ich habe bereits viel gelesen und bin dank der Fachkompetenz hier auch bereits gut informiert - nur eines möchte ich noch absichern. Den PA und die Erdnung der Antenne (des Mastes).
Das Haus und die Bodenplatte sind noch nicht errichtet, ich kann also noch etwas Einfluss auf die Planung nehmen.
Ich möchte die Antenne auf dem Dach mit einem Sparrenhalter montieren. Kurz danach sollte dann bereits ja der 1. Masseblock kommen. Kann ich den auch auf den Sparren montieren? Von dort gehen die vier Coax-Leitungen in den HWR - zusammen mit einer PA Leitung (4mm²)? Diese Leitung ist natürlich mit dem 1. Masseblock verbunden und von dort mit dem Mast. Im HWR kommt dann der Multischalter - vor diesem ein 2. Masseblock und nach diesem ein 3. Masseblock. Der Multischalter ist mit einem 2.Masseblock verbunden - der andere 3. Masseblock am Multischalter vorbei mit dem 2. Masseblock verbunden.
Soweit dazu - jetzt geht es um die Erdung (Blitzschutz) der Antenne und meinen Fragen dazu. Das die Erdungsleitung in 16mm² außen verlaufen soll habe ich hier gelernt. Nur wo anschließen - was ist hier die beste Möglichkeit? Nach momentaner Baubeschreibung ist der Fundamenterder nur im HWR, nicht draußen. Soll ich einen Anschluss dieses Erders nach draußen legen lassen? Oder einen kompletten 2. Erder der mit dem im HWR verbunden wird? Wie gesagt, noch ist es beeinflussbar. Daher wäre ich für Euren Rat dankbar was die beste Lösung in diesem Fall wäre.
Danke.
14.10.2011, 20:40
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Dipol
Team SAT-Technik
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Zitat:
Zitat von winterborn
Das Haus und die Bodenplatte sind noch nicht errichtet, ich kann also noch etwas Einfluss auf die Planung nehmen.
Dann sprich den Rohbauunternehmer gleich darauf an, dass der Fundament- oder Ring-Erder nach DIN 18014 nur von oder unter Aufsicht einer im Installateurverzeichnis eingetragenen Fachkraft eingebaut werden darf.
Wenn unter der Bodenplatte eine Noppenbahn vorgesehen ist, muss ein Ringerder verlegt werden. Das wird ebenso oft missachtet wie die Vorschrift zum Einbau durch bzw. unter Leitung einer Elektrofachkraft.
Zitat:
Zitat von winterborn
Ich möchte die Antenne auf dem Dach mit einem Sparrenhalter montieren. Kurz danach sollte dann bereits ja der 1. Masseblock kommen. Kann ich den auch auf den Sparren montieren?
Aber ja, der Sparennhalter hat doch auch Kontakt zum Holz.
Zitat:
Zitat von winterborn
Von dort gehen die vier Coax-Leitungen in den HWR - zusammen mit einer PA Leitung (4mm²)? Diese Leitung ist natürlich mit dem 1. Masseblock verbunden und von dort mit dem Mast. Im HWR kommt dann der Multischalter - vor diesem ein 2. Masseblock und nach diesem ein 3. Masseblock. Der Multischalter ist mit einem 2.Masseblock verbunden - der andere 3. Masseblock am Multischalter vorbei mit dem 2. Masseblock verbunden.
Anstatt mehrerer Erdblöcke kann es auch ein Erdwinkel sein.
Zitat:
Zitat von winterborn
Soll ich einen Anschluss dieses Erders nach draußen legen lassen?
Das ist die beste Lösung, bei einem Haus mit Keller sollte die Anschlussfahne möglichst an der Kellerdecke austreten, bei einem Ringerder ist ein Anschluss aus V4A erforderlich.
Zitat:
Zitat von winterborn
Oder einen kompletten 2. Erder der mit dem im HWR verbunden wird?
Das bringt keinen Vorteil, evtl. aber eine zweite Fahne für eine Blitzschutzanlage. Ein Außenanschluss an einen Fundament- oder Ring-Erder genügt für die Antennenerdung völlig. Nach dem Stand der Technik sollte man den Blitzschutz der Antenne oder einer Fotovoltaikanlage möglichst nicht mehr über Direkterdung, sondern "isoliert" mittels getrennter Fangeinrichtung (Fangstangen) vornehmen. Nur so bekommen die Antennenkabel bei einem Volltreffer keine Teilblitzströme ab.
In diesen Fall sind nach EN 62305 und EN 60728-11 für den Erdleiter 50 mm² Drahtquerschnitt vorgegeben, obwohl ein 16 mm² Cu-Draht 200 kA aushält. Diesen Punkt muss ich im Folienanhang im Erdungsthread erst noch heraus stellen. Der Sparrenhalter wird dann in den PA mit eingebunden und der PA an der Haupterdungsschiene geerdet.
Falls auch die andere Doppelhaushälfte an diese Antenne angeschlossen wird, müssen die jeweiligen Hauserder miteinander blitzstromtragfähig verbunden sein.
15.10.2011, 09:27
#
3
winterborn
Threadstarter
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Zitat:
Zitat von Dipol
Dann sprich den Rohbauunternehmer gleich darauf an, dass der Fundament- oder Ring-Erder nach DIN 18014 nur von oder unter Aufsicht einer im Installateurverzeichnis eingetragenen Fachkraft eingebaut werden darf.
OK, habe ich noch nicht gewusst. Werde dies ansprechen und entsprechend mit aufnehmen lassen.
Zitat:
Zitat von Dipol
Wenn unter der Bodenplatte eine Noppenbahn vorgesehen ist, muss ein Ringerder verlegt werden. Das wird ebenso oft missachtet wie die Vorschrift zum Einbau durch bzw. unter Leitung einer Elektrofachkraft.
Ringerder ist bereits vorgesehen - auch wegen der 10cm starken Dämmung unter der Platte.
Zitat:
Zitat von Dipol
Anstatt mehrerer Erdblöcke kann es auch ein Erdwinkel sein.
OK, da ist mir nicht ganz klar wie das Anschlussschema dann ausschaut. Kannst Du mir das kurz erläutern?
Zitat:
Zitat von Dipol
Das ist die beste Lösung, bei einem Haus mit Keller sollte die Anschlussfahne möglichst an der Kellerdecke austreten, bei einem Ringerder ist ein Anschluss aus V4A erforderlich.
OK, dann sollte ich einen Anschluss an den Ringerder draussen an einer noch zu bestimmenden Stelle vorsehen. Ohnen Fangvorrichtung reichen doch dann die 16mm² nach den Vorschriften aus (ohne Photovoltaik)? Wie verlegt man denn das Kabel am besten vom Mast bis zum Anschluss draussen - so dass es einigermaßen gescheit ausschaut?
I
15.10.2011, 12:47
#
4
Dipol
Team SAT-Technik
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Zitat:
Zitat von winterborn
Ringerder ist bereits vorgesehen - auch wegen der 10cm starken Dämmung unter der Platte.
Glück gehabt, es gibt genug Prozesse weil noch immer Rohbauunternehmen ohne Elektro- oder Blitzschutzfachkraft regelwidrig selbst einbauen. Und Elektriker die bei der Verlegung der Erdungsanlage nie dabei waren, aber trotzdem reihenweise einen Persilschein ausstellen, gibt es auch.
OK, dann sollte ich einen Anschluss an den Ringerder draussen an einer noch zu bestimmenden Stelle vorsehen. Ohnen Fangvorrichtung reichen doch dann die 16mm² nach den Vorschriften aus (ohne Photovoltaik)?
Eine Direkterdung entspricht zwar noch den Anerkannten Regeln der Technik (= Mindest-Standard nach Norm), aber nicht mehr dem Stand der Technik (= bestmögliche Sicherheit).
Zitat:
Zitat von winterborn
Wie verlegt man denn das Kabel am besten vom Mast bis zum Anschluss draussen - so dass es einigermaßen gescheit ausschaut?
Ein 16 mm² Cu-Draht ist -auch im Kabelkanal verlegt- niemals eine Zierde. Am Sparren angenagelt sind gefährliche Näherungen noch wahrscheinlicher als bei einem über Dach verlegten blanken Blitzableiterdraht. Wenn der Ringerder von einem Blitzschutz-Profi mit Richtgerät verlegt wird, würde ich einen Blitzableiterdraht entlang dem Fallrohr mindestens bis zur Dachrinne verlegen lassen, denn die Dachrinne und das Fallrohr müssen bei zu geringem Trennungsabstand ohnehin mit geerdet werden.
Auch bei knappem Baubudget ist die Ausführung einer getrennten Fangeinrichtung wegen des erheblichen Sicherheitsgewinns vorzuziehen. Bei einem statisch nur begrenzt belastbaren Dachsparrenhalter kann eine Fangstange einen eigenen Dachsparrenhalter oder ein HVI-light-System erfordern. Bei ausgebauten Dachgeschossen werden mit DEHNcon-H auch gefährliche Näherungen des Erdleiters vermieden.
Wenn der Ringerder von einem Blitzschutz-Profi mit Richtgerät verlegt wird, würde ich einen Blitzableiterdraht entlang dem Fallrohr mindestens bis zur Dachrinne verlegen lassen, denn die Dachrinne und das Fallrohr müssen bei zu geringem Trennungsabstand ohnehin mit geerdet werden.
Was bedeutet hier von einem Blitzschutzprofi? Ist das der eingetragene Installateur nach DIN 18014?
Dann werde ich nach Hausaufstellung einen Blitzableiterdraht entlang einem Fallrohr verlegen lassen der an den Anschluss des V4A Ringerders geht.
Zitat:
Zitat von Dipol
Auch bei knappem Baubudget ist die Ausführung einer getrennten Fangeinrichtung wegen des erheblichen Sicherheitsgewinns vorzuziehen. Bei einem statisch nur begrenzt belastbaren Dachsparrenhalter kann eine Fangstange einen eigenen Dachsparrenhalter oder ein HVI-light-System erfordern. Bei ausgebauten Dachgeschossen werden mit DEHNcon-H auch gefährliche Näherungen des Erdleiters vermieden.
Ich bevorzuge momentan eine 80er Schüssel. Gibt es Aufsparrenhalter die die zusätzliche Last der Fangstange aushalten? Wie groß muss die Fangstang denn sein? Als DEHNcon-H wird dann das Leitungssystem bis zum Blitzableiterdraht bezeichnet? Wir haben ein ausgebautes Dachgeschoss....
Welchen Kostenpunkt erzeugt den die DEHNcon-H Lösung.
Bis hierher schonmal vielen Dank - viele Dinge an die ich nie gedacht hätte.
15.10.2011, 15:51
#
6
Dipol
Team SAT-Technik
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Zitat:
Zitat von winterborn
Was bedeutet hier von einem Blitzschutzprofi? Ist das der eingetragene Installateur nach DIN 18014?
Beim Fundament- oder Ringerder wird ausnahmslos jeder im Installateurverzeichnis eingetragenen Elektrofachkraft die nötige Sachkunde unterstellt. Leider ist das aber nicht mal bei allen Blitzschutzfachkräften der Fall, weshalb ich grundsätzliche eine VDB-zertifizierte Blitzschutz-Fachkraft empfehle.
Man kann nur staunen, dass sich derart wenige Blitzschutzfirmen dieser Prüfung unterzogen haben.
Zitat:
Zitat von winterborn
Dann werde ich nach Hausaufstellung einen Blitzableiterdraht entlang einem Fallrohr verlegen lassen der an den Anschluss des V4A Ringerders geht.
Zitat:
Zitat von winterborn
Ich bevorzuge momentan eine 80er Schüssel. Gibt es Aufsparrenhalter die die zusätzliche Last der Fangstange aushalten?
Die Hersteller sind mit der Angabe TÜV-geprüfter Biegemomente äußerst sparsam.
Wenn es bei einem auf der Dach-Südseite tief montierten 80er-Reflektor bleibt, dürfte der Herkules mit dem angegebenen Biegemoment (Die Bezeichnung Windlast ist falsch!) auch eine abgesetzt an GFK-Distanzhaltern montierte Fangstange verkraften. Das Biegemoment ist aus den einzelnen Windlasten nach EN 60728-11 zu berechnen.
Zitat:
Zitat von winterborn
Wie groß muss die Fangstang denn sein?
So, dass sich die Antenne in einem Schutzraum von 45° unterhalb der Fangstange befindet.
Zitat:
Zitat von winterborn
Welchen Kostenpunkt erzeugt den die DEHNcon-H Lösung.
Das ist von den örtlichen Verhältnissen und insbesondere der Leitungslänge abhängig. Normkundige Blitzschutzfachkräfte ohne VDB-Zertifikat kann man auch bei den Blitzschutzherstellern erfragen. Angebote einholen, die machen die Preise.
17.10.2011, 11:08
#
7
winterborn
Threadstarter
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OK, vielen Dank. Eine Frage noch bzgl. dem Erdwinkel. Ich hatte es bisher so verstanden dass der 1. Masseblock so nah wie möglich beim Masthalter montiert werden müsste. Wenn ich nun nur einen Erdwinkel benutze ist dieser ja im HWR - bedeutet dass ich die Leitung für den PA vom Mast bis in die HWR verlegen würde - das wären geschätzt max. 15 Meter. Ist dies OK? Oder dann doch lieber die Lösung mit den drei Masseblöcken?
17.10.2011, 12:11
#
8
Dipol
Team SAT-Technik
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Zitat:
Zitat von winterborn
Ich hatte es bisher so verstanden dass der 1. Masseblock so nah wie möglich beim Masthalter montiert werden müsste.
Richtig, damit sollen Überschläge verhindert werden. Sind nur 4 Sat.-Kabel zu schützen, reicht heir natürlich ein Erdblock.
Zitat:
Zitat von winterborn
Wenn ich nun nur einen Erdwinkel benutze ist dieser ja im HWR - bedeutet dass ich die Leitung für den PA vom Mast bis in die HWR verlegen würde - das wären geschätzt max. 15 Meter. Ist dies OK? Oder dann doch lieber die Lösung mit den drei Masseblöcken?
Der PA soll auch bei Komponentenausbau erhalten bleiben, was bei der Drahtführung zu beachten ist. Mit einem mastnahen Erdblock sind die Antennenkabel gesichert, ein zweiter PA vor dem Multischalter stellt eine hilfreiche zusätzliche Vermaschung dar.
Der PA einer konventionell direkt geerdeten Antenne darf ausschließlich schleifenfrei am Mast angeschlossen werden. Die Sternleitungen und das Gehäuse des Multischlaters müssen daher mit einem Potenzialausgleichleiter von 2,5 mm² (geschützt) oder 4 mm² (ungeschützt) auch dort geerdet werden.
Ob die Kabel dabei über mehrere Erdblöcke oder einen gemeinsamen Erdwinkel geführt werden, ist dabei unerheblich. Bei jeweils nur 4 Antennenkabeln und Sternleitungen bietet ein gemeinsamer Erdwinkel keinen nennenswerten Inatallationsvorteil.
17.10.2011, 12:25
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9
winterborn
Threadstarter
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Ich favorisiere ja den DEHNcon-H Lösung. Ist denn dann der PA vom Masthalter und den vier SAT Leitungen noch im Haus an die PA-Schiene anzuschließen? So wie ich es verstanden habe wir in diesem Fall eine Verbindung zwischen Mast und Fangstange hergestellt, so dass der PA nicht im HWR an die PA-Schiene angeschlossen wird?
17.10.2011, 13:37
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10
Dipol
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NEEEIIIN!
Bei isoliertem Blitzschutz oder getrennten Fangeinrichtungen muss der PA zwangsläufig anders als bei konventioneller Direkterdung ausgeführt werden.
Eine mit dem Mast galvanisch verbundene Fangstange würde als Blitzfänger nur beschränkt schützen. Erst durch die Trennung vom Mast mit GFK-Stangen oder einer HVI-Leitung ist sicher gestellt, dass der Mast und die Kabel bei einem Direkttreffer keine Teilblitzströme abbekommen. Der Mast und das HVI-Stützrohr muss aber in den PA mit einbezogen werden. In diesem Fall wird der Potenzialausgleichsleiter in möglichst engen Kontakt mit den Kabeln zur HES abgeleitet und dort geerdet. Angsthasen wie ich wählen dabei einen größeren Cu-Querschnitt als 4 mm² (ungeschützt) oder gar nur 2,5 mm² (geschützt).
Die untere Bandschelle an der DEHNcon-H-Fangstange stellt keine galvanische Verbindung zur Fangstange, sondern nur zum HVI-Stützrohr und dem "Endabschluss" dar. Im DEHN-Video ist auch ein aufgeständerter "Anpassungsbereich" am Anschluss der HVI-Leitung an der Dachrinne dargestellt. Dass der oder das Funktionsprinzip von "Endverschlüssen" allen Blitzschutzfachkräften eingängig ist, darf angesichts diverser fehlerhafter Installationen bezweifelt werden. Mit dieser Thematik sind Laien noch mehr überfordert, das schließt Heimwerkertätigkeiten aus.