Frage zu Aufbau SAT-Anlage

Alt 27.03.2011, 22:36   # 1
Anniliner
 
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Hallo,

ich habe als SAT-Neuling das Forum hier bereits intensiv studiert und mir einige Anregungen geholt, aber immer noch keine perfekte Lösung für mein Problem gefunden, daher versuche ich es jetzt direkt mit Fragen

Ich habe ein 8 Jahre altes Haus erworben, in das ich in 4 Monaten einziehen werde.

Vom Vorbesitzer vorhanden ist eine 75cm Noname(Media-Markt) Sat-Schüssel mit einem 1er LNB an der Haussüdseite in ca. 6m Höhe montiert, von wo er durch den Wohnzimmerfensterrahmen gebohrt hat und seinen LCD-Fernseher betreibt.

Ferner ist noch eine sternförmige (Kabelfernseh)verkabelung mit 5 Empfangsdosen in den 5 Räumen vorhanden, die der Vorbesitzer nicht nutzte und die dummerweise in dem nördlichsten Kellerraum untergebracht ist. Von der SAT-Schüssel dahin wären es ca. 25m, da ich eine Leitung fast ums ganze Haus herum legen müsste, bis ich in den Keller an er Nordostseite endlich herein komme...

Wir wollen nun das ganze Haus mit dem SAT-Signal versorgen, was im Prinzip per Quattro-LNB und Multischalter recht einfach wäre, gäbe es nicht im Wohnzimmer ein Problem:
Die (Kabelfernseh-)Dose die im Wohnzimmer rauskommt, liegt leider an der falschen Stelle. Sie ist genau entgegengesetzt zu der Wand, wohin der Vorbesitzer sein Sat-Kabel gezogen hat und wo auch wir nun einen Twin-Receiver (vermutlich Technisat ISIO S1) + Fernseher betreiben wollen. Wir haben leider keine Chance von der Kabeldose in diese Ecke zu kommen.

Ich muss also wohl oder übel irgendwie in den nördlichen Kellerraum, um dort 4 (Kabel)dosen zu versorgen und gleichzeitig auch noch mind. 2 weitere Kabel in das Wohnzimmer ziehen, um dort den ISIO S1 zu versorgen.

Folgendes habe ich mir nach dem Forenstudium bisher ausgedacht, bin aber v.a. wegen Erdung und Polarisationsausgleich nicht sicher ob das geht:

a) Single-LNB gegen Quattro-LNB tauschen, Leitungen ins Wohnzimmer führen, dort kaskadierenden Multischalter für den ISIO S1, die durchgeschleiften 4 Leitungen wieder raus aus dem Wohnzimmer in den Garten und rund ums Haus in den Keller, dort Multischalter für die sternförmigen Kabeldosen. Gefällt mir aber nicht ganz, da ich a) ein Riesenloch im Fensterrahmen für die 8 Leitungen bohren müsste, b) ich unsicher bin wegen Erdung und Polarisationsausgleich wenn der erste Mulitschalter im Wohnzimmer hinter dem Sofa liegt und c) ob die Signalstärke noch ausreicht um dann auch die Schlafzimmerdose im Dach noch zu versorgen (25m bis in den Keller + nochmal ca. 12m bis ins Dach hoch)

b) Das Inverto Black Unicable Quad 40mm LNB mit 2 Legacy Ports installieren, die 2 Legacy Ports ins Wohnzimmer und das Unicable in den Kellerraum ziehen + dort dann irgendwie die sternförmigen Kabel anschließen.

Ich bin mir aber sicher dass es noch einfachere Lösungen (ev. auch ohne Unicable) geben muss und bin daher für jede Hilfe hier aus dem Forum sehr dankbar!!

Viele Grüße
Ein SAT-Neuling
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Alt 28.03.2011, 00:01   # 2
King W.
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Hallo und nw welcome

Das mit dem Inverto Unicable LNB sehe ich etwas skeptisch, wegen den nötigen Kabellängen und dem 4-fach Verteiler dazwischen. Da könnte es mit dem Pegel im Dachboden Schwierigkeiten geben.

Aber du hast Recht, es gibt noch eine andere Lösung. Montiere einfach ein Octo-LNB. Normalerweise empfehle ich ein solches LNB's nicht so gerne, denn Octos stehen allgemein in dem Ruf, nicht absolut zuverlässig zu sein. Aus eigener Erfahrung bestätigen kann ich das aber nicht. Zwar habe ich bislang erst wenige verbaut, aber immer ohne Probleme.

Mit zwei Anschlüssen gehst du durch das vorhandene Loch ins Wohnzimmer. Aufbohren ist nicht oder kaum erforderlich, wenn du dafür dieses Kabel verwendest. Zwar ist bei dem dünnen Kabel die Signaldämpfung höher, aber das begrenzt nur die maximal mögliche Leitungslänge auf ca. 20m, aber in keinem Fall die Signalqualität. Wenn die Antenne direkt neben dem Wohnzimmer hängt, kommst du sicher mit viel weniger Kabel aus.

Mit weiteren 4 Anschlüssen gehst du in den Keller, 2 Anschlüsse bleiben einfach frei. Für diese 4 Strecken nimm bitte möglichst gutes Kabel, am besten das wetterfeste, PE-isolierte KOKA 100 von Hirschmann. Diesem Kabel macht es auch nichts aus, wenn es ein paar Meter durchs Erdreich verlegt wird.

Im Keller verbindest du die 4 Kabel einfach mit den vorhandenen Leitungen, mittels solcher Kupplungen.

Dann müssen noch die vorhandenen Antennensteckdosen gegen SAT-taugliche Exemplare getauscht werden. Bitte, spare dabei nicht an der Qualität, besonders dann nicht, wenn in deiner Wohnung mal ein DECT-Telefon (Siemens Gigaset) eingesetzt wird. Sonst handelst du dir unter Umständen hartnäckige Störungen ein. Diese Dosen sind optimal.

Noch ein paar Worte zu den Komponenten:
Die Baumarkt-Antenne solltest du entsorgen. Für einen Einzelanschluß mag die Qualität gerade noch ausreichend sein, wenn die Antenne einigermaßen wettergeschützt angebracht ist. Für einen Mehrteilnehmeranschluß reicht eine solche Antenne nicht. Ein Octo-LNB hat schon ein gewisses Gewicht, dazu kommen noch 6 Kabel. Bei den dünnen Ärmchen, die die meisten Baumarkt-Antennen besitzen und den Befestigungsteilen aus billigem Kunststoff, ist es nur eine Frage der Zeit, wann das ganze Zeugs, der Schwerkraft folgend, sich nach unten in Bewegung setzt. Bitte, entscheide dich für eine Antenne mit einem stabilen Feedarm, ohne tragende Kunststoffteile. Die Gibertini SE wäre optimal, die XP ist nicht ganz so robust, eignet sich aber auch noch.

Ebenfalls sehr stabil und für deinen Zweck sehr gut geeignet wäre die WISI OA 85. Bei der Größenangabe "mogelt" WISI etwas: Die 85 cm sind bis Unterkante Feedarm gemessen, der eigentliche Teller ist etwas kleiner. Zum Empfang des Astra-Satelliten reicht die Antenne aber voll und ganz aus. Das wäre die richtige Wahl, wenn du eine etwas kleinere, aber dennoch sehr robuste Antenne willst. SEH hatte mal ein paar OA 85 auf Lager. Wenn du dich für diese Antenne interessierst, ruf einfach mal an (02323/61887) und frag nach, ob noch welche da sind.

Zum Kabel habe ich schon etwas gesagt, aber zu einem guten Kabel gehören auch gute Stecker. Für das Hirschmann-Kabel kannst du passende Kompressionsstecker bekommen, in Form eines SET. Das Set stellt SEH seinen Kunden leihweise zur Verfügung. Es beinhaltet 100 Kompressionsstecker hoher Qualität und das passende Werkzeug dazu. Damit können auf einfache Weise absolut professionelle Verbindungen gefertigt werden. Nach Gebrauch kann das Set einfach wieder zurückgeschickt werden und der Kaufpreis wird erstattet, abzüglich der verbrauchten Stecker, versteht sich. Eine Leihgebühr wird nicht erhoben, es sind vom Kunden lediglich die Portokosten für die Rücksendung zu tragen.

Für das Twin-Kabel stehen solche Stecker leider nicht zur Verfügung, hier können Schraubstecker verwendet werden. diese hier passen.
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Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
Albert Einstein


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Alt 28.03.2011, 13:53   # 3
King W.
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Kleine Ergänzung noch: Bitte auf deine Sicherheit achten. Erdung und Potentialausgleich sind kein überflüssiger Luxus.

Die Beschreibung der Antennenmontage deines Vorgängers - Schüssel an die Wand, Loch in den Fensterrahmen, Kabel durch und fernsehen - läßt befürchten, daß es mit der Sicherheit der Anlage nicht zum besten steht. Bitte den Beitrag über Erdung und Potentialausgleich lesen und beachten!
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Alt 29.03.2011, 21:34   # 4
Anniliner
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Hallo King,

danke für deine schnelle Antwort und die wertvollen Tips! Ich hoffe nur ich kann ev. die alten Löcher in der Hauswand für die neue Schüssel verwenden, in 6m Höhe da rumzuwerkeln liegt mir nicht gerade....

Ich denke ich werde gleich dei 6 übrigen Kabel in den Keller ziehen, dann kann ich ev. später mit einem Stacker/Destacker einen zweiten Twinreceiver in einem der Räume versorgen, falls das mal nötig werden sollte.
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Alt 30.03.2011, 15:08   # 5
King W.
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Zitat:
Zitat von Anniliner Beitrag anzeigen
[...] mit einem Stacker/Destacker einen zweiten Twinreceiver [...]
No Risk - no fun!

Bei einem Kabel unbekannter Herkunft und Qualität würde ich mir das mit dem Stacker sehr überlegen. Dabei muß das Kabel nämlich Frequenzen bis ca. 3 GHz übertragen. Wegen der dann höheren Kabeldämpfung funktioniert das nur mit gutem und nicht allzu langem Kabel.

Technisch besser wäre so etwas - ein Unicable-Router mit 2 Kanälen. Beim Kauf eines Receivers muß dann nur darauf geachtet werden, daß er unicable-tauglich ist (sind mittlerweile fast alle guten Receiver, d.h. das ist keine große Einschränkung).
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Alt 05.04.2011, 19:24   # 6
Anniliner
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Danke King für die wertvollen Tips.

Ich habe meinem Nachbarn getroffen und er von dem Gedanken auf Satellit umzusteigen ganz angetan, da er bisher Kabelfernsehen nutzt und die 20€/Monat gerne sparen würde. Dummerweise lässt sich mein Setup nicht so einfach kopieren, da er als Reihenmittelhaus keine Chance hat in den Keller zu kommen und der dortige Elektriker auch keine Stern- sondern eine Baumstruktur für das Kabelfernsehen verlegt hat

Meine Idee wäre nun, auf Höhe der zukünftigen Sat-Schüssel (also im 1. Stock) ein Loch in das dortige Südzimmer zu bohren. Wenn man die dortige Fernsehdose an der Südwand gegen eine SAT-taugliche Durchgangsdose tauscht + ein Unicable-LNB benutzt, müsste man doch ev. das restliche Haus von dort aus versorgen können (natürlich nachdem man die Verteiler und restlichen Dosen Unicable-tauglich getauscht hat).

Das Kabel welches in den Kellerraum führt könnte man hoffentlich für Erdung + Polarisationsausgleich verwenden.

Was sagst der Experte dazu oder stehen da die Haare zu Berge ?
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Alt 05.04.2011, 22:02   # 7
King W.
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Bei einer Baumstruktur bietet sich Unicable an.

Aber so, wie es aussieht, wird es wohl nicht einfach.
Zitat:
Zitat von Anniliner
Das Kabel welches in den Kellerraum führt könnte man hoffentlich für Erdung + Polarisationsausgleich verwenden.

Was sagst der Experte dazu oder stehen da die Haare zu Berge ?
Kann er machen. Dann muß er nur noch das nächste Gewitter abwarten und bekommt quasi kostenlos eine dekorative Wandverzierung, so ähnlich, wie auf dem Bild:
blitz1
© Dehn & Söhne

Und nun mal ernsthaft:
Ein Blitz hat Stromstärken im Bereich von 20 kA und mehr bei Spannungen im kV-Bereich. Der macht problemlos Kleinholz aus dem Antennenkabel und der umgebenden Wand. Von Personenschäden mal ganz zu schweigen. Und auf dem Schaden wird er sitzen bleiben, denn bei größeren Schäden schickt die Versicherung in aller Regel einen Sachverständigen. Und der findet garantiert das Problem mit der mangelhaft ausgeführten Erdung.

Bei erdungspflichtigen Antennen ist die Norm nun mal knallhart - und das völlig zu Recht. Als Erdkabel ist ein Kupferkabel von 16 mm² vorgeschrieben oder alternativ ein Blitzableiterdraht aus Stahl oder Alu mit 50 mm².

Einzige sinnvolle Alternative: Er bringt die Antenne im Schutzbereich des Hauses an, wo sie nicht erdungspflichtig ist.
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Alt 06.04.2011, 21:09   # 8
Anniliner
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Sieht ja gut aus

Die Schüssel ist bei mir ca. 1 m unter dem vorstehenden Dach montiert, ich werde das mal von einem Profi begutachten lassen. Sonst müssten der Nachbar und ich die Erdungsleitung legen lassen...

Das Konzept mit dem Unicable an sich sollte beim Nachbarn eigentlich gehen, es ist also egal wo ich mit dem Unicable-LNB in die Baumstrukur einsteige?

Viele Grüße
Anniliner
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Alt 06.04.2011, 22:37   # 9
Dipol
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Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von Anniliner Beitrag anzeigen
Die Schüssel ist bei mir ca. 1 m unter dem vorstehenden Dach montiert ...
... und somit eindeutig erdungspflichtig!
Zitat:
Zitat von Anniliner Beitrag anzeigen
... ich werde das mal von einem Profi begutachten lassen.
Dann bleibt zu hoffen, dass du einen normkundigen Ausnahmeprofi findest, der dir zu Erdung und Potenzialausgleich nicht einen längst überholten Normenstand oder gar blanken Unsinn verzapft.

Folgende Testfrage hilft bei der Auswahl weiter:
Muss ein 16 mm² Cu-Erdungsdraht ein Einzelmassivdraht sein, oder darf er auch mehrdrähtig sein?

Wer die mehrdrähtige Ausführung als zulässig klassifiziert, gehört zur Mehrheit der Installateure, welche noch nicht bemerkt haben, dass schon seit 1994 nach EN 50083-1 und auch nach aktueller EN 60728-11 -immer noch- ein Einzelmassivdraht vorgeschrieben ist. Siehe hierzu auch das Upgrade im Thread Erdung und Potenzialausgleich.

Blitze schlagen besonders häufig an den Hausecken ein. Der Schutz durch die Fassade ist begrenzt und gegen schräg einfallende Blitze insbesondere dort nur sehr begrenzt wirksam. Daher wird in der EN 60728-11 auch bei Antennenmontage in der Schutzzone eine Erdung empfohlen.

Blitze sind in ihrem Verlauf unberechenbar. Siehe PDF, die Auflösung folgt.
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Bild1_Blitzeinschlag.pdf (124,8 KB, 24x aufgerufen)
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Alt 07.04.2011, 16:50   # 10
Dipol
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Auflösung: Lightning Technologies, Inc. - Facilities Protection
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Bild2_Blitzeinschlag.pdf (214,0 KB, 7x aufgerufen)
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Alt 28.05.2012, 16:01 # --
News Flash
 
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