Hausverkabelung von Kabel auf Sat umstellen - einige Fragen

Alt 11.05.2011, 21:13   # 1
Knifte
 
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Hallo zusammen,

ich habe versucht mich durch die teilweise sehr ausführlichen Beiträge zu wälzen und bin momentan noch verwirrter als ich es schon vorher war

Aber daraus schliesse ich mal einfach, dass ich es hier mit jeder Menge Fachleuten und Fachwissen zu tun habe. Und ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr bei mir ein recht geringes Fachwissen unterstellt, insbesondere was die Fachbegriffe angeht

Ich möchte mich bereits an dieser Stelle für die Beantwortung meiner Fragen bedanken.

Nun geht es los.

Ausgangssituation:
Wir wohnen in einem 1-Familienhaus in dem es bisher nur Kabelfernsehen gab.
Vom Keller (HÜP) ging ein Koax-Kabel auf den Dachboden und dort geht das Kabel in einen Verteiler.

Von diesem Verteiler gehen mehrere "Stränge" ab, die dann unterschiedlich viele Räume mit Kabelfernsehen versorgen. Es gibt Stränge, die gehen vom Dachboden in nur einen Raum und es hängt nur eine Antennendose dran, es gibt aber auch Stränge an denen 2 Antennendosen in "Serie" hängen, also Verteiler -> Kabel -> Dose 1 -> Kabel -> Dose 2.

Das ganz doofe dabei ist, dass die Stränge vom DG ins 1. OG und dann ins EG gehen und im 1. OG sowie im EG dann jeweils eine Antennendose daran hängt. Und es wäre mir eigentlich relativ wichtig, dass man die Dose sowohl im 1. OG als auch im EG nutzen kann.

Ich habe die Anzahl dieser Stränge jetzt noch nicht genau nachgezählt (weil die Verkabelung da etwas schwierig nachvollziehbar ist, das werde ich aber kurzfristig genauer nachholen, sofern das wichtig ist), es müssten aber so 5 bis 6 sein.

Was aktuell für ein Koax-Kabel verlegt ist kann ich nicht genau sagen, das könnte man aber zur Not tauschen, da (hoffentlich) alle Kabel durch Leerrohre verlegt sind.

Nun zu meinen Fragen:
1. Früher hatten wir auf dem Dach eine terrestrische Antenne an einem Mast. Die Halterung ist noch vorhanden, dort liegt auch noch das entsprechende Erdungskabel mit einem Gesamtquerschnitt von 16mm² (allerdings mit 4 einzelnen massiven Kupferdrähten innerhalb des Kabels).
Soll ich die Satschüssel auf dem Dach installieren oder lieber an der Giebelseite in 2m Entfernung zur Dachkante, damit ich nicht erden muss und damit die Schüssel zur Not leichter zugänglich als auf dem Dach?
Die Kabel könnte man dann wohl auch relativ einfach bis zum Verteilerrraum auf dem Dachboden legen, das sollte also kein Problem darstellen.

2. Da die Leerrohre ja nur bedingt Platz bieten (ich denke, das 2 allerhöchstens 3 Kabel durchpassen müsste ich mir für die "Stränge" an denen 2 Dosen hängen was einfallen lassen, wenn ich jeden Raum TWIN-Receiver tauglich machen will. Ist Unicable bzw. eine Einkabellösung da das richtige für meine Situation?

3. Wie genau funktioniert solch eine Unicable-Lösung dann? (Habs mir mal bei Wikipedia durchgelesen, aber viel schlauer bin ich dadurch auch nicht geworden)
Ich habe gelesen, dass man dann max. 8 Receiver (wobei Twin-Receiver als 2 zählt) anschliessen kann. Aktuell würden mir ein normaler HD-Receiver sowie ein HD-Twin-Receiver ausreichen.
Allerdings müsste ich mehrere Stränge gleichzeitig nutzen. Geht das? (Ist ja dann eigentlich keine Einkabel-Lösung mehr, oder?)

4. Was für Hardware empfehlt ihr mir da? Von der Schüssel über den LNB hin zu den anderen Teilen die ich brauche? Es sollten schon Geräte mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis sein, da ich auch lange was davon haben will. Mir reicht es vollkommen aus, wenn ich einen Satelliten empfangen kann auf dem die "normalen" Programme empfangbar sind.

5. Da ich auch noch in einigen Räumen Netzwerkkabel legen möchte und dafür auch noch die vorhandenen Kabelkanäle nutzen möchte würde ich gern wissen, ob es zu Problemen führen kann, wenn ich Netzwerkkabel (Cat7) und Koax-Kabel direkt nebeneinander im Kabelkanal verlege? Gerade für den HD-Bereich interessant.

6. Hat eine Unicable-Lösung (sofern realisierbar) Vor- bzw. Nachteile ggü. der herkömmlichen Sternverteilung, wo ein bzw. zwei Koax-Kabel zu jeder Antennendose gehen?

7. Thema UKW-Empfang: Ist es sehr kompliziert bzw. kostspielig da auch noch UKW-Empfang zu ermöglichen? Werden dafür zusätzliche Kabel benötigt?

Das ist erstmal alles was mir einfällt. Es werden bestimmt noch weitere Fragen folgen.

Vielen Dank schonmal für eure Hilfe.
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Alt 12.05.2011, 01:33   # 2
King W.
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Hallo und nw welcome

Zitat:
Aber daraus schliesse ich mal einfach, dass ich es hier mit jeder Menge Fachleuten und Fachwissen zu tun habe.
Wir tun jedenfalls unser Bestes.

Dann wollen wir mal. Ich denke, es wird gar nicht so schwer.

Unbedingt erforderlich ist es zunächst, den Kabelverlauf festzustellen. Der Verteiler auf dem Dachboden ist erst einmal vorteilhaft, wenn man gut herankommt. Er wird aber später wahrscheinlich nicht mehr gebraucht. Jetzt kann er dazu dienen, den Kabelverlauf festzustellen. Schraube einfach ein Kabel ab und überprüfe, an welchen Antennensteckdosen noch Signal ankommt und an welchen nicht. Das Kabel kennzeichnen (z.B. nummerieren), den Verlauf notieren und mit dem nächsten Kabel fortfahren. Auf diese Weise bekommst du den Kabelverlauf relativ schnell heraus.

Vom Kabelverlauf hängt es auch ab, welche Verteilkomponenten für dich zweckmäßig sind, oder, anders gesprochen, wir können dir nur gezielt etwas empfehlen, wenn wir deine Situation kennen. Auch, wenn es etwas Arbeit bedeutet - da mußt du durch. Bei der Gelegenheit kannst du auch direkt überprüfen, ob Leerrohre liegen.

Falls am vorgesehenen Aufstellungsort schon ein Erdkabel liegt, würde ich an deiner Stelle auch dort die Antenne installieren. Erdungspflicht hin oder her - eine geerdete Antenne ist in jedem Fall besser, als eine ungeerdete und ein 16 mm² Kabel, bestehend aus 4 massiven Einzeladern (zu je 4 mm² logischerweise) ist viel besser, als nichts. Es besteht sogar ein Normentwurf, nach dem das mehrdrähtige Kabel wieder offiziell als Erdleitung zugelassen wird.

Die Halterung kannst du, wenn sie ausreichend stabil ist, weiter verwenden. Bedenke aber bitte, daß ein Mast mit mindestens 1/6 seiner Länge eingespannt werden muß, bei einem 2m Mast wären das knapp 40 cm zwischen oberem und unterem Befestigungspunkt. Etwas mehr schadet auch nichts, ich selbst nehme immer 1/4 der Länge. Wenn die Strecke zwischen Dachhaut und Fußboden des DG nicht allzu groß ist, wäre eine zusätzliche Mastbefestigung mit einem Mastfuß sehr anzuraten. An der Klemmschraube kannst du dann auch das Kabel für den Potentialausgleich anbringen.

Eine Alternative wäre die Verwendung eines stabilen Aufdach-Halters. Dabei ragt nichts in den Innenraum, es bildet sich keine Wärmebrücke und es besteht auch kein Problem, wenn das Dachgeschoß mal ausgebaut werden soll.

Falls die Leerrohre (sofern vorhanden) wenig Platz bieten, kannst du auf dünnes Kabel, z.B. dieses hier zurückgreifen. Die höhere Kabeldämpfung bei dünnem Kabel ist bei den Längen, die üblicherweise in einem EFH vorkommen kein Problem und beeinträchtigt weder die Signalqualität noch die Schlechtwetterreserve.

Unicable funktioniert so, daß die Frequenzwahl in den Router ausgelagert wird. Bei einem Unicable-System empfängt jeder angeschlossene Receiver genau eine Frequenz, die beim Einrichten einmal vergeben und dann nie mehr geändert wird. Welcher Sender sich nun auf der Frequenz befindet, bestimmt der Router auf Anforderung durch den Receiver. Der Benutzer merkt von alledem nichts. Der Vorteil aber: Es sind bis zu 8 Frequenzen (bei Jultec sogar 12) auf einem Strang machbar, so daß bis zu 8 (12) Receiver (Twin-Receiver zählen, wie immer, doppelt) an einen Strang angeschlossen werden können. Es sind Unicable-taugliche Receiver erforderlich, ein falscher oder fehlerhaft konfigurierter Receiver kann den gesamten Strang lahmlegen. Wenn es mit vertretbarem Aufwand möglich ist, wäre ein Umbau auf eine sternförmige Verkabelung besser. Zudem ist es ratsam, die maximal mögliche Zahl an Receivern pro Strang nicht auszunutzen, sondern möglichst kleine "Cluster" zu bilden. In deinem Fall scheint das kein Problem zu sein.

Mehrere Stränge gleichzeitig zu nutzen ist, bei entsprechenden Routern, natürlich auch machbar.

Als Antenne empfehlen wir gern die Gibertini SE, als LNB dieses Alps. Als Kabel für außen hat sich das besonders wetterfeste KOKA 110 PE von Hirschmann bewährt. Es ist extrem robust und wetterfest und erfüllt die Klasse A Spezifikation.

Zu den Verteilkomponenten können wir jetzt noch keine Empfehlung aussprechen, denn die hängt von dem Kabelverlauf ab.

Ein nach Klasse A geschirmtes Kabel (sowohl das Hirschmann, wie auch das dünnere, für die Innenverlegung gedachte Twin-Kabel) sind durch Störungen von außen - zumindest in einem EFH - nicht zu beeinflussen und emittieren selbst auch keine Störungen. Das gilt auch uneingeschränkt für ein Cat7-Kabel. Wenn du also das Cat7 zusammen mit dem Antennenkabel in einem Leerrohr unterbringen willst, mach es ruhig. Probleme sind dabei nicht zu erwarten.

Zu Unicable habe ich schon einiges gesagt. Innerhalb einer einzelnen Wohnung bzw. EFH-Hauses sind Probleme nicht zu erwarten, jedoch sind möglichst kleine Cluster anzustreben. Auf die Empfangbarkeit einzelner Kanäle und die Signalqualität hat die Art der Verteilung so gut wie keinen Einfluß. Also, wenn du Unicable brauchst - nimm es ruhig. Einziger Nachteil: Die erforderlichen Router sind teurer, als herkömmliche Multischalter.

UKW-Empfang ist kein Problem. Eine UKW-Antenne kann an einen Unicable-Router und auch an einen normalen Multischalter angeschlossen werden. Das Signal steht dann an den Antennensteckdosen zur Verfügung.

So, mir fällt im Moment auch nicht mehr viel ein. Schreib mal zurück, mit einer Skizze der Verkabelung, dann sehen wir weiter.
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Alt 12.05.2011, 08:22   # 3
Knifte
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Hey, vielen Dank erstmal für die extrem ausführliche und leicht nachvollziehbare Erklärung.

Ich werde heute mal ein paar Fotos von der Dachhalterung für den MAst, die noch vorhanden ist machen und von der Räumlichkeit, wo das alles installiert werden soll.

Ich werde mich dann auch mal um den Verlauf der Kabelstränge kümmern, allerdings ist es leider nicht so einfach, da momentan schon kein Kabelfernsehsignal mehr anliegt, so dass die Dosen derzeit alle kein Signal senden. Gibt es da evtl. eine Art Meßgerät, mit dem man den Kabelverlauf einfach testen kann?

Alternativ werde ich mal die einzelnen Leerrohre mit so einem Spiraldraht zum einfädeln in die Leerrohre "abfahren" und dann sehe ich ja, wo ich auskomme.

Evtl. wäre auch eine Sternverkabelung machbar, da ich nicht unbedingt in jedem Raum die Möglichkeit haben muss, einen Twin-Receiver anzuschliessen. Aber auch bei einer Unicable-Lösung würden in meinem Fall max. 2 Twin-Receiver pro Strang hängen können, wovon aber insgesamt max. 4 (Twin-Receiver) verteilt auf alle Stränge gebraucht würden. Also ich denke, die Stückzahlbegrenzung dürfte kein richtiges Problem darstellen.

Ich werde später mal ein paar Skizzen machen und dann mal einstellen.

Aber erstmal vielen Dank!
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Alt 12.05.2011, 18:35   # 4
King W.
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Zitat:
Alternativ werde ich mal die einzelnen Leerrohre mit so einem Spiraldraht zum einfädeln in die Leerrohre "abfahren"
Na ja, man kann auch mit Kanonen nach Spatzen schießen ...

Kabel, auch Antennenkabel, haben die Eigenschaft den Strom zu leiten. An deiner Stelle würde ich erst einmal die Antennensteckdosen ausbauen, für SAT müssen ohnehin neue rein. Dann sind die Kabel zugänglich. Zunächst kann dann festgestellt werden, ob es sich um doppelt geschirmtes Kabel handelt, d.h. es muß mindestens ein Abschirmgeflecht und eine Folie vorhanden sein. Ist das nicht der Fall, so eignet sich das Kabel wegen zu geringer Schirmdämpfung nicht, es muß gewechselt werden.

Ansonsten kann man den Kabelverlauf leicht mit einem Multimeter überprüfen. Derartige Meßgeräte gibt es für kleines Geld in jedem Elektronik-Versand, z.B. hier, oder auch in manchen Baumärkten. Das billigste dieser Geräte, welches du bekommen kannst, reicht vollkommen aus. Es muß nur einen Widerstands-Meßbereich haben.

Wenn man nun ein "offenes" Kabel mißt, wird das Gerät nichts bzw. einen unendlich hohen Widerstand anzeigen. Verursacht man nun auf einer Seite einen Kurzschluß, indem man Innen- und Außenleiter metallisch verbindet, so wird das Meßgerät auf der anderen Seite diesen Kurzschluß anzeigen. So lassen sich die Kabel leicht identifizieren.
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Alt 12.05.2011, 20:28   # 5
Knifte
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Der Tipp kam leider zu spät, ich habe jetzt in Mühevoller Kleinstarbeit alles "abgefahren"

Ich mache jetzt mal ein paar Skizzen und dann stelle ich die ein. Ich denke, mit dem dünnen Kabel könnte ich aber auf die Unicable Lösung verzichten, dann sind halt einige der vorhandenen Dosen nicht belegt bzw. werden verschlossen. Da in manchen Räumen aber 3 Dosen liegen, ist das nicht so kritisch.

Ich melde mich gleich nochmal mit den Skizzen.
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Alt 12.05.2011, 21:25   # 6
Knifte
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So, da bin ich auch schon wieder mit ein paar Bildern und den versprochenen Skizzen sowie den Erläuterungen dazu, wie die Dosen auf den Skizzen miteinander verbunden sind.

Erstmal zu den Fotos:

Auf "Diverse 89" kann man die Dachhalterung für den Mast erkennen. Vom oberen (den sieht man leider nicht) bis zum unteren Querbalken sind es 80cm, vom oberen bis zum Boden sogar mehr als 1m. Das sollte also reichen mit 1/6 des Mastes. Dieser muss ca. 3 Meter lang sein (1 Meter innerhalb des Hauses und 2 ausserhalb), da der Mast auf der Westseite des Hausdaches angebracht wird und die Schüssel ja über den Dachfirst "gucken" muss. Taugt die Halterung was? Eine Dachziegel mit Loch ist auch noch vorhanden, ich bräuchte nur noch den Mast und die entsprechende Dichtung.

Auf "Diverse 85" kann man einmal den vorhandenen Platz direkt neben der Dachhalterung erkennen, wo auch die bisherige Verteilung vorgenommen wurde. Unten links hinter dem orangenen Netzwerkkabel ist auch das vorhandene Erdungskabel zu erkennen. Es scheint aber doch mehr als 4 Litzen zu haben, eher 6 oder 7 massive Litzen, aber der Gesamtquerschnitt beträgt laut meinem Elektriker 16mm² (Der hat mir vor nem halben Jahr auch gesagt, dass das für die Erdung der Schüssel absolut ausreichend sei.

Auf "Diverse 87" kann man das Erdungskabel noch mal ein bisschen besser erkennen, aber mehr gibt meine Kamera leider nicht her.

So, nun aber zu den Skizzen:
Ich habe mal schmatisch unsere 4 Etagen nebeneinander aufgemalt.
Die vorhandenen Antennendosen habe ich mit einem Kreis und einer Bezeichnung versehen. Die Bezeichnung ist erstmal relativ willkürlich und sagt nichts über die Priorität einer Anschlussmöglichkeit aus.

Die Kabelstränge gehen alle vom Technikraum auf dem Dachboden, wo auch die Halterung für den Antennenmast angebracht ist ab.

Nun existieren folgende 5 Stränge:
1. Technik -> DG1 -> Keller1
2. Technik -> OG1 -> EG2
3. Technik -> OG3 -> OG6 -> OG7
4. Technik -> OG4 -> OG2
5. Technik -> OG5 -> EG1

Der erste Strang ist vollkommen unkompliziert, da ich hier jeweils ein (bzw. zwei) Kabel direkt zur DG1 Dose und in das Leerrohr zu Keller1 legen kann. Hier ist Sternverteilung also kein Problem.

Der 2. Strang ist meines Erachtens auch unproblematisch, solange wir im Wohnzimmer nichts umstellen, weil derzeit die Dose EG2 hinter der Couch liegt und wir nur EG1 brauchen. Das heisst, man könnte hier nur die Dose OG1 mit 2x KOAX belegen (und Netzwerk müsste dann auch noch passen).

Der 3. Strang ist meines Erachtens der problematischste, weil ich um im Elternschlafzimmer (OG7) TV zu ermöglichen (ist zwar derzeit nicht geplant, aber man weiss ja nie) müsste ich ja die Dosen OG3 und OG6 still legen.

Der 4. Strang ist dann auch in soweit unproblematisch, als dass ich hier entweder die Dose OG4 Twin-fähig oder OG2 und OG4 mit je einem Kabel Sat-fähig mache. aufgrund des kurzen Weges dürfte sogar noch Netzwerk mit reingehen.

Der 5. Strang ist dann auch recht unproblematisch, weil ich dann OG5 still lege und nur EG1 nutze. EG1 sollte dann TWIN-Receiver-fähig sein. In das Leerohr zu EG1 müssten also 2 KOAX sowie ein Netzwerkkabel.

Damit wären meines Erachtens bei einer Sternverteilung alle Räume mit zumindest einer funktionierenden SAT-Dose versorgt (Keller1, EG1, OG1, OG4, OG7 und DG1 = 6x2 Koax-Kabel = 12 Teilnehmer maximal, ggf. auch nur 8, weil in OG1, OG4, OG7 und DG1 nur Single Receiver hin sollen). In den Kinderzimmern ist das aktuell nicht so wichtig, da wir noch keine Kinder haben. Und da wird sowieso max. ein Single-Receiver stehen.

Den einzigen Vorteil, den ich jetzt bei einer Unicable-Lösung sähe, dass ich die hohe Anzahl der Dosen in den einzelnen Räumen aufrecht erhalten könnte und quasi jeden Raum TWIN-Receiver fähig gemacht hätte. Ist das so richtig? Die Frage ist nur, was kostet das ganze mehr ggü. der Sternverteilung.

Ich glaube, ich werde mir jetzt erstmal das dünne Koax-Kabel bestellen und das in die Leerrohre verlegen. Dann sehe ich ja, ob ich ggf. auch 4 Kabel in ein Leerrohr bekomme, damit wäre ich ja noch flexibler.

Wie ist denn eure Meinung dazu, was würdet ihr machen und was brauche ich für Geräte bei der von euch präferierten Lösung.

Die Geräte sollten alle im Bereich gut, aber bezahlbar liegen.

Vielen Dank schonmal für eure Hilfe.

P.S.: Noch eine Frage: Kann man das vorhandenen Erdungskabel auch nutzen um die Koax-Kabel mit der Potenzialausgleichsschine zu verbinden? Sonst hätte ich da nämlich ein Problem, weil die Potenzialausgleichsschine befindet sich im Treppenhaus im Keller und da liegt kein freies Kabel mehr.
Angehängte Grafiken
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Alt 13.05.2011, 00:21   # 7
King W.
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Zunächst mal zur Dachbefestigung:

Einen 3m Mast über den Dachgiebel hinaus würde ich an deiner Stelle nicht setzen und zwar aus mehreren Gründen:

1) Die Optik.
Eine SAT-Antenne, hoch über dem Dachgiebel sieht - sorry - aus, wie gewollt und nicht gekonnt. Das erinnert mich an unsere Freunde vom Bosporus, die gern zeigen, was sie haben. Ihre Antenne muß unbedingt, auch wenn es technisch unsinnig ist, größer und höher sein, als die des Nachbarn. Da kommt es dann auch schon mal vor, daß eine No-Name Antenne mit einem "Siemens" Aufkleber "veredelt" wird - ohne deren Leistungsfähigkeit dadurch nennenswert zu steigern.

OK, wenn du darüber hinwegsehen willst ...

2) Der Mast selbst:
Mit knapp 30€ ist das Teil ja noch erschwinglich, allerdings ist der Versand schlecht möglich. DHL nimmt derartig lange Gegenstände nicht zum Versand an, der Mast müßte per Spedition geschickt werden - und das kostet ... Oder du müßtest ihn selbst hier in Herne abholen.

3) Die Physik:
Die Antenne, weit oberhalb des oberen Einspannpunktes erzeugt bei Sturm ein gewaltiges Drehmoment. Gibertini gibt für seine Antenne "70 kg" an, bezogen auf eine Windgeschwindigkeit von 120 km/h. Die Angabe in "kg" ist zwar blödsinnig, weil kg die Maßeinheit für die Masse ist, aber die Maßeinheiten lassen sich umrechnen. In diesem Fall gilt näherungsweise 1 kg entspricht 10N. Wenn die Antenne nun 2m oberhalb des Einspannpunktes angebracht ist, tritt am Mast im Einspannpunkt ein Biegemoment von 1400 Nm auf. Das hält der Mast selbst zwar aus und er wäre auch zulässig, wesentlich höher als 120 km/h darf die Windgeschwindigkeit aber nicht werden.

Ein anderer Punkt ist die Kraft auf die obere Stange der Einspannung. Nehmen wir die 80 cm und die 2m mal als gegeben an, ebenso die von Gibertini genannten "70 kg", so können wir das Hebelgesetz anwenden (sorry an diejenigen, die ihren Physikunterricht noch in unangenehmer Erinnerung haben).

Die Rechnung ergibt folgendes: 70 kg * 2m entspricht x kg * 80 cm. oder, umgestellt x = 70 * 2 / 0,8 kg.

Macht nach Adam Riese 175 kg bzw. 1.750 N. Mag sein, daß die Querstange das aushält, aber kaum, ohne sich zu verbiegen. Erschwerend kommt noch hinzu, daß es sich bei einer Windlast ja um keine statische Kraft handelt, sondern gewissermaßen an der oberen Stange "gerappelt" wird. Wie lange werden das die seitlichen Befestigungsschrauben mitmachen?

4) und am Wichtigsten: Der Blitzschutz
Auf dem Dach ist eine Antenne ohnehin erdungspflichtig, aber man muß den Blitz durch eine lange Stange auf dem Dach ja nicht förmlich einladen ...

Wenn du mich fragst - vergiß den 3m Mast! Nimm stattdessen diesen Aufdachhalter und zwar direkt auf der richtigen (Ost-) Seite. Die Dachpfanne mit Loch kannst du dort, wo sie ist, ausbauen und auf der anderen Seite weiter nutzen. Dazu eine Mastdichtung - und gut. Das funktioniert hervorragend und macht keinen Ärger. Von dort aus gehst du mit den Kabeln (am besten Hirschmann KOKA 110 PE) von der Antenne aus dorthin, wo jetzt das Kabelgedöns herumhängt.

Am besten, erst einmal alles, was an Kabeln nicht mehr gebraucht wird, entfernen. Natürlich können die alten Kabel auch dazu genutzt werden, die neuen einzuziehen. Einfach ca. 10 - 15 cm weit bis auf den Innenleiter abisolieren, eine Schlaufe bilden , das neue Kabel ebenfalls abisolieren, den Innenleiter durch die Schlaufe fädeln und verrödeln. Das hält. Wenn nun einer zieht und jemand anderes dafür sorgt, daß die neuen Kabel gleichmäßig in das Rohr laufen, sollte es nicht allzu schwierig werden.

Wenn es allzu sehr klemmt, hilft "Kabelgliss", damit das Kabel besser rutscht. Kabelgliss ist nichts anderes, als Silikonöl in einer Sprühdose. Das Silikonöl bekommst du unter der Bezeichnung "Jacutin Pedicul" auch in jeder Apotheke - dort allerdings teurer. Normalerweise dient das Zeugs zur Läusebekämpfung. (ob man mit dem Original-Kabelgliss auch den Läusen den Garaus machen kann, weiß ich aber nicht ) Zur Not, und weniger elegant, geht aber auch Schmierseife.

Zu den einzelnen Strängen schlage ich folgendes vor:

Strang 1: Falls es paßt, ziehe ein KOKA 110 ein. Nach ca. 5m befestige ein weiteres KOKA 110 mittels Klebeband am ersten Kabel und ziehe weiter, bis das ursprüngliche Kabel im Keller und das nachfolgende Kabel im DG1 angekommen ist. Dort setzt du jeweils eine Stichdose. Das Kabel sollte oben bis dort hin reichen, wo jetzt der Verstärker ist (der dicke schwarze Kasten). Falls es zu eng wird, kannst du natürlich auch das dünne Twin-Kabel nehmen.

2. Strang: 2x KOKA 110 einziehen (oder das dünne Twin-Kabel, wenn sonst das Netzwerkkabel nicht paßt) und eine gute Twin-Dose setzen. Hier empfiehlt sich die EDS 322 F von Hirschmann. Die gehört bei SEH zwar nicht zum normalen Lieferprogramm, kann aber besorgt werden.

3. Strang: Ziehe zunächst Twin-Kabel ein, durch OG3 und OG6 bis OG7.
Lasse das Kabel bei OG7 ca 25 cm aus der Dose herausgucken. Markiere das Kabel bei OG6 und OG3. Ziehe das Kabel anschließend wieder heraus.

Nun trenne die beiden Adern ungefähr bis zur Markierung OG6 und kneife eine Ader ca. 15 cm hinter der Markierung ab. Fixiere die Schnittstelle mit etwas Isolierband.

Klebe mit Isolierband ein KOKA 110 an das Twin-Kabel, und zwar ca. 15 cm hinter der Markierung OG3. nun ziehe das Kabel langsam wieder ein. Wenn es bei OG7 erscheint, sollten auch bald die Schnittstelle bei OG6 und die Klebestelle bei OG3 sichtbar werden. Isolierband entfernen und die Kabel durch Ziehen bei OG7 ca 10 cm aus den Dosen kommen lassen. Am besten geschieht das mit mehreren Personen. Bitte, darauf achten, daß die Kabel nicht geknickt werden, denn dadurch verschlechtern sich die elektrischen Eigenschaften.

Anschließend bei OG3, OG6 und OG7 je eine Stichdose setzen.

4. Strang: Twin-Kabel einziehen und Twin-Dose EDS 322 F setzen.

5. Strang: Wenn du OG5 stillegen kannst, ziehe einfach Twin-Kabel bis EG1. Dort setzt du eine EDS 322 F. Das Netzwerk-Kabel wird auch noch passen.

Nun brauchst du einen Multischalter mit ausreichend vielen Anschlüssen. 8 wäre zu knapp, aber 12 würden reichen, auch für die vorgesehenen Twin-Receiver.

Dieser hier ist optimal: Er benötigt nur so wenig Strom, daß er gar keinen eigenen Stromanschluß braucht. Im Gegenteil: Die Kombination aus einem Jultec JRM und einem Alps-LNB braucht weniger Strom, als das LNB allein! Klingt nach Münchhausen, ist aber wahr. Durch den Einsatz effektiver Schaltregler wird das LNB nur mit 8V versorgt, anstelle 12 - 18V im Normalbetrieb. Eine Beeinträchtigung der Empfangseigenschaften ist dadurch nicht gegeben, aber es wird weniger Abwärme erzeugt. Das macht sich auf deiner Stromrechnung bemerkbar, der Schalter amortisiert sich gegenüber einem Billigfabrikat innerhalb kurzer Zeit selbst.

Natürlich trägt der geringe Stromverbrauch auch zu einer langen Lebensdauer bei. Die Investition soll sich ja auch lohnen. Jetzt bleibt nur noch, die 4 Kabel vom LNB und die Kabel zu den Dosen anzuklemmen und einem perfekten Fernsehgenuß steht nichts mehr im Weg.
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Alt 13.05.2011, 09:31   # 8
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Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Zunächst mal zur Dachbefestigung:

Einen 3m Mast über den Dachgiebel hinaus würde ich an deiner Stelle nicht setzen und zwar aus mehreren Gründen:
Auch wenn der Mast 3m lang ist, ragt der nicht über den Dachgiebel hinaus, sondern bleibt immer noch unterhalb des Firstes. Ich muss den Mast nur in einer gewissen Länge haben, damit ich die Schüssel auch ordentlich in Richtung 19,2 Grad Ost ausrichten kann, weil unser Dachfirst ziemlich genau von Nord nach Süd verläuft. Und wenn ich da nicht eine gewisse Höhe habe, empfängt unsere Schüssel ja nichts, weil die nur auf unser Dach guckt und nicht auf den Satelliten

Aber die Installation der Schüssel inkl. Erdung werde ich wahrscheinlich eh von einem Elektriker vornehmen lassen, damit ich dann im Fall der Fälle auch ggü. der Versicherung was vom Fachmann in der Hand habe und im Zweifel dessen Betriebshaftpflicht für den Schaden aufkommen muss

Allerdings hat das wahrscheinlich auch den Nachteil, dass ich zumindest die Schüssel, den LNB und den Mast sowie das ganze Befestigungsmaterial bei dem Elektriker kaufen muss.

Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Strang 1: Falls es paßt, ziehe ein KOKA 110 ein. Nach ca. 5m befestige ein weiteres KOKA 110 mittels Klebeband am ersten Kabel und ziehe weiter, bis das ursprüngliche Kabel im Keller und das nachfolgende Kabel im DG1 angekommen ist. Dort setzt du jeweils eine Stichdose. Das Kabel sollte oben bis dort hin reichen, wo jetzt der Verstärker ist (der dicke schwarze Kasten). Falls es zu eng wird, kannst du natürlich auch das dünne Twin-Kabel nehmen.
Der erste Strang ist vollkommen unkompliziert, weil ich sowohl ein TWIN-Kabel direkt zur Dose auf dem Dachboden legen kann (die ist nämlich sehr leicht zugänglich und ca 3-4 Meter vom Technikraum entfernt) und ein TWIN-Kabel in das Leerrohrzum Keller. Das Leerrohr zum Keller ist auch mit Abstand das längste, ich schätz es auf ca. 20-22 Meter.

Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
3. Strang: Ziehe zunächst Twin-Kabel ein, durch OG3 und OG6 bis OG7.
Lasse das Kabel bei OG7 ca 25 cm aus der Dose herausgucken. Markiere das Kabel bei OG6 und OG3. Ziehe das Kabel anschließend wieder heraus.

Nun trenne die beiden Adern ungefähr bis zur Markierung OG6 und kneife eine Ader ca. 15 cm hinter der Markierung ab. Fixiere die Schnittstelle mit etwas Isolierband.

Klebe mit Isolierband ein KOKA 110 an das Twin-Kabel, und zwar ca. 15 cm hinter der Markierung OG3. nun ziehe das Kabel langsam wieder ein. Wenn es bei OG7 erscheint, sollten auch bald die Schnittstelle bei OG6 und die Klebestelle bei OG3 sichtbar werden. Isolierband entfernen und die Kabel durch Ziehen bei OG7 ca 10 cm aus den Dosen kommen lassen. Am besten geschieht das mit mehreren Personen. Bitte, darauf achten, daß die Kabel nicht geknickt werden, denn dadurch verschlechtern sich die elektrischen Eigenschaften.

Anschließend bei OG3, OG6 und OG7 je eine Stichdose setzen.
Danke für die ausführliche Beschreibung.

Aber ich glaube, das ich dass dann eher so machen würde, dass ich nur bei der OG7 ein TWIN-Kabel liegen habe und OG6 und OG3 dann nicht belegt sind. Dann hat zumindest jeder Raum im OG die Möglichkeit einen TWIN-Receiver zu betreiben. Ob es dazu jemals kommt, weiss ich zwar nicht, aber dann hätte ich zumindest kabelmäßig Ruhe.

Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Nun brauchst du einen Multischalter mit ausreichend vielen Anschlüssen. 8 wäre zu knapp, aber 12 würden reichen, auch für die vorgesehenen Twin-Receiver.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass uns auch erstmal der 8er Multischalter ausreicht, weil wir momentan eh nicht soviele Geräte betreiben werden. In absehbarer Zukunft werden maximal 6 Leitungen benötigt (2* TWIN-Receiver und 2* Single-Receiver). Jetzt hängt es natürlich ein bisschen davon ab, wie lange ein solcher Mutlischalter hält. Wenn der 30 JAhre lang hält, dann sollte man schon die 12er Variante nehmen, wenn der nach 5-10 Jahren eh den Geist aufgubt, dann tendiere ich eher zum 8er-Modell.

Wäre das der entsprechende 8er Multischalter? Den JRM0508A kann ich leider nicht finden.

Wie ist das denn mit dem Thema Potenzialausgleich zu sehen? Kann ich den auch über das Kabel auf dem Foto vornehmen?
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Alt 13.05.2011, 11:08   # 9
King W.
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Der letzte Buchstabe T steht für terminiert, d.h. die erforderlichen Abschlußwiderstände sind bereits eingebaut. Ein Beispiel ist dieser Schalter. A als letzter Buchstabe bedeutet, daß der Schalter Stammleitungsausgänge hat, wie z.B. dieser Schalter.

Einen A-Schalter mußt du selbst terminieren, indem diese Widerstände auf die Stammleitungs-Ausgänge geschraubt werden. Dafür hast du später den Vorteil, daß dort noch ein weiterer Schalter angeschlossen werden kann. Wenn du in absehbarer Zeit nicht erweitern willst, wäre ein Modell T günstiger, denn dann brauchst du die Widerstände nicht. Erweitern geht aber trotzdem, mit einem A-Modell zwischen dem LNB und dem jetzigen Schalter. Allerdings ist das dann mit Mehrarbeit verbunden.

Also, wie gesagt, wenn 8 Anschlüsse vorläufig reichen, nimm den 0508T und zum Erweitern später einen 0508A. Letzterer wird nicht allzu häufig verlangt und ist deshalb nicht gelistet, kann aber auf telefonische Bestellung besorgt werden. Andererseits - wenn tatsächlich mal erweitert werden soll, warum denn dann nicht gleich einen 12er? Ist jedenfalls deutlich günstiger, als zwei 8er.

Zur Haltbarkeit: Wie das so ist bei elektronischen Geräten - man steckt nicht drin. Alle Jultec-Schalter sind aber äußerst robust aufgebaut und auf eine lange Lebensdauer ausgelegt. So verwendet Jultec z.B. keine Elektrolyt-Kondensatoren (Elkos). Diese Teile sind die störanfälligsten Komponenten eines Elektrogerätes und haben - je nach Qualität - nur eine Lebensdauer von 20.000 - 100.000 Stunden. Auf gut Deutsch: Nach reichlich 11 Jahren Dauerbetrieb sind auch die besten Elkos hinüber. Indem Jultec auf diese Bauteile verzichtet, wird dokumentiert, daß die Schalter für eine Lebensdauer deutlich über 10 Jahren ausgelegt sind.

Gleiches gilt übrigens auch für die Antenne und erst recht für das LNB. Bei einer Antenne sollte die Devise sein: Aufhängen - und vergessen, mindestens für die nächsten 15 - 20 Jahre.

Das Kabel auf dem Foto ist ein Erdkabel. Das wird an die Antenne bzw. den Mast angeschlossen bzw. bei einer Aufdachhalterung stabil mit dem Rahmen verbunden. Es dient als Blitzschutz. Das andere Ende muß mit dem Fundamenterder verbunden sein.

Ebenfalls am Rahmen, in der Nähe des Erdkabels, wird ein 4 oder 6 mm² Kabel angebracht. Es dient als Potentialausgleich. Das führt man parallel zu den Antennenleitungen an die Stelle, wo der Multischalter hin soll. Dort setzt man einen Erdungsblock, worüber die Kabel vom LNB geführt werden und woran das PA-Kabel angeschlossen wird. Durch diese Vorgehensweise ist sichergestellt, daß bei einem Blitzeinschlag der Blitzstrom zur Erde abgeleitet wird und es auch keinen gefährlichen Potentialunterschied auf den Antennenkabeln gibt. Der Blitz wird deshalb nicht auf die Antennenkabel überspringen.

Ein vorschriftsmäßiger PA erfüllt aber noch einen weiteren Zweck: Bei einem defekten Receiver könnte es passieren, daß Netzstrom auf das Gehäuse gelangt und über das Antennenkabel auf die gesamte Antennenanlage übertragen wird. Über die PA-Leitung wird dieser Fehlerstrom auf das Erdkabel geleitet und kurzgeschlossen. Die Anlage kann deshalb stets, auch bei einem defekten Receiver, gefahrlos berührt werden.

Da der PA auch bei ausgebautem Schalter erhalten bleiben muß, sind auch die Ausgangskabel über Erdblöcke zu führen. In dem Beitrag über Erdung und Potentialausgleich ist ein Schalter abgebildet, der einbaufertig mit Erdungsblocks bestückt ist. So ähnlich müßtest du es auch machen. Bitte hier nicht schludern und auf den PA verzichten - es dient deiner Sicherheit.
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Alt 13.05.2011, 13:59   # 10
Knifte
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Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Der letzte Buchstabe T steht für terminiert, d.h. die erforderlichen Abschlußwiderstände sind bereits eingebaut. Ein Beispiel ist dieser Schalter. A als letzter Buchstabe bedeutet, daß der Schalter Stammleitungsausgänge hat, wie z.B. dieser Schalter.
Alles klar habe ich verstanden. Ich würde dann in einem ersten Schritt auf jeden Fall einen 8er oder 12er Multischalter nehmen, der schon terminiert ist, sollte nochmal Erweiterungsbedarf bestehen, kann ich immer noch einen nicht terminierten davor schalten, auch wenn ich dann etwas Mehraufwand mit der Neuverkabelung habe.

Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Also, wie gesagt, wenn 8 Anschlüsse vorläufig reichen, nimm den 0508T und zum Erweitern später einen 0508A. Letzterer wird nicht allzu häufig verlangt und ist deshalb nicht gelistet, kann aber auf telefonische Bestellung besorgt werden. Andererseits - wenn tatsächlich mal erweitert werden soll, warum denn dann nicht gleich einen 12er? Ist jedenfalls deutlich günstiger, als zwei 8er.
Naja, ich denke, dass 8 Anschlüsse für mindestens die nächsten 10 Jahre reichen werden, wenn nicht sogar länger. Und der 8er ist ggü. dem 12er um immerhin 60 Euro günstiger. Das macht es mir leichter die Anschaffung ggü. meiner Frau zu verkaufen

Zitat:
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Gleiches gilt übrigens auch für die Antenne und erst recht für das LNB. Bei einer Antenne sollte die Devise sein: Aufhängen - und vergessen, mindestens für die nächsten 15 - 20 Jahre.
Das sehe ich genauso, deswegen möchte ich da auch eine ordentliche Antenne einsetzen.

Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Das Kabel auf dem Foto ist ein Erdkabel. Das wird an die Antenne bzw. den Mast angeschlossen bzw. bei einer Aufdachhalterung stabil mit dem Rahmen verbunden. Es dient als Blitzschutz. Das andere Ende muß mit dem Fundamenterder verbunden sein.
Das Erdkabel ist mit der Potenzialausgleichsschiene im Keller verbunden und diese widerum ist direkt mit derm Fundamenterder verbunden. Bzw. die Potenzialausgleichsschiene ist der Fundamenterder.

Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Ebenfalls am Rahmen, in der Nähe des Erdkabels, wird ein 4 oder 6 mm² Kabel angebracht. Es dient als Potentialausgleich. Das führt man parallel zu den Antennenleitungen an die Stelle, wo der Multischalter hin soll. Dort setzt man einen Erdungsblock, worüber die Kabel vom LNB geführt werden und woran das PA-Kabel angeschlossen wird. Durch diese Vorgehensweise ist sichergestellt, daß bei einem Blitzeinschlag der Blitzstrom zur Erde abgeleitet wird und es auch keinen gefährlichen Potentialunterschied auf den Antennenkabeln gibt. Der Blitz wird deshalb nicht auf die Antennenkabel überspringen.
Das heisst, ich brauche nicht noch ein zusätzliches Kabel für den Potenzialausgleich, der von den Antennenkabeln in den Keller zum Potenzialausgleich führt, sondern diese Reihenfolge wäre so auch ok:

Blitzschutz:
Fundamenterder -> 16mm² Erdungskabel (vom Foto) -> Masthalterung

Potenzialausgleich:
Wie auf dem Foto im anderen Thread abgebildet von den Kabeln und dem Multischalter -> Masthalterung (allerdings an anderer Stelle als das 16mm² Kabel)

Ist das dann so ok? Ich möchte das auf jeden Fall ordentlich machen.

Wie befestigt man denn eigentlich das Erdungskabel (16mm²) an der Schüssel / Mast / Masthalterung? Wo ist es am besten und wie macht man das am besten?

Nochmal zum Thema der Dachhalterung:
Ich würde nach Möglichkeit schon gerne die vorhandene Konstruktion verwenden, die macht eigentlich auch einen recht robusten Eindruck.
Und wie gesagt ragt der Mast ja nicht über die Dachspitze hinaus und die Schüssel wird nur so hoch befestigt, dass sie gerade freie Sicht auf den Satelliten hat. Wenn ich jetzt mal von einem 3m Mast ausgehe (den hat damals der Elektriker ins Spiel gebracht, der sich das alles angeguckt hat), glaube ich nicht, dass die Schüssel wirklich 2m über dem Dach befestigt wird.

Evtl. könnte man die Konstruktion im Haus ja auch noch mit dem von dir erwähnten Mastfuß aus deiner 1. Antwort weiter stabilisieren, so dass der Mast an der Masthalterung an den beiden Querverstrebungen sowie mittels des Mastfußes befestigt ist.

Würde das noch zusätzliche Stabilität bringen?

Und wenn ich den Elektriker die Schüssel installieren lasse (falls ich das tue), dann lasse ich den hier natürlich auch antanzen, wenn der Mast zu wackeln anfängt.

Die von dir vorgeschlagene Alternative mit der Dachhalterung auf der Ostseite hätte meines Erachtens 2 wesentliche Nachteile:

1. Ich müsste mir für die Kabel vom LNB zum Multishalter was einfallen lassen und die entweder irgendwie unter den Dachziegeln durchschieben oder einmal ums Haus rum legen wo ich momentan nicht weiss, ob das ohne großen Aufwand machbar ist.

2. An der Stelle wäre dann auch kein Erdungskabel vorhanden. D.h. dass ich das vorhandene Erdungskabel vom Foto verlängern und ebenfalls unterm Dach durch oder ums Haus herum legen müsste. Und das dürfte dann ja so ziemlich jeder Norm widersprechen, schätze ich, oder?

Noch eine Frage zu den Kabeln:
Du hattest in deinem Beitrag zu den einzelnen Strängen dann auch davon gesprochen das KOKA sowie das dünne Koax-Kabel parallel zu benutzen.

Ich hätte mir jetzt der Einfachheit halber nur das dünne Kabel bestellt und das überall hin verlegt. Weil ich denke, dass ich mit insgesamt 100m auskommen werde.

Wie gesagt, der längste Einzelstrang wird ca. 20m lang sein. Gibt es denn bei dem dünnen Kabel da irgendwelche Probleme mit der Dämpfung, wenn ich den Potenzialausgleich mit den Schienen und den F-Steckern (die ja auch nochmal dämpfen) einrichte? Oder ist das bei den Entfernungen kein Thema?
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Alt 13.05.2011, 15:13   # 11
Knifte
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Ich habe auch grad mal bei Dishpointer.com meine Adresse eingegeben und Astra1 ausgewählt. Dabei ist mir aufgefallen, das unser Dachfirst doch nicht genau von Nord nach Süd verläuft, sondern schon so ein bisschen nach Ost abdriftet, so dass die Antenne wahrscheinlich doch recht Dachnah auf der Westseite des Daches angebracht werden kann.
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Alt 14.05.2011, 04:55   # 12
King W.
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Blitzschutz und PA sind so weit OK. Die kannst du aber auch an derselben Stelle des Mastes anbringen, wenn das einfacher machbar ist. Für den PA kannst du solch ein Erdungsband nutzen. Der Text bei der Beschreibung ist allerdings nicht OK, ich glaube nicht, daß dieses Erdungsband bei einem Einschlag den Blitzstrom aushält. Dafür brauchst du etwas stabileres. Ich selbst verwende zur Antennenmontage mittlerweile nur noch den Aufdachhalter. Das Erdkabel biege ich mittels Rundzange zu einer Öse und befestige es zusammen mit dem Rahmen mit einer 8 x 60 Schraube. Damit ich einen guten Kontakt bekomme, nehme ich zwei große Unterlegscheiben (Baumarkt, sogenannte Karosseriescheiben oder kurz KARO-Scheiben). Das funktioniert ganz hervorragend.

Bedenken wegen des Mastes hatte ich nur, weil die Antenne so hoch montiert werden sollte. Dadurch würden die Kräfte auf die Halterung arg groß. Wenn du die Antenne dachnah montieren kannst, entfallen diese Bedenken natürlich. Es waren ja auch keine grundsätzlichen Bedenken gegen den Halter (die habe ich nicht), sondern ausschließlich wegen des langen Abstands zwischen der Antenne und dem oberen Befestigungspunkt. So, wie es scheint, wird der Halter bei Sturm hauptsächlich seitlich belastet, d.h. die obere Haltestange wird gedehnt oder gestaucht, nicht aber verbogen. Eine derartige Belastung hält die Stange viel besser aus.

Vermutlich kommst du dann auch mit einem 2m-Mast aus.

Wenn du willst, stelle das Dishpointer-Bild mal hier ein, dann kann ich es mir mal ansehen - und vielleicht noch ein bißchen rechnen.

Das Erdkabel könntest du z.B. mit zwei Mastschellen befestigen, also im Prinzip so etwas. Die verlinkten Mastschellen sind allerdings nur zur Illustration, für den beabsichtigten Zweck sind die zu groß. Außerdem würde ein Befestigungsloch an jeder Seite reichen. Passende Schellen bekommst du in jedem guten Baumarkt.

Das Kabel wiederum zu einer Öse biegen, beide Schellen um den Mast legen, eine passende Schraube durch die erste Schelle, dann durch die Öse und die zweite Schelle. Das Ganze so anziehen, daß es gut fest ist, aber ohne dabei das Kabel allzu sehr plattzudrücken. Übrigens kannst du auf diese Weise auch das Kabel für den PA anbringen, auf der anderen Seite der Schelle. Dann sparst du das Erdungsband.

Zu den Kabeln:
Die höhere Kabeldämpfung des dünneren Kabels macht nichts aus, insbesondere wird die Bildqualität nicht schlechter. Es bestehen nur Einschränkungen hinsichtlich der nutzbaren Kabellänge. In Verbindung mit dem Alps-LNB und dem Jultec-Schalter sind mindestens 40m Einzellänge mit dem dünnen Kabel machbar. 20m sind jedenfalls kein Problem. Nimm aber das dünne Kabel nach Möglichkeit nicht für die Strecke vom LNB zum 1. Erdungsblock. Für eine Außenverlegung ist dieses Kabel nicht vorgesehen und auch nicht so gut geeignet (die Außenisolierung ist deutlich dünner, als bei dem Standard-Kabel).
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Alt 14.05.2011, 15:47   # 13
Knifte
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Alles klar, danke erstmal für die ganzen Infos.

Ich stelle das Dishpointer Bild mal ein, leider ist das Satellitenbild bei Google-Maps von unserem Haus recht schlecht zu erkennen.

Ich habe den Punkt mal dort angebraht, wo ungefähr die Antenne hinkommt.

Unser haus ist kein freistehendes Haus sondern eine Art Doppelhau, wobei auf der anderen Grundstückshälfte 2 Häuser hintereinander stehen, deswegen wird das Dach auf dem Foto am oberen Ende breiter. Den Firstverlauf kannst du dir wie ein T vorstellen, wobei unser First dem | aus dem T entspricht Ich hoffe, du kannst mir einigermassen folgen. Die Querbalken der Dachhalterung verlaufen natürlich parallel zum Dachfirst und die Schüssel steht ja nahezu rechtwinklig dazu, so dass die Hauptbelastung wirklich seitlich erfolgt.

Der Grüne Strich auf dem Foto verläuft nicht ganz parallel zu unserem Dachfirst, sondern etwas mehr nach Osten geneigt, so dass ich die Schüssel nicht direkt 10cm über dem Dach anbringen kann.

Wenn du noch genauere Daten zum Rechnen brauchst, schicke ich dir meine Adresse mal per PM, dann kannst du ja alles andere berechnen.

Also vom LNB zum Multischalter werde ich dann das schwarze Kabel nehmen, das sind ja dann auch nur 4*5 Meter (maximal) bzw. ggf. auch noch ein 5. Kabel, wenn ich noch UKW einspeisen möchte, oder nicht?

Innerhalb des Hauses werde ich dann das dünne Kabel einsetzen, da wie gesagt keine Strecke länger als 25 Meter ist. Wobei ich zumindest im Keller noch ca. 8 Meter Kabel von der Dose bis zum Receiver brauchen werde, aber dann wäre ich ja immer noch unter 40 Metern.

Jetzt muss ich mich nur noch auf das Dach trauen um die Schüssel dort selber zu montieren und vorher meine Frau von der Investition überzeugen
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Alt 28.05.2012, 16:09 # --
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