ich habe eine Frage an Euch:
Das Haus verfügt üner eine eigene Erdung (unter dem Kellerfundamment
wurde ein verzinktes Stahlband an 6 Erdspiesse (2,5m lang ebenfalls aus vezinktes Stahl ) angebunden, allerdings nur unter einer Fläche die ca 1/4 des Kellers hat.
Diese eine Erdung hat einen gemessenen Widerstand von ca 2 Ohm und wurde an die Potentialschiene angeschlossen.
Für die Blitzschutzanlage (bisher getrennt) wurde um das Haus herum ein verzinktes Stahlband (40mmx3mm) eingegraben (ca 0,5m) mit 2 Diagonalausgänge für die Blitzableiter (DehnAlu 8mm) vom Dach.
Der gemessene Widerstand beträgt hier 2,4 Ohm.
Frage 1: darf ich die 2 Erdungen miteinander verbinden?
Ich würde den noch nicht montierten Satschüssel nicht "isoliert" erden, sondern direkt an die dadurch neu enstandene Erdung, bzw an die Blitzschutzanlage anschliessen. Dort hätte ich dann ca 1,1 Ohm eventuell könnte das Stahlrohr von der Brunnenpumpe (4" x30m) noch mit einbezogen werden, dann wäre es ganz bestimmt noch weniger als 1 Ohm.
Die Sonnenkollektoren würde ich ebenfalls damit erden.
Interner Blitzschutz ist vorhanden (Dehnventil VGA280/4 +VM280)
Frage 2: als Erdungsblöcke habe ich einige Beiträge über die ZAK12 von Kathrein gelesen. Deren Strombelastbarkeit ist vergleichbar
zu dennen von Dur Line Typ DLBS 3001 (10KA zu 8KA) kann ich die auch nehmen, da eigentlich viel preiswerter?
Danke und Gruss
17.07.2011, 20:58
#
2
Dipol
Team SAT-Technik
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Hallo und
Zitat:
Zitat von nebv
Frage 1: darf ich die 2 Erdungen miteinander verbinden?
Ich sags mal so: Die Mystiker die sich mit getrennten Erdungen "nicht den Blitz ins Haus holen", verstoßen gegen die Normbestimmungen, wonach alle Erder auf einem Potenzial liegen und miteinander blitzstromtragfähig verbunden sein müssen. Alles klar?
Zitat:
Zitat von nebv
Ich würde den noch nicht montierten Satschüssel nicht "isoliert" erden, sondern direkt an die dadurch neu enstandene Erdung, bzw an die Blitzschutzanlage anschliessen. Dort hätte ich dann ca 1,1 Ohm eventuell könnte das Stahlrohr von der Brunnenpumpe (4" x30m) noch mit einbezogen werden, dann wäre es ganz bestimmt noch weniger als 1 Ohm.
Die Sonnenkollektoren würde ich ebenfalls damit erden.
Die Blitzschutznorm EN 62305 besteht ja schon ein Weilchen, aber mit der druckfrischen EN 60728-11 wurde im Zuge internationaler Harmonisierung nicht nur der Sicherheitsstandard beim Potenzialausgleich "liberalisiert" (z. B. Querschnitsreduzierung von 4 mm² auf 2,5 mm² oder PA-Befreiung für Anlagen die nur eine WE versorgen), sondern bei Direkterdung an den Blitzableiter auch böse Minen eingebaut.
Bei der ersten Einsicht in die neue EN 60728-11 hatte ich bei den Grafiken der Direkterdungen an die Blitzschutzanlage einen PA-Drahtquerschnitt von 16 mm² spontan für einen Druckfehler gehalten. Während für eine separat geerdete Antenne unverändert ein schleifenfreier PA-Anschluss ausschließlich am Mast mit nur noch 2,5 mm² Mindestquerschnitt dargestellt ist, muss ein 16 mm² Cu-Volldraht innen quasi als zweiter Blitzableiter bis zur HES durchgezogen werden, wenn der Mast in eine Blitzschutzanlage einbezogen ist.
Nach dem ohmschen Gesetz wird die Eintragung von Teilblitzströmen auf den 16 mm² PA-Draht garantiert nicht kleiner werden. Auch Etagen- oder Wohnungsverteiler sind nach neuer EN 60728-11 an die Haupterdungsschiene anzuschließen, wenn der Mast direkt an die Blitzschutzanlage geerdet ist.
Zitat:
Zitat von nebv
Interner Blitzschutz ist vorhanden (Dehnventil VGA280/4 +VM280)
Sehr gut, nur bringt das für das Antennennetz nix.
Zitat:
Zitat von nebv
Frage 2: als Erdungsblöcke habe ich einige Beiträge über die ZAK12 von Kathrein gelesen. Deren Strombelastbarkeit ist vergleichbar
zu dennen von Dur Line Typ DLBS 3001 (10KA zu 8KA) kann ich die auch nehmen, da eigentlich viel preiswerter?
Womit wir beim Thema energetische Koordination im Blitz- und Überspannungsschutz angekommen sind. Bei der KATHREIN-Type hat sich ein Buchstabendreher eingeschlichen, du meinst die KAZ 12.
Bei einer Antenne oder einer Solaranlage die sich im Schutzraum von Fangstange(n) befindet, reicht ein SPZ 2 Überspannungsbaustein als Mittelschutz mit 5 kA und Impulsform 8/20 µs aus. Bei Direkterdung ist aber nur ein eingangsseitiger Grobschutz mit SPZ 1 Blitzstromableitern mit 100 kA Stoßstrom 10/350 ms Impulsform sinnvoll.
FAZIT: Isolierter Blitzschutz mit Fangstangen lohnt sich oft schon allein durch die Einsparungen von SPZ 1 Blitzstrom- zu SPZ 2 Überspannungs-Ableitern. Hinzu kommt, dass der Schutz gravierend besser ist.
Bilder sagen mehr als Worte, deshalb hänge ich mal einen Folienauszug zu den angesprochenen Themen an.
17.07.2011, 21:10
#
3
nebv
Threadstarter
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Hallo und schönen Dank für die schnelle Antwort!
1. der Link funtioniert nicht, die Datei scheint es beschädigt zu sein
2. soweit ich gelesen habe, ist SPZ1 nichts anderes als KAZ11+KAZ12
die Strombelastbarkeit ist aber <10kA, keinesfalls 100kA
oder werden andere Teile für SPZ1 eingebaut, falls ja welche?
Danke und Gruss
17.07.2011, 21:19
#
4
Dipol
Team SAT-Technik
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Zitat:
Zitat von nebv
Hallo und schönen Dank für die schnelle Antwort!
1. der Link funtioniert nicht, die Datei scheint es beschädigt zu sein
Versuchs nochmal, ich hatte den Anhang ausgewechselt.
Zitat:
Zitat von nebv
2. soweit ich gelesen habe, ist SPZ1 nichts anderes als KAZ11+KAZ12
Siehe Anhang, nicht Ursache und Wirkung verwechseln.
17.07.2011, 21:36
#
5
nebv
Threadstarter
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Danke der Link funktioniert!
hilfe! was soll ich jetzt verwechselt haben?
Laut Dehn haben die 10kA, wie sollten die jetzt 100kA ableiten?
sollte ich die Fragezeichen auf Seite 3/4 als "fragewürdig" interpretieren?
18.07.2011, 15:42
#
6
Dipol
Team SAT-Technik
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Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von nebv
Danke der Link funktioniert!
hilfe! was soll ich jetzt verwechselt haben?
Laut Dehn haben die 10kA, wie sollten die jetzt 100kA ableiten?
sollte ich die Fragezeichen auf Seite 3/4 als "fragewürdig" interpretieren?
Du darfst schon mal interpretieren, dass die Kombination aus KAZ 12 und KZ 11 keine 100 kA verschmerzen kann und das auch bei Direkterdung nicht notwendig ist.
In den Risikoberechnungen im Blitzschutz gibt es auch pauschle Annahmen, die Realität kann anders sein. Beispiel: Aufteilung der Blitzströme 70 % in die Erdung und 30 % ins Netz.
Die 30 % werden bei einem Quad- oder Quatro-LNB wiederum auf die vier Kabel aufgeteilt.
Momentan gibt es für die Kombination KAZ 12 + KAZ 11 von KATHREIN andere Daten als von DEHN. Bitte etwas Geduld, die Blitzschutzkoryphäen müssen alle erst noch die neue EN 60728-11 verarbeiten, genauer gesagt verkraften. Wenn die exakten Daten dieser SPZ 1-Kombination geklärt sind, wird ein umfangreicheres Upgrade mit zusätzlichen Darstellungen in den gepinnten Erdungsthread einfließen.
18.07.2011, 17:34
#
7
nebv
Threadstarter
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wenn die eh keine 100kA abkönnen sondern nur 2-10kA, dann sind
die DLBS 3001 mit 8kA genau so gut (oder schlecht), oder?
18.07.2011, 20:39
#
8
Dipol
Team SAT-Technik
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Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von nebv
wenn die eh keine 100kA abkönnen sondern nur 2-10kA, dann sind
die DLBS 3001 mit 8kA genau so gut (oder schlecht), oder?
Ich habe mich auf der ANGA-Cable mit Herrn Dura u. a. über diesen Baustein unterhalten und er war sichtlich stolz darauf.
Bei der Kombination von KAZ 12 und KAZ 11 handelt es sich um einen SPZ 1 Blitzstromableiter und bei der DLBS 3001 um einen -vermutlich überdurchschnittlichen- SPZ 2 Überspannungsableiter. Es kommt nicht nur darauf an auf welchen Stoßstrom sich der Nennwert bezieht, sondern auch wie die energetische Koordination mit Funkenstrecke, Gasableiter und Varistoren angepasst ist. Am Systemeingang hat ein SPZ 2 Baustein durchaus seine Berechtigung, wenn die Antenne mit einer Fangstange geschützt ist.
Wie ich heute erst gelernt habe, soll man z. B. nicht zwei Varistoren hinter einander schalten, Transienten sind eine Wissenschaft für sich. Und selbst beim Geräte-Feinschutz muss man noch auf die richtige Leitungsführung achten, siehe die Bedienungsanleitung von diesem Koax-Überspannungsableiter: http://www.leutron.de/uploads/tx_leu...Pro_SAT_BA.pdf
19.07.2011, 00:00
#
9
nebv
Threadstarter
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ok...ich überlege mir dann wie ich am sichersten einen isolierter Blitzschutz mit Fangstange realisiere ... das ganze SPZ1 Theater vertraue ich nicht
im geringsten.
Frage:
kann eine 16mm Fangstange aus Stahl(verzinkt) die 2,5m hoch ist, von 2 x Distanzhalter (am Antennenmast angebracht) stabil gehalten werden? ich meine selbst bei Wind etc...
Als Fuß für die Fangstange könnte ich höchstens einen Stangenhalter von Dehn 223 005 anbringen, ich habe aber Bedenken über die Stabilität der Konstruktion bei dieser Höhe, besonders wenns windig wird...
Ich weiss es nicht wie stabil die Distanzhalter von Dehn gebaut sind.
Sind die ganz fest, oder eher etwas elastisch? nach der Montage bleiben die bombenfest oder eher wackelig?
Der Antennenmast wird 60mm Durchmesser haben und das Teil unter dem Dach vernünftig fixiert, über seine eigene Stabilität zumindest werde ich schon sorgen.
22.07.2011, 10:37
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10
Dipol
Team SAT-Technik
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Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von nebv
ok...ich überlege mir dann wie ich am sichersten einen isolierter Blitzschutz mit Fangstange realisiere ... das ganze SPZ1 Theater vertraue ich nicht im geringsten.
Es gibt ja auch keine keine annähernd so wirkungsvolle Schutzmethode wie den Isolierten Blitzschutz oder eine isolierte Antennenerdung.
Zitat:
Zitat von nebv
Frage:
kann eine 16mm Fangstange aus Stahl(verzinkt) die 2,5m hoch ist, von 2 x Distanzhalter (am Antennenmast angebracht) stabil gehalten werden? ich meine selbst bei Wind etc...
Die Absicht ist löblich, aber die Blitzschutzmontage setzt erhebliches Know-How voraus, weshalb sie ja auch nach EN 60728-11 und EN 62305 Blitzschutzfachkräften vorbehalten ist. Der beste isloierte Blitzschutz ist für die Katz, wenn man die Trennungsabstände nicht einhält.
Für die Windlastberechnung nach EN 60728-11 muss man nicht unbedingt Statiker sein, aber es sind auch noch die Windlastzonen nach DIN 4131 und die DIN 1055, Teil 4, zu beachten.
Zitat:
Zitat von nebv
Als Fuß für die Fangstange könnte ich höchstens einen Stangenhalter von Dehn 223 005 anbringen, ich habe aber Bedenken über die Stabilität der Konstruktion bei dieser Höhe, besonders wenns windig wird...
Ab einem Biegemoment von 1.650 Nm ist ein statischer Nachweis gefordert!
Zitat:
Zitat von nebv
Ich weiss es nicht wie stabil die Distanzhalter von Dehn gebaut sind.
Sind die ganz fest, oder eher etwas elastisch? nach der Montage bleiben die bombenfest oder eher wackelig?
Die GFK-Abstandshalter Art.-Nr. 106 120 sind erprobtes Profimaterial. Je nach Länge und den örtlichen Verhältnissen kann aber eine zusätzliche Abstützung erforderlich sein!
Weniger Windlast verursacht eine mit geringerem Abstand zu montierende aber kostenintesivere HVI- oder HVI-Light-Leitung. Spätestens bei deren Montage sind insbesondere wegen der Einhaltung der Trennungsabstände Blitzschutzfachkräfte gefragt! Hierzu einige Links und im Anhang eine Fangstange mit GFK-Abstandshaltern: