Satanlage neu erstellen als Ersatz für Kabel

Alt 30.06.2011, 18:03   # 1
luwi
 
Registriert seit: 24.06.2011
Beiträge: 4
Hallo erstmal,

nach langem Lesen hier und bei Wikipedia, bin ich als absoluter Satneuling doch ein wenig verwirrt von der Vielfalt der Möglichkeiten bei der Installation und den benötigten Komponenten.

Deshalb frage ich auch mal konkret was ich brauchen würde für meine Installation.

Vorhanden ist eine Kabelanlage aus dem Jahr 1980 in einem dreigeschossigen Einfamilenhaus.

Da ich wie ich gelesen habe für HDTV doppelt geschirmtes Kabel benötigt wird (vorhanden ist einfach geschirmtes Kabel, HDTV ist über Kabel einwandfrei zu empfangen) gehe ich davon aus neue Kabel zu verlegen.

Es soll in jeder Etage 1 Fernseher mit je einem Singeltuner und je 1 Fernseher mit einem Doppeltuner betrieben werden.

Frage 1: welche Verkabelungsart ist die beste?, Mehrkabel, Einkabel oder Unikabel.

Welche LNB, Splitter/Receiver/Multischalter, werden benötigt um eine gute Empfangsquallität zu erreichen. Und den Aufwand für neue Kabelverlegung möglicht gering zuhalten.

Empfangen werden soll nur Deutsche Programme von Astra.

Die Antenne soll am Dachgiebel montiert werden und im Dachboden der Verteiler.
Von hier aus wenn Sinnvoll eine "Steigeleitung" bis in den Keller und in jeder Etage eine Verteilung zu den Dosen (je 1mal Doppel- und 1mal Einfachtuner).

Oder ist eine andere Verlegeart besser?.

Vielen Dank schon mal im voraus

Luwi
  Mit Zitat antworten
Alt 06.07.2011, 18:07   # 2
polskafan
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 18.03.2009
Beiträge: 555
Zitat:
Zitat von luwi Beitrag anzeigen
Hallo erstmal,
Hallo zurück und nw welcome
Entschuldige die leicht verspätete Antwort, aber besser spät als nie.
Zitat:
Vorhanden ist eine Kabelanlage aus dem Jahr 1980 in einem dreigeschossigen Einfamilenhaus.

Da ich wie ich gelesen habe für HDTV doppelt geschirmtes Kabel benötigt wird (vorhanden ist einfach geschirmtes Kabel, HDTV ist über Kabel einwandfrei zu empfangen) gehe ich davon aus neue Kabel zu verlegen.
Wenn das alte auch schon doppelt geschirmt ist und ein geschäumtes (d.h. weißes und nicht leicht durchsichtiges) Dieelektrikum besitzt, kann es weiter verwendet werden. Neue Kabel kosten aber auch nicht die Welt und haben wahrscheinlich bessere Übertragungseigenschaften. Sollte es also keine größeren Umstände machen, sind neue Kabel vorzuziehen.

Zitat:
Es soll in jeder Etage 1 Fernseher mit je einem Singeltuner und je 1 Fernseher mit einem Doppeltuner betrieben werden.

Frage 1: welche Verkabelungsart ist die beste?, Mehrkabel, Einkabel oder Unikabel.
Eine Sternverteilung ist immer das Optimum. Dort sind die Kosten für die Verteilung relativ niedrig und du kannst jeden Digital Receiver einsetzen unabhängig davon, welche Spezifikation er erfüllt. Bei einem Unicable System nach EN50494 muss das speziell unterstützt werden. An der externen Receiverfront gibts da zwar inzwischen breite Unterstützung, bei den in den Flachbildschirm integrierten DVB-S(2) Receivern sieht es aber noch ein wenig Mau aus und es wird nur von einer handvoll Herstellern etwas passendes angeboten. Statische Einkabelsysteme sind nicht zu empfehlen. Da verdient nur der Installateur, der solch eine Anlage installiert. Da es doch häufiger Frequenzwechsel gibt und dann die Kopfstation umprogrammiert werden muss (z.B. heute morgen wurden die Sky Welt Extra Sender auf eine neue Frequenz umgelegt). Für ein Objekt dieser Größenordnung sollte man eine Stern- oder Unicableverteilung wählen. Dort wirken sich Frequenzwechsel seitens der Sender nur auf den Receiver aus. Der kann relativ leicht selbst, mittels Programmsuchlauf, aktualisiert werden. Einkabelkopfstationen brauchen dann größere Umbauten und Neuinvestitionen.

Zitat:
Welche LNB, Splitter/Receiver/Multischalter, werden benötigt um eine gute Empfangsquallität zu erreichen. Und den Aufwand für neue Kabelverlegung möglicht gering zuhalten.

Empfangen werden soll nur Deutsche Programme von Astra.
Bei den LNB empfehlen wir aus Überzeugung eigentlich immer Alps. Die Empfangseigenschaften sind für Astra Empfang mehr als ausreichend und die LNB nahezu unkaputtbar. Dazu kommt der perfekte Wetterschutz. Da führt wohl kein Weg daran vorbei. Für einen externen Multischalter brauchst du ein Alps Universal Quattro LNB.

Antenne hast du jetzt nicht explizit gefragt, aber das LNB muss ja auch irgendwo befestigt werden. Für hohe Ansprüche empfehlen wir immer die Gibertini OP 85 SE. Dort sind alle Teile aus witterungs und alterungsbeständigem Material gefertigt. Du findest dort kein Teil aus Plastik. Wirklich eine sehr gute Antenne.

Etwas günstiger kämst du mit einer Triax TDA 78 davon. Dort sind aber noch einige Teile wie die LNB Halterung aus Plastik. Ich selbst habe eine solche Antenne seit ca. 4 Jahren im Einsatz und kann nur gutes Berichten. Wie es aber auf Dauer aussieht, wird sich, zumindest bei mir, noch zeigen müssen.

Darunter solltest du in der Größe, als auch in der Qualität mit den Antennen aber nicht gehen.

Der Rest ergibt sich aus den zwei Möglichkeiten der Verteilung:
a) Sternverteilung mit eigenem Kabel zu jedem Receiver
Hierbei müssen zu einem Twin Receiver auch zwei Kabel gelegt werden. Also in jedes Stockwerk 3 Kabel, macht insgesamt 9. Du würdest also z.B. mit einem Jultec JRM0512T auskommen. Dieser Verteiler ist komplett receivergespeist und braucht kein eigenes Netzteil. Dadurch sparst du auf Dauer jede Menge Stromkosten, da der Verteiler wirklich nur läuft, wenn auch ein Receiver eingeschaltet ist. Außerdem einzigartig bei Jultec: Das LNB wird nur mit 8V, anstatt den üblichen 12V betrieben. Dadurch wird jede Menge Strom gespart. An den empfangseigenschaften ändert sich aber nichts.

Da du kein UKW oder DVB-T mit in die Anlage einspeisen möchtest, brauchst du nicht zwingend Antennensteckdosen. Solltest du doch welche setzen wollen, wären bei einem Single Anschluss die Axing SSD 5-00 und beim Twin Anschluss eine Hirschmann EDS 322 F zu empfehlen.

b) Unicable Verteilung mit Reihenschaltung in den Stockwerken
Hierfür brauchst du nur ein Kabel in jedes Stockwerk. Es würde sich z.B. der Jultec JPS0504-03T anbieten. Dort kannst du 4 Kabel anschließen, an welchem du jeweils 3 Tuner betreiben kannst (also 3 Single Tuner Receiver oder ein Twin- und ein Single Tuner Receiver).

Hier brauchst du auf jeden Fall Antennendosen. Bei jeweils zwei Pro Strang, wären das z.B. als erste Dose eine Axing SSD 5-18 gefolgt von einer Axing SSD 5-14. In den Ausgang der letzten Dose, setzt du dann einen entkoppelten Abschlusswiderstand.

Zitat:
Die Antenne soll am Dachgiebel montiert werden...
Dabei bitte zur Dachkante 2m Abstand halten. Alle Antennen die mehr als 2m Dachabstand und weniger als 1,5m Wandabstand haben, sind nämlich im geschützten Bereich und damit nicht erdungspflichtig. Auf dem Dach oder generell außerhalb dieses Bereiches müsstest du dann nämlich einen Blitzschutz über Direkterdung des Antennenmastes bzw. über eine seperate Fangstange errichten. Das wird ganz schnell recht kompliziert. Mehr dazu im seperaten Erdungsthread. Der Potentialausgleich darf neuerdings, solange nur eine Wohneinheit versorgt wird, entfallen. Bei einer Anlage dieser Größenordnung, würde ich den aber trotzdem dringend empfehlen. Das Schützt nicht nur deine Geräte, sondern auch vor Personenschäden durch undefinierte Potentialströme auf den Antennenkabeln.

Zitat:
... und im Dachboden der Verteiler. Von hier aus wenn Sinnvoll eine "Steigeleitung" bis in den Keller und in jeder Etage eine Verteilung zu den Dosen (je 1mal Doppel- und 1mal Einfachtuner).
Bei Unicable, würde ich den Verteiler auch ins Dach montieren. Von dort aus dann mit 3 Kabeln (+ das Potentialausgleichskabel zur PAS) in den Keller. Da hast du dann den geringsten Verkabelungsaufwand. Bei der Multischalter Sternverteilung würde ich den Multischalter wohl im Keller montieren. Dann brauchst du vom LNB nur mit 4 Kabeln (+ PA-Kabel) in den Keller und kannst dann von dort aus die 9 Kabel in die Stockwerke legen. Ansonsten müsstest du 9 Kabel in den Keller und noch in die Stockwerke. Da summieren sich die Kabelwege ganz schnell und du brauchst jede Menge Koaxkabel.

Zum Kabel noch: Bitte nicht auf die Werbefuzzis reinfallen und kein solches fünffachgeschirmtes 130dB Hochschirmkabel mit Gelschutz kaufen. Der Gelschutz verschmiert nur alles und beim Koaxkabel gibt es wichtigeres, als nur die Schirmung:
- Ein 1,13mm Innenleiter aus reinem Kupfer für möglichst geringe Durchgangsdämpfung, gute Kabel erreichen ca. 30dB/100m
- Eine verklebte innere Folie für eine leichtere Montage der F-Stecker
- Ein Abschirmgeflecht aus verzinntem Kupfer mit hoher Bedeckung. Billige Kabel haben meist nur ein Alugeflecht. Das bricht ganz schnell beim Verlegen und führt zu Intermodulationsstörungen.

Selbst gute zweifach geschirmte Kabel wie das Kathrein LCD 95 oder das Hirschmann Koka 110 HD erreichen bereits eine hohe Schirmwirkung nach Class A und sind bei weitem einfacher zu verarbeiten als das oben verlinkte Billigkabel. Solltest du komplett auf Highend setzen wollen, nimm das Kathrein LCD 111 oder das Hirschmann Koka 125 HD. Die sind durch eine zusätzliche Lage Folie dreifach geschirmt und stellen damit das Nonplus Ultra an Antennenkabeln dar.

Für draußen kannst du, wenn du möchtest, sogar UV geschütztes PE Kabel bestellen. Die oben genannten Kabel gibt es auch alle in einer PE Variante. Bei Kathrein heißen diese LCD 99 und LCD 115. Bei Hirschmann wäre es z.B. das Hirschmann Koka 110 HD PE. Das altert bei direkter Sonneneinstrahlung nicht ganz so schnell. Es ist daher sinnvoll dieses Kabel vom LNB bis zum ersten Potentialausgleichsblock zu verwenden.

Zu einem guten Kabel gehören auch noch gute Stecker. Dazu sei mal auf diesen Artikel aus der Infosat Ausgabe 273 verwiesen. Auch hier kommt man zum Schluss: An ein gutes Antennenkabel, gehören keine F-Aufdrehstecker. Mindestens Self Install, noch besser F-Kompressionsstecker. Für das Hirschmann Kabel kannst du dir auch ein passendes Werkzeug/Steckerset bei Seh ausleihen. Nach getaner Arbeit schickst du es zurück und erhälst dann den Preis für das Werkzeug erstattet. Du zahlst so nur die verbrauchten Stecker und das Rücksendeporto. Günstiger kommst du nicht an so hochqualitative Steckerverbindungen, die sogar noch wasserdicht sind.

Wie der JRM0512T verkabelt wird, vor allem in Bezug auf korrekten Potentialausgleich, hat King W. in diesem Beitrag in einer Skizze erklärt. Bevor ich mir die Mühe mache, das nochmal zu zeichnen, verweise ich dich einfach mal dorthin. Sollte die Antenne nicht erdungspflichtig sein, wird das Kabel für den PA nicht am Antennenmast, sondern direkt zur Potentialausgleichsschiene im Keller des Hauses geführt.

Hoffe das hat dir, trotz Verspätung, noch ein wenig geholfen.

Gruß
- polskafan
  Mit Zitat antworten
Alt 07.07.2011, 12:15   # 3
luwi
Threadstarter
 
Registriert seit: 24.06.2011
Beiträge: 4
Danke für die ausführlichen Informationen die mir die Ausführung der Satellitenanlage erheblich erleichtern.

Gruß Luwi
  Mit Zitat antworten

Alt 28.05.2012, 10:48 # --
News Flash
 
Benutzerbild von News Flash
 
 
 
   
Antwort
Themen-Optionen



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 10:48 Uhr.