Neubau - Ahnungslos bei SAT ;)

Alt 17.12.2010, 12:26   # 1
Garrem
 
Registriert seit: 17.12.2010
Beiträge: 1
Hallo,

ich bin gerade dabei für mich und meine Familie ein Eigenheim zu bauen. Auch wenn alles rasch voran geht, so steht der Fortschritt bei einem Thema: Fernsehen.

Ich möchte mir gerne eine gute Lösung ins Haus einbauen, habe aber leider null Ahnung von Sat und Co.

Bei meinen Eltern gibt es einen Kabelanschluss, der kostet ca. 150 € / Jahr. Ich gehe mal davon aus, dass ich mit Sat in relativ kurzer Zeit (wenige Jahre) billiger bin.

Mein Problem nun:
Ich habe 2-4 Fernseher (Kinder sind noch klein). Idealerweise sollte ich ein System haben, welches diese 2-4 Fernseher ohne Probleme unterstützt.
Bei Kabel war/ist das ja einfach: einfach via analog-Kabel Fernseher drann udn gut ist (4 Fernseher im Elternhaus).

Frage: wo fange ich an? Welche Lösungen gibt es prinzipiell und welche wäre die idealste (Kosten bitte nicht astronomisch annehmen).
Schön wäre es natürlich auch, wenn der Empfänger (Schüssel) möglichst klein wäre. Somit wäre auch meine Frau happy.

Würde mich über Tipps/Ideen usw. mehr als nur freuen
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Alt 17.12.2010, 16:01   # 2
Dipol
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Hallo Garrem, herzlich Willkommen im Forum!

Zitat:
Zitat von Garrem Beitrag anzeigen
ich bin gerade dabei für mich und meine Familie ein Eigenheim zu bauen. Auch wenn alles rasch voran geht, so steht der Fortschritt bei einem Thema: Fernsehen.
Dann hoffen wir mal, dass der Keller noch nicht fertig ist und die entscheidende Kleinigkeit einer Anschlussfahne an den Fundamenterder für die Antennenerdung nicht bereits versäumt wurde.
Zitat:
Zitat von Garrem Beitrag anzeigen
Mein Problem nun:
Ich habe 2-4 Fernseher (Kinder sind noch klein). Idealerweise sollte ich ein System haben, welches diese 2-4 Fernseher ohne Probleme unterstützt.
Das ist kein Problem, sondern ganz einfach zu lösen.
Zitat:
Zitat von Garrem Beitrag anzeigen
Bei Kabel war/ist das ja einfach: einfach via analog-Kabel Fernseher drann udn gut ist (4 Fernseher im Elternhaus).
Im Kabel erfolgt die Analogabschaltung zwar erst später, aber dann geht auch auf diesem Verbreitungsweg ohne einen externen oder im TV integrierten Digitalempfänger nichts mehr.
Zitat:
Zitat von Garrem Beitrag anzeigen
Frage: wo fange ich an? Welche Lösungen gibt es prinzipiell und welche wäre die idealste (Kosten bitte nicht astronomisch annehmen).
Schön wäre es natürlich auch, wenn der Empfänger (Schüssel) möglichst klein wäre. Somit wäre auch meine Frau happy.
Bis zu 4 TV-Gräte kann man über ein Quad-LNB versorgen. Für mehr Geräte wäre ein Quattro-LNB mit Multischalter vorzusehen.

Alle Anschlüsse sind sternförmig anzufahren. Wo Twin-Betrieb gewünscht wird ist auch gleich ein Twinkabel vorzusehen. Den Multischalter am besten im Hausübergaberaum mit den Netzwerkkomponenten (Single-Entry-Point) anordnen. Und wer es zukunftssicher haben will, sollte entweder ein Leerohr für Glasfaser- bzw. POF-Installation vorsehen, oder LWL gleich mit Ethernetkabeln verlegen.

Wenn du deinen Bedarf an Single- und Twin-Receivern festgelegt hast, gibt es noch Vorschläge zur Hardware.
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Alt 17.12.2010, 17:04   # 3
Isotrop
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Hier findest du Skizzen mit u.a. Leitungsplänen/Verkabelung etc
http://www.netzwelt.de/forum/sat-tec...ischalter.html
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Alt 17.12.2010, 20:14   # 4
King W.
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Zitat:
Zitat von Garrem Beitrag anzeigen
Ich möchte mir gerne eine gute Lösung ins Haus einbauen, habe aber leider null Ahnung von Sat und Co.
Die Entscheidung für eine "gute Lösung" ist schon mal nicht verkehrt. Gerade im Bereich SAT-Technik gilt die alte Binsenweisheit: Wer billig kauft, kauft doppelt - und ärgert sich hinterher.

Den wichtigsten Punkt hat Dipol bereits angesprochen - die Sicherheit. Die Antenne muß, zumindest bei Dachmontage, auf jeden Fall vernünftig geerdet werden und es ist ein Potentialausgleich vonnöten.

Zitat:
Bei meinen Eltern gibt es einen Kabelanschluss, der kostet ca. 150 € / Jahr. Ich gehe mal davon aus, dass ich mit Sat in relativ kurzer Zeit (wenige Jahre) billiger bin.
So ist es. In ca. 5 Jahren hat sich auch eine gute Anlage amortisiert. Die Receiver habe ich dabei außen vor gelassen, denn für Digitalempfang über Kabel brauchst du die ja auch.

Zitat:
Mein Problem nun:
Ich habe 2-4 Fernseher (Kinder sind noch klein). Idealerweise sollte ich ein System haben, welches diese 2-4 Fernseher ohne Probleme unterstützt.
An deiner Stelle würde ich mit etwas Reserve planen und überall dort, wo mal ein Fernseher stehen könnte, auch einen Anschluß vorsehen. Eine Anschlußdose, die man später nicht braucht, ist später weit weniger ärgerlich, als eine, die man gern hätte, die aber nicht da ist. Ins Wohnzimmer gehört auf jeden Fall eine Twin-Dose. Für die Anschlußkabel sind Leerrohre zu legen: Einmal, weil es Vorschrift ist und zum anderen weil dann mal ein Kabel ausgetauscht oder nachgezogen werden kann. Die Leerrohre sollten alle an einem zentralen Punkt enden. Von dort aus wird das Signal verteilt.

Zitat:
Bei Kabel war/ist das ja einfach: einfach via analog-Kabel Fernseher drann udn gut ist (4 Fernseher im Elternhaus).
Das geht bei SAT auch - mit Unicable. Für einen Neubau empfiehlt sich dieses System aber nicht.

Zitat:
Frage: wo fange ich an? Welche Lösungen gibt es prinzipiell und welche wäre die idealste (Kosten bitte nicht astronomisch annehmen).
Schön wäre es natürlich auch, wenn der Empfänger (Schüssel) möglichst klein wäre. Somit wäre auch meine Frau happy.
Am besten, mit der Erdleitung und der Leitung für den Potentialausgleich. Vom vorgesehenen Standort der Antenne aus bitte ein massives 16 mm² Kupferkabel (nicht mehrdrähtig!) zum Fundamenterder ziehen. Eine Außenverlegung, falls noch machbar, wäre optimal. Das Kabel darf nicht durch Räume geführt werden, die dauernd zu Wohnzwecken dienen.

Darüber hinaus ist noch ein Kabel mit 4mm² Querschnitt (oder dicker) als Potentialausgleich vorzusehen. Dieses Kabel wird, genau wie das Erdkabel, an der Antenne angeschlossen und führt dort hin, von wo aus die Verteilung der Signale vorgenommen wird.

Als Antenne kannst du die WISI OA 85 nehmen. Die Antenne ist robust und sieht gut aus. Allerdings "mogelt" WISI ein bißchen mit der Größenangabe. Die 85 cm sind bis zur Unterkante des Feedarms gemessen. Die eigentliche Schüssel ist kleiner.

Die Qualität stimmt bei dieser Antenne aber auf jeden Fall und die Empfangsleistung reicht für den Astra-Satellit voll und ganz aus. Ich denke, diese Antenne ist ein sehr guter Kompromiß zwischen Größe, Empfangsleistung, Langlebigkeit und Kaufpreis. Die Antenne ist auf der Internetseite von SEH nicht gelistet, kann aber auf telefonische Bestellung (02323/61887) geliefert werden. Sie kostet knapp 100€.

Beim LNB gibt es nicht viel Auswahl. Wenn man alle wesentlichen Kriterien zusammen nimmt (Robustheit, Langlebigkeit, Empfangsleistung, Stromverbrauch und Preis), beschränkt sich die Auswahl sogar nur noch auf 2 Anbieter: ALPS und den Rest. Für deine Zwecke wäre dieses LNB optimal, wenn du nicht ausschließen kannst, doch mal mehr als 4 Anschlüsse zu benötigen. Zusätzlich brauchst du dann noch einen Multischalter.

Bei diesem LNB ist ein 4er Multischalter bereits eingebaut. Das ist vom Preis her günstiger, als ein externer Multischalter, beschränkt dich aber auf 4 Anschlüsse (zwei brauchst du schon fürs Wohnzimmer!).

Mein Tip wäre, ein Quattro-LNB zu verwenden, in Verbindung mit einem guten Multischalter. Auch hier gibt es Qualitätsunterschiede. Der angegebene Multischalter ist zwar geringfügig teurer, als vergleichbare Konkurrenzprodukte, hat dafür aber auch ein paar wesentliche Vorteile:
  • Äußerst geringer Stromverbrauch - der Schalter benötigt kein eigenes Netzteil, sondern kommt mit dem Strom vom Receiver aus.
  • Sehr robustes Gehäuse aus Alu-Druckguß, welches perfekt vor Störungen aller Art abschirmt.
  • Hohe Teilnehmerentkopplung für einen sicheren und störungsfreien Empfang an allen Anschlüssen.
Mit 8 Ausgängen ist dieser Schalter für ein Einfamilienhaus ideal und bietet auch noch genügend Reserve.

Dann brauchst du noch gutes Kabel. Laß dich bitte nicht von Billig-Angeboten blenden. Oft wird, gerade auch von Billiganbietern, mit unrealistischen und unnötig hohen Schirmdämfungen geworben. Die Klasse A fängt bereits bei 85 dB Schirmdämpfung an und mehr wird in einem normalen Wohnhaus auch nicht gebraucht. Mit 110 dB liegt das angegebene Kabel weit darüber.

Solange die 85 dB erreicht werden, gibt es weit wichtigere Kriterien für ein gutes Kabel: Der Innenleiter sollte aus massivem Kupfer bestehen und das Abschirmgeflecht aus dem gleichen Material, blank oder verzinnt. Billiganbieter nehmen für den Innenleiter verkupferten Stahl und für das Abschirmgeflecht Alu. Das funktioniert zwar irgendwie, aber wehe, an das Kabel kommt Feuchtigkeit (z.B. bei der Verschraubung der Stecker mit dem LNB). Dann bildet sich ein galvanisches Element, ähnlich einer Batterie und der Innenleiter fängt an zu gammeln. Dann dauert es nicht mehr lange bis Empfangsstörungen auftreten.

Ein zweiter Punkt ist das Dielektrikum (die Innenisolierung). Bei gutem Kabel ist sie physikalisch geschäumt, durch Einblasen von Luft, bei weniger gutem Kabel wird die Schaumbildung chemisch hervorgerufen. Das erhöht im Laufe der Zeit die Signaldämpfung, indem sich das Dielektrikum verändert.

Ich denke, wegen 10 oder 20€ sollte man hier keine Kompromisse eingehen.

Wenn du dich jetzt noch für vernünftige Stecker entscheidest, hast du eigentlich alles, was man für eine perfekte Anlage braucht. Die vielfach verwendeten Schraubstecker funktionieren zwar, sind aber technisch nicht mehr up to date. Viel besser sind Kompressionsstecker, allerdings ist zur Montage Werkzeug erforderlich. Mit diesem Set kannst du ganz einfach absolut professionelle Kabelverbindungen herstellen. Nach getaner Arbeit schickst du das Set einfach wieder zurück, und bekommst den Kaufpreis erstattet, abzüglich der verbrauchten Stecker, versteht sich. Eine Leihgebühr wird nicht erhoben, der Kunde trägt nur die Portokosten für die Rücksendung.

Jetzt fehlen nur noch Antennensteckdosen. Die angegebenen Einsätze von Axing passen zu allen gängigen Schalterserien. Du müßtest nur noch einen passenden Abdeckrahmen besorgen.

Aus den angegebenen Komponenten entsteht eine Antennenanlage, die keine Wünsche mehr offen läßt und die dir viele Jahre ungetrübten Fernsehgenuß bieten wird.

Eine Sache fehlt aber noch: Die Befestigung. Einen herkömmlichen Mast aufzustellen, ist zwar immer noch möglich, aber nicht sehr günstig. Ein solcher Mast ragt in den Innenraum und behindert den Dachausbau. Außerdem bildet er bei isoliertem Dach eine unnötige Wärmebrücke.

Besser ist die Verwendung eines Dachsparrenhalters. Er wird einfach auf die Dachbalken geschraubt und bietet der Antenne sicheren Halt. Zusätzlich benötigst du noch eine Kunststoff-Dachpfanne, z.B. diese hier und eine Dichtmanschette. Falls du keine "Frankfurter Pfannen" hast, paßt die angegebene Dachpfanne nicht. Dann kann entweder eine Bleipfanne verwendet werden, oder du läßt dir von deinem Dachdecker eine passende Pfanne mit Mastdurchlaß geben.

Sonst fällt mir im Moment nichts mehr ein.

Schreib mal zurück, wie es weiter geht, es interessiert mich.
__________________
Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
Albert Einstein


Nokia? Nein danke!
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Alt 28.05.2012, 14:47 # --
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