Umrüstung in 16 WE MFH von Kabel auf Sat

Alt 02.12.2011, 11:31   # 1
kralle
 
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Hallo Gemeinde,

Ich benötige mal ein paar Tipps für die Umrüstung.

- MFH mit 2 Aufgängen ( 6 WE/ 10 WE)
- Kabel in jede WE separat vom Keller gezogen
- 2 Dosen in jeder WE durchgeschleift
- Spiegel bzw. Antennen in den Vorgarten

In jeder Wohnung soll:

- Radio normal weiter gehört werden können
- 2 Fernsehgeräte getrennt benutzt werden können
- bereits vorhandene TV-Geräte mit integrierter Sat-Karte betreiben

So nun mein Anliegen:

- Ist die technische Realisierung ohne weiteres möglich
- gibt es auch eine rentnergerechte Lösung
- Kostenaufwand
- Störanfälligkeit

Über ein paar Tipps würde ich mich freuen - mein Sachverstand ist hier auf die Basics begrenzt.

Danke und schönes WE

Enrico
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Alt 02.12.2011, 20:28   # 2
Dipol
Team SAT-Technik
 
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Beiträge: 4.147
Hallo und nw welcome

Zitat:
Zitat von kralle Beitrag anzeigen
- Spiegel bzw. Antennen in den Vorgarten
Die normgerechte Erdung einer vom Gebäude abgesetzt aufgestellten Antenne ist extrem aufwändig.

Was ist unter Antennen (Plural) zu verstehen?
Zitat:
Zitat von kralle Beitrag anzeigen
In jeder Wohnung soll:

- Radio normal weiter gehört werden können
Über UKW sind aber nur noch die ortsüblichen Radiosender einszuspeisen. Über Satellit und vom Receiver aber das volle Spektrum.
Zitat:
Zitat von kralle Beitrag anzeigen
- 2 Fernsehgeräte getrennt benutzt werden können
- bereits vorhandene TV-Geräte mit integrierter Sat-Karte betreiben
Mit dem UniCable-System ist Vollbandempfang für zwei bis max. acht Empfängern und max. zwei Satelliten auf einem Kabel möglich. Das ist ein eingeführter Standard, aber nicht jeder Hersteller mit DVBS(2)-Tunern unterstützt dieses System!
Zitat:
Zitat von kralle Beitrag anzeigen
- Ist die technische Realisierung ohne weiteres möglich
- gibt es auch eine rentnergerechte Lösung
Mit integriertem DVB-S-Tuner kein Problem, mit Beistellreceiver schon.
Zitat:
Zitat von kralle Beitrag anzeigen
- Kostenaufwand
Der hängt entscheidend von der Frage ab, ob ASTRA reicht oder ein zweiter Satellit eingespeist werden soll.
Zitat:
Zitat von kralle Beitrag anzeigen
- Störanfälligkeit
UniCable hat bei wohnungsüberschreitender Installation einige Tücken. Werden die einzelnen Wohneinheiten über getrennte Ports versorgt, kann man durch fehlkonfigurierte Receiver- bzw DVB-S-Tunereinstellungen nur die eigenen Geräte stören.

Hier Schaltungsbeispiele mit Jultec GmbH-Kompaktmatritzen, die Anlage mit 40 Wohneinheiten und je drei Steckdosen wurde unter meiner Fachbauleitung erstellt.
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Alt 02.12.2011, 22:42   # 3
King W.
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Benutzerbild von King W.
 
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Beiträge: 9.170
Hallo Enrico,
nw welcome

Grundsätzlich läßt sich die Sache schon so durchführen, wie du sie geplant hast, aber da gibt es ein klitzekleines Problem - Erdung und Potentialausgleich. Außerhalb des Schutzbereichs der Fassade, also auch im Vorgarten, ist die Antenne erdungspflichtig. Auf die Erdung kann nur dann verzichtet werden, wenn die Antenne mindestens 2m unterhalb der Dachkante angebracht ist und ein Abstand von 1,50m zur Fassade nicht überschritten wird.

Die Erdung muß in diesem Fall so durchgeführt werden, daß der Mast mit einem 16 mm² Kupferkabel mit der PA-Schiene im Keller verbunden wird. Zusätzlich ist ein weiteres Erdkabel (hier genügen 2,5 oder 4 mm²) von der Antenne aus parallel zu den Antennenkabeln zu ziehen, um den Potentialausgleich herzustellen. Näheres im festgemachten Beitrag über Erdung und Potentialausgleich. Bitte lesen und beachten, es dient eurer Sicherheit.

16 WE mit je 2 Anschlüssen zu versorgen ist nicht allzu schwierig. Die Tatsache, daß in jede der drei Wohnungen nur ein Kabel verlegt ist, macht eine reine Sternversorgung mit Multischalter zwar unmöglich (jedenfalls solange die 2. Kabel nicht nachgezogen werden können), grundsätzlich läßt sich das Problem aber mittels Unicable lösen.

Prinzipiell sollten bei Unicable möglichst kleine "Cluster" gebildet werden, d.h. möglichst wenige Wohnungen sollten sich einen Anschluß teilen. Optimal wäre es, wie bisher auch zu verfahren und jeder Wohnung einen eigenen Anschluß zu spendieren. Auf diese Weise ist es nicht möglich, daß ein falsch konfigurierter Receiver einen anderen Teilnehmer stört.

Für deine Anwendung bietet der Hersteller Jultec die idealen Geräte an. Du benötigst

zwei JPS0506-3 und einen JPS0504-3. Zwei der Geräte müssen Ausführung "A" sein, ein Gerät Ausführung "TN". Eines dieser Geräte versorgt den Aufganbg mit 6 WE, die beiden anderen Geräte den Aufgang mit 10 WE.

Dann brauchst du noch eine vernünftige Antenne. Wir empfehlen aus Qualitätsgründen gern die Gibertini SE in Verbindung mit einem Alps-LNB.

In den Wohnungen müssen die Antennensteckdosen getauscht werden, es sei denn, es sind bereits SAT-taugliche Exemplare mit DC-Durchgang vorhanden. Als erste Dose wird z.B. eine SSD 5-10 gesetzt und als Enddose eine SSD 5-07. Sind in einer Wohnung drei Dosen vorhanden, so können auch problemlos zwei 10er und eine 7er gesetzt werden.

Als Radioantenne kann ein einfacher Rund-Dipol genutzt werden. Er wird an die Unicable-Router angeschlossen, die das Signal einfach mit verteilen. Die Antennendosen koppeln das Signal dann wieder aus und es steht den Radios zur Verfügung.

Eventuell ist für UKW ein Verstärker erforderlich, der die Verteilverluste wieder ausgleicht. Dieser hier wird einfach in die Zuleitung zum ersten Router eingeschleift und verstärkt das UKW-Signal. Über die anderen Anschlüsse holt sich der Verstärker seine Betriebsspannung. Der Stromverbrauch ist dabei so gering, daß das Jultec-Netzteil diesen Verstärker problemlos mit versorgen kann. Dadurch wird ein eigenes Netzteil eingespart.

In den Wohnungen selbst kann dann entweder ein Receiver im Normalmodus angeschlossen werden, oder aber bis zu drei Receiver (Twin-Receiver zählen doppelt) im Unicable-Modus. Das ist sogar mehr, als verlangt wurde und das Optimum dessen, was ohne Neuverkabelung möglich ist.

Als Verbindung zwischen dem LNB und dem ersten Router nimm bitte das besonders robuste und wetterfeste PE-isolierte Hirschmann KOKA 110, auch wenn es etwas teurer ist. Das Kabel verläuft ja zumindest teilweise im Freien und vermutlich auch ein paar Meter unterirdisch, da ist eine widerstandsfähige Außenisolierung unbedingt nötig, wenn ihr nicht schon nach kurzer Zeit Probleme haben wollt. Auch vernünftige Stecker sind nötig. Die bislang üblichen Aufschraubstecker sind technisch überholt und sollten nur noch in Ausnahmefällen verwendet werden. Die besseren Kompressionsstecker oder Push-On Stecker sind auf jeden Fall zu bevorzugen.

Ich mache mal eine Skizze, wie es gemacht werden könnte.


Edit: Man soll doch nicht einen Beitrag anfangen, dann was anderes machen und nach 2 Stunden den Beitrag zu Ende schreiben, sonst wird man überholt. Aber egal, jetzt hast du zwei Meinungen, die sich aber gar nicht allzu sehr unterscheiden.
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Antenne38.pdf (43,7 KB, 18x aufgerufen)
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Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
Albert Einstein


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Alt 03.12.2011, 14:21   # 4
kralle
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Danke für die ausführlichen Antworten und für die Hardwareempfehlungen. Jetzt kann ich gut vorbereitet die Anwohner mit technisch wie finanziellen Informationen für den Bau überzeugen.

Grüsse aus Sachsen
Enrico
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Alt 03.12.2011, 20:28   # 5
King W.
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Die benötigten Bauteile sollten für unter 2.500€ zu bekommen sein.

Allerdings ist der Arbeitsaufwand nicht gerade klein:
Ausreichend dimensionierten Mast einbetonieren, 16 mm² Kabel mit geeigneten Schellen anschließen und gut vor Feuchtigkeit schützen. Erdkabel sowie Antennenkabel + PA mit einem Sicherheitsabstand von mindestens 50 cm ins Haus legen, Erdkabel anschließen, Antenne anbauen und einmessen, Router anschließen und verkabeln, Antennendosen wechseln. Kabel-Eintrittsstellen ins Haus gegen Feuchtigkeit isolieren. Da braucht man mit 2 Mann auch bei flottem Arbeiten ca. 2 Tage.

Ich kenne das Lohnniveau in Sachsen nicht, glaube aber, daß ihr mit ca. 4.000€ für die komplette Anlage rechnen müßt. Macht also bei 16 Teilnehmern ca. 250€ für jeden. Das sollte erträglich sein.

Durch die eingesparte Kabelgebühr amortisiert sich die Anlage aber auf jeden Fall in relativ kurzer Zeit. Hier im Ruhrgebiet rechnet man mit ca. 3 - 4 Jahren, bei euch könnte es, je nach Kostenstruktur, etwas abweichen. Der Umbau von Kabel auf SAT lohnt sich immer.
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Alt 04.12.2011, 12:13   # 6
kralle
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Beiträge: 4
Bei den in Zukunft anfallenden Kosten mtl. ca 20 € rechnet sich das sogar eher. Werde ein paar Angebote einholen und denke auch, dass 4000€ ohne Receiver langen sollten.
Ich habe mal noch drei Fragen.
Welchen Receiver würdest du empfehlen?
Sind die Vorinstallierten Receiver in den TV-Geräten unicable tauglich? ( Samsung PS51D8000)
Kann man ältere Flachbild-TV-Geräte mit Sat-Karten aufrüsten, so dass nicht eine zweite Kiste rumsteht (besonders bei Wandmontage auch mit HD Empfang)?

Danke und schönen 2. Advent

Grüsse Enrico
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Alt 04.12.2011, 12:54   # 7
Dipol
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Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von kralle Beitrag anzeigen
Welchen Receiver würdest du empfehlen?
Gegenfrage: Welches Auto würdest du mir empfehlen? Brauche ich im Radio einen CD- oder Blu-Ray-Player oder gar Recorder?
Zitat:
Zitat von kralle Beitrag anzeigen
Sind die Vorinstallierten Receiver in den TV-Geräten unicable tauglich? ( Samsung PS51D8000)
Das ist auch nur individuell nach Gerätetype zu beantworten. SAMSUNG hat mit der C-Serie Geräte die auch über einen DVB-S-Tuner mit UniCable verfügen.
Zitat:
Zitat von kralle Beitrag anzeigen
Kann man ältere Flachbild-TV-Geräte mit Sat-Karten aufrüsten, so dass nicht eine zweite Kiste rumsteht (besonders bei Wandmontage auch mit HD Empfang)?
Auch diese Pauschalfrage ist nicht mit ja oder nein zu beantworten.

Zunächst wäre zu klären, ob ein alter Flat HD-ready oder Full-HD ist. Nicht mal annähernd alle älteren Flats deutscher TV-Herstellern sind mit einem DVB-S2-Tuner nachrüstbar. Auch sind nicht alle älteren DVB-S-Tuner UniCable-ready. Das gilt bei neueren Geräten z. B. sogar für SONY. Die haben es bis heute nicht auf die Reihe gebracht ihren DVB-S2-Tunern eine Firmware mit Unicable-Mode zu spendieren. Dabei klemmt das nur an der entsprechenden Software.
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Alt 04.12.2011, 16:52   # 8
kralle
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Beiträge: 4
Receiver sollten das sehen von Full-Hd-TV ermöglichen. Ansonsten keine weiteren Ansprüche.

Was haltet ihr von dieser externen Karte oder wie sieht sonst noch die Aufrüstung intern im Gerät aus? (LG 42PC1RR)
Megasat HD 510
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Alt 28.05.2012, 14:02 # --
News Flash
 
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