Verkabelung bei Wechsel von Kabeldeutschland zu SAT

Alt 14.04.2011, 14:17   # 1
PaulSeelze
 
Registriert seit: 13.04.2011
Beiträge: 2
Hallo,
bin fachlich zwar Laie, aber sonst handwerklich ganz geschickt. Habe vieles im forum gelesen, nicht alles verstanden. Möchte mich trotzdem gern selbst versuchen, doch vorher einige Fragen. Habe einige Foto's drangehängt, die deutlich machen, mit welchen Kabeln und Anschlussgeräten ich bisher versorgt werde. Würde mich freuen, wenn ich mit Eurer Hilfe den Einstieg schaffen könnte.

Istzustand:
Haus mit drei Wohnnungen – Kabel für Fernsehanschluss (Kabeldeutschland) wurde 1995/96 von Fachbetrieb verlegt (siehe Fotos):

1.Wohnung OG: z.Zt. vermietet, Vertrag mit Kabeldeutschland (nur Fernsehanschluss analog). Telefon über Telekom (Situation sollte z.Zt. unverändert bleiben. Späterer Anschluss an SAT einplanen)

2.Wohnung im EG plus Studentenwohnung im OG:
Vertrag analoger Fernsehanschluss über Kabeldeutschland
Paket Internet+Telefon über Kabel von Kabeldeutschland
(Nutzung des Kabels für Kabelfernsehen)

Ziel:
Im 1. Schritt (Wohnung EG plus Studentenwohnung) Ablösung analoger Fernsehanschluss Kabeldeutschland durch digitale SAT-Anlage mit möglichst wenig Neuverkabelung!

Fragen:
1.Die von KD installierten Einheiten, notwendig fürs Analogfernsehen, müssten sicher (teilweise) installiert bleiben, da die OG-Wohnung weiterhin mit KD fernsieht und die EG-Wohnung weiterhin mit Internet+Telefon über KD-Kabel versorgt wird. Leitungen sind ab 'Amigo' (siehe Foto's) für die jeweiligen Wohnungen getrennt.
2.Kann ich die vorhandenen Kabel des Kabelanschlusses für die EG-Wohnung trotzdem sinnvoll einbinden oder sollte (muss) neue Sternverkabelung ab LNB hergestellt werden?
Würde gern vom Dach durch 'toten' Schornstein bis in den Keller gehen und dort vom Verteil-Bereich 'Amigo' die vorhandene Verkabelung in die Zimmer nutzen.
3.Lässt sich der 'Amigo' oder die Einheit am Hausanschluss so einstellen, dass
a) für OG-Wohnung Kabelfernsehen bestehen bleibt und
b) für die EG-Wohnung Kabelfernsehen abgeschaltet wird, sodass
c) von KD dann nur noch Internet+Telefon auf dem Kabelverfügbar bleibt und
d) NEU der SAT-Empfang neben Internet+Telefon über das Kabel läuft?

Der Bedarf an Fernsehgeräten (ohne parallele Aufzeichnung) ist eher gering, daher zunächst erst einmal keine weiteren Fragen

Hoffentlich habe ich mich einigermaßen verständlich ausgedrückt. Danke im Voraus für Eure Hilfe!

Viele Grüße

Ernst
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Alt 14.04.2011, 17:14   # 2
Dipol
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Hallo Ernst, nw welcome

Zitat:
Zitat von PaulSeelze Beitrag anzeigen
Istzustand:
Haus mit drei Wohnnungen – Kabel für Fernsehanschluss (Kabeldeutschland) wurde 1995/96 von Fachbetrieb verlegt (siehe Fotos):
Alle Achtung, ein normgerechter Potenzialausgleich und lauter Kompressionsstecker! Das war wirklich ein Fachbetrieb mit Seltenheitswert! Von der Ausführungsqualität sind heute noch viele Installateure meilenweit entfernt.
Zitat:
Zitat von PaulSeelze Beitrag anzeigen
Ziel:
Im 1. Schritt (Wohnung EG plus Studentenwohnung) Ablösung analoger Fernsehanschluss Kabeldeutschland durch digitale SAT-Anlage mit möglichst wenig Neuverkabelung!
2.Kann ich die vorhandenen Kabel des Kabelanschlusses für die EG-Wohnung trotzdem sinnvoll einbinden oder sollte (muss) neue Sternverkabelung ab LNB hergestellt werden?
Wenn die Kabel doppelt geschirmt sind, steht einer Nutzungsänderung nichts im Weg. Werden mehrere Receiver oder Twin-Betrieb gewünscht, kommt nur UniCable in Betracht.
Zitat:
Zitat von PaulSeelze Beitrag anzeigen
Würde gern vom Dach durch 'toten' Schornstein bis in den Keller gehen und dort vom Verteil-Bereich 'Amigo' die vorhandene Verkabelung in die Zimmer nutzen.
Dachantennen sind erdungspflichtig, siehe Thread Erdung und Potenzialausgleich. Der Blitzschutz sollte nach dem Stand der Technik möglichst mit einer Fangstange und Außenableitung erfolgen.

Parallel zu den vier Satellitenkabeln wäre bei einer erdungsplichtigen Antenne ein 4 mm² Cu-Draht für den Potenzialausgleich zu verlegen, der nach EN 60728-11 nur an der Masterde angeschlossen werden darf! Die BK-Signale müssen daher über ein galvanisches Trennglied geführt werden. Darüber hinaus wäre ein Überspannungsschutz nach Schutzklasse 1 empfehlenswert.

Wenn die Antenne im Schutzbereich der Fassade anzubringen ist, würde sich der Blitzschutzaufwand deutlich reduzieren.
Zitat:
Zitat von PaulSeelze Beitrag anzeigen
3.Lässt sich der 'Amigo' oder die Einheit am Hausanschluss so einstellen, dass
a) für OG-Wohnung Kabelfernsehen bestehen bleibt und
b) für die EG-Wohnung Kabelfernsehen abgeschaltet wird, sodass
c) von KD dann nur noch Internet+Telefon auf dem Kabelverfügbar bleibt und
d) NEU der SAT-Empfang neben Internet+Telefon über das Kabel läuft?
Na prächtig, viel kunterbunter geht es nicht mehr! Üblicherweise würde das BK-Vollbandsignal über den terrestrischen Eingang einer rückkanaltauglichen UniCable-Matrix oder einem Multischalter zugeführt. Das fällt bei so unterschiedlichen Anforderungen flach.

Damit keine Missverständnisse auftreten bitte nach Wohnungen auflisten, wo exakt
  • Sat.-Betrieb mit wie vielen Single- oder Twin-Receivern
  • BK-Vollbandbetrieb
  • interaktiver Telefon- und Internetanschluss
gewünscht wird.
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Alt 17.04.2011, 21:09   # 3
PaulSeelze
Threadstarter
 
Registriert seit: 13.04.2011
Beiträge: 2
Hallo,
DANKE für schnelle und ausführliche Antwort und SORRY für meine späte Antwort. Musste erst einmal die Anforderungen der 'Studentenwohnung' klären …

Danke für das Lob bezogen auf den guten Elektrofachmann, der 1995/96 verkabelt hat.

Zu Deiner Frage: Doppelt geschirmt? Ich vermute ja, siehe auch Foto von Verkabelung an der Steckdose.

Zu Deiner Frage wo welche Anschlüsse gewünscht sind:

Minimalausstattung:
Erdgeschoss: Internetanschluss, Telefon und Kabelfernsehanschluss (alles über Kabel von Kabeldeutschland) laufen vom Keller bis in mein Arbeitszimmer (hier stehen auch Kabel-Modem und Fritzbox). Im Arbeitszimmer sollte in Zukunft auf jeden Fall Internetanschluss und Telefon von Kabeldeutschland verfügbar bleiben (Fernsehanschluss über SAT-Antenne wäre schön, ist aber nicht zwingend).
Vom Arbeitszimmer läuft das Kabel weiter ins Wohnzimmer und wird dort bisher nur für's Kabelfernsehen genutzt (also 1 x Fernsehanschluss).

Obergeschoss: In der noch vermieteten Wohnung bisher nur ein Fernsehanschluss im Wohnzimmer. In der zweiten Wohnung (Studentenwohnung) bisher nur ein Fernsehanschluss.

Eine parallele Aufzeichnung von Fernsehbeiträgen wurde bisher nicht gefordert. Müsste bei der Minimalausstattung nicht sein.
D.h. Minimal im EG 1 Fernsehanschluss und im OG 2 Fernsehanschlüsse.

Wenn die derzeitige Verkabelung mehr zuließe, wäre folgende Ausstattung wünschenswert:
EG: 2 x Fernsehanschluss (1 x Arbeitszimmer, 1 x Wohnzimmer), davon einer mit zusätzlicher paralleler Aufzeichnungsmöglichkeit
OG: 2 x Fernsehanschluss, davon beide mit zusätzlicher paralleler Aufzeichnungmöglichkeit
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Meine Idee bisher: Kabel von Kabeldeutschland bis zum Arbeitszimmer weiterhin nutzen für Telefon und Internet und restliche Kabelstrecke von Steckdose Arbeitszimmer bis Wohnzimmer nur für Fernsehanschluss, aber jetzt nicht mehr Kabeldeutschland sondern SAT-Antenne.

Neue Idee aufgrund Deiner kritischen Anmerkung:
Kabel-Modem verlagern von Arbeitszimmer in den Keller, Anschluss direkt am Output 'Amigo'. Vom Kabel-Modem ein Netzwerkkabel bis ins Arbeitszimmer zur Fritzbox neu verlegen. Somit wäre der Splitter Eco vom 'Amigo' getrennt und die drei in die Wohnungen führenden Kabel könnten für die SAT-Anlage genutz werden?! Wäre das so möglich?

Habt Ihr Erfahrung, ob die Kabellänge vom Kabelmodem zur Fritzbox ein Problem darstellen könnte? Neu zu verlegendes Kabel dürfte ca. 7m lang werden.

Wenn ich den Techniker von Kabeldeutschland damals richtig verstanden habe, sah er nur Einschränkungen bei der Länge vom Kabel-Modem zur Steckdose (hier max. 1-2 m oder so). Wenn das Modem nun jedoch nicht an der Dose sondern direkt am 'Amigo' hängt, dürfte es doch auch hier kein Problem geben oder?
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Geplanter Installationspunkt für die SAT-Antenne (siehe beigefügtes Foto) etwa Dachmitte, da somit die kürzeste und einfachste Kabelverbindung über toten Schornstein zum Keller hergestellt werden könnte.
Das Haus ist mit einer Blitzschutzanlage (Technikstand 1996) ausgestattet. Die Erdung für die gesamte Anlage ist nach meinem laienhaften Verständnis gut ausgeführt (Abnahme mit Blitzschutz-Prüfungsbuch/Prüfbericht vorhanden). Zusätzliche Kontrolleinheit im Keller und Überspannungsschutz vorhanden (siehe Foto Hager).

Eine möglichst kurze Verbindung von SAT-Antenne zur bestehenden Blitzschutzanlage auf dem Dach könnte hoffentlich auch diese Bedingung erfüllen oder?

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Danke für die Unterstützung !!!

Viele Grüße

Ernst
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Alt 18.04.2011, 17:25   # 4
Dipol
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von PaulSeelze Beitrag anzeigen
Zu Deiner Frage: Doppelt geschirmt? Ich vermute ja, siehe auch Foto von Verkabelung an der Steckdose.
Die Kabel sind doppelt geschirmt und auch durch geschäumtes Dielektrikum dämpfungsarm = tauglich für für die höheren Satelliten-Freqeunzen.

Die Absetztechnik an der Steckdose steht allerdings im deutlichen Gegensatz zur sonstigen guten Ausführung. Die Kabelfolie gehört entfernt und die Absetzmaße stimmen nicht.
Zitat:
Zitat von PaulSeelze Beitrag anzeigen
Minimalausstattung:
Erdgeschoss: Internetanschluss, Telefon und Kabelfernsehanschluss (alles über Kabel von Kabeldeutschland) laufen vom Keller bis in mein Arbeitszimmer (hier stehen auch Kabel-Modem und Fritzbox). Im Arbeitszimmer sollte in Zukunft auf jeden Fall Internetanschluss und Telefon von Kabeldeutschland verfügbar bleiben (Fernsehanschluss über SAT-Antenne wäre schön, ist aber nicht zwingend).
Vom Arbeitszimmer läuft das Kabel weiter ins Wohnzimmer und wird dort bisher nur für's Kabelfernsehen genutzt (also 1 x Fernsehanschluss).
Wenn keine Sat.-Signale eingespeist werden sollen, bleibt dieser Strang wie bisher und die unbenutzten Verteilerausgänge müssen lediglich mit Abschlusswiderstand terminiert werden.
Zitat:
Zitat von PaulSeelze Beitrag anzeigen
Wenn die derzeitige Verkabelung mehr zuließe, wäre folgende Ausstattung wünschenswert:
EG: 2 x Fernsehanschluss (1 x Arbeitszimmer, 1 x Wohnzimmer), davon einer mit zusätzlicher paralleler Aufzeichnungsmöglichkeit
Wenn dieser Strang auf BK-TV beschränkt bleibt, wozu dann zusätzliche Einspeisung von Sat.-Signalen? Wenn aber ein paraller Digitalempfang über DVB-C- und DVB-S-Reciever oder Tuner gewünscht ist, wäre hier eine UniCable-Maztrix mit 3 Routerkanälen erforderlich.
Zitat:
Zitat von PaulSeelze Beitrag anzeigen
OG: 2 x Fernsehanschluss, davon beide mit zusätzlicher paralleler Aufzeichnungmöglichkeit
= 4 Routerkanäle und keine BK-Signale?
Zitat:
Zitat von PaulSeelze Beitrag anzeigen
Meine Idee bisher: Kabel von Kabeldeutschland bis zum Arbeitszimmer weiterhin nutzen für Telefon und Internet und restliche Kabelstrecke von Steckdose Arbeitszimmer bis Wohnzimmer nur für Fernsehanschluss, aber jetzt nicht mehr Kabeldeutschland sondern SAT-Antenne.
Hüh oder Hot? Es geht sehr verwirrend durcheinander.
Zitat:
Zitat von PaulSeelze Beitrag anzeigen
Kabel-Modem verlagern von Arbeitszimmer in den Keller, Anschluss direkt am Output 'Amigo'. Vom Kabel-Modem ein Netzwerkkabel bis ins Arbeitszimmer zur Fritzbox neu verlegen. Somit wäre der Splitter Eco vom 'Amigo' getrennt und die drei in die Wohnungen führenden Kabel könnten für die SAT-Anlage genutz werden?! Wäre das so möglich?
Eine Overlay-Ausführung mit getrennten Netzen hat ihren Charme. Allerdings ist zu beachten, dass
  • Überpegel mittels einer Durchgangsteckdose oder einem Abzweiger + Stichdose vermieden werden müssen
  • Und nach ursprünglicher Anforderung in einer Wohnung weiterhin analoger BK-Empfang erhalten bleiben sollte.
Zitat:
Zitat von PaulSeelze Beitrag anzeigen
Habt Ihr Erfahrung, ob die Kabellänge vom Kabelmodem zur Fritzbox ein Problem darstellen könnte? Neu zu verlegendes Kabel dürfte ca. 7m lang werden.

Wenn ich den Techniker von Kabeldeutschland damals richtig verstanden habe, sah er nur Einschränkungen bei der Länge vom Kabel-Modem zur Steckdose (hier max. 1-2 m oder so). Wenn das Modem nun jedoch nicht an der Dose sondern direkt am 'Amigo' hängt, dürfte es doch auch hier kein Problem geben oder?
Da hast du vermutlich etwas verwechselt. Das Modem powert mit 105 dB(µV) im Rückkanalbereich, der zudem wenig bedämpft wird. Maßgeblich ist die Gesamt-Kabellänge, welche Anteile auf die Strecke vor oder nach der Steckdose entfallen ist unerheblich. Mit einem guten 3-fach-geschirmten Kabel mit Schirmdämpfung nach Class A + und insbesondere Kompressionssteckern sind keine Probleme zu erwarten.
Zitat:
Zitat von PaulSeelze Beitrag anzeigen
Das Haus ist mit einer Blitzschutzanlage (Technikstand 1996) ausgestattet. Die Erdung für die gesamte Anlage ist nach meinem laienhaften Verständnis gut ausgeführt (Abnahme mit Blitzschutz-Prüfungsbuch/Prüfbericht vorhanden).
Wenn die Blitzschutzanlage nach heutigem Normenstand eine galvanische Verbindung zum Fundament und nicht nur separate Erdungsspieße hat, kann sie sowohl für isolierten Blitzschutz mit einer Fangstange (keine galvanischen Blitzstromeinkopplung in die Kabel), wie auch der noch zulässigen direkten Masterdung verwendet werden. Letzteres ist aber nicht mehr Stand der Technik und evtl. von der/den Versicherungen der isolierter Blitzschutz gefordert.

Funktionieren muss der Blitzableiter natürlich auch, was im Rahmen der zwar vorgeschriebenen (aber zumeist unterlassenen) Wartungsintervalle nachzuweisen ist. Das Prüfprotokoll von 1996 reicht nicht aus.
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Alt 28.05.2012, 16:03 # --
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