ich baue (besser lasse zum Großteil bauen ) im Moment ein EFH (Raum Karlsruhe) und bin am planen meiner SAT-Analge zum Empfang von Astra 19,2, die bis auf die Antenne in Eigenregie installiert werden soll.
Bisher sind folgende Komponenten geplant bzw. teilweise auch schon vorhanden:
Antennendosen: 10 St. Hirschmann EDA302F und 1 St. EDS322F
Potentialausgleich: 6 mm2 Massivdraht ca. 40m
Erdung Antenne: wird direkt auf Ringerder gelegt
F-Stecker: noch festzulegen
UKW-Dipol: noch festzulegen
diverses: 3 St. 4-fach Masseblöcke, 1 St. 1-fach Masseblock, Mast-Erdungsschelle
Die Antenne und der Mast werden von einer Firma vor Ort geliefert und montiert (ist ein Deal mit meinem Generalübernehmer ), daher kann ich hier nur diese Schüssel nehmen und keine genaueren Angaben zum Mast machen. Die Firma stellt auch gleich den Anschluß an die unter der Antenne liegenden Ringerder-Anaschlußfahne her.
Nun bräuchte ich aber einmal eure Hilfe als Experten, da einige Dinge doch noch unklkar sind:
Der Spaun MS ist noch aus meiner vorherigen Wohnung "übrig" und lag jetzt drei Jahre ungenutzt im Keller. Ich denke aber, dass man den trotzdem verwenden kann oder spricht hier irgendwas dagegen?
Wie seht ihr meine Planung/Komponentenwahl bzw. was kann ich verbessern/ändern?
Das Wisi-Kabel (2 ovp 100m Ringe) blieb bei meinem Cousin auf seinem Bau über. Spricht irgendwas gegen dieses Kabel?
Welche F-Kompressionsstecker muss ich hier verwenden, bzw. kann ich auch die Hirschmann Stecker und Zange benutzen?
Gilt bei SEH1 eigentlich noch das Hirschmann-Installset-Angebot, bei dem ich den koffer mit Zange nach Gebrauch wieder zurücksenden kann und nur die Stecker zahlen muss oder ist das an irgendwelche Bedingungen gekoppelt?
Meine SAT-Antenne wird an der Südseite des Hauses auf ca. 3m Höhe mit 50cm Abstand zur Südost-Ecke montiert und der Technikraum befindet sich auf der Nordseite im Keller. Ich würde also mit einem 40er-FBY-Rohr vom Technikraum durch den Keller fahren und an der Südseite in einem vorhandenen Steigschacht hoch. In dieses Rohr wollte ich die 5 SAT-Kabel (4 SAT + UKW) einziehen.
Wie führe ich nun am Besten die Kabel durch die Außenmauer (36,5er Porenbeton)? Endet das Rohr einfach in der Innenseite der Mauer und es wird nur ein 40er bzw. 2 25er Löcher rausgebohrt oder wird das Rohr mit durch die Außenwand geführt (Rohr hängt also aus Außenwand)? Wie funktioniert die korrekte Abdichtung (auch hinsichtlich Kältebrücke) bzw. wie führt man sowas fachmännisch durch?
Den Potentialausgleich würde ich in ein separates 16er Rohr legen und parallel zum Antennenkabel ziehen. Ist das so i.O. oder wäre es sinnvoller die Antennekabel in 2 32er Rohre zu packen und den Pot-Ausgleich in einem der beiden Rohre mitzuführen bzw. darf man das überhaupt?
Sorry, dass ich gleich in meinem ersten Post soviele Fragen stelle, aber ich lese schon ne weile bei euch still mit und weis daher, dass ich hier auch fundierte Antworten bekomme.
Vielen Dank schon mal für eure Mühen!
Gruß
Towin
01.05.2011, 03:12
#
2
King W.
Team SAT-Technik
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Hallo und
Die vielen Fragen beweisen ja nur dein Interesse, brauchst dich deshalb doch nicht zu entschuldigen.
Dann wollen wir mal ...
Die Antenne ist schon ganz OK, die habe ich früher auch oft verbaut, bevor es die Gibertini SE gab. Bislang ohne Probleme.
Die Wandhalterung ist OK, Für eine Wand nach Süden oder Südosten reicht die Auslage auch. Als Material kannst du Alu nehmen (auf Dauer rostfrei), denn die Triax TDA ist nicht sonderlich schwer. Achte aber bitte auf ausreichende Befestigung. Schwerlastdüber wären ideal, meiner Erfahrung nach reichen aber auch gute Nylon-Dübel ausreichender Größe, z.B. Fischer UX 10x60 in Verbindung mit Schrauben 8x70.
Das LNB ist OK.
Den Spaun-Schalter kannst du weiter verwenden, außer dem recht hohen Stromverbrauch (bis zu 26 W = 227 kWh / Jahr) spricht nichts dagegen. Wenn du richtig Strom sparen willst, wäre der Jultec JRM0512T ideal. Der verbraucht im Stand-By überhaupt nichts, weil er gar keinen eigenen Stromanschluß hat - und auch keinen braucht. Zudem bringt Jultec das Kunststück fertig, daß die Kombination aus Schalter und LNB weniger braucht, als das LNB allein. Klingt zwar unwahrscheinlich, stimmt aber.
Von dem Hirschmann-Kabel brauchst du nur wenige Meter. Von der Schüssel durch das Loch in der Wand auf einen 4er Erdungsblock gleich dahinter. Zusätzlich noch einen 1er Erdungsblock für die UKW-Antenne. M.E. solltest du mit ca. 20 bis höchstens 30m auskommen. Das schwarze KOKA 100 ist sehr robust und extrem wetterfest, daher für Außenarbeiten ideal.
Das WISI-Kabel ist von guter Qualität und eignet sich ohne weiteres für die Innenarbeiten.
Die Dosen sind ebenfalls OK. Die 322F muß mit 2 Kabeln angeschlossen werden.
Für den Potentialausgleich reichen 4 mm², Massivdraht ist natürlich verwendbar, aber nicht erforderlich. Gegen 6 mm² Draht spricht allerdings auch nichts.
Das Erden der Antenne, obgleich sie sich wahrscheinlich im Schutzbereich des Hauses befindet, ist optimal. Hierfür ist z.B. 16 mm² Kupferdraht (starr) geeignet.
Als F-Stecker nimm bitte Kompressionsstecker, sie sind von den technischen Eigenschaften her (Schirmdämpfung) besser, als die normalen Schraubstecker.
Ob du eine UKW-Antenne wirklich brauchst, sei mal dahingestellt. Auf Astra gibt es jede Menge Radioprogramme in ausgezeichneter Qualität. Die kann jeder SAT-Empfänger liefern. UKW-Empfang ist allenfalls noch für die regionalen Programme von Interesse. Einen recht guten Empfang liefert diese Antenne. Sie läßt sich zudem einfach montieren und wird, genau wie die LNB's mit einem F-Stecker angeschlossen. Allerdings paßt sie nicht zusammen mit einer SAT-Antenne an einen Wandarm. Wenn du willst, kannst du aber diese Halter nutzen, in Verbindung mit einem 1m-Mast. Damit kannst du die UKW-Antenne einfach ober- oder unterhalb der SAT.Antenne montieren.
Die unter "diverses" angegebenen Teile sind OK.
Zu deinen übrigen Fragen: Das Kompressions-Set im Ausleih ist ein Service von SEH für seine Kunden. Ob das Set auch einzeln, ohne weitere Teile abgegeben wird, weiß ich nicht. Müßtest du mal fragen (02323/61887). Aber so, wie es aussieht, brauchst du ja zumindest das Außenkabel, die Wandhalterung, eventuell das LNB sowie die UKW-Antenne. Da sollte es keine Schwierigkeiten geben.
Als Antennendosen kannst du auch die Axing SSD5-00 nehmen. Diese Dosen sind nur unwesentlich teurer, als die Hirschmann-Dosen und ebenfalls von ausgezeichneter Qualität.
Zur Kabelverlegung: Ein Loch durch die Wand reicht vollkommen aus, es muß auch keine 40 cm sein, die Hälfte reicht auch. Mit einem 25er Loch bist du jedenfalls auf der sicheren Seite, siehe angehängte Skizze. Das Loch kannst du mit etwas Bauschaum wieder verschließen und anschließend von außen drüberputzen oder streichen, oder was auch immer. Falls du die Kabel nach langer Zeit doch mal wechseln mußt, bietet der Schaum einem Schraubenzieher oder Bohrer keinen nennenswerten Widerstand. Zudem verhindert er eine Kältebrücke. Ein spezielles Rohr durch die Wand ist nicht unbedingt erforderlich und meiner Meinung nach auch nicht sonderlich praktisch.
Den Potentialausgleich kannst du problemlos parallel zum Antennenkabel führen, nicht jedoch das Erdkabel. Dadurch, daß Potentialausgleich und Blitzschutzkabel an der gleichen Stelle angebracht werden (nämlich an der Antennenbefestigung) kann sich im Fall des Blitzeinschlags auf der Antennenleitung und der PA-Leitung kein nennenswerter Potentialunterschied aufbauen. Ein Spannungsüberschlag wird deshalb nicht stattfinden.
Das 16 mm² Erdkabel, das im Falle eines Falles den Blitzstrom abführen muß, ist separat zu verlegen, mit einem Sicherheitsabstand von den Antennenkabeln und nach Möglichkeit nur außen.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein
Nokia? Nein danke!
01.05.2011, 11:17
#
3
Towin
Threadstarter
Registriert seit: 25.04.2011
Beiträge: 5
Erstmal vielen Dank für die ausführlichen Antworten!
Zitat:
Von dem Hirschmann-Kabel brauchst du nur wenige Meter. Von der Schüssel durch das Loch in der Wand auf einen 4er Erdungsblock gleich dahinter. Zusätzlich noch einen 1er Erdungsblock für die UKW-Antenne. M.E. solltest du mit ca. 20 bis höchstens 30m auskommen. Das schwarze KOKA 100 ist sehr robust und extrem wetterfest, daher für Außenarbeiten ideal.
Naja 20-30m werden vermutlich nicht reichen, da ich mit den 5 Kabeln von der Antenne bis in Technikraum muss, da ich erst dort die Erdungsblöcke setzen kann. Oder gibt es da einen "Trick" die Blöcke in der Wand zu verstecken?
Klar könnte zwar direkt am Ende des Steigschachts die Blöcke an die Kellerdecke dübeln, aber das sieht irgendwie auch etwas unschön aus. Bei der Variante "an Kellerdecke dübeln" wären es deine sehr gut geschätzten 20-30m. Wenn ich bis in den Technikraum fahre kommt eben noch 8 m pro Kabel hinzu (40m).
Spricht technisch etwas dagegen, die Erdungschienen und damit den Pot-Ausgleich erst im Technikraum zu setzen? (Hab auch mal nen Auszug aus UG-Grundriss angehängt)
Ich denke ein Koka110 anstatt 100 als PEsw auf der kompletten Strecke bis in den Technikraum dürfte genauso i.O sein.
Zitat:
Als F-Stecker nimm bitte Kompressionsstecker, sie sind von den technischen Eigenschaften her (Schirmdämpfung) besser, als die normalen Schraubstecker.
Jupp, eben drum (dem Froum sei Dank! )! Aber passen z.B. die Hirschmann-Kompressstecker auf das Wisi-Kabel und kann die Hirschmann-Zange verwendet werden?
Zitat:
Die Dosen sind ebenfalls OK. Die 322F muß mit 2 Kabeln angeschlossen werden.
Das war der nächste berücksichtigte Tipp von euch: Twin im Wohnzimmer.
Die UKW-Antenne wäre für die Frau des Hauses, da sie bevorzugt einen Regionalsender hört, der nicht über SAT kommt.
Zitat:
Den Potentialausgleich kannst du problemlos parallel zum Antennenkabel führen, nicht jedoch das Erdkabel. Dadurch, daß Potentialausgleich und Blitzschutzkabel an der gleichen Stelle angebracht werden (nämlich an der Antennenbefestigung) kann sich im Fall des Blitzeinschlags auf der Antennenleitung und der PA-Leitung kein nennenswerter Potentialunterschied aufbauen. Ein Spannungsüberschlag wird deshalb nicht stattfinden.
Das 16 mm² Erdkabel, das im Falle eines Falles den Blitzstrom abführen muß, ist separat zu verlegen, mit einem Sicherheitsabstand von den Antennenkabeln und nach Möglichkeit nur außen.
Ich habe mal ne Skizze der geplanten Antennenmontage angehängt. Das Erdkabel (grün) soll direkt senkrecht auf den Ringerder geführt werden. Der PA läuft in einer kleinen Schlaufe (Abtropfschlaufe ) in die Mauerdurchführung und weiter zum Technikraum. Dort wird der PA mit den Erdungsblöcken und dem MS verbunden, aber nicht mit der PA-Schiene des E-Verteilers, da ich sonst eine PA-Schleife (Erdung-Antenne->PA-Schiene im Keller) hätte, welche meines Wissens nach zu vermeiden ist.
Ist das so korrekt?
01.05.2011, 11:29
#
4
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von Towin
Erdung Antenne: wird direkt auf Ringerder gelegt
Hurra, endlich mal ein Bauherr der schon vor Baubeginn an die Antennenerdung denkt!
Stand der Technik ist heute der isolierte Blitzschutz mit einer Fangstange, weil nur damit galvanische Blitzsstromeintragungen in die Antennenkabel zu vermeiden sind. Das ist auch bei Innenverlegung der Antennenkabel + des PA-Drahts vorteihaft, weil es keine Näherungsprobleme zu anderen Elektrokabeln gibt.
Ist auch eine Solaranlage eingeplant, sollte man auch die mit isolierter Erdung mit Fangstange schützen. Ein gemeinsamer PA mit der Antenne setzt zwingend 6 mm² Cu-Querschnitt voraus. Die meisten Solaranlagen haben zumeist keinen oder nur jämmerlichen Blitzschutz.
Zitat:
Zitat von Towin
Die Antenne und der Mast werden von einer Firma vor Ort geliefert und montiert (ist ein Deal mit meinem Generalübernehmer ), daher kann ich hier nur diese Schüssel nehmen und keine genaueren Angaben zum Mast machen. Die Firma stellt auch gleich den Anschluß an die unter der Antenne liegenden Ringerder-Anaschlußfahne her.
Dann schau auch in den Thread Erdung und Potenzialausgleich rein, damit beim Potenzialausgleich nichts schief läuft.
Der Ringerder und die Anschlussfahnen müssen aus Edelstahl sein und nach DIN 18014 von -oder zumindest unter Aufsicht- einer Elektro- oder Blitzschutzfachraft installiert und dokumentiert werden.
Zitat:
Zitat von Towin
Meine SAT-Antenne wird an der Südseite des Hauses auf ca. 3m Höhe mit 50cm Abstand zur Südost-Ecke montiert und der Technikraum befindet sich auf der Nordseite im Keller.
Wie führe ich nun am Besten die Kabel durch die Außenmauer (36,5er Porenbeton)? Wie funktioniert die korrekte Abdichtung (auch hinsichtlich Kältebrücke) bzw. wie führt man sowas fachmännisch durch?
Die Kabelverlegung muss nach DIN 18015 zugfähig sein. Eine Innenverlegung in einem Installationsschacht mit Kabelaustritt am Dach oder einer Wandhalterung ist einer Verlegung auf der Außenseite under dem WDV-System vorzuziehen.
Eine praktische Methode ist die Kabelführung durch einen umgedrehten Winkelwandhalter. Damit ist die Leitungsführung optimal wasserdicht, aber nicht thermisch getrennt. Die Bauphysiker sprechen von Wärmebrücken, die am besten mit einer Dachsparrenhalterung zu vermeiden sind. Damit lässt sich auch der isolierte Blitzschutz mit einer Fangstange realisieren.
Wäre das mein Objekt, käme ein Herkules Dachsparrenhalter mit Edelstahlrohr aufs Dach und die Erdleitung würde außenseitig mit 50 mm² Alu-Knetlegierung an die Erdfahne angeschlossen.
Zitat:
Zitat von Towin
Den Potentialausgleich würde ich in ein separates 16er Rohr legen und parallel zum Antennenkabel ziehen. Ist das so i.O. oder wäre es sinnvoller die Antennekabel in 2 32er Rohre zu packen und den Pot-Ausgleich in einem der beiden Rohre mitzuführen bzw. darf man das überhaupt?
Beides ist möglich, wenn die Verlegung auf der Außenwand unter dem WDV-System erfolgt, sollte man mit dem Gipser klären, welche Variante ihm lieber ist.
01.05.2011, 11:47
#
5
Towin
Threadstarter
Registriert seit: 25.04.2011
Beiträge: 5
Zitat:
Zitat von Dipol
Eine praktische Methode ist die Kabelführung durch einen umgedrehten Winkelwandhalter. Damit ist die Leitungsführung optimal wasserdicht, aber nicht thermisch getrennt. Die Bauphysiker sprechen von Wärmebrücken, die am besten mit einer Dachsparrenhalterung zu vermeiden sind. Damit lässt sich auch der isolierte Blitzschutz mit einer Fangstange realisieren.
Wäre das mein Objekt, käme ein Herkules Dachsparrenhalter mit Edelstahlrohr aufs Dach und die Erdleitung würde außenseitig mit 50 mm² Alu-Knetlegierung an die Erdfahne angeschlossen.
Beides ist möglich, wenn die Verlegung auf der Außenwand unter dem WDV-System erfolgt, sollte man mit dem Gipser klären, welche Variante ihm lieber ist.
Eine Aufdachmontage geht nicht (bzw. nur erschwert), da ich ein begrüntes Pultdach habe und somit so wenig Dachdurchdringungen wie nur möglich erfolgen sollten. Weiterhin wäre die Montage der Antenne auf dem Dach nur durch Auflastständer (also keine direkte Verbindung mit der Unterkonstruktion) möglich, wovon mir ein Kumpel (Dachdeckermeister) und mein ausführender Dachdecker dringend abgeraten haben, da der Mastfuß sich (z.B. bei Sturm) trotz der hohen Auflast minimal bewegt und auf Dauer zu Dachschäde führen kann.
Deshalb haben wir unsere SAT-Schüssel von vorneherein als Wandmontage auf ca. 3m Höhe geplant. Hier wäre vermutlich nicht mal eine Erdung zwingend notwendig, aber schaden tut sie auch nicht. Vermutlich wird die Erdung sogar als 50mm2-Alu-Knet ausgeführt, aber evtl. auch aus 16mm2 im Kabelschacht. Beides würde aber auch senkrecht nach unten, direkt auf die Erdungsfahne geführt. Welche Variante die Firma wählt, kann ich nicht sagen, aber sie muss ja schließlich auch dafür gerade stehen! (Ist auch ein Bestandteil des "Deals" )
Netter Nebeneffekt der Wandmontage: Ich muss als "Nicht Schwindelfreier" bei einem Defekt/Störung nur auf 3m klettern und nicht auf 8m.
01.05.2011, 11:53
#
6
Dipol
Team SAT-Technik
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Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von Towin
Spricht technisch etwas dagegen, die Erdungschienen und damit den Pot-Ausgleich erst im Technikraum zu setzen?
Der PA soll antennennah erfolgen und dessen Erdung darf nach EN 60728-11 auch ausschließlich am Mast erfolgen. Ein Direktanschluss an der Haupterdungsschiene (auf 100 kA Blitzstromtragfähigkeit achten!) ist ebenso normwidrig wie eine zusatzanschle Vermaschung im Keller.
Zitat:
Zitat von Towin
Jupp, eben drum (dem Froum sei Dank! )! Aber passen z.B. die Hirschmann-Kompressstecker auf das Wisi-Kabel und kann die Hirschmann-Zange verwendet werden?
RG 6-Kabel gibt es mit entscheidenden 0,2 mm Differenz im Durchmesser des Dielektrikums. TRIAX-HIRSCHMANN vertreibt PPC-Zange die auf unterschiedlich lange Kompressionsstecker umstellbar ist.
Zitat:
Zitat von Towin
Das Erdkabel (grün) soll direkt senkrecht auf den Ringerder geführt werden.
So weit okay, wenn keine Näherungsprobleme vorhanden sind.
Zitat:
Zitat von Towin
Der PA läuft in einer kleinen Schlaufe (Abtropfschlaufe ) in die Mauerdurchführung und weiter zum Technikraum. Dort wird der PA mit den Erdungsblöcken und dem MS verbunden, aber nicht mit der PA-Schiene des E-Verteilers, da ich sonst eine PA-Schleife (Erdung-Antenne->PA-Schiene im Keller) hätte, welche meines Wissens nach zu vermeiden ist.
Wegen des Schleifenverboits darf der PA an einer erdungspflichtigen Antenne ausschließlich "rückwärts" an der Antenne geerdet werden.
Wenn die Antenne aber nicht erdungspflichtig im Schutzbereich der Fassade angebracht ist, ist die Erdleitung als überdimensionierter PA-Draht anzusehen, womit sogar eine abstandslose parallele Führung mit den Koaxkabeln und eine beliebige Positionierung des PA-Erdblocks normkompatibel wäre.
01.05.2011, 12:21
#
7
Towin
Threadstarter
Registriert seit: 25.04.2011
Beiträge: 5
Zitat:
Zitat von Dipol
Der PA soll antennennah erfolgen und dessen Erdung darf nach EN 60728-11 auch ausschließlich am Mast erfolgen. Ein Direktanschluss an der Haupterdungsschiene (auf 100 kA Blitzstromtragfähigkeit achten!) ist ebenso normwidrig wie eine zusatzanschle Vermaschung im Keller.
hmm...versteh ich nicht ganz! Ich leg doch eine 4 oder 6mm2 Leitung von der Schüssel zu den Erdungsblöcken im Technikraum (nicht zur HES/PAS des E-Verteilers!), womit auch der MS und alle abgehenden Stichleitungen verbunden sind. Weiterhin habe ich die Schüssel direkt senkrecht (16mm2) mit dem Ringerder verbunden. Ergo müsste doch alles Bingo sein oder nicht?
Wo liegt der Unterschied/Vorteil, wenn ich die Erdungsblöcke für die Antennenleitungen 8m "früher" (frühste Möglichkeit wäre im UG direkt am Steigschacht => Länge Kabel-Antenne ca. 4,5m) setzen würde?
Zitat:
RG 6-Kabel gibt es mit entscheidenden 0,2 mm Differenz im Durchmesser des Dielektrikums. TRIAX-HIRSCHMANN vertreibt PPC-Zange die auf unterschiedlich lange Kompressionsstecker umstellbar ist.
Wenn ich die techn. Daten des MK96 und des KOKA110 richtig interpretiere, dann ist das Dielektrikum bei beiden fast identisch (4,85 zu 4,8mm), nur der Außendurchmesser unterscheidet sich um 0,3mm (6,5 Wisi und 6,8 Koka). Würden dann die Hirschmann-Stecker dann passen oder nicht?
01.05.2011, 13:34
#
8
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Wegen ungenügender Normenkunde vieler Installateure bin ich bezüglich Erdung, Potenzialausgleich und Blitzschutz von Antennen in Fachbauleiterfunktion einiges gewohnt. Jeder im Installateurverzeichnis der EVUs eingetragene Betrieb müsste ein VDE Auswahlabo haben, aber kaum einer kann es sich leisten.
Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass deine Fotovoltaikanlage den üblichen Blitzschutzstandard der Monteure aus dem Dachdecker- oder Sanitärinstallateurs-Handwerk hat und die Panels bestenfalls mit 6 mm² Cu-Draht in den Schutzpotenzialausgleich einbezogen sind, dreht sich der Thread schon viel zu lange um den falschen Schwerpunkt. Siehe http://vds.de/fileadmin/vds_publikat...s_2010_web.pdf
THESEN:
Es ist billiger und obendrein viel wirkungsvoller eine Fotovaltikanlage mit Fangstangen zu schützen, als ohne diese Schutzmaßnahme jeden String normgerecht mit teuren SPD 1 Blitzstromableiter für einen 50 kA Blitz-Stromstoß nach Impulsform 10/350 µs versehen zu müssen.
Ein Blitz- und Überspannungsschutz kann immer nur so wirksam sein, wie die Güte des Gesamtkonzepts. Über Fotovaltikanlagen die nur mit 6 mm² Cu in den Schutzpotenzialausgleich einbezogen wurden, kann man unter Blitzschutzgesichtspunkten nur den Kopf schütteln.
Den ersten Blitzschaden regulieren die Versicherung meist noch ohne zu Murren, spätestenes beim zweiten Einschlag wird erfahrungsgemäß eine Nachrüstung verlangt.
Zitat:
Zitat von Towin
Ich leg doch eine 4 oder 6mm2 Leitung von der Schüssel zu den Erdungsblöcken im Technikraum (nicht zur HES/PAS des E-Verteilers!), womit auch der MS und alle abgehenden Stichleitungen verbunden sind. Weiterhin habe ich die Schüssel direkt senkrecht (16mm2) mit dem Ringerder verbunden. Ergo müsste doch alles Bingo sein oder nicht?
Bei erdungspflichtiger Montage mit normgerecht getrennter Führung beider Kabel, wird auf diese Weise umso mehr Blitzstrom induziert werden, je länger und größer der Abstand beider Drähte ist. Bei 8 Metern besteht bereits eine erhebliche Überschlagsgefahr.
Zitat:
Zitat von Towin
Wo liegt der Unterschied/Vorteil, wenn ich die Erdungsblöcke für die Antennenleitungen 8m "früher" (frühste Möglichkeit wäre im UG direkt am Steigschacht => Länge Kabel-Antenne ca. 4,5m) setzen würde?
Wenn die Antenne nicht erdungspflichtig ist, filibustern wir um Kaisers Bart. Dann reicht nach EN 60728-11 ein Cu-Draht > 4 mm² und der Erdblock kann beliebig gesetzt werden.
Zitat:
Zitat von Towin
Wenn ich die techn. Daten des MK96 und des KOKA110 richtig interpretiere, dann ist das Dielektrikum bei beiden fast identisch (4,85 zu 4,8mm), nur der Außendurchmesser unterscheidet sich um 0,3mm (6,5 Wisi und 6,8 Koka). Würden dann die Hirschmann-Stecker dann passen oder nicht?
Dann sollte es passen, bei PPC oder Cabelcon kann man sicherheitshalber die Kabelkompatibilität nachchecken.
Hier noch ein Link zur Wärmebrücken- und Luftdichtheits-Problematik: ELEKTRO+ | Download
01.05.2011, 19:39
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10
Towin
Threadstarter
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Was hat denn meine nicht vorhandene und nicht geplante PV-Analage nun damit zu tun?
Ich habe zwar eine Solarthermieanlage an der Südwand, aber die wird ebenfalls mit 50mm2 Alu auf den Ringerder (senkrecht auf der Außenwand) geführt. Somit sollte das i.O. sein.
Außerdem funktionieren Fangstangen nach meinem Kenntnisstand relativ schlecht bei Wandmontagen unterhalb des Daches. Oder?
Aber zurück zur SAT-Anlage: wenn du meine Skizze im 3. Post ansiehst, dann läuft mein 6 mm2 PA und meine Erdung (16mm2) max. etwa 30cm parallel (von Erdungsschelle Mast bis zur Hauswand), da meine Koax und PA quasi direkt in der Wand verschwinden und die Erdung außen an der Wand senkrecht runterläuft. Außerdem hängt die Schüssel auf etwa 3m Höhe und meine Dachkante ist bei 7,8m. Ergo sollte doch alles paletti sein, oder wie soll das sonst in der Praxis aussehen? Ich kann wohl schlecht 5m Abstand zwischen PA und Erdung bringen,da spätestens am Mast beide zusammentreffen.
01.05.2011, 20:26
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11
Dipol
Team SAT-Technik
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Zitat:
Zitat von Towin
Außerdem funktionieren Fangstangen nach meinem Kenntnisstand relativ schlecht bei Wandmontagen unterhalb des Daches. Oder?
Außerdem hängt die Schüssel auf etwa 3m Höhe und meine Dachkante ist bei 7,8m.
Es ist doch alles schon geklärt
Diese Antenne ist nach EN 60728-11 unstrittig nicht erdungspflichtig
daher ist auch nur ein PA-Draht mit mindestens 4 mm² Cu gefordert, der übrigens kein Einzelmassivdraht sein muss
der PA kann auch an beliebiger Stelle durchgeführt werden, denn antennennah muss er nur bei erdungspflichtigen Antennen sein.
Zitat:
Zitat von Towin
Ich kann wohl schlecht 5m Abstand zwischen PA und Erdung bringen,da spätestens am Mast beide zusammentreffen.
5 Meter Abstand sind noch nicht mal bei erdungspflichtigen Antennen gefordert, es reichen zumeist schon 0,5 Meter.
Da der 16 mm² Cu-Draht in deinem Fall eine zwar sinnvolle, aber von der EN 60728-11 nur empfohlene Zusatzmaßnahme darstellt und der Erdblock an beliebiger Stelle angebracht werden darf, kannst du nach persönlicher Vorliebe auch so viele Drähte verlegen wie du willst.