Hallo zusammen.
Ich habe jetzt mal versucht der Diskussion hier zu folgen, bin aber leider aufgrund mangelnder Fachkenntnisse ein wenig überfordert.
Unsere Herausforderung ist ähnlich gelagert.
Momentan haben wir auf dem Dach eine Sat-Anlage (analog) (LNB?? keine Ahnung?!) - Auf dem Dachboden ist dann irgendwas verbaut um aus den 4 oder 5 Terrestrischen Antennen zuerst mal 1 Terrestrisches Signal und dann zusammen mit dem Kabel vom LNB 1 Ausgangssignal zu erzeugen. Dieses Kabel wird dann nach einem Meter durch ein kleines Bauteil auf 2 Kabel aufgeteilt.
Jedes dieser Kabel verläuft dann (zumindest gehe ich davon aus) vom Dachboden jeweils in die 3 darunter liegenden Wohnung (insgesamt 6 Wohneinheiten).
Wie viele Receiver dort angeschlossen sind weiß ich noch nicht. Will heute mal einen Aushang im Haus machen.
Mein Fernsehtechniker meines Vertrauens hat mir jetzt mal ein Schema gezeigt, mit dem er sich vorstellen könnte die Herausforderung zu lösen. Er traut sich selbst aber nicht dran!
Vom Schema her sieht das Ding so aus:
Quattro-LNB -> Kathrein EXR 2581 -> Kathrein EXR 1581
Aus jedem EXR xxxx wird ein Kabel gespeist, an das dann bis zu 8 Receiver angeschlossen werden können, die dann wohl auf unterschiedlichen Frequenzen mit dem EXR xxxx kommunizieren. Als Dosen werden die ESU 33 genannt mit einem Schlusswiderstand ERA 14.
Was bisher in den Wohnungen verbaut ist, kann ich jetzt auf Anhieb nicht sagen?!
Ich denke wenn pro Kabel 8 Receiver angeschlossen werden können, sollte das für 3 Wohneinheiten ausreichen. (Umfrage steht noch aus)
Bringt diese Lösung irgendwelche Nachteile mit sich? Lt. Beschreibung von Kathrein gibt es keine Einschränkung in der Programm-Vielfalt.
Welche Erfahrung habt ihr diesbezüglich und ist es Empfehlenwert solch eine Lösung umzusetzen? Neue Kabel zu verlegen wäre sicher die mit Abstand Letzte Lösung.
Vielen Dank für Eure Hilfe
13.09.2011, 17:51
#
2
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Hallo und
Zitat:
Zitat von Muehle
Unsere Herausforderung ist ähnlich gelagert.
Da ein Einkabelsystem nicht mit einem speziellen Zweikabelsystem vergleichbar ist, habe ich den Beitrag verschoben.
Zitat:
Zitat von Muehle
Wie viele Receiver dort angeschlossen sind weiß ich noch nicht. Will heute mal einen Aushang im Haus machen.
Und das bitte getrennt nach dem Bedarf an Single- und Twin-Receivern.
Zitat:
Zitat von Muehle
Mein Fernsehtechniker meines Vertrauens hat mir jetzt mal ein Schema gezeigt, mit dem er sich vorstellen könnte die Herausforderung zu lösen. Er traut sich selbst aber nicht dran!
Mit UniCable hat mancher Installateur mangels Routine noch erhebliche Berührungsängste. Hat dein Fernsehtechniker denn wenigstens ein digitales Messgerät mit Spektrumsanzeige oder gehört er zu der Spezies die so selten Antennen baut, dass sich das für ihn nicht lohnt?
Zitat:
Zitat von Muehle
Vom Schema her sieht das Ding so aus:
Quattro-LNB -> Kathrein EXR 2581 -> Kathrein EXR 1581
Aus jedem EXR xxxx wird ein Kabel gespeist, an das dann bis zu 8 Receiver angeschlossen werden können, die dann wohl auf unterschiedlichen Frequenzen mit dem EXR xxxx kommunizieren. Als Dosen werden die ESU 33 genannt mit einem Schlusswiderstand ERA 14.
UniCable hat bei wohnungsüberschreitender Installation üble Tücken zu bieten und erfordert eine erhöhte Teilnehmerdisziplin, weshalb man möglichst wenig Receiver auf einen Port zusammen schalten sollte. 8 Receiver in 8 Wohnungen sind ein servicetechnischer Alptraum, auch bei nur drei WE sollte man alle Möglichkeiten getrennter Signalzuführung nutzen!
Mit den ESU 33 Schutzschaltungsdosen wird verhindert, dass auf Normalmodus eingestellte Receiver die Kommandostruktur des gesamten Strangs blockieren.
Zitat:
Zitat von Muehle
Ich denke wenn pro Kabel 8 Receiver angeschlossen werden können, sollte das für 3 Wohneinheiten ausreichen. (Umfrage steht noch aus)
2 x 8 = 16 Routerkanäle. Das reicht für 16 Single- oder 8 Twin-Receiver und erscheint für 3 WE leicht überdimensioniert.
Zitat:
Zitat von Muehle
Bringt diese Lösung irgendwelche Nachteile mit sich? Lt. Beschreibung von Kathrein gibt es keine Einschränkung in der Programm-Vielfalt.
Nicht in der Programmvielfalt, ein Sternverteilsystem ist aber um Klassen betriebs- und manipulationssicherer.
Zitat:
Zitat von Muehle
Neue Kabel zu verlegen wäre sicher die mit Abstand Letzte Lösung.
Die Verwendung von nur einfach geschirmten 60 Ohm-Uraltkabeln ist aber nach EMV-Gesetz unzulässig. Doppelt geschirmte Kabel mit Class B Schirmdämpfung sind schirmungstechnisch unkritisch.
13.09.2011, 18:16
#
3
Muehle
Threadstarter
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 3
Vielen Dank für die blitzschnelle Antwort!
Zitat:
Zitat von Dipol
Und das bitte getrennt nach dem Bedarf an Single- und Twin-Receivern.
Wird gemacht!
Zitat:
Zitat von Dipol
Hat dein Fernsehtechniker denn wenigstens ein digitales Messgerät mit Spektrumsanzeige oder gehört er zu der Spezies die so selten Antennen baut, dass sich das für ihn nicht lohnt?
Ein was?? Brauche ich das unbedingt, wenn ich unser System umbauen will? Ich sag mal so ... Er ist nicht mehr der Jüngste und versucht solchen Aufträgen aus dem Weg zu gehen. Ob er so ein Gerät hat, kann ich jetzt nur Mutmaßen.
Zitat:
Zitat von Dipol
Mit den ESU 33 Schutzschaltungsdosen wird verhindert, dass auf Normalmodus eingestellte Receiver die Kommandostruktur des gesamten Strangs blockieren.
Soll heißen, dass wir auf jeden Fall alle verbauten Dosen ersetzen müssen?
Wie siehts denn mit diesen Schlusswiderständen aus? Sind die momentan schon verbaut, brauche ich neue und wenn, wie finde ich heraus, wo das Ende des Kabels liegt??
Zitat:
Zitat von Dipol
2 x 8 = 16 Routerkanäle. Das reicht für 16 Single- oder 8 Twin-Receiver und erscheint für 3 WE leicht überdimensioniert.
Es sind ja 2x3 WE also insgesamt 6 WE. Ich denke das eben jedes der beiden Kabel 3 WE bedient. Also hätten wir dann für je 3 WE 8 Kanäle. Wenn jeder 2 Kanäle pro Wohnung braucht bin ich schon bei 12, was dann mit 8 Kanälen ein wenig eng wird Und ein bissl Luft für die Zukunft sollte wohl auch kein Fehler sein.
Ich muss mir das heute Abend nochmal anschauen, wie das mit dem Kabelsalat im Dach genau aussieht.
Zitat:
Zitat von Dipol
Ein Sternverteilsystem ist aber um Klassen betriebs- und manipulationssicherer.
Das ist mir wohl bewusst. Dafür müsste man aber einen Handwerker ne Woche lang beschäftigen um in jede Wohnung neue Kabel zu verlegen. Und an und im Haus sieht das dann auch alles andere als schön aus.
Zitat:
Zitat von Dipol
Die Verwendung von nur einfach geschirmten 60 Ohm-Uraltkabeln ist aber nach EMV-Gesetz unzulässig. Doppelt geschirmte Kabel mit Class B Schirmdämpfung sind schirmungstechnisch unkritisch.
Wie finde ich denn heraus welches Kabel verbaut ist? Das Haus ist Baujahr 1987 die Ecke. Kann man zur Not das alte Kabel verwenden, oder gibt das irgendwelche Probleme?
13.09.2011, 18:48
#
4
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von Muehle
Ob er so ein Gerät hat, kann ich jetzt nur Mutmaßen.
Wohl eher nicht. Gewerbliche Auftragnehmer ohne Digitalmessgerät mit Spektrumsdarstellung bekommen von mir in Fachbauleiter-Eigenschaft keinen Auftrag. Das ist keine Schikane gegen Gelegenheits-Antennen-Installateure, sondern hat seine guten Gründe.
Zitat:
Zitat von Muehle
Soll heißen, dass wir auf jeden Fall alle verbauten Dosen ersetzen müssen?
Wie siehts denn mit diesen Schlusswiderständen aus?
Das gesamte Netz einschließlich der Verteilbausteine, Steckdosen und Abschlusswiderstände muss gleichspannungstauglich sein. Somit sind auch kapazitiv getrennte Abschlusswiderstände erforderlich.
Zitat:
Zitat von Muehle
... wie finde ich heraus, wo das Ende des Kabels liegt??
Uff, was für eine Frage? Alle Steckdosendeckel abnehmen und nachsehen wo nur ein Kabel ankommt und keines weiter führt. Wenn die 6 WE vom Dach über zwei Stammleitungen ohne zusätzliche Abzweigungen versorgt werden, kommen dafür nur die Steckdosen im EG in Betracht, bei Signaleinspeisung im UG die im DG.
Dann hoffen wir mal, dass jede Wohnung nur eine Steckdose hat. Jede Sonderwunschsteckdose, ob eingeschleift oder abgezweigt, steigert den Schwierigkeitsgrad.
Zitat:
Zitat von Muehle
Ich muss mir das heute Abend nochmal anschauen, wie das mit dem Kabelsalat im Dach genau aussieht.
Ein Bild davon sagt mehr als hundert Worte. Zur Bestandsaufnahme gehört auch, dass wirklich alle Steckdosen ermittelt werden!
Zitat:
Zitat von Muehle
Das ist mir wohl bewusst. Dafür müsste man aber einen Handwerker ne Woche lang beschäftigen um in jede Wohnung neue Kabel zu verlegen.
Bei 60 Ohm-Altkabeln gibt es aber im Störungsfall (selten) bei Missachtung der SchuTSEV vom Funkstörungsmessdienst der Bundesnetzagentur keinen Pardon.
Zitat:
Zitat von Muehle
Wie finde ich denn heraus welches Kabel verbaut ist? Das Haus ist Baujahr 1987 die Ecke. Kann man zur Not das alte Kabel verwenden, oder gibt das irgendwelche Probleme?
Das kommt zwar selten vor, aber Worst-Case kann einem eine Stilllegungsverfügung ins Haus schneiden. Die ist aber bei BK-Anschluss wahrscheinlicher als mit UniCable.
Schau mal ob irgendwo eine Kabeltype zu erkennen ist oder stell wenigstens fest ob nur ein Geflecht oder auch eine Folie vorhanden ist.
Dein Fragenkatalog legt bei einem 6-Familienhaus die Empfehlung nahe die Arbeiten einem versierten Antennenprofi zu übertragen. Und zwar möglichst einem von der Sorte, der ausnahmsweise in der EN 60728-11 und EN 62305 fit ist. Du bist mit deinem Know-How weit mehr überfordert als der Kollege Fernsehtechniker.
Antennen außerhalb des Schutzbereichs der Fassade sind erdungspflichtig, siehe Thread Erdung und Potenzialausgleich.
14.09.2011, 15:17
#
5
Muehle
Threadstarter
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 3
Vielen vielen Dank für die fachkundigen Auskünfte.
Ich hab mir das Fiasko gestern Abend nochmal angeschaut.... und es ist komplizierter als ich dachte.
Es sind keine 2 Leitungen wie von meinem Fernsehtechniker vermutet sondern 3 Leitungen die in der Wand verschwinden und zusätzlich nochmal eine die offen quer durch meine Wohnung (DG) verlegt ist, die aber kein Mensch nutzt.
Zum Thema Antennen erden. Mein Fernsehtechniker meinte neulich, als wir die Antenne aufgrund von Photovoltaikanlagenbauarbeiten versetzt haben, dass man Antennen nicht mehr erden würde. Ich habs dann trotzdem gemacht, obwohl er meinte das sei nicht nötig ... Nur soviel am Rande
Langsam glaube ich, ich hab selbst mehr Ahnung davon als er
Meine Befürchtung ist ja, dass die Kabel irgendwie kreuz und quer im Haus verlegt sind. Naja ... werd mal alle dazu aufrufen laut zu schreien, wenn ich ein Kabel zieh und der Fernseher nicht mehr geht
Wenn ich mir das so anschaue, werde ich wohl nach nem neuen Techniker ausschau halten, der mir das alles so verbaut wie es sich gehört, bevor am Ende irgendwas abfackelt.
Nur noch eine Frage zum Thema Hardware.
Sind diese Kathrein-Geräte was sinnvolles, taugen die was, oder gibts da bessere und/oder preisgünstigere Lösungen für eine sinnvolle "Ein-(bzw. Drei-)kabellösung".
Vielen Dank nochmals für Eure bombastische Unterstützung!
PS: Hab nochmal ein Foto angehängt, wie es momentan verbaut ist.
Am linken sind alle terrestrischen Antennen eingesteckt. Davon geht dann ein Kabel auf das rechte Gerät. Hier kommt dann das Kabel vom LNB dazu und schließlich wird dann in der Mitte das Signal auf 4 Kabel aufgeteilt. 3 davon sieht man am Balken nach unten laufen, die im Haus verteilt sind und 1 Kabel liegt links oben auf dem Kasten, wird aber nicht genutzt. -> Also alles schön kompliziert
14.09.2011, 18:31
#
6
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von Muehle
Zum Thema Antennen erden. Mein Fernsehtechniker meinte neulich, als wir die Antenne aufgrund von Photovoltaikanlagenbauarbeiten versetzt haben, dass man Antennen nicht mehr erden würde.
Wen er mit "man" die Masse der Pfuscher und Murkser, Faulen sowie der verantwortungs- und ahhnungslosen gemeint hat, muss man ihm sogar zustimmen.
Zitat:
Zitat von Muehle
Ich habs dann trotzdem gemacht, obwohl er meinte das sei nicht nötig ... Nur soviel am Rande
Langsam glaube ich, ich hab selbst mehr Ahnung davon als er
Solchen "Könnern" gehört das Handwerk gelegt, die können von Glück sagen, dass ihnen nicht die Scharia droht.
Zitat:
Zitat von Muehle
Nur noch eine Frage zum Thema Hardware.
Sind diese Kathrein-Geräte was sinnvolles, taugen die was, oder gibts da bessere und/oder preisgünstigere Lösungen für eine sinnvolle "Ein-(bzw. Drei-)kabellösung".
Das Bessere ist der Feind des Guten und trägt den Namen ENTROPIC-Chip. KATHREIN ist o.k.. Der ist in Matritzen von AXING, INVERTO, JULTEC, SKYTRONIC/PREISNER und WISI eingebaut. Von INVERTO rate ich ab.
Zitat:
Zitat von Muehle
PS: Hab nochmal ein Foto angehängt, wie es momentan verbaut ist.
Der Bildmatsch ist doch kein Foto.
Immerhin sind schlecht montierte F-Stecker, ein untauglicher ungeschirmter Koax-Stecker, ein fehlender Potenzialausgleich und ein Vierfachverteiler (= 4 Stammleitungen) zu erkennen
Der mittlere Mehrbereichsverstärker (Type?) scheint ungenutzt zu sein und führt mutmaßlich auf einen Einschleusverstärker (Type?) für eine "Analoge Einkabellösung". Um den linken Verstärker zuzuordnen, braucht man die Type.
Zitat:
Zitat von Muehle
Also alles schön kompliziert
Das ist üblicher Murks von Gelegenheits-Antennen-Installateuren, aber die Anlagendiitalisierung für 6 Wohnungen die über 3 Stammleitungen versorgt werden, gehört für einen Antennenprofi zu den einfacheren Aufgabenstellungen.
EDIT DEFINITIONEN:
EINKABELANLAGE: Von Dose zu Dose verläuft ein Kabel.
ZWEIKABELANLAGE: Von Dose zu Dose verlaufen zwei Kabel.
DREIKABELANLAGE: Gibt es per Defintion nicht.
Jeweils unabhängig davon, über wie viele Stammleitungen das Verteilnetz verfügt.