfesten Elektrofachkraft erspart bleiben.
Zitat:
Zitat von Redecouverte Beitrag anzeigen
Der Elektriker will nun:

A) Zwecks Erdung von der Antenne mit 16mm² Cu an der Außenwand entlang (hinter dem Fallrohr der Regenrinne) in den Keller an die Potentialausgleichs-Schiene, und direkt daneben (kein Abstand) 8 Sat Kabel in den Keller zum Multischalter legen.
-> Müßte da nicht ein Sicherheitsabstand zwischen Sat-Kabel und Erdungsdraht eingehalten werden?
Gebetsmühle an:
Blitzschutz ist Brandschutz, daher müssen insbesondere Überschläge verhindert werden. Deswegen ist auch der in meinen Folien dargestellte mastnahe Potenzialausgleich der Kabel wichtig.
Wenn der Schutzabstand zu Blechverwahrungen, Regenrinne oder dem Fallrohr nicht einzuhalten ist, muss wie bei Blitzschutzanlagen gebrückt werden.
Gebetsmühle aus.
Zitat:
Zitat von Redecouverte Beitrag anzeigen
B) Den Potentialausgleich der Sat-Kabel & des Multischalters an der Potentialausgleichs-Schiene mit 4mm² Cu anschließen.
-> Müßte der PA nicht an der Antenne angeschloßen werden, zwecks Vermeidung von Schleifen?
Stand der Technik ist bekanntlich der Isolierte Blitzschutz oder eine getrennte Fangeinichtung, nur dabei bleiben die Kabel bei einem Direkttreffer von Teilblitzströmen verschont.

Nach EN 60728-11:2012-06 ist die suboptimale Antennendirekterdung noch zulässig, wobei der PA für Empfangsantennen seit 2004 schleifenfrei ausschließlich am Mast angeschlossen werden darf. Bei Funk-Sende-Antennen hat man eine andere Sicherheitsphilosophie indem die Antennekabel eingedost und mehrfach vermascht werden.

Kaum dass die Druckerschwärze der EN 60728-11 trocken ist, tobt unter den Normungs-Titanen der verschiedenen DKE-Kommissionen ein K(r)amf um die Schleifenfreiheit. Dies weil das erstrebenswerte Ideal der Schleifenfreiheit durch die angeschlossenen Endgeräte konterkariert wird. Wie man hört stehen bei der EN 60728-11 die ersten Modifizierungen an. Ich würde mich nicht wundern, wenn künftig ein zusätzlicher PA-Anschluss im Keller gestattet oder sogar vorgeschrieben wird.

Bei Isoliertem Blitzschutz bzw. getrennter Fangeinrichtung sind sich alle Koryphäen einig, da sind es keine Änderungen zu erwarten.
Zitat:
Zitat von Redecouverte Beitrag anzeigen
Gibt es so eine Art Zertifikat das ich verlangen könnte, das garantiert das alles Normgemäß von einer Blitzschutzfachkraft geprüft/installiert wurde?
Zunächst mal halte ich mehrheitlich Blitzschutzfachkräfte in diesem Bereich für kompetenter. Allerdings gibt es nur seeehr wenige Blitzschutzfirmen, die sich auch einer VDE/VDB-Zertifizierung unterzogen haben.

In 50 km Umkreis meines Standorts gibt es exakt eine (!) zertifizierte Blitzschutzfirma. Liste beim VDE downloadbar.
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Alt 10.02.2012, 16:31   # 3
Redecouverte
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Vieeelen Dank Dipol!

Der Erdungsleiter muß also mit dem Fallrohr gebrückt werden, und der Potenzialausgleich mastnah ausgeführt werden.

Das dann die Sat-Koax-Kabel und der Erdungsleiter direkt nebeneinander im selben Leerrohr geführt werden ist kein Problem?
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Alt 10.02.2012, 17:29   # 4
Dipol
Team SAT-Technik
 
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Beiträge: 4.146
Zitat:
Zitat von Redecouverte Beitrag anzeigen
Das dann die Sat-Koax-Kabel und der Erdungsleiter direkt nebeneinander im selben Leerrohr geführt werden ist kein Problem?
Nix da, die Kabel sind schließlich nicht wie bei Mobilfunkantennen nach DIN VDE 0855-300 in einem Blechkasten eingedost und mehrfach im PA vermascht!

Der 16 mm² Cu-Erdleiter hat einen Trennungsabstand zu allen anderen Elektroleitungen und trotz der PA-Anbindung am Mast auch zu den Koaxkabeln nebst dem möglichst eng daneben verlegten 4 mm² Cu-Potenzialausgleichsleiter einzuhalten!

Nun frag dich mal, warum der Blitzschutz über eine getrennte Fangeinrichtung um Klassen besser ist.
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Alt 10.02.2012, 17:44   # 5
Redecouverte
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Aye aye
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Alt 28.05.2012, 09:34 # --
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