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| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
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| Hallo und ![]() Sicher können wir dir helfen. Der Elektriker hat euch mit den angegebenen Komponenten gute Mittelklasse von Markenherstellern angeboten, das sollte schon alles einwandfrei funktionieren. Dennoch gibt es Verbesserungsmöglichkeiten. Aufgrund deines Nicknames, der auf hh endet, vermute ich mal, daß sich dein Haus irgendwo im Raum Hamburg befindet. Da ist es nicht mehr weit bis zur Nordsee und man muß auch schon mal mit "Schietwetter" rechnen. Da sollte eine Antenne her, die dem auch Rechnung trägt und die auch mal einen ordentlichen Sturm aushält. Eine solche Antenne wäre z.B. die Gibertini SE oder die nahezu baugleiche Hirschmann 95 HiQ. Bei letzterer sind die Befestigungsteile aus Edelstahl, bei der Gibertini aus feuerverzinktem Material - und dort fehlt der Hirschmann-Aufkleber. Dafür ist die Hirschmann aber auch merklich teurer. Gegen das LNB gibt es nichts zu sagen, das ist OK. Als mögliche Alternative wäre hier noch das Alps zu nennen. Es zeichnet sich durch einen besonders niedrigen Stromverbrauch aus und gilt als "unkaputtbar". Hier im Forum ist jedenfalls noch nie von einem defekten Alps-LNB berichtet worden. Wie gesagt, eine Alternative, aber kein unbedingtes Muß. Kabel: Bedea ist ein deutscher Markenhersteller aus Aßlar, in der Nähe von Frankfurt mit durchweg guter Qualität. Die Firma hat allerdings ein breites Sortiment an Kabeln, die unter "Telass" angeboten werden. Bitte achte darauf, daß es sich um Telass 110 handelt, denn dies ist das beste Hausinstallationskabel von Bedea. Gegen das Kabel gibt es keine Bedenken. Alternativ würde sich aber auch jedes andere gute Markenkabel eignen: Kathrein LCD 111, Spaun Spoax, TechniSat CoaxSat 2150 oder Hirschmann KOKA 110, wobei die Aufzählung nicht vollständig ist. Letzteres gibt es auch mit einem schwarzen, besonders wetterfesten Außenmantel aus PE, anstatt PVC, siehe hier. Wie überall so gilt auch besonders beim Kabel: Gute Ware hat auch ihren Preis, Sonderangebote sind die guten Qualitätskabel jedenfalls nicht. Multischalter: Generell habe ich nichts gegen die Produkte von Axing einzuwenden, im Gegenteil, an dem SPU 56-05 stören mich aber drei Punkte: 1) Das Netzteil und der Stromverbrauch. Der Schalter verbraucht 8W im Dauerbetrieb. das sind 70 kWh pro Jahr. Rechnet man eine Kilowattstunde zu 35 ct (den Wert habe ich bei Verivox gefunden), so verbraucht der Schalter für 24,50€ Strom pro Jahr - nur für sich und egal, ob man fernsieht oder nicht. Hier gibt es ein merkliches Sparpotential. 2) Der Ausgangspegel. Laut Axing Datenblatt handelt es sich bei dem Gerät um einen Aktiv-Multischalter, d.h. es ist ein Verstärker eingebaut. Der Ausgangspegel beträgt 90 dBµV. Rechnet man z.B. 10m Kabel bis zur Antennendose, so beträgt die Kabeldämpfung ca. 3 dB. Die Dose "schluckt" auch noch einmal in etwa 3 dB und das Anschlußkabel und die Steckverbindungen schlagen noch mit 1 - 2 dB zu Buche. Macht 82 - 83 dBµV. Der "Grenzwert für Nutzpegel an Antennendosen" nach EN 500833-7 beträgt zwischen 47 - 77 dBµV. (in Europa wird eben alles genormt, nicht nur der Krümmungsradius von Gurken) Innerhalb dieses Bereiches muß jeder Receiver ein einwandfreies Bild liefern. Die meisten Receiver funktionieren auch noch etwas außerhalb der Norm, aber das muß ja nicht sein. 3) Die Entkopplung der einzelnen SAT-Eingänge. Axing gibt an "Entkopplung V nach H 25 dB". Das wird zwar in der Praxis funktionieren, aber da bieten etliche andere Fabrikate bessere Werte. Die übrigen technischen Daten des Schalters sind aber vollkommen OK und es gibt sicher schlechtere Multischalter als den SPU 56-05. Trotzdem: Meine Empfehlung für den Multischalter wäre der JRM 0508-T von Jultec. Bei den technischen Daten gibt Jultec einen Stromverbrauch von "70 mA + LNB" an. Der Strom wird vom Receiver geliefert, ein eigenes Netzteil ist deshalb nicht erforderlich. Nachts, wenn alle Receiver aus sind, sinkt der Stromverbrauch der gesamten Anlage auf 0. Sparsamer geht es überhaupt nicht mehr. Zudem bezieht sich die Angabe auf eine Versorgung des LNB mit 8V Speisespannung. Üblicherweise werden LNB's mit 12 - 18V angesteuert, die eigentliche Elektronik braucht aber nur 5V. Der Rest wird in einem Längsregler verheizt. Dieser braucht aber nur 1 - 2V Spannungsdifferenz um einwandfrei arbeiten zu können. Die Rechnung ergibt jetzt ein verblüffendes Ergebnis: Ein Alps-LNB braucht 150 mA an Strom und ist damit schon recht sparsam. Angesteuert mit 18V von einem herkömmlichen Multischalter oder direkt vom Receiver ergibt sich ein Verbrauch von 2,7W. Angesteuert über einen Jultec-Schalter, der mittels Schaltregler die Betriebsspannung auf 8V absenkt ergibt sich (150 + 70) mA * 8V = 1,76W. Fazit: Der Jultec-Schalter und das LNB zusammen brauchen weniger Strom, als das LNB allein. Der Mehrpreis des Schalters gegenüber dem Axing amortisiert sich recht schnell durch den eingesparten Strom. Zum Ausgangspegel: Der Jultec verstärkt so gut wie gar nicht, sondern hat lediglich eine "Schräglagenentzerrung", nämlich -3 bis +3 dB. Bei niedrigeren Frequenzen wird etwas gedämpft, bei hohen geringfügig verstärkt, um die dann höhere Kabeldämpfung auszugleichen. Das erlaubt es, auch lange Kabel ohne weitere Maßnahmen anzuschließen. Der "maximale Ausgangspegel" von 95 dB bedeutet lediglich, daß der Schalter auch mit hohen Signalpegeln umgehen kann, sonst nichts. Eine 85er Antenne in Verbindung mit einem normal verstärkenden LNB liefert ca. 75 dBµV Ausgangspegel, daraus werden an den Teilnehmeranschlüssen 72 bis 78 dBµV. Zusammen mit 7 - 8 dBµV Anschlußdämpfung bist du am Receiver mitten im Grünen Bereich. Ein sauberer, störungsfreier Empfang ist die Folge. Die Werte zur Entkopplung gibt Jultec erst gar nicht an, sondern schreibt irgendwo in seinem Katalog lapidar "die Vorschriften nach ... werden erfüllt." Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Wie gesagt, die angegebenen Komponenten sind ausnahmslos brauchbar und ergeben sicher eine funktionsfähige SAT-Anlage, der Elektriker hat also keinen Ramsch ausgesucht. Aber wie sagt man so schön: Das Bessere ist des Guten Feind und es gibt Alternativen zu dem Angebot.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
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