Hi,
hatte KingW. schon ne PM gesendet, aber bisher ist nix gekommen, deshalb Poste ich die Frage nochmal.
Es geht um eine STC1200 die wir ggf. mit DVB-S(2) ->COFDM erweitern möchten. Habe allerdings noch einige fragen, welche mir bisher nicht wirklich zufriedenstellend beantwortet werden konnten, vielleicht könnt ihr mir ja helfen:
1. Jede DVB-S2 -> COFDM Kassette hat zwei eingänge. Ist es nun mit einer Kassette möglich 2 Transponder, oder 2 Sender aufzuarbeiten? Ich habe bisher immer verschiedene aussagen dazu gehört und bin mir mittlerweile etwas unsicher.
2. Gibt es gravierende Unterschiede zwischen den Herstellern? Bietet also Hersteller X mit seiner Kopfstelle Funktionen/Möglichkeiten an, die eine GSS nicht hat/kann?
Beste,
dRei
07.06.2010, 10:40
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2
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Hallo dRei, herzlich Willkommen im Forum!
Zitat:
Zitat von dRei
Es geht um eine STC1200 die wir ggf. mit DVB-S(2) ->COFDM erweitern möchten. Habe allerdings noch einige fragen, welche mir bisher nicht wirklich zufriedenstellend beantwortet werden konnten, vielleicht könnt ihr mir ja helfen:
1. Jede DVB-S2 -> COFDM Kassette hat zwei eingänge. Ist es nun mit einer Kassette möglich 2 Transponder, oder 2 Sender aufzuarbeiten? Ich habe bisher immer verschiedene aussagen dazu gehört und bin mir mittlerweile etwas unsicher.
Mit QPSK in OFDM-Twin-Kassetten kann man max. 2 x 4 SD-Programme von zwei Transpondern umsetzen. Mit Multiplex-Kassetten lässt sich auch aus zwei Transpondern ein neues Bouquett zusammen stellen. Da HD-Signale eine höhere Datenrate beanspruchen, sind zwangsläufig auch nur weniger Programme pro Kassette umsetzbar.
Zitat:
Zitat von dRei
2. Gibt es gravierende Unterschiede zwischen den Herstellern? Bietet also Hersteller X mit seiner Kopfstelle Funktionen/Möglichkeiten an, die eine GSS nicht hat/kann?
Es gibt keine Funktionen, welche die semiprofessionellen GSS-Kassetten für die STC 1200 gegenüber Mitbewerberprodukten nicht haben. Die STC 1200 ist auch bereits zur vollständigen Bestückung mit digitalen Twin-Kassetten ausgelegt. Lediglich der Softwarestand der Bedieneinheit muss passen, da kann u. U. ein Wechsel gegen eines mit BE-Remote erforderlich sein.
Die Umsetzung QPSK in COFDM wird zunehmend in Hotels und Heimen praktiziert, die mit einem beschränktem Programmangebot auskommen. Man muss sich aber immer bewusst sein, dass mit Umsetzung in QAM stets ein kompletter Satellitentransponder umgesetzt werden kann was wesentlich wirtschaftlicher ist, wenn die TV-Geräte auch diese Modulation beherrschen.
Die Bildqualität ist bei Umsetzung in OFDM nur geringfügig schlechter als in QAM. Im Gegensatz dazu haben direkt eingeschleuste DVB-T-Signale eine deutlch niedrigere Qualität.
Die Installation der HD-Digitalkassetten erfordert einen ausgebufften Antennenprofi mit Messgerät, da ist keinerlei Raum für Do-i-yourself-Tätigkeiten. Wertvolle Infos kann man aber dem GSS-Planungshandbuch http://www.gss.tv/fileadmin/redaktio...gshandbuch.pdf entnehmen.
07.06.2010, 11:27
#
3
dRei
Threadstarter
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Beiträge: 4
Zitat:
Zitat von Dipol
Hallo dRei, herzlich Willkommen im Forum!
Dankeschön
Zitat:
Zitat von Dipol
Mit QPSK in OFDM-Twin-Kassetten kann man max. 2 x 4 SD-Programme von zwei Transpondern umsetzen. Mit Multiplex-Kassetten lässt sich auch aus zwei Transpondern ein neues Bouquett zusammen stellen. Da HD-Signale eine höhere Datenrate beanspruchen, sind zwangsläufig auch nur weniger Programme pro Kassette umsetzbar.
Wie weit reduziert sich hier die Bandbreite bei HD-Kanälen? Sind somit je Kassette nur noch 2 HD-Kanäle möglich, oder ist es auch denkbar, zwei HD-Kanäle je SAT-Eingang aufzubereiten?(Also in der Summe 4 HD-Kanäle je Kassette)
Zitat:
Zitat von Dipol
Es gibt keine Funktionen, welche die semiprofessionellen GSS-Kassetten für die STC 1200 gegenüber Mitbewerberprodukten nicht haben. Die STC 1200 ist auch bereits zur vollständigen Bestückung mit digitalen Twin-Kassetten ausgelegt. Lediglich der Softwarestand der Bedieneinheit muss passen, da kann u. U. ein Wechsel gegen eines mit BE-Remote erforderlich sein.
Das mit dem Softwarestand wusste ich bereits. Das ggf. ein neues BE eingebaut werden muss war mir neu.
Zitat:
Zitat von Dipol
Die Umsetzung QPSK in COFDM wird zunehmend in Hotels und Heimen praktiziert, die mit einem beschränktem Programmangebot auskommen. Man muss sich aber immer bewusst sein, dass mit Umsetzung in QAM stets ein kompletter Satellitentransponder umgesetzt werden kann was wesentlich wirtschaftlicher ist, wenn die TV-Geräte auch diese Modulation beherrschen.
Die Bildqualität ist bei Umsetzung in OFDM nur geringfügig schlechter als in QAM. Im Gegensatz dazu haben direkt eingeschleuste DVB-T-Signale eine deutlch niedrigere Qualität.
Das ist mir bekannt. So wie du es jetzt schreibst, ist es nicht möglich über die Umsetzung nach QAM HD-Sender aufzubereiten, richtig?
Wenn dem so ist, dann ist das für meine Zwecke nicht geeignet.
Zitat:
Zitat von Dipol
Die Installation der HD-Digitalkassetten erfordert einen ausgebufften Antennenprofi mit Messgerät, da ist keinerlei Raum für Do-i-yourself-Tätigkeiten.
Keine angst. Dessen bin ich mir ebenfalls bewusst und die Installation würde ggf. von einem spezialisten durchgeführt. Ich bin lediglich für das abklären der Rahmenbedingungen zuständig.
Herzlichen Dank erstmal für die super schnelle Antwort.
07.06.2010, 12:19
#
4
Dipol
Team SAT-Technik
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Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von dRei
Wie weit reduziert sich hier die Bandbreite bei HD-Kanälen? Sind somit je Kassette nur noch 2 HD-Kanäle möglich, oder ist es auch denkbar, zwei HD-Kanäle je SAT-Eingang aufzubereiten?(Also in der Summe 4 HD-Kanäle je Kassette)
Bei OFDM ja, mit QAM 16 schon mehr und mit QAM 256 noch mehr.
Nicht nur beim Multiplexen von SD- und HD- oder gar ASI ist auch mal Rechnen angesagt, welches Programm aus dem/den Transpondern(n) ausgefiltert werden muss. Es wird ja auch mit völlig unterschiedlichen Datenraten gesendet und wer braucht schon alle Regionalausgaben von MDR, NDR oder gar die WDR-Stadtausgaben?
Zitat:
Zitat von dRei
Das ist mir bekannt. So wie du es jetzt schreibst, ist es nicht möglich über die Umsetzung nach QAM HD-Sender aufzubereiten, richtig?
Wenn es so wäre, gäbe es in keinem BK-Netz HD-Programme. HD beansprucht nur mehr Bandbreite als SD und entsprechende Endgeräte.
Zitat:
Zitat von dRei
Herzlichen Dank erstmal für die super schnelle Antwort.
Gern geschehen. Sind denn überhaupt alle Flats über DVB-T HD-fähig? Es hilft nämlich wenig wenn die Schirme HD-ready sind und der Tuner nicht, dann kann man besser gleich SD-Signale einspeisen.
07.06.2010, 12:40
#
5
dRei
Threadstarter
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Zitat:
Zitat von Dipol
Bei OFDM ja, mit QAM 16 schon mehr und mit QAM 256 noch mehr.
Nicht nur beim Multiplexen von SD- und HD- oder gar ASI ist auch mal Rechnen angesagt, welches Programm aus dem/den Transpondern(n) ausgefiltert werden muss. Es wird ja auch mit völlig unterschiedlichen Datenraten gesendet und wer braucht schon alle Regionalausgaben von MDR, NDR oder gar die WDR-Stadtausgaben?
OK. Das hilft mir schon weiter.
Zitat:
Zitat von Dipol
Wenn es so wäre, gäbe es in keinem BK-Netz HD-Programme. HD beansprucht nur mehr Bandbreite als SD und entsprechende Endgeräte.
OK. Wie begründet sich dann die geringfügig schlechtere Qualität bei aufarbeitung zu QAM btw. kann man das überhaupt erkennen?
Zitat:
Zitat von Dipol
Gern geschehen. Sind denn überhaupt alle Flats über DVB-T HD-fähig? Es hilft nämlich wenig wenn die Schirme HD-ready sind und der Tuner nicht, dann kann man besser gleich SD-Signale einspeisen.
Es gibt noch keine Fernseher
Aber auch dieses Thema sollte vorerst aussen vor gelassen werden.
07.06.2010, 17:53
#
6
Dipol
Team SAT-Technik
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Zitat:
Zitat von dRei
OK. Wie begründet sich dann die geringfügig schlechtere Qualität bei aufarbeitung zu QAM btw. kann man das überhaupt erkennen?
Denn mal die Reihenfolge nach verfügbaren Datenraten:
An Flats ab 32 Zoll sind analoge PAL-Signale meist eine Zumutung. Selbst DVB-T-Signale mit einer eher bescheidenen Datenrate sind da schon deutlich besser. Von QPSK in die DVB-T-Modulation COFDM umgesetzte Signale sind dagegen schon mal ein Quantensprung. QAM-Umsetzung ist besser, der Unterschied zu COFDM bei großen Schirmen sichtbar. Zwischen QAM und nochmals besserem QPSK-Sat.-Direktempfang ist der Unterschied eher messtechnischer Art.
Und für alle Modulationsarten gilt natürlich, dass HD entschieden besser als SD ist. Und das Pixelmatsch-SD so mancher "Ruf mich an Sender" ist auch nicht gleich dem SD eines ÖR-Senders, so wenig wie hochskaliertes HD einem nativen Signal gleich kommen kann. Ich hoffe die Verwirrung hält sich in Grenzen.
Zitat:
Zitat von WoZi
Es gibt noch keine Fernseher
Aber auch dieses Thema sollte vorerst aussen vor gelassen werden.
Jetzt bin ich aber mal neugierig wie groß die Anlage ist. Kopfstellenumsetzer gleich welcher Art sind für kleine und mittlere Antennenanlagen das falsche Konzept. Und schon wird es eminent wichtig, ob ein TV auch ohne Beistellgerät auch DVB-C und DVB-S empfangen kann.
08.06.2010, 09:19
#
7
dRei
Threadstarter
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Zitat:
Zitat von Dipol
Denn mal die Reihenfolge nach verfügbaren Datenraten:
An Flats ab 32 Zoll sind analoge PAL-Signale meist eine Zumutung. Selbst DVB-T-Signale mit einer eher bescheidenen Datenrate sind da schon deutlich besser. Von QPSK in die DVB-T-Modulation COFDM umgesetzte Signale sind dagegen schon mal ein Quantensprung. QAM-Umsetzung ist besser, der Unterschied zu COFDM bei großen Schirmen sichtbar. Zwischen QAM und nochmals besserem QPSK-Sat.-Direktempfang ist der Unterschied eher messtechnischer Art.
Und für alle Modulationsarten gilt natürlich, dass HD entschieden besser als SD ist. Und das Pixelmatsch-SD so mancher "Ruf mich an Sender" ist auch nicht gleich dem SD eines ÖR-Senders, so wenig wie hochskaliertes HD einem nativen Signal gleich kommen kann. Ich hoffe die Verwirrung hält sich in Grenzen.
Jau Satzbau lassen wir mal aussen vor Ich schreibe auch manchmal so, kann also nachvollziehen, was du meinst
Ich denke, dass waren erstmal die Infos, die ich am nötigsten gebraucht habe.
Vielleicht eins noch:
Wäre es ggf. Günstiger oder vorteilhaft auf eine komplett andere Kopfstelle umzurüsten? Wahrscheinlich nicht, oder?
08.06.2010, 10:53
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Dipol
Team SAT-Technik
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Zitat:
Zitat von dRei
Wäre es ggf. Günstiger oder vorteilhaft auf eine komplett andere Kopfstelle umzurüsten? Wahrscheinlich nicht, oder?
Es gibt von GSS und anderen Herstellern deutlich billigere aber auch weniger hochwertige Anlagen als die Lösung mit der STC 1200. Dazu kann man auch aus Platzgründen gezwungen sein. Bei der Rentabilitätsberechnung kommt es auch darauf an, ob die freien Steckplätze in der STC 1200 bis zur Analogabschaltung am 30.04.2012 ausreichen, da werden alle vorhandenen Analogkassetten funktionslos.
Bei einer Objektgröße < 50 WE ist das Geld für die Anlagendigitalisierung allerdings wesentlich besser in eine Multischalter-Sternverteilung oder ein UniCable-System mit Vollbandempfang -möglichst mit separaten Wohnungszuleitungen- investiert. Man sollte somit das Ausbaukonzept an der Objektgröße orientieren. Nachdem eine analoge Signalzuführung wegen der Flats unzeitgemäß ist und auch bei Kopfstellenumsetzung Beistellgeräte oder integrierte Digitalempfänger erforderlich sind, ist bei kleinen Anlagen die Umstellung auf Sat.-ZF-Empfang Direktempfang immer zukunftssicherer und auch langfristig wesentlich kostengünstiger.
Bei Kleinanlagen führt dieses Konzept in eine Kostenfalle und rechnet sich nur für einen: Den Installateur! Mit der Angst der Eigentümer vor einer neuen Verkabelung lassen sich prächtige Geschäfte machen.
EDIT: Da es im vorliegenden Fall um eine Hotelanlage mit 18 Zimmern geht, ist auch eine Nutzung des bestehenden Verteilnetzes für UniCable denkbar. UniCable ist auf max. zwei Satelliten und max. acht Receiver je Stammleitung beschränkt. Sofern das Altnetz verwendbar ist, wäre diese Konzeption zukunftssicher und wesentlich kostengünstiger.