Mach uns mal Sat, sagte er...

Alt 20.10.2010, 15:52   # 1
|Omicron|
 
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Moin moin. Kürzlich hat sich die Familie die Röhre in Rente geschickt und einen schönen großen Flachbildfernseher ins Wohnzimmer gestellt. Endlich HD-Kanäle empfangen - gut, nur die öffentlich-rechtlichen, aber das ist ja schon mal ordentlich.

Doof nur, dass die alte UnityMedia-Settopbox mit HD nix anfangen kann - man muss diese Kanäle also über den im Fernseher integrierten DVB-C Tuner ansteuern. Und bei diesem wiederrum bleiben bestimmte Sender (RTL etc.) schwarz, weil die Karte zum Entschlüsseln fehlt.

Unschuldig wie wir sind, haben wir bei UnityMedia nachgefragt, wie wir denn die Karte am besten in den Fernseher kriegen. Ergebnis: nicht nur in ein 90€ CAM-Modul investieren, sondern auch noch 30% Aufpreis auf die Monatsgebühr, damit man uns eine passende Karte zur Verfügung stellen könne, denn die die wir haben funktioniert angeblich nicht. Oder gleich 40% Aufpreis, wenn wir uns ne neue Settopbox liefern lassen...

Wie das Gespräch genau geendet hat, kann ich nicht sagen, aber mein Vater muss wohl furchtbar sauer gewesen sein. Zumindest stand er später am Abend bei mir, erklärte dass das Kabelfernsehen zum Jahresende gekündigt ist, und ich doch bitte dafür sorgen soll, das wir Satellitenfernsehen bei uns zum laufen kriegen.

Äh was wie wer? Ich bin zwar der Computerspezi der Familie, aber mit Fernsehtechnik hab ich also wirklich überhaupt nichts am Hut! Google führte mich dann schließlich hierher ins Forum. Ich hab auch schon einige Threads zu dem Thema durchgelesen; leider muss ich gestehen, dass das meine Verwirrung nur noch vergrößert hat. Offenbar ist so etwas weit aufwendiger und hängt von viel mehr Faktoren ab, als wir gedacht haben! Und dann erst die ganzen Abkürzungen...


Dementsprechend muss ich nun leider darum bitten, mich etwas an die Hand zu nehmen, und mir ganz genau zu sagen, was für Infos ihr von mir braucht, um mir überhaupt weiterhelfen zu können.

Soviel kann ich schonmal vorweg mitgeben:
- Freistehendes Einfamilienhaus, 3 Stockwerke plus Speicher plus Keller
- Steht am Nordhang eines Hügels (etwas steil, daher die vielen Stockwerke)
- Jeweils ein Fernseher stehen im Erdgeschoss (mittleres der drei Stockwerke) und im Stockwerk darüber
- Es muss zumindest an einem der beiden Geräte die Möglichkeit geben, Sendungen aufzunehmen; idealerweise im Erdgeschoss
- Der neue LCD-TV hat leider keinen integrierten DVB-S2 Tuner, da wir nicht erwartet haben, einen zu benötigen
- Kabelanschluss kommt im Stockwerk unter dem Erdgeschoss an, weitere Details der Verkabelung müsste ich erst noch auf eure Bitte hin herausfinden
- Wir haben nicht vor, irgendwelche kostenpflichtigen Sender zu abonnieren, solange zumindest die 20-30 Programme, die wir momentan regelmäßig verwenden, alle zu Empfangen sind


Ich hoffe, ich mach euch nicht allzu viel Mühe
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Alt 20.10.2010, 20:23   # 2
Dipol
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Hallo Omicron, herzlich Willkommen im Forum!

Zitat:
Zitat von |Omicron| Beitrag anzeigen
- Jeweils ein Fernseher stehen im Erdgeschoss (mittleres der drei Stockwerke) und im Stockwerk darüber
- Es muss zumindest an einem der beiden Geräte die Möglichkeit geben, Sendungen aufzunehmen; idealerweise im Erdgeschoss
Um dir helfen zu können benötigen wir genauere Angaben zur Leitungsstruktur.

Wie sieht die Leitungsstruktur aus und wie viele Steckdosen hängen an jedem Strang?
Muss die Antenne auf dem Dach oder kann sie auch im nicht erdungspflichtigen Schutzbereich der Fassade montiert werden?
Hat das Haus einen Fundamenterder und Schutzpotenzialausgleich?

Manchmal sagen auch Bilder mehr als Worte.
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Alt 20.10.2010, 23:53   # 3
|Omicron|
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Da geht's schon los - was ist denn der "nicht erdungspflichtige Schutzbereich der Fassade" überhaupt?

Das Dach ist übrigens relativ gut zugänglich, wegen großem Dachfenster mit Ausstieg und auf dem Dach montierten Stufen. In einem Verschlag auf dem Speicher kommen auch einige Kabelschächte an, die direkt ins unterste Stockwerk führen. Was allerdings schon eine ziemliche Strecke ist.

Den Rest liefere ich sobald ich die Verkabelung aufdröseln konnte.
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Alt 20.10.2010, 23:58   # 4
Dipol
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Zitat:
Zitat von |Omicron| Beitrag anzeigen
Da geht's schon los - was ist denn der "nicht erdungspflichtige Schutzbereich der Fassade" überhaupt?
Nach EN 60728-11 ist eine Antenne erdungspflichtig, wenn der Abstand zur Dachkante nicht mindestens 2 Meter beträgt und die Ausladung 1,5 Meter überschreitet.

Die Masterdung muss auf dem kürzestmöglichen Weg mit mindestens 16 mm² Cu-Volldraht an die Haupterdungsschiene des Schutzpotenzialausgleichs erfolgen.

Siehe Thread Erdung und Potenzialausgleich.
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Alt 22.10.2010, 21:39   # 5
|Omicron|
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Okay: Für die Antenne ist Platz auf dem Dach, da gibts noch die alte Halterung der ehemaligen Funkantenne (lang lang ist's her), die sollte zweckentfremdbar sein

Mit den Kabeln ist es schwieriger. Das Haus hat einen alten Teil (30+ Jahre) und einen neuen Anbau (14 Jahre), beide etwa gleich Größe. Nun gibt es Dosen im alten Teil mit alter Verkabelung, Dosen im alten Teil mit neuer Verkabelung, und Dosen im neuen Teil mit neuer Verkabelung - je nach Raum auch mal gemischt, und insgesamt wahrscheinlich fast 20 Dosen im Haus...

Um's kurz zu machen: wir bitten den Elektriker, der vor 14 Jahren den Neubau verkabelt hat (die Blaupausen haben wir auch noch), sich das mal anzuschauen. Gibt es was bestimmtes, was ich fragen soll, wenn er dann schon mal da ist? Ich nehme mal an, neben der Anzahl Dosen pro Strang ist auch noch die Kabelgüte und die Länge wichtig?
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Alt 22.10.2010, 21:46   # 6
Dipol
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Zitat:
Zitat von |Omicron| Beitrag anzeigen
Gibt es was bestimmtes, was ich fragen soll, wenn er dann schon mal da ist? Ich nehme mal an, neben der Anzahl Dosen pro Strang ist auch noch die Kabelgüte und die Länge wichtig?
Paradebeispiel einer korrekten Selbstantwort.
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Alt 22.10.2010, 22:03   # 7
|Omicron|
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Wunderbar

Dann mal zu einem Thema, zu dem ich garantiert keine Selbstantwort geben kann:

Wenn wir dann mal das Sat-Signal auf den Koax-Leitungen haben, wie krieg ich einen analogen Röhrenfernseher, einen digitalen FullHD-LCD TV und einen VHS-Recorder dazu, das Signal in bestmöglicher Weise aufzunehmen?

Klar brauch ich für HDTV einen Receiver (was nehm ich denn da am besten?), aber brauch ich für die alte Röhre auch einen? Und kann ich einfach den VHS-Recorder (via SCART angeschlossen) so wie er ist weiterverwenden? Ich hab irgendwo hier in nem Thread im Nebensatz gelesen, das ist mit dem Aufnehmen nicht so einfach bei Sat...?

(Wir sind auch einem Festplattenrecorder nicht unaufgeschlossen, aber da wir eigentlich nie was größeres aufnehmen - eine einzige VHS-Kasette, die immer wieder überspielt wird, reicht seit Jahren schon aus - ist die Option, den alten Recorder weiterzuverwenden, auch ne Überlegung wert)
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Alt 22.10.2010, 22:37   # 8
Dipol
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Zitat:
Zitat von |Omicron| Beitrag anzeigen
Klar brauch ich für HDTV einen Receiver (was nehm ich denn da am besten?), aber brauch ich für die alte Röhre auch einen?
HDTV macht nur an einem Empfänger mit HDMI-Anschluss Sinn.
Zitat:
Zitat von |Omicron| Beitrag anzeigen
Und kann ich einfach den VHS-Recorder (via SCART angeschlossen) so wie er ist weiterverwenden? Ich hab irgendwo hier in nem Thread im Nebensatz gelesen, das ist mit dem Aufnehmen nicht so einfach bei Sat...?
Das ist kein Problem, wenn man gleichzeitig ein Programm ansehen und gleichzeitig ein anders aufnehmen will, braucht man einen Twin-Receiver. Aufnehmen ist mit einem Twin-Receiver mit Festplatte einfacher zu programmieren. Bei einem VHS-Recorder muss dessen Timer nochmals programmiert werden.
Zitat:
Zitat von |Omicron| Beitrag anzeigen
(Wir sind auch einem Festplattenrecorder nicht unaufgeschlossen, aber da wir eigentlich nie was größeres aufnehmen - eine einzige VHS-Kasette, die immer wieder überspielt wird, reicht seit Jahren schon aus - ist die Option, den alten Recorder weiterzuverwenden, auch ne Überlegung wert)
Nur Masochisten schauen sich auf großen Flats analoge PAL-Signale an. VHS hat eine noch schlechtere Bildqualität, das sollte man sich in Kombination mit einem Flachbildschirm nicht antun. Der Gipfel der Sinnlosigkeit wäre HDTV-Signale auf den VHS-Recorder zu überspielen.

Offenbar ist noch nicht bewusst geworden, dass VHS ein sterbendes Medium ist. Wer seine VHS-Bänder nicht rechtzeitig digitalisiert bekommt in absehbarer Zeit ein Problem.
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Alt 22.10.2010, 23:24   # 9
|Omicron|
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Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
HDTV macht nur an einem Empfänger mit HDMI-Anschluss Sinn.
Der Röhrenmonitor soll und kann ja auch kein HDTV zeigen, sondern nur ein irgendwie geartetes Bild darstellen (wird das Ersatzgerät im Gästezimmer). Ich will nur wissen ob ich dafür einfach das Kabel von der Dose hinten reinstöpsel, oder ob ich dem irgendein Gerät vorschalten muss damit der Fernseher was mit dem Sat-Signal anfangen kann.

Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
Nur Masochisten schauen sich auf großen Flats analoge PAL-Signale an. VHS hat eine noch schlechtere Bildqualität, das sollte man sich in Kombination mit einem Flachbildschirm nicht antun. Der Gipfel der Sinnlosigkeit wäre HDTV-Signale auf den VHS-Recorder zu überspielen.

Offenbar ist noch nicht bewusst geworden, dass VHS ein sterbendes Medium ist. Wer seine VHS-Bänder nicht rechtzeitig digitalisiert bekommt in absehbarer Zeit ein Problem.
Huch, nicht böse werden, ich sag's nur wie es ist... der neue Fernseher ist kaum eine Woche alt, und der Alte hat (samt VHS) über 20 Jahre gehalten. Da musst du meinen Eltern schon ein wenig mehr Umgewöhnungszeit geben. Die sind schon glücklich wenn es einfach nur funktioniert, alles weiteren Ansprüche entwickeln sich im Anschluss daran.

Und wie gesagt, empfiehl ruhig einen Receiver mit Festplattenrecorder, für Vorschläge bin ich immer offen!
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Alt 27.10.2010, 18:18   # 10
|Omicron|
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Okay, während ich heut auf der Arbeit war, war wohl der Elektriker da (obwohl ich explizit darum gebeten habe dass er später kommen soll damit ich auch da bin -_-) und hat sich das angeschaut. Er sagte wohl, wir hätten "zwei durchgeschleifte Kabelstränge" und seines Verständnisses nach wäre es nicht möglich, damit Sat-TV zu realisieren. Er meinte, jede Dose müsste ihr eigenes Kabel bekommen, damit das geht.

Ich habe mal so gut wie möglich versucht, das was mein Vater mir beschrieben hat, schematisch in MS Paint () umzusetzen:

verkabelung16r8

Teil ihr die Einschätzung des Elektrikers, dass in dieser Konstellation ohne komplette Neuverkabelung nichts zu machen ist?
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Alt 27.10.2010, 19:43   # 11
Dipol
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Zitat:
Zitat von |Omicron| Beitrag anzeigen
verkabelung16r8

Teil ihr die Einschätzung des Elektrikers, dass in dieser Konstellation ohne komplette Neuverkabelung nichts zu machen ist?
Der hat vielleicht noch nichts mit UniCable-System am Hut. Alles hat seinen Preis, Vollbandempfang mit UniCable ist auf max. 8 Receiver pro Stammleitung beschränkt. Macht bei zwei Stammleitungen max. 16 Receiver.

Im Neubau müsste noch ein Verteiler sitzen, der muss ersetzt werden. Falls man den Punkt mit zwei Kabeln anfahren kann, ergeben sich weitere Optionen.

Wenn das nicht reicht muss die Leitungsstruktur geändert werden. Evtl. kann man ja im Alt- und Neubau die Stammleitungen teilen und auch von oben einspeisen.
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Alt 28.10.2010, 23:33   # 12
|Omicron|
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Okay, habe heute nochmal genau nachgeschaut, und mir aufgeschrieben was genau wir da für Geräte hängen haben...

Die externe Signalleitung läuft in einen Hausanschlussverstärker. Von dem aus geht ein Kabel in eine Art Y-Stück. Aus diesem kommen die zwei Kabel raus, die in die beiden Gebäudeteile gehen (oben rot und grün). Es gibt unseres Wissens nach wohl keine weiteren Verstärker oder Verteiler im Haus.

Ich bin auch auf dem Speicher in den Verschlag gekrochen, wo die ganzen Kabelschächte hochkommen und schon ne ganze Menge Elektronik hängt. Da ist auch noch Platz für weitere Geräte; außerdem kommen dort zwei Koax-Kabelenden an. Welche genau das sind, kann ich nicht wirklich sagen, aber zu 99%iger Wahrscheinlichkeit ist eins davon das grüne Kabel. Ich hab wohl die Zeichnung falsch gemacht, denn vor dem Errichten des Neubaus, bei dem auch der Speicher und Dachstuhl komplett neu gemacht wurden, gab es da oben nicht mal Strom... ist halt schon ein halbes Leben her

Grundsätzlich könnte man also die Antenne direkt auf dem Speicher ans grüne Kabel hängen. Wenn man dann unten im Altbau die beiden Kabel vom Y-Stück abnimmt und miteinander verbindet, hätte man theoretisch ein einzelnes, durchgehendes Kabel für das gesamte Haus. Allerdings aber auch ein sehr, sehr langes! Die laufen nämlich nicht nur vertikal, sondern auch horizontal große Strecken.

Wie lang darf die Leitung bei einem UniCable-System denn werden? 8 Geräte gleichzeitig reichen übrigens völlig, selbst wenn wir jedem der drei Fernseher einen Twin Receiver spendieren.. was wir eher nicht tun werden Der neue LCD-TV ist das Gerät an der grünen Leitung; die beiden am roten Kabel sind alte Röhrenfernseher.
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Alt 28.05.2012, 02:57 # --
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