Bitte um Einführung in die Welt des Sat-Fernsehens :-/

Alt 06.02.2011, 14:08   # 1
golemn
 
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Beiträge: 2
Hallo Liebe Forummitglieder,

ich bin neu hier und vorab bemerkt ein absoluter Neuling bzgl. Sat-Fernsehen, da wir bisher Kabelfernsehen hatten und nun nach einem Umzug in eine neue Wohnung "nur" noch Sat zur Verfügung haben.

Ich bin völlig verzweifelt, weil ich einfach gar nichts kapiere und mir alle Fachausdrücke und Funktionen noch völlig fremd sind. Leider bekomme ich bei Elektrofachhändler auch keine richtige Auskunft, da die das anscheinend auch nicht so richtig blicken. Schreibe später warum ich das vermute...

Nun zu meinem speziellen Anliegen und die Anschlusssituation in der neuen Wohnung.

In jedem Zimmer, insgesamt 3, ist EIN Satelietenausgang aus der Wand vorgesehen. Ich möchte nun aber einen Satreceiver anschaffen, mit dem ich eine Sendung ansehen kann und dabei eine andere Sendung aufnehmen kann. Dazu habe ich schon mal heruasgefunden, dass man dafür wohl einen TwinReceiver benötigt. Problem hierbei scheint aber zu sein, dass ich dafür dann auch ZWEI Satelitenausgänge mit jeweils 2 getrennten Kabeln benötigen würde, so die Aussage der Elektrofachverkäufer. Auf die Frage ob es ähnlich wie bei USB über einen HUB die Möglichkeit der Splittung gäbe, sodass ich dann aus dem einen SAT-Ausgang zwei machen kann wurde mir mitgeteilt, dass es sowas nicht gäbe. Ich müßte zwingend zwei Ausgänge und somit zwei voneinander getrennte Kabel haben.

Was mir beibei komisch vorkommt ist die Tatsache, dass das doch wohl sehr unwahrscheinlich ist/war, dass in einem Raum zwei SAT-Ausgänge in einer Buchse gelegt wurden, wofür sollte das denn Sinn machen. Wenn, dann schließt man doch pro Raum nur einen Fernsehehr an und nicht zwei, wofür sollte man also 2 Kabel/Ausgänge in EINEN Raum verlegen??? Das scheint aber die zwingende Voraussetzung für die gewünschte Funktionalität mittels eines Twin Receivers zu sein.
Was ich auch nicht ganz kapiere ist, mit einem Single-Receiver mit PVR kann ich nur das gerade gesehene aufnehmen > Was macht das wiederum für einen Sinn? Wenn ich gerade etwas ansehe brauche ich es doch nur in den seltensten Fällen aufzuzeichnen. Der wahrscheinlichere Fall ist, dass zeitgleich oder zeitlich überschnitten zwei Sendungen laufen und ich eine davon aufzeichnen möchte um diese später anzusehen.

Gibt es dafür denn gar keine Lösung , wenn ich technisch nur einen einzigen Sat-Ausgang in der Wand habe??? Nun zur VErmutung, dass es die Verkäufer nicht wirklich blicken. Als ich gestern bei Conrad-Elektronik den Verkäufer mit obigen Fragen penetrierte und er mit die entsprechenden unbefriedigenden Antworten gegeben hat, hat mich danach ein Kunde angesprochen, der die "Beratung" mitbekommen hat und meine es gäbe schon eine Lösung. Ich solle mal im Internet nach der sog. Einkabellösung suchen.

Das habe ich nun auch gemacht, aber statt Antworten habe ich nun noch mehr Fragen bekommen und bin nun völlig verwirrt, denn alles was ich dazu gelesen habe, hat nicht wirklich was mit meinem Wunsch zu tun, aus einem Ausgang zwei getrennte Signale zu bekommen, sodass ich eine davon ansehen kann, während das andere aufgezeichnet wird. Wie ich das bisher verstanden habe ist die Einkabellösung eher eine Verlegungsstandard wie EINE Satelitenschüssel auf dem Dach ALLE Wohungen mit dem Fernsehsignal versorgt, oder so???

Im Moment läuft bei mir der Satempfang mit einem geliehenen Uraltgerät von einem Kumpel "COMAG SL 35" zwar ohne Probleme (ist glaube ich auch kein dezidierter Unicable Receiver) aber eben noch ohne Aufnahmefunktion, weshalb ich auf der Suche nach einem geeigneten Gerät bin.

Jetzt hoffe ich kann mir einer von euch Profis ein paar hilfreiche Tipps in für Sat-Laien verständlicher Sprache geben, wie ich an die Sache rangehen kann und das Problem gelöst bekomme. Gerne auch mit konkreten Geräteempfehlungen, ob mit integrierter oder externer HDD ist mir erst einmal egal. Traumhaft wäre auch eines mit Internetzugang, falls es sowas gibt, damit ich auch das Internet am TV ansehen kann.

Vielen Dank für eure Hilfe,

Robert
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Alt 06.02.2011, 15:01   # 2
Dipol
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Beiträge: 4.147
Hallo Robert, herzlich Willkommen im Forum!

Zitat:
Zitat von golemn Beitrag anzeigen
Gibt es dafür denn gar keine Lösung , wenn ich technisch nur einen einzigen Sat-Ausgang in der Wand habe???
Es gibt für zukunftssicheren Vollbandempfang zwei Möglichkeiten:
  • Stacker- und Destacker: Erlaubt den Anschluss von zwei beliebigen Single- oder einem Twin-Receiver. Setzt aber eine gewisse Kabelgüte voraus.
  • UniCable-Erweiterung: Dafür sind Receiver mit Kommando nach EN 50494 erforderlich.
Beide Varianten erfordern einen Umbau an der Kopfstelle. Die Stacker-/Destacker-Lösung und z. B. ein TechniRouter Mini benötigen einen freien Multischalter-Port. Ist der nicht vorhanden, muss eine Kaskadenmatrix zwischen LNB und den Multischalter installiert werden.

Mach mal ein Bild vom Multischalter, dann kann man konkreter werden.
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Alt 06.02.2011, 16:03   # 3
King W.
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Dipol hat eigentlich schon alles gesagt, aber hier noch eine kleine Ergänzung:

Leider schreibst du nicht, ob es sich um eine Mietwohnung handelt oder um eine Wohnung, die dir gehört. Ich frage deshalb, weil eventuell an der Anlage Veränderungen bzw. Erweiterungen vorgenommen werden müssen, um dein Anliegen zu erfüllen. Dazu muß natürlich ggf. der Vermieter sein Einverständnis geben.

Von den beiden genannten Möglichkeiten weist die Unicable-Variante die größere Betriebssicherheit auf. Die Stacker/Destacker Variante arbeitet mit deutlich höheren Frequenzen und setzt deshalb gutes und nicht allzu langes Kabel voraus. Wenn die Kabellänge und -qualität nicht bekannt ist, sollte die Unicable-Lösung auf jeden Fall bevorzugt werden.

Die Einschränkung beim Receiverkauf ist nicht sonderlich groß. Die meisten Twin-Receiver mit eingebauter Festplatte sind unicable-tauglich. Ein Beispiel hierfür wäre der Kathrein UFS922, aber auch der VU+ Duo ist mehr als eine Überlegung wert. Wenn du willst, ruf einfach mal bei SEH an (02323/61887, am besten nachmittags). Herr Hampel hat eine sehr gute Marktübersicht und kann dich optimal beraten. Dort kannst du auch die zur Erweiterung der Anlage erforderlichen Komponenten bekommen.
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Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
Albert Einstein


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Alt 06.02.2011, 22:39   # 4
golemn
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Hallo Dipol,
Hallo King W.,

vielen Dank für eure schnellen und engagierten Antworten. Leider kann ich mit den Infos nicht so viel Anfangen, da es für mich wie eine fremde Sprache klingt und ich kann inhaltlich leider kaum etwas entnehmen. Es klingt jedenfalls extrem aufwändig und kostenintensiv und so als ob man das nur von einem Sat-Profi machen lassen kann, ohne den Anschluss für das ganze Haus aufs Spiel zu setzen.

Zur Frage bzgl. der Mietsituation, ist es tatsächlich so, dass ich zur Miete in einem 3 Parteien Haus wohne. Somit ist die Möglichkeit irgendwas an der Kopfstelle zu machen aussichtslos.

Wie es aussieht, gibt es anscheinend keine Hardwareseitige Lösung, sodass ich offensichtlich meine Wünsche streichen muss. Das tut insofern weh, weil wir bislang einen Fernseher mit EPG und tvtv Funktionalität hatten, was mit Kabelanschluss einwandfrei funktionierte. Als ich gemerkt habe, dass die Funktion in Verbindung mit dem Satelitenaschluss nicht mehr geht, war das erst einmal ein Schock, bis mir ein Freund sagte, dass es auch Sat-Receiver gibt die Aufnahmen unterstützen. Als ich schon fast einen solchen gekauft habe, bin ich über eine Kundenbewertung gestoßen, die eben andeutete, dass man mit einem normalen PVR-fähigen Receiver nur das laufende Programm oder wenn der TV aus ist aufzeichnen kann, was ja wie weiter oben beschrieben eher planlos ist...

Bei all den techinschen Errungenschaften der Menschheit, komme mir jetzt im Jahre 2011 mit dieser rudimentären SAT-Technik echt steinzeitlich vor. Unfassbar, dass sowas nicht von Aus aus möglich ist!

Nur noch mal zur letzten Absicherung die Frage: Würde es Sinn machen ein Kabel aus dem Nebenzimmer, das wie gesagt eine eigene Sat-Buchse in der Wand hat ins Wohnzimmer zu ziehen und dieses an einen Twin Receiver anzuschließen, wären das dann zwei getrennte Signale, oder macht das keinen Sinn (evtl. Kabellänge zu lang oder sonstige Einschränkungen)?

Sorry, dass ich so blöd frage, aber ich habe echt null Ahnung von der ganzen Sat-Technik und bin total verzweifelt.

Danke nochmals für eure freundliche Hilfe,

Robert
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Alt 07.02.2011, 10:26   # 5
King W.
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Zitat:
Zitat von golemn Beitrag anzeigen
... im Jahre 2011 mit dieser rudimentären SAT-Technik echt steinzeitlich vor ...
Da bin ich aber ganz anderer Meinung. Von rudimentärer Technik kann keine Rede sein. Die (vermeintlichen oder tatsächlichen) Schwierigkeiten rühren daher, daß ein Satellit wie der Astra viel mehr Programme abstrahlt, als das Antennenkabel übertragen kann.

Deshalb wird der gesamte Übertragungsbereich in 4 Bänder aufgeteilt: Das Tiefband, von 10.700 GHz bis 11.700 GHz und darüber das Hochband, ab 11.700 GHz bis über 12.700 GHz. Beide Bänder jeweils mit vertikaler und horizontaler Polarisation. Der Empfangskopf an der Antenne (LNB genannt) setzt nun die Frequenzen der beiden Tiefbänder jeweils um 9.750 GHz herab, so daß sich für das Kabel ein Übertragungsbereich von 950 MHz bis 1.950 MHz ergibt. Viel mehr ist auch nicht möglich, weil bei einem Koax-Kabel die Signaldämpfung mit der Frequenz ansteigt. Wird die Frequenz zu hoch und die Leitungslänge zu groß, käme von dem eingespeisten Signal nicht mehr genügend heraus, um einen einwandfreien Empfang zu ermöglichen.

Ab 11.700 GHz wird übrigens um 10.600 GHz reduziert.

Bei einer Einzelanlage ist das Ganze kein Problem: Der Receiver fordert am LNB über eine Schaltspannung das Band an, auf welchem der Sender zu finden ist, das LNB liefert dieses Band und der Receiver bekommt sein Signal.

Sollen nun zwei Receiver an eine Leitung angeschlossen werden (oder ein Twin-Receiver), so kann es passieren, daß beide Receiver ein verschiedenes Band anfordern und es zu einem Konflikt auf der Leitung kommt. Hierfür gibt es zwei Lösungsansätze, die Dipol schon beschrieben hat: ein Stacker/Destacker, oder ein Unicable-Router. Beide Verfahren funktionieren nach völlig unterschiedlichen Prinzipien.

Der Stacker verschiebt ein Frequenzband so weit nach oben, daß es über das andere Frequenzband paßt, der Destacker trennt das Signalgemisch wieder. Das funktioniert aber nur so lange, wie das Kabel auch in der Lage ist, die hohen Frequenzen bis über 3 GHz zu übertragen. Ein langes und/oder schlechtes Antennenkabel ist jedenfalls ein absolutes No-Go. Bei unbekanntem Kabel besteht ein relativ hohes Risiko, daß es nicht funktioniert.

Der Unicable-Router setzt den angeforderten Transponder (das ist der Sender auf dem Satellit, der das gewünschte Programm abstrahlt) auf eine bestimmte Frequenz um, die der Receiver dann empfängt. Das Ganze funktioniert, je nach Router, für bis zu 8 Frequenzen. In deinem Fall wäre solch ein Router für 2 Frequenzen erforderlich. Das Teil kannst du bei SEH bekommen.

Tatsache ist aber in beiden Fällen, daß dem Router (bzw. Stacker) unter dem Dach zwei Kanäle zur Verfügung stehen müssen, die dann mittels mehr oder minder trickreicher Technik über ein Kabel an deinen Receiver transportiert werden.

Deshalb die Bitte, den Multischalter mal zu fotografieren, um festzustellen, ob noch ein freier Anschluß besteht und wenn nicht, was man dann machen kann. Der Multischalter ist das erste elektronische Bauteil, welches auf die Antenne folgt. Dort sollten 4 Kabel (für die 4 Bänder) hineingehen und eine Anzahl von Kabeln hinausgehen, wie viele es sind, hängt von der Größe des Hauses ab. Gelegentlich sind an solchen Schaltern noch Reserveausgänge frei. Dann ist das Anbringen eines Routers oder Stackers relativ einfach. Aber wenn nicht, ist auch das kein Grund zum Verzweifeln. Auch dann gibt es eine Lösung.

Nur müssen wir wissen "was Sache ist" um entscheiden zu können, was gemacht werden muß. Voreilig aufzugeben ist aber mit Sicherheit die schlechteste Lösung.
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Alt 07.02.2011, 14:02   # 6
Dipol
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Zitat von golemn Beitrag anzeigen
Zur Frage bzgl. der Mietsituation, ist es tatsächlich so, dass ich zur Miete in einem 3 Parteien Haus wohne. Somit ist die Möglichkeit irgendwas an der Kopfstelle zu machen aussichtslos.
Bei nur drei Parteien ist das "Aufbohren" einer unzeitgemäßen Single-Zuleitung viel unkomplizierter lösbar als in einer Mietkaserne.

Wenn die beiden Mitbewohner auch nur eine Single-Sternleitung haben, könnten die Wohnungen auch ohne Multischlter direkt an einem Quatro-LNB angeschlossen sein. In dem Fall ärgern sich villeicht auch die Nachbarn über fehlenden Twin-Anschluss und es ergibt sich eine gemeinschaftliche Gesamtlösung.
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Alt 28.05.2012, 14:56 # --
News Flash
 
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