Umstellung auf digitalen SAT-Empfang ...

Alt 10.08.2011, 11:19   # 1
rockhopper
 
Benutzerbild von rockhopper
 
Registriert seit: 10.08.2011
Beiträge: 3
Hallo verehrte netzwelt.de - Members,
bin neu hier und habe mich auch schon kurz vorgestellt.

Und tschüss, analoge TV- und Radiosignale ...
Der analoge Sat-Empfang endet in der Nacht vom 29. auf den 30. April 2012. Pünktlich um 3:00 Uhr wird ASTRA die Übertragung analoger TV- und Radiosignale einstellen und sein Programmangebot endgültig auf digitales Fernsehen umstellen.

Bewohne ein Zweifamilien-Haus in der Gegend um Nürnberg. Genauer in einem Stadtteil von Nürnberg, wo Stand Heute noch immer kein Kabelsignal eingespeist wird, obwohl schon vor über 15 Jahren die dafür erforderlichen Anbindungen geschaffen wurden.

Also hatten wir uns auf Anraten der Post eine SAT-Schüssel auf´s Dach schrauben und eine GRUNDIG Kopfstation STC 1650 mit 16 Tuner-Einschüben unterm Dach installieren lassen.

Die ehemalige Gebäudeverkabelung des 1962 gebauten Hauses wurde dafür zu unserer absoluten Zufriedenheit verwendet.

Es waren bisher weder Receiver noch sonstige externe Zusatzkomponenten für den SAT-Empfang erforderlich. Die Bildqualität stets top, die fest zugewiesene Programmauswahl für uns ausreichend.

An die quasi konventionelle Uralt-Hausverkabelung angeschlossen sind derzeit ein etwas betagterer Röhren-Fernseher in der oberen Wohnung, ein SONY-Flachbildfernseher mit zusätzlichem DVB-T Empfangsteil, ein GRUNDIG Video-Recorder, ein SONY Festplatten-Recorder, als auch ein FANTEC - Multimedia-System mit zusätzlichem analog- und DVB-T - Tuner in der unteren Wohnung, sowie ein weiterer GRUNDIG Röhren-Fernseher im Souterain des Hauses.

Ach ja, fast hätte ich es vergessen, die Installation der SAT-Infrastruktur incl. STC 1650 dürfte so in etwa auf das Jahr 1995 datieren.

Was ist zu tun?

  • Gibt es zu der STC 1650 vergleichbare Digital-Komponenten?
  • Bestehen Möglichkeiten eines Hardware-Upgrades?
  • Ist Grundig in diesem Bereich überhaupt noch präsent?
  • Welche Optionen wären denkbar und was müsste in etwa investiert werden um sich die Installation von zig Receivern zu ersparen und die jetzige Topologie quasi beibehalten zu können?
Ich möchte möglichst vermeiden, dass aufwendige Neuverkabelungen im Haus vorgenommen oder gar Endgeräte neu angeschafft werden müssten.

Aber vielleicht sind meine Vorstellungen überhaupt nicht mehr realisierbar?

Für entsprechende Empfehlungen und konkreten Vorschläge wäre ich außerordentlich dankbar. Alleine schon im Hinblick darauf, einen Fachbetrieb qualifiziert mit der Umrüstung beauftragen zu können.

Vorab besten Dank

Euer rockhopper
  Mit Zitat antworten
Alt 10.08.2011, 18:20   # 2
King W.
Team SAT-Technik
 
Benutzerbild von King W.
 
Registriert seit: 01.01.2006
Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
Hallo und nw welcome

Natürlich gibt es noch Kopfstationen, auch mit Digitalkomponenten. Diese werden von verschiedenen Firmen angeboten, z.B. die UFO-compact Aufbereitung von Kathrein, die Serie 310 S von FTE, SKS 800 von Axing oder TechniNet BS3 von TechniSat.

Soweit ich weiß, ist auch GSS Grundig in diesem Bereich noch aktiv. Ob ihr allerdings für die alte, nicht mehr hergestellte Anlage noch die entsprechenden Programmumsetzer bekommt, ist fraglich. Wahrscheinlich werdet ihr auch bei diesem Anbieter um eine komplette Neuanschaffung nicht herumkommen.

Aber wollt ihr euch das wirklich antun?

Von TechniSat kenne ich die Preise, bei den anderen Firmen wird es aber ähnlich sein. Ihr würdet 2 Basiseinheiten BS3 für je 8 Einschübe benötigen. Eine Einheit kostet 540€. Dann braucht ihr noch die Einschübe selbst: 16 Stück zu je 300€. Die Einschübe setzten jeweils einen digitalen Satellitensender in einen Fernsehkanal um. Weitere Komponenten, z.B. Verstärker, braucht ihr nicht, weil die Kopfstation bereits einen ausreichend hohen Pegel liefert.

Macht bereits 5.880€, nur für das Material. Die Geräte von Kathrein und Axing kosten in etwa genau so viel. FTE bietet die Serie 310 etwas günstiger an, aber auch hier müßt ihr mit ca. 4.000€ rechnen.

Damit hättet ihr dann in etwa das, was ihr jetzt auch habt. Und bitte auch an die Folgekosten denken: Solch eine Kopfstation "frißt" ca. 60 - 80 W an Strom, rund um die Uhr. Macht über 500 bis 700 kWh pro Jahr!

Eine Kopfstation hat zwar durchaus ihre Berechtigung, aber normalerweise nur für größere Objekte (große Hotels so ab ca. 50 Zimmer, Krankenhäuser etc.). Für ein Zweifamilienhaus mit weniger als 20 Anschlüssen ist eine solche Anlage total überdimensioniert.

Mein Vorschlag wäre, jetzt auf Unicable umzustellen, denn für das gleiche Geld bekommt ihr locker eine Unicable-Anlage und mehrere gute, HD-fähige Receiver, auch Twin-Geräte mit eingebauter Festplatte zum Aufnehmen. Auf Bedienungskomfort braucht ihr dabei nicht zu verzichten.

Die vorhandene Kabelstruktur kann fast immer bleiben, lediglich die Verteilkomponenten und die Antennensteckdosen müssen gewechselt werden. Solch eine Anlage ist, sofern keine neuen Kabel verlegt werden müssen, bequem an einem Nachmittag zu schaffen.

In diesem Fall braucht ihr z.B. ein neues LNB, einen Router, ein paar Steckdosen und etwas Kleinkram, Kabel und Stecker z.B. Die Antenne kann, sofern sie noch in Ordnung ist (nicht verbeult oder verrostet) bleiben.

Mit deutlich unter 1.000€ seid ihr dabei, könnt das gegenüber einer Kopfstation eingesparte Geld für neue Geräte nutzen und habt den Vorteil der Zukunftssicherheit. Wenn im April 2012 die Analogprogramme abgeschaltet werden, so werden die dann freien Transponder mit neuen Digitalprogrammen belegt. Da wäret ihr dann mit der Kopfstation erst einmal außen vor. Bei einer Unicable-Anlage macht ihr einfach einen Programmsuchauf - und gut. Dabei spielt es keine Rolle, ob es Standardprogramme oder HD-Programme sind, alles ist möglich.

Und bevor ich es vergesse: Der Router wird mit einem kleinen Steckernetzteil versorgt, braucht nur ein paar mA Strom. Das merkt der Stromzähler kaum. Euer Portemonnaie wird's freuen, den Energieversorger ärgern.

Bitte, überdenkt eure Entscheidung noch einmal.
__________________
Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
Albert Einstein


Nokia? Nein danke!
  Mit Zitat antworten