Umbau von Kabel auf Sat in EInfamilienhaus

Alt 29.04.2010, 19:18   # 1
Golemxyz
 
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Hallo erstmal an die super Community hier. Bin schon lange hier unterwegs und hab schon etliche Probleme dadurch lösen können. Da dieses Projekt jedoch etwas größer ist, würde ich doch gerne wissen was ein "Fachmann" von meinem Plan hält und hab mich kurzerhand mal angemeldet.

Folgendes Problem wie schon so oft, es besteht zur Zeit ein Kabelanschluss mit einer aufwendigen Kabelverlegung in Baumstruktur inkl. mehrerer Verteilern. Ich möchte nun alles so einfach wie möglich auf SAT umrüsten, weil das nachträgliche verlegen von neuen Kabeln leider nur sehr schwer möglich ist.

Hab nun schon etwas überlegt und folgenden Plan entworfen, weil dort der Umbauaufwand am geringsten ist.--> siehe Anhang

1 x Quad LNB mit 4 Kabeln in die Waschküche
von da aus dann einmal direkt ins Gästezimmer und 3 x an Antennenverteiler mit Gleichspannungsdurchgang um es auf 6 Receiver zu verteilen. Die Receiver an jeweils einem Antennenverteiler werden nicht gleichzeitig betrieben. Die längste Kabelverbindung von LNB zu Receiver beträgt 35m und es soll ein 7 mm 100Ohm Kabel verwendet werden, welches auch bereits im Haus vorhanden ist.

Die Antennenverteiler sind ähnlich wie der hier

Zum Schluss noch eine Frage zum Antennenverteiler. Man liest immer überall das ein gleichzeitiger Betrieb der Receiver an einem solchen Verteiler nicht möglich ist. Ich habe das allerdings vor kurzem bei einem Bekannten getestet und konnte dort keine Einschränkungen auf einem der beiden Receiver feststellen. Da Frage ich mich doch warum immer behauptet wird das es nicht gehen soll?

Was haltet ihr von dem Plan oder hab ich etwas übersehen? Mir ist bewusst das eine komplette Sternverteilung wesentlich besser ist, leider lässt sich das nicht ohne weiteres realisieren.
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Alt 30.04.2010, 20:49   # 2
King W.
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Der Anschluß mehrerer Receiver an einer Leitung mittels Antennenverteiler kann, muß aber nicht funktionieren. Der Grund ist, daß die meisten deutschen Programme auf Horizontal/Hochband senden und in der Regel auch miteinander kombiniert werden können. Das wird sich aber bald ändern. 2012 werden die analogen Programme auf Astra abgeschaltet, die freiwerdenden Transponder neu belegt - natürlich mit digitalen Programmen. Die analogen Programme senden aber ohne Ausnahme im Tiefband. Wenn später eins der neuen Programme empfangen werden soll, und ein anderer Receiver empfängt z.B. ARD, kommt es zum Konflikt auf der Leitung, das LNB "weiß" nicht mehr, welches Band es gerade liefern soll. Wenn du dann Glück hast, funktioniert es einfach nicht, hast du Pech, geht etwas kaputt.

Zwei Receiver an einer Leitung würde ich allenfalls mit einem solchen Vorrangschalter betreiben. Damit wird einfach ein Receiver zum Master erklärt, der andere zum Slave, der, solange der "Master" eingeschaltet ist, nur von dem gleichen Band empfangen kann. Das ist für eine Neuinstallation, oder einen Umbau, aber nur als Krücke zu bezeichnen.

Viel besser (allerdings auch teurer) wäre es in deinem Fall, einen Unicable-Router zu installieren. Ich habe mal eine Skizze angefertigt, wie ich mir die Sache vorstelle. Der Jultec-Router ist zwar kein Sonderangebot, bietet aber wichtige Vorteile: An jeden der 4 Ausgänge kann man einen herkömmlichen Receiver anschließen. Dann verhält sich der Router wie ein normaler Multischalter. Alternativ können auch an jeden Ausgang bis zu 3 unicable-taugliche Receiver angeschlossen werden. Die Receiver beeinflussen sich gegenseitig nicht, weder die drei an einer Leitung (sofern sie richtig eingestellt sind) noch die 4 Leitungen untereinander.

Wie du von den Ausgängen aus weiter gehst, also von Dose zu Dose, oder mit einem Antennenverteiler (wir empfehlen immer den FTE, aber der von Pollin sollte auch funktionieren) ist relativ belanglos. Wichtig ist aber, daß geeignete Antennendosen zum Einsatz kommen, z.B. diese hier. Jeweils die letzte Dose eines jeden Stranges muß mit einem Abschlußwiderstand versehen werden.

Den Jultec-Schalter bekommst du ebenfalls bei SEH, auf telefonische Anfrage (02323/61887).

Bitte, beim Aufbau auch die Bestimmungen zur Erdung und zum Potentialausgleich beachten, sie dienen deiner Sicherheit! Falls noch nicht geschehen: [LEX]Bitte lesen[/LEX].

In Verbindung mit einem Unicable-Router benötigst du allerdings ein Quattro-LNB, z.B. dieses hier.

Was mich noch stutzig macht: Du schreibst etwas von 7mm 100-Ohm-Kabel. In der Antennentechnik wird normalerweise Kabel mit einem Wellenwiderstand von 75 Ohm eingesetzt. Falls du tatsächlich 100 Ohm-Kabel hast (unwahrscheinlich), bekommst du durch die Fehlanpassung Signalverlust. Vermutlich wird es gar nicht funktionieren. Oder hast du Kabel mit 100 dB Abschirmung? Dann ist es OK.

Für die Verbindung vom LNB im Garten zur Waschküche muß das Kabel wohl außen verlegt werden, eventuell sogar unterirdisch. Dafür kannst du vorteilhaft dieses Erdkabel verwenden. Es ist besonders robust und dämpfungsarm, dabei nicht einmal besonders teuer.

Passende F-Stecker dazu hat SEH auch.
Angehängte Grafiken
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Alt 06.05.2010, 15:23   # 3
Golemxyz
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Hallo King W.

vielen Dank für deine schnelle Antwort und den anderen Lösungsvorschlag.
Hab übrigens 7mm Kabel mit einer 100Ohm Abschirmung...war mein Fehler.

Die Außenkabel wollte ich eigentlich in einem Leerrohr verlegen, welches ich auch beim nächsten guten Wetter schonmal mit dem Zugband vorbereiten werde.

Genauso wie die Halterung der Satellitenschüssel. Die Schüssel ich mit einem dickwandigem Eisenrohr ca. in 1m Höhe direkt auf der Rasenfläche anbringen. Das Rohr soll ca. einen halben Meter in den Boden reichen und mit einem Betonsockel fixiert werden. In diesem Fall kann ich doch sicherlich auf die Erdung verzichten, wenn ich mich dort nicht irre? Es stehen auch noch genug andere Gebäude drumherum die Schüssel steht somit nicht frei auf dem Feld und ist auch nicht der höchste Punkt in der Umgebung.

bei der endgültigen Lösung muss ich nochmal drüber schlafen, ob ich jetzt deine Lösung verbaue oder doch in den sauren Apfel beiße und einmal vernünftig neue Kabel ziehe.
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Alt 06.05.2010, 16:51   # 4
King W.
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Die Unicable-Lösung mit dem Jultec-Router wird ohne Einschränkung einwandfrei funktionieren. Eine Neuverkabelung würde zwar keinen Router mehr, sondern "nur noch" einen normalen Multischalter erfordern, aber für das eingesparte Geld wirst du einiges an Kabel kaufen müssen und viel Arbeit haben.

Natürlich ist es aber deine Entscheidung, was du machst.

Um als normgerechte Erdung durchzugehen, müßte das Rohr 2m tief im Boden stecken, ein halber Meter reicht nicht. Zudem muß die "Hilfserde" mit dem Fundamenterder im Keller über ein 16 mm² Kabel verbunden werden. Unterbleibt das, entstehen im "Fall der Fälle" lebensgefährliche Schrittspannungen für Personen, die sich in der Nähe befinden. Mit dieser Verbindung aber ist der Erdungspflicht ohnehin Genüge getan.

Wenn du es ordentlich machen willst, kommst du um das Kabel nicht herum ...

Wieviel Sicherheit du brauchst, entscheide bitte selbst, ich sehe es aber hier im Forum als meine Pflicht an, Ratsuchende auf die einschlägigen Vorschriften hinzuweisen.
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