Erweiterung SAT Anlage für zweites Reihenhaus

Alt 21.07.2010, 13:19   # 1
gunterdd
 
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Hallo zusammen,

nachdem ich schon viel zum Blitzschutz und Erdung gelesen habe sind diesbezüglich noch ein paar Fragen bei mir offen.

Des Weiteren würde ich gern noch Eure Meinung wissen wie ich am besten die vorhandene SAT Anlage meines Nachbars (Reihenhaus) für mich mit nutzen kann.

1. Zu den Gegebenheiten: Die SAT Empfangsschüssel steht bei meinem Nachbarn im Garten (ungefähr 5m entfernt vom Haus) und ist an einem Mast befestigt, der nach seiner Aussage mindestens 3 m im Boden ist ungefähr 1 m über dem Boden angebracht. Von dort aus gehen derzeit die 4 SAT Kabel des Quad LNB zu dem Multischalter 5/8 in seinem Haus.

2. Diese Installation möchte ich nun gerne mitnutzen. Was muss ich für meine Installation bezüglich Erdung und Blitzschutz noch beachten? Die Erdung der SAT Kabel zu mir würde ich über die empfohlenen Erdungsschienen machen. Diese dann entsprechend an den Gebäudeerder? oder den Mast der SAT Empfangsschüssel anschließen.

3. Welche Variante würdet Ihr für die Erweiterung empfehlen? 1. Option: Aufteilung der 4 Stammleitungen direkt hinter dem LNB und Installation eines eigenen Multischalters bei mir? (Voteil: keine weiteren zusätzlichen Kabel durch die Räumlichkeiten meines Nachbarn nötig.) 2. Option: Ersetzen des Multischalters bei meinem Nachbar durch einen kaskadierbaren Multischalter an den ich dann meinen Multischalter anschließe. (Nachteil: zusätzliche Kabel durch die Räumlichkeiten meines Nachbarn nötig) Für die 1. Option würde mich dann noch interessieren welche Bauteile Ihr zum aufteilen der Stammleitungen empfehlen würdet.

Ich habe mal bei Spaun geschaut. Teuerste Variante 4 x SVA 4 F (Aktiver SAT Verteiler), Mittelklasse Variante VTS 525 (Verteiler für 4 SAT ZF Ebenen) oder Low Cost 4 x VBE 2 P (Verteiler für jede SAT ZF Ebene)

Ich hoffe ich habe ich einigermaßen verständlich ausgedrückt

Danke im voraus und Grüße aus Leipzig
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Alt 21.07.2010, 15:37   # 2
Dipol
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Hallo gunterdd, herzlich Willkommen im Forum!

Zitat:
Zitat von gunterdd Beitrag anzeigen
1. Zu den Gegebenheiten: Die SAT Empfangsschüssel steht bei meinem Nachbarn im Garten (ungefähr 5m entfernt vom Haus) und ist an einem Mast befestigt, der nach seiner Aussage mindestens 3 m im Boden ist ungefähr 1 m über dem Boden angebracht. Von dort aus gehen derzeit die 4 SAT Kabel des Quad LNB zu dem Multischalter 5/8 in seinem Haus.
Von der Tiefe her würde ein 3 Meter langes Rohr als Erder reichen. Die EN 60728-11 verlangt aber, dass alle Erdungspunkte blitzstromtragfähig miteinander verbunden sind.
Im Klartext: Wenn der Mast nicht mit mindestens 16 mm² Cu-Volldraht mit der Haupterdungsschiene des Schutzpotenzialausgleichs vom Nachbarn verbunden ist, liegt eine blitzschutztechnisch normwidrige und gefährliche Ausführung vor. Zwischen dem Mast und dem Hauserder können bei Blitzeinschlägen bis in 2 km Entfernung extreme Potenzialunterschiede auftreten.
Siehe http://dehn.de/newsletter/3_05/3_05_top3.pdf.
Zitat:
Zitat von DEHN Seite 2
Die Erdungsanlage muss nach einer der nachfolgend (Bild 2) gezeigten Arten ausgeführt werden:
- Verbindung mit dem Äußeren Blitzschutz des Gebäudes;
- Verbindung mit dem Erdungssystem des Gebäudes;
- Verbindung mit wenigstens zwei horizontalen Erdern von mindestens 2,5 m Länge die mit einem
Winkel größer 60° verlegt, mindestens 0,5 m tief und nicht näher als 1 m vom Fundament
entfernt sind oder mit einem vertikalen oder schrägen Erder von mindestens 2,5 m oder zwei
senkrechten Erdern von mindestens 1,5 m Länge und einem Abstand von 3 m und nicht näher
als 1 m vom Fundament entfernt sind.
Auch die Fundament- oder Ring-Erder beider Häuser müssen bei einer Gemeinschaftsanlage verbunden werden.
Zitat:
Zitat von gunterdd Beitrag anzeigen
2. Diese Installation möchte ich nun gerne mitnutzen. Was muss ich für meine Installation bezüglich Erdung und Blitzschutz noch beachten? Die Erdung der SAT Kabel zu mir würde ich über die empfohlenen Erdungsschienen machen. Diese dann entsprechend an den Gebäudeerder? oder den Mast der SAT Empfangsschüssel anschließen.
Erdungsschienen bei denen das Kabel auf 10 mm abgemantelt wird sind out. Bei nur zweifach geschirmten Kabeln besteht ein hohes Beschädigungsrisiko, bei den heute üblichen Kabeln mit zwei Folien wird das Schirmungsmaß geschwächt.
Um Schleifen zu vermeiden muss nach EN 60728-11 auch der PA eines Multischalter der im UG in unmittelbarer Nähe der HES montiert ist, am Antennenmast erfolgen. Analog dazu wären auch bei horizontaler Verteilung alle Kabel und Multischalter mit 4 mm² Cu-Draht am Mast zu erden.
Zitat:
Zitat von gunterdd Beitrag anzeigen
3. Welche Variante würdet Ihr für die Erweiterung empfehlen? 1. Option: Aufteilung der 4 Stammleitungen direkt hinter dem LNB und Installation eines eigenen Multischalters bei mir? (Voteil: keine weiteren zusätzlichen Kabel durch die Räumlichkeiten meines Nachbarn nötig.) 2. Option: Ersetzen des Multischalters bei meinem Nachbar durch einen kaskadierbaren Multischalter an den ich dann meinen Multischalter anschließe. (Nachteil: zusätzliche Kabel durch die Räumlichkeiten meines Nachbarn nötig) Für die 1. Option würde mich dann noch interessieren welche Bauteile Ihr zum aufteilen der Stammleitungen empfehlen würdet.
Das kommt auf die relativen Dämpfungswerte und Längen der bestehen Kabel an. Der Pegel ist meistens eher kritisch hoch als zu niedrig. Mit dämpfungsarmen geschäumten Kabeln kann selbst Längen um 50 Meter Verstärkung unnötig sein.
Zitat:
Zitat von gunterdd Beitrag anzeigen
Ich habe mal bei Spaun geschaut. Teuerste Variante 4 x SVA 4 F (Aktiver SAT Verteiler), Mittelklasse Variante VTS 525 (Verteiler für 4 SAT ZF Ebenen) oder Low Cost 4 x VBE 2 P (Verteiler für jede SAT ZF Ebene)
Viel Aufwand um die Verteildämpfung auszugleichen. Sofern die LNB-Verstärkung übliche 55 dB beträgt, wäre die Verteildämpfung passiver Zweifachverteiler oder eines Pentasplitters wäre mit einem 60 dB-LNB auszugleichen.
Zitat:
Zitat von gunterdd Beitrag anzeigen
Ich hoffe ich habe ich einigermaßen verständlich ausgedrückt
Absolut!

Mein Fazit: Die Montage einer eigenen Mittelklasse-Antenne ist jedenfalls einfacher, vermutlich auch billiger. Ohne normgerechte Verbindungen der Fundamenterder besteht nicht nur ein Sicherheitsrissiko, es kann auch zu Brummstörungen kommen, die sich insbesondere auf HDTV-Signale auswirken können.

Optimale Lösung: Eine eigene Antenne im Schutzbereich der Fassade. Diese muss nicht mit 16 mm² Cu-Volldraht geerdet werden, und es ist nur noch mit 4 mm² Cu-Draht ein Potenzialausgleich der Kabel an beliebiger Stelle erforderlich.
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Alt 28.07.2010, 19:39   # 3
gunterdd
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Es hat etwas länger gedauert, ich musste erstmal die genaueren Gegebenheiten klären. Also mein Nachbar hat die Antennenanlage nicht mit dem Fundamenterder verbunden. Das würde mir also bei Mitnutzung bevorstehen. Dazu kommt dann noch der Potentialausgleich (den sehe ich aber entspannt).

Eine Installation einer eigenen SAT Anlage ist als allerletzter Ausweg zu sehen, da es ein Mietobjekt ist welches Kabelanschluss besitzt und der Vermieter nur schwer von der Notwendigkeit einer solchen Anlage zu überzeugen ist.

Für mich stellt sich jetzt die Frage: Ist es zulässig die Antennenanlage mit besagtem 16 mm² Kupferkabel über eine Strecke von ca. 10 m Waagerecht zu verbinden? Die Antennenanlage steht hinter dem Haus, der Fundamenterder ist jedoch vorn. Also muss ich einmal durch das komplette Haus.

Zur besseren Beurteilung der örtlichen Gegebenheiten mal noch ein Google Maps Link
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Alt 29.07.2010, 00:18   # 4
Dipol
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Zitat:
Zitat von gunterdd Beitrag anzeigen
Für mich stellt sich jetzt die Frage: Ist es zulässig die Antennenanlage mit besagtem 16 mm² Kupferkabel über eine Strecke von ca. 10 m Waagerecht zu verbinden? Die Antennenanlage steht hinter dem Haus, der Fundamenterder ist jedoch vorn. Also muss ich einmal durch das komplette Haus.
Nach EN 60728-11 ist die Erdleitung auf dem kürzestmöglichen Weg zu führen. Das schließt eine waagrechte Leitungsführung nicht aus, allerdings sind mit dem 16 mm Cu-Volldraht Schutzabstände zu anderen Leitungen und Zonen mit Publikumsverkehr einzuhalten.
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Alt 29.07.2010, 04:35   # 5
elo22
 
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Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
…allerdings sind mit dem 16 mm Cu-Volldraht
Das halte ich doch für etwas übertrieben 001 smile

Lutz
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Alt 29.07.2010, 08:34   # 6
Dipol
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Zitat:
Zitat von elo22 Beitrag anzeigen
Das halte ich doch für etwas übertrieben 001 smile
Nach EN 60728-11 und EN 62305 sind
  • alle Antennen außerhalb der Schutzzone der Fassade erdungspflichtig
  • getrennte Erder z. B. für eine Blitzschutzanlage ebenso wie ein als Tiefenerder genutzter Antennenmast blitzstromtragfähig mit der Haupterdungsschiene des Schutzpotenzialausgleichs zu verbinden
  • bei hausübergreifenden Installationen auch getrennte Gebäude-Fundamenterder blitzstromtragfähig miteinander verbunden werden.
Und nun raus aus der Deckung lieber Lutz und bitte auch noch Butter bei die Fische. Wenn 16 mm Cu-Volldraht übertrieben sind, dann belege mal bitte wie es sonst noch normgerecht gehen soll.
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Alt 29.07.2010, 14:54   # 7
gunterdd
Threadstarter
 
Registriert seit: 21.07.2010
Beiträge: 6
Wo kann ich die geforderten Abstände zu anderen Leitungen und Zonen mit Publikumsverkehr nachlesen? Das Problem ist, das ich wie gesagt durch den gesamten Keller muss (ca. 10 m). Es existiert wohl nur einen über alle Häuser des einen Blocks ein Fundamentringerder, so das diese nicht zusätzlich miteinander verbunden werden müssen.

Die andere Variante wäre eine Armierung des Gebäudes mit dem Mast zu verbinden. Das Haus ist vollständig aus Stahlbeton gebaut (auch der Dachstuhl), wobei die Armierungen durchgehend verbunden sind. Deshalb hat das Haus auch selbst wohl keinen Blitzschutz (Aussage des Vermieters)
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Alt 31.07.2010, 14:33   # 8
Dipol
Team SAT-Technik
 
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Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von gunterdd Beitrag anzeigen
Wo kann ich die geforderten Abstände zu anderen Leitungen und Zonen mit Publikumsverkehr nachlesen?
Da du dir sicherlich beim VDE-Verlag nicht die EN 62305 VDE 0185-305(2006) bestellen willst, kannst du z. B. hier Know-How in den Kapiteln 2 bis 4 saugen. Das Stichwort lautet HVI.
Zitat:
Zitat von gunterdd Beitrag anzeigen
Das Problem ist, das ich wie gesagt durch den gesamten Keller muss (ca. 10 m). Es existiert wohl nur einen über alle Häuser des einen Blocks ein Fundamentringerder, so das diese nicht zusätzlich miteinander verbunden werden müssen.
Prinzip Hoffnung oder nachweislich dokumentiert? Die horizontalen Erdungsstrecken sollten nicht unter der Decke, sondern möglichst fußbodennah verlegt werden.
Zitat:
Zitat von gunterdd Beitrag anzeigen
Die andere Variante wäre eine Armierung des Gebäudes mit dem Mast zu verbinden. Das Haus ist vollständig aus Stahlbeton gebaut (auch der Dachstuhl), wobei die Armierungen durchgehend verbunden sind. Deshalb hat das Haus auch selbst wohl keinen Blitzschutz (Aussage des Vermieters)
Mit Rödeldraht ist die Armierung auch verbunden, genügt aber keinesfalls den blitzstromtragfähigen Anforderungen nach DIN VDE 0800-2. So dies nicht von einer Blitzschutzfachkraft eindeutig dokumentiert ist, bleibt die Armierung für Erdungszwecke absolut tabu.

Die jeweiligen Landesbaurordnungen verlangen auch nur für bestimmte Gebäude Blitzschutzanlagen. Der Umkehrschluss "Keine Blitzschutzanlage = Armierung blitzstromtragfähig verbunden" entspringt ohne Dokumention auch reinem Wunschdenken.
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Alt 28.05.2012, 13:39 # --
News Flash
 
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