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| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
| Hallo Steve, Zunächst zu deiner Frage mit dem "schrägen" Mast: Wenn dich die Optik nicht stört, könntest du zum Empfang eines einzelnen Satelliten den Mast tatsächlich direkt auf das Schrägdach schrauben. Bei 10° sehe ich da kein großes Problem. Es kommt auch darauf an, in welche Richtung das Dach geneigt ist. Wenn schon nicht gerade, dann wäre eine Neigung in Nordwest - Südost-Richtung optimal. Die Elevations-Skala an der Antenne stimmt dann natürlich nicht mehr, sondern sie muß um den Schrägstand des Mastes korrigiert werden. Der richtige, und bei einem senkrecht stehenden Mast einzustellende Wert wäre für Forchheim 32,5°. Er ist zu vermindern (erhöhen), wenn der Mast nach hinten (vorn) geneigt ist. Bei der von dir angedachten Antenne ist das kein Problem, der Einstellbereich reicht aus. Zu den einzelnen Komponenten: Antenne: Die Fesat 85 HQ ist ein OEM-Produkt und wird original von Gibertini hergestellt. Gegen die Qualität gibt es nichts zu sagen - im Gegenteil. Unverständlich, um nicht zu sagen, irreführend, ist aber die Typbezeichnung. Die Fesat gibt es als 85 HQ und als 95 HQ, wobei die 95 HQ bis auf den "Hirschmann" Aufkleber mit der Gibertini 85 SE identisch ist. Die 85 HQ ist deutlich kleiner, der Reflektor mißt nur ca. 75 cm im Durchmesser, die 85 cm beziehen sich offensichtlich auf die Gesamthöhe, einschließlich Feedarm. Leider hat diese "Mogelei" mittlerweile System: Die Kathrein CAS 75 ist z.B. größer, als die CAS 80 und die WISI OA 85, ebenfalls eine qualitativ sehr überzeugende Antenne, hat auch nur einen Reflektor von 75 cm Durchmesser. Wenn du eine 85er Antenne willst - und es spricht technisch einiges dafür, z.B. eine hohe Schlechtwetterreserve - nimm entweder die Gibertini 85 SE ohne oder die (teurere) Hirschmann Fesat 95 HQ mit Aufkleber. 75 - 95 cm ist eine sinnvolle Größe für den einwandfreien Mehrteilnehmerempfang des Astra-Satelliten. Wenn dir 75 cm reichen, kannst du natürlich auch die Fesat 85 HQ nehmen. Die Qualität stimmt wenigstens. LNB: Gute Wahl, das LNB liefert eine hohe Empfangsqualität und ist sehr langlebig. So ziemlich das beste, was man bekommen kann. Multischalter: Nimm anstelle des Spaun lieber den Jultec JRM0508T. Dafür gibt es u.a. zwei Gründe
Die beim Spaun vorhandenen Regler für den Eingangspegel sind beim Jultec nicht erforderlich. Bei der empfohlenen Antennengröße von 75 - 95 cm bekommst du in Verbindung mit einem Alps-LNB auf jeden Fall einen Pegel, mit dem der Schalter einwandfrei arbeiten kann. Noch ein kleiner Hinweis: Sowohl beim Spaun, wie auch beim Jultec und auch bei allen anderen Multischaltern muß jeder Receiver eine eigene Anschlußleitung bekommen, die praktischen Twin-Receiver (ein Programm sehen, ein anderes aufnehmen usw.) benötigen 2 Anschlüsse. Daran sollte man, besonders im Wohnzimmer, denken. Ich gehe mal davon aus, daß das auch geschehen ist. Aber selbst wenn nicht, gibt es noch eine Lösung ohne Neuverlegung - mit einem anderen Schalter. Dann brauchst du noch ordentliches Kabel und zwar 4 mal die Strecke vom LNB zum Multischalter. Auch beim Kabel übertreffen sich die Werbefuzzis mittlerweile gegenseitig - und werben mit überhöhten und für die Praxis völlig irrelevanten Schirmdämpfungen. Da wird mit "120 dB" und mehr geworben - für billiges China-Kabel. Andere Kriterien sind aber viel wichtiger: Der Kern sollte aus massivem Kupfer sein (kein "Staku", also Stahl, hauchdünn verkupfert), das Dielektrikum, also der Innenleiter, aus physikalisch geschäumtem PE (Billiganbieter schäumen chemisch, d.h. durch Zugabe irgendwelcher schaumbildender Substanzen), die Abschirmfolie sollte mit dem Dielektrikum verklebt sein und das Abschirmgeflecht aus verzinntem oder blankem Kupfer mit einer hohen Dichte. Und, last not least, sollte der Mantel aus einem stabilen, alterungsbeständigen Material sein. Für innen wäre PVC optimal während außen, wo das Kabel der Witterung ausgesetzt ist, ein PE-Isolierung besser ist. Dieses Kabel ist zwar kein Sonderangebot, aber es erfüllt ausnahmslos alle Qualitätskriterien. Das Geld dafür ist jedenfalls gut angelegt. Passend zu dem Kabel bekommst du besonders hochwertige Kompressionsstecker, in diesem Set. Mit dabei: Ein Abisolierer und eine Kompressionszange. Damit kann die Montage schnell und einfach durchgeführt werden. Nach getaner Arbeit kann das Set einfach wieder zurückgeschickt werden. Der Kaufpreis wird dann erstattet, abzüglich der verbrauchten Stecker, versteht sich. Eine Leihgebühr wird nicht erhoben, es sind nur die Portokosten für die Rücksendung zu übernehmen. So kommt man zu professionellen Verbindungen, ohne das Werkzeug dafür kaufen zu müssen. Die Antennensteckdosen müssen SAT-tauglich sein. Falls normale Kabeldosen eingebaut sind, einfach gegen diese Dosen tauschen. Zum Schluß noch ein Wort zu deiner Sicherheit: Auf dem Dach ist die Antenne erdungspflichtig und es ist ein Potentialausgleich herzustellen. Bitte, lies den entsprechenden Beitrag. Wenn die Solaranlage als Blitzschutz vernünftig geerdet ist, muß die Antenne in diese Erdung einbezogen werden, um optimal geschützt zu sein. So, nun fällt mir nicht mehr viel ein. Aus den genannten Komponenten bekommst du jedenfalls eine sehr langlebige und hervorragend funktionierende SAT-Anlage, welche dafür sorgt, daß du Kabel Deutschland sehr schnell vergessen wirst.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
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| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
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| Nun gut, wenn du den Mast gerade ausrichten kannst - um so besser. Das erleichtert das Einstellen. Aber wenn schon - denn schon, nimm bitte dann eine Wasserwaage. Das Ausrichten geht in diesem Fall recht einfach - mit der Sonne als genau gehendem Kompaß. Montiere die Schüssel am Mast, stelle die Elevation an der seitlichen Skala ein und richte die Antenne grob nach Süden aus. Befestige mit Tesafilm o.ä. einen Bindfaden am höchsten Punkt der Schüssel und an der Mitte des LNB. Der Faden wirft nun einen Schatten auf die Antenne (natürlich nur, wenn die Sonne scheint ). Genau um 12.52 Uhr (Sommerzeit, für Winterzeit eine Stunde abziehen) steht die Sonne in Forchheim genau hinter dem Satelliten. Drehe die Schüssel jetzt so, daß der Schatten genau symmetrisch zum Feedarm fällt. Mit etwas Glück ist der Satellit jetzt direkt gefunden. Wenn nicht, ist er jedenfalls ganz in der Nähe. Verbinde mit einem Kabel und zwei Steckern einen Receiver direkt mit dem Ausgang Hochband/Horizontal des LNB und den Receiver mit einem Fernseher. Natürlich kannst du dafür schon das endgültige Kabel nehmen, welches später zum Multischalter führt. Empfange nun ZDF. Wenn du Glück hast, funktioniert es auf Anhieb, wenn nicht, drehe bitte die Schüssel ganz langsam, nur wenige cm, nach rechts oder links. Klappt das immer noch nicht, verstelle die Höhe um ca. 2°. Ob nach oben oder unten mußt du ausprobieren. Ist ZDF gefunden, ziehe die Schüssel fest, laß dir dabei vom Receiver die Signalqualität anzeigen. Die Schüssel steht dann optimal, wenn die Qualitätsanzeige - nicht die Signalstärke - zurückgeht, egal wie man die Schüssel bewegt. Einen "SAT-Finder" brauchst du nicht, die Dinger taugen nicht viel und es ist schwierig, ohne ausreichende Erfahrung damit eine Antenne vernünftig einzustellen. Ein Meßgerät wie das MSK 115 ist natürlich ideal, aber auch damit muß man erst einmal vernünftig umgehen können, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Wenn man es bislang noch nie gemacht hat, ist die Methode mit dem Receiver m.E. am einfachsten und sichersten - und sie erfordert keine zusätzlichen Investitionen. Zum Kabel: Das Kathrein LCD 111 ist ein sehr gutes Kabel, mit dem Hirschmann KOKA 110 auf Augenhöhe. Bei beiden Fabrikaten ist die Schirmdämpfung weit besser, als es die Klasse A Vorgabe erfordert. Von daher spricht nichts gegen den Einsatz dieses Kabels. Kleines, aber vielleicht entscheidendes Problem: Das Dielektrikum ist beim LCD 111 um Millimeter-Bruchteile dicker als beim KOKA 110. Unschöne Konsequenz: Die Kompressionsstecker aus dem Set passen nicht (selbst schon ausprobiert, auch mit viel Kraft ist da nichts zu machen). Wenn du das LCD 111 verwenden willst, bleibt dir nichts anderes übrig, als dafür passende Stecker zu besorgen. Eine - allerdings technisch nicht wirklich optimale - Lösung wäre, auf herkömmliche Schraubstecker auszuweichen. Diese Stecker funktionieren zwar, verschlechtern aber die guten Werte des LCD 111 für die Schirmdämpfung. Das Kabel gibt es übrigens auch mit besonders wetterfestem PE-Außenmantel, als LCD 115. Bei Außenverlegung sollte es bevorzugt werden. Die Verlegung durch ein Rohr ist möglich, nimm aber bitte ein Metallrohr, welches auf dem Dach geerdet werden muß. Der Blitz ist unberechenbar und könnte sonst in das Kabel einschlagen. Üblicherweise nimmt man für diesen Zweck Kabelkanäle aus Metall, also z.B. so etwas. Eventuell sind auch Teile (Kabelkanäle) der vorhandenen Installation für die Solarzellen nutzbar. Es stimmt: Der Jultec erwärmt sich im Betrieb praktisch überhaupt nicht, mit knapp über 1W verbraucht er weniger, als eine Fahrradlampe. Der Einbau in einen separaten Sicherungskasten ist deshalb möglich. Ein Nachteil wäre allenfalls bei sehr langem und/oder schlechtem Kabel zu befürchten. Man rechnet "Worst-Case" mit ca. 40m. Mit KOKA 110 oder LCD 111 sind aber auch deutlich größere Längen problemlos machbar. Ich denke mal, derartige Längen kommen bei dir nicht vor. Weitere Nachteile gibt es nicht. Zitat:
Eventuell wäre aber zu überlegen, stattdessen den Schalter von Anfang an etwas größer zu wählen, also z.B. einen JRM0516T zu nehmen. Ist günstiger, als 2 8er und es ist weniger Verkabelungsaufwand erforderlich. Zu der Antenne: Meines Wissens nach ist die Hirschmann Fesat 95 mit der Gibertini 85 SE identisch. Es kann natürlich sein, daß Hirschmann als "Materialstärke" für den Reflektor die Gesamtdicke angibt, also das Metall und dann beidseitig die Grundierung und die Pulverbeschichtung, während Gibertini die "nackte" Materialstärke nennt. Tatsache ist jedenfalls, daß ich bereits mehrere Gibertini SE verbaut habe, ohne alle Probleme. Verwindung war bei keiner der Antennen auszumachen. Von mir aus gibt es weder gegen die SE noch gegen die Fesat Bedenken. Da war da noch die Frage nach dem Koffer. Auf der Seite von SEH ist die Leihmöglichkeit nicht vermerkt. Den Verleih habe ich mit Herrn Hampel speziell für die Netzwelt-Leser ausgehandelt. Die Rückgabemöglichkeit wird auf der Rechnung vermerkt. Ebenso ist ein Rabatt von 5% auf den gesamten Warenwert für die Netzwelt-Leser mit SEH vereinbart. Am besten, telefonisch bestellen (02323/61887) und sich als Netzwelt-Leser zu erkennen geben. So, wie du es darstellst, achtest du bei der Wahl der Komponenten auf eine gute Qualität. Das wird sich auszahlen und aus den gewählten Teilen wirst du eine tadellos funktionierende, langlebige SAT-Anlage aufbauen, die dir viele Jahre unbeschwerten Fernsehgenuß bietet. Kleine Ergänzung: Gegen die Topfield-Receiver gibt es nichts zu sagen - im Gegenteil. Die "Töpfe" funktionieren tadellos und haben eine gut durchdachte Menüführung für eine einfache Bedienung. Auch die Bildqualität kann überzeugen. Wenn dir der Receiver gefällt, nim ihn ruhig. Ich nehme an, du meinst für das Wohnzimmer diesen hier. Ein wirkliches Klasse-Gerät.
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| Threadstarter Registriert seit: 25.05.2011
Beiträge: 5
| Danke für die ganzen Ausführungen. Das mit dem Mast hat sich erledigt, ich ersetze die vorhandene 60er Schüssel eines Mieter mit meiner und beziehe ihn mit in die Anlage ein. Man muss nur mit den Leuten reden ![]() Wollte eigentlich mein eignes "Süppchen" kochen. Daher brauche ich dann auch 2 Multischalter: oben im Dach den JRM0508A für den Mieter, an den können dann auch die anderen Mieter. Weiter gehts dann in meine Wohnung zu dem: JRM0508T Kabel aussen wird das LCD115 bis zum Schalter. Zitat:
Zitat:
Er hat 2001 im Haus(BJ 1889) bei der Kernsanierung sich durch die Kellerplatte gearbeitet, um dort die Erdung anständig in den Boden zu bringen. Daher vertraue ich ihm schon, das er weiß was er tut. Zum anderen wird die Blitzschutzanlage jährlich von einem Fachmann überprüft und durchgemessen. Habe da noch Fragen zum Potenzialausgleich: Muss an jedem Multischalter die an und ablaufenden Kabel an so einen Erdungsblock geklemmt werden oder reicht das am 1. oben im Dach? Könnte man nicht ein dickes Blech direkt am Multischalter an den F-Anschlüssen angebracht werden, das dann mit den Muttern des Steckers festgezogen wird? Hätte dies nicht die gleich Funktion? Bei beiden Multischaltern müssen die nicht verwendeten Anschlüsse mit Abschlusswiderständen versehen werden, richtig? Ich dachte beim T-Modell wäre das nicht nötig? Für was steht dann das terminiert beim JRM0508T im Vergleich zum JRM0508A? So, ich glaub das war jetzt alles, wenn eure Antworten nicht wieder neue Fragen bei einem elektisch unbedarftem Werkzeugmacher aufwerfen. Danke und einen schönen Sonntag noch, Steve. | ||
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| Team SAT-Technik Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
| FaVal und GIBERTINI sind aber baugleich. Zitat:
Zitat:
Nach EN 60728-11 muss der PA auch bei Komponentenausbau erhalten bleiben. In den Norm-Grafiken ist bei abgesetzt montierten Kaskadenstufen auch ein weiterer eingangsseitiger PA dargestellt. Man kann aber durch intelligente möglichst unterbrechungsfreie Führung des Erdungsdrahts sicher stellen, dass der PA auch erhalten bleibt, ohne dass nochmal eingangsseitig geerdet wird. Zitat:
Da sind die 5 Stämme bereits intern terminiert und das muss auch sein, sonst bilden sich Stehwellen. Die Multischalter-Ports sind wie schaltbare Stichleitungen anzusehen, da bleibt eine unterlassene Terminierung zumeist folgenlos. | |||
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