Zitat:
Zitat von mcbuster911 Aus diesem Grund habe ich den LNB wie beschreiben mit den Kabeln nach unten gedreht und auf einmal konnten alle 3 Receiver ein gutes Signal mit allen Sendern empfangen! Werde mit nun so einen Adapter kaufen, damit ich diese Position des LNB dauerhaft befestigen kann. |
So ist es. Ich denke aber, das hat mit der Einstellung "automatisch" nicht viel zu tun. In den Anfangszeiten der SAT-Technik, als die Schüsseln noch groß waren und die LNB's noch 2,5 dB Rauschzahl hatten (immerhin waren die angegebenen Werte damals noch ehrlich), war die Polarisationseinstellung keine Funktion des LNB, sondern eines davorgesetzten Polarisators. Dort konnte man dann mittels unterschiedlicher elektrischer Spannungen die Polarisationsebene drehen.
Dieses Verfahren kommt, bis auf wenige Sonderfälle, nicht mehr zur Anwendung. Heute wird die Polarisation innerhalb des LNB mittels der Betriebsspannung umgeschaltet. Es sind nur noch 2 Stellungen möglich, nämlich horizontal und vertikal und das genügt auch - ebenfalls bis auf Sonderfälle.
Daß die Wellen vom Satellit sowohl horizontal wie auch vertikal abgestrahlt werden, hat seinen Grund darin, daß man die Frequenzen dann dichter zusammenpacken und somit den Satellit besser ausnutzen kann. Das Ganze erfordert dann aber eine gute Entkopplung der Polarisationsebenen durch das LNB. Es darf also, wenn z.B. ARD empfangen wird (horizontales Band) das LNB möglichst wenig vom vertikalen Band empfangen und umgekehrt.
Wenn nun das LNB gegenüber der korrekten Position einen Fehlwinkel δ aufweist, so hat das Nutzsignal N(δ) den Wert
N(δ) = N(max) * cos(δ).
Da der Cosinus (im Idealfall bei 0° Fehlwinkel ist er 1) für beispielsweise ±10° immer noch 0,985 ist, so sinkt die Empfangsleistung lediglich auf 98,5% des Maximalwertes.
Das wäre noch ohne weiteres zu verschmerzen - wenn da nicht die andere, in diesem Fall falsche Polarisationsebene wäre, deren Signal jetzt als Störsignal aufgefaßt werden muß. Da beide Ebenen um 90° verdreht sind, muß jetzt mit dem Sinus gerechnet werden und es gilt
S(δ) = S(max) * sin(δ).
Der Sinus verhält sich leider nicht so benutzerfreundlich, indem er über mehrere Grad praktisch auf 0 stehenbleibt, sondern er beträgt für 10° schon 0,174. Auf gut Deutsch: Das Störsignal macht sich bereits mit 17,4% der möglichen Stärke bemerkbar. Wenn man den geringen Abfall des Nutzsignals mit einrechnet, sind es schon 17,7%.
Bei 45° schließlich sind Sinus und Cosinus gleich, nämlich 0,707. Du hast also noch 70,7% Nutzsignal, aber auch 70,7% Störsignal. Wenn nun zwei sehr dicht beieinanderliegende Frequenzen vorhanden sind, die normalerweise durch die unterschiedliche Polarisation sauber getrennt werden, so findet jetzt diese Trennung nicht mehr statt, d.h. der Receiver wird mit dem Problem alleingelassen.
Wenn nun ein Receiver mit sehr guter Trennschärfe eingesetzt wird, der die beiden Sender aufgrund des geringen Frequenzunterschieds noch auseinanderhalten kann, so ist auch in diesem Fall noch Empfang möglich, während ein anderer Receiver versagt.
Mit der automatischen Polarisationseinstellung hat das nichts zu tun, lediglich die Trennschärfe des Tuners ist bei diesem Receiver etwas besser.