In meiner Wohnung habe ich neben einem Sat-Receiver auch einen PC (VDR) mit TV-Karte. Letzterer ist an den LNB-Out des Receivers angeschlossen und verrichtet seinen Dienst sehr zuverlässig. (Voraussetzung ist natürlich, dass der Receiver ans Stromnetz angeschlossen ist.) Der Sat-Recerver hängt mit dem LNB-In direkt am LNB der Sat-Schüssel.
Auf dem Receiver aber kommt nur ein Signal an, wenn ich auf dem Computer, der ja dahinter geschaltet ist, ein Signal abgreife. Trenne ich den PC vom Netz oder schalte auch nur den VDR-Server ab, sinkt der Signalpegel am Receiver dagegen auf Null. Auch, wenn PC und Receiver gar nicht verbunden sind, kommt kein Signal am Receiver an.
Nur Sat-Schüssel und Receiver allein laufen also nicht – ich habe sogar schon mehrere Kabel ausprobiert. Es läuft nur, wenn ein Signal durchgeschleift wird.
PS: Spontan würde ich darauf tippen, dass da irgendein Abschlusswiderstand nicht stimmt oder der Computer benötigt wird, um den Groundpegel richtig zu definieren. Aber das mit (theoretischem) physikalischen Wissen is Blaue geraten – ich hätte nicht mal ne Idee, wie man das elegant praktisch löst – das Coaxkabel an die Masseleitung einer Steckdose anschließen oder nen Widerstand in das Kabel löten, will ich ja nicht.
20.09.2011, 00:45
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2
Dipol
Team SAT-Technik
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Hallo und
Zitat:
Zitat von Bauer87
Es läuft nur, wenn ein Signal durchgeschleift wird.
Womit schlicht und einfach die 13/18 Volt-Spannung des Receivers abgeschaltet oder defekt ist.
21.09.2011, 11:15
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3
Bauer87
Threadstarter
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Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht… Das wäre eine verblüffend einfache Antwort. Ganz verstanden habe ich das aber noch nicht:
Wenn ich es richtig sehe, wird der LNB per 450mA bei 13/18V gespeist, das Signal digital durch die Spannungsänderungen übertragen. Bisher hatte ich zwischen SAT-Schüssel und Receiver einen (in eine Steckdosenleiste Integrierten) Überspannungsschutz eingebaut. Da diese Steckdosenleiste nun aber einen mechanischen Defekt hat, musste ich sie austauschen.
Ich tippe man darauf, dass der Überspannungsschutz den Versorgungsleistung aufrecht erhalten hat und ich den Defekt im Receiver daher bisher nicht wahrgenommen habe. Wenn es so ist, müsste ich das ja mit nem einfachen Operationsverstärker reparieren können. Allerdings halte ich es eher für unwahrscheinlich, dass der Überspannungsschutz als Verstärker fungiert hat, ich rechne eher mit ner einfachen Zener-Diode als Innenleben. Und dann wird es echt komisch…
21.09.2011, 13:13
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4
Dipol
Team SAT-Technik
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Es kostet zwar einige Überwindung auf die physikalisch unhaltbaren Unsinns-Theorien einzugehen, aber was soll es.
450 mA zieht nicht mal ein Stromfresser-LNB
Über den Strom kann man nicht die 13/18 V steuern
Die Spannungsänderung von 13 auf 18 Volt und umgekehrt hat nicht das Mindeste mit "digital" zu tun"
Eine Steckdosenleiste gibt ausschließlich Netzspannung an die Schukodosen weiter.
Ein Ü-Schutz gibt weder 13 V, noch 18 V und auch keine 22 kHz aus. Würde eine wie auch immer geartete Gleichspannung ausgeben, wäre keine Polarisationsumschaltung mehr möglich
Ein Operationsverstärker verstärkt keine Gleichspannung, wenn keine Spannung am Eingang anliegt
Zenerdioden sind zur Spannungsstabilisierung gedacht und haben mit Überspannungsschutz nichts zu tun
Bevor noch weiter geballter Unsinn ausgedacht wird, sollte mit einem Multimeter die 13/18 Volt-LNB-Spannung unter Belastung gemessen werden. Damit lässt sich dann auch feststellen, ob der Effekt evtl. durch verschleppte Netzspannung mangels Erdung und PA versacht wird.
21.09.2011, 14:04
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5
Bauer87
Threadstarter
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Vielleicht hab ich mich schlecht ausgedrückt und auch viel Ahnung hab ich von TV-Technik auch nicht, aber von „physikalisch unhaltbare Unsinns-Theorien“ zu sprechen, halte ich mindestens für unhöflich.
Auf dem Signaleingang des Receivers steht „13/18V, 450mA“. Daher bin ich davon ausgegangen, das das auch ausgegeben wird.
Davon, dass der Strom die Spannung steuert, hab ich gar nichts gesagt.
Ein digitales Signal ließe sich mit sich 18V als High und 13V als Low übertragen. Das war einfach mal ins Blaue geraten. Wenn du sagst, dass die Spannung zur Einstellung der Polarisation dient, ist das natürlich nicht möglich.
„Steckdosenleiste“ war vielleicht etwas salopp formuliert. Es handelt sich um folgendes Gerät: SurgeArrest Performance - Product Information Es wurde jetzt gegen eine normale Steckdosenleiste ausgetauscht, weil der Schalter kaputt war. Seitdem treten die Probleme auf. Wie die Elektronik in dem Teil funktioniert, kann ich leider nicht sagen. Laut einigen Berichten im Internet ist es aktiv, Nutzer messen bis zu 11W mehr Verbrauch als ohne, aber das kann falsch sein.
Dass der Ü-Schutz keine Gleichspannung ausgeben kann, ist klar. Eine Stromverstärkung (und damit „Aufrechterhaltung der Versorgungsleistung“) wäre aber technisch machbar. Aber hier hab ich ja auch gestutzt – das halte ich für sehr aufwändig für nen Überspannungsschutz.
Spannungsstabilisierung ist zwar verbreiteter, aber eine Zener-Diode lässt sich auch für Spannungsbegrenzung einsetzen. Ob das bei Blitzschlag hilft, kann ich nicht sagen, aber grundsätzlich kann man Schaltungen damit vor zu hohen Spannungen schützen.
21.09.2011, 16:08
#
6
Dipol
Team SAT-Technik
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Zitat:
Zitat von Bauer87
Vielleicht hab ich mich schlecht ausgedrückt und auch viel Ahnung hab ich von TV-Technik auch nicht, aber von „physikalisch unhaltbare Unsinns-Theorien“ zu sprechen, halte ich mindestens für unhöflich.
Persönliche Herabsetzungen sind mir fremd, aber deine Theorien werden dadurch nicht zutreffender.
Zitat:
Zitat von Bauer87
Auf dem Signaleingang des Receivers steht „13/18V, 450mA“. Daher bin ich davon ausgegangen, das das auch ausgegeben wird.
Die Annahme läuft aber dem Ohmschen Gesetz zuwider. Das ist kein konstanter Strom, sondern lediglich die max. zulässige Belastbarkeit.
Zitat:
Zitat von Bauer87
Davon, dass der Strom die Spannung steuert, hab ich gar nichts gesagt.
Der LNB wird trotzdem nicht per 450 mA bei 13/18 V, sondern -sofern vorhanden- mit 13/18 V
Zitat:
Zitat von Bauer87
Ein digitales Signal ließe sich mit sich 18V als High und 13V als Low übertragen. Das war einfach mal ins Blaue geraten. Wenn du sagst, dass die Spannung zur Einstellung der Polarisation dient, ist das natürlich nicht möglich.
ERGÄNZUNG: Analoge wie digitale Signale können im Low- und Higband gesendet werden.
11 Watt für einen Protector, wer kann sich den Luxus noch leisten? Das Ding ist ein teurer Feinschutz und ersetzt weder Erdung + PA, noch einen Grobschutz.
Zitat:
Zitat von Bauer87
Dass der Ü-Schutz keine Gleichspannung ausgeben kann, ist klar. Eine Stromverstärkung (und damit „Aufrechterhaltung der Versorgungsleistung“) wäre aber technisch das halte ich für sehr aufwändig für nen Überspannungsschutz.
Völlig richtig, versehentlich wurde das Satzende gelöscht: ...ohne dass Spannung am Eingang anliegt. Wird editiert.
Für die "Reparatur" einer zu weichen 13/18 V-Spannungsversorgung taugt auch kein Zusatznetzteil.
Zitat:
Zitat von Bauer87
Spannungsstabilisierung ist zwar verbreiteter, aber eine Zener-Diode lässt sich auch für Spannungsbegrenzung einsetzen. Ob das bei Blitzschlag hilft, kann ich nicht sagen, aber grundsätzlich kann man Schaltungen damit vor zu hohen Spannungen schützen.
Und nun ist hoffentlich Schluss mit nutzlosen Theorien, dafür sollte zielgerichtet Butter bei die Fische:
Wie hoch ist die 13/18 V-LNB-Sollspannung des Receivers unter Belastung tatsächlich?
Ist die Antenne ungeerdet?
21.09.2011, 17:12
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7
Bauer87
Threadstarter
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Zitat:
Zitat von Dipol
Die Annahme läuft aber dem Ohmschen Gesetz zuwider.
Zu meiner „Ehrenrettung“ möchte ich noch einwerfen, dass das Ohmsche Gesetz nur bei linearen Schaltungen gilt, bei komplexerer Elekronik ist nicht gesagt, dass man sie durch einen einzelnen Widerstand nähern kann.
Zitat:
Zitat von Dipol
11 Watt für einen Protector, wer kann sich den Luxus noch leisten?
…das ist auch der Grund, aus dem ich jetzt wieder ne einfache Steckdosenleiste habe. Hab das Teil leider erst nach dem Defekt am Schalter gegooglet und das dann lesen müssen. Im Datenblatt steht aber nichts davon, dass es selber Leistung ausnehmen würde.
Zitat:
Zitat von Dipol
Und nun ist hoffentlich Schluss mit nutzlosen Theorien, dafür sollte zielgerichtet Butter bei die Fische:
Wie hoch ist die 13/18 V-LNB-Sollspannung des Receivers unter Belastung tatsächlich?
Ist die Antenne ungeerdet?
Um rauszufinden, wie hoch die Spannungen sind, werde ich wohl ein Multimeter brauchen. Empfehlungen? (Ich spiel eh schon länger mit dem Gedanken, mir eins zuzulegen. Jetzt hätte ich nen Anlass.)
Die Antenne ist nicht explizit geerdet, allerdings ist die Schüssel an der metallenen Kellertreppe befestigt und damit so oder so auf GRND. Das LNB befindet sich laut Handbuch (isoliert) einer Plastikhalterung und dürfte von alledem wenig mitbekommen. Ich habe den Außenleiter aber nach etwas Internetrecherche schon mit nem Draht auf Masse gezwungen, das ändert leider nichts. (Wegen Blitzschutz spielt das eh keine Rolle, sie ist in Höhe des Erdgeschosses 1/2 m von der Außenmauer eines dreistöckigen Hauses aufgestellt und befindet sich sogar noch unter dem Dachvorsprung.)
27.09.2011, 11:06
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8
Bauer87
Threadstarter
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Statt 13/18V liegen am Antenneneingang des Receivers nur 1,7/1,9V an. Damit ist das Problem gefunden. Warum mit dem Protector alles problemlos lief, wird aber wohl ein Geheimnis bleiben… (Auch wenn mich das vom akademischen Standpunkt aus interessiert hätte.)
Danke nochmals!
27.09.2011, 11:55
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9
Dipol
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Zitat:
Zitat von Bauer87
Warum mit dem Protector alles problemlos lief, wird aber wohl ein Geheimnis bleiben… (Auch wenn mich das vom akademischen Standpunkt aus interessiert hätte.)
Auch dafür hat ein Nichtakademiker wie ich physikalische Erklärungen:
Temporär zufälliger Ausfall
Ausfall durch einen vorübergehenden Kurzschluss auf dem Antennenkabel
Zerstörung durch Netz-Rückspannung aus einem Endgerät mit Schutzklasse 1 (Schukostecker)
Ich tippe auf Letzteres! Künftig besser vor dem Abnehmen/Anschließen des Antennenkabels die Endgeräte mit Schukostecker vom Netz nehmen.
Verschleppte Netzspannung kann selbst bei einem normgerechten Potenzialausgleich die Tuner schrotten. Es reicht das Abnehmen und Anklemmen des Antennenkabels an nicht netzgetrennten Endgeräten.
Deinen Dank reiche ich an meine Glaskugel weiter, die hat jetzt ein Kerbe mehr.