Seit dem genannten Datum kommt es bei einigen SAT-Anlagen zu Empfangsproblemen. Grund für dieses Problem ist ein neuer Satellit, Eutelsat W3C auf der Orbitposition 16° Ost.
Betroffen ist hauptsächlich der Transponder 17 auf Astra 1M.
Die Daten dieses Transponders sind 11.464, H, 22.000, auf dem Transponder senden unter anderem Sat1, Pro7, Kabel1 und Sixx in HD+. Auf W3C sendet der Transponder D01 auf der Frequenz 11.471, H, 30.000. Beide Transponder sind in etwa gleich stark.
Aufgrund der unterschiedlichen Symbolraten ergibt sich eine unterschiedliche Bandbreite beider Transponder, so daß der Eutelsat-Transponder den Astra-Transponder mit deutlich mehr als 90% überdeckt.
Damit der Astra-Transponder weiterhin einwandfrei empfangen werden kann, muß deshalb die Antenne beide doch recht nahe beieinander stehenden Satelliten sauber trennen können. Es gibt nun einen Zusammenhang zwischen der Größe einer Antenne und ihrem "Öffnungswinkel". Unter dem Öffnungswinkel versteht man den Winkel, um den eine Antenne fehljustiert sein muß, damit die Empfangsstärke genau um 3 dB absinkt. Innerhalb des Öffnungswinkels ist meist noch ein einwandfreier Empfang möglich, wenngleich mit etwas weniger Schlechtwetterreserve zu den Rändern hin. Außerhalb des Öffnungswinkels nimmt die Verstärkung der Antenne schnell ab.
Unglücklicherweise ist der Öffnungswinkel umgekehrt proportional zur Antennengröße, eine zu kleine Antenne empfängt neben dem gewünschten Astra-Transponder auch den störenden Hotbird-Transponder mit der Folge, daß auf dieser Frequenz gar nichts mehr empfangen werden kann.
Betroffen ist eigentlich jeder, der eine zu kleine Antenne besitzt. Für eine einwandfreie Trennung des Astra und des Hotbird sollte die Antenne eine Mindestgröße von 60 - 65 cm aufweisen. Die weit verbreiteten DigiDish 45 und erst recht DigiDish 33 von TechniSat sind seit dem 9.11. definitiv für einen einwandfreien Astra-Empfang zu klein.
Einzig sinnvolle Möglichkeit: Ersatz der zu kleinen Antenne durch eine größere.
Ist das nicht möglich und sollen dennoch die o.g. Sender weiter empfangen werden (wirklich nötig ist das eigentlich nicht, da die Sender auch in normaler Auflösung auf einem nicht betroffenen Transponder ausstrahlen und das meiste ohnehin nur hochgerechnetes Zeugs, aber kein echtes HD ist), hilft es vielleicht, die Antenne bewußt ganz leicht fehlzujustieren.
So kann man es probieren:
Bitte, einen Sender empfangen, der noch funktioniert, dann im Einstellmenü die Qualitätsanzeige aufrufen. Nun die Schüssel ein wenig lockern und ganz langsam nach Osten drehen (links herum, wenn man hinter der Schüssel steht). Sobald der Receiver reagiert und die Signalqualität schlechter wird, nicht mehr weiterdrehen. Nun bitte die Befestigungsschrauben wechselseitig anziehen, unter ständiger Beobachtung der Qualitätsanzeige. Die Schüssel sollte jedenfalls so weit wie möglich nach links gedreht werden, ohne daß die Signalqualität nennenswert schlechter wird.
Ich verhehle nicht, daß dies eine ziemlich pragmatische Möglichkeit darstellt, für die mich mancher seriöse Installateur in das verlängerte Rückgrat treten würde. Es kann auch keine Garantie dafür übernommen werden, daß es immer einwandfrei funktioniert. Ein voller Ersatz für mehr Blech ist diese Maßnahme keinesfalls, zudem besteht die Möglichkeit, daß jetzt Astra3 auf 23,5°, also auf der anderen Seite, stört.
Aber, wie gesagt, probieren kann man es ja mal.
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Update:
Ich habe soeben mit SEH telefoniert. Für diejenigen, die wegen der Empfangsprobleme von der "Puppenstuben-Antenne" auf eine etwas größere Antenne umsteigen möchten, gibt es ab sofort folgendes Angebot:
Antenne, Gibertini XP (die bessere Qualität), 65 cm, wahlweise in lichtgrau oder anthrazit, mit Smart Titanium LNB
a) mit Single-LNB : 54,90 €
b) mit Twin-LNB : 61,90 €
c) mit QUAD-LNB : 69,90 €
d) mit Inverto Unicable-LNB (ein 4er Unicable-Ausgang und 2 Legacy-Ausgänge) . 109 €
Mit dieser Antenne ist ein einwandfreier Empfang aller Astra-Transponder trotz des neuen Satelliten gegeben. Das Set ist ab sofort verfügbar und kann unter 02323/61887 bestellt werden.