Erdung des Sat-Mastes

Alt 14.12.2010, 17:37   # 1
Balu1
 
Registriert seit: 14.12.2010
Beiträge: 4
Hallo.

Ich benötige mal einen Expertenrat, was die Erdung einer Sat-Schüssel anbelangt.

Ich bin totaler Laie, was TV- und Sattechnik betrifft. Mit Hilfe der Beiträge in dem Forum habe ich es mittlerweile geschafft, mir die notwendigen Komponenten für eine Unicable-Lösung zusammenzukaufen. Der Dachsparrenhalter ist bereits montiert.

Der Mast steht mittig auf der westlichen Dachseite, knapp 2 Meter unter dem Dachfirst, unmittelbar oberhalb eines Gaubenausbaus. Zwischen Dachfirst und montierter Schlüssel ist noch circa 1 Meter Platz. Der Kamin ragt noch einen halben Meter übers Dach hinaus. Aufgrund baulicher Gegebenheiten waren keine Alternativen für die Montage des Mastes vorhanden.

Durch das Forum bin ich auf Thema Erdung gestoßen, über die ich mir zuvor keine Gedanken gemacht habe. Folgendes Problem:

Ich habe keine Ahnung, wo sich in dem Haus die Haupterdungsschiene befindet. Alle Kellerwände sind verkleidet, keine Rohre / Leitungen verlaufen offen, Pläne liegen mir nicht vor. Eine Verlegung des Erdungskabels durch das Haus ist zudem nicht möglich.

Um mit einem Erdungskabel vom Dach in den Garten zu gelangen, müsste ich am zuvor erwähnten Gaubenausbau und an einer überdachten Terrasse vorbei. Hier könnte dann auf der Grundstücksgrenze ein Profilerder gesetzt werden. Problem hierbei ist, dass ich wiederum keine Verbindung zu der Haupterdungsschiene des Hauses herstellen kann.

Folgende Fragen ergeben sich nun:
Muss man den Mast, der an dieser Stelle überhaupt erden?

Mach es Sinn einen Profilerder zu setzten, auch wenn man diesen nicht mit der Haupterdungsschiene verbinden kann.

Gibt es andere Alternativen den Mast zu erden? (Auch für Anregungen, die nicht der DIN entsprechen bin ich dankbar – Hauptsache die Schäden eines möglichen Blitzeinschlags wären minimiert).

Grüße.
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Alt 14.12.2010, 19:03   # 2
Dipol
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Beiträge: 4.147
Hallo Balu1, herzlich Willkommen im Forum!

Zitat:
Zitat von Balu1 Beitrag anzeigen
Muss man den Mast, der an dieser Stelle überhaupt erden?
Der Link zu Dehn ist dir vermutlich schon vertraut: http://dehn.de/newsletter/3_05/3_05_top3.pdf. Jede Dachantenne ist erdungspflichtig. Wie weit der First die Antenne überragt ist weder ein Normkriterium, noch bietet es einen hypothetischen Schutz. Erst > 2 Meter Abstand unterhalb der Dachkante entfällt die Erdungspflicht.
Zitat:
Zitat von Balu1 Beitrag anzeigen
Mach es Sinn einen Profilerder zu setzten, auch wenn man diesen nicht mit der Haupterdungsschiene verbinden kann.
Nein, nur eine normgerechte Ausführung macht Sinn, obwohl nicht auszuschließen ist, dass dies bei einem Direkteinschlag schadensmindernd wirken könnte.
  • Nach EN 60205 müssen Erder aus Edelstahl sein
  • Einen 2,5 Meter langen Profilstab bekommt man so wenig wie zwei 1,5 Meter lange Stäbe mit dem Bello normgerecht bis 0,5 Meter unter Grund.
  • Die meisten Schäden entstehen aber durch Einschläge in bis zu 1000 Meter Entfernung. Über getrennte Erdungspunkte fängt man sich unterschiedliches Potenzial ein.
Die Verbindung zum Schutzpotenzialausgleich muss ohne Wenn und Aber sein. Nur so kann auch der ebenfalls vorgeschriebene Potenzialausgleich der Kabel seine volle Schutzfunktion erfüllen.
Zitat:
Zitat von Balu1 Beitrag anzeigen
Gibt es andere Alternativen den Mast zu erden? (Auch für Anregungen, die nicht der DIN entsprechen bin ich dankbar – Hauptsache die Schäden eines möglichen Blitzeinschlags wären minimiert).
In den nationalen und internationalen Blitzschutzgremien sitzen Experten, die wissen was sinnvoll und erforderlich ist. Die haben bestimmt nicht das von dir erhoffte Patentrezept übersehen. Ich stelle keinen Freibrief aus, du musst aber bestimmt nicht lange suchen, bis du einen "Fachmann" findest, der grundsätzlich ohne Erdung und auch ohne Potenzialausgleich installiert.

Eine Empfehlung kann nur vor Ort von einer Elektrofachkraft gegeben werden, die sich in der EN 60728-11 und EN 62305 gut auskennt. Die sind aber nach meinen leidvollen Erfahrungen seeehr rar.

Normen sind -auch wenn sie einem nicht gefallen- einzuhalten. Falls tatsächlich ein Bestandsschutz nach altem Normenstand vorliegen sollte, entfällt dieser mit der Montage einer erdungspflichtigen Antenne. Wenn die Haupterdungsschiene unvernünftiger Weise unzugänglich verschalt wurde, muss sie eben wieder frei gelegt werden.
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Alt 14.12.2010, 19:15   # 3
Balu1
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Beiträge: 4
Hallo Dipol, herzlichen Dank für die promte Antwort.

Habe zwar Antworten in diese Richtung erwartet, aber gehofft, dass es eine Alternative gibt. Werde mir dann die Tage wohl meinen 'Bello' schnappen müssen und die Kellerwände so lange in einen schweizer Käse verwandeln, bis ich den Schutzpotenzialausgleich des Hausen gefunden habe und mir dann überlegen, wie ich mit einem Kabel dorthin komme

Grüße
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Alt 14.12.2010, 19:59   # 4
Balu1
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Ich nochmal.

Habe auf dem Dach noch eine weitere Stelle gefunden, von wo ich an den Kaminen und Sat-Schüsseln der Nachbarhäuser vorbeikommen könnte. Die Oberkante der Schüssel läge dann etwa 180cm unterhalb des Firstes, zwischen zwei Gauben - nicht optimal, aber besser als der bestehende Aufstellort.

Der Potenzialausgleich der Kabel ist übrigens kein Problem, da sich unmittelbar dort, wo die Kabel ins Haus kommen, ein Sicherungskasten befindet.

Grüße
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Alt 15.12.2010, 08:54   # 5
Dipol
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Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von Balu1 Beitrag anzeigen
Der Potenzialausgleich der Kabel ist übrigens kein Problem, da sich unmittelbar dort, wo die Kabel ins Haus kommen, ein Sicherungskasten befindet.
Womit das Problem nicht gelöst ist!
Zitat:
Zitat von TAB 2007
Ergänzungen Seite 24: http://www.enercity-netz.de/include/...kl_TAB2007.pdf

12 Auswahl von Schutzmaßnahmen
(1) Der Netzbetreiber erteilt Auskunft über das vorhandene Netzsystem.
(2) In Neubauten wird ein Fundamenterder nach DIN 18014 eingebaut.
(3) Der PEN-Leiter bzw. Neutralleiter (N) darf nicht als Erdungsleiter für Schutz- und Funktionszwecke von Erzeugungsanlagen, Antennenanlagen und Blitzschutzanlagen verwendet werden.
Hier erfährst du, was man sich bei PA-Anschluss am PEN für knackige Störungen einhandeln kann.
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Alt 15.12.2010, 09:06   # 6
Balu1
Threadstarter
 
Registriert seit: 14.12.2010
Beiträge: 4
Überzeugt! Das mit dem 'irgendwie schon selbst hinkriegen und ein paar Euro sparen' wird wohl nichts . Dann werde ich mich wohl mal auf die Suche nach einem Fachmann begeben.

Nochmal recht vielen Dank für die gute und schnelle Hilfe.

Grüße.
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Alt 15.12.2010, 12:07   # 7
Dipol
Team SAT-Technik
 
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Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von Balu1 Beitrag anzeigen
Überzeugt! Das mit dem 'irgendwie schon selbst hinkriegen und ein paar Euro sparen' wird wohl nichts . Dann werde ich mich wohl mal auf die Suche nach einem Fachmann begeben.
Ein löblicher Vorsatz. Es wird aber nicht ausbleiben, dass du bei der Fachmannsuche auch auf Vertreter der Gilde stößt, die von der Norm weniger Ahnung als unsere Forenteilnehmer haben.

Testfrage für die Grobauswahl der Installateure: Welcher 16 mm² Cu-Draht wird für die Erdung verwendet?
  • A) Einzelmassivdraht
  • B) Auch mehrdrähtig aber nicht feindrähtig
Kandidaten die mit B antworten, kannst du gleich wieder weg schicken.
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Alt 28.05.2012, 14:46 # --
News Flash
 
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