Ich habe eine Sat-Empfangsanlage für die Satelliten Astra und Eutelsat Hotbird. Die Verteilung innerhalb des Hauses erfolgt über Kompakt-Multiswitche der Fa. Spaun (Grundgerät: SMS 9940 NF, Kaskade: SMS 9960 F). Alle Ausgänge sind belegt, so dass mir insgesamt 10 Stammleitungen zur Verfügung stehen. Ich habe auch schon vorausschauend geplant und in drei Räumen des Hauses zwei Sat-Anschlüsse installiert. Wie das im Leben so ist, sollen jetzt in zwei Räumen mit nur einem Sat-Anschluss Twin-Receiver betrieben werden. Um die Sache rund zu machen, habe ich mir überlegt, die vier einzelnen Stammleitungen an einen Einkabel-Multischalter anzuschließen, um damit in allen Räumen beliebige Receiver (Single oder Twin) anschließen zu können. Für die Räume, die an den Einkabel-Multischalter angeschlossen sind würde es mir reichen, wenn ich dort nur Astra empfangen könnte. Spaun bietet einen Einkabel-Multischalter an (SUS 5581/33 NF), an dem entweder 1 x 8 oder 3 x 3 Sat-Receiver betrieben werden können. Was mir an diesem Einkabel-Multischalter missfällt ist die Tatsache, dass die bei dem einen Anschluss zur Verfügung stehenden acht Frequenzen auf die drei Anschlüsse verteilt und um eine zusätzliche Frequenz ergänzt werden. Andere Hersteller ordnen den einzelnen Anschlüssen jeweils die niedrigen Frequenzen zu, was sich ja bei der Leitungslänge positiv auswirkt.
Jetzt zu meinen Fragen:
Kann ich an den vier Ausgängen (Astra Sat-ZF) der Spaun SMS 9960 einen beliebigen Einkabel-Multischalter anschließen?
Kann oder muss dies eine Kaskaden sein? Wenn ja, von wo erhält diese die Stromversorgung?
Kann oder muss dies ein Grundgerät sein? Stören sich die Spannungen innerhalb des Systems oder kann es gar zur Zerstörung des Quattro-LNB kommen?
Eine andere Möglichkeit sehe ich darin, in die Kabel zwischen dem Quattro-LNB für Astra und dem Multischalter jeweils einen Zweifachverteiler einzubauen, der die Sat-ZF auf den Spaun Kompakt-Multiswitch und den Einkabel-Multischalter verteilt für die terrestrische Antenne gilt das gleiche.
Bei dem Einkabel-Multischalter habe ich an den Technisat TechniRouter 5/2x4 G gedacht; wie gehe ich hier mit der Stromversorgung für den Quattro-LNB um?
Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.
Gruß
BoscoM
08.11.2010, 20:09
#
2
Dipol
Team SAT-Technik
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Beiträge: 4.144
Hallo BoscoM, herzlich Willkommen im Forum!
Zitat:
Zitat von BoscoM
Um die Sache rund zu machen, habe ich mir überlegt, die vier einzelnen Stammleitungen an einen Einkabel-Multischalter anzuschließen, um damit in allen Räumen beliebige Receiver (Single oder Twin) anschließen zu können.
UniCable birgt einige üble Tücken, daher sollte man niemals mehr Receiver zusammen schalten als unbedingt nötig.
Zitat:
Zitat von BoscoM
Für die Räume, die an den Einkabel-Multischalter angeschlossen sind würde es mir reichen, wenn ich dort nur Astra empfangen könnte. Spaun bietet einen Einkabel-Multischalter an (SUS 5581/33 NF), an dem entweder 1 x 8 oder 3 x 3 Sat-Receiver betrieben werden können. Was mir an diesem Einkabel-Multischalter missfällt ist die Tatsache, dass die bei dem einen Anschluss zur Verfügung stehenden acht Frequenzen auf die drei Anschlüsse verteilt und um eine zusätzliche Frequenz ergänzt werden. Andere Hersteller ordnen den einzelnen Anschlüssen jeweils die niedrigen Frequenzen zu, was sich ja bei der Leitungslänge positiv auswirkt.
Womit du bereits die konzeptionelle Achillesferse des SUS 5581/33 NF aufgezeigt hast. Bei dieser Kombination sind eben die Userbänke durch die Filter der 8er-Variante festgelegt und können im 3 x 3-Modus nicht geändert werden.
Zitat:
Zitat von BoscoM
Kann ich an den vier Ausgängen (Astra Sat-ZF) der Spaun SMS 9960 einen beliebigen Einkabel-Multischalter anschließen?
Kann oder muss dies eine Kaskaden sein? Wenn ja, von wo erhält diese die Stromversorgung?
Kann oder muss dies ein Grundgerät sein? Stören sich die Spannungen innerhalb des Systems oder kann es gar zur Zerstörung des Quattro-LNB kommen?
Multischalter mit einem Basisgerät sind wegen der unterschiedlichen Auskoppeldämpfungen/Pegel nur schwer mit Stand-alone-Typen zu kombinieren. SPAUN hat auch bei den eigenen Multischaltern unterschiedliche Konzepte bezüglich Stromversorgung, Standby und Wakeup.
ACHTUNG: Die SPAUN Multischalterserie mit Endnummer 0 führt auf dem terrestrischen Stamm Speisespannung für Linienverstärker! Die darf man auch nicht so ohne weiters mit anderen SPAUN-Multischaltern kombinieren. Bei Kaskadierung muss ein DC-Trennglied eingesetzt werden.
Ob die Komponenten bezüglich Standby und Wake-up harmonieren ist noch fraglich.
Zitat:
Zitat von BoscoM
4. Eine andere Möglichkeit sehe ich darin, in die Kabel zwischen dem Quattro-LNB für Astra und dem Multischalter jeweils einen Zweifachverteiler einzubauen, der die Sat-ZF auf den Spaun Kompakt-Multiswitch und den Einkabel-Multischalter verteilt – für die terrestrische Antenne gilt das gleiche.
5. Bei dem Einkabel-Multischalter habe ich an den Technisat TechniRouter 5/2x4 G gedacht; wie gehe ich hier mit der Stromversorgung für den Quattro-LNB um?
Mit Mehrfachsplitter kein Problem, vor einer Kaskadierung muss die Standby-/Wake-up-Kompatibilität geklärt sein.
Für betriebssicheren kleinzelligen Aufbau bieten sich die brandneuen TechniRouter Mini 2/1X2 und die ebenso jungfräuliche JULTEC-Matrix JRS0504-2A mit jeweils zwei Routern/Kabel an.
Ich denke der TechniRouter Mini 2/1X2 ist für meinen Anlagenaufbau nicht geeignet. Man benötigt nämlich für eine Ableitung zwei Multischalter-Ausgänge; mir fehlen dann zwei Ableitungen.
Die JULTEC-Matrix JRS0504-2A entspricht genau meinen Vorstellungen. Wenn ich keine Erweiterung plane müsste doch auch die JRS0504-2T zu verwenden sein. Wie verhindere ich, dass der Quattro-LNB gleichzeitig von dem Spaun Kompakt-Multiswitch und über die JULTEC-Matrix mit Strom versorgt wird.
Was verstehtst du unter einem Mehrfachsplitter?
Gruß
BoscoM
08.11.2010, 21:41
#
4
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.144
Zitat:
Zitat von BoscoM
Ich denke der TechniRouter Mini 2/1X2 ist für meinen Anlagenaufbau nicht geeignet. Man benötigt nämlich für eine Ableitung zwei Multischalter-Ausgänge; mir fehlen dann zwei Ableitungen.
Bingo, womit du völlig recht hast!
Zitat:
Zitat von BoscoM
Die JULTEC-Matrix JRS0504-2A entspricht genau meinen Vorstellungen. Wenn ich keine Erweiterung plane müsste doch auch die JRS0504-2T zu verwenden sein.
Auch richtig, nur ist die noch nicht lieferbar.
Zitat:
Zitat von BoscoM
Wie verhindere ich, dass der Quattro-LNB gleichzeitig von dem Spaun Kompakt-Multiswitch und über die JULTEC-Matrix mit Strom versorgt wird.
Gar nicht! Bis die SPAUN-Schalter im Standby sind, übernimmt die etwas höhere Spannung die LNB-Speisung, das hat keinerlei Nachteile.
Zitat:
Zitat von BoscoM
Was verstehtst du unter einem Mehrfachsplitter?
Zum Beispiel einen SPAUN VTS 525. Die Durchgangsdämpfung verschlechtert allerdings die Entkopplung zur Sat.-Position B, im Extremfall müssen in deren Zuleitungen entsprechende Festdämpfungsglieder eingesetzt werden.
08.11.2010, 23:24
#
5
BoscoM
Threadstarter
Registriert seit: 23.10.2010
Beiträge: 3
Hallo Dipol,
die Verteildämpfung des Spaun VTS 525 beträgt laut Datenblatt 4,5 (5,0) dB; der Spaun SMS 9940 NF hat pro Sat-ZF-Paar einen Synchronregler von 0 bis -10 dB. Damit kann ich doch die Zuleitungen der Sat.-Position B entsprechend dämpfen.
Gruß
BoscoM
09.11.2010, 00:00
#
6
King W.
Team SAT-Technik
Registriert seit: 01.01.2006
Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
Als Splitter zwischen LNB und Multischalter bzw. Router kannst du auch 4 oder (bei terrestrischer Einspeisung) 5 einzelne Splitter verwenden. Mit den angegebenen FTE-Splittern habe ich gute Erfahrungen gemacht. Die eingebauten Dioden lassen nur einen Stromfluß vom Schalter zum LNB zu, verhindern aber, daß sich die Schalter gegenseitig beeinflussen.
Bei Jultec gibt es im Moment leider ein paar Lieferschwierigkeiten. SEH ist Jultec-Händler. Am Besten, du rufst mal dort an (02323/61887) und fragst, wie die aktuelle Liefersituation ist. Wenn du die JRS0504-2T nicht bekommen kannst, nimm einfach die JRS0504-2A. Die kannst du mittels 5 Widerständen selbst terminieren. Vorteil: Wenn du dich entscheidest, doch noch einmal zu erweitern, entfernst du die Widerstände und dir stehen dann die 4 Stammleitungen zur Verfügung.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein
Nokia? Nein danke!
09.11.2010, 09:07
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7
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.144
Zitat:
Zitat von BoscoM
die Verteildämpfung des Spaun VTS 525 beträgt laut Datenblatt 4,5 (5,0) dB; der Spaun SMS 9940 NF hat pro Sat-ZF-Paar einen Synchronregler von 0 bis -10 dB. Damit kann ich doch die Zuleitungen der Sat.-Position B entsprechend dämpfen.
Na logo, wer einen Spektrumsanalyzer zur Verfügung hat kann auch LNB-Pegeldifferenzen mit den Stellgliedern austarieren. Mit einem 3 oder 6 dB Festdämpfungsglied erreicht man nur einen Kompromiss, der Vorschlag war nicht für Profis mit Profi-Equipment gedacht.
Nur gerät die Reglereinstellung schon mit einem Pegelmessgerät ohne Spektrumsdarstellung und noch mehr nach der Signalstärkenanzeige eines Receivers zum Glücksspiel. Selbst Schalter renommierter Hersteller liegen in der Ebenenentkopplung noch unter den 28 dB Port to Port Entkopplung nach ASTRA-Specs (Norm zwischen den Teilnehmeranschlüssen 30 dB), durch Reglerverstellung kann man auch mehr verschlechtern als verbessern.