| | # 2 |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
| Hallo Tobi, erst einmal Herzlich Willkommen bei uns im Forum! :liebegru: Die Idee, schon in der Rohbauphase an die SAT-Anlage zu denken, ist schon mal sehr gut. Wahrscheinlich gibt es jetzt noch keine Schwierigkeiten, die Kabel zu verlegen und so kann auch für eine vernünftige und vorschriftsmäßige Erdung und ein Potentialausgleich vorgesorgt werden. Hier wird oft geschludert, manchmal wegen Unwissenheit, oft aber auch aus Unkenntnis heraus. Ideal wäre es, wenn du unter dem Dach einen kleinen Raum so quasi als "Technik-Raum" zur Verfügung hast. Von dort aus ziehe bitte Leerrohre (ist Vorschrift) überall dort hin, wo mal ein Fernseher stehen könnte. Weiterhin ist ein 16 mm² Kupferkabel (Bezeichnung: H07V-U) von der Potentialausgleichsschiene im Keller bis zum Standort der Antenne zu ziehen. Das Kabel dient als Blitzschutz und muß im "Fall des Falles" kurzfristig mehrere tausend Ampere Strom aushalten. Das funktioniert auch, aber es sind ein paar Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.
Ferner ist noch ein Kabel, 4 oder 6 mm² Querschnitt, vom späteren Standort des Multischalters aus zur Antenne erforderlich. Bei einer Verteilung vom Dach aus ist dieses Kabel recht kurz und unproblematisch. Damit wird der Multischalter sowie die ankommenden und abgehenden Kabel geerdet, und zwar dort, wo auch das Blitzschutzkabel angeschlossen wird. So ausgerüstet, hast du eine sehr sichere Antennenanlage, die auch dann jederzeit gefahrlos berührt werden kann, wenn es mal durch ein defektes Gerät zum Eintrag von Netzspannung kommt. Während der Rohbauphase ist das alles nicht schwer zu realisieren und gibt dir das gute Gefühl, eine absolut sichere Anlage zu haben. Soviel dazu. 2 Leitungen ins Wohnzimmer zu ziehen, ist auf jeden Fall anzuraten, denn dann kannst du einen Twin-Receiver ohne Einschränkungen daran betreiben. Wenn du noch einen weiteren Receiver dort anschließen willst, z.B. weil du eine separate Digitalradio-Empfangsmöglichkeit für eine Stereo- oder Dolby-Digitalanlage brauchst, wären sogar 3 Leitungen nötig. Grundsätzlich ist ein Anschluß, den man später nicht braucht, weit weniger ärgerlich, als ein Anschluß, den man mal gern hätte, der aber nicht da ist. Es ist deshalb keineswegs falsch, mit etwas Reserve zu planen. Den Mast für die Antenne stelle am besten in Absprache mit deinem Dachdecker auf. Wenn das Haus einen Vollwärmeschutz bekommt, ist es anzuraten, keinen herkömmlichen Mast zu verwenden. Durch den Temperaturunterschied im Winter und die relativ gute Wärmeleitfähigkeit des Mastes hättest du dort eine Wärmebrücke und als Folge ständig Probleme mit Kondenswasser. Das muß nicht sein. Viel besser ist in diesem Fall eine Aufdach-Halterung. Sie wird einfach auf die Dachbalken geschraubt und es ragt nichts nach innen, durch die Wärmeisolierung. Bei den Aufdachhalterungen gibt es Qualitätsunterschiede. Die beste habe ich verlinkt. Auch brauchbar ist diese hier, von den anderen würde ich abraten. Der neuralgische Punkt ist die Befestigung des Mastes am Rahmen. Das ist bei der Aufdach II am besten gelöst. Zusätzlich brauchst du noch eine Blei- oder Kunststoff-Dachpfanne und eine Dichtmanschette, sowie eine Erdungsschelle. Dort kannst du die Kabel zur Erdung und zum Potentialausgleich anklemmen. Als Antenne selbst wäre die neue Gibertini SE gut geeignet. Sie ist der Kathrein CAS 90 nachempfunden und auch ähnlich stabil, aber deutlich preisgünstiger und verfügt über eine 40 mm Standard-Feedaufnahme. Damit kann ohne Adapter nahezu jedes LNB montiert werden. Für deine Zwecke bestens geeignet wäre dieses Alps. Es ist empfangsstark, langlebig, verbraucht wenig Strom und verfügt über einen zwar etwas fummelig zu montierenden aber perfekt funktionierenden Wetterschutz. Von dort aus geht es mit 4 Kabeln zum Multischalter. Bitte, laß dich bei den Kabeln nicht durch abenteuerliche dB-Werte blenden. Die Class-A Norm fordert 95dB Schirmdämpfung und das ist auch vollkommen ausreichend. Wichtiger als das China-Etikett mit den 120 oder 130dB (die ohnehin kein Mensch nachmessen kann), ist die Materialqualität. Wenn das Abschirmgeflecht aus Aludraht besteht, wird es zwar funktionieren, aber es besteht die Gefahr, daß sich bei Feuchtigkeitseinwirkung aufgrund der verschiedenen Metalle an den Schraubverbindungen galvanische Elemente bilden, mit der Folge, daß der Innenleiter anfängt, zu vergammeln. Früher oder später kann das zu Empfangsstörungen führen, bis zum Totalausfall. Hier im Forum ist schon von solchen Problemen berichtet worden. Mit einem guten Markenkabel (Kathrein LCD 95, Preisner SK 2000, Spaun Spoax 95 oder Hirschmann KOKA 100 - Aufzählung natürlich nicht vollständig) machst du nichts falsch. Perfekt wäre es, wenn dazu noch Kompressionsstecker zum Einsatz kommen. Zur Montage dieser Stecker ist Werkzeug erforderlich. SEH bietet seinen Kunden ein Set von Hirschmann an, bestehend aus 100 Kompressionssteckern, einer Kompressionszange und einem Abisolierer. Das Set ist sehr knapp kalkuliert und wird leihweise zur Verfügung gestellt. Damit kann die Arbeit schnell und bequem durchgeführt werden. Nach der Arbeit kann das Set, wenn gewünscht, einfach wieder zurückgeschickt werden. Der Preis wird daraufhin erstattet, abzüglich der verbrauchten Stecker, versteht sich. Das passende Kabel, nämlich das Hirschmann KOKA 100, führt SEH auch. An Multischaltern gibt es eine reiche Auswahl, für jede Anforderung und für jeden Geldbeutel. Günstig und funktionell sind die Schalter von Emp-Centauri. dieser hier wäre zum Beispiel geeignet. Wenn du großen Wert auf niedrigen Stromverbrauch legst, bieten sich z.B. die Schalter von TechniSat sowie die neuen Premium-Schalter von Spaun an. Der SMS 51203 NF hat zum Beispiel einen Stromverbrauch von weniger als 5W im Stand-By, dazu noch eine hohe Teilnehmerentkopplung. Was technisch überhaupt machbar ist, zeigt aber eine andere Firma: Jultec. Deren JRM0512T verbraucht im Betrieb nur beinahe lächerliche 70 mA. Als Konsequenz braucht der Schalter überhaupt keinen eigenen Stromanschluß, sondern wird durch die angeschlossenen Receiver mit gespeist. Rechnet man noch 150 mA für ein Alps-LNB, so ergibt sich insgesamt nur ein Stromverbrauch von 220 mA. Das schafft jeder Receiver, selbst die billigste China-Gurke. Weiterer Vorteil: Nachts, wenn alle Receiver aus sind, sinkt der Stromverbrauch auf 0. Sparsamer geht es überhaupt nicht mehr. Auch die Jultec-Schalter sind bei SEH auf Anfrage (02323/61887) zu bekommen. Mit der Reel-Box hast du Recht. Die Technik hat was für sich und funktioniert auch einwandfrei. Für mich persönlich wäre das nichts - einfach zu viel Aufwand - aber wenn du bereit bist, einen vierstelligen Betrag für eine solche Box auszugeben - warum nicht. Die Möglichkeiten damit sind enorm. Sie alle aufzuzählen würde den Rahmen hier sprengen. Ich selbst würde einen guten Twin-Receiver fürs Wohnzimmer (z.B. den TechniSat HD S2) bevorzugen und an allen anderen Stellen dezentral einen günstigen kleineren Receiver einsetzen. Schreib mal zurück, wie es weiter geht, es interessiert mich.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
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| | # 5 | |
| Registriert seit: 18.02.2010
Beiträge: 20
| Zitat:
Cat5e ist für 1000BaseT, also Gigabit bei 90m Verlegekabel ausgelegt Cat6 für 10GBASET, also 10Gigabit aber nur bei ca 50m Verlegekabel Cat7 ebenfalls für 10GBASET, aber wieder bei 90m Verlegekabel Der Preisunterschied Cat7/Cat5 Kabel ist minimal Cat7 S/FTP 500m für etwa 350, 500m Cat5E SF/UTP liegt bei 320 Aufpassen: Dein Elektriker wird dir vielleicht Cat7 Dosen andrehen wollen. Die gibt es (noch) nicht, ebensowenig wie Cat7 Steckverbindung - naja, Geräte die 10Gbit im Haus ausnutzen gibt es ja auch noch nicht... Ich persönlich würde doppelte Cat7 Kabel legen lassen auf doppelte Cat5e Dosen. Doppelt deswegen, damit Du ggf ISDN Telefonie auf den Cat7 Kabeln laufen lassen kannst. Mit Der Kombi 7/5e fährst Du preisgünstig, hast GBit im Haus was sich so langsam im Consumer Bereich durchsetzt und hälst Dir die Option (sofern Cat7 Dosen verfügbar sind) durch wenig Investition auf 10GBit hochzurüsten. CAT7 Kabel sind zwar nicht zulässig für ISDN, da bei Cat7 Adern verdrillt sind, machen aber bei einem Standard S0 keine Probleme. // tz | |
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| | # 6 | |
| Registriert seit: 11.07.2010
Beiträge: 200
| Zitat:
diese Antennen gibt es ja auch von Faval. Allerdings zu meist ein paar mehr. Gibt es da Unterschiede, die den höheren Preis rechtfertigen oder sind die Antennen zu 100% identisch? | |
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| | # 7 |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
| Hallo und Herzlich Willkommen bei uns im Forum! :liebegru: Meines Wissens nach sind die Antennen identisch. Gibertini baut übrigens auch für viele andere Anbieter und ist einer der größten Antennenhersteller überhaupt.
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| | # 8 |
| Registriert seit: 11.07.2010
Beiträge: 200
| Vielen Dank für die Begrüßung und die schnelle Antwort. Eine Frage bleibt mir noch bezüglich Erdung. In der Norm heißt es ja, dass die Erdung "auf kürzestem Weg" vorzunehmen ist. Wie streng ist diese Formulierung gemeint? Im Grunde hieße das ja streng senkrecht nach unten. |
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| | # 9 |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
| Na ja, ich denke kaum, daß du jetzt dein Haus abreißen und neu bauen wirst, nur um eine vorschriftsmäßige Erdung machen zu können. "Auf kürzestem Weg" ist wohl dahingehend zu interpretieren, daß der kürzest mögliche Weg gemeint ist. Auf jeden Fall unzulässig ist eine Leitung, die ihre Richtung wechselt und irgendwo wieder nach oben führt. Da würde der Blitz nicht mitspielen und von der Leitung abspringen. Der Blitzschutz wäre wirkungslos.
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| | # 10 |
| Registriert seit: 11.07.2010
Beiträge: 200
| Mist... unser Erdungskabel MUSS leider vom Wandhalter der Antenne erstmal ca. 15 cm nach oben Ich könnte die Antenne noch per Standfuß auf den darunter liegenden Balkon stellen, aber dann müssten die Koax-Kabel wieder auf der Außenwand nach oben in den Dachboden geführt werden (wegen Einbeziehung in PA), wodurch wieder eine Erdung erforderlich würde, auch wenn die Antenne selbst im Blitzgeschützten Bereich stünde. |
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| | # 11 |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
| Na ja, 15 cm, direkt vom Anschluß aus ... Ich selbst würde das Kabel dranmachen - und gut. Vielleicht äußert sich Dipol noch einmal dazu, er kennt sich mit dem Thema Blitzschutz und Potentialausgleich noch besser aus, als ich. Werde ihm gleich mal eine PN schreiben.
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| | # 12 |
| Registriert seit: 11.07.2010
Beiträge: 200
| Naja... 1-1,5m unter der Antenne hängt eine Wandleuchte aus Metall... wäre halt die nächste Anlaufstelle für den Blitz, bei Überschlag von der Antenne. Das Rückenteil des Spiegels ist übrigens komplett aus Kunststoff, sodass der Feedarm und der Spiegel nicht leitend mit dem Wandhalter und der Erdung verbunden sind, außer dass die Koaxkabel im Rahmen des PA mit dem Erdungskabel verbunden sind. Nur die Mastschelle hat direkten Kontakt zum Wandhalter. Muss ich da noch was nachbessern? |
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| | # 13 |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
| Erdungspflichtige Antennen müssen nach Norm mit mindestens 16 mm² Cu-Volldraht auf dem kürzestmöglichen Weg an den Fundamenterder. Die schwammige Normformulierung führt dazu, dass das selbst Blitzschutzfachkräfte unterschiedlich auslegen. Nach alter VDE durften Schleifen sogar die 9-fache Länge der Diritissima haben, dieser Unfug wurde abgestellt. Rechte Winkel sind bei Erdung horizontal wie vertikal tabu, wenn man unter 45° verlegen kann. Niemand muss aber einen Erker oder eine Dachgaupe abbrechen, innerhalb bestimmter Grenzen kann man ein Hindernis auch umgehen. Für den PA mit 4 mm² Querschnitt gibt es keine solchen Vorschriften, der darf selbst wenn er mit der Antennenerdung auf gleichem Potential verbunden ist inkonsequenterweise ohne Schutzabstand verlegt werden. Bei Erdung und PA ist kaum noch jemand sattelfest. Erst letzte Woche hat ein Dozent für Blitzschutz (!) steif und fest behauptet, dass der 16 mm² Cu-Draht immer noch mehrdrähtig sein dürfe. Dabei kann man diese seit 2004 bestehende Vorschrift nicht nur in der EN 60728-11, sondern inzwischen auch in allen seriösen Fachpublikationen nachlesen. Aus den Beiträgen ist nicht zu erkennen, ob es um Erdung mit 16 mm² oder PA mit 4 mm² geht. Wenn Erdung, dann bitte ein Foto oder eine Skizze, damit ich das Risikopotenzial abschätzen kann. |
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| | # 14 | ||
| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
| Zitat:
Das hält jede Isolierung aus und mit Überschlägen ist auch nicht zu rechnen, denn es besteht ja an der Antenne selbst eine leitende Verbindung beider Kabel (PA und Erdung). Zitat:
Strom und Magnetismus sind untrennbar miteinander verbunden. Fließt nun Strom durch ein mehrdrähtiges Kabel, so bildet sich um jeden stromdurchflossenen Einzeldraht ein Magnetfeld. Da die Ströme durch alle Einzeldrähte in die gleiche Richtung fließen, sind auch die Magnetfelder gleichgerichtet, mit der Folge, daß sie sich gegenseitig abstoßen. Die Kräfte, die dabei entstehen, sind umgekehrt proportional zum Quadrat der Entfernung der Drähte voneinander und proportional zum Stromfluß. In einem Kabel berühren sich die Einzeldrähte, von einer "Entfernung" kann keine Rede sein. Auch die Ströme sind mit 20 kA und mehr keineswegs gering. Entsprechend groß sind auch die entstehenden Kräfte. Die Rechnung ist etwas aufwendig, wenn ich viel Zeit habe, werde ich sie mal durchführen. Tatsache ist jedenfalls, daß ganz erhebliche Abstoßungskräfte zwischen den einzelnen Drähten wirken, wenn das Kabel mit dem Blitzstrom belastet wird. Ein feindrähtiges Kabel würde sofort zerstört, ein Kabel aus nur wenigen Einzeldrähten könnte einen Blitz überstehen, aber es besteht die Gefahr, daß das Kabel verbogen und bei weiteren Blitzeinschlägen ganz zerstört wird.
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| | # 15 |
| Threadstarter Registriert seit: 03.06.2010
Beiträge: 3
| So wollte mich auch mal wieder zu Wort melden. Habe in der Zwischenzeit mit Herrn Hampel von S.E.H. gesprochen und die von King W. empfohlenen Teile bestellt. Ich kann nur sagen sehr sehr nette und kompetente Beratung am Telefon. Die Gilbertini SE Antenne macht einen sehr guten Eindruck, mal sehen wie sie sich auf dem Dach macht. Habe mich letztendlich für den teureren Multischalter von Jultec enschieden, da mich die Energieeffizienz überzeugt hat. Danke für den Tipp King W. Nächste Woche kommt das Dach aufs Haus und dann geht es an die Verkabelung. Das mit der Erdung lass ich lieber einen Fachmann machen, da kenne ich mich zu wenig aus. Und wenn der eh schon dabei ist, dann kann er das auch gleich alles mitmachen. Jetzt noch mal eine kleine Frage. Muss ich den Multischalter auf dem Dachboden anbringen und die Verkabellung entsprechend von dort in die Zimmer laufen lassen oder kann ich die Verteilung auch zentral vom HWR im Keller in die Zimmer verteilen? Ich bin mir nicht sicher wie weit der Weg von der Antenne zum Multischalter sein darf. Auch noch mal vielen Dank für die Aufklärung bezüglich des CAT-Kabels. Habe in der Zwischenzeit über meinen Nachbarn CAT 7 Kabel zum EK bekommen und werde das entsprechend verwenden. Halte euch auf dem Laufenden. Gruß Tobi |
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| | # 16 | |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
| Zitat:
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| | # 17 | |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
| Verstehe ich nicht. Wo um alles in der Welt nimmt Dehn einen Widerstand von 1 Ohm her? Das kann doch nur der Widerstand zwischen Erde und Fundamenterder sein, nicht aber der Widerstand der Blitzableiterleitung. Deren Widerstand läßt sich ja leicht berechnen, der spezifische Widerstand von Kupfer ist bekannt, der Querschnitt ist mit 16 mm² vorgegeben und die Länge des Drahtes habe ich in meinen Rechnungen jeweils mit 10m angenommen. Bei einer längeren Leitung steigt natürlich der Spannungsabfall proportional an, der Strom bleibt aber gleich. Auf die Wärmebelastung des Drahtes, bezogen auf die Länge hat das keinen Einfluß. Bei den angenommenen 20 kA für einen Feld- Wald- und Wiesen-Blitz beziehe ich mich auf Wikipedia: Zitat:
Nachdem der Blitzstrom in den Fundamenterder abgeleitet worden ist, ist ja noch nicht Schluß. Nur ab dort haben wir keinen realistischen Einfluß mehr. Der Strom fließt natürlich weiter in die Erde. Jetzt - aber auch wirklich erst jetzt - kommt der Widerstand zwischen dem Fundamenterder und der Erde selbst ins Spiel. Da könnte Dehn mit 1 Ohm durchaus hinkommen. Die angenommenen 100 kA verstehe ich zwar nicht so recht (bei einem "normalen" Blitz wären 20 kA ausreichend, für den "Worst-Case" wären 300 kA zu nehmen) aber sei's drum. Ist der Widerstand zwischen Fundamenterder und Erde tatsächlich 1 Ohm, so stimmt die in dem Tutorial angegebene Rechnung: 100 kA * 1 Ohm = 100 kV. Nun gilt aber in der Physik auch die Leistungsformel: P = I² * R, also P = (100 kA)² * 1 Ohm. Macht nach Adam Riese 10 GW !! Ich habe bei dieser Rechnung einfach die Zahlen von Dehn genommen und damit weitergerechnet. Genau genommen müßte man die Fläche unter der Blitzstromkurve ausintegrieren um die tatsächlich verbratene Leistung zu bekommen. Darauf kommt es aber gar nicht allzu sehr an. Wer trotzdem mehr wissen will mag selbst rechnen. Ein paar kleine Hinweise dazu: Näherungsweise ergibt die Fläche, unten begrenzt von der 50% Linie, links ungefähr von 5 µs und rechts von 350 µs begrenzt, ein Dreieck. Dessen Fläche kann man ausrechnen. Hinzu kommt noch das Rechteck zwischen 0 und 50%, ebenfalls von 5 µs und 350 µs begrenzt. Als Scheitelstrom sind die besagten 100 kA zu nehmen oder, wenn man die Werte quadriert, eben die 10 GW als höchste erreichte Leistung. Der gesamte Flächeninhalt hätte dann die Maßeinheit Leistung * Zeit und könnte z.B. in kWh ungerechnet werden. Jedenfalls: 10 GW Leistung ist ungefähr so viel, wie die 7 stärksten Kernkraftwerke Deutschlands aufbringen. Ich möchte jedenfalls kein Fundamenterder sein, wenn ein 100 kA Blitz dort einschlägt. Etwas entschärft wird die ganze Sache dadurch, daß, wenn ich die Zeichnung richtig interpretiere, der Scheitelstrom nur ca. 10µs lang mehr als 90% des Maximalwertes beträgt. Weiterhin ist es ja nicht so, daß der ominöse 1 Ohm-Widerstand nur beim direkten Kontakt des Fundamenterders mit dem Erdreich auftritt. Wäre es so würden die 10 GW ausschließlich direkt am Fundamenterder frei und diesen augenblicklich pulverisieren. Vielmehr ist es so, daß das Erdreich selbst auch einen Widerstand hat, die Spannung am Fundamenterder somit nicht abrupt beim Kontakt mit der Erde abfällt, sondern sich zur entfernten Erde ein mehr oder minder allmählicher Spannungsabfall einstellt. Das gesamte Potential des Hauses wird für die Dauer des Blitzeinschlags angehoben und es treten in der Nähe des Hauses Schrittspannungen auf, bis ein Ausgleich stattgefunden hat (nach ca. 1/100 s). Von der Spannung zwischen der Einschlagstelle des Blitzes und dem Anschluß des Fundamenterders (also vor dem Widerstand) spricht Dehn in seinem Beitrag überhaupt nicht, sondern geht bei den Animationen stets davon aus, daß die durch den Blitz erzeugte Spannung praktisch ungehindert an der Potentialausgleichsschiene ankommt. Ich hatte dafür 200 V Differenz berechnet, offensichtlich für Dehn, die es gewohnt sind, in Kilovolt zu rechnen, zu wenig, um es gesondert zu erwähnen. Anscheinend haben wir hier elegant aneinander vorbei geredet. Was sich zwischen Fundamenterder und der eigentlichen Erde abspielt und der Transport des Blitzstroms von der Einschlagstelle bis zum Fundamenterder sind zwei paar Schuhe.
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| | # 18 | |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
| Zitat:
Lässt man mal die induktiven Blitzstromeintragungen außen vor, geht die meiste Gefahr von der Potenzialdifferenz zum jeweiligen Erdpunkt aus, an dem eine Person steht. Und da ergeben sich nach Blitzplaner Bild 5.5.1 und 5.7.1.2 an den Isolationsbedarf einer Erdleitung sehr viel höhere Anforderungen als nur nach Schutzklasse 1 bis 3. Die Berechnung des reinen Spannungsabfalls auf der Ableitung vernachlässigt diesen Aspekt und vermittelt ein ungleich harmloseres Bild. Durch Direkteinschläge von Blitzen werden auch viel weniger Sach- und Personenschäden verursacht als durch die Potentialunterschiede im Umfeld. | |
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| | # 20 | |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
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| Zitat:
Die Fragestellung seinerzeit war, wo der Potentialausgleich korrekterweise angeschlossen werden muß, nämlich auch dort, wo der Ableiter für den Blitzstrom anzuschließen ist, also am Mast. Mit der Berechnung wollte ich den Unterschied herausarbeiten, gegenüber einem Anschluß direkt an der Potentialausgleichsschiene. Bei der Gelegenheit habe ich noch die Erwärmung des Ableitungskabels mit ausgerechnet, um zu begründen, daß es nicht durch einen Raum, der zur Lagerung entzündlicher Stoffe dient, geführt werden darf. Nicht mehr und nicht weniger. Jede darüber hinausgehende Interpretation meiner Rechnung wäre falsch. Nochmals ausdrücklich gesagt: Einen Blitzeinschlag durch die Rechnung zu verharmlosen lag nie in meiner Absicht. P.S. Seitdem ich die Animation von Dehn gesehen habe, weiß ich auch, warum die Computer eine Löschtaste haben.
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