Uralt SAT Anlage verstehen und umrüsten

Alt 15.05.2011, 17:03   # 1
Stevie
 
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Liebe Forumsmitglieder,

nach einigem Lesen verstehe ich glaube das Anfänger 1x1 der SAT Anlagen. Wie ich aber von dem was ich habe in die Nähe dessen komme was ich will weiss ich nicht.

Die aktuelle SAT Anlage wird von 4 Parteien in 4 Reihenhäusern geteilt. Wir empfangen nur die Analog Signale auf dem Astra Low Band und der LNB hat auch nur zwei Kabel (siehe Bild im Anhang). Die Installation in meinem Dachgeschoss (auch die Antenne ist auf meinem Dachsegment) habe ich auch photografiert (siehe Anhang). So wie ich das sehe hat die keinen Multischalter und ist auch nicht eines der Unikabel Lösungen, sondern irgenwas ganz schräges aus der Steinzeit des SAT Empfanges.

Das linke Gerät scheint was zu sein, daß 4 terrestrische Signale (AM/FM, UHF und noch zwei weitere) zu einem einzigen "abmischt". Auf dem Gerät steht "Kathrein VCB 28".

Auf dem miitleren weissen Gerät steht "Kathrein 167271" und die Eingänge sind mit "hor. X" und "vert. Y" beschriftet. Ich vermute, daß dieses Gerät den horizontalen und vertikalen Lowband die vom LNB kommen irgendwie "abmischt" und auf seinen einem Ausgang legt.

Diese zwei Geräte speisen wohl mit jeweils einem Kabel das Geräte oben rechts auf dem "Kathrein SAT Einspeiseverstärker" steht. Dessen Ausgang ist mit dem letzen Gerät einem "Kathrein EAC 12" verbunden. Das Internet sagt dies wäre ein 1-fach Abzweiger.

Nun vermute ich dass ein Ausgang des Abzweigers die in Reihe geschalteten SAT Dosen in unserem Haus bedient und der andere Ausgang zum nächsten Haus geht indem wieder so ein Abzweiger ist, ... Ich habe aber bislang noch nicht versucht ein Kabel abzuziehen um zu sehen ob ich dann an allen meinen Dosen noch Empfang habe.

Ist meine Interpretation richtig ? Ist diese Anlage etwas was vor 15 Jahren halbwegs Standard war ? Wie baue ich das am besten um, so daß ich Digital empfangen kann ? Gibt es verschiedene Optionen je nachdem ob nach dem Umbau
a. nur ich SAT Empfang Empfang über die Antenne habe, die Nachbarn also nicht ?
b. ich digital Empfang habe, die Nachbarn aber über Teile der Altanlage wie bislang versorge
c. für alle alles neu gemacht wird
d. nur für mich alles neu gemacht wird
die Nachbarn keinen SAT Empfang mehr haben,

Ich habe zunächst gedacht daß man das System auf Unikabel umrüsten könnte, nachdem ich aber gesehen habe dass nicht vier Ausgänge Richtung meinem Haus+Nachbarn gehen, sondern nur 2 bin ich eher unsicher.

Bin für jede Hilfe dankbar.
Angehängte Grafiken
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Alt 16.05.2011, 01:25   # 2
Dipol
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Beiträge: 4.147
Hallo Stevie, nw welcome

Zitat:
Zitat von Stevie Beitrag anzeigen
So wie ich das sehe hat die keinen Multischalter und ist auch nicht eines der Unikabel Lösungen, sondern irgenwas ganz schräges aus der Steinzeit des SAT Empfanges.
Das ist eine statische "Analoge Einkabellösung" KATHREIN UAS 330 mit 1,2 GHz Bandbreite für den Empfang von 35 Lowbandtranspondern, wovon inzwischen 8 digital belegt sind.
Zitat:
Zitat von Stevie Beitrag anzeigen
Das linke Gerät scheint was zu sein, daß 4 terrestrische Signale (AM/FM, UHF und noch zwei weitere) zu einem einzigen "abmischt". Auf dem Gerät steht "Kathrein VCB 28".
Das ist ein Mehrbereichsverstärker für terrestrische Antennen-Signale.
Zitat:
Zitat von Stevie Beitrag anzeigen
Auf dem miitleren weissen Gerät steht "Kathrein 167271" und die Eingänge sind mit "hor. X" und "vert. Y" beschriftet. Ich vermute, daß dieses Gerät den horizontalen und vertikalen Lowband die vom LNB kommen irgendwie "abmischt" und auf seinen einem Ausgang legt.
Richtig erkannt, dass ist der sog. Einkabelkonverter.
Zitat:
Zitat von Stevie Beitrag anzeigen
Diese zwei Geräte speisen wohl mit jeweils einem Kabel das Geräte oben rechts auf dem "Kathrein SAT Einspeiseverstärker" steht.
Das sollte ein VWS 21 sein, ein VWS 20 hätte eigentlich gewechselt werden müssen.
Zitat:
Zitat von Stevie Beitrag anzeigen
Dessen Ausgang ist mit dem letzen Gerät einem "Kathrein EAC 12" verbunden. Das Internet sagt dies wäre ein 1-fach Abzweiger.
Nun vermute ich dass ein Ausgang des Abzweigers die in Reihe geschalteten SAT Dosen in unserem Haus bedient und der andere Ausgang zum nächsten Haus geht indem wieder so ein Abzweiger ist, ...
Ja, der Stichausgang dürfte in dein Haus, der Stammaugang zu den Nachbarhäusern führen.
Zitat:
Zitat von Stevie Beitrag anzeigen
Gibt es verschiedene Optionen je nachdem ob nach dem Umbau
Bei Einkabelsystemen gibt es nur die Wahl zwischen Vollbandempfang und statischen oder teilstatischen Einkabellösungen mit auf ca. 1,2 beschränkter Bandbreite. Vollbandempfang ist nur mit UniCable für derzeit noch max. 2 Satelliten und höchstens 8 Receiver pro Stammleitung möglich.
Zitat:
Zitat von Stevie Beitrag anzeigen
Ich habe zunächst gedacht daß man das System auf Unikabel umrüsten könnte, nachdem ich aber gesehen habe dass nicht vier Ausgänge Richtung meinem Haus+Nachbarn gehen, sondern nur 2 bin ich eher unsicher.
Am 30.04.2012 empfangen die Analogreceiver an dieser Anlage nur noch Ameisenrennen. Ein Mischbetrieb von analogen und digitalen Receivern ist nur an Multischalter-Sternleitungen möglich.

Um optimal beraten zu können muss die Verteilnetzstruktur aller Häuser und deren Bedarf an Single- und Twin-Receivern bekannt sein. Bei Koaxverkabelung müssen alle Fundamenterder miteinander blitzstromtragfähig verbunden sein, was bei zweischaliger Bauweise unüblich ist.

Die seitherige Stammleitung in die Nachbarhäuser muss für Vollbandempfang ermutlich entweder um 4 Satellitenkabel, oder eine Glasfaser-Leitung ergänzt werden. Bei Glasfaserverbindung entfällt die Verbindung der Fundamenterder.

Mehr, wenn die Netzstruktur und Bedarfsanmeldung für die Receiver vorliegt.

EDIT: An dieser Anlage ist immerhin ein Potenzialausgleich der Eingangskabel ausgeführt. Die Gehäuser der Bauteile und die Ausgangskabel wurden aber normwidrig nicht mit einbezogen.

Die Klemme der PA-Schiene ist absolut nicht als Verbindung für 100 kA Blitzstrom ausgelegt und der 16 mm² Cu-Draht dürfte wie üblich entgegen EN 60728-11 mehrdrähtig und kein Einzelmassivdraht sein. Anstatt Erdschienen sollte man bei der Digitalisierung mit modernen HQ-Kabeln ohnehin nur noch Erdblöcke oder Erdwinkel verwenden.
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Alt 16.05.2011, 21:47   # 3
Stevie
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Beiträge: 2
Hallo Dipol,

erstmal vielen Dank für die schnelle und genaue Antwort.
Das sollte ein VWS 21 sein, ein VWS 20 hätte eigentlich gewechselt werden müssen.
Ja. Auf dem Gerät steht VWS21.

Ja, der Stichausgang dürfte in dein Haus, der Stammaugang zu den Nachbarhäusern führen.

Sollte ich das zur Sicherheit noch verifzieren ? Wie macht man das mit Bordmethoden am besten ? Das Stammleitungs-Kabel abziehen und prüfen ob alle Dosen in meinem Haus noch gehen, oder meines abziehen und nachschauen ob meine alle nicht mehr gehen die in den Nachbarhäusern aber schon ?

Ein Mischbetrieb von analogen und digitalen Receivern ist nur an Multischalter-Sternleitungen möglich.

Ich hatte die vage Hoffnung das ich (falls meine Nachbarn nicht "mitmachen") meine Stichleitung an einen neuen Unicable-Multischalter anklemme, einen neuen LNB montiere und "irgendwas" von der alten Lösung verwende um die Stammleitung der anderen Häuser mit dem alten analogen Unikabel Signal versorge. Am 1.5.2012 könnte ich das alte dann einfach lahmlegen.

Um optimal beraten zu können muss die Verteilnetzstruktur aller Häuser und deren Bedarf an Single- und Twin-Receivern bekannt sein.

Sehe ich voll ein. Reicht es aus rauszufinden ob ich den anderen Häusern auch Stichleitungsabzweiger finde oder muß ich dazu auch rausfinden wie in meinem Haus (und dann auch in den anderen) die Dosen miteinander verbunden sind ? Wie finde ich sowas am besten raus ? Beim Elektriker von damals brauche ich nach einem Schaltplan vermutlich kaum fragen ... Sowas scheint mir auf dem Bau zumindest bei Einfamilienhäusern eher unüblich zu sein.
Die seitherige Stammleitung in die Nachbarhäuser muss für Vollbandempfang ermutlich entweder um 4 Satellitenkabel, oder eine Glasfaser-Leitung ergänzt werden.
Brrrr......klingt aufwändig. Das bisherige Kabel verschwindet derzeit in einem Rohr dass zu dünn für 4 weitere Kabel ist. Man müsste die Kabel also irgendwie unter den Dachziegeln durchführen und in die Hausinneren kommen ohne die Dampfsperre dauerhaft zu verletzen. Wäre die Idee, daß die anderen Häuser dann auch je einen kaskadierbaren Multischalter bekommen ?


Bei Glasfaserverbindung entfällt die Verbindung der Fundamenterder.

Müsste die bisherige Stammleitung nicht jetzt auch schon mit gemeinsamen Fundamenterder verbunden sein (wenn nach DIN ausgeführt) ?

Mehr, wenn die Netzstruktur und Bedarfsanmeldung für die Receiver vorliegt.

Klar. Ich mach mich an die Sache sobald ich weiss wie (siehe Bemerkung oben).

Die Klemme der PA-Schiene ist absolut nicht als Verbindung für 100 kA Blitzstrom ausgelegt und der 16 mm² Cu-Draht dürfte wie üblich entgegen EN 60728-11 mehrdrähtig und kein Einzelmassivdraht sein.

Beide Erdungsdrähte sind massiver Einzeldraht. Ob 16mm² messe ich nach.
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Alt 16.05.2011, 23:27   # 4
Dipol
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von Stevie Beitrag anzeigen
Sollte ich das zur Sicherheit noch verifzieren ? Wie macht man das mit Bordmethoden am besten ? Das Stammleitungs-Kabel abziehen und prüfen ob alle Dosen in meinem Haus noch gehen, oder meines abziehen und nachschauen ob meine alle nicht mehr gehen die in den Nachbarhäusern aber schon ?
Versuch macht kluch. Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten.
Zitat:
Zitat von Stevie Beitrag anzeigen
Ich hatte die vage Hoffnung das ich (falls meine Nachbarn nicht "mitmachen") meine Stichleitung an einen neuen Unicable-Multischalter anklemme, einen neuen LNB montiere und "irgendwas" von der alten Lösung verwende um die Stammleitung der anderen Häuser mit dem alten analogen Unikabel Signal versorge.
Dann ist aber übergangsweise eine zweite Antenne mit Universal-LNB erforderlich, denn die Nachbarn brauchen den Einkabel-LNB.

Früher habe ich solche Anlagen zum Empfang beider Lowband-Ebenen aufgebohrt, indem zwischen dem Einkabel-LNB und dem Einkabelkonverter ein Kaskaden-Multischalter eingesetzt wurde. Das geht aber nur mit einer Umstellung auf Sternverteilsystem und die Highbandebenen sind damit weiterhin nicht empfangbar. Der Aufwand ist für die begrenzte Restlaufzeit bis zum 30.04.2010 nicht mehr vertretbar.
Zitat:
Zitat von Stevie Beitrag anzeigen
Reicht es aus rauszufinden ob ich den anderen Häusern auch Stichleitungsabzweiger finde oder muß ich dazu auch rausfinden wie in meinem Haus (und dann auch in den anderen) die Dosen miteinander verbunden sind ?
Ja, wenn man die Verteilstruktur kennt ist das von Vorteil.
Zitat:
Zitat von Stevie Beitrag anzeigen
Wie finde ich sowas am besten raus ? Beim Elektriker von damals brauche ich nach einem Schaltplan vermutlich kaum fragen ... Sowas scheint mir auf dem Bau zumindest bei Einfamilienhäusern eher unüblich zu sein.
Nach VOB schuldet der Auftragnehmer einen Anlagenplan.
Zitat:
Zitat von Stevie Beitrag anzeigen
Das bisherige Kabel verschwindet derzeit in einem Rohr dass zu dünn für 4 weitere Kabel ist. Man müsste die Kabel also irgendwie unter den Dachziegeln durchführen und in die Hausinneren kommen ohne die Dampfsperre dauerhaft zu verletzen.
Das ist nachträglich der Preis für die Installation einer überholten Technik! Über ein Kabel kann ansonsten nur wieder ein nicht zukunftssicheres digitales Einkabelsystem ohne Vollbandempfang installiert werden. Das ist wie gehabt anfangs billiger, bis die Nachrüstungen in die Kostenfalle führen.
Zitat:
Zitat von Stevie Beitrag anzeigen
Wäre die Idee, daß die anderen Häuser dann auch je einen kaskadierbaren Multischalter bekommen ?
Es gibt folgende Varianten:
  • Installation eines INVACOM-LWL-LNB und Signalverteilung über Glasfaserleitung. Jedes Haus erhält eine optische Abschlusseinheit + UniCable-Matrix. Die Fundamenterder müssen in dieser Variante nicht miteinander verbunden sein.
  • Die Matritzen werden zentral angeordnet und jedes Haus erhält eine eigene Zuleitung. In diesem Fall hängen die Steckdosen jeder Einheit auf einem Port und es sind max. 8 Single- oder 4 Twin-Receiver möglich
  • Es werden vier Koaxkabel (+ 1 x Terrestrik) von Haus zu Haus verlegt und jeweils eine Kaskadenmatrix installiert
Zitat:
Zitat von Stevie Beitrag anzeigen
Müsste die bisherige Stammleitung nicht jetzt auch schon mit gemeinsamen Fundamenterder verbunden sein (wenn nach DIN ausgeführt) ?
Nach DIN-VDE schon. Nur zeigt die tägliche Praxis, dass dieser Aspekt den meisten Installateuren nicht bewusst ist oder der Aufwand wird einfach eingespart.
Zitat:
Zitat von Stevie Beitrag anzeigen
Beide Erdungsdrähte sind massiver Einzeldraht. Ob 16mm² messe ich nach.
Man darf auch mal Dusel haben. Ein mehrdrähtiger 16 mm² Cu-Draht war seit 1994 untersagt, seit Oktober 2010 ist er unter bestimmten Umständen wieder zulässig.
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Alt 28.05.2012, 16:10 # --
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