Digitalisierung Baumnetz mit 27 Wohnungen

Alt 21.02.2011, 01:46   # 1
Aurra
 
Registriert seit: 21.02.2011
Beiträge: 2
Hallo zusammen,

zur Zeit haben wir eine Kopfstation die analoge Sat Programme an 27 Parteien verteilt. Zum Einsatz kommt bei uns Unicable. Das Kabel dürfte ca. 20-30 Jahre alt sein.
Wir haben im Grunde 3 Reihenhäuse mit jeweils 9 Parteien mit jeweils 3 Steigleitungen. Im mittleren Haus ist derzeit die Kopfstation.

Mich würde intressieren, ob man hier eine Installation vornehmen kann die den Empfang von HD TV ermöglicht und es jeder Partei selber überlässt den Receiver richtig einzustellen.
Was kostet sowas in etwa?

Ist es möglich das Signal in den Wohnungen an weitere Receiver zu verteilen?

Gruß,
Thilo
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Alt 21.02.2011, 02:28   # 2
Dipol
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Hallo Thilo, herzlich Willkommen im Forum!

UniCable ist ein geschützter Titel für teilnehmergesteuerte Einkabelsysteme. Bei Euch liegt ein für damalige Zeiten übliches Baumnetz mit 9 Stammleitungen à 3 Wohnungen vor, weshalb ich den Titel korrigiert habe.
Zitat:
Zitat von Aurra Beitrag anzeigen
Das Kabel dürfte ca. 20-30 Jahre alt sein.
Für die weiter Projektion sollte man wissen,
  • ob die Kabel bereits doppelt geschirmt sind
  • die Verlegung im Putz oder zugfähig in Leerrohr erfolgte
  • wie viele Steckdosen pro WE bestehen bzw. künftig gewünscht sind.
  • genügt die Einspeisung deutscher Programme, oder sind auch fremdsprachliche Angebote gewünscht. Wenn ja, welche?

Mehr wenn es wieder hell ist.
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Alt 21.02.2011, 10:05   # 3
Dipol
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
Bei Euch liegt ein für damalige Zeiten übliches Baumnetz mit 9 Stammleitungen à 3 Wohnungen vor, ...
Sofern das Altnetz mindestens über doppelt geschirmte Kabel mit Schirmungsmaß nach Class B > 75 dB verfügt, ergeben sich für die Digitalisierung folgende Möglichkeiten:
  1. Umsetzung digitaler Satellitensignale in analoges PAL. Je Programm und Kanal ist ein Umsetzer erforderlich. Diese Re-Analogisierung als "Grundversorgung" für alte Röhrenfernseher ergibt auf Flachbild-TVs eine ungenügende Bildqualität und ist langfristig gerechnet rausgeworfenes Geld.
  2. Umsetzung digitaler Satellitensignale in die DVB-T-Modulation OFDM. Je Kanal werden bis zu 4 SD-Programme mit einem Umsetzer übertragen und sind mit allen neueren Flat-TV empfangbar. Auch können die örtlichen DVB-T-Programme kostengünstig über eine terrestrische Antenne -allerdings mit geringerer Datenrate- eingespeist werden. Pro Kanal können auch zwei HD-Programme umgesetzt werden.
  3. Umsetzung digitaler Satelliten in die DVB-C-Norm QAM. Je Kanal kann ein kompletter Satellitentransponder mit allen SD- und HD-Programmen übertragen werden.
  4. Übertragung mittels steuerbarer Kopfstellenumsetzer in der Sat.-ZF -besser unter UniCable bekannt- für max. 8 Receiver und bis zu zwei Satelliten pro Stammleitung. Alle Teilnehmer haben einen unbegrenzten Vollbandempfang.
  5. Aufbau einer komplett neuen Multischalter-Sternverteilung. Damit sind problemlos auch z. B. 4 Satelliten übetragbar, jeder Empfänger erhält eine eigene Zuleitung, für Twin-Betrieb sind zwei erforderlich.

Die Varianten 1 bis 3 erscheinen kurzfristig kostengünstiger, führen aber bei dieser Objektgröße langfristig wegen deutlich höherer Wartungs- und Stromkosten, sowie laufend anfallender Nachrüstungen in eine Kostenfalle.

Um weiter optimal beraten zu können, müssen die Fragen im Vorbeitrag beantwortet sein.
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Alt 21.02.2011, 19:00   # 4
Aurra
Threadstarter
 
Registriert seit: 21.02.2011
Beiträge: 2
  • ob die Kabel bereits doppelt geschirmt sind
    glaube sind nicht doppelt geschirmt.. kann ich das direkt am Kabel irgendwie erkennen? Dose ist grade nicht fest an der Wand, weil ich Wohnzimmer neu anstreiche...
  • die Verlegung im Putz oder zugfähig in Leerrohr erfolgte
    Steigleitung zu den Wohnungen mit Leerohr; allerdings könnte es bei 3 Kabel schon eng werden
  • wie viele Steckdosen pro WE bestehen bzw. künftig gewünscht sind.
    derzeit eine und vermutlich zukünftig auch eine (bestimmt nicht mein Wunsch...)
  • genügt die Einspeisung deutscher Programme, oder sind auch fremdsprachliche Angebote gewünscht. Wenn ja, welche?
    deutsch reicht; WDR Düsseldorf ist wichtig

Auslöser meines Postings war die Entdeckung des 30. Aprils 2012.
Und das wir mitte März Eigentümerversammlung haben.

P.S.
Ich gehe davon aus, dass eine neue Verkablung Pflicht ist.
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Alt 21.02.2011, 21:07   # 5
Dipol
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von Aurra Beitrag anzeigen
  • ob die Kabel bereits doppelt geschirmt sind
    glaube sind nicht doppelt geschirmt.. kann ich das direkt am Kabel irgendwie erkennen? Dose ist grade nicht fest an der Wand, weil ich Wohnzimmer neu anstreiche...
Es muss zwischen dem Dielektrikum und dem Geflecht eine Alufolie zu sehen sein.
Zitat:
Zitat von Aurra Beitrag anzeigen
  • die Verlegung im Putz oder zugfähig in Leerrohr erfolgte
    Steigleitung zu den Wohnungen mit Leerohr; allerdings könnte es bei 3 Kabel schon eng werden
Je dünner ein Kabel, umso höher die Dämpfung. Im Steigstrang würden aber HQ-Midi-Kabel wie das WISI MK 96 ausreichen, drei Midi-Kabel sollten in ein knickfrei verlegtes Rohr passen . Wenn die Einspeisung von unten erfolgt, sind Leerrohrblockaden zur ersten Dose relativ unproblematisch durch Neuverlegung vom Keller her zu sanieren.
Zitat:
Zitat von Aurra Beitrag anzeigen
[*]wie viele Steckdosen pro WE bestehen bzw. künftig gewünscht sind.
derzeit eine und vermutlich zukünftig auch eine (bestimmt nicht mein Wunsch...)[/LIST]
Eine Multischalter-Sternverteilung hat ihren Charme durch Vollbandübertragung. Ein Single-Anschluss pro Wohnung ist aber nicht zeitgemäß und muss auch nicht sein. Siehe Anhang.
Zitat:
Zitat von Aurra Beitrag anzeigen
  • ob die Kabel bereits doppelt geschirmt sind
    glaube sind nicht doppelt geschirmt.. kann ich das direkt am Kabel irgendwie erkennen? Dose ist grade nicht fest an der Wand, weil ich Wohnzimmer neu anstreiche...
Zwischen dem Dielektrikum und dem Geflecht muss eine Folie sein.
Zitat:
Zitat von Aurra Beitrag anzeigen
  • die Verlegung im Putz oder zugfähig in Leerrohr erfolgte
    Steigleitung zu den Wohnungen mit Leerohr; allerdings könnte es bei 3 Kabel schon eng werden
Je dünner ein Kabel, umso höher die Dämpfung. Im Steigstrang würden aber HQ-Midi-Kabel wie das WISI MK 96 ausreichen. Das Problem ist der Bereich bis zur ersten Dose. Ab da sind es nur noch zwei Kabel. Wenn die Einspeisung von unten erfolgt, sind Leerrohrblockaden zur ersten Dose relativ unproblematisch durch Neuverlegung vom Keller her zu sanieren.
Zitat:
Zitat von Aurra Beitrag anzeigen
[*]wie viele Steckdosen pro WE bestehen bzw. künftig gewünscht sind.
derzeit eine und vermutlich zukünftig auch eine (bestimmt nicht mein Wunsch...)[/LIST]
Eine Multischalter-Sternverteilung hat durch Vollbandübertragung ihren Charme, aber einen Twin-Anschluss sollte man heutzutage schon vorsehen.
Zitat:
Zitat von Aurra Beitrag anzeigen
[*]genügt die Einspeisung deutscher Programme, oder sind auch fremdsprachliche Angebote gewünscht. Wenn ja, welche?
deutsch reicht; WDR Düsseldorf ist wichtig [/LIST]
... und auf Das Erste und ZDF und sat 1 und ... und wollt Ihr aber vermutlich auch nicht verzichten.
Zitat:
Zitat von Aurra Beitrag anzeigen
Auslöser meines Postings war die Entdeckung des 30. Aprils 2012.
Und das wir mitte März Eigentümerversammlung haben.
Dann gehört Ihr schon mal nicht zu denjenigen, die am Tag der Arbeit bemerken, dass kein Bild mehr da ist.
Zitat:
Zitat von Aurra Beitrag anzeigen
P.S.
Ich gehe davon aus, dass eine neue Verkablung Pflicht ist.
Früher galt bei normwidrigen Anlagen: Wo kein Kläger, da kein Richter. Seit der SchuTSEV ist der Anlagenbetreiber auch bei störungsfreiem Betrieb verpflichtet die EMV nachzuweisen.

Bei Eurer Anlagenstruktur bietet sich eine Umstellung auf ein UniCable-System mit mindestens zwei Routerkanälen an. Hier http://www.jultec.de/images/PDF_File_normal_small.JPG eine ehemalige Reihenverteilung, die unter meiner Regie mit vier Midikabeln auf Wohnungszuleitungen umgestellt wurde.

Es sind je Wohnung drei Single- oder ein Twin- und eine Single-Receiver an bis zu drei Steckdsoen möglich. UKW und DVB-T wird zusätzlich eingespeist. Bis zur Analogabschaltung am 30.04.2012 sind auch die analogen PAL-Signale mit jedem Röhrenfernseher ohne Beistellreceiver zu empfangen.
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Anleitung_Neuanlage-S3.pdf (504,4 KB, 7x aufgerufen)
Dateityp: pdf Kopfstelle_vormontiert.pdf (681,9 KB, 5x aufgerufen)
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Alt 28.05.2012, 15:00 # --
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