Ich bin Neuling in dem Thema und habe mich jetzt überall im Internet und auch bei Fachleuten informiert, bekomme aber widersprüchliche Informationen.
Zu meinem Problem:
Ich habe mir in den Kopf gesetzt die Satellitenantenne auf das Dach meines Reihenhauses zu setzen, weil ich sie nicht an der Wand haben will (obwohl es da kein Problem mit der Erdung gäbe).
Jetzt habe ich also erfahren, dass der Mast geerdet werden muss. Am besten wird er mit 16mm² Kabel am Potentialausgleich angeschlossen.
Soweit so gut.
Aber der Potentialausgleich ist maximal-weit vom Antennmast entfernt. Wenn man das Haus als Quader sieht, dann ist die Antenne rechts, hinten oben und die Potentialausgleichsschine links, vorne, unten im Keller. Also beide sind quasi am Ende einer Diagonale quer durchs Haus.
Das bedeutet, dass ich das 16mm² Kabel entweder 18m durchs Haus führen muesste ( was man, denke ich, vermeiden sollte) oder ich muesste es übers Dach auf die andere Seite des Hauses, dann nach unten und dort durch die Wand in den Keller und dann noch zur anderen Wandseite führen. Ein Wahnsinn!.
Jetzt habe ich einen Elektriker kommen lassen und ihn gefragt wie man das Problem minimal-invasiv lösen könnte. Er hat vorgeschlagen auf der Hausseite der Schuessel einen Erdungsstab im Garten zu versenken und dort das Kabel das dann vom Mast die Wand runter kommt zu befestigen.
"Toll", dachte ich, das ist genau die einfache Lösung die ich gerne gehabt haette.
Nur: Wenn ich mir die Anleitungen zum Erden einer Anlage durchlese und sie richtig verstanden habe, dann muesste man diesen Erdungsstab AUCH nochmal zusätzlich an den Potentialausgleich des Hauses anschliessen! Wenn das wirklich so ist, dann habe ich ja gar nichts gewonnen, denn dann muss ich ja trotzdem wie oben beschrieben 18m Kabel durchs Haus schleifen. Wozu sollte ich mir dann noch die Muehe machen den Erdungsstab im Garten zu vergraben? Dann kann ich doch gleich nur mit dem Kabel vom Mast zum Potentialausgleich gehen?
Irgendwie vertstehe ich das nicht. Der Elektriker meinte auf meine Frage hin dass das auch nicht notwendig wäre.
Was stimmt den nun und wie mache ich das nun am besten?
Gruss Ralf
17.12.2011, 09:03
#
2
Dipol
Team SAT-Technik
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Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von derrapf
Am besten wird er mit 16mm² Kabel am Potentialausgleich angeschlossen.
Am besten ist der Schutz über eine getrennte Fangeinrichtung und Ableitung über 50 mm² Blitzableiterdraht. Eine Mastdirekterdung mit 16 mm² Cu + ein schleifenfreier PA erfüllt gerade mal die Mindestanforderung der Normem.
Zitat:
Zitat von derrapf
Nur: Wenn ich mir die Anleitungen zum Erden einer Anlage durchlese und sie richtig verstanden habe, dann muesste man diesen Erdungsstab AUCH nochmal zusätzlich an den Potentialausgleich des Hauses anschliessen! Wenn das wirklich so ist, dann habe ich ja gar nichts gewonnen, denn dann muss ich ja trotzdem wie oben beschrieben 18m Kabel durchs Haus schleifen. Wozu sollte ich mir dann noch die Muehe machen den Erdungsstab im Garten zu vergraben? Dann kann ich doch gleich nur mit dem Kabel vom Mast zum Potentialausgleich gehen?
Nur wenn im Haus ein funktionstüchtiger Schutzpotenzialausgleich besteht und es bei der Leitungsführung durch den Keller zu keinen gefährlichen Näherungen kommt, ist der Direktanschluss an eine blitzstromtragfähige Haupterdungsschiene mängelfrei.
Zitat:
Zitat von derrapf
Irgendwie vertstehe ich das nicht. Der Elektriker meinte auf meine Frage hin dass das auch nicht notwendig wäre.
Das ist die übliche Meinung mehrheitlich normunkundiger und manchmal auch bequemer Installateure. Frag ihn doch nur mal aus welcher Norm er sein "Wissen" ableitet.
Zitat:
Zitat von derrapf
Was stimmt den nun und wie mache ich das nun am besten?
Verbindlich sind die EN 60728-11 und EN 62305. Und die liegen unseren Darstellungen und den ganzen Links zugrunde.
Die beste Lösung ist eine getrennte Fangeinrichtung mit Außenableitung an einen Edelstahl-Erdspieß mit 9 Metern Standardlänge. Der Mast selbst und die Kabel müssen aber auch noch in den Potenzialausgleich einbezogen werden.
Die zweitbeste Lösung ist eine Antenneninstallation im Schutzbereich der Fassade mit Ausführung eines Potenzialausgleichs, Sicherheitsfanatiker gehen beim Querschnitt des PA-Leiters über die Normanforderungen von 2,5 mm² (geschützt) bzw. 4 mm² (ungeschützt) hinaus.
Und erst am Schluss kommt die klassischen Antennen-Direkterdung mit mind. 16 mm² Cu-Einzelmassivdraht, welche noch normgerecht, aber nicht mehr State of the Art ist.
Elektriker und Normenkenntnis bezüglich Blitzschutz, Erdung und Potenzialausgleich ist eine jammervolle Geschichte. Das hast du doch schon daran gemerkt, dass dein Eli dir einen absolut normwidrigen separaten Erdstab verticken wollte.
Und ob er den wenigstens normkonform mit 1 Meter zum Hausgrund und bis auf 0,5 Meter Tiefe unter Grund normgerecht installiert hätte, muss bezweifelt werden. Deswegen wende dich an eine zertifizierte Blitzschutzfirma, die werden dir unsere Aussagen bestätigen und dann bleibt dir auch der echte Wahnsinn erspart, dass dir Worst Case von einem der seltenen Direkteinschläge die Bude abgefackelt wird.
17.12.2011, 09:08
#
3
Isotrop
Team SAT-Technik
Registriert seit: 27.08.2010
Beiträge: 1.289
Hallo,
Zitat:
Ich habe mir in den Kopf gesetzt die Satellitenantenne auf das Dach meines Reihenhauses zu setzen
Zitat:
Der Elektriker meinte auf meine Frage hin dass das auch nicht notwendig wäre.
Diesen Elektriker bitte bei der zuständigen Handwerkskammer melden. Nur so werden die unseriösen, schwarzen Schafe allmählich aussortiert
Problem ist, wenn du nur einen Erdspiess einzeln für die Satantenne einschlagen lässt und der ist quasi auf der anderen Hausseite, dass dort ein mit Sicherheit anderes Erdpotential herrscht, als an der Stelle des Fundamenterders mit der Haupterdungsschiene. Um dieses Potential auf einen Nenner zu bringen, benötigt es die Verbindung Haupterdungsschiene -> Erdungsspieß. Ist das nicht der Fall kann sich der Blitzstrom bei einem direkten Einschlag teilen und sucht sich seinen Weg, mit unter über die Koaxleitungen direkt ins Haus
Die bessere Lösung ist durchaus eine quasi "Hauptableitung" direkt und auf kürzestem Weg aussen am Haus entlang von der Satantenne/Mast Richtung Erdreich zu verlegen, statt einmal quer durchs Haus. Die eleganteste Lösung ist allerdings, mit einer Fangstange zu arbeiten, die einen Schutzwinkel unterhalb bewirkt, in welcher Mast und Antenne sitzen. Diese Fangstang wird dann direkt an die Ableitung angeschlossen, Mast und Antenne dagegen sind in dem Fall isoliert
Minimal invasiv kann man zwar heute Operationen durchführen, leider aber nicht elektro bzw. blitzschutztechnisch arbeiten
Edit: Was schreib ich denn noch, wenn beim Thema eh schon bei Dipol alle Signallampen leuchten und die Alarmsirene klingelt. Egal nun hast du zwei Meinungen
Hallo alle
Danke für die schnelle Antwort.
Dann wiederhole ich das Gelernte mal mit meinen eigenen Worten um zu prüfen ob ich es verstanden habe.
Die beste (wahrscheinlich auch teuerste und aufwendigste) Lösung wäre die eine Fangeinrichtung
zu installieren mit Ableitung in einen 9 Meter Erdspies der aber trotzdem noch mit dem PA im Haus
verbunden sein muss.
Das bedeutet für mich erstmal, dass man irgendwelche Maschinen bei mir in den Garten schaffen
muss, denn die 9 Meter bekommt man sicher nicht mit dem Vorschlaghammer in den Boden (Der Elektriker
wollte einen Erdspies mit dem Vorschlaghammer setzen. Ich glaub auch nur 2,5m )
Das ist schon mal ein grösseres Problem, denn in den Garten kommt man nur durch das Haus.
Ausserdem muss ich dann trotzdem ein weiteres Kabel 11+2+5 Meter durchs Haus legen (und das geht
fast nicht ohne "gefährliche Näherung"). Ich nehme mal an, dass ich die Verbindung vom Erdspiess zum PA
nicht über die Kupfer-Wasserleitung machen darf, die hinten am Haus aus der Wand kommt...
Die vermeindlich billiste Lösung: Die Schuessel an die Hauswand schrauben.
Aber auch hier muss diese scheinbar an den PA (das war mir vorher nicht klar) so dass sich der Aufwand gar nicht wirklich reduziert.
Wenn dann nur um die drei Meter Kabel die noch zum Dach fehlen..
"Klassische Antennendirekterdung": Ich nehme an damit ist die Verbindung des Masts mit dem Spiess
gemeint, der aber auch wieder mit dem PA verbunden werden muss.
Also egal wie ich es drehe und wende: Irgendwie muss ich immer ein Kabel zum PA legen.
Entweder direkt vom PA zum Mast, oder vom PA zu einem Erdspiess.
Da diese Erdspiessetzerei aber auch nicht mit 2,5m und Vorschlaghammer erledigt ist, wäre es ja dann (wenn ich eh schon zum PA muss) geschickter, wenn ich direkt vom Mast das 16mm² Kabel zum PA lege, richtig?
Da kommt mir noch eine weitere Idee: Wenn ich die Schuessel auf die Seite des Hauses montiere wo der PA ist; dann muesste ich mit dem Kabel nur noch am Dach runter, an der Regenrinne nach unten; irgendwie durch die Mauer in den Keller und dann an den PA. Die Schuessel muesste dann halt ziemlich hoch aufs Dach, damit sie noch über den First nach Süden schauen kann. Dann muss ich halt mit den Antennkabeln auf die andere Seite...
Oder ist das ne bloede Idee?
Ich habe mal ein Bild von meiner Huette angefügt, einmal von hinten und einmal von vorne. Die möglichen Positionen der Schuessel hab ich mit einer Bildbearbeitung eingefügt. Vielleicht hat jemand von Euch noch ne geniale Idee wie man es machen könnte auf die ich bisher übersehen habe
Die roten Linien wären dann das 16mm² Kabel. Da wo sie im Linken Bild gestrichelt ist, ist da wo sie in's Haus müsste. Quer durch und dann an der anderen Seiten an den PS, den ich auf dem Bild wo das Haus von vorne zu sehen ist als schwarzes Rechteck im angedeuteten Keller markiert habe.
Auf der anderen Seite könnte ich mich jetzt blöd stellen (was ich übrigens auch gewesen wäre wenn ich nicht auf die Idee gekommen wäre im Internet zu recherchieren - manchmal sollte man vielleicht nicht zu viel hinterfragen) und mich auf die Tatsache berufen, dass ja eine Fachwerkstatt die Erdung meiner Antenne durchgeführt hat und ich als Laie davon ausgehen muss, dass die das korrekt machen. Wenn es dann doch einmal zu einem Biltzschaden käme (was selbst laut Dipol sehr unwahrscheinlich ist), wäre ich in Bezug auf die Versicherung wenigstens auf der sicheren Seite.
Als Laie frage ich mich bei der ganzen Geschichte ob die VDE Vorschriften, gemessen an der Eintreff-Wahrscheinlichkeit der Ereignisse gegen die sie vorbeugen sollen, nicht unangemessen aufwendig sind und in der Praxis (z.B. Stichwort "gefährliche Näherung") eh nicht einhaltbar sind. Für mich kommt das ein wenig mit Kanonen auf Spatzen geschossen vor.
Ist das nicht so als ob ich vorgeschrieben bekäme jedesmal wenn ich aus dem Haus gehe einen Stahlhelm aufsetzen, und eine Schwimmweste mitnehmen zu muessen, für den Fall dass mir ein Meteorit auf den Kopf fällt oder es plötzlich eine Überschwemmung gibt?
Seht ihr das anders?
Irgendwie will ich das Ganze eigentlich einigermassen richtig machen (vor allem versicherungstechnisch), aber auch nicht die halbe Huette abreissen, und kilometerweise Kabel legen muessen. Vor allem war dieses Thema gar nicht im Budget für die Satschuessel eingeplant. Das kostet ja, wenn man es richtig macht wahrscheinlich mehr als das Dopplete des Materialwerts + der Installtionskosten der gesamten Sat-Anlage...
Menno!
Gruss Ralf
Anlage: Bild vom Haus:
17.12.2011, 20:41
#
5
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von derrapf
Die beste (wahrscheinlich auch teuerste und aufwendigste) Lösung wäre die eine Fangeinrichtung
zu installieren mit Ableitung in einen 9 Meter Erdspies der aber trotzdem noch mit dem PA im Haus
verbunden sein muss.
Zitat:
Zitat von derrapf
Das bedeutet für mich erstmal, dass man irgendwelche Maschinen bei mir in den Garten schaffen
muss,
Die Maschine ist ein Vibrationshammer. Der gehört zur Standardausrüstung jeder Blitzschutzfirma und mit dem sind in normalem Boden die 9 Meter Edelstahlerspieß Ratz-Fatz versenkt.
Zitat:
Zitat von derrapf
(Der Elektriker
wollte einen Erdspies mit dem Vorschlaghammer setzen. Ich glaub auch nur 2,5m )
Das klappt schon nicht niveaugleich ohne Beschädigung der Feuerverzinkung, geschweige denn bei Versenkung bis 0,5 m unter Grund.
Zitat:
Zitat von derrapf
Ausserdem muss ich dann trotzdem ein weiteres Kabel 11+2+5 Meter durchs Haus legen (und das geht
fast nicht ohne "gefährliche Näherung"). Ich nehme mal an, dass ich die Verbindung vom Erdspiess zum PA
nicht über die Kupfer-Wasserleitung machen darf, die hinten am Haus aus der Wand kommt...
Seit 2005 nicht mehr, weil möglicherweise mal ein Verbundrohr eingebaut werden könnte.
Zitat:
Zitat von derrapf
Die vermeindlich billiste Lösung: Die Schuessel an die Hauswand schrauben.
Nicht nur vermeintlich!
Zitat:
Zitat von derrapf
Aber auch hier muss diese scheinbar an den PA (das war mir vorher nicht klar) so dass sich der Aufwand gar nicht wirklich reduziert.
Wenn dann nur um die drei Meter Kabel die noch zum Dach fehlen..
Wenn nur eine Wohneinheit versorgt wird ist der PA bis 3,5 mA(ss) Ableitstrom aller angeschlosssenen Endgeräte freigestellt.
Zitat:
Zitat von derrapf
"Klassische Antennendirekterdung": Ich nehme an damit ist die Verbindung des Masts mit dem Spiess
gemeint, der aber auch wieder mit dem PA verbunden werden muss.
Also egal wie ich es drehe und wende: Irgendwie muss ich immer ein Kabel zum PA legen.
Bei Montage im Schutzbereich der Fassade wird auch dem Müssen ein Sollen. Mit einem reinen Potenzialausgleichsleiter sind im Gegensatz zu blitzstronbelasteten Erdleitern keine Trennungsabstände einzuhalten!
Zitat:
Zitat von derrapf
Da diese Erdspiessetzerei aber auch nicht mit 2,5m und Vorschlaghammer erledigt ist, wäre es ja dann (wenn ich eh schon zum PA muss) geschickter, wenn ich direkt vom Mast das 16mm² Kabel zum PA lege, richtig?
Bei nicht erdungpflichtiger Antenne im Schutzbereich der Fassade mit 2 m Distanz zur Dachrinne kann der PA an beliebiger Stelle nur für die Kabel ausgeführt werden. Auch die zusätzliche Einbindung der Antenne in den PA oder ein Angstzuschlag beim Querschnitt auf 6 oder 16 mm² macht aus dem PA-Draht keinen Erdleiter.
Zitat:
Zitat von derrapf
Da kommt mir noch eine weitere Idee: Wenn ich die Schuessel auf die Seite des Hauses montiere wo der PA ist; dann muesste ich mit dem Kabel nur noch am Dach runter, an der Regenrinne nach unten; irgendwie durch die Mauer in den Keller und dann an den PA.
Das wird nix, denn der Trennungsabstand ist selbstverständlich auch zwischen den Antennenkabeln und metallischen Verwahrungen oder Dachrinnen einzuhalten.
Zitat:
Zitat von derrapf
Als Laie frage ich mich bei der ganzen Geschichte ob die VDE Vorschriften, gemessen an der Eintreff-Wahrscheinlichkeit der Ereignisse gegen die sie vorbeugen sollen, nicht unangemessen aufwendig sind und in der Praxis (z.B. Stichwort "gefährliche Näherung") eh nicht einhaltbar sind. Für mich kommt das ein wenig mit Kanonen auf Spatzen geschossen vor.
So denken viele, diejenigen denen der Blitz die Steckdosen und Leitungen aus der Wand freigelegt hat aber garantiert nicht (mehr).
Zitat:
Zitat von derrapf
Seht ihr das anders?
Absolut!
Zitat:
Zitat von derrapf
Irgendwie will ich das Ganze eigentlich einigermassen richtig machen (vor allem versicherungstechnisch), aber auch nicht die halbe Huette abreissen, und kilometerweise Kabel legen muessen. Vor allem war dieses Thema gar nicht im Budget für die Satschuessel eingeplant. Das kostet ja, wenn man es richtig macht wahrscheinlich mehr als das Dopplete des Materialwerts + der Installtionskosten der gesamten Sat-Anlage...
Nicht bei Fassadenmontage und auch nicht, wenn man beim Hausbau gleich außen eine Anschlussfahne für die Erdung einplant. Aber wo diese einfache Maßnahme verpennt wurde, hat man nachträglich ein völlig unnötiges Ausführungs- und Kostenproblem.
18.12.2011, 13:52
#
6
derrapf
Threadstarter
Registriert seit: 17.12.2011
Beiträge: 8
Zitat:
Zitat von Dipol
:
Die Maschine ist ein Vibrationshammer. Der gehört zur Standardausrüstung jeder Blitzschutzfirma und mit dem sind in normalem Boden die 9 Meter Edelstahlerspieß Ratz-Fatz versenkt.
Klingt gut. Wie gross ist denn so ein Ding und was ist "ratz fatz"?
Weisst Du, ich brauch irgend 'ne Vorstellung wie gross der Aufwand wird und was das dann letztendlich kosten wird.
Wenn Ich ungefähr wüsste, wieviel Stunden man in meinem speziellen Fall bräuchte, haette ich schon ne ungefähre Vorstellung.
Zitat:
Zitat von Dipol
:
Das klappt schon nicht niveaugleich ohne Beschädigung der Feuerverzinkung, geschweige denn bei Versenkung bis 0,5 m unter Grund.
Leuchtet ein. Ich hab inzwischen mal auch woanders nachgefragt. Unter anderem (weil ich da zufällig war) im M.Markt, weil die dort auch Sat.-Anlagen aufbauen: Überall und auch im M.Markt war man auch der Meinung: Stab in Boden, Kabel dran, ferdich!
Ich hab langsam das Gefühl, dass 90% aller Elektriker oder Sat-Monteure das alles eh nicht nach VDE machen würden und nur Spezialisten wie Du wissen wie es richtig geht. D.h. eigentlich muss man ja fast schon davon ausgehen, dass die Mehrzahl an schon installierten Sat-Schuesseln falsch geerdet wurde!
Zitat:
Zitat von Dipol
:
Wenn nur eine Wohneinheit versorgt wird ist der PA bis 3,5 mA(ss) Ableitstrom aller angeschlosssenen Endgeräte freigestellt.
Hä? Auf deutsch? Was heisst "Ableitstrom aller angeschlossenen Endgeräte"? An der Antenne hängt der LNB und der Multischalter; an dem wieder die Receiver; an denen wieder die Fernseher. Ist jetzt damit die ganze Kette gemeint, oder nur die direkt angeschlossenen Geräte (LNB, Multischalter)? Und was ist genau der Ableitstrom? Ich denke die ganze Aktion dient dem Blitzschutz; da hab ich doch Ströme von mehreren kA, oder?
Aber auch ohne es zu verstehen heisst das für mich: Schuessel an die Wand schrauben: Keine Erdung erforderlich. Richtig?
Zitat:
Zitat von Dipol
:
Mit einem reinen Potenzialausgleichsleiter sind im Gegensatz zu blitzstronbelasteten Erdleitern keine Trennungsabstände einzuhalten!
Ok. Heisst: Wenn ich die Schuessel an die Wand schraubte, könnte ich (muesste aber nicht) eine Leitung zum PA legen (durch das halbe Haus) muesste aber dann nicht drauf achten irgendwelche Abstände abzuhalten.
Im Gegensatz zur Leitung die ich von einem im Garten vergrabenen Spiess zum PA führen muesste: Hier muss ich die Abstände zu anderen stromführendenKabeln einhalten. Hab ich das so richtig verstanden?
Zitat:
Zitat von Dipol
:
Bei nicht erdungpflichtiger Antenne im Schutzbereich der Fassade mit 2 m Distanz zur Dachrinne kann der PA an beliebiger Stelle nur für die Kabel ausgeführt werden.
Merkst Du was? Hier wird's schon wieder schwierig: Schau mal das rechte Bild oben an. Wenn ich zwei Meter von der Dachrinne wegbleiben muss (warum eigentlich, die ist doch sicher super geerdet?) und wahrscheinlich auch von der Dachkante einen bestimmten Abstand einhalten muss, dann muss ich die Schuessel in's Fenster schrauben.
Zwischen den Fenstern und der Terassentuer geht auch nicht so gut, denn da soll mal später ne Pergola hin.
Zitat:
Zitat von Dipol
:
Auch die zusätzliche Einbindung der Antenne in den PA oder ein Angstzuschlag beim Querschnitt auf 6 oder 16 mm² macht aus dem PA-Draht keinen Erdleiter.
Hab ich jetzt nicht kapiert. Willst Du damit sagen, dass wenn ich die Antenne auf dem Dach positioniere, ich NICHT nur mit dem 16mm² Kabel an den PA im Keller muss sondern IMMER zusätzlich einen Erdspiess setzen muss, den ich an den PA führen muss?
Zitat:
Zitat von Dipol
:
Das wird nix, denn der Trennungsabstand ist selbstverständlich auch zwischen den Antennenkabeln und metallischen Verwahrungen oder Dachrinnen einzuhalten.
Na ich haette dann das 16mm² Kabel vorne neben der Dachrinne runtergeführt (wie eingezeichnet) und die Signalkabel auf die andere Seite des Dachs an der Rueckseite des Hauses nach unten. Bessere Trennung geht ja fast nicht. Wenn es erlaubt wäre das 16mm² durch die Kellerwand zu führen und direkt an den PA zu schrauben würde ich mir den Erdspiess ersparen.
Zitat:
Zitat von Dipol
:
So denken viele, diejenigen denen der Blitz die Steckdosen und Leitungen aus der Wand freigelegt hat aber garantiert nicht (mehr).
Klar! Und der dem mal ein Meteroit auf den Kopf gefallen ist, der würde auch nicht mehr ohne Helm aus dem Haus gehen
Dass wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin eigentlich schon auf Deiner Seite, ich suche aber nach der für mich besten Lösung die aus einem, gemessen an der Wahrscheinlichkeit eines Direkteinschlags, ausreichendem Blitzschutz, bei noch akzeptablen finanziellen Aufwand besteht.
Und ich hab momentan noch keine Vorstellung was da auf mich zu kommt, weil ich noch nicht richtig die Aufwände abschätzen kann solange ich nicht weiss was wirklich gemacht werden muss.
Momentan habe ich eine Liste von Möglichkeiten und Vorschriften
Aber das hilft mir irgendwie nicht weiter.
Ich haette eigentlich (deswegen auch die Bilder) gehofft jemand könnte mir für meinen speziellen Fall aus seiner Erfahrung einen guten Tipp geben wie man das Problem in meinem speziellen Fall am besten löst, ohne dass ich arm dabei werde, aber der Blitzschutz trotzdem akzeptabel ist. Ev, auch mit Lösungen an die ich noch nicht gedacht habe.
Zitat:
Zitat von Dipol
:
und auch nicht, wenn man beim Hausbau gleich außen eine Anschlussfahne für die Erdung einplant.
Tja. Ich hab das Haus nicht gebaut. Und ausserdem ist ja eine Anschlussfahne für die Erdung da (wenn Du damit das Blech meinst das im Keller unter der Haustuer aus dem Boden kommt und an dem die Potetialausgleichschiene haengt an der die Wasserleitung und Gasleitung geerdet ist).
Aber es ist halt auf der "falschen" Seite.
Jetzt frag ich mal direkt: Wenn das Dein Haus wäre und Du muesstest eine Schuessel setzen und die Installation der Erdung selber bezahlen: Wie würdest Du es machen? Und was meinst Du was es (ungefähr) kosten würde?
Gruss Ralf
18.12.2011, 17:22
#
7
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von derrapf
Klingt gut. Wie gross ist denn so ein Ding und was ist "ratz fatz"?
Immer noch so klein, dass es ein Mann tragen kann. Meine Glaskugel verrät mir leider nichts über deine Erdreichstruktur. Wenn kein Fels oder große Steine im Boden sind geht das wahrlich ratz-fatz und ohne gebrochene Schlegelstiele ab.
Zitat:
Zitat von derrapf
Weisst Du, ich brauch irgend 'ne Vorstellung wie gross der Aufwand wird und was das dann letztendlich kosten wird.
Wenn Ich ungefähr wüsste, wieviel Stunden man in meinem speziellen Fall bräuchte, haette ich schon ne ungefähre Vorstellung.
Angebot von Blitzschutzfirmen einholen, wenn der Boden nicht steinig oder felsig ist, geht kostet der Graben zum Haus mehr Zeit als das versenken des Tiefenerders.
Zitat:
Zitat von derrapf
... eigentlich muss man ja fast schon davon ausgehen, dass die Mehrzahl an schon installierten Sat-Schuesseln falsch geerdet wurde!
Das ist keine Vermutung, sondern die traurige Realität.
Zitat:
Zitat von derrapf
Ich denke die ganze Aktion dient dem Blitzschutz; da hab ich doch Ströme von mehreren kA, oder?
Aber auch ohne es zu verstehen heisst das für mich: Schuessel an die Wand schrauben: Keine Erdung erforderlich. Richtig?
Es gibt aber einen Unterschied zwischen dem äußeren und inneren Blitzschutz. Der Potenzialausgleich einer nichte erdungspflichtigen Antenne soll verhindern, dass die sog. Rückspannung Netzspannungspotentiale in das Antennennetz verschleppt.
Zitat:
Zitat von derrapf
Ok. Heisst: Wenn ich die Schuessel an die Wand schraubte, könnte ich (muesste aber nicht) eine Leitung zum PA legen (durch das halbe Haus) muesste aber dann nicht drauf achten irgendwelche Abstände abzuhalten.
Zitat:
Zitat von derrapf
Im Gegensatz zur Leitung die ich von einem im Garten vergrabenen Spiess zum PA führen muesste: Hier muss ich die Abstände zu anderen stromführendenKabeln einhalten. Hab ich das so richtig verstanden?
Zitat:
Zitat von derrapf
Merkst Du was? Hier wird's schon wieder schwierig: Schau mal das rechte Bild oben an. Wenn ich zwei Meter von der Dachrinne wegbleiben muss (warum eigentlich, die ist doch sicher super geerdet?)
Selbst wenn die Dachrinne und das Regenrohr blitzschutztechnisch einwandfrei geerdet wären, würden ohne Trennungsabstand im Falle eines Einschlags Spannungen in die Kabel induziert.
Ein Erdleiter kann parallel zum Regenfallrohr abgeleitet werden, zur Überschlagsvermeidung ist lediglich die Dachrinne und das Fallrohr mit dem Erdleiter zu verbinden.
Zitat:
Zitat von derrapf
Hab ich jetzt nicht kapiert. Willst Du damit sagen, dass wenn ich die Antenne auf dem Dach positioniere, ich NICHT nur mit dem 16mm² Kabel an den PA im Keller muss sondern IMMER zusätzlich einen Erdspiess setzen muss, den ich an den PA führen muss?
Wenn der Erdleiter im Keller keinen ausreichenden Trennungsabstand zu anderen Leitungen einhalten kann und/oder fehlender Berührungsschutz Personen gefährdet sind, muss man die Hautenergie des Blitzes bereits außen ins Erdreich ableiten.
Zitat:
Zitat von derrapf
Na ich haette dann das 16mm² Kabel vorne neben der Dachrinne runtergeführt (wie eingezeichnet) und die Signalkabel auf die andere Seite des Dachs an der Rueckseite des Hauses nach unten. Bessere Trennung geht ja fast nicht. Wenn es erlaubt wäre das 16mm² durch die Kellerwand zu führen und direkt an den PA zu schrauben würde ich mir den Erdspiess ersparen.
Zitat:
Zitat von derrapf
Dass wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin eigentlich schon auf Deiner Seite, ich suche aber nach der für mich besten Lösung die aus einem, gemessen an der Wahrscheinlichkeit eines Direkteinschlags, ausreichendem Blitzschutz, bei noch akzeptablen finanziellen Aufwand besteht.
Deswegen ist ein fachgerechter Blitzschutz stets risikoorientiert. Die Versicherungsprämien wären wesentlich niedriger, wenn das immer beachtet würde.
Zitat:
Zitat von derrapf
Jetzt frag ich mal direkt: Wenn das Dein Haus wäre und Du muesstest eine Schuessel setzen und die Installation der Erdung selber bezahlen: Wie würdest Du es machen?
Aufs Dach meines eigenen Hauses käme keine Antenne ohne getrennte Fangeinrichtung rauf und eine nicht erdungspflichtige Antenne im Schutzbereich der Fassade würde ich sicherheitshalber mit 16 mm² Cu-Draht in den PA einbinden.
Zitat:
Zitat von derrapf
Und was meinst Du was es (ungefähr) kosten würde?
Preise machen dir die örtlichen Blitzschutzfirmen.
18.12.2011, 22:32
#
8
derrapf
Threadstarter
Registriert seit: 17.12.2011
Beiträge: 8
Zitat:
Zitat von Dipol
Immer noch so klein, dass es ein Mann tragen kann. Meine Glaskugel verrät mir leider nichts über deine Erdreichstruktur.
Tja. Garten. Aber was drunter ist wissen die Goetter. Möglichweise Bauschutt.
Zitat:
Zitat von Dipol
"ratz-fatz"
Du lässt dich nicht hinreissen genaueres zu sagen oder?
Also machen wir's mal einfacher: Wie lang bei optimalem, sandigen Boden? Viertelstunde? Halbe Stunde? Stunde?
Und bei hartem Boden mit Steinen? 2 Stunden drei Stunden?
Ich brauch doch nur einen Anhaltspunkt nicht auf die Sekunden genau.
Zitat:
Zitat von Dipol
" kostet der Graben zum Haus mehr Zeit als das versenken des Tiefenerders.
Ha! Da kann ich auftrumpfen. Ich hab vom Haus ein Panzerrohr zum Garten liegen das noch leer ist. Da könnte ich das Kabel durchstecken.
Zitat:
Zitat von Dipol
Ein Erdleiter kann parallel zum Regenfallrohr abgeleitet werden, zur Überschlagsvermeidung ist lediglich die Dachrinne und das Fallrohr mit dem Erdleiter zu verbinden.
Ok. Kapiert. Das sieht man ja oft dass neben dem Fallrohr dieser starre Draht liegt der an einigen Stellen mit dem Rohr verbunden ist.
Zitat:
Zitat von Dipol
Wenn der Erdleiter im Keller keinen ausreichenden Trennungsabstand zu anderen Leitungen einhalten kann und/oder fehlender Berührungsschutz Personen gefährdet sind, muss man die Hautenergie des Blitzes bereits außen ins Erdreich ableiten.
Langsam kapier ich es. Solange der Draht zum PA die Hauptenergie aufnehmen muss, muss er entsprechende Abstände einhalten; wenn nicht, also die Hauptenergie in den Erder abfliesst, dann darf er ohne die se Restriktion verlegt werden.
Zitat:
Zitat von Dipol
Aufs Dach meines eigenen Hauses käme keine Antenne ohne getrennte Fangeinrichtung rauf und eine nicht erdungspflichtige Antenne im Schutzbereich der Fassade würde ich sicherheitshalber mit 16 mm² Cu-Draht in den PA einbinden.
D.h. für Dich käme ausschliesslich die Non-Plus-Ultra Lösung in Frage, unabhängig was sie kostet.
Dann brauche ich nicht weiter nach "noch akzeptablen" und günstigsten Lösung fragen.
Zitat:
Zitat von Dipol
Preise machen dir die örtlichen Blitzschutzfirmen.
Oh Gott, ich will nicht das Forum verwenden irgendwelchen Firmen die Arbeit wegzunehmen und dann alles selber zu machen. Man scheint aber wirklich nichts konkretes aus Dir rauszubekommen. Ich wollte doch nur einen Anhaltspunkt. Wozu denn ein Forum wenn ich gleich bei einer Blitzschutzfirma anrufen kann und den Fachleuten die gleichen Fragen stelle?
Das haettest Du dann auch gleich beim ersten Post schreiben können.
Und ich hab immer noch keine Lösung. Eine Blitzfangeinrichtung mit allem
drum und dran werde ich mir sicher nicht (aus finanziellen Gruenden) als ersten Schritt auf's Dach stellen.
Eine andere Lösung scheint Dir aber als Hardliner nicht akzeptabel zu sein, oder?
Ich werde also dann das Thema hier im Forum abhaken und gleich am Mo mit einer Blitzschutzfirma reden. Mal sehen was dabei rauskommt. Momentan gefällt mir die Lösung mit der Schuessel auf der Vorderseite des Hauses (rechtes Bild) und dem 16mm² Draht am Fallrohr nach unten, durch den Keller an den PS. Die Signalleitungen auf die andere Seite des Dachs und dann dort irgendwo an der Rueckwand in's Innere.
Gruss Ralf
18.12.2011, 23:33
#
9
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von derrapf
Also machen wir's mal einfacher: Wie lang bei optimalem, sandigen Boden?
Wenn das Loch und der Graben für die V4A-Verbindung vom Haus schon vorbereitet ist, reicht in steinfreiem Boden eine halbe Stunde.
Zitat:
Zitat von derrapf
Und bei hartem Boden mit Steinen? 2 Stunden drei Stunden?
Ich brauch doch nur einen Anhaltspunkt nicht auf die Sekunden genau.
Wo kein Durchkommen ist, fängt man entweder wieder neu an oder setzt einen Zweitstab. Der entscheidende Zeitfaktor ist das Graben und da kann man mit Eigenleistung was tun.
Und die Alternative zum Tiefenerder ist ein in mind. 0,5 m Tiefe verlegter Horizontalerder, am sinnvollsten auch aus V4A.
Zitat:
Zitat von derrapf
Langsam kapier ich es. Solange der Draht zum PA die Hauptenergie aufnehmen muss, muss er entsprechende Abstände einhalten; wenn nicht, also die Hauptenergie in den Erder abfliesst, dann darf er ohne die se Restriktion verlegt werden.
Ab sofort läuft dir der Eli besser nicht mehr über den Weg. Was hättest du eigentlich gemacht, wenn man mit dem Kreuzerder mehrfach auf einen Stein getroffen wäre? Der hätte sauber ausgesehen und allein für einmal mit dem Wagenheber wieder rausziehen könnte mehr Zeit als für die Versenkung des/der Edelstahl-Tiefenerder anfallen!
Zitat:
Zitat von derrapf
D.h. für Dich käme ausschliesslich die Non-Plus-Ultra Lösung in Frage, unabhängig was sie kostet.
Dann brauche ich nicht weiter nach "noch akzeptablen" und günstigsten Lösung fragen.
Ich kenne zu viele Schäden, als dass ich die mit konventioneller Mast-Direkterdung unvermeidlichen Teilblitzströme noch tolerieren würde. Hier ein Einblick in ausnahmsweise frei downloadbare DEHN-Seminarfolien inklusive einiger "möglicher" Schadensbilder: Blitzschutz von Funksende-/Empfangssystemen
Oh Gott, ich will nicht das Forum verwenden irgendwelchen Firmen die Arbeit wegzunehmen und dann alles selber zu machen. Man scheint aber wirklich nichts konkretes aus Dir rauszubekommen. Ich wollte doch nur einen Anhaltspunkt. Wozu denn ein Forum wenn ich gleich bei einer Blitzschutzfirma anrufen kann und den Fachleuten die gleichen Fragen stelle?[/QUOTE] Ich muss dich enttäuschen, ich erstelle keine Blitzschutzanlagen. Das ist für mich ein peripherer Bereich bei Anlagenplanungen und Ausschreibungen. Der Besuch von Blitzschutzseminaren ist eine Sache, die praktische Umsetzung eine andere.
Zitat:
Zitat von derrapf
Eine andere Lösung scheint Dir aber als Hardliner nicht akzeptabel zu sein, oder?
Ich werde also dann das Thema hier im Forum abhaken und gleich am Mo mit einer Blitzschutzfirma reden.
Hardliner hört sich weniger charmant als sicherheitsbewusster Berater an.
19.12.2011, 01:39
#
10
derrapf
Threadstarter
Registriert seit: 17.12.2011
Beiträge: 8
Zitat:
Zitat von Dipol
reicht in steinfreiem Boden eine halbe Stunde.
Wo kein Durchkommen ist, fängt man entweder wieder neu an oder setzt einen Zweitstab. Der entscheidende Zeitfaktor ist das Graben und da kann man mit Eigenleistung was tun.
Ok. Das ist doch mal ein Wort. Wie gesagt: Den Graben brauch ich eigentlich nicht, denn da liegt ein Panzerrohr durch das ich die Leitung schieben könnte.
Aber da wo der Erder reinkommt könnte ich natuerlich schon mal den halben Meter vor-schaufeln.
Zitat:
Zitat von Dipol
Und die Alternative zum Tiefenerder ist ein in mind. 0,5 m Tiefe verlegter Horizontalerder, am sinnvollsten auch aus V4A.
Oha! Das geht also auch? Wie lang muss der denn sein? Auch 9m?
Weil das ist vielleicht einfacher...aber nur wenn er nicht auch ewig lang sein muss.
Zitat:
Zitat von Dipol
Ab sofort läuft dir der Eli besser nicht mehr über den Weg. Was hättest du eigentlich gemacht, wenn man mit dem Kreuzerder mehrfach auf einen Stein getroffen wäre? Der hätte sauber ausgesehen und allein für einmal mit dem Wagenheber wieder rausziehen könnte mehr Zeit als für die Versenkung des/der Edelstahl-Tiefenerder anfallen!
Stimmt. Ich werde der Nase am Mo gleich absagen.
Zitat:
Zitat von Dipol
Ich kenne zu viele Schäden, als dass ich die mit konventioneller Mast-Direkterdung
Konventionelle Direkterdung ist "Mast an Erder" + "Erder an PA"?
Das reicht also nicht? D.h da muss quasi noch eine Fangstange an den Mast?
Sieht gruselig aus. Aber das sind doch auch die seltenen Direkteinschläge, oder?
Jetzt muss ich aber doch noch zum ersten Bild auf S.47
was fragen. Dort endet der äussere Blitzschutz (rote Linie) in einem Erder (zumindest sieht das sieht aus), der aber nicht mit dem Potentialausgleich im Haus verbunden ist. Also eigentlich so wie es mein Eli machen wollte.
Und dann der innere Blitzschutz: Der Erdungsblock vor dem Multischalter ist per Draht mit dem PA im Haus verbunden. Könnte ich (und das hat mir die Satelliten-Inst. Firma geraten) diesen nicht auch am äusseren Blitzschutz befestigen, oder muss der unabhängig davon an den PA? Denn das ist wieder maximal Scheisse, denn der Multischalter muss aus logistischen Gruenden in das oberste Stockwerk und da ist weit und breit keine Möglichkeit zum PA zu kommen. Und an der Heizung bzw. Wasserleitung darf ich ja seit 2005 nichts mehr anschliessen hab ich bei Dir gelernt.
Zitat:
Zitat von Dipol
Hardliner hört sich weniger charmant als sicherheitsbewusster Berater an.
Ich hab nichts gegen Sicherheit, aber ich muss drauf achten abhängig vom Risiko adäquaren Biltzschutz zu installieren der auch finanzierbar bleibt und nicht überzogen ist. In meinem Wohngebiet (Nähe Karlsruhe) sind übrigens laut der Karte in Deinem verlinkten PDF mit Risikozuschlag nur 2,9 Blitze pro Jahr und mm² )
Klar. Deine Lösung ist die 100% Lösung. Aber ich glaub ich wär auch mit ner 80% Lösung gut bedient.
Aber ich glaube, dass ich mich langsam aber sicher immer mehr für die hässliche Lösung, der Schüssel an der Wand entscheiden werden. Dann hab ich den ganzen S*****s von der Backe..
Gruss Ralf
19.12.2011, 11:04
#
11
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von derrapf
Oha! Das geht also auch? Wie lang muss der denn sein? Auch 9m?
Weil das ist vielleicht einfacher...aber nur wenn er nicht auch ewig lang sein muss.
5 m, aber auch einen Meter Abstand vom Haus einhalten, weil außerhalb der Arbeitsraumverfüllung die Erdfühligkeit besser ist.
Zitat:
Zitat von derrapf
Konventionelle Direkterdung ist "Mast an Erder" + "Erder an PA"?
Mast (+ Haupterdungschiene!) an den Erder und Potenzialausgleichsleiter an den Mast!
Zitat:
Zitat von derrapf
Das reicht also nicht? D.h da muss quasi noch eine Fangstange an den Mast?
Man kann jeden Mast mit einer Fangstange verlängern, den entscheidenden Sicherheitsgewinn bringt aber nur eine getrennte Fangeinrichtung = isoliert angebrachte Fangstange + Mast mit PA-Draht getrennt an die HES.
Zitat:
Zitat von derrapf
Sieht gruselig aus. Aber das sind doch auch die seltenen Direkteinschläge, oder?
Wenn man den Einschlag in ein Nebengebäude (Garage) noch als direkt wertet schon.
Zitat:
Zitat von derrapf
Jetzt muss ich aber doch noch zum ersten Bild auf S.47
was fragen. Dort endet der äussere Blitzschutz (rote Linie) in einem Erder (zumindest sieht das sieht aus), der aber nicht mit dem Potentialausgleich im Haus verbunden ist. Also eigentlich so wie es mein Eli machen wollte.
Das ist nur eine Teildarstellung, deshalb habe ich auch in meinen modifizierten Folien die Verbindung zur HES dargestellt.
Zitat:
Zitat von derrapf
Und dann der innere Blitzschutz: Der Erdungsblock vor dem Multischalter ist per Draht mit dem PA im Haus verbunden. Könnte ich (und das hat mir die Satelliten-Inst. Firma geraten) diesen nicht auch am äusseren Blitzschutz befestigen, oder muss der unabhängig davon an den PA?
Da darf er bei konventioneller Mast-Direkterdung wegen des Schleifenverbots gerade nicht hin, sondern nur an den Mast. Bei Montage im Schutzraum einer Fangstange oder der Fassade ist das normkonform.
Zitat:
Zitat von derrapf
Denn das ist wieder maximal S*******e, denn der Multischalter muss aus logistischen Gruenden in das oberste Stockwerk und da ist weit und breit keine Möglichkeit zum PA zu kommen. Und an der Heizung bzw. Wasserleitung darf ich ja seit 2005 nichts mehr anschliessen hab ich bei Dir gelernt.
Siehe da, ein Laie mehr der nach Studium des Erdungsthreads blitzschutzkundiger ist als die Masse der Elektro-Installateure.
Bei Antennendirketerdung muss man eben mit den möglichen Teilblitzströmen leben, die durch den PA-Anschluss am Mast unvermeidlich sind. Und bei getrennter Fangeinrichtung ist eben ein möglichst eng mit den Kabeln verlegter Potenzialausgleichsleiter zur HES erforderlich. Eine getrennte Fangeinrichtung + ein PA nach alter Norm z. B. über ein Heizungsrohr bietet mehr Sicherheit als eine Antennen-Direkterdung. Ab dem Moment in welchem Verbundrohre eingebaut werden kann aber von einem defekten Endgerät Netzspannung in die Antennenanlage verschleppt werden kann. Und wer garantiert, dass dieses Problem späteren Hausbewohner bewusst bleibt?
Zitat:
Zitat von derrapf
Ich hab nichts gegen Sicherheit, aber ich muss drauf achten abhängig vom Risiko adäquaren Biltzschutz zu installieren der auch finanzierbar bleibt und nicht überzogen ist. In meinem Wohngebiet (Nähe Karlsruhe) sind übrigens laut der Karte in Deinem verlinkten PDF mit Risikozuschlag nur 2,9 Blitze pro Jahr und mm² )
Bei den abgebildeten Schäden war das ein Blitz zuviel!
19.12.2011, 22:48
#
12
derrapf
Threadstarter
Registriert seit: 17.12.2011
Beiträge: 8
Zitat:
Zitat von Dipol
5 m, aber auch einen Meter Abstand vom Haus einhalten, weil außerhalb der Arbeitsraumverfüllung die Erdfühligkeit besser ist.
Hmmm, da könnte man drueber nachdenken. Das muesste sich im Garten realisieren lassen. Muesste man halt einen 5m langen und 50cm tiefen Graben ausheben..
Zitat:
Man kann jeden Mast mit einer Fangstange verlängern, den entscheidenden Sicherheitsgewinn bringt aber nur eine getrennte Fangeinrichtung = isoliert angebrachte Fangstange + Mast mit PA-Draht getrennt an die HES.
So. Habe heute mal ein wenig durch die Gegend telefoniert.
1. Blitzschutzfirma: War sehr interessantes Gespräch und ich hatte den Eindruck, dass der Mann wusste wovon er redet.
Grundsätzlich hat er genau das erzählt was Du auch gesagt hast. Also dass die beste Lösung eine getrennte Fangeinrichtung wäre.
Interessant für mich: Bei Installation einer Fangeinrichtung ist der innere Blitzschutz obsolet (Also dieser Erdungsblock für die Koaxkabel mit Verbindung zur Potentialausgleichsschiene)
Auch ansonsten geht er konform mit Dir: Also auch 9m Edelstahl-Spiess in entsprechendem Abstand vom Haus in den Boden + Messung des Widerstands (ich glaub < 1 Ohm, kann das sein?). Kabel gibts wohl ne Alternative aus Alu die nicht so dick sein muss.
Ansonsten muesste ich einen höheren Mast besorgen, weil die Fangeinrichtung muss wohl mit zwei Abstandshaltern isoliert an den Mast und muss ca 70 über die Antenne rausschauen.
Was ich spannend fand: In privatem Eigentum ist es dem Besitzer sebst überlassen ob und in welchem Masse er Blitzschutz installiert. Die Versicherung zahlt bei einem Schaden (zumindest das erste Mal).
D.h. wenn ich jetzt risikofreudig wäre könnte ich tatsächlich die Schuessel auf's Dach stellen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Oder ich mach nur den äusseren Blitzschutz ohne den Inneren, oder, oder...
Wenn ich das vor zwei Tagen gewusst haette würde jetzt vielleicht ne Schuessel auf dem Dach stehen. Nachdem was ich jetzt weiss ist es mir aber nicht mehr wohl dabei. Manchmal soll man vielleicht nicht zu viel hinterfragen
Auf jeden Fall: Ich hab mal nach dem Preis gefragt. Danach musste ich meinen Unterkiefer wieder aus dem Keller holen. Er will für die Installation einer Fangeinrichtung mit allem drum und dran, Zitat: "keine 1000 EUR".
Möööp! Damit hat sich das Thema dann wohl erledigt. Ich hatte nicht mal so schlecht geschätzt als ich die Zusatzkosten auf "mehr als das Doppelte des kompletten Sat-Materials + Einbau" geschaetzt hatte.
2. Jetzt kommts!
Andere Satellitenfirma angerufen. Gefragt wegen Blitzschutz. Da gab's jetzt 'ne ganz neue Theorie zu hören: Man braucht nur einen Blitzschutz, wenn die Antenne über den Dachfirst herausragt.
Solange sie drunter bleibt ist keiner nötig!
Cool oder?
Wenn's wahr wäre: Genau meine Lösung! )
Ich hab dann aufgegeben eine dritte Firma anzurufen, denn dann haette ich wahrscheinlich eine dritte, noch neuere Theorie gehört. Wahrscheinlich ist auch kein Blitzschutz nötig wenn man den Mast und die Antenne in Dachfarbe streicht....
Apropo streichen: Darf man eine Schuessel eigentlich lackieren?
Denn wenn die nun an die Wand muss wäre es unauffälliger sie wäre weiss statt dunkelgrau...
Zitat:
Zitat von Dipol
Das ist nur eine Teildarstellung, deshalb habe ich auch in meinen modifizierten Folien die Verbindung zur HES dargestellt.
Ok. Dann stimmt die Welt wieder.
Zitat:
Zitat von Dipol
Da darf er bei konventioneller Mast-Direkterdung wegen des Schleifenverbots gerade nicht hin, sondern nur an den Mast.
Wär' ja auch sonst zu einfach..
Zitat:
Zitat von Dipol
Siehe da, ein Laie mehr der nach Studium des Erdungsthreads blitzschutzkundiger ist als die Masse der Elektro-Installateure.
Naja. Ich weiss jetzt nur nicht ob ich froh darueber sein soll.
Letztendlich hat dieses "Studium" meine ursprünglichen Pläne aber dermasssen im Keim erstickt...Die Lösung die bleibt, ist die die ich nie wollte.
Zitat:
Zitat von Dipol
Und wer garantiert, dass dieses Problem späteren Hausbewohner bewusst bleibt?
Ich! Weil die Bude gehört mir und da geh ich erstmal nicht mehr raus!
Gruss Ralf
20.12.2011, 12:30
#
13
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von derrapf
Grundsätzlich hat er genau das erzählt was Du auch gesagt hast. Also dass die beste Lösung eine getrennte Fangeinrichtung wäre.
Interessant für mich: Bei Installation einer Fangeinrichtung ist der innere Blitzschutz obsolet (Also dieser Erdungsblock für die Koaxkabel mit Verbindung zur Potentialausgleichsschiene)
Endlich mal ein Lichtschimmer in Sachen Normkenntnis und schon folgt auch der Schatten. Der innere Blitzschutz ist wichtig und wurde ausschließlich bei der nicht erdungspflichtigen Fassadenmontage einer Antenne für eine Wohneinheit erstmals seit 2011-06 liberalisiert.
Die Blitzschutzfirma ist immerhin bezüglich der Blitzschutznorm EN 62305 kundig. Nur muss man auch über den Tellerand einer "Hausnorm" hinaus sehen und bei Antennenmontagen speziell die EN 60728-11:2011-06 und allgemein auch stets die DIN VDE 0100-410 "Schutz gegen den elektrischen Schlag" beachten.
Auch bei Isoliertem Blitzschutz oder getrennter Fangeinrichtung sind der Mast, die Kabel und Gehäuse von Multischaltern mit Netzanschluss gemäß EN 60728-11 Bild 10 bis 12 (Seiten 37 bis 39) in den PA mit einzubinden. Meine Foliengrafiken weichen lediglich durch die Darstellungen von Multischaltern anstelle von Kopfstellenumsetzern, nicht aber sachlich von den Normgrafiken ab.
Zitat:
Zitat von derrapf
Was ich spannend fand: In privatem Eigentum ist es dem Besitzer sebst überlassen ob und in welchem Masse er Blitzschutz installiert. Die Versicherung zahlt bei einem Schaden (zumindest das erste Mal).
Die Normen wie auch die im Erdungsthread verlinkten VDS-Merkblätter sind nur so lange unverbindlich, wie es zu keinem Schaden kommt und sie vor allem nicht in die allgemeinen Versicherungsbedingungen eingeflossen sind. Jeder Unternehmer schuldet seinem Auftraggeber zivilrechtlich ein Werk nach den "Anerkannten Regeln der Technik" und strafrechtlich es gibt auch noch die Baugefährdung.
Zitat:
Zitat von derrapf
Manchmal soll man vielleicht nicht zu viel hinterfragen
... sagte der Strauß und steckte den Kopf in den Sand.
Zitat:
Zitat von derrapf
Andere Satellitenfirma angerufen. Gefragt wegen Blitzschutz. Da gab's jetzt 'ne ganz neue Theorie zu hören: Man braucht nur einen Blitzschutz, wenn die Antenne über den Dachfirst herausragt.
Solange sie drunter bleibt ist keiner nötig!
Cool oder?
Aussagen von solchen "Könnern" erschüttern mich schon lange nicht mehr. Sie spiegeln bezüglich Blitzschutz, Erdung und Potenzialausgleich nur die weit verbreitete gefährliche Inkompetenz vieler Installateure wieder.
Zitat:
Zitat von derrapf
Apropo streichen: Darf man eine Schuessel eigentlich lackieren?
Mit der richtigen absorbierenden Farbe lebt der LNB länger. Dem wird es nämlich insbesondere in den Übergangsjahreszeiten wenn die Sonne auf Höhe des Satelliten steht sonst zu heiß.
20.12.2011, 13:31
#
14
King W.
Team SAT-Technik
Registriert seit: 01.01.2006
Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
Zitat:
Zitat von derrapf
Apropo streichen: Darf man eine Schuessel eigentlich lackieren?
Denn wenn die nun an die Wand muss wäre es unauffälliger sie wäre weiss statt dunkelgrau...
Lackieren ja, aber nicht mit glänzendem Lack. Würde ich aber nicht tun, sondern gleich eine hellgraue Schüssel, z.B. diese hier nehmen. Die drei Farbfelder bei der Abbildung geben die Farben nicht genau wieder, die hellgraue ist wirklich hell, fast schon weiß. Dazu noch ein LNB in der gleichen Farbe, am besten dieses hier - und die Schüssel fällt kaum noch auf.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein
Nokia? Nein danke!
21.12.2011, 22:24
#
15
derrapf
Threadstarter
Registriert seit: 17.12.2011
Beiträge: 8
Zitat:
Zitat von Dipol
Endlich mal ein Lichtschimmer in Sachen Normkenntnis und schon folgt auch der Schatten. Der innere Blitzschutz ist wichtig und wurde ausschließlich bei der nicht erdungspflichtigen Fassadenmontage einer Antenne für eine Wohneinheit erstmals seit 2011-06 liberalisiert.
Hat mich auch gewundert.
Zitat:
Zitat von Dipol
mehr. Sie spiegeln bezüglich Blitzschutz, Erdung und Potenzialausgleich nur die weit verbreitete gefährliche Inkompetenz vieler Installateure wieder.
Ich find's schlimm. Weil, ich als Verbraucher gehe eigentlich (oder möchte gerne davon ausgehen), dass ein Betrieb - und zwar egal welcher - eine in Auftrag gegebene Arbeit gemäß der "allgemein anerkannten Regeln der Technik" erledigt und nicht irgendwas bastelt. Sonst brauche ich keinen Elektriker, sondern kann auch den Nachbarn beauftragen.
Und dieser Thread wäre nicht nötig!
Zitat:
Zitat von Dipol
Mit der richtigen absorbierenden Farbe lebt der LNB länger.
Was genau soll die absorbieren??
@King W.:
>sondern gleich eine hellgraue Schüssel, z.B. diese hier nehmen.
Danke für den Tip. Aber ich hab leider schon alles..
Gruss Ralf
21.12.2011, 23:15
#
16
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von derrapf
Weil, ich als Verbraucher gehe eigentlich (oder möchte gerne davon ausgehen), dass ein Betrieb - und zwar egal welcher - eine in Auftrag gegebene Arbeit gemäß der "allgemein anerkannten Regeln der Technik" erledigt und nicht irgendwas bastelt.
So sollte es sein, in der Normenflut gehen aber massenhaft Elektro- wie Blitzschutzfachkräfte unter. Ich selbst wundere mich auf fremden Baustellen nur, wenn keine massiven Normverstöße zu bemängeln sind.
Zitat:
Zitat von derrapf
Was genau soll die absorbieren??
Na die Sonnenstrahlen, damit die LNB-Elektronik nicht überhitzt wird.
22.12.2011, 00:17
#
17
derrapf
Threadstarter
Registriert seit: 17.12.2011
Beiträge: 8
Zitat:
Zitat von Dipol
Na die Sonnenstrahlen, damit die LNB-Elektronik nicht überhitzt wird.
Na ich denke doch, wenn ich ein Produkt wie ne Schuessel und LNB von Kathrein kaufe, dann sollte sowas kein Thema sein. Ich hoffe doch, dass deren Entwicklungsabteilung sowas berücksichtigt hat. Ein Automobil-Entwickler bedenkt doch auch. dass sein Fahrzeug ab und zu durch Regen fahren muss.
Aber selbst wenn es Sinn macht das Zeugs anzustreichen; Welche Farbe, welche Grundierung? Das platzt ja alles wahrscheinlich eh nach ner Weile alles wieder ab.
Also ich glaub ich mache jetzt das ganze Thema nicht noch komplizierter. Die graue Schuessel kommt irgendwo an einen freien Platz an die Wand und ich muss mich halt daran gewöhnen. Fertig.
Gruss Ralf
22.12.2011, 06:31
#
18
King W.
Team SAT-Technik
Registriert seit: 01.01.2006
Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
Das Streichen der Schüssel ist problemlos, solange du einen geeigneten Lack verwendest. Es sollte
a) kein Metallic-Lack sein und
b) auch kein hochglänzender Lack.
Glänzt der Lack nämlich, so wirkt die Antenne ähnlich wie ein Brennglas. Wenn, irgendwann im März oder April, die Sonne genau hinter dem Satelliten zu stehen kommt, wird bei einer glänzenden Antenne sämtliches Licht auf das LNB konzentriert, auch die Infrarotstrahlen - und das war's dann.
Bei mattem Lack ist die Oberfläche der Schüssel, verglichen mit der Wellenlänge, mit einer riesigen Kraterlandschaft zu vergleichen. Lichtwellen haben ja Wellenlängen in der Größenordnung um 0,5 µm, also weniger als 1 Millionstel Meter.
Bei den vom Satellit abgestrahlten Wellen beträgt die Wellenlänge ca. 30 mm, ist also um etliche Zehnerpotenzen größer. Diese Wellen merken von den Unebenheiten der matten Farboberfläche überhaupt nichts.
Lackiere die Schüssel ruhig in der Farbe deines Hauses. Am besten, vorher mit 400er Papier leicht anschleifen und mit Verdünnung reinigen. Dann mit einem guten Mattlack dünn lackieren, am besten spritzen. Trocknen lassen - fertig.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein