Von BK au Sat umstellen -> alte Koaxkabel i.O.?

Alt 23.05.2010, 16:16   # 1
chris1979
 
Registriert seit: 23.05.2010
Beiträge: 1
Hallo,

ich habe vor von Kabelfernsehen auf Sat (inkl. HD) umzustellen.
Nun habe ich Ende der 90er zwar die Netzstruktur für TV bereits auf Sat ausgelegt (Sprich, jede Dose im Stern vom Dachboden aus angefahren und im Sternpunkt einen BK-Verzweiger installiert) allerdings habe ich damals nicht speziell auf den Kabeltyp geachtet.
Ich habe von Interkabel das INKA 48 verbaut (Kompletes Datenblatt habe ich).
Auszug aus den Spezifikationen:
Dämpfung bei 2050MHz: 44dB
Schirmungmass bei 2050MHz: 80dB

Die längsten Leitungen vom geplanten Multischalter sind ca. (max.) 20m.

Über die alten Leitungen werden 5 Endgeräte angefahren.
Über weitere Kathrein LCD95 Leitungen werden noch zusätzlich 3 Endgeräte angefahren.

Vom LNB zum Multischalter sind entweder 4m (Dachmontage) oder 10m (unterm Vordach) geplant. In jeden Fall werde ich hier ein LCD111 von Kathrein verwenden.

Zu den Störungseinflüssen: Ich lebe auf dem Land, habe allerdings in 150m entfernung einen Handy-Sendemast (bisher sind mir hier noch keine Einflüsse aufgefallen.

Nun meine Frage. Bekomme ich mit den alten Kabeln Probleme?

Weiter hätte ich evtl. noch vor, mir DVB-T mit in den Multischalter mit einzuspeisen. Geht das einfach über den Terrestischen anschluss? Was muss man weiter beachten?

Gruß,
Christian
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Alt 24.05.2010, 00:34   # 2
King W.
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Die Werte für Schirmungsmaß und Dämpfung waren damals noch OK, für heutige Verhältnisse aber - sagen wir mal - unterste Grenze.

Wobei die Dämpfung bei 20m mit 8,8 dB durchaus noch erträglich ist. Laut Norm ist am Eingang eines SAT-Receivers ein Pegel von 47 - 77 dBµV erforderlich, am Ausgang eines Multischalters stehen, bei einer Antenne von ca. 80 - 90 cm Durchmesser und einem normal verstärkenden LNB jedenfalls mehr als 70 dBµV zur Verfügung. Selbst wenn man außer der Kabeldämpfung noch ganz großzügig 10 dB Dämpfung für die Dose und die Anschlußleitung hinzurechnet, kommst du immer noch locker aus.

Für den DVB-T Empfang ist es vorteilhaft, wenn der Multischalter über eine aktive Terrestrik verfügt. Hier gibt es einige Alternativen:
Dieser Emp-Centauri wäre z.B. geeignet. Er besitzt einen eingebauten Verstärker, mit dem die terrestrische Verteildämpfung ausgeglichen werden kann. Der Verstärker läßt sich bei Bedarf zu- oder abschalten. Weiterer Vorteil des Emp-Schalters ist der niedrige Stromverbrauch. Max. 6W sind es, mit eingeschaltetem Verstärker.
Noch etwas besser, weil mit einer höheren Teilnehmerentkopplung ausgestattet, ist der TMS 5x8 von Triax/Hirschmann. Der Vorteil der besseren Teilnehmerentkopplung wirkt sich hauptsächlich beim terrestrischen Empfang aus.
Schalter der Spitzenklasse werden von Jultec angeboten. In deinem Fall wäre der JAM 0508T ideal. Das stabile Alu-Druckgußgehäuse sorgt für überragende mechanische Stabilität und eine hohe Abschirmung gegen Störungen aller Art, eine aktive Terrestrik liefert einwandfreien DVB-T Empfang und die eingebaute Schräglagenentzerrung verstärkt die hohen Frequenzen deutlich kräftiger, als die niedrigen. Dadurch wird die bei hohen Frequenzen ansteigende Kabeldämpfung ausgeglichen. Als Resultat können an diesen Schalter auch sehr lange Kabel und/oder Kabel mit hoher Dämpfung problemlos angeschlossen werden. Und - last, not least - gewährt Jultec 5 Jahre Garantie auf seine Produkte.

Die Schalter werden nur im seriösen Fachhandel, nicht aber bei den ebay-Kistenschiebern angeboten. SEH ist Jultec-Händler und kann die Schalter auf telefonische Bestellung (02323/61887) liefern. Dort kannst du auch die Preise erfragen.

Zur Antennenmontage:
Unter dem Vordach ist die Antenne eventuell nicht erdungspflichtig. Bitte, lies den Beitrag über Erdung und Potentialausgleich hier im Forum. 10m Kabel von der Antenne zum Multischalter sind überhaupt kein Problem, wenn du gutes Kabel nimmst. Das Kathrein LCD 111 ist durchaus zu empfehlen. Gleichwertige Kabel von anderen Firmen eignen sich auch, z.B. das Hirschmann KOKA 100, das TechniSat 100 dB-Kabel oder das Preisner SK 2000.

Es gibt sogar noch höher abgeschirmte und dämpfungsärmere Kabel, z.B. dieses hier. Der Einsatz dieses Kabels macht aber nur Sinn in extrem gestörter Umgebung (der Handy-Mast zählt nicht dazu) oder bei sehr langen Kabelstrecken > 50m. Bei dir würde dieses Kabel durch das bereits vorhandene 80 dB Kabel ohnehin ad absurdum geführt.
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Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
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