| | # 4 |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 27.08.2010
Beiträge: 1.289
| Klingt unlogisch, ist aber so Du stellst am analogen Receiver die richtige Frequenz ein, z.B. eben die 10714 H Auf dieser Frequenz sendet abwechselnd KI.KA (von 06-21 Uhr) und AstroTV (von 21-06Uhr), dies wird vom Satellit so ausgestrahlt. Du hast keinen Einfluss darauf, du brauchst hier auch nichts umstellen Beim analogen Empfang ist es so, dass eine Frequenz/ein Transponder in der Regel auch nur einen Sender beheimatet Beim digitalen Empfang ist es dagegen so, dass meist mehrere Sender auf nur einer Frequenz/auf einem Transponder übertragen werden. Man erhält nach einem manuellen Suchlauf auf einer digital belegten Frequenz mit einem Digitalen Satreceiver normal ein ganzes Programmpaket mit mehreren Sendern
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| | # 6 |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 27.08.2010
Beiträge: 1.289
| Wenn man z.B. auf diese Seite klickt: Astra 1H/1KR/1L/1M at 19.2°E - LyngSat wären die "analogen" Transponder alle mit der Farbe weiss hinterlegt Man sieht dort auch, dass zumeist nur ein Sender auf der jeweiligen Frequenz sendet im Format "PAL" - Die Tonoption liegt meist bei 7.02 bzw 7.20, dies wäre beim analogen Receiver manuell einzustellen, wenn der Ton verrauscht ist bzw gar kein Ton empfangbar ist etc Beim digitalen Receiver macht man entweder einen automatischen kompletten Suchlauf über eine vorgegebenen Sat Position (z.B. 19.2°E), dazu am besten die Netzwerksuche mit aktivieren, falls der Receiver dies unterstützt Oder man sucht anhand der vorgegebenen Parameter manuell gezielt bestimmte Transponder ab. Hier ist es so wie beschrieben, der digitale Receiver findet dann in der Regel das komplette Paket bzw alle Sender die auf der jeweiligen Frequenz als Paket ausgestrahlt werden Auch um den "richtigen" Ton braucht man sich in der Regel nicht zu kümmern. Der digitale Receiver "entschachtelt" quasi das "verschachtelte" Programmpaket anhand von Daten, die mit im digitalen Signal gesendet werden. So weiss der Receiver, welcher Ton zu welchem Bild gehört und welchem Sender das Ganze zuzuordnen ist
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| | # 7 | |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
| Zitat:
Ich will es mal vereinfacht erklären: Stelle dir vor, es soll ein Landschaftsbild übertragen werden, mit blauem Himmel. Der Fernseher soll die oberste Bildzeile erzeugen. Bei einer Analogübertragung wird der Elektronenstrahl, der das Bild erzeugt, vom Sender aus geführt. Pixel für Pixel wird übertragen, bis die erste Zeile fertig ist. Dabei darf die Übertragung nirgendwo gestört oder unterbrochen sein, jede Störung wird sofort auf dem Bildschirm in Form kleiner weißer oder schwarzer "Fischchen" sichtbar. Ob in der Zeile zufällig alle Bildpunkte einfarbig blau sind, oder nicht, spielt hingegen keine Rolle. Bei der Bildübertragung auf digitalem Weg können bestimmte Bilddaten näherungsweise ohne Qualitätsverlust weggelassen werden. In obigem Beispiel bekommt der Receiver einfach die Instruktion: 702 mal blau - jetzt mach mal alleine! Feinste Helligkeits- und Farbnuancen bleiben dabei aber auf der Strecke. Es können natürlich, genau wie beim analogen Verfahren, auf dem Übertragungsweg Störungen auftreten, so daß dem Receiver nicht mehr die volle Bildinformation zur Verfügung steht. Damit es auch in diesem Fall nicht zu einem gestörten Bild kommt, werden mehr Informationen übertragen, als eigentlich nötig sind. Aus den zusätzlichen Informationen (der Redundanz) kann der Receiver, in gewissen Grenzen natürlich, mittels eines trickreichen Verfahrens (Viterbi-Algorithmus) den ursprünglichen Bildinhalt wiederherstellen. Der Viterbi-Algorithmus selbst basiert auf dem Hidden Markov-Modell, einem statistischen Verfahren, und ermöglicht es, bei einer gestörten Übertragung den wahrscheinlichsten Wert (Bildpunkt) zu ermitteln. Dieser wird dann angezeigt. Da bei der digitalen Übertragung, ohne daß es zu deutlicher Qualitätseinbuße kommt, nur ca 10 - 15% der Datenmenge wie bei der analogen Übertragung gesendet werden muß, ist der Transponder mit einem digitalen Bild total unterfordert. Im obigen Beispiel sei gerade die Instruktion "702 mal Blau" gesendet worden, die der Receiver nun abarbeiten muß. Der Aufbau der Bildzeile dauert 52µs. Das hört sich wenig an, ist aber in der heutigen Technik, wo in Nanosekunden gerechnet wird, schon recht lange. Zur Info: 52 µs = 52.000 ns. Der Transponder hat also zwischen zwei Bildzeilen noch jede Menge Zeit. Die kann er nutzen, um andere Signale, z.B. das Bild eines anderen Senders zu übertragen. Nun entsteht beinahe zwangsläufig die Notwendigkeit, die Signale den einzelnen Bildern zuzuordnen. Das könnte man z.B. statisch machen, so daß jedem Programm eine bestimmte Zeitscheibe zugeordnet wird. Der Receiver müßte sich dann nur einmal synchronisieren und würde dann nur "seine" Daten auswerten. Das funktioniert zwar, macht allerdings wenig Sinn. Der Grund liegt im Datenbedarf einzelner Sendungen. Beispiel Nachrichten: Der Hintergrund ist konstant und bewegt sich nicht, lediglich der Mund des Nachrichtensprechers ist in Aktion. Bestenfalls wird mal ein neues Blatt Papier zur Hand genommen. Eine solche Sendung kommt mit einem vergleichsweise geringen Datenvolumen aus. Anders z.B. ein Fußballspiel. Hier ändern sich die Bildinhalte ziemlich rasant, das Datenaufkommen ist hoch. Aus diesem Grund nutzt man den Transponder viel besser aus, wenn man die Kapazität je nach Bedarf verteilt. Das geht eigentlich ganz einfach: Vor den Daten wird eine Kennzahl gesendet, die PID (Nein, es handelt sich nicht um Präimplantationsdiagnostik ). PID steht in diesem Fall für "Packet Identifier", also eine Identifikationszahl, anhand derer der Receiver erkennen kann, ob das ankommende Datenpaket "seinen" Sender betrifft. Wenn nein, wird es einfach ignoriert, wenn ja, wird es verarbeitet. Auf diese Weise ist es möglich, mehrere Sender auf einem Transponder unterzubringen, ohne daß sie sich gegenseitig in die Quere kommen. Der einzige Grund für die Einführung der Digitaltechnik ist übrigens hier zu finden: Die Möglichkeit, einen Transponder mit mehreren Sendern gleichzeitig belegen zu können - bei entsprechend reduziertem Datenvolumen. In der Werbung heißt es natürlich anders: "Überragende Bildqualität, Brillianter Ton, kleinere SAT-Schüssel usw." Die Werbe-Fuzzis nehmen es da nicht so genau - im Gegenteil: Es wird gelogen, was das Zeug hält, nur um dem Kunden die Digitaltechnik schmackhaft zu machen. Wer die Möglichkeit hat, möge mal ein (normales, ich rede nicht von HD) Digitalbild mit einem guten Analogbild vergleichen. Bei mehr oder minder statischen Bildern ist der Unterschied nicht sehr groß, aber betrachtet mal den Rasen bei einem Fußballspiel - und dann entscheidet, was besser ist. Nach meiner Meinung ist der Vorteil der Digitaltechnik hauptsächlich in den Geldbörsen der daran beteiligten Firmen zu suchen. Der Unterschied ist ungefähr genau so, wie zwischen einem Kathrein UAS-LNB, 100€ teuer, mit 0,8 dB Rauschzahl und einem LNB aus einer China-Bastelbude mit 0,1 dB Rauschzahl und für einen Zehner an jeder Ecke zu haben. Na klar, letzteres ist besser, es rauscht ja weniger. :vogel: Aber die Zeit läßt sich nicht zurückdrehen. Wir werden auch weiterhin mit dem "besseren", weil billigerem Verfahren leben müssen. "Alea iacta est", würden die alten Römer sagen. Sorry, den kleinen Seitenhieb auf die technische Entwicklung konnte ich mir jetzt nicht verkneifen, das mußte mal raus. Ich hoffe, jetzt keinem Digital-Freak auf den Schlips getreten zu haben.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! | |
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| | # 9 |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 27.08.2010
Beiträge: 1.289
| Man hat bei einem analogen Transponder, z.B. TP36 von Astra 19.2 auf 11009MHz Vertikal, eine Bandbreite von ca 27MHz Diese Bandbreite steht sowohl dem TV Bild Signal, als auch mehreren analogen oder digitalen Unterträgern zur Verfügung Dieses Übertragungskapazität wird verwendet, um den Fernseh Ton des TV Signals oder auch Radio und Datendienste zu übertragen. Beim TV Ton in Mono über einen, bei Stereo Ton über zwei Unterträger, wobei die Bandbreite ca. 130kHz umfasst Blöd gesagt, ein digitaler Receiver "weiss", welches Bild zu welchem Ton gehört (und andersrum). Einem analogen Receiver muss man dies durch manuelles Einstellen/Speichern "beibringen"
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). PID steht in diesem Fall für "Packet Identifier", also eine Identifikationszahl, anhand derer der Receiver erkennen kann, ob das ankommende Datenpaket "seinen" Sender betrifft. Wenn nein, wird es einfach ignoriert, wenn ja, wird es verarbeitet.