digital Quad LNB - 1 Teilnehmer ok, 2 Teilnehmer funktionieren stark eingeschränkt

Alt 04.01.2012, 23:29   # 1
mcbuster911
 
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Hallo zusammen,

ich bin kein Fachmann was Sat-Anlagen betrifft. Da im Intenet beschrieben wird, wie "einfach" die Umrüstung von analogen auf digitalen Sat-Empfang, dachte ich, dass ich mich dem ganzen mal selbst annehme.

Zur Problembeschreibung:

3 SAT-Teilnehmer in einem Haus. Bei einem Anschluss funktionieren alle üblichen Sender TOP (ARD, ZDF, RTL, SAT1, Pro 7 Deutschland, Pro 7 Schweiz, Pro 7 Österreich, Viva, Sport 1 etc.) Dieser funktionierende Anschluss ist mit ca. 5 Meter Koaxialkabel zum Receiver verbunden.

Bei den anderen beiden Teilnehmer funktioniert nur VIVA ohne Probleme sowie Sport1 mit leicht verzerrtem Bild. Pro 7 funktioniert bei diesen beiden Teilnehmern nur in der Version Österreich und Schweiz. Ein paar französische Sender bekommen diese beiden Teilnehmer ebenso rein wie den arabischen Sender al jazeera.

Diese beiden eingeschränkten Teilnehmer sind mit ca. 8 Meter Koaxialkabel und 35 Meter Koaxialkabel zum Receiver verbunden.

Woran kann das liegen, hat jemand eine Idee? Werde fast wahnsinnig, da das ganze bei einem Teilnehmer problemlos funktioniert und somit die Ausrichtung der Schüssel passen müsste?
Bin über jeden Tipp dankbar.


Zur Ausgangssituation:

Alte Anlage ist eine Technisat mit einer 85cm Schüssel. Der alte LNB war mit 2 koaxial Kabeln an einen externen Switch/Multischalter angeschlossen, wovon 3 Teilnehmer mit versorgt wurden.

Es sind 2-fach geschirmte Koaxialkabel (bereits von der ursprünglichen Anlage) im Haus verlegt. Die 3 alten Receiver sind nur für den analogen Betrieb ausgelegt.


Zur aktuellen Situation:

Der alte LNB und Switch/Mulischalter sowie 1 Receiver wurde ersetzt. Die anderen analogen Receiver wurden ausgeschaltet.

Es wurde eine Quad LNB mit integriertem Multischalter an die Schüssel gebaut. Desweiteren wurde ein 3. Kabel vom LNB zum ursprünglichen Ort des Switch/Multischalter verlegt. Mithilfe von F-Stecker Kupplungen wurde nun die 2. "alten" Koaxialkabel welche ursprünglich in den Switcheingang gingen, direkt mit 2 Koaxialbalen des ursprünglichen Switch Ausgangs verbunden bzw. überbrückt. Dieser Schritt folgte ebenso mit den 3. neu verlegten Kabel und dem 3. Switch Ausgangskabel.

Somit habe ich nun 3 Koaxialkabel, welche direkt vom LNB mithilfe von F-Stecker Kupplungen miteinander verbunden sind.

Hinweis: Der aktuelle LNB hat nicht in die Originalhalterung des ursprünglichen analog LNB gepasst. Deshalb habe ich den neuen LNB um ca. 40 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht. (in der Ursprungslage waren die F-Stecker nach senkrecht unten gerichtet).
Ist dieser Winkel des LNB entscheidend für die Empfangsqualität?


Die Erfahrungen aus dieser Problembeschreibung wurden mit nur einem Digital-Receiver gemacht, welcher abwechselnd an den einzelnen Anschlüssen der Teilnehmer angeschlossen wurde. Somit kann ich derzeit leider nicht sagen, wie das Problem mit 3 parallel angeschlossenen digital Receivern aussieht, wobei ich nicht weiß, ob das einen Unterschied macht.

Viele Grüße
mcbuster
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Alt 04.01.2012, 23:48   # 2
Isotrop
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Hallo,

der neue LNB wird ebenso montiert in der LNB Halterung, dass die Leitungen senkrecht nach unten abgehen. Ein um 40° in der LNB Halterung gedrehter LNB verschlechtert deutlich das Empfangssignal

Zitat:
Der aktuelle LNB hat nicht in die Originalhalterung des ursprünglichen analog LNB gepasst.
Für Technisat Schüsseln gibts normalerweise entsprechende LNB Adapter. Einfach ein Bild anhängen (Dateianhang) und man kann mehr dazu sagen
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Alt 05.01.2012, 10:53   # 3
King W.
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Wenn es ein Standard-LNB mit 40 mm Hals ist, und die TechniSat-Antenne verfügt über einen Feedarm, der wie ein doppeltes Rohr aussieht, kannst du diesen Adapter verwenden und das LNB damit ordentlich montieren. Damit wäre eine mögliche Fehlerquelle schon mal beseitigt.

Vorab kannst du schon mal am LNB die Anschlüsse vertauschen. Sie sollten eigentlich alle gleichwertig sein. Wandert der Fehler mit? Wenn ja, ist der im Quad-LNB verbaute Multischalter defekt. Gib das LNB dann zurück und entscheide dich für ein "unkaputtbares" Alps.
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Alt 08.01.2012, 13:47   # 4
mcbuster911
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Danke für die hilfreichen Tipps. Der Multischalter scheint in Ordnung zu sein.
Habe nochmals alle Kabelverbindungen überprüft und die alten Kabel vom Receiver zur Verteilerdose der SAT-Anlage erneutert.

Zusätzlich habe ich mir noch 2 weitere digitalreceiver ausgeliehen und musste feststellen, dass nur mein bisheriger eigener Digitalreceiver ein Bild empfängt. Nachdem ich bei einem der anderen Receivern die Polarisation von Horizontal auf Vertikal gestellt habe, konnte ich auch ein Bild mit dem 2. Gerät empfangen, allerdings konnte ich diese Einstellung nicht speichern.

Aus diesem Grund habe ich den LNB wie beschreiben mit den Kabeln nach unten gedreht und auf einmal konnten alle 3 Receiver ein gutes Signal mit allen Sendern empfangen! Werde mit nun so einen Adapter kaufen, damit ich diese Position des LNB dauerhaft befestigen kann.

Somit gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen der korrekten Anbringung des LNB mit den Kabeln nach unten und dem Empfang der Sender.

Ich weiß auch nun, weshalb mein eigener Receiver trotz der schrägen Lage des LNB die Sender Empfangen konnte:

Dieser hatte die Einstellmöglichkeit "Polarisation und Automatisch" und somit war diesem die Lage des LNB egal, allerdings musste ich ja selbst feststellen, dass die nicht von allen Receivern unterstützt wird.
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Alt 08.01.2012, 14:36   # 5
King W.
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Zitat:
Zitat von mcbuster911 Beitrag anzeigen
Aus diesem Grund habe ich den LNB wie beschreiben mit den Kabeln nach unten gedreht und auf einmal konnten alle 3 Receiver ein gutes Signal mit allen Sendern empfangen! Werde mit nun so einen Adapter kaufen, damit ich diese Position des LNB dauerhaft befestigen kann.
So ist es. Ich denke aber, das hat mit der Einstellung "automatisch" nicht viel zu tun. In den Anfangszeiten der SAT-Technik, als die Schüsseln noch groß waren und die LNB's noch 2,5 dB Rauschzahl hatten (immerhin waren die angegebenen Werte damals noch ehrlich), war die Polarisationseinstellung keine Funktion des LNB, sondern eines davorgesetzten Polarisators. Dort konnte man dann mittels unterschiedlicher elektrischer Spannungen die Polarisationsebene drehen.

Dieses Verfahren kommt, bis auf wenige Sonderfälle, nicht mehr zur Anwendung. Heute wird die Polarisation innerhalb des LNB mittels der Betriebsspannung umgeschaltet. Es sind nur noch 2 Stellungen möglich, nämlich horizontal und vertikal und das genügt auch - ebenfalls bis auf Sonderfälle.

Daß die Wellen vom Satellit sowohl horizontal wie auch vertikal abgestrahlt werden, hat seinen Grund darin, daß man die Frequenzen dann dichter zusammenpacken und somit den Satellit besser ausnutzen kann. Das Ganze erfordert dann aber eine gute Entkopplung der Polarisationsebenen durch das LNB. Es darf also, wenn z.B. ARD empfangen wird (horizontales Band) das LNB möglichst wenig vom vertikalen Band empfangen und umgekehrt.

Wenn nun das LNB gegenüber der korrekten Position einen Fehlwinkel δ aufweist, so hat das Nutzsignal N(δ) den Wert
N(δ) = N(max) * cos(δ).
Da der Cosinus (im Idealfall bei 0° Fehlwinkel ist er 1) für beispielsweise ±10° immer noch 0,985 ist, so sinkt die Empfangsleistung lediglich auf 98,5% des Maximalwertes.

Das wäre noch ohne weiteres zu verschmerzen - wenn da nicht die andere, in diesem Fall falsche Polarisationsebene wäre, deren Signal jetzt als Störsignal aufgefaßt werden muß. Da beide Ebenen um 90° verdreht sind, muß jetzt mit dem Sinus gerechnet werden und es gilt
S(δ) = S(max) * sin(δ).

Der Sinus verhält sich leider nicht so benutzerfreundlich, indem er über mehrere Grad praktisch auf 0 stehenbleibt, sondern er beträgt für 10° schon 0,174. Auf gut Deutsch: Das Störsignal macht sich bereits mit 17,4% der möglichen Stärke bemerkbar. Wenn man den geringen Abfall des Nutzsignals mit einrechnet, sind es schon 17,7%.

Bei 45° schließlich sind Sinus und Cosinus gleich, nämlich 0,707. Du hast also noch 70,7% Nutzsignal, aber auch 70,7% Störsignal. Wenn nun zwei sehr dicht beieinanderliegende Frequenzen vorhanden sind, die normalerweise durch die unterschiedliche Polarisation sauber getrennt werden, so findet jetzt diese Trennung nicht mehr statt, d.h. der Receiver wird mit dem Problem alleingelassen.

Wenn nun ein Receiver mit sehr guter Trennschärfe eingesetzt wird, der die beiden Sender aufgrund des geringen Frequenzunterschieds noch auseinanderhalten kann, so ist auch in diesem Fall noch Empfang möglich, während ein anderer Receiver versagt.

Mit der automatischen Polarisationseinstellung hat das nichts zu tun, lediglich die Trennschärfe des Tuners ist bei diesem Receiver etwas besser.
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