Hallo Fach- oder Hoppyleute zur Fernsehtechnik,
mit einem Quat-LNB zur Sat-Schüssel möchte ich vier Stichleitungs/
Durchgangsdosen mit Entfernung von ca. 25-35 m separat verbinden.
Hinzu kommt das Anschlusskabel von 5m bis zum Fernseher.
Welcher Wert zur Anschlussdämpfung bzw. Durchgangsdämpfung ist hierbei
zu beachten oder sollte Beachtung finden?
Wer hat diesbezüglich Erfahrung und kann Angaben machen?
Freundliche Grüße von Laimann
16.08.2010, 18:12
#
2
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Hallo Laimann, herzlich Willkommen im Forum!
Zitat:
Zitat von Laimann
Welcher Wert zur Anschlussdämpfung bzw. Durchgangsdämpfung ist hierbei
zu beachten oder sollte Beachtung finden?
47 - 77 dB(µV) = Sat.-ZF-Pegelfenster am Receiver
ca. 75 dB(µV) = Ausgangspegel eines Normal-LNB mit 55 dB Verstärkung an einer Offsettantenne mit 80 cm Durchmesser.
Mit einem geschäumten HQ-Kabel (ca. 30 dB/100 m bei 2,15 GHz) sind 40 m Kabel bei Direktanschluss kein Problem, da werden auch noch die ca. 2 dB einer selektiv ausgelegten Dreiloch-Stichdose verkraftet.
Man sollte immer Reservepegel vorsehen, damit wird es aber bereits eng. Somit keinen kleineren Reflektor wählen.
16.08.2010, 20:39
#
3
Laimann
Threadstarter
Registriert seit: 16.08.2010
Beiträge: 2
Hallo Dipol,
besten Dank für die umgehende Antwort.
Da wäre noch eine Kleinigkeit, beeinflusst ein Kabeladapter den Empfang?
Zwischen dem LNB und dem festinstallierten Koaxkabel ist je Leitung ein Adapter erforderlich. Und warum gibt es für F-Anschlussdosen verschiedene Wertangaben zur Anschlussdämpfung(AD) bzw. Durchgangsdämpfung?(DD) Welche davon sind zu empfehlen, die Niederen mit 4,5 dB oder die mit 18 dB für AD bzw. DD 2,5 - 4,5 dB?
Danke für die Antwort und beste Grüße.
Laimann
17.08.2010, 01:12
#
4
King W.
Team SAT-Technik
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Beiträge: 9.170
Auch von mir Herzlich Willkommen bei uns im Forum! :liebegru:
Dosen mit angegebener Durchgangsdämpfung und Anschlußdämpfung sind zum Anschluß an ein Quad-LNB nicht vorgesehen und in deinem Fall sogar völlig ungeeignet. Erkennbar sind die Dosen dadurch, daß sie zwei Anschlüsse für das Koax-Kabel haben, aber nur einen Schraubanschluß für den Receiver.
Normale Stichdosen, z.B. diese hier sind für deinen Zweck richtig. Die angegebene Dose ist von Univers, eine Zweitmarke von FTE-Maximal. Sie hat 2 dB Durchgangsdämpfung und kann sowohl auf- wie auch unterputz verwendet werden.
Für eine 80er Antenne und einem guten Standard-Quad (z.B. dem Alps) ergeben sich, wie Dipol schon richtig bemerkte, 75 dBµV Ausgangspegel.
40m Kabel dämpfen um 12 dB, die Dose noch einmal um 2 dB, außerdem geht an den Schraubanschlüssen auch immer etwas verloren. Rechne für den Anschluß des Kabels ans LNB und an die Dose, sowie für das Verbindungskabel von der Dose zum Receiver noch einmal mit insgesamt 4 - 5 dB. Dann wärst du bei 57 bis 58 dB und hättest mindestens 10 dB Reserve. Das sollte reichen.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein
Nokia? Nein danke!
17.08.2010, 10:48
#
5
anemo
Registriert seit: 25.05.2007
Beiträge: 245
Zitat:
Zitat von King W.
Für eine 80er Antenne und einem guten Standard-Quad (z.B. dem Alps) ergeben sich, wie Dipol schon richtig bemerkte, 75 dBµV Ausgangspegel.
40m Kabel dämpfen um 12 dB, die Dose noch einmal um 2 dB, außerdem geht an den Schraubanschlüssen auch immer etwas verloren. Rechne für den Anschluß des Kabels ans LNB und an die Dose, sowie für das Verbindungskabel von der Dose zum Receiver noch einmal mit insgesamt 4 - 5 dB. Dann wärst du bei 57 bis 58 dB und hättest mindestens 10 dB Reserve. Das sollte reichen.
Wie sehen die dBµV Werte für einen Alps Quattro aus und wieviel Dämpfung bzw. Verstärkung trägt der dahinterliegende Multischalter noch bei?
17.08.2010, 15:57
#
6
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von anemo
Wie sehen die dBµV Werte für einen Alps Quattro aus und wieviel Dämpfung bzw. Verstärkung trägt der dahinterliegende Multischalter noch bei?
Der LNB hat normale 55 dB Verstärkung, der Pegel hängt somit von der Reflektorgröße ab. Bei 80 cm Breite ergibt das die genannten 75 dB(µV) Ausgangspegel.
Multischalter haben höchst unterschiedliche Konstruktionen und daher auch abweichende Daten. Das reicht von wenigen dB Verstärkung bis zu 6 und mehr dB Dämpfung. Die Frage ist somit nur durch einen Blick ins Datenblatt zu klären.
17.08.2010, 16:54
#
7
anemo
Registriert seit: 25.05.2007
Beiträge: 245
Zitat:
Zitat von Dipol
Der LNB hat normale 55 dB Verstärkung, der Pegel hängt somit von der Reflektorgröße ab. Bei 80 cm Breite ergibt das die genannten 75 dB(µV) Ausgangspegel.
Interessant. Gibt es eine Kurzanleitung wie man sowas berechnet? Mein Wisi Spiegel hat einen Antennengewinn von 37 dB bei (geschönten) 85 cm Durchmesser
Zitat:
Zitat von Dipol
Multischalter haben höchst unterschiedliche Konstruktionen und daher auch abweichende Daten. Das reicht von wenigen dB Verstärkung bis zu 6 und mehr dB Dämpfung. Die Frage ist somit nur durch einen Blick ins Datenblatt zu klären.
Der Wisi Multischalter hat 9 dB(µV) Auskoppeldämpfung bei SAT laut Datenblatt.
Die F-Stecker sind Kompressionsstecker von Kathrein/Cabelcon EMK12, bei denen aber nur die Schirmungsdämpfung angegeben ist, gibt es hier Schätzwerte für die Durchgangsdämpfung?
__________________ Anemo:fressmei:
18.08.2010, 18:11
#
8
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von anemo
Interessant. Gibt es eine Kurzanleitung wie man sowas berechnet? Mein Wisi Spiegel hat einen Antennengewinn von 37 dB bei (geschönten) 85 cm Durchmesser
Ganz einfach, es sind nur
die EIRP des Satelliten,
die Freiraumdämpfung unter Berücksichtigung der Weglänge durch die Atmosphäre und deren Dichte (vereinfacht Enternung des Satelliten),
die wirksame Antennenfläche,
der Wirkungsgrad der Oberfläche (Apertur-Effizienz, zumeist 60 - 70 % ),
die LNB-Verstärkung,
das Rauschmaß des LNB (physikalische Grenze = 0,7 dB, niedriger geht es nur in der Werbung) und
die Anpassung des Feedhorns an die Antenne
maßgeblich. Alles klar?
Die Berechnung für einen Medium-Power-Satelliten wie ASTRA in dessen Kernzone ist eine reichlich brotlose Kunst. Mit den pauschal 75 dB(µV) bei ca. 80 cm Breite und 55 dB LNB-Verstärkung geht es einfacher. Wenn man ein High-Gain-LNB mit irrer 72 dB Verstärkung einsetzt, kommen bei ASTRA auch stramme 92 dB(µV) Pegel raus. Da wundern sich dann manche DX-Freaks, wenn die LNB selbst, der Multischalter oder die Receiver im Überpegel absaufen.
Zitat:
Zitat von anemo
Der Wisi Multischalter hat 9 dB(µV) Auskoppeldämpfung bei SAT laut Datenblatt.
Die F-Stecker sind Kompressionsstecker von Kathrein/Cabelcon EMK12, bei denen aber nur die Schirmungsdämpfung angegeben ist, gibt es hier Schätzwerte für die Durchgangsdämpfung?
Die 9 dB Auskoppeldämpfung sind bei langen Kabeln kritisch. Die Dämpfung von Connectoren ist auch von der Verarbeitung abhängig und wird pauschal mit gerundeten 0,5 dB angesetzt, der Nitin-beschichtete Cablecon-Stecker liegt real niedriger.
In deinem Fall wird der Pegel mit den vorhandenen Komponenten doch extrem knapp. Einfach mal empirisch testen ob es nicht auch so reicht, die meisten Receiver funzen auch noch mit Unterpegel > 47 dB(µV).
19.08.2010, 09:23
#
9
anemo
Registriert seit: 25.05.2007
Beiträge: 245
Zitat:
Zitat von Dipol
Ganz einfach, es sind nur
die EIRP des Satelliten,
die Freiraumdämpfung unter Berücksichtigung der Weglänge durch die Atmosphäre und deren Dichte (vereinfacht Enternung des Satelliten),
die wirksame Antennenfläche,
der Wirkungsgrad der Oberfläche (Apertur-Effizienz, zumeist 60 - 70 % ),
die LNB-Verstärkung,
das Rauschmaß des LNB (physikalische Grenze = 0,7 dB, niedriger geht es nur in der Werbung) und
die Anpassung des Feedhorns an die Antenne
maßgeblich. Alles klar?
Klar, sowas hatte ich schon befürchtet. Eine Berechnung macht dann wenig Sinn weil die meisten Zahlenwerte wahrscheinlich viel zu ungenau sind.
Zitat:
Zitat von Dipol
Die Berechnung für einen Medium-Power-Satelliten wie ASTRA in dessen Kernzone ist eine reichlich brotlose Kunst. Mit den pauschal 75 dB(µV) bei ca. 80 cm Breite und 55 dB LNB-Verstärkung geht es einfacher. Wenn man ein High-Gain-LNB mit irrer 72 dB Verstärkung einsetzt, kommen bei ASTRA auch stramme 92 dB(µV) Pegel raus. Da wundern sich dann manche DX-Freaks, wenn die LNB selbst, der Multischalter oder die Receiver im Überpegel absaufen.Die 9 dB Auskoppeldämpfung sind bei langen Kabeln kritisch. Die Dämpfung von Connectoren ist auch von der Verarbeitung abhängig und wird pauschal mit gerundeten 0,5 dB angesetzt, der Nitin-beschichtete Cablecon-Stecker liegt real niedriger.
In deinem Fall wird der Pegel mit den vorhandenen Komponenten doch extrem knapp. Einfach mal empirisch testen ob es nicht auch so reicht, die meisten Receiver funzen auch noch mit Unterpegel > 47 dB(µV).
Bis jetzt funktioniert der Empfang an allen Anschlussdosen.
Ich hatte mal mit einem geliehenen Messgerät direkt am Ausgang des Multischalters zwischen 52 dB(µV) und 59 dB(µV) je nach Digitaltransponder gemessen, die Analogtransponder lagen noch etwas höher. Ausgehend von den 75 dB(µV) am LNB hätte ich rechnerisch maximal 62 dB(µV) erreichen können.
__________________ Anemo:fressmei:
19.08.2010, 11:30
#
10
Dipol
Team SAT-Technik
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Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von anemo
Ich hatte mal mit einem geliehenen Messgerät direkt am Ausgang des Multischalters zwischen 52 dB(µV) und 59 dB(µV) je nach Digitaltransponder gemessen, die Analogtransponder lagen noch etwas höher. Ausgehend von den 75 dB(µV) am LNB hätte ich rechnerisch maximal 62 dB(µV) erreichen können.
Das war dann vermutlich ein analoges Messgerät. Bei den wesentlich dichter gepackten Digitaltranspondern muss man die Leistung messen, ansonsten ergeben sich Differenzen.
19.08.2010, 14:43
#
11
anemo
Registriert seit: 25.05.2007
Beiträge: 245
Zitat:
Zitat von Dipol
Das war dann vermutlich ein analoges Messgerät. Bei den wesentlich dichter gepackten Digitaltranspondern muss man die Leistung messen, ansonsten ergeben sich Differenzen.
Preisner PAM 100 S, ein älteres Modell, das zwar Digitaltranspondermessungen machen kann, aber noch kein DVB-S2. Das Teil hat pro Transponderfrequenz einen ganzen Bericht angezeigt zu BER, S/N-Ratio, Augendiagramm und eben auch Signalpegel in dB(µV).
__________________ Anemo:fressmei:
19.08.2010, 18:37
#
12
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von anemo
Preisner PAM 100 S, ein älteres Modell, das zwar Digitaltranspondermessungen machen kann, aber noch kein DVB-S2. Das Teil hat pro Transponderfrequenz einen ganzen Bericht angezeigt zu BER, S/N-Ratio, Augendiagramm und eben auch Signalpegel in dB(µV).
PREISNER steht drauf, SATLOOK steckt drin. Das war einstens kein schlechtes Messgerät, ob es auch im Laufe der Jahre kalibriert wurde?
Wenn ich mein kalibriertes MSK 33 mit meinem kalibrierten Prodig 5 vergleiche ergeben sich digital auch nicht nachvollziehbare Unterschiede. Über die Spektrumsanzeige zeigen beide Geräten nur analog stimmige Werte an.
Bau die Anlage einfach mal auf, wenn der Pegel zu knapp ist gibt es noch genug Alternativen um den Pgegel moderat anzuheben. Aber möglichst keinen LNB mit 72 dB Verstärkung und auch keine 20 dB Inline-Verstärker vor dem Multischalter.
20.08.2010, 09:08
#
13
anemo
Registriert seit: 25.05.2007
Beiträge: 245
Zitat:
Zitat von Dipol
PREISNER steht drauf, SATLOOK steckt drin. Das war einstens kein schlechtes Messgerät, ob es auch im Laufe der Jahre kalibriert wurde?
Jetzt verstehe ich auch warum das deutsche Handbuch sich beim Lesen so schwedisch anhörte. Der Elektriker gab mir jedenfalls die Auskunft, dass das Gerät seit Jahren im Keller rumlag, also Kalibrierung eher im letzten Jahrtausend.
Zitat:
Zitat von Dipol
Wenn ich mein kalibriertes MSK 33 mit meinem kalibrierten Prodig 5 vergleiche ergeben sich digital auch nicht nachvollziehbare Unterschiede. Über die Spektrumsanzeige zeigen beide Geräten nur analog stimmige Werte an.
Wer misst misst Mist und wer viel misst misst viel Mist.
Zitat:
Zitat von Dipol
Bau die Anlage einfach mal auf, wenn der Pegel zu knapp ist gibt es noch genug Alternativen um den Pgegel moderat anzuheben. Aber möglichst keinen LNB mit 72 dB Verstärkung und auch keine 20 dB Inline-Verstärker vor dem Multischalter.
Die Anlage läuft schon, wie gesagt problemlos soweit, auch die HD Kanäle sind gut empfangbar, ich bin halt nur generell interessiert und versuche überall das Optimum rauszukitzeln.