Sat-Anlagenkauf

Alt 10.01.2011, 18:47   # 1
telefoener
 
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Beiträge: 3
Hallo zusammen,
ich brauche die Unterstützung der Experten. Wir sind eine Eigentümergemeinschaft mit 37 Wohnungen. Diese sind aufgeteilt auf 5 Häusern und wir wollen eine SAT-Anlage kaufen. Da uns jetzt mehrere Angebote vorliegen, haben wir uns für das entschieden, was eine komplette Neuverkabelung beinhaltet.
Aus diversen Foren habe ich gelernt, dass wir nicht die billigsten Komponenten nehmen sollen, sondern auf gute Qualität achten müssen. Aber wie kann ich das beurteilen????Hier sind die Komponenten aus dem Angebot. Wie ist eure Meinung dazu und kann man das noch verbessern, damit wir für die Zukunft gerüstet sind und nachher keine technischen Probleme bekommen?
1. 4xSat-Schüssel 90er mit Flachdachbefestigung. Fabr: ASTRO
2. 8xQuattro LNB, Fabr.:Grundig
3. Multischalter Fabr.:ASTRO AMS Serie 9
4. Antennensteckdosen Fabr.:ASTRO Type GUT Serie als 3 Lochdose
5. Koaxkabel Fabr. Belden(Holland) 100db Schirmungsmaß, Innenleiter 1,13mm, Herstellergarantie 15 Jahre auf Einhaltung der Leitfähigkeit
6. 2x Außenschränke Fabr. Goehre für Flachdachmontage zur Aufnahmeder Multischalter
7. ca. 200 mtr verzinkter Kabelkanal fürs Flachdach auf betonstene verlegt
8. Edelstahlkanäle für die Außenwände
Ich freue mich auf eure Vorschläge
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Alt 10.01.2011, 19:52   # 2
King W.
Team SAT-Technik
 
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Beiträge: 9.170
Hallo telefoener, nw welcome

Ich bin da ein bißchen skeptisch.

Ich hoffe ja nicht, daß der Anbieter diese Antennen angeboten hat. Dieses Modell rundet das Astro-Angebot gewissermaßen nach unten ab und erfüllt nur einfache Qualitätsansprüche. Die übrigen Astro-Antennen sind mit den Fuba oder Kathrein Antennen baugleich und von besserer Qualität. Da Grundig-LNB's angeboten werden, nehme ich an, daß die Fuba-kompatiblen Antennen zum Einsatz kommen. Da ist nicht viel gegen zu sagen.

Als LNB würde ich Alps gegenüber Grundig bevorzugen. Die Alps-Produkte haben sich im Laufe der Zeit den Ruf erworben, nahezu "unkaputtbar" zu sein. Zudem ist der Stromverbrauch niedrig, was die Netzteile der Multischalter schont. Die Empfangsleistung ist OK und für eine Astra/Hotbird-Anlage, wie ihr sie offenbar anstrebt, vollkommen ausreichend.

Gegen das Kabel gibt es nichts zu sagen. Es ist gutes Qualitätskabel, mit den Produkten anderer Qualitätshersteller (Kathrein, Hirschmann, Preisner um nur einige zu nennen) absolut auf Augenhöhe.

Zitat:
7. ca. 200 mtr verzinkter Kabelkanal fürs Flachdach auf betonstene verlegt


Gibt es da keine andere Lösung?

200m verzinkter Kabelkanal oben auf dem Dach ist eine perfekte Einkadung für jeden Blitz, dort einzuschlagen. Hoffentlich vergißt der Installateur nicht, dieses Monstrum vernünftig zu erden. Ich habe da jedenfalls erhebliche Sicherheitsbedenken. Meiner Meinung nach wäre es besser, wenn man mit den Kabeln sofort nach unten verschwindet, die Multischalter im Keller anbringt und von dort aus verteilt.

Vermutlich wäre in eurem Fall eine Signalverteilung per Glasfaser der bessere und sicherere Weg. Aber dazu müßte man die örtlichen Gegebenheiten kennen.

Vielleicht schreibt Dipol noch etwas dazu, er ist unser Experte, was die Sicherheit von Anlagen (sprich: Blitzschutz und Potentialausgleich) betrifft.
__________________
Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
Albert Einstein


Nokia? Nein danke!
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Alt 10.01.2011, 21:54   # 3
Dipol
Team SAT-Technik
 
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Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Vielleicht schreibt Dipol noch etwas dazu, er ist unser Experte, was die Sicherheit von Anlagen (sprich: Blitzschutz und Potentialausgleich) betrifft.
Danke für die Blumen!

Das "Eindosen" der Kabel in Blechkanäle und deren Schutz über Fangstangen ist ein übliches Verfahren zum Schutz von Antennenanlagen der Mobilfunk-Netzbetreiber. Da bestehen die Versicherungen auf dem Nachweis, dass die Wartungsinvervalle der Blitzschutzanlage eingehalten wurden und die Ausführung nach dem aktuellen Normenstand (keine getrennten Erdspieße!) der EN 60728-11 und EB 62305 erfolgt.

Eben das wird im Wohnungsbau gewöhnlich sträflich vernachlässigt. Wie fachgerecht das an dieser Anlage ausgeführt wird, ist aus den bisherigen Angaben nicht zu beurteilen. Es stellen sich aus Fachplanersicht folgende Fragen:
  • Ist ein isolierter Blitzschutz mit Fangstangen vorgesehen?
  • Haben die Erdableitungen der Blitzschutzanlagen galvanische Verbindung mit dem Schutzpotenzialausgleich der Gebäude?
  • Wenn ja, ist auch ein normkompatibler Potenzialausgleich gemäß EN 60728-11 vorgesehen?
  • Wie hoch ist die thermische Belastung der Multischalter in den Gehäusen auf dem Flachdach (Kühlung eingeplant?)?
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Alt 11.01.2011, 10:37   # 4
telefoener
Threadstarter
 
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Beiträge: 3
Vielen Dank für euren schnellen Antworten.
Zur Schüssel: keine Ahnung welche montiert werden sollen. Ist es nicht besser, wir nehmen größere so ca. 100-120 cm? Dann sollen die Reserven noch besser sein und die Einflüsse von Schnee, Regen, etc. werden minimiert?
Zum Kabel: in manchen Foren habe ich gelesen, dass das Kabel mindestens
120db, 8mm Außenmantel, Innenleiter Kupfer und 4-fach Schirmung haben soll. Als Laie kann ich das bei Belden (holl. Webseite) nicht erkennen. Erfüllt das Kabel diese Daten?
Zur Verlegung: Es ist nur mit einem großen Aufwand verbunden die Multschalter in den Keller zu bringen. Selbst wenn ja, dann können wir die neuen Kabel in den Häusern nicht in die Wohnungen bringen. Wir müssen also das von außen machen. Ich rechne damit, dass pro Wohnung im Schnitt mindestens 3 Kabel bei manchen auch mehr benötigt werden.
Zum Blitzschutz: im Angebot ist nichts erkennbar, wie der Blitzschutz genau realisiert wird. Kann ich den Normenstand von Dipol übernehmen
und der Firma mitteilen, dass wir das so haben möchten?
Zur Kühlung: Wir haben nur den Hersteller der Schränke. Das im Sommer auf dem Flachdach hohe Temperaturen herrschen, ist klar. Wie soll denn eine Kühlung aussehen und ab wann machen die Multischalter Probleme?
Die installationsfirma stellt alles als sehr easy dar und auch vielfach installiert.
Zum Glasfaser: wie sieht denn diese Möglichkeit aus? Kommt pro Wohnung ein Glasfaseranschluss und wie schalte ich dann alle Geräte an?
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Alt 12.01.2011, 10:33   # 5
Dipol
Team SAT-Technik
 
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Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von telefoener Beitrag anzeigen
Zur Schüssel: keine Ahnung welche montiert werden sollen. Ist es nicht besser, wir nehmen größere so ca. 100-120 cm?
Ein größerer Reflektor hat ein besseres C/N und größere Schlechtwetter-Reserve. Da es digital nur zwei Zustände gibt -geht oder geht nicht-, ist eine Antenne mit 85 x 90 cm für diese Anlagengröße ausreichend dimensioniert, die Verbesserung wäre auf extrem schlechtes Wetter begrenzt.
Zitat:
Zitat von telefoener Beitrag anzeigen
Zum Kabel: in manchen Foren habe ich gelesen, dass das Kabel mindestens
120db, 8mm Außenmantel, Innenleiter Kupfer und 4-fach Schirmung haben soll. Als Laie kann ich das bei Belden (holl. Webseite) nicht erkennen. Erfüllt das Kabel diese Daten?
Eine Schirmdämpfung nach Class A > 85 dB reicht für Sat.-Betrieb völlig aus, echte 100 dB bieten schon genug Reserve. Belden ist ein Premium-Hersteller, aber auch die haben unterschiedliche Kabelgüten im Programm. Belden gibt seriöse Daten an, dieses Kabel ist jedenfalls alterungsstabil.

Es gibt vorzugsweise Alu-Billigkabel die mit Class A und phantasievoller Schirmdämpfungsangabe beworben werden, obwohl sie partiell nicht mal 85 dB aufweisen. Im Anhang ein Beispiel, bei dem sich der Distributor mit einem Plott naiver Weise gleich selbst überführt.
Zitat:
Zitat von telefoener Beitrag anzeigen
Zur Verlegung: Es ist nur mit einem großen Aufwand verbunden die Multschalter in den Keller zu bringen. Selbst wenn ja, dann können wir die neuen Kabel in den Häusern nicht in die Wohnungen bringen. Wir müssen also das von außen machen. Ich rechne damit, dass pro Wohnung im Schnitt mindestens 3 Kabel bei manchen auch mehr benötigt werden.
Zum Blitzschutz: im Angebot ist nichts erkennbar, wie der Blitzschutz genau realisiert wird. Kann ich den Normenstand von Dipol übernehmen und der Firma mitteilen, dass wir das so haben möchten?
Als Vertragsgrundlage die "Anerkannten Regeln der Technik" machen und ausdrücklich auf die Normenreihen EN 60728 und 62305 Bezug nehmen. Dass der Auftragnehmer die aber auch in- und auswendig kennt, ist aber nach meinen Erfahrungen nur selten der Fall. In dieser Materie schwimmen selbst manche Planungsbüros.
Zitat:
Zitat von telefoener Beitrag anzeigen
Zur Kühlung: Wir haben nur den Hersteller der Schränke. Das im Sommer auf dem Flachdach hohe Temperaturen herrschen, ist klar. Wie soll denn eine Kühlung aussehen und ab wann machen die Multischalter Probleme?
Multischalter sind zwar nicht so empfindlich wie Kopfstellenumsetzer, trotzdem sollte die Thermik innerhalb von -10 bis + 50° liegen. Siehe Seite 23 http://www.gss.tv/fileadmin/redaktio...gshandbuch.pdf.
Zitat:
Zitat von telefoener Beitrag anzeigen
Zum Glasfaser: wie sieht denn diese Möglichkeit aus? Kommt pro Wohnung ein Glasfaseranschluss und wie schalte ich dann alle Geräte an?
Fiber to the Home (FTTH) setzt sich zunehmend bei Kabelanschlüssen durch. Ein Satellitenreceiver mit optischem Eingang ist noch Zukunftsmusik, die Technik ist in der Praxis derzeit noch auf die Signalzuführung zum Multischalter beschränkt.
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf SeminarEMV-EN50117_Folie4+5.pdf (202,1 KB, 9x aufgerufen)
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Alt 26.01.2011, 11:38   # 6
telefoener
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Beiträge: 3
Vielen Dank für eure Antworten und Unterstützung. Wir haben jetzt ein Grundgerüst der Anforderungen und suchen jetzt ein Unternehmen,dass das umsetzen kann. Ich habe jetzt schon von Unternehmen Absagen erhalten, die so ein Projekt nicht händeln können oder wollen.
Kennt ihr vielleicht einige Firmen im Großraum Düsseldorf, die ihr mir empfehlen könnt?
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Alt 26.01.2011, 17:19   # 7
Dipol
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Zitat:
Zitat von telefoener Beitrag anzeigen
Kennt ihr vielleicht einige Firmen im Großraum Düsseldorf, die ihr mir empfehlen könnt?
King W. wohnt noch am nächsten. Wenn der keine Empfehlung geben kann, einfach mal bei der Dibkom nach zertifizierten Betrieben fragen.
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Alt 26.01.2011, 20:47   # 8
King W.
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