Hausverkabelung ermitteln

Alt 03.04.2011, 01:42   # 1
Kamumbra
 
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Hallo!

Ich möchte in unserem Haus die Hausverkabelung ermitteln. Im Keller ist ein Verstärker und ein Verteiler Kathrein EBC 06. Von ihm aus führen Kabel in die verschiedenen Wohnungen.
Ein Netzplan oder ähnliches ist jedoch nicht vorhanden.

Wir haben hier keine Sternverteilung (leider) sondern Durchgangsdosen (Bild im Anhang) und logischerweise Enddosen.
Daher haben wir verschiedene "Stränge", wobei diese leider nicht wohnungsspezifisch sind.

Ich muss das ganze also von hinten aufrollen und frage mich jetzt, wie man so etwas am geschicktesten macht.
Angehängte Grafiken
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Alt 03.04.2011, 02:29   # 2
King W.
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Hallo und nw welcome

Wenn du im Besitz eines Pegelmeßgerätes bist, ist die Sache einfach: An jeder Dose den Ausgangspegel messen - fertig. Der Wert wird von Dose zu Dose kleiner.

Ansonsten einfach eine Dose nach der anderen aufmachen und die Kabel abklemmen, wie du es schon gemacht hast. Nach jeder Dose prüfen, wo noch Empfang ist. Am besten, beim Ausgangskabel das Signal kurzschließen, indem die Abschirmung mit dem Innenleiter verbunden wird. Sonst könnte es passieren, daß der Innenleiter des Eingangskabels wie eine Sendeantenne wirkt und das Ausgangskabel das Signal auch ohne direkte Verbindung empfängt. Auf diese Weise bekommst du die Verkabelung schnell heraus.

Natürlich muß jeder Strang separat "behandelt" werden. Zweckmäßig ist es, überhaupt erst einmal festzustellen, welche Anschlüsse an welchem Strang sind. Einfach einen Strang-Anfang abklemmen und prüfen, wer noch Empfang hat und wer nicht. Nicht vergessen, das Ganze zu dokumentieren.

Wenn du dir die Mühe schon machst und ohnehin dabei bist, wäre es vielleicht nicht verkehrt, die Dosen direkt durch SAT-taugliche Dosen mit verschiedenen Auskoppeldämpfungen zu ersetzen. Als Enddosen kannst du die SSD5-07 nehmen, als vorletzte Dose eine 5-10 und für alle anderen Dosen nimmst du eine 5-14. Auf gut Deutsch: Du brauchst so viele 5-07 und 5-10, wie Stränge da sind und der Rest wird zu 5-14.

Dann hast du alles SAT-tauglich und man kann bei Bedarf mit einem Unicable-Router recht einfach überall Astra-Vollbandempfang realisieren.
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Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
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Alt 03.04.2011, 02:39   # 3
Kamumbra
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Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Dann hast du alles SAT-tauglich und man kann bei Bedarf mit einem Unicable-Router recht einfach überall Astra-Vollbandempfang realisieren.
Genau deswegen mach ich das. Danke! Das ganze wird natürlich dokumentiert. Man will ja das schlechte Vorbild nicht nachmachen
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Alt 03.04.2011, 05:49   # 4
King W.
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Na immerhin hat der Vorgänger Pfeile auf die Kabel gemacht, um wenigstens die Ein- und Ausgänge zu dokumentieren. Sonst wäre die Sache noch komplizierter geworden.
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Alt 03.04.2011, 06:25   # 5
Kamumbra
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Hoffen wir, diese sind richtig
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Alt 03.04.2011, 11:45   # 6
Dipol
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Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Na immerhin hat der Vorgänger Pfeile auf die Kabel gemacht, um wenigstens die Ein- und Ausgänge zu dokumentieren. Sonst wäre die Sache noch komplizierter geworden.
Darauf sollte man sich aber nicht blind verlassen!
Zitat:
Zitat von Kamumbra Beitrag anzeigen
Hoffen wir, diese sind richtig
Niemals hoffen, prüüüfen!

Die Absetzung der Kabel ist ohne geeignetes Werkzeug erfolgt und daher absolut übel. Auch gehört die Folie entfernt, die verschlechtert nämlich die Kontaktierung.

Die Kabel haben kein geschäumtes Dielektrikum, die Dämpfung ist daher in der Sat.-ZF relativ hoch.

EDIT: Wenn ein Leerrohr vorhanden ist, wäre bei diesen Kabel ein Austausch gegen dämpfungsarme Kabel mit höherer Geflechtdichte sinnvoll. Bei der Gelegenheit kann man auch den zahlreichen UniCable-Tücken entgegenwirken, indem kleinere Cluster gebildet werden. Im Idealfall hat jede Wohnung eine eigene Zuleitung.
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Alt 03.04.2011, 15:26   # 7
Kamumbra
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@Dipol: Da siehts schlecht aus. Leerrohre sind keine vorhanden, leider! Sonst hätte ich wahrscheinlich alles neu gemacht.
Was meinst du mit "Absetzung" und mit "Sat.-ZF"?
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Alt 03.04.2011, 16:06   # 8
Dipol
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Zitat:
Zitat von Kamumbra Beitrag anzeigen
Was meinst du mit "Absetzung"
= Abmantelung/Abisolierung des Kabels. Wie bei der Montage von F-Aufdrehsteckern gibt herstellerabhängig zwei Methoden. Siehe Anhang.
Zitat:
Zitat von Kamumbra Beitrag anzeigen
... und mit "Sat.-ZF"?
Physikalisch bedingt nimmt die Kabeldämpfung im Quadrat der Frequenz zu. Das kann bei großen Clustern mit ungeschäumten Kabeln schon bei BK-Vollbandempfang bis 862 MHz problematisch werden. Satellitensignale werden im LNB in die sog. Satelliten-Zwischenfrequenz von 950 - 2.150 MHz umgesetzt. Auf so hohen Frequenzen ist die Kabeldämpfung deutlich höher.

Ein modernes dämpfungsarmes Hochschirmkabel mit physikalisch geschäumten Dielektrikum hat bei 2 GHz eine Dämpfung < 30 dB/100. Bei deinen Kabeln mit festem glasigen Kern muss man von 50 bis 60 dB Dämpfung ausgehen. 6 dB entspricht Faktor 2 bzw. 0,5.
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf ASTRO- & WISI-Dosenmontage.pdf (163,0 KB, 14x aufgerufen)
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Alt 03.04.2011, 16:08   # 9
King W.
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SAT-ZF ist die Zwischenfrequenz, die durch das Kabel kommt. Beim SAT-Empfang muß die eigentliche Sendefrequenz heruntergesetzt werden, weil sie für das Kabel viel zu hoch ist. Um nun nicht mit dem "normalen" terrestrischen Fernsehen in Konflikt zu kommen, fängt diese ZF bei 950 MHz an und reicht bis über 2 GHz. Die Frequenzen beim terrestrisches Fernsehen gehen bis ca. 850 MHz. Für diese Frequenzen ist das Kabel auch ausgelegt.

Bei höheren Frequenzen verschlechtert sich Schirmdämpfung und die Signaldämpfung nimmt zu. Deshalb ist in diesem Fall ein besonders sorgfältiger Aufbau erforderlich, damit es an den letzten Dosen, trotz des weniger guten Kabels, auch noch funktioniert.
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Alt 19.04.2011, 17:22   # 10
Kamumbra
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Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
Die Kabel haben kein geschäumtes Dielektrikum, die Dämpfung ist daher in der Sat.-ZF relativ hoch.
Vor kurzem war ein befreundeter Elektriker bei uns und er hat gemeint, er würde bei den Kabellängen die Kabel austauschen mit neuen, guten, da GLÜCKLICHERWEISE beim Hausbau an Leerrohre gedacht wurde (neue Erkenntnis, aha)

Jetzt bleibt nur noch die Frage, ob 3 Kabel in so ein Leerrohr reinpassen? Die Rohre haben einen Durchmesser von 15mm.
Ich hab mal getestet ob 3 reinpassen. Tun sie schon, nur hakt es manchmal etwas. passt das dann?
Die Kabellängen wären auch interessant, sonst könnte man evtl. ein dünneres mit rein nehmen. Wie misst man sowas?

Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
EDIT: Wenn ein Leerrohr vorhanden ist, wäre bei diesen Kabel ein Austausch gegen dämpfungsarme Kabel mit höherer Geflechtdichte sinnvoll. Bei der Gelegenheit kann man auch den zahlreichen UniCable-Tücken entgegenwirken, indem kleinere Cluster gebildet werden. Im Idealfall hat jede Wohnung eine eigene Zuleitung.
Kabel werden wie genannt ausgetauscht. Das mit den Clustern pro Wohnung ist gar keine so schlechte Idee, wenn ich nur wüsste wo die Kabel entlangführen. Außerdem ist die Verkabelung im Baum auch manchmal Stockwerkeübergreifend. Somit ist das eher nicht möglich :<
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Alt 19.04.2011, 18:07   # 11
Kamumbra
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Nachdem ich jetzt eine kurze Zeichnung gemacht habe, sehe ich, dass 7mm CoaxKabel MINIMALST Überlappen wenn ich diese in einen M15 Kanal reinpacke.

Bei M16 ist schon mehr Platz.

Jetzt ist die Frage: Gibts überhaupt M15 Leerrohre oder ist das ein Messfehler von mir :>

Im Anhang Bilder mit 15 bzw. 16 mm Rohrdurchmesser und 7mm Kabeln
Angehängte Grafiken
Dateityp: png 16mm.png (5,3 KB, 7x aufgerufen)
Dateityp: png 15mm.png (8,6 KB, 7x aufgerufen)
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Alt 21.04.2011, 10:24   # 12
Dipol
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Zitat:
Zitat von Kamumbra Beitrag anzeigen
Jetzt ist die Frage: Gibts überhaupt M15 Leerrohre oder ist das ein Messfehler von mir
Es gibt alte und neue Normen, die sich auf den Innen- bzw. Außendurchmesser beziehen.
Zitat:
Zitat von Kamumbra Beitrag anzeigen
Im Anhang Bilder mit 15 bzw. 16 mm Rohrdurchmesser und 7mm Kabeln
Koaxkabel kann man durch zu starke Zugbelastung schädigen. Um auch leicht verengte Bögen gewaltfrei zu überwinden, braucht man ausreichend Luft.

Nimm drei HQ-Midikabel mit 5 mm Durchmesser, Innenleiter aus Kupfer, verzinntem Geflecht mit Schirmdämpfung nach Class A und mit geklebter Folie. Mit dem zweifach geschirmten WISI MK 75 oder dem dreifach geschirmten MK 76 bekommst du keine Probleme. Andere Midikabel haben zwar eine höhere Dämpfung als 38,6 dB/100 m auf 2 GHz, erfüllen bei normalen Kabellängen den Zweck aber auch.

Billige Alukabel sollte man aber wegen passiver Intermodulationen und Mini-Kabel mit 4,xx mm Durchmesser wegen der extrem hohen Dämpfung vermeiden!
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Alt 21.04.2011, 17:34   # 13
King W.
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Ich selbst habe mit diesem Kabel recht gute Erfahrungen. Die in der Beschreibung angegebenen 20m Maximallänge beziehen sich natürlich auf einen Strang und sind "worst Case". Normalerweise sind Längen von 30 - 40m auch kein Problem. Die beiden Adern lassen sich mit einem scharfen Messer sehr leicht trennen.
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Alt 21.04.2011, 22:27   # 14
Kamumbra
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Auch wenn ich euch da jetzt widerspreche, werde ich 6.5mm Kabel von WISI einziehen. Damit habe ich einen Abstand von 2 Kabeln von 1.7mm. Von einem anderen hab ich gelesen er hat die Kabel bei einem Abstand von 1mm noch hineingebracht.

Hier eine Gegenüberstellung verschiedener Kabelstärken in ein M16 Rohr. (Hab mit Messschieber jetzt nachgemessen): Galerie: Leerrohr M16 - abload.de
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Alt 22.04.2011, 01:29   # 15
King W.
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Das funktioniert auch, wird aber nicht einfach. Besonders wenn die Leerrohre nicht einigermaßen gerade verlegt sind, bekommst du Schwierigkeiten.

Man kann aber nachhelfen: Mit "Kabelgliss" (Silikonöl) flutscht es besser. Wenn du Kabelgliss schwer bekommen kannst, nimm einfach "Jacutin Pedicul Fluid". Gibt's (allerdings etwas teurer) rezeptfrei in jeder Apotheke. Das Zeugs ist gedacht als Mittel gegen Läuse - und besteht ebenfalls zu 100% aus Silikonöl.

Nach meiner Erfahrung auch ganz brauchbar und nicht so teuer ist Schmierseife. Die Kabel einfach ein Stück abisolieren, so daß die Innenleiter frei sind. Diese zu einer Öse biegen einen einzelnen Draht durchfädeln und verdrillen. Mit dem einzelnen Draht an den Kabeln ziehen, während am anderen Ende jemand dafür sorgt daß die Kabel gleichmäßig, ohne sich zu verdrehen, in das Leerrohr gleiten. So wird es klappen. Keinesfalls mit Gewalt an den Kabeln zerren.
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Alt 22.04.2011, 02:05   # 16
Kamumbra
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Alles klar, danke

Bekommt ihr beide eigentlich was fürs helfen hier im Forum?
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Alt 22.04.2011, 05:11   # 17
King W.
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Nein, bekommen wir nicht. Die Beiträge im Forum schreiben wir in unserer Freizeit. Bei mir ist Antennenbau "nur" Hobby - das allerdings schon seit über 40 Jahren.
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Alt 28.05.2012, 16:02 # --
News Flash
 
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