Empfang nur mit eingeschaltetem Zweitreceiver

Alt 26.01.2012, 11:09   # 1
stormtrooper
 
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Hallo zusammen,

ich habe folgendes Problem mit meiner SAT-Anlage und weiß einfach nicht weiter. Vielleicht gibt es hier Experten, die eine Lösung für folgendes Problem haben:

Ich habe eine digitale SAT-Anlage mit einem Twin-LNB.

Leitung 1 geht in Raum 1 (EG) an eine Enddose. Dort hängt ein digitaler SAT-Receiver dran.

Leitung 2 geht zunächst in Raum 2 (OG, Durchgangsdose), dann in Raum 3 (OG, Durchgangsdose) und dann in Raum 4 (DG, Enddose).
In Raum 2 wird der SAT-Anschluss nicht genutzt.
In Raum 3 befindet sich ein TV mit integriertem SAT-Receiver.
In Raum 4 hängt ein digitaler SAT-Receiver dran, der aber nur sehr selten genutzt werden soll.

Nun zum Problem:

In Raum 1!!! erhalte ich häufig (aber nicht immer) die Meldung des SAT-Receivers "Kein Signal", ich habe dann weder Bild noch Ton.
Wenn ich den Receiver in Raum 4!!! den dortigen SAT-Receiver anschalte (Stand-By reicht nicht aus), ist das Problem sofort behoben und ich habe in Raum 1 wieder Bild und Ton. Wie hängt das zusammen? Ich habe mich bereits doof gesucht und finde einfach keine Lösung.
Das Problem tritt auch nicht permanent auf. Wenn es auftritt, ist es einfach nervig, bis in Raum 4 (DG) zu rennen und dort den receiver anzuschalten. Derzeit behelfe ich mir so, dass der Receiver in Raum 4 24h in Betrieb ist....aber das kann ja auch nicht angehen!

Mögliche Lösungsansätze, die ich nun der Reihe nach durchgehen will:

1. Kabellänge: Die Kabel laufen derzeit vom Dach (SAT-Schüssel) bis in den Keller, dort sind nochmal 10 m Kabel aufgewickelt, bevor es in die Leerrohre geht. Das bedeutet dass die Kabellänge bei Leitung 1 und Leitung 2 jeweils mindestens 30 m beträgt. Vielleicht hilft eine Kürzung der Kabellänge?

2. Enddose in Raum 4: Ich bin mir nicht sicher, ob es sich bei der Dose in Raum 4 um eine geeignete handelt. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass dort keine Durchgangsdose installiert ist, aber es gibt offenbar noch Unterschiede zwischen Enddosen und Stichdosen? Könnte es vielleicht daran liegen.

3. LNB defekt: Könnte es vielleicht sein, dass das LNB defekt ist?

Hat jemand von Euch eine Lösung für das Problem?
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Alt 26.01.2012, 11:50   # 2
Dipol
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Beiträge: 4.146
Hallo und nw welcome

Zitat:
Zitat von stormtrooper Beitrag anzeigen
Leitung 1 geht in Raum 1 (EG) an eine Enddose. Dort hängt ein digitaler SAT-Receiver dran.
Gebetsmühle an:
Korrekt bezeichnet dürfte damit eine Einzel-/Stichdose gemeint sein, eine Enddose ist eine intern mit Abschlusswiderstand terminierte Durchgangsdose. Derzeit einzige Type für Sat.-ZF: AXING SSD 5-07:
Zitat:
Zitat von stormtrooper Beitrag anzeigen
In Raum 1!!! erhalte ich häufig (aber nicht immer) die Meldung des SAT-Receivers "Kein Signal", ich habe dann weder Bild noch Ton.
Wenn ich den Receiver in Raum 4!!! den dortigen SAT-Receiver anschalte (Stand-By reicht nicht aus), ist das Problem sofort behoben und ich habe in Raum 1 wieder Bild und Ton. Wie hängt das zusammen? Ich habe mich bereits doof gesucht und finde einfach keine Lösung.
Tja, wehe es funktioniert etwas nicht, dann ist Antennentechnik doch nicht so einfach wie viele das glauben. Wer hat sich denn diese Superschaltung mit drei Dosen auf einem Twin-LNB-Ausgang einfallen lassen?

Damit hast du doch aber bereits ermittelt, dass man nur dann stabilen Empfang hat, wenn der Twin-LNB aus der zweiten Stammleitung mit mehreren Dosen spannungsversorgt wird. Ob Receiver 1 ein zu weiches Netzteil hat oder ein Netzfehler vorliegt, kann man durch Tausch der Receiver eingrenzen. Und ob ein Port des Twin-LNB defekt ist kann man durch Tausch der Kabel am LNB feststellen. Dabei gleich mal darauf achten ob in die Stecker Wasser eingedrungen ist.

Zuerst mal die übliche Ochsentour mit der Kontrolle aller F-Stecker. Die Kabel müssen fachgerecht mit gutem Massekontakt abgesetzt und kraftschlüssig angezogen sein. Solche Fehler sind auch bei asiatischen Billigdosen für eine unbeabsichtigt geschrottete Mittelleiterklemme typisch.
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Alt 26.01.2012, 11:57   # 3
raceroad
Team SAT-Technik
 
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Beiträge: 623
Hallo und nw welcome

Zitat:
Zitat von stormtrooper Beitrag anzeigen
In Raum 1!!! erhalte ich häufig (aber nicht immer) die Meldung des SAT-Receivers "Kein Signal", ich habe dann weder Bild noch Ton.
Wenn ich den Receiver in Raum 4!!! den dortigen SAT-Receiver anschalte (Stand-By reicht nicht aus), ist das Problem sofort behoben und ich habe in Raum 1 wieder Bild und Ton. Wie hängt das zusammen?
Das sieht nach einem Umschaltproblem aus. Du wirst die Sender aus dem Feld LV dieser Liste bestimmt problemlos in Raum 4 empfangen können, die meisten Schwierigkeiten wird es mit denen aus HH geben. Umgekehrt hilft es vermutlich nicht, wenn der Receiver in Raum 4 mit einem Sender aus LV in Betrieb ist. Mögliche Ursachen für ein Schaltproblem:
  • Netzteil des Receivers in Raum 1 zu schwach (gealterte Elkos)
  • Gleichstromwiderstand des Antennenkabels vom Anschluss Raum 1 zum LNB zu hoch (Innenleiter des Kabels aus verkupfertem Stahl, korrodierte Kontakte, Kabel zu lang).
  • Einsatz eines LNBs mit hoher Stromaufnahme
Diese Dinge wirken zusammen, man kann nicht einer Ursache die alleinige Schuld zuweisen.

Zitat:
1. Kabellänge: Die Kabel laufen derzeit vom Dach (SAT-Schüssel) bis in den Keller, dort sind nochmal 10 m Kabel aufgewickelt, bevor es in die Leerrohre geht. Das bedeutet dass die Kabellänge bei Leitung 1 und Leitung 2 jeweils mindestens 30 m beträgt. Vielleicht hilft eine Kürzung der Kabellänge?
Eine Kürzung des Kabels um die aufgewickelten 10 m wäre der erste Schritt.

Zitat:
2. Enddose in Raum 4: Ich bin mir nicht sicher, ob es sich bei der Dose in Raum 4 um eine geeignete handelt. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass dort keine Durchgangsdose installiert ist, aber es gibt offenbar noch Unterschiede zwischen Enddosen und Stichdosen? Könnte es vielleicht daran liegen.
Diese Unterschiede gibt es. Bei den allermeisten Antennendosen mit nur einem bauseitigen Anschluss für Antennenkabel handelt es sich um sog. Stichdosen. Eine solche Dose hätte in Raum 4 nichts verloren, dort gehört eine Durchgangsdose mit DC-getrenntem Abschlusswiderstand hin. Nur Antennendosen mit fest eingebautem Abschlusswiderstand (wie SSD 5-07 von Axing) sind tatsächlich Enddosen, die sich optisch nicht von Stichdosen unterscheiden.

Aber: Eine evtl. falsche Dose in Raum 4 hat nichts mit dem Problemen des Receivers in Raum 1 zu tun.


Edit: Diesmal war Dipol schneller.
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Alt 26.01.2012, 14:32   # 4
stormtrooper
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Beiträge: 2
Vielen Dank für Eure Antworten.

Ich bin offensichtlich zu blöde, denn ich verstehe es immer noch nicht.
Wieso habe ich ein Problem auf Leitung 1 (die doch nur Raum 1 versorgt) und getrennt von Leitung 2 (welche die Räume 2-4 versorgt). Ich würde es ja ansatzweise verstehen, wenn ich ein Problem im Raum 2, 3 oder 4 hätte, aber dem ist nicht so. Fernsehempfang ist in Raum 3 und 4 ja problemlos und Raum 2 wird gar nicht genutzt.

Der ursprüngliche Bauherr ist für die Verkabelung verantwortlich. Ohne Decken und Wände aufzureißen, ist eine Änderung auch nicht möglich und letztlich auch gar nicht gewollt. Denn mir würde es ja reichen, in Raum 1 und Raum 3 immer Empfang zu haben (bzw. bei ausgeschaltetem Raum 3 stattdessen Raum 4 zu betreiben)...das muss mit dieser Verkabelung doch möglich sein?!

@raceroad und Dipol: Was ratet Ihr mir denn jetzt?
Ich würde jetzt
1. nochmals alle Verbindungen (F-Stecker) überprüfen,
2. die Leitungen um die besagten 10 m kürzen,
3. die Räume 1-4 mit neuen Dosen ausstatten,
Welche brauche ich denn jetzt dort? Es wäre nett, wenn Ihr mir ganz konkret sagen könntet, welches Modell für welchem Raum benötigt wird.
4. LNB tauschen (auch hier wäre ich für einen Vorschlag dankbar)

Ist diese Vorgehensweise richtig?
Kann man vielleicht irgendwo einen Verstärker einbauen oder spielt das hier keine Rolle?

@raceroad: Warum Du vorschlägst, in Raum 4 (also dem Ende der Leitung 2) eine "Durchgangsdose mit DC-getrenntem Abschlusswiderstand" (heißt es Abschluss- oder Anschlusswiderstand?) einzubauen verwirrt mich jetzt. Ich dachte in meiner Naivität, dass als Durchgangsdose eine Antennendose bezeichnet wird, die das Signal in einen weiteren Raum weiterleitet . Dem ist offenbar nicht so.

Der Receiver in Raum 1 ist übrigens ein Comag SL 100 HD.
Gruß, Andre
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Alt 26.01.2012, 15:39   # 5
raceroad
Team SAT-Technik
 
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Beiträge: 623
Zitat:
Zitat von stormtrooper Beitrag anzeigen
Ich bin offensichtlich zu blöde, denn ich verstehe es immer noch nicht.
Wieso habe ich ein Problem auf Leitung 1 (die doch nur Raum 1 versorgt) und getrennt von Leitung 2 (welche die Räume 2-4 versorgt). Ich würde es ja ansatzweise verstehen, wenn ich ein Problem im Raum 2, 3 oder 4 hätte, aber dem ist nicht so. Fernsehempfang ist in Raum 3 und 4 ja problemlos und Raum 2 wird gar nicht genutzt.
Das Verhalten an Leitung 1 spricht dafür: Der Receiver steuert mit seiner Spannung das LNB so, dass von den vier Signalebenen (siehe verlinkte Liste) die zum gewünschten Sender passende auf das Kabel aufgeschaltet wird. Die meisten deutschen Digitalsender liegen auf HH. Diese Ebene wird vom Receiver mit 18V Steuerspannung und zusätzlich aufgeprägtem 22 kHz Wechselspannungsanteil angefordert und fällt im Falle eines zu schwachen Netzteils oder einer zu schlechten Kabelverbindung als erstes aus.

Wenn Du den Receiver in Raum 4 mit einem horizontalen Sender in Betrieb nimmst (Inbetriebnahme des Fernsehers in Raum 3 würde den gleichen Effekt machen), teilen sich dieser Receiver und der im Raum 1 die Stromversorgung des LNBs. Das Netzteil des Receivers in Raum 1 wird weniger belastet, der Spannungsabfall am Antennenkabel fällt geringer aus.

Zitat:
Der ursprüngliche Bauherr ist für die Verkabelung verantwortlich. Ohne Decken und Wände aufzureißen, ist eine Änderung auch nicht möglich und letztlich auch gar nicht gewollt. Denn mir würde es ja reichen, in Raum 1 und Raum 3 immer Empfang zu haben (bzw. bei ausgeschaltetem Raum 3 stattdessen Raum 4 zu betreiben)...das muss mit dieser Verkabelung doch möglich sein?!
Zwei Probleme dabei:
  • Erstens sind die Geräte in den Räumen 3 und 4 nie zeitgleich ohne Einschränkung zu nutzen - das kann vielleicht doch einmal stören. Den Grund dafür hatte ich schon angesprochen: Aufteilung des Satellitensignals auf vier Ebenen, von denen immer nur eine auf das Kabel aufgeschaltet werden kann.
  • Außerdem ist der Ausgangspegel eines LNBs nicht für eine Reihenschaltung von drei Antennendosen ausgelegt. Das kann neben Unkenntnis einer der Gründe dafür sein, warum in Raum 4 vermutlich keine "echte" Enddose bzw. keine Durchgangsdose mit Abschlusswiderstand installiert wurde.
Falls neben dem Receiver in Raum 4 auch der Fernseher in Raum 3 mit dem Unicable-Standard kompatibel wäre, würde ich das LNB gegen einen Unicable-Legacy-Typ wie UK 101 tauschen.

Zitat:
Was ratet Ihr mir denn jetzt?
Ich würde jetzt
1. nochmals alle Verbindungen (F-Stecker) überprüfen, sinnvoll
2. die Leitungen um die besagten 10 m kürzen, auch sinnvoll
3. die Räume 1-4 mit neuen Dosen ausstatten, Das wird in Bezug auf das Problem mit dem Receiver in Raum 1 nichts bringen.
Welche brauche ich denn jetzt dort? Es wäre nett, wenn Ihr mir ganz konkret sagen könntet, welches Modell für welchem Raum benötigt wird.
Hier treffen Normvorgaben und das, was eigentlich tabu ist, manchmal aber dennoch funktioniert, aufeinander: Richtig wäre in Raum 4 so etwas wie die genannte SSD 5-07 [typisch: an 2 eine SSD 5-10, an 1 eine SSD 5-14, hängt aber im Detail von den Distanzen ab], denn die vermutlich an 4 vorhandene Stichdose sorgt für Signalreflexionen, die den Empfang auch an 2 und 3 stören kann. Andererseits scheint es trotz falschen Aufbaus an 3 keine Probleme zu geben. Umgekehrt könnte es aber sein, dass es mit einer SSD 5-07 an 4 trotz eines dann korrekten Aufbaus zu Ausfällen dort kommt, da der Betriebspegel nicht mehr reicht. Diese Gefahr wäre geinger, wenn man Dose 1 überbücken würde.
4. LNB tauschen (auch hier wäre ich für einen Vorschlag dankbar)
Hängt von der Kompatibilität ab, siehe oben. Erst nachsehen, ob Receiver bzw. TV mit Unicable kompatibel sind.
Zitat:
@raceroad: Warum Du vorschlägst, in Raum 4 (also dem Ende der Leitung 2) eine "Durchgangsdose mit DC-getrenntem Abschlusswiderstand" (heißt es Abschluss- oder Anschlusswiderstand?) einzubauen verwirrt mich jetzt. Ich dachte in meiner Naivität, dass als Durchgangsdose eine Antennendose bezeichnet wird, die das Signal in einen weiteren Raum weiterleitet . Dem ist offenbar nicht so.
Vorbehaltlos vorschlagen kann man das nicht, siehe oben. Vordergründig mag man denken, dass eine Durchgangsdose fehl am Platz wäre, da der Kabelstrang an 4 endet. Aber das HF-Signal muss am Ende des Kabelstrangs für alle Frequenzen eines Signalabschluss finden. Ein Receiver an einer Stichdose oder gar eine nicht belegte Stichdose bietet diesen Abschluss nicht, wohl aber ein Abschlusswiderstand (sei es ein separat eingebauter oder ein fix in eine "echte" Enddose integrierter).
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Alt 26.01.2012, 20:59   # 6
Dipol
Team SAT-Technik
 
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Zitat:
Zitat von stormtrooper Beitrag anzeigen
Ich dachte in meiner Naivität, dass als Durchgangsdose eine Antennendose bezeichnet wird, die das Signal in einen weiteren Raum weiterleitet . Dem ist offenbar nicht so.
Doch, aber eine Einzel-/Stichdose ist für Stich- oder Multischalter-Sternleitungen, aber nicht als Abschluss einer Stammleitung mit mehr als einer Dose konzipiert.

So lange Stich-/Einzeldosen weiterhin fälschlich als Enddosen und an Stammleitungsenden nicht zutreffender als Stehwellen-Generatoren bezeichnet werden, wird es dauern bis es auch der letzte Gebirgselektriker begreift, dass die da nicht hin gehören.

Ergänzend zu den Ausführungen von raceroad ein PDF zu den heute mangels antennentechnischer Fachkompetenz leider üblichen fachlichen Todsünden.
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Baumnetze und Stammleitungsabschluss[5Fo_rmm].pdf (814,1 KB, 11x aufgerufen)
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