Umstellung von Kabel auf Sat - Receiver nicht unicable-tauglich

Alt 13.01.2012, 23:06   # 1
antimorgenman
 
Registriert seit: 11.01.2012
Beiträge: 3
Hallo und moin moin,

ich bin der neue mit einem altbekannten Problem:
- Haus gekauft
- mit sehr schlecht änderbare Baumverkabelung für Kabelfernsehen
- möchte gern auf Sat umstellen

Ausgangssituation:
- an der Südseite gibt es schon eine Sat-Antenne
(das Kabel geht aber "noch" schlauerweise durchs Fenstergummi... > war Vorbesitzer )
- an der Nordseite ist der HWR-Raum in dem ein ursprünglicher Kabelanschluss auf 3 Kabel verteilt werden.
- Kabelart und Güte kann ich nicht bestimmen - von innen ist ein Kupferdraht, durchsichtiges Plastik drumrum, dann Silberdrähte, dann Weiße Plastikummantelung, Durchmesser ca. 8 mm
- welche Kabel wohin führen kann ich nicht feststellen
- An der Südseite "unter" der Schüssel (Marke Ping-Pong...) ist das Wohnzimmer

Das hab ich mir gedacht:
- altes LNB gegen ein Inverto Quad mit 2 Legacy Ausgängen tauschen
- Kabel von der Schüssel nach unten führen und von draussen ins Wohnzimmer bohren und 2 Legacy und das Unicable ins Wohnzimmer legen
- Im Wohnzimmer kommt erstmal mein schöner Topfield 5000PVR Twin an die beiden Legacy Ausgänge > somit kann ich erstmal weiter gucken wie bisher.

später:
- kann ich dann den Unicable-Ausgang an die Dose im Wohnzimmer (ist wohl letzte Dose, da nur ein Kabel ankommt?) anschliessen
- Verteiler im HWR-Raum gegen Unicable-Tauglich tauschen

Nun die Fragen:
- ist das Inverto LNB die richtige Wahl?
- da die Dose im Wohnzimmer unten nun angeschlossen ist, kann ich dann erstmal mit einem Unicable Receiver an jeder Stelle im Haus das Signal abgreifen?
---- von der Dose im Wohnzimmer wären es ja mind. 2 Dosen bis in den HWR-Raum und von dort über einen Verteiler ins Dachgeschoss und dort dann sagen wir noch ca 3-4 Dosen weiter zur letzten Dose
-> reicht dort das Signal dann noch?
->> müssen alle Zwischendosen getauscht werden oder kann man Kabel einfach überbrücken?
- wie kann ich ermitteln welches die nächste Dose ist und ob noch irgendwo ein Splitter verbaut wurde?
- ist das eigentlich unproblematisch durch die Hauswand zu bohren und dort 3 Kabel durchzulegen? Kälte / Feuchtigkeit?
- bin ich durch diese Lösung erstmal Flexibel?
- ob die Ping-Pong Schüssel ausreicht sehe ich doch wenn das LNB getauscht ist und kann dann später noch gegen eine bessere tauschen?
Oder passt das LNB nicht zu jeder Schüssel?

Noch was anderes:
- Kennt vielleicht jemand noch Sat-Receiver die man so programmieren kann, daß dieser automatisch nach einem Suchbegriff EPG-Daten durchsucht und alles aufnimmt, was dazu passt.
> viele Receiver haben eine Suchfunktion die aber nur manuell läuft, d.h. zeige mir, wann der nächste Tatort kommt, dann kann man diesen manuell aufnehmen.
Auf meinem Topfield habe ich eine Art "App" die das für mich erledigt.
man muss halt nur ab und zu mal die Files löschen, die man nicht braucht, falls man die Suchfaktoren zu unkonkret definiert hat.

Vielen dank für ne Antwort
  Mit Zitat antworten
Alt 14.01.2012, 09:11   # 2
charlyhu
 
Registriert seit: 22.11.2011
Beiträge: 140
Hallo und herzlich willkommen!

Grundsätzlich geht das sicher so, wie Du Dir das vorstellst.
Zur besseren Planung und Lagebeurteilung wäre aber eine genaue Bestandsaufnahme besser.
Also, wie viele Reciever möchtest Du betreiben (Twin zählen doppelt)? Wie sind die Kabellängen, wie viele Dosen werden benötigt?

Mit dem Inverto Unicable bist Du auf 6 Reciever beschränkt!

Und wo Du mit drei Kabeln durch die Wand gehst, ist auch noch Platz für ein viertes. Wenn Du dann noch im Bereich der Kabeleinführung oder der ersten Dose etwas Platz für einen Unicable-Router hast, dann könntest Du auch ein anderes Unicable-System installieren (bis 8 Reciever).
  Mit Zitat antworten
Alt 14.01.2012, 11:24   # 3
raceroad
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 18.12.2011
Beiträge: 623
Zitat:
Zitat von antimorgenman Beitrag anzeigen
- da die Dose im Wohnzimmer unten nun angeschlossen ist, kann ich dann erstmal mit einem Unicable Receiver an jeder Stelle im Haus das Signal abgreifen?
---- von der Dose im Wohnzimmer wären es ja mind. 2 Dosen bis in den HWR-Raum und von dort über einen Verteiler ins Dachgeschoss und dort dann sagen wir noch ca 3-4 Dosen weiter zur letzten Dose
Wie charlyhu schon geschrieben hat: Das reicht als Bestandsaufnahme noch nicht.

Was man aber sagen kann: Über zwei Dosen auf einen 2-fach Verteiler und von einem seiner Ausgänge auf nochmals drei Dosen zu gehen, klappt mit einem Unicable-LNB selbst abgesehen davon, dass nur max. vier Single-Receiver eingsetzt werden können, nicht, zumal sich auch das Kabel (Stichworte "durchsichtiges Plastik drumrum" und 1-fach Schirmung) nur bedingt für Sat-TV eignet.

Zitat:
->> müssen alle Zwischendosen getauscht werden oder kann man Kabel einfach überbrücken?
Vorhandene Dosen müssen ziemlich sicher getauscht werden (da nicht für Gleichspannung auf der Stammleitung ausgelegt). Das Überbrücken von nicht mehr benötigten Dosen wäre eine Alternative.

Zitat:
- wie kann ich ermitteln welches die nächste Dose ist und ob noch irgendwo ein Splitter verbaut wurde?
Wenn man wirklich alle Dosen kennt und nachsieht, ob daran bauseitig ein oder zwei Kabel angeschlossen sind, weiß man damit auch, ob es noch einen (versteckten) Splitter geben muss. Ansonsten bleibt noch die aufwändige Lösung die Kabel "durchzuklingeln": Durchgangsprüfer / Multimeter auf der einen Seite einer Leitung (eine Strippe an den Schirm, die andere an den Innenleiter) anklemmen und am vermuteten anderen Ende der Leitung einen Kurzschluss zwischen Schirm und Innenleiter herstellen.

Zitat:
- ist das eigentlich unproblematisch durch die Hauswand zu bohren und dort 3 Kabel durchzulegen? Kälte / Feuchtigkeit?
Von außen unten nach innen oben bohren. Dann hilft, selbst wenn eine Abdichtung des Bohrlochs mit z.B. Silikon schadhaft werden sollte, die Gravitaion.

Zitat:
- ob die Ping-Pong Schüssel ausreicht sehe ich doch wenn das LNB getauscht ist und kann dann später noch gegen eine bessere tauschen?
Oder passt das LNB nicht zu jeder Schüssel?
Wenn das jetzt montierte LNB einen Feedhals von 40 mm Durchmesser hat, passt das Inverto mechanisch.
  Mit Zitat antworten
Alt 14.01.2012, 20:37   # 4
antimorgenman
Threadstarter
 
Registriert seit: 11.01.2012
Beiträge: 3
Hallo,

vielen Dank erstmal für Eure Antworten!

Also mein Problem ist nicht die Anzahl an Receivern. Derzeit ist nur ein Twin-Receiver an einer Leitung durchgeschleift vorhanden.
Ich wollte nur die Möglichkeit haben, im Haus kurzfristig dann noch einen Receiver zu installieren und wenn die Kinder größer werden dort auch noch 2 installieren zu können.

Also ist das Problem wohl das vorhandene Kabel, bzw. deren Länge.

Wieviel Meter reicht denn ca. so ein Unicable System auf dieser "leider" älteren Leitung?
Und wenn man die Dosen zum weiteren Receiver alle überbrückt, hätte man ja nur den Splitter als zusätzliches Hindernis.

Ich hab auch schon überlegt, mit nem Quad LNB einmal ums Haus rum 4 Kabel zu legen und im HWR-Raum einen Unicable Verteiler 2 x 4 zu setzen und diesen dann auf die 3 abgehenden Stränge zu verteilen.
Dann wären die Leitungswege ja nicht so weit und man hätte auch 2 getrennte Leitungen mindestens.
Hat man damit mehr Power?

Oder ganz anders:
Wenn man mit einem Normalen LNB unten im Wohnzimmer einen Ausgang in die Enddose einspeist und alle Dosen bis nach oben brückt, müsste man doch oben einen weiteren Receiver installieren können.
Aber der Leitungsweg ist ja auch beträchtlich und gibt wahrscheinlich das gleiche Problem mit der Dämpfung?

gruss
  Mit Zitat antworten
Alt 15.01.2012, 00:27   # 5
raceroad
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 18.12.2011
Beiträge: 623
Zitat:
Zitat von antimorgenman Beitrag anzeigen
Wieviel Meter reicht denn ca. so ein Unicable System auf dieser "leider" älteren Leitung?
Und wenn man die Dosen zum weiteren Receiver alle überbrückt, hätte man ja nur den Splitter als zusätzliches Hindernis.
Auf den Meter kann ich das nicht sagen, alleine schon wegen der nicht genau bekannten Dämpfungswerte des Kabels. Die Größe der Antenne spielt auch eine Rolle.

Grobe Abschätzung:

Mit 78 db(µV) ab SCR-Ausgang des LNBs und (mit etwas Sicherheitsreserve) 50 db(µV) Mindestpegel am Receiver kann der Verlust auf dem Verteilweg 28 db betragen.

Will man nur einen Receiver pro Verteilerausgang anschließen und setzt man vorsichtig (die ganz hohen Frequenzen kann man meiden) für das alte Kabel eine Dämpfung von 40 db / 100 m an, wäre mit Stichdosen an den Ausgängen eines 2-fach Verteilers (Entkopplung nicht immer normgerecht) eine Gesamtdistanz LNB > Receiver von ~ 50 m machbar.

Bei drei Receivern (ein 2er Strang mit einer 10er und einer 7er Durchgangsdose) und symmetrischer Aufteilung mit einem Verteiler geht sich das nicht mehr so gut aus: Die erlaubte Distanz vom LNB zur 7er Dose reduziert sich auf nur noch rund 30 m.

Für drei Anschlüsse könnte man etwas mehr rauskitzeln, wenn man nicht symmetrisch mit einem Verteiler, sondern mit Spauns UNiTap aufteilt. Ich komme auf rund 40 m vom LNB sowohl bis zur Einzeldose *) als auch bis zur der letzen Dose am 2er Strang.

Für eine genauere Rechnung müsste man wie gesagt die Rahmenbedingungen besser kennen und die Frequenzabhängigkeit der Kabeldämpfung berücksichtigen.

Zitat:
Ich hab auch schon überlegt, mit nem Quad LNB einmal ums Haus rum 4 Kabel zu legen und im HWR-Raum einen Unicable Verteiler 2 x 4 zu setzen und diesen dann auf die 3 abgehenden Stränge zu verteilen.
Dann wären die Leitungswege ja nicht so weit und man hätte auch 2 getrennte Leitungen mindestens.
Hat man damit mehr Power?
Ja, nur würde man dafür ein Quattro-LNB verwenden. Außerdem: Wie soll dann der Receiver im Wohnzimmer versorgt werden? Nur wenige Receiver von Topfield sind Unicable-kompatibel, der 5000PVR ist es meines Wissens nicht.

Zitat:
Oder ganz anders:
Wenn man mit einem Normalen LNB unten im Wohnzimmer einen Ausgang in die Enddose einspeist und alle Dosen bis nach oben brückt, müsste man doch oben einen weiteren Receiver installieren können.
Aber der Leitungsweg ist ja auch beträchtlich und gibt wahrscheinlich das gleiche Problem mit der Dämpfung?
Da kommt man bei langen Leitungswegen vom Regen in die Traufe. Denn mit dem Unicable-LNB muss man für den am weitesten entfernten Anschluss nur mit 1210 MHz und der zugehörigen Kabeldämpfung kalkulieren, konventionell müsste man die Kabeldämpfung bis 2 GHz berücksichtigen. Das Ungleichgewicht zwischen niedrigen und hohen Frequenzanteilen kann außerdem problematisch werden. Für größere Distanzen über ein Altkabel eignet sich Unicable besser!


*: Das müsste eine Stichdose mit DC-Durchlass über eine Diode sein.
  Mit Zitat antworten
Alt 18.01.2012, 21:29   # 6
antimorgenman
Threadstarter
 
Registriert seit: 11.01.2012
Beiträge: 3
Hi,

vielen Dank für diese ausführliche Rechnung - so als Fachlaie wär ich nie draufgekommen, das son Kabel so ne Dämpfung haben kann.
Hm.
Mit dem Hinweis das der Topfield nicht unicable tauglich ist, ist klar, hatte ich anfangs auch schon gefragt, ob es einen ähnlich guten gibt.
den neuesten Topfield hatte ich schon hier, nur der gefällt nicht....

Ich mess mal die Tage die Wege und sonst tja, muss ich mal gucken, wo ich sonst das Haus löcher und Kabel neu im Stern lege.

Hat jemand noch nen Tip, wo man son Kabel legt, wenn man nicht über den Dachboden kann, aber genau auf die gegenüberliegende Ecke des Hauses muss?

Und welches 4er LNB ohne Unicable kann man denn empfehlen?
wenn man mehr braucht, muss man doch nen Multischalter legen - dafür braucht man doch wieder gleich alle 4 Leitungen oder?
Dann kann ich nicht draussen die Kabel in 2 Richtungen legen oder?

gruss
  Mit Zitat antworten
Alt 19.01.2012, 06:56   # 7
charlyhu
 
Registriert seit: 22.11.2011
Beiträge: 140
Zitat:
Ich mess mal die Tage die Wege
Das vereinfacht die Sache wesentlich.

Am besten ist es dann, wenn Du eine kleine Zeichnung mit den Kabellängen und den jetzigen Dosen, sowie den gewünschten Dosen und den gewünschten Recievern machst.
  Mit Zitat antworten

Alt 28.05.2012, 09:27 # --
News Flash
 
Benutzerbild von News Flash
 
 
 
   
Antwort
Themen-Optionen



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 09:27 Uhr.