Neuverkabelung Unicable/MS Sky

Alt 02.07.2011, 11:33   # 1
marcel m
 
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Hallo zusammen,

ich kann nur nochmal darauf hinweise, dass King W.'s sehr gute Erklärung des Unterschiedes Unicable- vs. Einkabellösung immer noch nicht sticky gemacht worden ist

Jedenfalls müssen wir ein 3 Etagenmietshaus mit einer neuen SAT-Verkabelung ausstatten. Jede Etage ist eine Wohneinheit und jede Wohneinheit bekommt jeweils 2 Dosen im Wohnzimmer und 1 Dose im Schlafzimmer. Ein stillgelegter Kaminschacht dient dabei als "Versorgungsschacht", der im Wohnzimmer endet und Schlafzimmer ist direkt nebenan. Das Layout aller Wohnungen ist ungefähr gleich.

Momentan geht es erst einmal darum, die Leerrohre zu verlegen. Die Installation der SAT-Anlage wird auf jedenfall der SAT-Techniker hier vor Ort ( Erdung und Potentialausgleich) übernehmen. Verkabelung und Dosensetzen mal sehen. Jedenfalls bräuchte ich von euch ein paar infos ob meine Überlegungen so richtig sind und der SAT-Techniker mir nachher keinen Quatsch erzählen kann

Zunächst wollte ich das ganze mit 2 kaskadierten Technisat Routern lösen. Also 3x4 und ein "toter" Strang. Im Wohnzimmer wird wohl nur ein Fernseher stehen. Somit ständen für jede Wohnung jeweils "2 Anschlüsse" für Wohnzimmer und Schlafzimmer zur Verfügung. Wer noch mehr braucht muss halt mit den Einschränkungen leben. Großer Vorteil hier ist natürlich deutlich weniger Aufwand bei der Verkabelung und eigentlich maximale Flexibilität.
Aber stimmt das wirklich? Was ist z.B. mit Sky? unterstützen deren Receiver auch Unicable. Konnte da leider gar nichts zu finden. Und wie ist es bei den anderen Herstellern. Unterstützt inzwischen ein Großteil der Reveiver Unicable oder müsste sich der Mieter dann erstmal einen teuren zu legen?
Was passiert eigentlich wenn an einem "Strang" nur ein Anschluss genutzt wird? Ist dann auch ein Unicable fähiger Receiver nötig? Oder gibt es dann einen Legacy Modus?

Die einzige Alternative wäre ja dann nur ein Multiswitch. Was aber bedeutet (hoffentlich nur) 4 Kabel pro Wohnung. 2 gehen direkt in die Dose im Schlafzimmer und 2 ins Wohnzimmer. Wobei ich dann die Hoffnung hätte, dass die erste Dose im WZ als Durchgangsdose ausgelegt werden kann und somit wenn man nur eine der Dosen benutzt damit keine Probleme bekommt.

Ich hab auch mal eine amateurhafte Zeichnung des "interessanten Bereiches" der Wohnung angefügt wie gesagt sind alle 3 Ebenen ca. gleich.
Die Türe ist natürlich etwas unschön. Ist aber auch nur in einer Etage so. Sonst frage ich mich ob ich in der Ecke E noch irgendetwas vorsehen (Dose) sollte damit man im Zweifel leicht eine T-Weiche/2 Wege-Verteiler einbauen kann.

hmm doch ganz schön lang geworden nochmal zuusammen gefasst:
1) Ist es möglich einen Sky zertifizierten Receiver an einer Unicable Anlage zu nutzen?
2) Wenn an einem Unicable Strang nur ein Anschluss genutzt wird, kann man dann auch einen nicht Unicable fähigen Receiver benutzten?
3) Ist es möglich bei Verwendung eines Multiswitches trotzdem mehrere Dosen mit einem Kabel zu versorgen, wenn zeitgleich nur eine Dose genutzt wird?
4) In die Ecke ne Dose setzen für einen evtl. nötigen Verteiler?
Angehängte Grafiken
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Alt 03.07.2011, 15:59   # 2
Dipol
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Zitat:
Zitat von marcel m Beitrag anzeigen
Zunächst wollte ich das ganze mit 2 kaskadierten Technisat Routern lösen. Also 3x4 und ein "toter" Strang. Im Wohnzimmer wird wohl nur ein Fernseher stehen. Somit ständen für jede Wohnung jeweils "2 Anschlüsse" für Wohnzimmer und Schlafzimmer zur Verfügung. Wer noch mehr braucht muss halt mit den Einschränkungen leben.
Vier Routerkanäle pro Wohnung sind okay. Alternativ wäre eine JULTEC-Kompaktmatrix JPS0503-6TN (Auslaufmodell) mit 3 x 6 Routerkanälen und 3 separaten Legacy-Ports zum EVP von € 614,00 möglich.
Zitat:
Zitat von marcel m Beitrag anzeigen
Was ist z.B. mit Sky? unterstützen deren Receiver auch Unicable. Konnte da leider gar nichts zu finden. Und wie ist es bei den anderen Herstellern. Unterstützt inzwischen ein Großteil der Reveiver Unicable oder müsste sich der Mieter dann erstmal einen teuren zu legen?
Die EN 50494, besser unter dem geschützten Begriff UniCable bekannt, ist ein genormter Standard der in fast allen neuen Receivern implementiert ist. Neue TV-Geräte mit integrierten DVB-S-Tuner haben nicht unbedingt UniCable an Bord.
Zitat:
Zitat von marcel m Beitrag anzeigen
Was passiert eigentlich wenn an einem "Strang" nur ein Anschluss genutzt wird? Ist dann auch ein Unicable fähiger Receiver nötig? Oder gibt es dann einen Legacy Modus?
Ein Legacy-Mode auf Stammleitungen ist nur beschränkt möglich:
  • Dieses Feature gibt es ausschließlich bei von JULTEC hergestellten Matritzen mit 2 oder 3 Routerkanälen je Port.
  • Der Legacy-Pegel liegt um 7 bis 10 dB niedriger als im Einkabel-Mode.(Ausnahme: JRS-Serie mit je zwei Router und reduzierten 70 + 70 dBµV Output-Level, primär für nur eine Steckdose konzipiert).
  • Die AGC regelt die Pegelschräglage im UniCable-Modus vollkommen aus. Im Legacy-Mode regelt die AGC auf Max.-Pegel aus, die Schräglage der Eingangspegel schlägt wie bei einem Multischalter auf die Ausgangsseite durch.
  • Bei hoher Netzdämpfung können daher u. U. bereits an der zweiten Dose Unterpegel auftreten, weshalb der Legacy-Mode nur in Matritzen 2 bis 3 Routerkanälen/Port sinnvoll ist. Je Port mit 6 Routerkanälen haben die JULTEC-Kompaktmatritzen einen separaten Legacy-Anschluss.
Zitat:
Zitat von marcel m Beitrag anzeigen
Die einzige Alternative wäre ja dann nur ein Multiswitch. Was aber bedeutet (hoffentlich nur) 4 Kabel pro Wohnung. 2 gehen direkt in die Dose im Schlafzimmer und 2 ins Wohnzimmer. Wobei ich dann die Hoffnung hätte, dass die erste Dose im WZ als Durchgangsdose ausgelegt werden kann und somit wenn man nur eine der Dosen benutzt damit keine Probleme bekommt.
Wenn nur die letzte Dose gebraucht wird, kann man entweder die erste überbrücken oder setzt dafür eine Durchgangsdose ein. An dieser werden sich aber Stehwellen negativ auswirken.
Zitat:
Zitat von marcel m Beitrag anzeigen
Die Türe ist natürlich etwas unschön. Ist aber auch nur in einer Etage so. Sonst frage ich mich ob ich in der Ecke E noch irgendetwas vorsehen (Dose) sollte damit man im Zweifel leicht eine T-Weiche/2 Wege-Verteiler einbauen kann.
Bitte im eigenen Interesse kein T-Stück, entweder einen Sat.-Zweifachverteiler und zwei AXING SSD 5-10 + kapazitiv getrennten Abschlusswiderstand, bei knappen Pegeln kann man auch zwei echte intern terminierte Enddosen SSD 5-07 nehmen.
Zitat:
Zitat von marcel m Beitrag anzeigen
1) Ist es möglich einen Sky zertifizierten Receiver an einer Unicable Anlage zu nutzen?
Ja, siehe hier: Sky - Kundencenter - Receiver | sky.de
Bei HUMAX erkennt man Receiveiver mit EN 50494-Befehlssatz an der Bezeichnung SCD.
Zitat:
Zitat von marcel m Beitrag anzeigen
2) Wenn an einem Unicable Strang nur ein Anschluss genutzt wird, kann man dann auch einen nicht Unicable fähigen Receiver benutzten?
Siehe oben.
Zitat:
Zitat von marcel m Beitrag anzeigen
3) Ist es möglich bei Verwendung eines Multiswitches trotzdem mehrere Dosen mit einem Kabel zu versorgen, wenn zeitgleich nur eine Dose genutzt wird?
Ja, sofern durch die Dämpfung der Kabel und der Durchgangsdosen keine Unterpegel < 47 dB(µV) auftreten. Eine "pegelfreundliche" Stichdose am Leitungsende verursacht stets Stehwellen an der vorgeschalteten Dose. Dies auch, wenn die erste Dose nur für UKW- oder DVB-T-Zwecke genutzt wird.
Zitat:
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4) In die Ecke ne Dose setzen für einen evtl. nötigen Verteiler?
Alternativ sind auch UniCable-taugliche Abzweiger wie der SPAUN UniTAP oder JULTEC JPT1-17 mit einer Einzeldose auf dem Stichanschluss möglich.
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Alt 03.07.2011, 19:15   # 3
King W.
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Soweit ich weiß, ist der JPS0503-6TN nicht mehr zu bekommen. Das letzte, noch vorhandene Exemplar ist nach Aussage von Jultec Mitte Juni an SEH geliefert worden, wo ich das Teil gekauft habe. Ob ein anderer Händler noch solch ein Teil auf Lager hat, weiß ich nicht.

Mein Vorschlag wäre die Verwendung eines JRS0506-2T von Jultec. In jede Wohnung werden zwei Kabel gelegt, an jedes Kabel kann entweder ein herkömmlicher Receiver, zwei Unicable-Receiver oder ein Twin-Receiver (unicable-tauglich) angeschlossen werden. An jedem Kabel wird entweder eine Stichdose installiert (bitte Qualitätsware nehmen, z.B. diese hier) oder eine Durchgangs- und eine Enddose, je nach baulicher Gegebenheit.

Vorteile hierbei:
  • Der Router braucht keinen eigenen Stromanschluß und verbraucht deshalb auch keinen Strom, wenn kein Receiver eingeschaltet ist. Das spart auf Dauer richtig Geld.
  • Der Verkabelungsaufwand ist zwar etwas höher, als bei der von Dipol vorgeschlagenen Lösung, hält sich aber mit 2 Kabeln pro Wohnung noch in Grenzen. * Verteiler oder Abzweiger sind in diesem Fall nicht nötig.
  • Der Preis des JRS0506-2T ist geringer als der des JPS0503-6TN. Der Router ist erst vor Kurzem neu auf den Markt gekommen und auf der Internetseite von SEH noch nicht gelistet, den genauen Preis weiß ich deshalb nicht. Erfahrungsgemäß müßten es aber ca. 450€ sein.

Da die angeschlossenen Receiver die Stromversorgung des LNB und auch des Schalters übernehmen müssen, sollte ein LNB mit einem möglichst geringen Stromverbrauch gewählt werden. Dieses Alps ist nicht nur preislich interessant, auch die Qualität stimmt und der Stromverbrauch beträgt lediglich 150 mA. Dazu kommen noch 95 mA für den Schalter. Damit ergibt sich eine maximale Stromaufnahme von 245 mA, aber auch nur dann, wenn lediglich ein Receiver eingeschaltet ist. Laufen mehrere Receiver, teilen sie sich die Stromversorgung. Die Netzteile guter Marken-Receiver sind meist für einen maximalen LNB-Versorgungsstrom von 500 mA konzipiert, 300 mA schafft aber auch jede billige China-Gurke. Probleme durch den receivergespeisten Betrieb sind deshalb nicht zu erwarten.

* Alternativ könnte auch gutes Twin-Kabel, z.B. dieses hier angewendet werden, um den Verkabelungsaufwand noch weiter zu reduzieren. Die bei dem dünneren Kabel etwas erhöhte Kabeldämpfung begrenzt zwar die mögliche Länge der Kabelstrecken (auf ca. 30m), hat aber auf die Empfangsqualität keinerlei Einfluß.
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Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
Albert Einstein


Nokia? Nein danke!
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Alt 03.07.2011, 23:42   # 4
marcel m
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wow wie immer guter input! danke schonmal dafür an euch beide!!

ihr schwärmt ja eigentlich immer für die jultecs, das ist ja nix neues
der tv-techniker der die sache übernehmen soll ist aber eher der technisat mensch. strom ist am ort der SAT-Anlage zwar kein Problem aber trotzdem ist das ja nicht uninteressant. Über die Dauer der Laufzeit der Anlage wird man vielleicht sogar die Mehrkosten wieder reinholen Muss mich mit dem mal unterhalten.

Preise hab ich sogar auch ein paar gefunden. SEH hat ihn anscheinend auch schon im Angebot.

Wir haben heute mal den MS-Aufbau etwas konkreter gemacht. Ist zwar der meiste Aufwand bei der Installation aber nachher ist man nunmal maximal flexibel. Wobei ich zugegeben muss der von euch vorgeschlagene Jultec ist auch ziemlich flexibel. Aber zurück zum MS. Was wäre denn in dem Fall von dem Gerät hier zu halten? Wäre billiger als die Kaskadelösung von zwei 8fach Technisat-Switches.

Muss mir das ganze mal überlegen und morgen mal zum TV-Fritzen gehen.
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Alt 06.07.2011, 15:02   # 5
marcel m
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so.
der gute mann wird sich mal über jultec informieren und gucken ob er das ding besorgen kann.
Allerdings hält er bei einer kompletten Neuverkabelung eine Sternverkabelung für das beste. Ich denke das werden wir auch machen, weil im Zweifel muss ich ja dann den Receiver einstellen
Er hat auch twin kabel mit 110db Schirmung vorgeschlagen. Er meint 19mm Leerrohre wären dafür ausreichend.
Für die Dosen hat er Twin-Dosen vorgeschlagen. Geringerer Aufwand und "kaum Verluste" im GGs. zu ner Single Dose. Sowas ähnliches habe ich hier in nem anderen Thread gelesen. Oder wird es dann fummelig in der Dose?
Denke mit Twin-Kabel und Twin Dose hält sich der Aufwand in Grenzen. Bei den Längen vom MS zur Dose werden wir wohl max. so um die 20m liegen.
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Alt 06.07.2011, 15:35   # 6
Dipol
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Zitat:
Zitat von marcel m Beitrag anzeigen
Für die Dosen hat er Twin-Dosen vorgeschlagen. Geringerer Aufwand und "kaum Verluste" im GGs. zu ner Single Dose.
Dam man meistens eher zuviel als zuwenig Pegel hat, sind die paar dB-chen kein Entscheidungskriterium.

Zitat:
Zitat von marcel m Beitrag anzeigen
Sowas ähnliches habe ich hier in nem anderen Thread gelesen. Oder wird es dann fummelig in der Dose?
Steckdosen sind so oder so die Schwachstelle um auch die Mindest-Biegeradien der Kabel einzuhalten. Worst-Case können Twin-Dosen eine zu geringe Entkopplung zwischen den Ausgängen haben. Sollte dich der Effekt ereilen, dass z. B. die 22 kHz übersprechen, weißt du wo du ansetzen musst. Das ist mir in den letzten 10 Jahren aber nur zweimal passiert.
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Alt 28.05.2012, 10:48 # --
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