SAT-Anlage, die Zweite / Nachteile von Quad- gegenüber Quattro-LNB´s?

Alt 13.01.2011, 18:22   # 1
michor
 
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Hallo zusammen,

nachdem die SAT-Anlage bei meinen Eltern seit mehr als einem Jahr hervorragend funktioniert, werde auch mich mir nun eine aufbauen.

Dazu habe ich einige Fragen:

Wir benötigen derzeit nur zwei Anschlüsse; deshalb dachte ich an einen Quad/Quattro-Switch-LNB an Stelle einer Quattro-LNB mit Multischalter-Lösung.

Bei meinen Eltern haben wir einen Quattro-LNB mit Multischalter verbaut, da dort mehr als 4 Signalkabel benötigt wurden. Deshalb habe ich auch nur damit ein wenig Erfahrung.

Ich dachte an diesen LNB: FTE

Folgende Fragen habe ich dazu:

1. Wie lang dürfen die Kabel maximal sein? Das Kabel von der Schüssel kommt in einem Übergaberaum an. Das sind ca. 10-12 Meter. Ab dort muss es in die bestehende Hausverteilung übergehen. Dann kommen ca. weitere 10 Meter hinzu. Klappt das ohne eine Signalverstärkung, wie es der Multischalter machen würde?
2. Kann ich UKW-Radio über einen solchen Adapter einschleusen, oder ist das nur Gebastel? Weiche
3. Wie verbinde ich die Koax-Kabel im Übergaberaum. Gibt es bessere Alternativen als F-Stecker-Kupplungen?
4. Müssen alle 4 Plätze mit Kabeln belegt werden, oder reichen auch erstmal 2 Kabel?
5. Welche generellen Vor-/Nachteile haben die beiden versch. Lösungen?

Ich danke im voraus!
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Alt 13.01.2011, 20:32   # 2
Dipol
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Zitat:
Zitat von michor Beitrag anzeigen
1. Wie lang dürfen die Kabel maximal sein?
Ein Schiff ist 50 Meter lang, wie alt ist der Kapitän? Bei nicht mal 25 Meter Länge kann man aber trotz fehlender Detailangaben pauschal Entwarnung geben.

Dieser LNB hat 55 dB Verstärkung, daraus resultiert an einer 80er-Antenne ein Pegel von ca. 75 dB(µV). Der Receivermindestpegel -den man nicht ausmosten sollte- beträgt 47 dB(µV). Ergibt ein Budget von max. 28, besser max. 25 dB.

Abhängig von der Güte des verwendeten Kabels errechnen sich für 25 dB bei 2,15 MHz folgende Max.-Längen:
HQ-Kabel mit 30 dB/100 m: ca. 83 Meter
Murks-Kabel: 60 dB/100 m: ca. 42 Meter
Zitat:
Zitat von michor Beitrag anzeigen
2. Kann ich UKW-Radio über einen solchen Adapter einschleusen, oder ist das nur Gebastel? Weiche
Damit kannst du auch noch DVB-T einschleusen, beides aber nur auf eine Leitung. Es gibt auch Weichen für vier Kabel.
Zitat:
Zitat von michor Beitrag anzeigen
3. Wie verbinde ich die Koax-Kabel im Übergaberaum. Gibt es bessere Alternativen als F-Stecker-Kupplungen?
Entweder mit einem HQ-Kabelverbinder mit hohem Schirmungsmaß oder F-Buchse + F-Stecker. Die Buchse möglichst hochwertig mit 30 dB Rüchflussdämpfung, für doppelt geschirmte Class A-Kabel sollten nur Crimp-, Kompressions- oder Self-Install-Stecker verwendet werden.
Zitat:
Zitat von michor Beitrag anzeigen
4. Müssen alle 4 Plätze mit Kabeln belegt werden, oder reichen auch erstmal 2 Kabel?
Ganz nach Bedarf.
Zitat:
Zitat von michor Beitrag anzeigen
5. Welche generellen Vor-/Nachteile haben die beiden versch. Lösungen?
Habe ich etwas überlesen, welche Alternative? Bis zu vier Anschlüssen reicht ein Quad-LNB aus, meine Empfehlung lautet aber ALPS.
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Alt 13.01.2011, 20:48   # 3
King W.
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Ich kann mich noch an die Anlage erinnern.

Freut mich, daß sie nach anfänglichen Schwierigkeiten (da war wohl eine Dose geschrottet) tadellos läuft.

Bei deiner Anlage gehst du im Prinzip genau so vor, nur daß ein anderes LNB zum Einsatz kommt. Das FTE-LNB kannst du selbstverständlich verwenden, die Qualität stimmt nach wie vor und auch der Preis ist recht niedrig.

Aber wie sagt man so schön: Das Bessere ist des Guten Feind. Dieses Alps-LNB ist von den technischen Daten her dem FTE ebenbürtig, hat aber einen, für deine Zwecke wichtigen, Vorteil: Es verbraucht weniger Strom als das FTE. Bei einer Versorgung durch den Multischalter spielt das keine Rolle, aber bei einem Quad erfolgt die Stromversorgung per Receiver. Da kann es bei großer Leitungslänge oder weniger guten Kabeln passieren, daß von den abgegebenen 18V nur 16V oder weniger beim LNB ankommen. Über die Höhe der Betriebsspannung wird aber die Polarisation geschaltet. Ist die Spannung zu gering, kann das LNB nicht mehr auf Horizontal schalten, die entsprechenden Sender werden unzugänglich. Je geringer nun der Stromverbrauch, desto geringer ist auch der Spannungsabfall auf der Leitung mit der Konsequenz, daß das LNB auf jeden Fall vernünftig arbeitet. Zudem sparst du, je nach Fernsehgewohnheit, bis zu 5 kWh pro Jahr an Strom.

Zu deinen Fragen:
1) 40m sind mit dem Alps-LNB ohne weiteres machbar, es liegt aber auch ein bißchen an der Kabelqualität. Mit dem FTE ist es etwas weniger, aber die 22m, die du insgesamt angibst, sollten damit auch kein Problem sein. Eine Signalverstärkung brauchst du in keinem Fall. Egal, wie du dich entscheidest, sowohl das FTE wie auch das Alps verstärken von sich aus hoch genug für einen tadellosen Empfang.
2) Ja, das funktioniert, allerdings werden die Signale nur in eine Ableitung eingespeist. Die Antennensteckdose trennt die Signale wieder.
3) Üblicherweise nimmt man zwei F-Stecker und eine solche, hochwertige Kupplung. Das Verbinden ist relativ problemlos und ohne nennenswerten Signalverlust machbar.
4) Nein. Du kannst durchaus mit einem oder 2 Receivern anfangen und später erweitern.
5) Wenn es bei max. 4 Anschlüssen bleibt und du mit dem UKW-Signal auf einer Leitung auskommst, ist die Lösung mit dem Quad-LNB zu bevorzugen. Die Multischalter-Lösung ist teurer und vom Empfang her auch nicht besser. Allerdings wäre sie bei extremen Leitungslängen (trifft bei dir nicht zu) betriebssicherer und das UKW-Signal stünde an allen Anschlüssen zur Verfügung.


Edit: Da war mal wieder jemand schneller als ich.
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Alt 13.01.2011, 21:18   # 4
Isotrop
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Dann gibt der 3.te im Bunde auch noch seinen Senf dazu

Zitat:
Klappt das ohne eine Signalverstärkung, wie es der Multischalter machen würde?
Ein Multischalter muss (wie der Name sagt) korrekt und zuverlässig vielfach schalten, und dient in den seltensten Fällen als Signalverstärker. Das ist weit verbreiteter Irrglaube. Eingebaute Sat ZF Verstärker im Multischalter dienen in erster Linie dazu, die im Multischalter auftretenden Pegeldämpfungen auszugleichen. Alles was darüber hinaus verstärkt wird, dient einem höheren Pegel auf den Teilnehmerleitungen, ist aber nicht Sinn und Zweck des Multischalters

Zum LNB rate ich dir zum Alps Quad/Switch:
seh1 - Alps Quattro-Switch, 0.3 dB typ. 7771 Die 8.-Eur mehr sind meiner Meinung nach gut angelegt

Zitat:
Wie lang dürfen die Kabel maximal sein?
Deine ca. insgesamt 25m Leitungslänge sind in der Regel überhaupt kein Problem

Einschleussweiche für Quad LNB zum Kombinieren von UKW/Sat:
Kathrein WFS 14 Einschleußweiche 4x SAT / 1x terr

Zitat:
Müssen alle 4 Plätze mit Kabeln belegt werden, oder reichen auch erstmal 2 Kabel?
Würde selbst 1 Leitung/Receiver reichen... Es sind 4 komplett unabhängige Anschlüsse. Im Quad ist ein Minitatur 4-fach Multischalter verbaut. Nicht verwendete LNB Ausgänge gegen Feuchtigkeit/Witterung sichern. Um es ganz korrekt zu machen wären hier F-Abschlusswiderstände nicht verkehrt (2 Fliegen mit einer Klappe)

Zitat:
Welche generellen Vor-/Nachteile haben die beiden versch. Lösungen?
In erster Linie ist es wohl eine Frage der Kosten und des Aufwands. Ich würde für nur 2 Endgeräte kein Quattro LNB + Multischalter verwenden bzw. empfehlen

Ein Quad LNB wird immer komplett vom angeschlossenen Receiver gespeist (Betriebsspannung), ein Quattro LNB normalerweise vom aktiven Multischalter. Ausser es handelt sich um einen passiven Multischalter ohne Netzanschluss, dann hat wieder der Receiver die gesamte Last zu tragen. Daher immer schauen, dass der Quad LNB eine niedrige Stromaufnahme hat, wie es z.B. beim Alps der Fall ist
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Alt 14.01.2011, 20:08   # 5
michor
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Hallo ihr drei,

vielen Dank für eure schnelle und ausführlichen Antworten. Ich werde es beherzigen und den besseren LNB von ALPS verwenden. Durch Wegfall des Multischalters spare ich ja einiges ein...

Als Kabel wollte ich dieses verwenden: Kabel

Sehr gut, oder gibt es (noch) besseres?

P.S.: @King W.: Wow, beachtliches Erinnerungsvermögen!
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Alt 14.01.2011, 21:39   # 6
King W.
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Es ist in deinem Fall bei den zu erwartenden Kabellängen zwar nicht unbedingt nötig, aber auch bei den Kabeln gibt es Qualitätsunterschiede. Bei diesem Kabel besteht sowohl der Innenleiter wie auch das Abschirmgeflecht aus Kupfer. Bei dem anderen Kabel war das Abschirmgeflecht Alu. Kupfer hat eine viel bessere Leitfähigkeit und Kabel aus massivem Kupfer (wobei das Abschirmgeflecht verzinnt ist) haben bessere technische Eigenschaften. Dabei ist der Mehrpreis gegenüber dem anderen Kabel ziemlich moderat.

Ich selbst bin mittlerweile auch komplett umgestiegen und verwende nur noch das Hirschmann-Kabel. Bitte, laß dich nicht von übertriebenen Schirmdämpfungen irreführen. Klasse A beginnt bereits bei 85 dB. Alles, was drüber ist, reicht vollkommen aus.
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Alt 17.01.2011, 12:27   # 7
michor
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Hallo King W.,

kurze Frage zu deiner Kabelempfehlung.

6.8 mm gegenüber 7.0 mm ... passen da die normal üblichen F-Stecker? Davon habe ich nämlich noch einige über.
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Alt 17.01.2011, 14:18   # 8
Dipol
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Zitat:
Zitat von michor Beitrag anzeigen
6.8 mm gegenüber 7.0 mm ... passen da die normal üblichen F-Stecker?
Stecker und Kabel müssen mechanisch und auch bei Schirmdämpfung/Schirmungsmaß harmonieren. Sebst ein 100%-tig mechanisch passender F-Aufdrehstecker harmoniert von der EMV nicht mit einem Class A-Kabel.

Bei der Montage von Aufdrehsteckern mit umgeschlagenen Schirm sollte das Stecker-Sollmaß um 0,1 bis 0,2 mm größer als der Kabeldurchmesser sein, um möglichst wenig Geflechtdrähte zu durchschneiden. Einen 6,8 mm-Stecker kann man nur mit Gewalt auf ein 7 mm Kabel aufdrehen.

Das "passt" somit überhaupt nicht und ist Murks. Wenn du dir schon keine Kompressionszange zulegen willst, nimm einen mechanisch und der Schirmung passenden Self-Install-Stecker.
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Alt 17.01.2011, 14:45   # 9
King W.
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Bei den Steckern gilt dasselbe, wie bei dem Kabel: Das Bessere ist des Guten Feind. Bei den Aufdrehsteckern gehen einige dB an Schirmdämpfung verloren. Die vergoldeten Stecker, die du vermutlich hast, passen zwar auf das Hirschmann-Kabel, aber so ganz ideal ist das nicht.

SEH hat ein Set im Angebot, bestehend aus einer Kompressionszange, einem Absetzwerkzeug und 100 Kompressionssteckern. Das Set kannst du nach getaner Arbeit einfach wieder zurückschicken und bekommst postwendend dein Geld wieder, abzüglich der verbrauchten Stecker, versteht sich. Eine Leihgebühr wird nicht erhoben, es fallen lediglich die Portokosten für die Rücksendung an.

Mit diesem Set sind auf einfache Weise professionelle Steckverbindungen herstellbar, die jedem Anspruch standhalten.

Mit den Self-Install Steckern meint Dipol diese hier. Auch die sind besser, als die Aufdrehstecker, allerdings sind sie nicht ganz wasserdicht. Bei Verwendung des Alps-LNB's mit seinem perfekten Wetterschutz spielt das aber keine Rolle.
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Alt 28.05.2012, 14:53 # --
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