Erst mal ein schönen Gruß an die geballte Kompetenz im Forum, von der ich mich schon überzeugen konnte.
Nach einigen Telefonaten wird mir klar ich komme nicht umher, ein neues Thema aufzumachen und mich als Neuling an Experten zu wenden.
Situation: Ferienanlage bestehend aus 8 massiven 2 stöckigen Häusern in Ostdeutschland
1 zentrale Satellitenschüssel mit Quad LNB zentral auf dem Platz, Kabel in 50m entferntem Versorgungsraum mit einer Kopfanlage, von hier aus fertig gelegte Kabel in die jeweiligen Häuser mit ca. 2 Steckdosen vor Ort- Enfernung bis zu 200m
Preis der Anlage mit ca. 12-16 Sendern vor ca. 6 Jahren rund €6.000;
Empfang derzeit analog nur ca. 10 Sendern in schlechter Qualität
Ich übernehme hier die Vorlasten der obig beschriebenen Anlage mit dem Ziel die Programmvielfalt auszuweiten, Digital inkl. HD zu empfangen und die Kosten dem Objekt sinnvoll anzupassen
Fragen: Gibt es per bestehender Kopfanlage überhaupt die Möglichkeit HD zu empfangen?
Reicht eine Schüssel aus bzw. wie groß müsste diese sein + welcher LNB Typ und Multiswitchschalter ist sinnvoll?
Spielen die Entfernungen zu den Häusern bzw. zum Versorungsraum beim Vorhaben eine Rolle?
Muss ich generell die bestehende Kopfanlage nutzen, -gibt es bei diesem Objekt die Möglichkeit die Sat-Anlage so zu nutzen, dass jedes Haus das volle Programm in digital empfängt? (dann wahrscheinlich nur mit individuellem dig. Receiver und nur 1 Anschluss pro Haus)
Warum sind diese wenigen Sender so sackteuer über die Kopfanlage? Ist dies normal? Und sind das lediglich Einmalzahlungen die für immer gelten?
Hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt, sonst gerne Fragen an mich. Ich möchte lediglich um eine Aussage bitten, die versucht die Gegebenheiten vor Ort unter Berücksichtigung von Preis, Machbarkeit und Praktikabilität einzuordnen.
Herzlichen Dank im Voraus und beste Grüße
02.02.2012, 04:10
#
2
King W.
Team SAT-Technik
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Hallo und
Zitat:
Zitat von CHE80
Enfernung bis zu 200m
Zitat:
Zitat von CHE80
Empfang derzeit analog nur ca. 10 Sendern in schlechter Qualität
Kein Wunder bei den Kabellängen, ihr werdet wahrscheinlich mit zu geringen Pegeln zu kämpfen haben.
Ich sehe aber ein noch viel größeres und ernsteres Problem: Die Häuser sind ja alle miteinander über die Antennenkabel galvanisch verbunden. Wir wollen es nicht hoffen, aber stelle dir mal vor, der Blitz schlägt in die Antenne ein. Dann hast du ein echtes Problem, wir sprechen dann nämlich über Spannungen von 30.000 V und mehr bei Strömen im kA-Bereich.
Damit es zu keinen ernsthaften Schäden kommt, müßten auch die Fundamenterder der Häuser miteinander blitzstrom-tragfähig verbunden sein. Als hierfür geeignetes Kabel gilt z.B. eine 16 mm² Kupferleitung. Diese müßte, auch im Erdreich, mit einem Sicherheitsabstand von mindestens 50 cm zu den Antennenkabeln verlegt worden sein. Ich habe erhebliche Zweifel, daß diese Arbeiten vor 6 Jahren fachgerecht ausgeführt worden sind.
Zwar kann man die Kopfstation, im günstigsten Fall auch nur die Einschübe, gegen solche tauschen, welche die Satellitensignale in OFDM umsetzen, die dann mit jedem herkömmlichen DVB-T Empfänger (sind in neuere Flachfernseher bereits integriert) empfangen werden können, aber einerseits wird dadurch das Sicherheitsproblem nicht gelöst und zum anderen steht wieder nur der kümmerliche Frequenzbereich wie beim terrestrischen Fernsehen, also 470 - 862 MHz (UHF) und eventuell noch 174 - 230 MHz (VHF) zur Verfügung. Das wäre eine Bandbreite von knapp 500 MHz, während über Satellit eine Bandbreite von 4 GHz, also ca. 8 mal so viel zur Verfügung steht.
Zudem handelt ihr euch mit einer solchen Kopfstation eine Dauerbaustelle ein, denn jede Frequenzänderung, Auf- und Abschalten von Programmen, zieht Wartungsarbeiten an der Kopfstation nach sich.
Meiner Meinung nach gibt es in deinem Fall nur eine sinnvolle Lösung und die heißt Glasfaser, es sei denn, du willst für jedes Haus eine eigene Satellitenanlage installieren. Die dazu nötigen Komponenten werden von Invacom hergestellt.
Du brauchst ein Invacom "MDU Optical LNB", ein Glasfaserkabel in den Verteilraum, dort einen optischen 2-fach und 2 4-fach Verteiler, dann Glasfaserkabel in die 8 Häuser und in jedem Haus einen optischen Konverter. Diese Konverter gibt es in Quad- und Quattro-Ausführung. Die Quad-Konverter stellen 4 Koax-Ausgänge zur Verfügung zum Direktanschluß von bis zu 4 Receivern, während die Quattro-Konverter die 4 Satellitenbänder liefern, die dann mit einem Multischalter zusammengefaßt und an mehr als 4 Teilnehmer weiter verteilt werden können. In beiden Fällen ist ein Vollbandempfang des Astra-Satelliten möglich. Es ist jeder beliebige SAT-Receiver anschließbar, aber auch Fernseher mit eingebauter Empfangsmöglichkeit für Satellit.
Die Glasfaserkabel haben eine sehr niedrige Signaldämpfung, selbst eine Kabellänge von mehreren Kilometern wäre möglich, deine 200m stellen überhaupt kein Problem dar.
Die Kabel gibt es in 2 Ausführungen, einmal mit einer Stahl- und zum anderen mit einer Kevlar-Armierung. Die Erdungsproblematik für die 8 Häuser entfällt vollkommen, wenn die Kevlar-armierten Kabel genutzt werden. Die Antenne selbst muß natürlich den Vorschriften entsprechend geerdet sein und in den Häusern ist ein Potentialausgleich durchzuführen. Das aber sollte kein Problem sein.
Sämtliche Invacom-Produkte können u.a. bei SEH bezogen werden. Sie gehören aber nicht zum Standardsortiment, mit etwas Lieferzeit ist zu rechnen. Die aktuellen Preise für die Komponenten können auch bei SEH erfragt werden.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein
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02.02.2012, 10:35
#
3
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.146
Zitat:
Zitat von CHE80
Ich möchte lediglich um eine Aussage bitten, die versucht die Gegebenheiten vor Ort unter Berücksichtigung von Preis, Machbarkeit und Praktikabilität einzuordnen.
Wie soll man ohne Kenntnis der örtlichen Verhältnisse, der Struktur und dem Zustand des Bestandsnetzes (Anlagenplan und Pegelprotokoll?), sowie des unbekannten Programmbedarfs seriöse Aussagen zu den Kosten etc. machen?
Zitat:
Zitat von King W.
Dann hast du ein echtes Problem, wir sprechen dann nämlich über Spannungen von 30.000 V und mehr bei Strömen im kA-Bereich.
Ohmsches Gesetz: U = R * I. Abhängig von der Blitzstromstärke und dem Widerstand kann das Spannungspotential selbst bei Einschlägen in die Nachbarschaft um mehr als eine Zehnerpotenz höher sein. Deshalb sollte man bei der Einführung der Kabel ins Gebäude wenigstens galvanische Trennglieder, besser noch Blitzstrom- oder Überspannungsableiter einbauen.
Zitat:
Zitat von King W.
Zwar kann man die Kopfstation, im günstigsten Fall auch nur die Einschübe, gegen solche tauschen, welche die Satellitensignale in OFDM umsetzen, die dann mit jedem herkömmlichen DVB-T Empfänger (sind in neuere Flachfernseher bereits integriert) empfangen werden können, aber einerseits wird dadurch das Sicherheitsproblem nicht gelöst und zum anderen steht wieder nur der kümmerliche Frequenzbereich wie beim terrestrischen Fernsehen, also 470 - 862 MHz (UHF) und eventuell noch 174 - 230 MHz (VHF) zur Verfügung. Das wäre eine Bandbreite von knapp 500 MHz, während über Satellit eine Bandbreite von 4 GHz, also ca. 8 mal so viel zur Verfügung steht.
Ganz so schlimm ist das Missverhältnis zumindestens bei Umsetzung in DVB-C bzw. DVB-C2 nicht, in 8 MHz breite Sonder- und UHF-Kanäle passt immerhin ein kompletter 27 MHz Satellitentransponder rein. Die Übertragung des vollen Satellitenspektrums mit Glasfaser ist bei Neuinstallationen der Königsweg, bei Bestandsanlagen scheitert es oft schon allein an den Kosten nachträglich anfallender Grabarbeiten.
Heute sind in den Flats DVB-T-/DVB-C-Hybridtuner eingebaut, aber leider kann mit einigen Geräten nur eine von beiden Modulationsarten empfangen werden. Mit solchen Flats ist ein kostensparender Mischbetrieb von DVB-T über Hausantenne und ergänzende Umsetzung von Sat.-Signalen in DVB-C leider nicht möglich.
Wer heute noch meint Digitalsignale omatauglich in analoges PAL umsetzen zu sollen, schießt sich mit nur einem Programm pro Kanal und der für Flats ungenügenden Datenrate selbst ins Knie. Einen Vorteil der Umsetzung in DVB-T hat King W. bereits genannt, aus meiner Sicht aber noch wesentlicher:
Selbst in desolaten Verteilnetzen die mit QAM überfordert sind, funktioniert OFDM meistens noch problemlos.
Auch ist bei Missachtung der SchuTSEV durch unzulässigen Betrieb von ungenügend geschirmten 60 Ohm-Altanlagen das Risiko einer Anlagenstilllegung durch die Bundesnetagentur niedriger als bei DVB-C-Umsetzung.
Der Pferdefuß: In die robuste DVB-T-Modulation OFDM lassen sich nur halb so viele SD-Programme wie in DVB-C umsetzen und DVB-T2-Empfänger sind erst im Kommen. Nimmt man darauf Rücksicht, dass diverse DVB-T-Empfänger keine Sonderkanäle und einige auch kein VHF empfangen können und belegt keine durch LTE störgefährdeten Frequenzen ab 800 MHz, bleiben noch 41 UHF-Kanäle mit jeweils 4 bis 6 SD- oder 2 HD-Programmen übrig.
Die meisten Hotels, Kliniken und Altenheime kommen mit deutlich weniger aus. Ob es für diese Ferienanlage genügt muss der Anlagenbetreiber beurteilen.
02.02.2012, 11:12
#
4
CHE80
Threadstarter
Registriert seit: 01.02.2012
Beiträge: 6
Hallo King W., Halo Dipol
Vielen Dank für Eure schnelle Antwort:
Thema Blitz: Guter Hinweis, Das Sicherheitsthema muss ich separat prüfen ob Kupferleitung oder galvanische Trennglieder vorhanden.
Dass diese Geschichte nicht einfach wird war mir klar-):
Also verstehe ich das richtig: Hier wird der Empfang über die zentrale Schüssel künstlich in oldschool-programm - analoges PAL- umgewandelt. Damit einhergehend natürlich auch dauerhafter Verzicht auf HD?
Exkurs Glaskabel: Ich wohne mitten in Düsseldorf: Empfang via DVB-T derzeit. Da kein Glasfaser vorhanden und Entfernung zum Verteiler an der Straße musste ich auf HD via IP Vodafone TV verzichten, wegen der genannten hohen Signaldämpfung. Vodafone sagte dies mehrfach zu,- es kam doch zur Kündigung meinerseits, da kein stabiles Bild gewährleistet und HD nicht eingespeist wurde.. mieser Verein. Daher bleibt mir nur zusätzlicher digitaler Kabelanschluss über Unitymedia + Receiver,+ Kabel Nebenkosten etc… auch sehr teuer…
Daher sind mir die Dämpfungsproblematiken als auch die beschränkte Senderanzahl bekannt. Jedoch müssen wir jetzt mal davon ausgehen, dass kein Glasfaser verlegt wurde und aufgrund der Kosten auch nicht wird (Ich werde das preislich mal auswerten, Vorteile liegen auf der Hand)
Daher: Ist die Umsetzung in DVB-T leicht machbar? Kann ich nicht- angenommen jeder Fernseher hat den DVB-T Empfänger inkl.- eine simple Zimmerantenne als Alternative nutzen? Nichts anderes kommt ja dann aus der Buchse via Kopfstation richtig?
Eine Umwandlung in OFDM heißt dann stabilere Programme via DVB-T, etwas höhere Anzahl, jedoch kein DVB-C, kein HD?!
Das ist alles in allem ärgerlich und damals nicht gerade vorausschauend geplant….
02.02.2012, 11:50
#
5
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.146
Zitat:
Zitat von CHE80
Daher: Ist die Umsetzung in DVB-T leicht machbar? Kann ich nicht- angenommen jeder Fernseher hat den DVB-T Empfänger inkl.- eine simple Zimmerantenne als Alternative nutzen?
Wolltest du nicht wenigstens diesmal vorausschauend planen? Damit ist noch nicht mal in allen Zimmern ein stabiler Empfang der terrestrischen Programme möglich und die umgesetzten DVB-S-Signale willst du hoffentlich nicht als Düsseldorfer Hotel-Sender über die Luft übertragen?
Anstatt mit dem Zimmerantennen-Gebastel kann man die 9 (!) Düsseldorfer DVB-T-Muxe zentral an der Kopfstelle über eine UHF-Antenne in das Verteilnetz einspeisen.
Zitat:
Zitat von CHE80
Nichts anderes kommt ja dann aus der Buchse via Kopfstation richtig?
Eine Umwandlung in OFDM heißt dann stabilere Programme via DVB-T, etwas höhere Anzahl, jedoch kein DVB-C, kein HD?!
Nein, die DVB-T-Programme über Hausantenne sind ja bereits in OFDM, haben aber bei Übertragung über die Luft systembedingt eine geringere Datendatenrate. Bei Umsetzung von DVB-S in OFDM fällt der Umweg über die Luft weg, über das Kabel ist eine deutlich höhere Datenrate von 31,66 Mbit/s möglich. Damit kann man pro Kanal je nach Datenrate auf dem Transponder 4 bis 6 SD- aber nur zwei HD-Programme übertragen. Mit HD-tauglichen DVB-T2-Empfängern wären mit 16 k und 256 QAM sogar 45,6 Mbit/s möglich. Da ist nicht nur das Angebot von Hotel-TV-Flats eng, derzeit bietet so weit mir bekannt noch niemand Umsetzerkassetten in DVB-T2 mit diesen Parametern an.
Die terrestrischen DVB-Signale reichen bei ordnungsgemäßer Anlagenausführung für Schirmgrößen bis 26 Zoll im Gastgewerbe völlig aus. Screens mit 32 Zoll oder größer sollte man aber schon mit mehr als den üblichen 13,21 Mbit/s Standardauflösung (WDR auch 19,91 Mbit/s) versorgen.
Zitat:
Zitat von CHE80
Das ist alles in allem ärgerlich und damals nicht gerade vorausschauend geplant….
Es liegt meistens an schlechter Beratung, aber ich hatte auch schon genug beratungsresistente Hotel- und Altenheimbetreiber die ihre falsche Sparsamkeit bereut haben.
Jetzt bring doch auch mal Fakten wie deinen Bestand getrennt nach 4:3 Röhrengeräten und 16:9 Flats mit DVB-T- oder DVB-T-/DVB-C-Hybridtunern und welche Programme unbedingt empfangbar sein sollen.
02.02.2012, 22:37
#
6
CHE80
Threadstarter
Registriert seit: 01.02.2012
Beiträge: 6
Da die Ferienhäuser in Privatbesitz sind kann ich diese Auskunft nicht 100% geben. Es existieren aber zumeist flats, die jedoch nicht alle einen DVBT Tuner besitzen. Dies lässt sich aber einrichten, da ich die Lösung über Umwandlung in DVB interessant finde. An Sender sollten es die gängigen privaten, die Dritten, Ard, Zdf, Sport 1 sowie 1-2 Nachrichtensender a la N24, Phoenix sein. Musiksender sowie sonstige Spezialitäten sind nicht unbedingt notwendig. In Summe ca. max 20 Sender, schön wenn 1-2 in HD sofern machbar...
Ich bin auch gerade in Kontakt mit dem Installateur vor Ort, der die Kopfanlage sowie alle Kabel und Schüssel installiert hat. Der prüft gerade ob die Kopfanlage digitaltauglich ist...Dem muss ich bald mal sagen wie mein Plan ist, denn eine pragmatische Lösung ist offensichtlich von seiner Seite nicht zu erwarten
Besten Dank und Gruß
02.02.2012, 22:43
#
7
King W.
Team SAT-Technik
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Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
Zitat:
Zitat von CHE80
Situation: Ferienanlage bestehend aus 8 massiven 2 stöckigen Häusern in Ostdeutschland
Zitat:
Zitat von Dipol
Anstatt mit dem Zimmerantennen-Gebastel kann man die 9 (!) Düsseldorfer DVB-T-Muxe ...
Die 9 Düsseldorfer Muxe nützen ihm nichts.
In weiten Teilen der neuen Bundesländer besteht nur eine Grundversorgung von einigen Öffentlich-rechtlichen per DVB-T. Wer mehr will, braucht DVB-C (auch nicht überall verfügbar) oder DVB-S. Der Astra-Satellit ist überall in D mit relativ wenig Aufwand empfangbar.
Ich halte eine Hybridlösung, d.h. ein Teil der Programme wird terrestrisch empfangen, ein anderer Teil aus dem SAT-Signal per Umsetzerkassetten generiert, zwar für machbar, aber nicht für sonderlich erstrebenswert.
Die Grabearbeiten müssen auch nicht extrem aufwendig sein. Bei der zu verwendenden Glasfaser-Leitung handelt es sich um ein ca. 5mm dickes, PE-isoliertes Erdkabel, welches einfach und problemlos eingegraben werden kann. Aus Sicherheitsgründen und für einen optimalen Schutz würde ich es allerdings vor dem Eingraben dennoch in ein Leerrohr einziehen.
Was auf jeden Fall ungünstig ist und meiner Meinung nach nicht gemacht werden sollte: Sich aus Kostengründen jetzt wieder für eine halbherzige Bastellösung zu entscheiden.
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03.02.2012, 00:38
#
8
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.146
Zitat:
Zitat von CHE80
An Sender sollten es die gängigen privaten, die Dritten, Ard, Zdf, Sport 1 sowie 1-2 Nachrichtensender a la N24, Phoenix sein. Musiksender sowie sonstige Spezialitäten sind nicht unbedingt notwendig. In Summe ca. max 20 Sender, schön wenn 1-2 in HD sofern machbar...
Wenn das nicht nur deine Privatmeinung, sondern auch nach Ansicht der Eigentümer dem Anforderungsprofil der Gäste entspricht, ist das mit rund 6 Umsetzungen machbar. Das wäre aber nicht die erste Antennenanlage bei welcher der geschätzte Bedarf binnen kurzer Zeit vom Wunsch nach weiteren Programmen überrollt wurde.
1 - 2 HD-Sender sind aber total inkonsequent. Für kleine Screens und Röhren-TV ist das kropfunnötig weil auf denen der Unterschied zwischen SD- und HD-Signalen kaum auffällt und für große Screens sind 2 HD-Sender viel zu wenig um nicht zu sagen ein Witz. Unreflektierte Spontanmeinungen können schnurstracks in die nächste Fehlinvestition führen.
Zitat:
Zitat von CHE80
Ich bin auch gerade in Kontakt mit dem Installateur vor Ort, der die Kopfanlage sowie alle Kabel und Schüssel installiert hat. Der prüft gerade ob die Kopfanlage digitaltauglich ist...
Was gibt es denn da zu prüfen? Wer nicht mehr weiß ob die Kopfstellen-Grundgeräte zur Aufnahme von Digitalkassetten geeignet sind oder bereits ganz oder teilweise digitale Sat.-Signale nutzen, macht sich mit einem Blick in die Kundendatei schlau. Wenn du die Typen der Grundgeräte und der Kassetten mitteilen kannst, weiß man wenigstens was verbaut wurde. Ein Foto davon lässt erkennen wie kompetent die Verarbeitung erfolgt ist.
Zitat:
Zitat von King W.
Die 9 Düsseldorfer Muxe nützen ihm nichts.
Korrekt meine multiple Fähigkeit Bürotätigkeiten und mehrere Fornbeiträge parallel zu erledigen war schon besser. Die DVB-T-Muxe am Wohnort von CHE80 nutzen der Ferienanlage natürlich nichts.
Zitat:
Zitat von King W.
Ich halte eine Hybridlösung, d.h. ein Teil der Programme wird terrestrisch empfangen, ein anderer Teil aus dem SAT-Signal per Umsetzerkassetten generiert, zwar für machbar, aber nicht für sonderlich erstrebenswert.
Ich bin ja nun ein ausgewiesener Fan für Vollbandempfang in Wohnungen. Im Gastgewerbe und anderweitig kann das aber auch erheblich über den tatsächlichen Bedarf hinaus gehen.
07.02.2012, 00:01
#
9
CHE80
Threadstarter
Registriert seit: 01.02.2012
Beiträge: 6
Also dank erstmal für die Kommentare:
Ich fasse noch einmal als Laie zusammen:
Alternativen zum bestehenden (kopfanlage inkl. Quad LNB jedoch mit derzeitiger Senderschwäche aufgrund wahrscheinlich zu geringer Pegel und nur ca. 10 Programmen, verlegte Kabel: Koax):
1) Umwandlung der Kopfstation oder auch nur der Einschübe, gegen solche, die Satellitensignale in OFDM umsetzen: Einspeisung von DVB-S für DVB-T Empfang mit entsprechenden DVB-T Empfänger (sollte dann jeder Fernseher mitbringen), aber kein Empfang von Sat.-Signalen in DVB-C, zwar geringerer Frequenzbereich aber deutlich bessere Programmvielfalt und relativ hohe Datenrate + terrestrischer Empfang für DVB-T
Frage: inwiefern kann man hier Terrestrisch emfangen + Umwandlung per Umsetzerkasseten gewährleisten? Was ist dafür außer den Umsetzerkasseten hierfür erforderlich? Was brauchen die einzelnen Wohneinheiten außer einen integrierten DVB-T Empfänger im Empfangsgerät? Wie läuft das praktisch ab (Die Typen der Grundgeräte und Kassetten versuche ich nachzuliefern)
@ Dipol: was meinst du genau mit 6 umsetzungen machbar?
2)Investition in Glasfaserkabel (für ca 2€ den meter?) für den Weg schüssel zur Station, dann in die 8 Wohneinheiten: Dazu optische Konverter, Quattro-Konverter + Multischalter
Frage: Können so mind. 8 Parteien beliefert werden?
Vorteil: Komplettempfang aber wieder pro Fernseher entsprechende Receiver benötigt mit entsprechenden Kosten und lästiger Infrastruktur
Frage: Gibt es Möglichkeiten den Receiver in den Häusern bei Glasfaser zu umgehen abgesehen von integriertem Sat.Empfänger in den Engeräten?
Der damalige Sinn der Kopfanlage bestand ja darin die einzelnen Schüsseln und Receiver zu vermeiden. Außer PAL / Terrestrisch haben die einzelnen Buchsen in den Häusern derzeit wenig sinn, richtig?
07.02.2012, 01:25
#
10
Dipol
Team SAT-Technik
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Beiträge: 4.146
Stell dir einfach mal vor wie sich die Bestandssituation der TV-Geräte voraussichtlich in 5 bis 10 entwickelt. Ein Umsetzung in PAL ist ökonomisch und technisch von der Bildqualität die schlechteste Lösung und kann unabhängig vom Bedarf wegen ausgeschlosssen werden.
Bei einem reichhaltigen Angebot von DVB-T-Sendern ergeben sich andere Alternativen als z. B. im mit zwei DVB-T-Muxen nur spärlich versorgten Mecklenburg. So lange du weder die mehrheitlich gewünschten Programme, noch die örtlich empfangbaren DVB-T-Programme benennst, kann man auch nicht die Umsetzung in DVB-C kategorisch ausschließen.
Zitat:
Zitat von CHE80
Frage: inwiefern kann man hier Terrestrisch emfangen + Umwandlung per Umsetzerkasseten gewährleisten?
Was ist dafür außer den Umsetzerkasseten hierfür erforderlich?
Die terrestrische DVB-T-Einspeisung kommt ohne teure Umsetzung aus, es reicht ein Verstärker + Kanalfilter.
Zitat:
Zitat von CHE80
Was brauchen die einzelnen Wohneinheiten außer einen integrierten DVB-T Empfänger im Empfangsgerät?
Für DVB-T-Direktempfang und Sat.-Umsetzungen in die DVB-T-Modulation OFDM nur einen DVB-T-Tuner oder DVB-T-Receiver.
Zitat:
Zitat von CHE80
Wie läuft das praktisch ab (Die Typen der Grundgeräte und Kassetten versuche ich nachzuliefern)
Wenn wir die überfälligen Basuisdaten haben gibt es Vorschläge, sonst drehen wir uns weiter im Kreis.
Zitat:
Zitat von CHE80
2)Investition in Glasfaserkabel (für ca 2€ den meter?) für den Weg schüssel zur Station, dann in die 8 Wohneinheiten: Dazu optische Konverter, Quattro-Konverter + Multischalter
Frage: Können so mind. 8 Parteien beliefert werden?
Hunderte!
Zitat:
Zitat von CHE80
Vorteil: Komplettempfang aber wieder pro Fernseher entsprechende Receiver benötigt mit entsprechenden Kosten und lästiger Infrastruktur
Frage: Gibt es Möglichkeiten den Receiver in den Häusern bei Glasfaser zu umgehen abgesehen von integriertem Sat.Empfänger in den Engeräten?
Ob die Signalzuführung vollständig über Kupferkabel oder teilweise über Glasfaser erfolgt macht bei den Endgeräten keinerlei Unterschied. Über das Koaxbestandskabel kann man nicht 4 Satellitenebenen übertragen, über das von King W. vorgeschlagene System aber schon.
Zitat:
Zitat von CHE80
Außer PAL / Terrestrisch haben die einzelnen Buchsen in den Häusern derzeit wenig sinn, richtig?
Der Satz ergibt keinen Sinn. Wenn ein Bestandsnetz mit in PAL umgesetzten Sat.-Signalen für etwas geeignet ist, dann doch wohl für den Frequenzbereich bis 862 MHz der für Terrestrik und auch BK genutzt wird.
Ich bin es als Anlagenplaner und Fachbauleiter nicht gewohnt, dass man um überfällige Basisdaten, Grundrisse und -so vorhanden- Verteilnetzpläne betteln muss! Alls andere ist nicht zielführend.
07.02.2012, 01:41
#
11
King W.
Team SAT-Technik
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Zur Kopfstation sage ich jetzt mal nichts, da ist @Dipol schon dran. Er kennt sich mit diesen Dingern viel besser aus als ich. Vielleicht entsteht jetzt der Eindruck, daß ich diese Kopfstationen nicht mag. Der Eindruck ist richtig.
Zudem ist immer noch die Frage nach einem einwandfreien, vorschriftsmäßigen Blitzschutz ungeklärt. Zumindest in dieser Hinsicht ist Glasfaser um ein Vielfaches unproblematischer.
Das Glasfaserkabel kostet ca. 1,25 bis 1,50 pro Meter und beinhaltet zwei Leitungen. Hier ist ein Datenblatt. Die zwei Leitungen pro Kabel vereinfachen natürlich das Verlegen. Man kann z.B. mit beiden Leitungen zu einem Haus gehen, dort eine Leitung auf einen Konverter führen um das Haus damit zu versorgen und mit der anderen Leitung weitergehen zum nächsten Haus. Es ist praktisch jede Leitungsführung machbar. Wie Invacom schreibt, ist das Kabel "Suitable for direct burial application", also geeignet, um direkt vergraben zu werden. Die "Rigid Elements" bestehen aus Aramidfasern (Kevlar), das u.a. auch für schußsichere Westen genutzt wird.
Es spricht nichts dagegen, die Kabel direkt im Erdreich zu verbuddeln, die Grabearbeiten halten sich auch in Grenzen, weil das Kabel ja nur 6mm dick ist und selbst mit einem Leerrohr als zusätzlichem Schutz kommt man mit 15mm hin.
Nachteilig, wenn man so will, ist die Notwendigkeit, in jeder Wohnung eine DVB-S Empfangsmöglichkeit (Receiver oder DVB-S-tauglicher Fernseher) zu haben. Andererseits - günstige DVB-S Geräte sind schon für unter 60€ zu haben - mit HD-Empfangsmöglichkeit, siehe hier.
Gibt es denn von der Ferienanlage einen Lageplan und einen Bedarfsplan, wie viele Anschlüsse in jedem Haus gebraucht werden? Dann könnte ich dir gern mal einen fundierten Vorschlag machen.
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07.02.2012, 10:45
#
12
Dipol
Team SAT-Technik
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Zitat:
Zitat von King W.
Vielleicht entsteht jetzt der Eindruck, daß ich diese Kopfstationen nicht mag. Der Eindruck ist richtig.
Dieses Geständnis überrascht nicht.
Zitat:
Zitat von King W.
Das Glasfaserkabel kostet ca. 1,25 bis 1,50 pro Meter und beinhaltet zwei Leitungen.
Die Frage bei Netzsanierungen muss bei Koax wie Glasfaser lauten, was kostet die Verlegung. Denn schon bei nicht zugfähigen Leerroher kann der Kostenaufwand explodieren.
Zitat:
Zitat von King W.
Es spricht nichts dagegen, die Kabel direkt im Erdreich zu verbuddeln, die Grabearbeiten halten sich auch in Grenzen, weil das Kabel ja nur 6mm dick ist und selbst mit einem Leerrohr als zusätzlichem Schutz kommt man mit 15mm hin.
Die Vorteile der Glasfaser sind unbestritten.
So lange wie die Zugfähigkeit von Leerrohren und die Längen der Erdkabel unbekannt sind, ist es spekulativ, ob an diesem Objekt Glasfaser mit Verlegungskosten günstiger ist. Muss mit einem Bagger ein Kabelgraben gezogen werden, ist für Erdkabel in Koax- wie in Glasfaserausführung das gleiche Mindestprofil erforderlich und genauso teuer.
Im Anhang noch die deutsche Version des Glasfaser-Datenblatts und Folienauszüge zum Thema partielle Signalzuführung über Glasfaser.
10.02.2012, 12:27
#
13
CHE80
Threadstarter
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So sorry für die lange wartezeit Dipol!
Die technischen Daten:
15 Sender +1 Radio
Receiver Wisi ok 76 Dig- Sat Receiver + 15 qpsk Module
Head End: WISI OK 40a compact
Quattro LNC Topline WISI oD74hg
Also habe gerade noch mal angefragt bei WISI:
Die alte Kopfstation wandelt nur in PAL um. Eine neue Kopfstation wäre nötig: Nachfolge OH50 14 Module (mehrere Hundert TV Programme) max. möglich, Bestückung mit 60 Programmen für 2867€...
Kann man angesichts der jetzt technisch vorliegenden Daten, eine duale Lösung mit PAL (in bestehender Lösung, für die Parteien, die keine Receiver wollen und Röhre haben) + QAM Umwandlung in DVB-T / DVB-C finden?
Also update möglich, bei dem Preis sind wir aber wieder bei Glasfaser als Alternative.
P.s. Wie lade ich hier JPEGs hoch zwecks Lageplan?
Gruß
10.02.2012, 15:02
#
15
Dipol
Team SAT-Technik
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Beiträge: 4.146
Zitat:
Zitat von CHE80
Kann man angesichts der jetzt technisch vorliegenden Daten, eine duale Lösung mit PAL (in bestehender Lösung, für die Parteien, die keine Receiver wollen und Röhre haben) + QAM Umwandlung in DVB-T / DVB-C finden?
Wer zuviel Geld hat darf es auch nochmals in einer analogen PAL-Grundversorgung verbrennen. Die PAL-Signale werden binnen kürzester Frist nur noch von einer Minderheit mit alten Röhren-TV genutzt. In der WISI-Aufstellung
Zitat:
Zitat von CHE80
15 Sender +1 Radio
Receiver Wisi ok 76 Dig- Sat Receiver + 15 qpsk Module
Head End: WISI OK 40a compact
Quattro LNC Topline WISI oD74hg
sind die OK 76 PAL-Umsetzer zahlenmäßig nicht spezifiziert. Bei den 14 OH 50 Modulen handelt es sich um eine QPSK/QAM-Umsetzung, hierin ist wiederum keine PAL-Grundversorgung enthalten. Die Kosten für Grundgerät + Kassetten kommen noch hinzu!
Zitat:
Zitat von CHE80
Also update möglich, bei dem Preis sind wir aber wieder bei Glasfaser als Alternative.
Wie das, jetzt wieder auf einmal keine PAL-Grundversorgung mehr und nur noch digitale Sat.-ZF-Vollbandübertragung?
Mit zugfähigen Leerrohren mögen die höheren Kosten einer Sat.-ZF-Vollbandversorgung mit neuer Sternverteilung oder UniCable auf den letzten Meile vertretbar sein. Hier in Stuttgart wären 200 Meter Kabelgraben schon ohne Wiederherstellungskosten für Gehwege oder selbst die günstigeren Raketenbohrungen mit eingepresstem Leerrohr (!) das k.o-Kriterium. Auch wenn die Kosten im Osten niedriger sind, sollte man die erst mal verifizieren.
Zitat:
Zitat von CHE80
P.s. Wie lade ich hier JPEGs hoch zwecks Lageplan?
Anhänge verwalten >> Dateien hochladen.
EDIT: Bitte im Plan vermerken welche Erdkabetype verlegt ist: iKx, qKx oder nKx?