| | # 3 |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
| Dipol hat eigentlich schon alles gesagt, aber hier noch eine kleine Ergänzung: Leider schreibst du nicht, ob es sich um eine Mietwohnung handelt oder um eine Wohnung, die dir gehört. Ich frage deshalb, weil eventuell an der Anlage Veränderungen bzw. Erweiterungen vorgenommen werden müssen, um dein Anliegen zu erfüllen. Dazu muß natürlich ggf. der Vermieter sein Einverständnis geben. Von den beiden genannten Möglichkeiten weist die Unicable-Variante die größere Betriebssicherheit auf. Die Stacker/Destacker Variante arbeitet mit deutlich höheren Frequenzen und setzt deshalb gutes und nicht allzu langes Kabel voraus. Wenn die Kabellänge und -qualität nicht bekannt ist, sollte die Unicable-Lösung auf jeden Fall bevorzugt werden. Die Einschränkung beim Receiverkauf ist nicht sonderlich groß. Die meisten Twin-Receiver mit eingebauter Festplatte sind unicable-tauglich. Ein Beispiel hierfür wäre der Kathrein UFS922, aber auch der VU+ Duo ist mehr als eine Überlegung wert. Wenn du willst, ruf einfach mal bei SEH an (02323/61887, am besten nachmittags). Herr Hampel hat eine sehr gute Marktübersicht und kann dich optimal beraten. Dort kannst du auch die zur Erweiterung der Anlage erforderlichen Komponenten bekommen.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
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| | # 4 |
| Threadstarter Registriert seit: 06.02.2011
Beiträge: 2
| Hallo Dipol, Hallo King W., vielen Dank für eure schnellen und engagierten Antworten. Leider kann ich mit den Infos nicht so viel Anfangen, da es für mich wie eine fremde Sprache klingt und ich kann inhaltlich leider kaum etwas entnehmen. Es klingt jedenfalls extrem aufwändig und kostenintensiv und so als ob man das nur von einem Sat-Profi machen lassen kann, ohne den Anschluss für das ganze Haus aufs Spiel zu setzen. Zur Frage bzgl. der Mietsituation, ist es tatsächlich so, dass ich zur Miete in einem 3 Parteien Haus wohne. Somit ist die Möglichkeit irgendwas an der Kopfstelle zu machen aussichtslos. Wie es aussieht, gibt es anscheinend keine Hardwareseitige Lösung, sodass ich offensichtlich meine Wünsche streichen muss. Das tut insofern weh, weil wir bislang einen Fernseher mit EPG und tvtv Funktionalität hatten, was mit Kabelanschluss einwandfrei funktionierte. Als ich gemerkt habe, dass die Funktion in Verbindung mit dem Satelitenaschluss nicht mehr geht, war das erst einmal ein Schock, bis mir ein Freund sagte, dass es auch Sat-Receiver gibt die Aufnahmen unterstützen. Als ich schon fast einen solchen gekauft habe, bin ich über eine Kundenbewertung gestoßen, die eben andeutete, dass man mit einem normalen PVR-fähigen Receiver nur das laufende Programm oder wenn der TV aus ist aufzeichnen kann, was ja wie weiter oben beschrieben eher planlos ist... Bei all den techinschen Errungenschaften der Menschheit, komme mir jetzt im Jahre 2011 mit dieser rudimentären SAT-Technik echt steinzeitlich vor. Unfassbar, dass sowas nicht von Aus aus möglich ist! Nur noch mal zur letzten Absicherung die Frage: Würde es Sinn machen ein Kabel aus dem Nebenzimmer, das wie gesagt eine eigene Sat-Buchse in der Wand hat ins Wohnzimmer zu ziehen und dieses an einen Twin Receiver anzuschließen, wären das dann zwei getrennte Signale, oder macht das keinen Sinn (evtl. Kabellänge zu lang oder sonstige Einschränkungen)? Sorry, dass ich so blöd frage, aber ich habe echt null Ahnung von der ganzen Sat-Technik und bin total verzweifelt. Danke nochmals für eure freundliche Hilfe, Robert |
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| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
| Zitat:
Deshalb wird der gesamte Übertragungsbereich in 4 Bänder aufgeteilt: Das Tiefband, von 10.700 GHz bis 11.700 GHz und darüber das Hochband, ab 11.700 GHz bis über 12.700 GHz. Beide Bänder jeweils mit vertikaler und horizontaler Polarisation. Der Empfangskopf an der Antenne (LNB genannt) setzt nun die Frequenzen der beiden Tiefbänder jeweils um 9.750 GHz herab, so daß sich für das Kabel ein Übertragungsbereich von 950 MHz bis 1.950 MHz ergibt. Viel mehr ist auch nicht möglich, weil bei einem Koax-Kabel die Signaldämpfung mit der Frequenz ansteigt. Wird die Frequenz zu hoch und die Leitungslänge zu groß, käme von dem eingespeisten Signal nicht mehr genügend heraus, um einen einwandfreien Empfang zu ermöglichen. Ab 11.700 GHz wird übrigens um 10.600 GHz reduziert. Bei einer Einzelanlage ist das Ganze kein Problem: Der Receiver fordert am LNB über eine Schaltspannung das Band an, auf welchem der Sender zu finden ist, das LNB liefert dieses Band und der Receiver bekommt sein Signal. Sollen nun zwei Receiver an eine Leitung angeschlossen werden (oder ein Twin-Receiver), so kann es passieren, daß beide Receiver ein verschiedenes Band anfordern und es zu einem Konflikt auf der Leitung kommt. Hierfür gibt es zwei Lösungsansätze, die Dipol schon beschrieben hat: ein Stacker/Destacker, oder ein Unicable-Router. Beide Verfahren funktionieren nach völlig unterschiedlichen Prinzipien. Der Stacker verschiebt ein Frequenzband so weit nach oben, daß es über das andere Frequenzband paßt, der Destacker trennt das Signalgemisch wieder. Das funktioniert aber nur so lange, wie das Kabel auch in der Lage ist, die hohen Frequenzen bis über 3 GHz zu übertragen. Ein langes und/oder schlechtes Antennenkabel ist jedenfalls ein absolutes No-Go. Bei unbekanntem Kabel besteht ein relativ hohes Risiko, daß es nicht funktioniert. Der Unicable-Router setzt den angeforderten Transponder (das ist der Sender auf dem Satellit, der das gewünschte Programm abstrahlt) auf eine bestimmte Frequenz um, die der Receiver dann empfängt. Das Ganze funktioniert, je nach Router, für bis zu 8 Frequenzen. In deinem Fall wäre solch ein Router für 2 Frequenzen erforderlich. Das Teil kannst du bei SEH bekommen. Tatsache ist aber in beiden Fällen, daß dem Router (bzw. Stacker) unter dem Dach zwei Kanäle zur Verfügung stehen müssen, die dann mittels mehr oder minder trickreicher Technik über ein Kabel an deinen Receiver transportiert werden. Deshalb die Bitte, den Multischalter mal zu fotografieren, um festzustellen, ob noch ein freier Anschluß besteht und wenn nicht, was man dann machen kann. Der Multischalter ist das erste elektronische Bauteil, welches auf die Antenne folgt. Dort sollten 4 Kabel (für die 4 Bänder) hineingehen und eine Anzahl von Kabeln hinausgehen, wie viele es sind, hängt von der Größe des Hauses ab. Gelegentlich sind an solchen Schaltern noch Reserveausgänge frei. Dann ist das Anbringen eines Routers oder Stackers relativ einfach. Aber wenn nicht, ist auch das kein Grund zum Verzweifeln. Auch dann gibt es eine Lösung. Nur müssen wir wissen "was Sache ist" um entscheiden zu können, was gemacht werden muß. Voreilig aufzugeben ist aber mit Sicherheit die schlechteste Lösung.
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| | # 6 | |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
| Zitat:
Wenn die beiden Mitbewohner auch nur eine Single-Sternleitung haben, könnten die Wohnungen auch ohne Multischlter direkt an einem Quatro-LNB angeschlossen sein. In dem Fall ärgern sich villeicht auch die Nachbarn über fehlenden Twin-Anschluss und es ergibt sich eine gemeinschaftliche Gesamtlösung. | |
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