12-Familienhaus auf Digitalempfang umrüsten

Alt 19.01.2012, 23:01   # 1
imbruga
 
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Hallo,

wir haben in einem 12-Familienhaus bisher konventioneller, analoger, terrestrischer Fernsehempfang über Einzelantennen sowie unerlaubterweise diverse unschöne Sat-Schüsseln auf Balkonen.

Ich bin selbst nicht so versiert in der Antennentechnik. Ich nehme jedoch an, dass durch die Umstellung auf digitales Fernsehen im Frühjahr 2012 ein Empfang über die konventionelle Antennenanlage nicht mehr möglich ist.

Bisher wird das Antennenkabel vom Verstärker unter dem Dach mittels 3 Kabel in jeweils 4 Wohnungen (im Haus links, mitte und rechts)durchgeschleift.

Wie kann die Umstellung auf Digitaltechnik relativ kostengünstig für diese 12 Wohneinheiten vorgenommen werden.

Im Haus wohnen neben Deutschen auch Russlanddeutsche, Türken und aus Polen gekommene Bewohner, die bisher über zusätzliche SAT-Schüsseln Programme vom früheren Zuhause empfangen. Muss ein Empfang dieser Progamme gewährleistet sein?

Wenn Sie mir hierzu Anregungen geben könnten. Danke.
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Alt 19.01.2012, 23:21   # 2
raceroad
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Hallo und nw welcome

Zitat:
Zitat von imbruga Beitrag anzeigen
wir haben in einem 12-Familienhaus bisher konventioneller, analoger, terrestrischer Fernsehempfang über Einzelantennen sowie unerlaubterweise diverse unschöne Sat-Schüsseln auf Balkonen.
Nein. Das analoge terrestrische Fernsehen wurde in Deutschland bereits 2009 abgeschaltet.

Entweder dienen die Antennen dem Empfang von DVB-T (= digitales, terrestrisches Fernsehen > keine Änderung durch die Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens), oder ein analoges Fernsehsignal stammt von einem Kabelnetzbetreiber bzw. wird in einer hauseigenen Kabelkopfstelle aus einem Satellitensignal generiert.

Sollte tatsächlich ein Analogsignal anliegen, verrät der Digital-Check, ob es aus einer digitalen Quelle gewonnen wird.
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Alt 20.01.2012, 09:22   # 3
Dipol
Team SAT-Technik
 
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Zitat:
Zitat von imbruga Beitrag anzeigen
wir haben in einem 12-Familienhaus bisher konventioneller, analoger, terrestrischer Fernsehempfang über Einzelantennen sowie unerlaubterweise diverse unschöne Sat-Schüsseln auf Balkonen.
Wie raceroad schon dargelegt hat, passt analog und terrestrisch schon lange nicht mehr zusammen. Wenn mit Einzelantennen eine Gemeinschaftantenne gemeint war, wäre der Threadtitel doppelt irreführend, weshalb eine Änderung angebracht ist.
Zitat:
Zitat von imbruga Beitrag anzeigen
Wie kann die Umstellung auf Digitaltechnik relativ kostengünstig für diese 12 Wohneinheiten vorgenommen werden.
Bei einem Haus mit nur 12 Wohneinheiten sicher nicht mit einer Kopfstellenumsetzung.

Ohne Kenntnis der Verteilnetzstruktur kann man keine Umbauempfehlungen geben. Nicht mehr zeitgemäße Baumstrukturen lassen sich mittels UniCable auf max. 8 Receiver je Stammleitung und Vollbandempfang von 2 Satelliten "aufbohren". Mit dem JESS-System von JULTEC sind bis zu 4 Satelliten und 12 Receiver je Kabel möglich, allerdings gibt es heirfür nur eine beschränkte Empfängerauswahl. Die Kabel müssen aber gemäß SchuTSEV bereits doppelt geschirmt sein.
Zitat:
Zitat von imbruga Beitrag anzeigen
Im Haus wohnen neben Deutschen auch Russlanddeutsche, Türken und aus Polen gekommene Bewohner, die bisher über zusätzliche SAT-Schüsseln Programme vom früheren Zuhause empfangen. Muss ein Empfang dieser Progamme gewährleistet sein?
Das frage mal die Bewohner.

Mit diesen multukulturellen Ansprüchen dürfte sogar ein teuerer Multischalter für die Satelliten ASTRA 19,2° E, HotBird 13° E, Sirius 4,8° E und Türksat 42° E überfordert sein.
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Alt 20.01.2012, 10:12   # 4
imbruga
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Hallo, vielen Dank für die Infos.

Als Laie tut man sich schwer mit den genauen Begriffen.
Bisher besteht eine konventionelle Antennenanlage (ohne Schüssel) mit Verstärker und 3 Leitungen. An jeder Leitung hängen 4 Wohnungen, die hintereinander durchgeschleift sind.

Es besteht die Möglichkeit, dass die 3 Wohnungen im Dachgeschoss jeweils direkt angefahren werden können.
Die jeweils 3 Wohnungen die bisher an Leitung 1, Leitung 2, Leitung 3 angeschlossen waren, sollten auch so wieder versorgt werden, da keine andere Kabelführung möglich ist.Vermutlich müssen überall neue Kabel eingezogen werden, da diese teilweise schon 30 Jahre alt sind.

Gemäß Aufruf der Seite 198 im Videotext ist eine Umstellung auf digital erforderlich.

Ich hoffe nun zur Verdeutlichung geholfen zu haben.

Danke für Ihre Rückantworten.
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Alt 20.01.2012, 10:47   # 5
raceroad
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Zitat:
Zitat von imbruga Beitrag anzeigen
Bisher besteht eine konventionelle Antennenanlage (ohne Schüssel) [....]

Gemäß Aufruf der Seite 198 im Videotext ist eine Umstellung auf digital erforderlich.
Das passt einfach nicht zusammen.

Diese konventionelle Antennenanlage mag es ja geben. Aber würde die noch Basis des TV-Empfangs sein, dann liefe das über DVB-T. Man kann das DVB-T-Signal - diese Möglichkeit hatte ich oben vergessen zu erwähnen - in eine analoges Signal umwandeln. Dann aber würde VT-Seite 198 Digitalempfang anzeigen.

Da aber laut Check noch Analogempfang vermeldet wird, stammt das Signal vermutlich doch von einer Satellitenantenne und wird in ein analoges Kabel-TV-Signal gewandelt. Die Satantenne muss nicht unbedingt auf Eurem Haus stehen, es gibt auch kleinere lokale Anbieter, die so etwas machen (Antennengemeinschaft). Die größeren Kabelnetzbetreiber werden inzwischen auf digitale Zuführung umgestellt haben.

Es besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf. Aber zunächst muss geklärt werden, woher das Signal stammt. Von den Dachantennen kommt es nicht.
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Alt 20.01.2012, 10:59   # 6
dumbo80
 
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Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen

Mit diesen multukulturellen Ansprüchen dürfte sogar ein teuerer Multischalter für die Satelliten ASTRA 19,2° E, HotBird 13° E, Sirius 4,8° E und Türksat 42° E überfordert sein.

Haben wir auch schon gemacht, nur die Bewohner sind dann nicht in der Lage den richtigen LNB in den Einstellungen zu wählen und kriegen es alleine meistens nicht hin.
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Alt 20.01.2012, 22:26   # 7
King W.
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Zitat:
Zitat von Dipol
Mit diesen multukulturellen Ansprüchen dürfte sogar ein teuerer Multischalter für die Satelliten ASTRA 19,2° E, HotBird 13° E, Sirius 4,8° E und Türksat 42° E überfordert sein.
Vielleicht. Möglicherweise wird aber nicht jedes Band von jedem Satellit gebraucht, so daß sich 2 oder mehr Satelliten eine Position auf dem Multischalter teilen können.

Wichtig ist erst einmal eine vernünftige Bestandsaufnahme: Wer will welche Programme sehen. Und wie viele Anschlüsse pro Wohnung werden gebraucht. Dann ist noch festzustellen, wie die Verkabelung bislang aussieht, um beurteilen zu können, ob sie sich auch für die zukünftige Anlage eignet. Interessant wäre auch, ob man vielleicht mit vertretbarem Aufwand noch einzelne Kabel nachziehen kann.

Wenn das geschehen ist und die Infos vorliegen, kann man planen und konkrete Vorschläge machen. Alles andere ist Kaffeesatz-Leserei.

Unicable-Router für 16 SAT-Eingänge zur Versorgung von 12 Wohnungen gibt es von Jultec. Die sind zwar preis-wert, im Sinne von "ihren Kaufpreis auch wert", das heißt allerdings nicht billig. Siehe z.B. hier.
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Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
Albert Einstein


Nokia? Nein danke!
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Alt 08.02.2012, 14:03   # 8
imbruga
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Hallo,
habe mich zwischenzeitlich mal schlauer gemacht. Derzeitiger Sachstand ist:
Auf dem Dach ist eine noch analoge Schüssel (Astra) Die bisherigen Antennenrechen ( UHF/VHF??) sind noch oben, aber nicht mehr angeschlossen.

Zeichnung: 20120208-135030.pdf

Was kann man tun?
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Alt 08.02.2012, 15:15   # 9
raceroad
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Beiträge: 623
Zitat:
Zitat von imbruga Beitrag anzeigen
Auf dem Dach ist eine noch analoge Schüssel (Astra) Die bisherigen Antennenrechen ( UHF/VHF??) sind noch oben, aber nicht mehr angeschlossen.
Es gibt zwar keine analogen Antennen, aber abgesehen von dieser Spitzfindigkeit wird so die Meldung des Analogempfangs auf VT-Seite 198 (Beitrag #4) verständlich: Eine analoges Satellitensignal wird in einer Kopfstelle aufbereitet, so dass in den Wohnungen der ehemals für terrestrisches Fernsehen bestimmte Analogtuner weiterverwendet werde kann.

Zitat:
Zitat von imbruga Beitrag anzeigen
Ich nehme jedoch an, dass durch die Umstellung auf digitales Fernsehen im Frühjahr 2012 ein Empfang über die konventionelle Antennenanlage nicht mehr möglich ist.
Wenn man vom Bezug auf die konventionelle Antennenanlage absieht, stimmt das: Die Sender, für die jetzt Analogempfang angezeigt wird, werden ohne Umrüstung der Anlage ab Mai nicht mehr zu empfangen sein.

Zitat:
Zitat von imbruga Beitrag anzeigen
Was kann man tun?
Wenn ich die Zeichnung richtig interpretiere, werden von jeder Stammleitung vier Wohnungen versorgt. Diese Struktur würde es gestatten, bei einem Umstieg auf Satellitendirektempfang auf Basis des Unicable-Systems in jeder Wohnung zwei Receiver (ein Twinreceiver zählt als zwei) einzusetzen.

Ob die Qualität des verlegten Kabels ein Umstieg auf Unicable zuließe, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Jedenfalls teile ich die in Beitrag #3 von Dipol geäußerte Einschätzung, dass bei nur 12 Wohneinheiten eine Umstellung der Kopfstelle nicht sinnvoll ist. Denn dabei stehen Kosten und Nutzen in einem zu schlechten Verhältnis zueinander.

Ergänzend dazu: Die in #3 angesprochenen Systeme Unicable und JESS sind eingeschränkt kompatibel: An einer JESS-Anlage können bis zu zwölf mit diesem noch neuen Standard kompatible Receiver auf das Signal von bis zu vier Satellitenpositionen zugreifen. Alternativ könnten acht der 12 Receiver die Anlage auch im Unicable-Protokoll nutzen, wären dabei aber auf die Signale von zwei Satellitenpositionen beschränkt.

Sollte Unicable/JESS realisiert werden, müssten die Bewohner zur Nutzung geeignete Receiver / TVs kaufen. Das wäre lediglich dann nicht nötig, wenn man an der Analogeinspeisung festhalten und lediglich die Signalzuführung auf digitales Sat-TV umstellen würde. Das ist aber keineswegs zu empfehlen!
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Alt 08.02.2012, 18:43   # 10
Dipol
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Beiträge: 4.146
Zitat:
Zitat von raceroad Beitrag anzeigen
Alternativ könnten acht der 12 Receiver die Anlage auch im Unicable-Protokoll nutzen, wären dabei aber auf die Signale von zwei Satellitenpositionen beschränkt.
Prägnanter kann man es nicht formulieren!

Sofern die Kabel mal ausnahmnsweise nach DIN 18015 normkompatibel in zugfähigen Lerrohren verlegt sind, wäre wenigstens eine Halbierung der Stammleitungen anzustreben. Je weniger Wohnungen an einem Port angeschlossen sind, umso geringer die UniCable-Tücken. Die Stammleitungshalbierung ist auch durch eine zweite Signaleinspeisung vom Keller her denkbar.

Noch betriebsicherer sind eigene Wohnungszuleitungen wie dies in diesen Applikationen dargestellt ist. In dieser Antennenanlage wurden vier HQ-Midikabel mit 5 mm Durchmesser als separate Wohnungszuleitungen über ein Leerrohr eingezogen. Die Darstellung irritiert etwas, innerhalb der Wohnungen verlaufen die Leitungen wie hier dargestellt horizontal.

Mit eigenen Wohnungszuleitungen ist auch eine Kombination verschiedener Matritzen oder Multischalter mit bedarfsgerechter Satellitenzuführung möglich.
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Alt 13.02.2012, 11:49   # 11
imbruga
Threadstarter
 
Registriert seit: 15.11.2010
Beiträge: 7
Hallo,

bin heute erst wieder zurück, deshalb erst die Antwort.

Vielen Dank für die Infos. Dies ist m.E. keine Do-it-yourselve-Sache mehr. Werde einen Antennentechniker damit beauftragen.

Bin jetzt aber etwas kundiger, so dass ich dessen Angebote und Technik auch besser beurteilen kann.
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Alt 28.05.2012, 09:28 # --
News Flash
 
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