welche Dosen für Multischalter+Unicable

Alt 16.09.2011, 11:29   # 1
GoGo_
 
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Beiträge: 10
Hallo zusammen,

wir installieren in einem Mehrfamilienhaus zur Zeit eine Sat-Anlage, die zunächst über einen Multischalter jeweils einen Strang in jede Wohnung bietet. Leider sind nicht mehr als ein Strang pro Wohnung möglich.
Zunächst wird über den terr. Eingang des Multischalters das Kabelfernsehen mit übertragen. Zukünftig soll eventuell der Multischalter durch eine Unicable-Matrix ersetzt werden.
Daher sollen nun Sat-Dosen eingesetzt werden, die sowohl in der Multischalter- als auch in der Unicable-Variante funktionieren sollen.
Uns ist allen klar, dass mit Multischalter pro Strang nur an einer Dose der Sat-Receiver richtig funktioniert, bzw. allen weiteren Receivern auf diesem Strang die Ebene wegnehmen kann. Das ist nicht weiter schlimm, da die meisten eh nur einen Empfänger gleichzeitig betreiben.

Frage: welche Dosen sollten nun eingesetzt werden, ohne diese später (bei Unicable) wieder tauschen zu müssen?
sind die Axing SSD 1-10 einsetzbar?

Danke für eure Antworten im Voraus!
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Alt 16.09.2011, 12:22   # 2
Dipol
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Zitat:
Zitat von GoGo_ Beitrag anzeigen
Frage: welche Dosen sollten nun eingesetzt werden, ohne diese später (bei Unicable) wieder tauschen zu müssen?
sind die Axing SSD 1-10 einsetzbar?
So einfach ist die Frage nicht zu beantworten, es gilt insbesondere auch noch andere wesentliche Gesichtspunkte zu beachten:
  • Der Norm-Mindestpegel beträgt für Satellitensignale 47 dB(µV), er sollte aber nicht unter 50 dB(µV) absinken. Für analoge PAL-Signale sind nach neuer EN 60728 60 dB(µV) nach einer 3 Meter langen Anschlussleitung vorgeschrieben.
  • Für BK-Betrieb ist eine normgerechte Teilnehmerentkopplung von 42 dB auf UKW- und VHF gefordert. Diese wird mit Single-Steckdosen nur noch mit ganz wenigen Multischaltern erfüllt.
  • Entkopplung kostet Pegel! Damit die Teilnehmerentkopplung auch innerhalb der zu Stammleitungen umfunktionierten Sternleitungen normgerecht ist, müssen Durchgangsdosen mit mindestens 10 dB Auskoppeldämpfung verwendet werden. Mit der Kombination 13 bzw. 14 dB an der ersten und 10 dB an der letzten Dose ergeben sich an beiden Dosen weitgehend gleichmäßige Pegel.
  • Stammleitungen müssen auch mit nur zwei Steckdosen unbedingt impedanzgerecht abgeschlossen sein. Mit einer Stichdose am Stammende entstehen an der oder den vorschalteten Dosen durch Stehwellen Schneisen im Pegelspektrum. Dies ist in diesem Anwendungsfall durch eine SSD 5-10 mit kapazitiv getrenntem Abschlusswiderstand oder einer etwas pegelfreundlicheren bereits intern terminierten Enddose SSD 5-07 zu unterbinden. Damit wird im Strang die nach Norm geforderte Teilnehmer-Entkopplung unterschritten, was bereits jetzt auch zwischen den Single-Steckdosen der Fall sein dürfte.
    Mit dem Begriff Enddose wird leider sehr nachlässig geschlampt, Einzel- bzw. Stichdosen sind nach korrekter deutscher Definition keine Enddosen.
  • Es ist jetzt und später zu beachten, dass kein Ingress in die BK-Netzebene 3 eingetragen wird. Dies setzt mindestens doppelt geschirmte Kabel mit Class B Schirmdämpfung voraus. Interaktive Rückkanalsignale dürfen nur den Wohnungen zugeführt werden, welche diese nutzen. In diesen Wohnungen werden für den Modemanschluss sat.-taugliche 4-Loch Spezialdosen benötigt.
Ohne Kenntnis der aktuellen Pegelwerte kann man keine Aussage treffen, ob der Einbau von Durchgangssteckdosen Unterpegel verursacht. Bezüglich der Gleichspannungsversorgung sind die hochwertigen AXING-Dosentypen der SSD 5-xx-Serie sowohl an einem Multischalter, wie auch einer Unicable-Matrix geeignet.

UniCable bietet bei wohnungsübergreifender Installation einige böse Tücken, deshalb beim Umbau möglichst wenig Wohnungen auf einem Port zusammen schalten. Als Ersatz für bestehende Multischalter-Sternleitungen bieten sich insbesondere die JULTEC-Kompaktmatritzen an.
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Alt 17.09.2011, 15:32   # 3
GoGo_
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Beiträge: 10
Hallo Dipol,
danke erstmal für deine Antwort.
Das PAL Signal liegt bei mir hinter der ersten Dose bei 65 dBµ - später in meinem Strang (nach 3 weiteren Dosen und einem Verteiler) - nur noch bei 55. Das klappt ja auch soweit ganz ok.
Es wurden zunächst folgende Dosen eingesetzt: 3 Axing SSD 1-10 und am Ende eine ASTRO GUT 103. Letztere ist allerdings eine Stichdose, also eigentlich nicht geeignet, oder?
Ich habe auch im PAL Signal eine Störung, wenn ich an der ersten Dose einen SAT Receiver betreibe. Das sind feine dünne weiße horizontale Linien. Es sieht etwa so aus, als ob bei einem Tintendrucker beim Fotodruck die Farbe ausgeht... Ich habe weiterhin festgestellt, dass diese Störung nur dann sichtbar ist, wenn ich einen SAT Transponder im High-Band auswähle, es wird also eine Störung durch das 22 kHz Signal sein. Nur, wodurch wird dies verursacht?
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Alt 17.09.2011, 21:17   # 4
Dipol
Team SAT-Technik
 
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Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von GoGo_ Beitrag anzeigen
Das PAL Signal liegt bei mir hinter der ersten Dose bei 65 dBµ -
Auch noch auf dem frequenzhöchsten PAL-Kanal im UHF-Bereich oder nur im weniger bedämpften VHF-Bereich???
Wenn die Angabe für den K 29 gilt, sollte die 10 dB-Dose gegen eine SSD 5-14 mit geringerer Duchgangsdämpfung gewechselt werden.
Zitat:
Zitat von GoGo_ Beitrag anzeigen
In diesem Fall später in meinem Strang (nach 3 weiteren Dosen und einem Verteiler) - nur noch bei 55. Das klappt ja auch soweit ganz ok.
60 dB(µV) = 1 mV
54 dB(µV) = 0,5 mV

Wenn man nur noch etwas mehr als die Hälfte des Norm-Mindestpegels hat, ist das nicht mehr fachgerecht.

Die Netzdämpfung nimmt im Quadrat der Frequenz zu, die digitalen QAM-Signale im oberen Frequenzbereich müssen somit zwangsläufig ebenfalls Unterpegel aufweisen.
Zitat:
Zitat von GoGo_ Beitrag anzeigen
Es wurden zunächst folgende Dosen eingesetzt: 3 Axing SSD 1-10 und am Ende eine ASTRO GUT 103. Letztere ist allerdings eine Stichdose, also eigentlich nicht geeignet, oder?
Da hat mal wieder ein ahnungsloser "Könner", der noch nie etwas von Stehwellen gehört hat, den zu knappen Pegel am Stammende mit einer fachlichen Todsünde angehoben. Für diese Reihenschaltung mit 4 Steckdosen muss vorne mehr Pegel her! Und damit alle Dosen annähernd gleiche Pegel bekommen, sind solche mit angepasster Auskoppeldämpfung erforderlich.
Zitat:
Zitat von GoGo_ Beitrag anzeigen
Ich habe auch im PAL Signal eine Störung, wenn ich an der ersten Dose einen SAT Receiver betreibe. Das sind feine dünne weiße horizontale Linien. Es sieht etwa so aus, als ob bei einem Tintendrucker beim Fotodruck die Farbe ausgeht... Ich habe weiterhin festgestellt, dass diese Störung nur dann sichtbar ist, wenn ich einen SAT Transponder im High-Band auswähle, es wird also eine Störung durch das 22 kHz Signal sein. Nur, wodurch wird dies verursacht?
Durch die schon erwähnten heutzutage üblichen miesen Entkopplungswerte der Multischalter und oft genug auch durch normwidrige Mängel bei der Erdung und dem Potenzialausgleich.

TIPP: Holt Euch zur Beurteilung und Hochrechnung der Netzdämpfung auf die UniCable-Frequenzen einen ausgewiesenen Antennenspezialisten.

Im Anhang meine Standardfolien zum Thema Stammleitungs-"Abschluss" mit einer Stichdose.
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Impedanzabschluss+Entkopplung[3Fo_rmm].pdf (516,2 KB, 5x aufgerufen)
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Alt 28.05.2012, 15:12 # --
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