Blitzschutzleitung nahe einer Gasleitung

Alt 01.06.2011, 03:55   # 1
grobiralf
 
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Hallo liebe Gemeinde,

schon einige Threads hier bezügl. normgerechter Blitzschutzverlegung gelesen, aber zu meinem speziellen Fall keine Antwort gefunden.
Grundvorraussetzung wie bei vielen: Umstieg von derzeit Kabel-TV auf Sat.
Die Gebrauchtimmobilie wird in 2-3 Monaten von uns bezogen.

Ich habe mal einige Fotos mit Anmerkungen versehen.

Ansich wäre eine recht einfache Verkabelung möglich, da bereits ein
Leerschacht vom Kriechboden in den Hausanschlusskeller führt.
In die Decke des Kellers müsste nur ein kleines Loch (s. Foto) gebohrt werden.

Ich bin mir leider nicht sicher, ob eine Blitzschutzleitung durch den Schacht vom Kriechboden in den Keller geführt werden darf, weil direkt neben dem offenen Schacht die Gasleitung einzementiert ist.
Könnt ihr auf den Fotos erkennen.
Die Gastherme, zu welcher die Gasleitung führt, ist in einem Nebenraum auf dem Boden, also nicht in dem Kriechboden mit dem Leerschacht.

Was meint ihr?

LG,
Ralf
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Dateityp: jpg 002 Schacht im Kriechboden IMG_1730xx.jpg (95,7 KB, 29x aufgerufen)
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Dateityp: jpg 004 Kellerdecke mit angezeichnetem Schacht IMG_1720xx.jpg (95,0 KB, 29x aufgerufen)
Dateityp: jpg 005 Kellerdecke IMG_1721xx.jpg (82,9 KB, 53x aufgerufen)
Dateityp: jpg 006 Stromanschlusskasten2 IMG_1726xxx.jpg (77,2 KB, 28x aufgerufen)
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Alt 01.06.2011, 06:50   # 2
King W.
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Hallo und
nw welcome

Ganz so, wie du es machen möchtest, wird es nicht funktionieren. Das Gasrohr ist dabei aber nicht das Haupt-Problem. Die Rohre sind ja alle im Keller in der Nähe des Stromkastens geerdet, zudem könnte das Erdkabel so verlegt werden, daß der Abstand zum Gasrohr ausreicht.

Nicht empfehlenswert und auch nicht zulässig, ist es aber, das Blitzableiterkabel ohne ausreichenden Sicherheitsabstand zu den Antennenkabeln zu verlegen. Außerdem: Wo willst du denn mit dem Blitzschutzkabel hin, wenn du es durch das Wunschloch geführt hast? Es kommt dann ja in unmittelbarer Nähe diverser Stromkabel zum Vorschein und der Blitz könnte leicht überspringen. Mit dem Kabel mußt du außerdem noch zum Fundamenterder, aus deinen Fotos geht leider nicht hervor, wo der ist. Wenn du, um dorthin zu gelangen, noch diverse Leitungen und Rohre kreuzen mußt, ist diese Lösung alles andere als optimal. Demgegenüber fallen die paar cm, die das Blitzschutzkabel über den First geführt werden muß, schon kaum noch ins Gewicht. Ein meiner Meinung nach gangbarer Weg wäre es, mit der Blitzschutzleitung so wenig wie möglich ins Haus zu kommen, sie stattdessen weitgehend außen zu verlegen. Ich jedenfalls würde unterhalb der Dachpfannen mit einem 16 mm² Kupferkabel entlanggehen und dann durch ein kleines Loch unmittelbar neben der Wand herauskommen. Wenn du das Kabel hinter dem Fallrohr verlegen willst, müßte die Dachrinne und das Fallrohr auch in den Blitzschutz einbezogen werden. Irgendwo auf der Wand mußt du jedenfalls nach unten, um an den Fundamenterder zu gelangen.

Zusammen mit den Antennenkabeln wird dann ein 4 oder 6 mm² Erdkabel verlegt, das als Potentialausgleich dient. Wegen des Schleifenverbots darf die PA-Leitung nur direkt an der Antenne, in der Nähe des Blitzableiterkabels angeschlossen werden. Diese PA-Leitung und auch die Antennenleitungen sind unproblematisch und können durch dein "Wunschloch" geführt werden.

Wie viele Anschlüsse brauchst du denn? Wenn es maximal 4 sind (Twin-Receiver doppelt gerechnet) benötigst du nicht einmal einen Multischalter. Ein Quad-LNB würde in diesem Fall ausreichen. Der PA muß natürlich trotzdem gemacht werden, er beschränkt sich dann aber auf einen Masseblock, auf den die 4 Antennenleitungen geführt werden.

Ich skizziere mal, wie die Leitungsführung für das Blitzschutzkabel sein könnte, abhängig von der Lage des Fundamenterders natürlich. Ich habe in rot gezeichnet, um es deutlich zu machen, wie ich mir das vorstelle.

Wenn Kabel mit schwarzer Außenisolierung verwendet wird, z.B. dieses hier, fällt es auf der Außenwand so gut wie gar nicht auf.

Vielleicht äußert sich auch noch Dipol, unser Blitzschutz-Guru dazu, er hat da immer gute Ideen.
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Alt 01.06.2011, 09:01   # 3
grobiralf
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Hallo King W.

Zitat:
Die Rohre sind ja alle im Keller in der Nähe des Stromkastens geerdet, zudem könnte das Erdkabel so verlegt werden, daß der Abstand zum Gasrohr ausreicht.
Den Abstand wollte ich von oben bis unten so wählen, dass alle Leitungen von der Schüssel rechts neben dem Luftabzug durch den Schacht gehen. Also ca. 50 cm links vom Gasrohr.

Zitat:
Nicht empfehlenswert und auch nicht zulässig, ist es aber, das Blitzableiterkabel ohne ausreichenden Sicherheitsabstand zu den Antennenkabeln zu verlegen.
Echt? Selbst an der Schüssel sind doch schon alle Leitungen zusammen?!
Also vom LNB und der Blitzableiter. Für was soll es gut sein, die nach der Schüssel wieder zu trennen?

Zitat:
Außerdem: Wo willst du denn mit dem Blitzschutzkabel hin, wenn du es durch das Wunschloch geführt hast?
Ich dachte Blitzschutz (kann) an die PA?!

Zitat:
Mit dem Kabel mußt du außerdem noch zum Fundamenterder, aus deinen Fotos geht leider nicht hervor, wo der ist.
Weis ich momentan auch nicht. Der Keller war voll mit Klamotten. Aber ich dachte auch, PA würde reichen.

Zitat:
Demgegenüber fallen die paar cm, die das Blitzschutzkabel über den First geführt werden muß, schon kaum noch ins Gewicht.
Die 2 m über den First meinte ich nicht als Problem, sondern Hinweis wo der Kriechboden ist.

Zitat:
Wenn du das Kabel hinter dem Fallrohr verlegen willst, müßte die Dachrinne und das Fallrohr auch in den Blitzschutz einbezogen werden. Irgendwo auf der Wand mußt du jedenfalls nach unten, um an den Fundamenterder zu gelangen.
Hinter dem Fallrohr an der rechten Hauswand wäre noch eine Option. An der linken Hauswand sehr unschön und natürlich auch weiterer Weg.

Zitat:
Zusammen mit den Antennenkabeln wird dann ein 4 oder 6 mm² Erdkabel verlegt, das als Potentialausgleich dient. Wegen des Schleifenverbots darf die PA-Leitung nur direkt an der Antenne, in der Nähe des Blitzableiterkabels angeschlossen werden. Diese PA-Leitung und auch die Antennenleitungen sind unproblematisch und können durch dein "Wunschloch" geführt werden.
Also noch eine zusätzliche Leitung. Das gestaltet sich echt alles viel komplizierter, als angenommen.
Ich habe noch nicht viele Dach-Schüsselanlagen aus der Nähe gesehen, aber ein Paar eben doch. Bei keiner waren außer den LNB-Leitungen zusätzliche Erdungen "ersichtlich", was natürlich nicht heißen soll, dass es so o.k. ist.

Zitat:
Wie viele Anschlüsse brauchst du denn? Wenn es maximal 4 sind (Twin-Receiver doppelt gerechnet) benötigst du nicht einmal einen Multischalter. Ein Quad-LNB würde in diesem Fall ausreichen.
Wahrscheinlich nur 2 Twin, oder 1x Twin und 1x Single.
Ohne Multischalter wäre also machbar und auch in Zukunft noch nachrüstbar.

Zitat:
Ich skizziere mal, wie die Leitungsführung für das Blitzschutzkabel sein könnte, abhängig von der Lage des Fundamenterders natürlich. Ich habe in rot gezeichnet, um es deutlich zu machen, wie ich mir das vorstelle.
Danke für die Mühe. Würde, wenn außen aber wie erwähnt dann lieber hinter Fallrohr rechte Seite gehen.

Danke und LG,
Ralf
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Alt 01.06.2011, 09:43   # 4
Dipol
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Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Ich jedenfalls würde unterhalb der Dachpfannen mit einem 16 mm² Kupferkabel entlanggehen und dann durch ein kleines Loch unmittelbar neben der Wand herauskommen. Wenn du das Kabel hinter dem Fallrohr verlegen willst, müßte die Dachrinne und das Fallrohr auch in den Blitzschutz einbezogen werden. Irgendwo auf der Wand mußt du jedenfalls nach unten, um an den Fundamenterder zu gelangen.
In früheren Normen durften -so lange es keine Verbundrohre gab- die hauslichen Sanitärnetze sogar für Erdung und PA mitbenutzt werden. Da man den nachträglichen Einbau der heute üblichen Verbundrohre nicht ausschließen kann, ist dies inzwischen untersagt. Näherungen zu Rohrsystemen sind daher ebenso wie die zu Elektroleitungen zu vermeiden.

Neue Antennen sind möglichst über Isolierten Blitzschutz mit einer Fangstange zu erden. Lediglich wenn - z. B. wegen einer Solaranlage- Trennungsabstände nicht einzuhalten sind, sollte konventionell direkt geerdet werden. Für beide Methofen reicht ein 16 mm² Cu-Volldraht aus. Nicht nur aus optischen Gründen würde ich aber einen 50 mm² Draht aus Alu-Knetlegierung vorziehen, zumal wie King W. schon angemerkt hat auf der Außentrasse die Regenrinne und das Fallrohr in die Erdung einbezogen werden müssen, da auch hier die Trennungsabstände unterschritten werden.
Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Zusammen mit den Antennenkabeln wird dann ein 4 oder 6 mm² Erdkabel verlegt, das als Potentialausgleich dient. Wegen des Schleifenverbots darf die PA-Leitung nur direkt an der Antenne, in der Nähe des Blitzableiterkabels angeschlossen werden. Diese PA-Leitung und auch die Antennenleitungen sind unproblematisch und können durch dein "Wunschloch" geführt werden.
Ein mastnaher Kabel-PA ist zur Verhinderung von Überschlägen erforderlich. Es gibt nichts besseres als den Isolierter Blitzschutz, da nur damit galvanische Blitzstromeintragungen in die Kabel auszuschließen sind.

Ohne äußere Anschlussfahnen an den Fundamenterder ist der Blitzschutz oftmals nur mit unzulässige Näherungen zu installieren. In solchen Fällen ist es sinnvoll einen zusätzlichen Tiefenerder zu installieren, über den der Blitzstrom abgeleitet wird. Zur Vermeidung gefährlicher Potenzialunterschiede ist eine Verbindung mit mind. 16 mm² Cu-Volldraht zur Haupterdungsschiene herzustellen. Immer wieder stellt sich bei Abnahmemessungen heraus, dass der neue Tiefenerder (Standard: 9 m Edelstahl-Erdspieß) die einzige Erdung ist, weil ein unsachgemäß verlegter Fundamenterder unbemerkt abkorrodiert ist.
Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Vielleicht äußert sich auch noch Dipol, unser Blitzschutz-Guru dazu, er hat da immer gute Ideen.
Danke für den Guru!

In diesem Fall sollte man sich Angebote von Blitzschutz-Fachfirmen einholen. Eine Innenableitung mit 16 mm² Cu-Volldraht ist m. E. nicht normkompatibel umzusetzen und sicherheitstechnisch bedenklich. Falls eine Solaranlage geplant ist, sollte diese ebenfalls mit Fangstange(n) geschützt werden. Das rechnet sich, weil man nicht mehr jeden String mit SPZ 1 Überspannungsschutz versehen muss.

Für den PA der Antenne reicht ein Cu-Drahtquerschnitt von 4 mm², für den PA einer Fotovoltaikanlage sind 6 mm² vorgeschrieben.
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Alt 01.06.2011, 10:02   # 5
Dipol
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Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Den Abstand wollte ich von oben bis unten so wählen, dass alle Leitungen von der Schüssel rechts neben dem Luftabzug durch den Schacht gehen. Also ca. 50 cm links vom Gasrohr.
Nur lässt sich dieser Trennungsabstand nicht gegen andere Rohre und Elektroleitungen (?) einhalten.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Echt? Selbst an der Schüssel sind doch schon alle Leitungen zusammen?!
Also vom LNB und der Blitzableiter. Für was soll es gut sein, die nach der Schüssel wieder zu trennen?
Daher ist ja auch die isolierte Erdung vorzuziehen!

Die meisten Blitze haben eine Stromstärke um 25 kA, es kann aber auch mal 250 kA sein. Das reicht für erhebliche Potenzialunterschiede auf dem Blitzableiterdraht selbst. Die meisten Blitzschäden enstehen entgegen landläufiger Meinung auch nicht durch Direkttreffer, sondern Einschläge in die Nachbarschaft. Es sind somit auch andere Gesichtpunkte als nur galvanische Stromeinkopplung zu beachten. Wenn man allerdings die völlig andere Erdungsphilosophie der VDE 0855-300 für Funksende-Antennen kennt, stellt sich schon die Frage wie das zusammen passt.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Ich dachte Blitzschutz (kann) an die PA?!
Das Teil heißt heute Haupterdungsschiene. Wenn die HES
  • blitzstromtragfähig ausgelegt,
  • ohne unzulässige Näherungen angefahren werden kann und
  • der Fundamenterder nicht zwischenzeitlich abkorrodiert
ist, kann man sie normkompatibel verwenden.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Ich habe noch nicht viele Dach-Schüsselanlagen aus der Nähe gesehen, aber ein Paar eben doch. Bei keiner waren außer den LNB-Leitungen zusätzliche Erdungen "ersichtlich", was natürlich nicht heißen soll, dass es so o.k. ist.
VDE-Auswahlabos sind teuer und die Bereitschaft zu Fortbildung gering. Das Ergebnis tritt bei Antennenerdungen drastisch zu Tage.

EDIT: Bei dieser Dachneigung kann die Antenne auch auf der Nordseite installiert werden. Damit kann die blitzschutztechnisch problematische Leitungsführung über den First entfallen und vielleicht ist ja auch die Haupterdungschiene leichter erreichbar.
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Alt 01.06.2011, 10:12   # 6
grobiralf
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Danke für die Infos.

Ich muss leider gestehen:
Diese für unsere Sicherheit wahrscheinlich nützlichen Gesetze machen mir unheimlich zu schaffen. Habe schon überlegt, ob da evtl. die "Kabelmaffia" hintersteckt, um es jedem potentiellen Umsteiger möglichst schwer und teuer zu machen?!

Wie ich weiter vorgehen werde, weis ich noch nicht. Bei diesen ganzen Hürden muss ich evtl. in den sauren Apfel beissen und die Schüssel an der Wand 2 m unterhalb des Daches anbringen.
Das sieht natürlich ätzend aus, wenn man im Garten auf der Terrasse sitzt.

Warum eine Schüssel auf dem Dach so viel Blitzgefährdeter ist, sofern sie nicht mal über den First hinausraugt, gegenüber einer Anbringung an die Wand, kann ich auch nicht nachvollziehen?!
Dann müsste doch jedes Teil auf dem Dach, was etwas hervorsteht, eben so strickt gesichert werden. Z.B. Dachfenster, an denen auch metallische Gegenstände wie Scharniere sind.

LG,
Ralf
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Alt 01.06.2011, 10:35   # 7
Dipol
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Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Habe schon überlegt, ob da evtl. die "Kabelmaffia" hintersteckt, um es jedem potentiellen Umsteiger möglichst schwer und teuer zu machen?!
In den Normengremien sitzen unabhängige Blitzschutzexperten. Die können den Fakt, dass die durch Überspannung verursachten Elementarschäden durch immer mehr Elektronik zunehmen, nicht missachten. Ein risikoorientierter Blitzschutz ist volkswirtschaftlich und ökonomisch sinnvoll. Zumal -warum auch immer- die Zahl der Blitze eine zunehmende Tendenz hat. Davor ist auch die "Kabelmafia" nicht gefeit, die Kabelnetzbetreiber sind sogar von Blitzschäden in Erdkabel betroffen.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Warum eine Schüssel auf dem Dach so viel Blitzgefährdeter ist, sofern sie nicht mal über den First hinausraugt, gegenüber einer Anbringung an die Wand, kann ich auch nicht nachvollziehen?!
Google mal Schutzwinkelverfahren. Seitdem ich mich intensiv mit Blitzschutz befasse, bin auch der Meinung, dass die EN 60728-11 mit der Schutzzonendefinition viel zu großzügig ist.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Dann müsste doch jedes Teil auf dem Dach, was etwas hervorsteht, eben so strickt gesichert werden. Z.B. Dachfenster, an denen auch metallische Gegenstände wie Scharniere sind.
Es macht schon einen gewaltigen Unterschied, ob es nur in eine Verwahrung einschlägt oder in eine Antenne.

Im ersten Fall haben die Personen Pech gehabt, die sich in unmittelbarer Nähe befinden. Wenn ein Blitz mit 25 kA in die Antenne trifft, bleibt er ganz sicher nicht nur auf dein Reihenhaus beschränkt und auch deine Nachbarn werden zu den Geschädigten gehören. Zum Glück sind solche Direkteinschläge sehr selten.

Hier einige Animationen zum Thema: http://www.dehn.de/de/welcome.shtml

DEHN >> Seminare >> Online-Training :

Lernschritt 1: Blitz und Überspannung - Ursachen http://www.dehn.de/de/seminare/e_learning1.shtml
Lernschritt 2: Blitz-Schutzzonen-Konzept http://www.dehn.de/de/seminare/e_learning2.shtml
Lernschritt 3: Schutz der "Informationstechnik http://www.dehn.de/de/seminare/e_learning3.shtml
Lernschritt 4: Einbauhinweise / Montagefehler bei Überspannungsschutzgeräten http://www.dehn.de/de/seminare/e_learning4.shtml
Lernschritt 5: Überspannungsschutz für Informationstechnische Systeme http://www.dehn.de/de/seminare/e_learning5.shtml
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Alt 01.06.2011, 14:31   # 8
King W.
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Zitat:
Zitat von Dipol
Ein mastnaher Kabel-PA ist zur Verhinderung von Überschlägen erforderlich.
Und es ist auch keineswegs egal, wo die PA-Leitung angebracht ist, jedenfalls nicht bei einer erdungspflichtigen Antenne.

Wir wollen es nicht hoffen, die Wahrscheinlichkeit ist auch - Gott sei Dank - nicht besonders hoch, aber deine Antenne könnte doch mal einen Volltreffer abbekommen.

An anderer Stelle habe ich mal ausgerechnet, was dann, im Moment des Blitzeinschlags, passiert. Herausgekommen ist eine Potentialdifferenz von 200V zwischen der Einschlagstelle, also der Antenne und dem Fundamenterder.

Ich bin dabei von folgenden Prämissen ausgegangen:
  • Der Fundamenterder ist von einwandfreier Beschaffenheit und in der Lage, den Blitzstrom abzuleiten.
  • Die Antenne ist direkt geerdet, mit einem massiven 16 mm² Kupferkabel
  • Die Anschlüsse an die Antenne bzw. den Mast und den Fundamenterder sind blitzstrom-tragfähig ausgeführt
  • Der Blitzstrom beträgt 25 kA
  • Die Einwirkdauer des Blitzes beträgt 1/100 s

Man sollte wohl meinen, na gut, 200V ist nicht mehr, als das, was auch auf der Stromleitung zu finden ist. An dem PA hänt aber deine Antenne, eventuell ein Multischalter, dein Receiver und dein Fernseher - mindestens. Und 200V mehr oder weniger auf der Abschirmung des Kabels machen schon einiges aus, zumal die üblichen Spannungen dort zwischen 12 und 18V betragen. Das ist der Grund dafür, daß der PA dort angeschlossen werden muß, wo auch der Blitzschutz angeschlossen ist.

Ein weiteres Ergebnis der Rechnung: Die Leitung erhitzt sich während der 1/100 s des Blitzeinschlags um ca. 70°, ohne Berücksichtigung der Isolierung. Während dieser 1/100 s toben sich in dem Kabel nicht weniger als 5 MW aus, also fast so viel, wie ein kleines Kraftwerk liefern kann.

Wenn dann mal einer von den sehr seltenen aber verheerenden Hammerblitzen mit 250 kA einschlägt, kommt mit der umgesetzten Leistung selbst solch ein Kaliber wie das KKW Gundremmingen nicht mehr mit. Das würde dann aber auch ein ordnungsgemäß installierter Blitzschutz nicht mehr aushalten.

So streng die Vorschriften auch sind - sein müssen - sie dienen deiner Sicherheit und dem Schutz deines Eigentums. Dennoch sind sie ein Kompromiß hinsichtlich dessen was machbar und was wünschenswert ist.

Bitte, beim Blitzschutz nicht schludern, sonst hast du urplötzlich eine dekorative Wandverzierung, ähnlich wie auf dem Bild.
blitz1
© Dehn & Söhne

Das Anbringen der Schüssel auf der Wand ist in der Tat deutlich problemloser. Ich denke, wenn du keine allzu große Schüssel nimmst und auch die Farbe in etwa der Wand entspricht, fällt sie nicht einmal besonders unangenehm auf. diese Antenne z.B. paßt von der Farbe her recht gut und Wisi "mogelt" etwas bei der Größenangabe, indem sie nicht nur den Teller messen, sondern bis zur Unterkante des Feedarms. Dennoch ist die Antenne recht leistungsstark und robust.

Vielleicht kannst du dich ja damit anfreunden? Schade nur, daß es bislang noch keine roten LNB's gibt, jedenfalls keine gängigen.
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Alt 01.06.2011, 15:51   # 9
grobiralf
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Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Das Anbringen der Schüssel auf der Wand ist in der Tat deutlich problemloser. Ich denke, wenn du keine allzu große Schüssel nimmst und auch die Farbe in etwa der Wand entspricht, fällt sie nicht einmal besonders unangenehm auf.
War da nicht was mit Wandanbringung nicht in eine Nische/Ecke?
Dann würde die linke Seite direkt neben dem weissen Wintergarten auch flach fallen.
Auf der rechten Seite sind jedoch Fenster in der Höhe, wo eine Schüssel hin dürfte (2 m unter Dach).

Und wenn ich denn eine Wandstelle finden würde; wo soll ich dann die Leitungen her ziehen. Ebenfalls hoch übers Dach in den Kriechboden (ca. 8-10 m zusätzliche Leitungslänge), oder ein Loch in die Wand bohren und die Leitungen irgendwie durch die Keller ziehen. Loch in Wand finde ich Dichtungstechnisch äußerst unangenehm und zudem endgültigerer "Schaden" am Haus.

LG,
Ralf
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Alt 02.06.2011, 08:45   # 10
King W.
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Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
War da nicht was mit Wandanbringung nicht in eine Nische/Ecke?
Eine Nische ist nicht weiter tragisch, die Ecken eines freistehenden Hauses sind allerdings gefährdet. Ein Sicherheitsabstand von diesen Ecken wird aber bislang in keiner Norm gefordert.

Bei deinem Haus, es ist ja nicht freistehend sondern ein mittleres in einer Reihe, sehe ich kein besonderes Gefahrenpotential, wenn du die Antenne irgendwo auf der Südwand anbringst. Voraussetzung natürlich: Sie ist an ihrer höchsten Stelle mindestens 2m unterhalb der Dachkante und ragt nicht mehr als 1,50m nach außen.

Die Kabel wieder nach oben zu ziehen, ist keine gute Idee, weil sie dort ja wieder in den gefährdeten Bereich kommen. Es nützt ja nicht viel, wenn der Blitz nunmehr zwar die Antenne verschont, aber sich an dem Kabel vergreift.

Ich an deiner Stelle würde in der Nähe des Fallrohres eine rote Antenne installieren, und dann mit dem Kabel (dieses hier natürlich, zum einen, weil es schwarz ist und deshalb kaum auffällt, zum anderen, weil es besonders robust und wetterfest ist) hinter dem Fallrohr nach unten gehen und dann ca. 10 cm unterhalb des Bodenniveaus durch die Wand.

Mit dem Loch hast du Recht, das ist erforderlich. Aber auch nicht weiter tragisch. Nachdem die Kabel eingezogen sind, kannst du das Loch einfach von innen ausschäumen und von außen mit Bitumen-Spachtelmasse verschließen. Das Zeugs bekommst du im Baumarkt. Nach dem Verspachteln einen Tag trocknen lassen und dann wieder die Erde aufbringen. Im Laufe der Zeit wird die Masse sehr hart und dichtet das Loch dauerhaft ab. Im Keller kannst du dann einfach die üblichen Kabelkanäle verwenden. 15 x 15 mm ist dafür ausreichend.
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Alt 02.06.2011, 09:43   # 11
grobiralf
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Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
...wenn du die Antenne irgendwo auf der Südwand anbringst. Voraussetzung natürlich: Sie ist an ihrer höchsten Stelle mindestens 2m unterhalb der Dachkante...
Das wird allerdings seeehr knapp werden (wahrscheinlich nicht passen):
Die Schüssel müsste unter das ganz rechte Fenster (1. Etage) über die5764d1306893113 blitzschutzleitung nahe gasleitung 007 schuesselanbringung img 1755xx Markiese.
Das Fenster über der Schüssel hat laut Grundriss 1,38 m Höhe + ca. 0,4 m dürber bis zur Dachkante.
Die Schüssel selbst würde mit der oberen Kante fast an das darüber liegende Fenster andocken. Das sieht nicht nur schlimm aus (auch in rot), sondern würde den gesetzlichem Abstand mit 1,80 m nicht entsprechen.

Was vom Dach ist denn der Messpunkt? Die Dachrinne, oder der Punkt, wo das Dach auf der Hauswand aufliegt?

LG,
Ralf
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Alt 02.06.2011, 11:36   # 12
Dipol
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Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Die Schüssel müsste unter das ganz rechte Fenster (1. Etage) über die Markiese.

Das sieht nicht nur schlimm aus (auch in rot), sondern würde den gesetzlichem Abstand mit 1,80 m nicht entsprechen.
Und weil der Trennungsabstand zur Dachrinne nicht einzuhalten ist, müsste die Antenne mit der Dachrinne blitzstromtragfähig verbunden und geerdet werden.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Was vom Dach ist denn der Messpunkt? Die Dachrinne, oder der Punkt, wo das Dach auf der Hauswand aufliegt?
Der Bezugspunkt wurde in der EN 60728-11 an der Dachrinne festgelegt. Mit der unsinnigen Konsequenz, dass die Antenne umso tiefer montiert werden muss, je größer der Dachvorsprung und je steiler die Dachneigung ist.

Nachdem die Dachneigung niedriger als die Elevation zum Satelliten ist, bietet es sich an die Antenne auf der Nordseite in der Nähe des Kriechbodens anzubringen.
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Alt 02.06.2011, 12:33   # 13
grobiralf
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Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
Nachdem die Dachneigung niedriger als die Elevation zum Satelliten ist, bietet es sich an die Antenne auf der Nordseite in der Nähe des Kriechbodens anzubringen.
Was mir ja eh die liebste Lösung wäre.

Dann sind wir nur leider wieder bei dem Thema Blitzableitung.
Die Vorschläge diesbezügl. sind wir durchgegangen und leider alle nicht so einfach/schön zu realisieren (auf den für mich ersten Blick).

Falls noch jemandem eine alternative Blitzlösung durch den Kriechboden einfällt, wäre es echt klasse.

LG,
Ralf

---------- Doppelpost zusammengeführt ----------

Mir fällt gerade was ein, was aber wahrscheinlich auch nichts bringt?!

An der Nordseite ist ja der Kriechboden mit dem Schacht.
Ich könnte also in einer Linie mit einem langen Stahlrohr (Antennenrohr) durch das Dach in den Schacht bis ganz nach unten in den Keller "Wunschloch".
Wäre evtl. was in dieser Hinsicht blitztechnisch realisierbar, was mit dem 16ner-Kupferdraht nicht ging?

An das Antennenrohr ist dann natürlich die Schüssel zu befestigen.

LG,
Ralf
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Alt 02.06.2011, 13:40   # 14
Dipol
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Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Dann sind wir nur leider wieder bei dem Thema Blitzableitung.
Die Vorschläge diesbezügl. sind wir durchgegangen und leider alle nicht so einfach/schön zu realisieren (auf den für mich ersten Blick).
Das Profi-Rezept für die Südseite ist doch auch auf der Nordseite umzusetzen: 50 mm² Alu-Knetlegierung außen an der Dachrinne zur Haupterdungsschiene und notfalls einen Zusatzerdspieß mit blitzstromtragfähiger Verbindung zur HES.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Falls noch jemandem eine alternative Blitzlösung durch den Kriechboden einfällt, wäre es echt klasse.
Bei Innenableitung durch den Schacht sind gefährliche Näherungen nicht zu vermeiden. Luft bist der beste Isolator, nicht mal eine sauteure isolierte HVI-Ableitung ist eine normkompatible Alternative.
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Alt 04.06.2011, 05:50   # 15
grobiralf
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Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
Nachdem die Dachneigung niedriger als die Elevation zum Satelliten ist, bietet es sich an die Antenne auf der Nordseite in der Nähe des Kriechbodens anzubringen.
Wären wir also bei der Lösung im angehangenen Foto 007b.
Diesmal die Frontansicht des Hauses.

Fundamenterder:
Wie finde ich einen? Guckt eine Anschlusszunge irgendwo sichtbar aus dem Boden (vorm und/oder hinter dem Haus), oder muss man einfach wissen, wo der Anschluss ist und graben?
Ich ziehe erst in 2-3 Monaten in dieses Haus und bin deshalb nicht vor Ort.

Regenfallrohr:
Wie muss dieses in die Blitzableitung einbezogen werden, wenn Blitzableiter hinter ihr verlegt wird? Mit abisoliertem Teil des Leiters per Schelle an einer oder mehreren Stellen verklemmen?


Noch eine Frage, die nix mit der Schüsselinstallation zu tun hat:

Auf Bild 010 seht ihr den momentanen Kabelanschluss im Hausanschlusskeller.
Ich selbst hatte noch nie was mit Unitiymedia zu tun.
a) Gehört irgend ein Teil auf dem Foto dem Kabelbetreiber und ist quasi nur gemietet?
b) Kann ich alles vor den 3 Ausgängen abklemmen und einmotten, oder muss ich das dem Kabelbetreiber zurückgeben?
c) Fallen auf mich definitiv keine Kosten vom Kabelbetreiber an, wenn ich nur Sat nutze?
Ich meine mich zu erinnern, dass meine Mutter vor einigen Jahren in einer Mietwohnung monatlich 2-3 Euro zahlen musste, weil eine Art Filter in ihren Kabelanschluss gesteckt wurde, der (glaube ich) irgend welche Sender deaktivierte, oder sonst was. Ich weis es nicht mehr.

Wenn ich die ganze Umbauerei auf Sat mache, dann will ich auch nix mit dem Kabelbetreiber zu tun haben; erst recht keine monatlichen Kosten.

LG,
Ralf
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Alt 04.06.2011, 10:20   # 16
Dipol
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Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Wären wir also bei der Lösung im angehangenen Foto 007b.
Diesmal die Frontansicht des Hauses.
Wenn die Erdung mit einer Fangstange erfolgt ist diese Lösung perfekt und mit Direkterdung auch noch normgerecht.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Fundamenterder:
Wie finde ich einen? Guckt eine Anschlusszunge irgendwo sichtbar aus dem Boden (vorm und/oder hinter dem Haus), oder muss man einfach wissen, wo der Anschluss ist und graben?
Ich hoffe für dich, dass irgendwo eine Haupterdungsschiene vorhanden ist. Wenn die fehlt, dürfte heute nach den aktuellen Specs der Dibkom und deinem Kabelnetzbetreiber nicht mal der BK-Anschluss installiert werden.

Ist keine Haupterdungsschiene vorhanden, fehlt womöglich auch der Schutzpotenzialausgleich der Sanitär- und Stromnetze. Dann muss so oder so ein Erdspieß her an dem alle Systeme geerdet werden.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Regenfallrohr:
Wie muss dieses in die Blitzableitung einbezogen werden, wenn Blitzableiter hinter ihr verlegt wird? Mit abisoliertem Teil des Leiters per Schelle an einer oder mehreren Stellen verklemmen?
Die Dachrinne wird mit einer Klaue, das Regenrohr über Rohrschellen die gleichzeitig den Draht halten mit eingebunden.

Einen 50 mm² Draht aus Stahl oder Alu-Knetlegierung bekommt man mit noch so viel Mühe ohne Richtgerät nicht gerade. Das ist eine Tätigkeit für eine entprechend ausgerüstete Blitzschutzfachfirma. Die verlegen den 50 mm² Draht schneller als ein Laie 16 mm² Cu-Draht annagelt.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen

Noch eine Frage, die nix mit der Schüsselinstallation zu tun hat:

Auf Bild 010 seht ihr den momentanen Kabelanschluss im Hausanschlusskeller.
Das ist eine normwidrige Schlamper-Installation ohne Potenzialausgleich. Der HIRSCHMANN Shv 120 Hausanschlussverstärker hat altersbedingt auch noch keine 862 MHz-Vollbandbreite.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
a) Gehört irgend ein Teil auf dem Foto dem Kabelbetreiber und ist quasi nur gemietet?
Das kann dir nur der Vorbesitzer sagen.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
b) Kann ich alles vor den 3 Ausgängen abklemmen und einmotten, oder muss ich das dem Kabelbetreiber zurückgeben?
Nicht mal falls die Teile dem Netzbetreiber gehören sollten, wird er diese Altbauteile abholen wollen.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
c) Fallen auf mich definitiv keine Kosten vom Kabelbetreiber an, wenn ich nur Sat nutze?
Pardon, aber wir haben keinen Einblick ins Grundbuch. Bei einer Groß-Gemeinschafts-Antennenanlage (GGA) können fixe Kostenbeteiligungen vorliegen.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Ich meine mich zu erinnern, dass meine Mutter vor einigen Jahren in einer Mietwohnung monatlich 2-3 Euro zahlen musste, weil eine Art Filter in ihren Kabelanschluss gesteckt wurde, der (glaube ich) irgend welche Sender deaktivierte, oder sonst was.
Das war zu seligen Post/Telekom-Zeiten. Deine Mutter hat nicht für den Filter, sondern für die Signallieferung einer eingeschränkten sog. Grundversorgung bezahlt.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Wenn ich die ganze Umbauerei auf Sat mache, dann will ich auch nix mit dem Kabelbetreiber zu tun haben; erst recht keine monatlichen Kosten.
Wie sieht es denn mit den DSL-Datenraten der klassischen Telcos aus? Evtl. ist der Kabelnetzbetreiber für Triple-Play so viel leistungsfähiger, dass sich die ganze Debatte erledigt hat. Inzwischen kann man bei den Kabelnetzbetreibern auch nur Internet und Telefon ordern.
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Alt 04.06.2011, 11:09   # 17
grobiralf
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Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
Wenn die Erdung mit einer Fangstange erfolgt ist diese Lösung perfekt und mit Direkterdung auch noch normgerecht.
Bitte Lösung ohne Fangstange. Die scheint ja nicht zwingend notwendig zu sein, sondern eher Zusatzschutz?!

Zitat:
Ich hoffe für dich, dass irgendwo eine Haupterdungsschiene vorhanden ist.
Da gehe ich von aus, bei einem Haus-Baujahr von 1989

Zitat:
Einen 50 mm² Draht aus Stahl oder Alu-Knetlegierung bekommt man mit noch so viel Mühe ohne Richtgerät nicht gerade. Das ist eine Tätigkeit für eine entprechend ausgerüstete Blitzschutzfachfirma. Die verlegen den 50 mm² Draht schneller als ein Laie 16 mm² Cu-Draht annagelt.
Wenn Alu-Knetlegierung so schwierig für Privatperson umsetzbar ist, kommt nur 16 mm Kupfer (schwarz-Isoliert) in Frage.
Es soll keine Firma involviert werden.
Werde die Sache mit nem Verwandten (Elektriker) erledigen.

Zitat:
Das kann dir nur der Vorbesitzer sagen.
Er ist leider nicht der Erstbesitzer und weis es nicht.

Zitat:
Pardon, aber wir haben keinen Einblick ins Grundbuch. Bei einer Groß-Gemeinschafts-Antennenanlage (GGA) können fixe Kostenbeteiligungen vorliegen.
Steht also im Grundbuch.
Dann kann mir das evtl. Notar am Montag sagen.

Zitat:
Wie sieht es denn mit den DSL-Datenraten der klassischen Telcos aus? Evtl. ist der Kabelnetzbetreiber für Triple-Play so viel leistungsfähiger, dass sich die ganze Debatte erledigt hat. Inzwischen kann man bei den Kabelnetzbetreibern auch nur Internet und Telefon ordern.
Laut Alice, welches ich derzeit nutze und wahrscheinlich auch im neuen Haus nutzen möchte, sind bis 16 kbit verfügbar (Verfügbarkeitscheck).

TV/Internet/Telefon über Kabel habe ich mir bisher keine Gedanken drüber gemacht, da ich mit der momentanen Ausrüstung (DSL/ Voip-Telefon + Sat-TV) sehr zufrieden bin.
Teurer über Kabel würde das auf jeden Fall, aber hat man ausser einfache Montierung weitere Vor/Nachteile?
Da müsste ich aber eher andere Threads lesen, denke ich.

LG,
Ralf
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Alt 06.06.2011, 22:55   # 18
grobiralf
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Beiträge: 22
War heute kurz im Haus und habe die HES gefunden.
Sie ist im Arbeitskeller, welcher sich neben dem Keller mit dem Schacht (Hausanschlusskeller) befindet.
Ist die HES überhaupt Blitzsicher, da sie ja recht nahe am Zugangskasten liegt?

Wie würdet ihr jetzt die Blitzableitung legen?
Geht es wie in dem Foto 007c?
Da ich hinter dem Fronthaus-Fallrohr (links) ziehen möchte, könnte ich unten links neben dem Kellerfenster (Hausanschlusskeller) in diesen rein, von dort durch die innen liegende Wand in den Arbeitskeller an die HES.

Frage, falls ich doch die Schüssel auf die Südseite des Daches (Haus-Rückseite) montieren möchte, um sie nicht über den First ragen zu lassen:
Gibt es ein Gesetz, welches verbietet, den Blitzableiter über den First zu legen, um an der Frontseite des Hauses runter zu gehen? Wäre ca. 2 m längere Leitung, aber macht das den Kohl fett?

Ich bitte um Lösungen, die nicht "Das OPTIMUM" sein müssen, aber Gesetzeskonform sein sollten.

LG,
Ralf
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Alt 06.06.2011, 23:32   # 19
Dipol
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Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Ist die HES überhaupt Blitzsicher, da sie ja recht nahe am Zugangskasten liegt?
Prinzipiell ja, sofern die Schiene selbst für 100 kA ausgelegt ist und die Anschlussfahne und der Fundamenterder nicht abkorrodiert ist. So lange aber noch ein Rest an Verbindung vorhanden ist, wird immer noch ein niedriger Widerstand aufgemessen.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Wie würdet ihr jetzt die Blitzableitung legen?
Geht es wie in dem Foto 007c?
Da ich hinter dem Fronthaus-Fallrohr (links) ziehen möchte, könnte ich unten links neben dem Kellerfenster (Hausanschlusskeller) in diesen rein, von dort durch die innen liegende Wand in den Arbeitskeller an die HES.
Wenn die Dachrinne mit einbunden wird eine normkompatible Lösung.
Zitat:
Zitat von grobiralf Beitrag anzeigen
Frage, falls ich doch die Schüssel auf die Südseite des Daches (Haus-Rückseite) montieren möchte, um sie nicht über den First ragen zu lassen:
Gibt es ein Gesetz, welches verbietet, den Blitzableiter über den First zu legen, um an der Frontseite des Hauses runter zu gehen? Wäre ca. 2 m längere Leitung, aber macht das den Kohl fett?
Nach EN 60728-11 ist der Draht auf möglichst kurzem Weg abzuleiten, das schließt den Umweg über den First aus. Auf dieser Trasse sind vermutlich auch unzulässige Näherungen zu Elektroleitungen unvermeidlich. Und die Antennenkabel stellen dann auch für den Blitz eine Einladung dar.
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Alt 07.06.2011, 10:38   # 20
grobiralf
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Beiträge: 22
Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
Prinzipiell ja, sofern die Schiene selbst für 100 kA ausgelegt ist...
Steht das irgendwo auf der Schiene, oder wie ermittle ich das?

Zitat:
Wenn die Dachrinne mit einbunden wird eine normkompatible Lösung.
Weshalb muss die Dachrinne zusätzlich angeschlossen werden? Die ist doch mit dem Fallrohr leitend verbunden (hoffe ich).

Zitat:
Nach EN 60728-11 ist der Draht auf möglichst kurzem Weg abzuleiten, das schließt den Umweg über den First aus.
Die Frage ist, wie man das interpretieren darf:
Den kürzesten Weg für den Blitzschutz würde ich benötigen, wenn ich die Schüssel auf der Hausrückseite auf den Terassenboden befestigen würde und dann Blitzableiter durch 2 Keller.

Wenn ich die Schüssel auf die Süddachseite montiere ist sie niedriger als der Dachfirst und damit nicht mehr höchster Punkt des Hauses. Ich will zwar wegen Optik, aber evtl. ist das auch nicht unwichtig?!

Zitat:
Auf dieser Trasse sind vermutlich auch unzulässige Näherungen zu Elektroleitungen unvermeidlich.
Elektroleitungen dürften dort eigentlich keine in der Nähe (<50 cm) sein.

Zitat:
Und die Antennenkabel stellen dann auch für den Blitz eine Einladung dar.
Sie wären aber weniger hoch, als die Schüssel, sofern ich diese auf der Nordseite übers Dach ragen lasse.

LG,
Ralf

---------- Doppelpost zusammengeführt ----------

Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
Nach EN 60728-11 ist der Draht auf möglichst kurzem Weg abzuleiten, das schließt den Umweg über den First aus.
Noch einmal bezgl. mögl. kurzer Weg:
Den kürzesten Weg würde der Blitzleiter haben, wenn ich Schüssel auf Dachnordseite setze und doch durch den Schacht im Kriechkeller gehe. Blitzableiter ganz links; Antennenleitungen und PE ganz rechts.

Das ist dann von den Näherungen zu Rohren und Stromleitungen nicht ganz normgerecht, aber eben der kürzeste Blitzleitungsweg.

Irgendwie kann man doch die Gedanken eines Blitzes nicht einschätzen.
Blitz A sagt:"Heute suche ich mir mal ein Haus, wo ich wegen zu naher Rohre überspringe.
Blitz B sagt:"Habe kein Bock, den Weg durch die 3 m längere Blitzableitung hinter nem Regenfallrohr zu gehen und knalle direkt in die Antennenleitung oder/und PE-Leitung.

LG,
Ralf
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Alt 28.05.2012, 16:13 # --
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