neue Sat Anlage für 5000qm

Alt 08.08.2011, 20:58   # 1
cyberbob81
 
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Hallo zusammen,

wir bauen gerade ein Modehaus um und ich plane die Schwachstromverkabelung, Netzwerke sind ja so einfach wenn man weiss was man will, allerdings habe ich vom Thema Sat gar keine Ahnung...

Es geht um 15 Fernseher auf 5 Etagen mit jeweils 1000qm.
Da wir doch recht dynamisch sind kann ich nicht ausschliessen dass wir auf der einen oder anderen Etage mal einen zusätzlichen Fernseher brauchen, deswegen würde ich die Satverkabelung gerne in Unterverteiler setzen (gibt es pro Stockwerk einen in dem die Netzwerktechnik "wohnt").
Geht soetwas? Dass man wie bei einer Cat7 verkabelung quasi die Kabel von der Schüssel hat (4?) und von da weg in den jeweiligen unterverteiler in den Etagen fährt und von da aus das Signal an die Fernseher verteilt?
Die Fernseher(Samsung ue-55d6200 und ue-40d5700) haben alle einen integrierten SAT Empfänger

Des weiteren würde ich gerne zwei DVI/HDMI Signal einspeisen. Diese kommen von einem PC der das Bild per HDMI liefert (Videoüberwachung). Damit könnte man einzelne Fernseher auf dieses Signal schalten und die Kamerabilder auf den Fernsehern bei bedarf anzeigen lassen.
Geht denn das alles oder brauche ich da eine digitale Kopfstation?
Wir brauchen nicht viele Fernsehsender, es würden 10 bestimmt reichen.

Viele fragen, bin für jeden Tip dankbar!

Grüße
Matthias
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Alt 09.08.2011, 03:18   # 2
King W.
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Hallo und nw welcome

Eine digitale Kopfstation ist für eure Zwecke zwar machbar, aber ziemlich überdimensioniert und wenig praktisch. Dies umso mehr, als ihr ja Fernseher mit integriertem SAT-Tuner einsetzen möchtet.

Die Idee, jeweils eine Etage mit einem separaten Unterverteiler zu bedienen, ist an und für sich nicht schlecht, bedeutet aber einen recht hohen und eigentlich unnötigen Aufwand. 5 Geräte kann man zwar kaskadieren, aber dann ist zumindest ein Startverstärker erforderlich und die Pegelrechnung wird unnötig kompliziert.

Mein Vorschlag wäre, das unterste Stockwerk separat und von den darüberliegenden Stockwerken je 2 über einen Verteiler zu versorgen. Damit hättet ihr 3 Geräte, die sich noch problemlos kaskadieren lassen.

Am besten geht ihr wie folgt vor:

Montiert zunächst eine gute Antenne, z.B. die Gibertini SE oder, noch besser, Triax TDE. Dazu ein Quattro-LNB. Von der Antenne aus geht ihr mit 4 Kabeln, vorzugsweise dem wetterfesten, PE-isolierten KOKA 110 bis in den obersten Unterverteiler.

Dort montiert ihr einen Multischalter Jultec JRM0512A. Von dort aus geht es zunächst mit 4 Kabeln weiter, in den Unterverteiler zwei Stockwerke tiefer. Dort wird abermals ein JRM0512A angebracht. Von diesem aus führen 4 Kabel auf einen JRM0508T.

Damit ist die Bereitstellung der SAT-Signale bereits erledigt.

Von den Schaltern aus führen Kabel überall dort hin, wo mal ein Fernseher stehen könnte. Ihr habt für die beiden oberen Etagen insgesamt 12 Anschlüsse, die ihr beliebig nutzen könnt, für die beiden Etagen darunter ebenfalls insgesamt 12 Anschlüsse und für die untere Etage 8 Anschlüsse. Das ist zwar mehr, als ihr braucht, aber dafür seid ihr auch gegen alle Eventualitäten abgesichert.

Die einzelnen Anschlüsse werden ausgeführt, indem Leerrohre verlegt werden, in welche man das Antennenkabel hineinschiebt. Bitte, auch hier hochwertiges Kabel verwenden. Eine besonders wetterfeste Isolierung ist dabei nicht nötig, dieses Kabel wäre sehr gut geeignet. Die Kabel führen auf Antennendosen, bitte auch hierbei nicht an der Qualität sparen. Die üblichen, billigen Asiendosen liefern nur eine unzureichende Abschirmung gegen Störungen, so daß damit aufgebaute Anlagen z.B. durch DECT-Telefone beeinträchtigt werden können. Diese Dosen sind zwar etwas teurer, aber aufgrund der hohen Qualität allemal ihr Geld wert.

So aufgebaut, ist die Anlage direkt betriebsbereit, eine Stromversorgung ist nicht erforderlich. Die Fernseher können an den Schraubkontakt der Dosen angeschlossen werden und sind dann direkt betriebsbereit. Irgendwelche Einschränkungen beim Empfang gibt es nicht.

Zum Schluß der obligate Hinweis: Denkt an eure Sicherheit. Erdung und Potentialausgleich sind kein überflüssiger Luxus, sondern unbedingte Notwendigkeit. Näheres in dem separaten Beitrag.
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Antenne29.pdf (20,4 KB, 11x aufgerufen)
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Alt 09.08.2011, 09:50   # 3
cyberbob81
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Hallo King W.,

ersten vielen, vielen Dank für die ausführliche Antwort und vor allem für die Zeichnung!

Leider löst das mein Problem mit dem zentralen einspeisen nicht.
Ich muss 2 oder 3 Signale so einspeisen dass diese von allen TV Geräten empfangen werden können, zum Beispiel 3 Zentrale DVD Player, das Bild kann von jedem Fernseher auf einem Programmplatz (97,98,99 oder so) abgerufen werden, das brauche ich leider unbedingt.
Und dann komme ich wohl (auch leider) an einer Kopfstation nicht mehr vorbei, oder?
Kennst du eine gute digitale Kopfstation die auch HDTV kann? mir reichen 8 Fernsehsender und eben 3x Einspeisen über HDMI.
Vielen Dank!
Matthias
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Alt 09.08.2011, 15:15   # 4
King W.
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Da habe ich was vergessen - wahrscheinlich war ich heute Nacht schon zu müde.

Die Jultec-Schalter erlauben auch das Einspeisen eines normalen, terrestrischen Fernsehsignals. Die Schalter der Reihe JRM05xx haben, wie der Name schon sagt, 5 Eingänge, nur 4 davon werden für Sat gebraucht. In den 5. Eingang kann ein beliebiges terrestrisches Signal im normalen Fernsehband, sprich 5 - 862 MHz eingespeist werden.

Wenn deine Signalquellen ein Videosignal ausgeben, so brauchst du noch jeweils einen Modulator, der daraus ein terrestrisches Fernsehsignal erzeugt. Solche Modulatoren sind nicht allzu teuer und werden beispielsweise von FTE unter der Bezeichnung MAV 0512 für den VHF- und unter MAV2169 für den UHF-Bereich angeboten. Wenn du mehrere Video-Signalquellen hast, benötigst du eine entsprechende Anzahl dieser Geräte. Jedes Gerät nimmt das Signal des vorangegangenen Gerätes auf und fügt einen weiteren Kanal hinzu. Das Ausgangssignal des letzten Gerätes muß dann noch verstärkt werden, um die Verteildämpfung der drei Multischalter auszugleichen. Dazu kann z.B. ein Jultec JMA111-3N oder ein FTE HCA 2210 verwendet werden.

Die Multischalter verteilen das kombinierte und verstärkte Signal einfach mit und es kann an den Antennensteckdosen zusätzlich zum SAT-Signal abgegriffen werden. Die Fernseher empfangen das Signal dann einfach so, als hätten sie normale analoge Fernsehprogramme wiederzugeben.

Die Modulatoren und Verstärker kann SEH auf telefonische Bestellung besorgen (02323/61887).
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Antenne29a.pdf (38,0 KB, 3x aufgerufen)
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Alt 09.08.2011, 15:25   # 5
cyberbob81
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vielen Dank, das habe ich verstanden.
Ich merke schon du bist nicht so der Fan einer Kopfstation.
Was spricht denn gegen eine digitale Kopfstation?
Wir brauchen ja wirklich nie mehr als 8 Fernsehsender und das einspeisen und dann eine "normale" TV Verkabelung ist ja schon einfacher als wenn wir direkt fahren, oder?
Kann mit einer Kopfstation auch eine Unterverteilung genutzt werden?

Vielen Dank!
Matthias
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Alt 09.08.2011, 16:02   # 6
King W.
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Zitat:
Zitat von cyberbob81 Beitrag anzeigen
Was spricht denn gegen eine digitale Kopfstation?
Zunächst einmal der Preis. Kopfstationen sind recht teuer und werden hauptsächlich in großen und sehr großen Objekten eingesetzt (Hotels, Krankenhäuser usw.), wo der Verkabelungsaufwand für eine SAT-ZF-Verteilung in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zu den Anschaffungskosten für die Kopfstation steht. Bei einer Kopfstation können die Dosen in Reihe geschaltet werden, die Kabel müssen ja nicht bidirektional betrieben werden.

Voraussetzung ist auch, daß es nicht allzu sehr auf die Bildqualität ankommt. Es gibt zwar Umsetzer in DVB-C2, d.h. terrestrisches HD-Fernsehen, aber diese Umsetzerkassetten wären noch einmal ein Stück teurer als "normale" Kassetten und Fernseher, die DVB-C2 können, sind mir nicht bekannt. Auf gut Deutsch: Wenn ihr mit der Kopfstation auch Programme in HD-Qualität empfangen wollt, müßten die Fernseher mit DVB-C2 Receivern betrieben werden. Wollt ihr das wirklich?

Ohnehin ist die Bildqualität immer dann am besten, wenn das SAT-ZF-Signal direkt zugeführt und nicht vorher umgesetzt wird. Wenn ihr auch nicht viele Programme braucht: Bei dem, was ihr empfangen wollt, soll aber doch wohl die Glotze zeigen, was sie kann, oder etwa nicht?

Nicht zu vergessen auch der Wartungsaufwand, wenn die Transponderfrequenzen auf dem Satellit mal geändert werden. Im April 2012, wenn die analogen Programme abgeschaltet werden, geht das große Frequenzrücken los und dann muß auch die Kopfstation umprogrammiert werden.

Bei einer SAT-ZF-Verteilung macht ihr einfach einen Suchlauf an den Fernsehern - und gut. Dann empfangt ihr wieder alle Programme, einschließlich HD, ohne daß ihr besondere Maßnahmen treffen müßt.

Wenn der Eindruck entstanden sein sollte, daß ich die Kopfstationen nicht besonders mag, so ist dieser Eindruck nur bedingt richtig. Kopfstationen haben für mittlere bis große Objekte, wo der Aufwand für eine Sternverkabelung unverhältnismäßig groß wäre, sicher ihre Daseinsberechtigung.

Bei kleinen Objekten, so ca. bis 50 Teilnehmer, ist solch eine Kopfstation aber falsch dimensioniert: Da wäre eine Direktverteilung einfach die bessere Wahl: Günstiger in der Erstellung, besser in der Bildqualität und wartungsärmer. Noch ein wichtiges Argument zugunsten der Direktverteilung sind natürlich auch die SAT-tauglichen Fernseher.
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Alt 09.08.2011, 17:10   # 7
cyberbob81
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Das klingt ja alles prima.
Die Frage die sich mir jetzt noch stellt ist ob die Bildqualität des per DVD Player eingespielten Bildes mittels dem MAV 0512 auf einem 55" LED TV ausreichend ist. Hast du da erfahrungen?

Danke nochmal!
Matthias
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Alt 09.08.2011, 17:19   # 8
polskafan
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Ich mach mal noch einen ganz anderen Vorschlag.

Du verlegst doch sicherlich auch jede Menge Netzwerkkabel? Du kannst ein HDMI Signal auch über Cat5 Kabel führen. Wenn du dich nämlich im TV auf DVB-S als Empfangsart festlegst, kannst du den DVB-T und DVB-C Tuner, soweit ich weiß, bei vielen Geräten nicht mehr nutzen, da diese es nicht erlauben die Signalarten zu mischen. Dann stünde dir für zusätzliche Signale nur noch der PAL Empfang oder eine, sehr sehr teure, Modulation in DVB-S oder DVB-S2 zur Verfügung. Die könntest du dann noch in eines der 4 Bänder von Astra mit einspeisen.

Sinnvoller wäre es wohl allerdings, das HDMI Signal direkt zu den betreffenden TV Geräten zu führen. Entweder nur über eine Cat5E Verkabelung und einem günstigen Extender oder über die Netzwerkinfrastruktur über ein Gerät, welches die HDMI Signale IP basiert transportiert, zum Beispiel den XTENDEX HDMI over IP Extender.

Gruß
- polskafan
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Alt 28.05.2012, 10:57 # --
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