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| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
| Zumindest über das bei jeder Antenne wichtige Kapitel Erdung und Potentialausgleich könnt ihr euch informieren. Falls noch nicht geschehen: [LEX]Bitte lesen[/LEX]. Das ist wahrscheinlich nicht genau das, was ihr wollt, aber in der Praxis für jeden Antennenbauer, der nicht nur nach "Mittelmeer-Norm" bauen will, enorm wichtig. Damit bekommt ihr schon allein 10 Minuten voll. Wetten? Ich will euch auch gern noch ein paar Erklärungen geben, obgleich ich genau wie Dipol der Meinung bin, ihr hättet früher kommen sollen. Offsetantenne OA36G Ob das Ding nun OA 36G heißt, oder Triax TDA 88 oder Kathrein CAS 90, ist zunächst einmal völlig egal. Stellt eich einen Autoscheinwerfer vor: Im Brennpunkt sitzt die Lampe (Leute, die keine Ahnung haben, sagen auch Birne dazu) und die Lichtstrahlen kommen praktisch parallel heraus. Nun ist der Lichtweg aber umkehrbar, parallel einfallende Strahlen können durch einen entsprechend geformten Spiegel wie durch ein Brennglas auf einen Punkt konzentriert werden. Bei einer Antenne ist das im Prinzip genau so. Die Strahlen werden vom Satellit ausgesendet, und von der Schüssel auf einen Punkt konzentriert. Das ist der Brennpunkt. "Offset" bedeutet nun, daß die ganze Sache nicht genau symmetrisch ist, sondern daß die Strahlen schräg von oben kommen. Je steiler die Strahlen auf die Schüssel auftreffen, desto mehr werden sie nach unten gespiegelt. Je genauer die Schüssel die auftreffenden Strahlen in einen Punkt bündeln kann, desto besser. Das Bündeln ist auch sehr nötig: Ein Satellit wie der Astra verfügt auf jedem Sendeplatz (Transponder) über eine Leistung von ca. 70W - und versorgt damit ganz Europa. Könnt ihr Verhältnisrechnung? Dann setzt mal die Fläche Europas mit der Fläche einer Antenne ins Verhältnis und nehmt das Ganze mal 70. Dann wißt ihr ungefähr, wieviel elektrische Energie bei der Antenne ankommt. Ich kann euch versichern, da sind noch einige Nullen hinter dem Komma, bevor die erste richtige Ziffer kommt. Einspeisesystem OC04A Das ist der Empfangskopf vorn an der Schüssel. Der sitzt natürlich genau im Brennpunkt (zumindest sollte er da sitzen). nimmt die 0,...0 irgendwas Watt an elektrischer Leistung auf und verstärkt das Ganze erst einmal um ein paar Millionen. Pech nur - die Frequenzen sind zu hoch, ein normales Koaxkabel, auch das gute MK95 hat keine Chance. Aber die Frequenzen müssen so hoch sein, das hängt mit der Atmosphäre zusammen. Für die meisten elektrischen Wellen ist sie undurchlässig, aber sie hat quasi ein Loch. Dieses Loch wird ausgenutzt. Es sind die Frequenzen von ca. 10.700 MHz bis etwa 12.750 MHz. Jetzt kommt die zweite Aufgabe des Einspeisesystems (anderer Name dafür: LNB, das ist euch vielleicht geläufiger): Es setzt die Frequenz herab, damit sie durch das Kabel "paßt". Der gesamte Bereich wird noch einmal in zwei "Bänder" unterteilt, also von 10.700 bis 11.700 MHz und der Bereich darüber. Das hat technische Gründe. Außerdem unterscheidet man beide Bänder noch nach der Polarität, also wie die Wellen hier ankommen: horizontal oder vertikal. Es gibt also insgesamt 4 Bänder und - logisch - hat das LNB auch 4 Anschlüsse. Auf jedem dieser Bänder sitzen bestimmte Sender. ARD ist zum Beispiel auf Hochband (Sendefrequenz über 11.700) /Horizontal, DSF oder VIVA aber auf Hochband/Vertikal. Multischalter DY56A Jetzt gibt es aber ein Problem: Wäre der Receiver über das Kabel direkt mit dem LNB-Anschluß verbunden, welcher Horizontal/Hochband liefert, so könntet ihr wohl ARD, nicht aber VIVA gucken. Ziemlich unbefriedigend, das Ganze. Aufs Dach klettern, und den Anschluß umklemmen, kann aber auch nicht die Lösung sein - ein Umschalter muß her. So kann es funktionieren: Der Umschalter muß vom Receiver ein Schaltbefehl bekommen - einfach über die Antennenleitung - und den Receiver dann mit dem richtigen LNB-Anschluß verbinden. Praktisch wäre es noch, wenn dieser Schalter so schnell arbeitet, daß (fast) keine Verzögerung entsteht und wenn der Schalter alle 4 Bänder liefern könnte. Genau so ein Schalter ist der DY 56A. Dort werden alle 4 Bänder angeschlossen und zusätzlich der Receiver. Und schon funktioniert es. Aber warum ist die Bezeichnung ausgerechnet so? Es hat sich bei den meisten Herstellern so eingebürgert, daß der Name des Schalters zuerst mit einer Buchstabenkombination beginnt. Was DY bedeutet, weiß ich nicht, aber bei Jultec heißen viele Multischalter "JAM ...", was so viel bedeutet, wie Jultec Aktiver Multischalter. Bei Spaun heißen die Dinger "SMS". Hat nichts mit Handys zu tun, sondern bedeutet Spaun MultiSchalter. Ihr könnt ja bei anderen Firmen auch mal nachgucken, vielleicht findet ihr noch was. Nach dieser Buchstabenkombination kommt eine Zahl, manchmal auch mehrere. Zuerst kommen die Eingänge, in diesem Fall also 5 und 6 Ausgänge - für jeden Teilnehmer einen. Hä? 5 Eingänge? Waren es nicht 4? Stimmt - für jedes Band gibt es einen Eingang. Der fünfte ist z.B. für eine UKW-Antenne, wenn mal ein Radio angeschlossen werden soll, oder für DVB-T, das neue digitale Fernsehen über die Hausantenne. Obwohl - eigentlich braucht man das nicht unbedingt. Bei den meisten Schaltern bleibt dieser Eingang deshalb auch frei. Receiver OR53D Na, da kramt mal eure Englischkenntnisse vor, so denn welche vorhanden sind. To receive? Richtig: Empfangen. Der Receiver macht nichts anderes, als das Satellitensignal zu empfangen und in ein normales Fernsehbild umzusetzen. Das muß dann nur noch per Kabel (heutzutage nimmt man dazu ein sogenanntes SCART-Kabel, oder bei Flachfernsehern ein HDMI-Kabel) an den Fernseher übertragen werden - fertig. Schon könnt ihr gucken. Dosen DB03 Diese Dosen nimmt man immer dann, wenn man das Kabel nicht einfach aus der Wand herausgucken lassen will. Sieht schöner aus. Sonst hat die Dose keine besondere Funktion - es sei denn ... Denkt mal an den 5. Anschluß. Das UKW-Signal muß ja wieder von dem Satellitensignal getrennt werden. Das macht die Dose auch noch. Genau deshalb haben die SAT-Dosen auch meist drei Anschlüsse. Einer ist für den Receiver, damit er sein SAT-Signal bekommt, einer für normales Fernsehen, heutzutage also meist DVB-T und einer für das Radio. So, nun lernt mal schön. Ich denke, viel mehr als Basiswissen war das bisher noch nicht. Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid und euch in Zukunft für mehr interessiert, würde mich das freuen. Immer her mit den Fragen! Und - Viel Erfolg bei dem Referat! Ich drück euch die Daumen!
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! |
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| Threadstarter Registriert seit: 10.05.2010
Beiträge: 5
| @ Dipol Ja du hast Recht, will ich auch gar nicht wiedersprechen, aber es ist wirklich großartig das doch noch Antworten kam und du erklärst ja auch was und das ist schon mal wichtig. @ King W. Also noch besser hätten das jetzt die wenigsten erklären können, dir wirklich großen Dank. Ihr habt beide Recht mit euren Infos arbeite ich nun noch über Nacht ein Referat aus das sicher um die 20 Minuten füllt. Vielen Dank euch beiden nochmal. Beste Grüße Liveplay |
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| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
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| Danke für die Rückmeldung. Es interessiert mich natürlich, was aus dem Referat geworden ist. Schreib mal zurück. Die ganze SAT-Technik ist höllisch interessant, wenn man sich überhaupt für Technik interessiert. Ich finde es schon bemerkenswert, daß an Schulen überhaupt solche Referate vergeben werden. Handelt es sich um eine spezielle Schule mit Technik-Schwerpunkt? In NRW hat so etwas Seltenheitswert. Die Politiker hier reden zwar alle viel und gern, aber wirklich getan wird nichts. Wie auch, wenn das Geld für Griechenland ausgegeben wird? Aber das ist ein anderes Thema.
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| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
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| Ist doch super und freut mich für euch. Aber, wie gesagt, wenn noch einmal so etwas ist, bitte nicht wieder auf den "letzten Drücker". Versprochen? Übrigens: Ihr findet bei uns zu nahezu allen technischen Fragen kompetente Leute, nicht nur im Bereich SAT-Technik. Wenn ihr wollt, macht doch einfach mit! Ich denke, es lohnt sich.
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To receive? Richtig: Empfangen. Der Receiver macht nichts anderes, als das Satellitensignal zu empfangen und in ein normales Fernsehbild umzusetzen. Das muß dann nur noch per Kabel (heutzutage nimmt man dazu ein sogenanntes SCART-Kabel, oder bei Flachfernsehern ein HDMI-Kabel) an den Fernseher übertragen werden - fertig. Schon könnt ihr gucken.