Spaun, Überspannung/Kurzschluss ?

Alt 26.04.2010, 23:05   # 1
Ultor
 
Registriert seit: 26.04.2010
Beiträge: 6
Hallo, ich bin neu in diesem Forum und habe gleich ein par Probleme:

Zuerst einmal meine Anlage:
110er Alu Schüssel von Vialuna (glaub ich )
3x Chess Edition 3 Quad LNBs (auf 28.2°, 19.2°, 13°)
und einen Spaun 4/1 DiseqC-Schalter.

Nun habe ich folgendes Problem:
ich kann jeden LNB an jeden Anschluss des Spaunschalters anschließen,
es funkltioniert einwandfrei.
Allerdings mit nur jeweils einem LNB !
Schließe ich 2 oder mehr an den Schalter an (was ja sein Zweck ist),
dann meldet mein Reciver plötzlich "Überspannung oder Kurzschluss am Antenneneingang".
Und es ist egal in welcher Konstellation die LNB's am Spaun angeschlossen sind.

Was kann das sein ?



Dann habe ich als 2. Problem, dass mein Hotbird LNB eine sehr merkwürdige Position hat.
Diese Stellung (LNB rechts im Bild) ist tatsächlich die beste und einzige die funktioniert !
Wie kann das sein, das der LNB diesen Winkel als Optimum hat ?
(hab alle anderen Stellungen probiert, Drehung, Verkippung, Entfernung, Tilt)
14312216b
  Mit Zitat antworten
Alt 27.04.2010, 09:41   # 2
Dipol
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Hallo Ultor, herzlich Willkommen im Forum!

Zitat:
Zitat von Ultor Beitrag anzeigen
...ich kann jeden LNB an jeden Anschluss des Spaunschalters anschließen,
es funkltioniert einwandfrei.
Allerdings mit nur jeweils einem LNB !
Schließe ich 2 oder mehr an den Schalter an (was ja sein Zweck ist),
dann meldet mein Reciver plötzlich "Überspannung oder Kurzschluss am Antenneneingang".
Und es ist egal in welcher Konstellation die LNB's am Spaun angeschlossen sind.

Was kann das sein ?
Für eine Diagnose muss die 13/18 Volt LNB-Spannung des Receivers und die Stomaufnahme mit Anschluss von einem bzw. mehreren LNB gemessen werden.

Das Fehlerbild ist absolut atypisch, SPAUN-DiSEqC-Schalter arbeiten gewöhnlich sehr zuverlässig und der Receiver müsste locker auch die Stromaufnahme von zwei Single-LNB verkraften. Der DiSEqC-Schalter darf die LNB-Spannung nur auf ein LNB durchleiten, weshalb hier schon mal etwas faul sein muss. Das lässt sich mit einem einfachen Multimeter nachmessen, aber dabei bitte keinen Kurzschluss fabrizieren.

Leider kann man nicht ausschließen, dass die LNB-Spannungsversorgung deines Receiver zu weich ist. Evtl. wurde die mal durch einen Kurzschluss zu lange gequält, das hält nicht jede LNB-Schutzschaltung auf Dauer aus.

Zitat:
Zitat von Ultor Beitrag anzeigen
Dann habe ich als 2. Problem, dass mein Hotbird LNB eine sehr merkwürdige Position hat.
Diese Stellung (LNB rechts im Bild) ist tatsächlich die beste und einzige die funktioniert !
Wie kann das sein, das der LNB diesen Winkel als Optimum hat ?
(hab alle anderen Stellungen probiert, Drehung, Verkippung, Entfernung, Tilt)
Dieser Wackelpeter-Halter setzt schon einige Routine voraus. Die Schrägstellung des LNB für 28,2° E kompensiert vermutlich nur einen zu großen, die des LNB für 13° E einen zu kleinen Abstand zum Zentralfokus.

Wie man an deinen LNB-Ausrichtungen erkennen kann, vertragen Rillenfeedhörner für Offsetantennen eine Menge an Fehleinstellung. Mit diesem in allen Achsen variablen Multifeedhalter kann man die LNB besonders exakt aber eben leider auch extrem falsch einstellen. In deinem Fall ist der Halter des 13° LNB ganz einfach nicht weit genug außen gesetzt, was durch die komisch aussehende LNB-Drehung kompensiert wird. Die optimalen Brennpunkte sitzen kurz hinter der Mitte der Feedkappen. Wenn die LNB-Achsen um den jeweiligen Bernnpunkt herum zur Mitte ausgerichtet werden klappt das auch.

ANLEITUNG:
  • Multifeedhalter demontieren und den Original LNB-Feedhalter montieren. Durch den Halter peilen und den Zielpunkt im Reflektor markieren.
  • Multifeedhalter wieder montieren, LNB für 19,2° auf die Zielpunktmarkierung ausrichten und Antenne nachjustieren.
  • LNB für 13° E weiter rechts montieren und auf den gleichen Zielpunkt am Reflektor ausrichten. Dieser LNB muss je nach Reflektordurchmesser und Standort um ca. 10 mm oder mehr tiefer als ASTRA 19,2° stehen.
  • LNB für 28,2° auf die Markierung ausrichten. Die Halterung steht vermutlich etwas zu weit außen. Die LNB-Postion ist deutlich höher als beim mittleren LNB.
  • Bei allen LNB auch austesten, ob eine Verschiebung im Halter (Abstand zum Reflektor) einen Einfluss hat.

Bei der Einstellung des LNB-Tilt ist zu beachten, dass ASTRA 28,2° E eine Vorentzerrung der Kreuzpolarisation von 8° hat. Wenn auch die Programme von EUTELSAT 28,5° E gewünscht werden, muss die Azimut-Position und der LNB-Tilt zwischen beiden Satelliten interpoliert werden.

Etwas Know-How zu Multifeed kannst du auch auf www.beitiger.de saugen. Anbei eine Abbildung wie die Ausrichtung aussehen sollte. Die äußeren LNB sind unsymmetrisch zu Gunsten des schwächsten Satelliten auf 28,2° E angeordnet, HotBird hat mehr Abstand zum Zentralfokus. Den Single-LNB für 23,5° E musst du dir wegdenken.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Schiene gebogen mit ALPS 13+19,2+23,5+28,2.jpg (90,3 KB, 9x aufgerufen)
  Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2010, 18:48   # 3
Ultor
Threadstarter
 
Registriert seit: 26.04.2010
Beiträge: 6
Ich werd mir das mal am Wochenende nochmal genauer ansehen.

Ich habe noch ein par ominöse Probleme:

Meine Anlage sieht so aus; 3 Quad-LNBs (Chess 3) wovon derzeit nur einer
an einem DiseqC-Schalter (1/4 Spaun) hängt. Danach kommen 25 Meter Kabel (130 db, 4fach geschirmt, verbuddelt) und dann eine Fensterdurchführung -von Schwaiger, allerdings war die so schlecht,
dass ich sie umgebaut habe, etwas zusätzliche eigene Alutfolie und einen viel dickeren Draht (aus meiner guten 130db Leitung) nun dämpft die Durchführung scheinbar garnicht mehr, jedenfalls messe ich mit und ohne keinen Unterschied, wo vorher die Signalqualität auf der Sat1-Gruppe total in Keller gegangen ist (andere wie RTL waren auch schlechter)

aschließend kam dann noch ein selbstgebautes Kabel (ca. 3 Meter bis zum Fernseher), weil mein gutes Koax alle war.
Das Kabel war eine einfach geschirmte (leichtes Geflecht) 4x0,25² Leitung (flexibel).
Insgesamt hatte ich damit durchschnittlich 13 db. (Qualitätsbalken fast voll, am Ende ist er bei 15, also 13 von 15 db.)


Nun zu einer Sache die ich nicht verstehe:

Hinter der Fensterdurchführung (im Wohnzimmer) habe ich einen Blitzschutz von Axing zusätzlich eingeschraubt. Der soll um unter 0.5 db dämpfen. Statt dessen ist aber meine Empfangsqualität stark raufgegangen (die meisten Sender sind jetzt bei 15db).

Dann wollte ich mein olles selbstegbautes Kabel durch mein anständiges 130db Kabel ersetzen.
(hab heute neues bekommen)
Nun ist die Qualität aber auf 7db eingebrochen, auf den meisten Sendern !
(einige Sender sind noch bei 12 db)

Wie kann denn das sein ?


Bei meinen Einstellungen am LNB ist mir auch aufgefallen,
das die RTL Gruppe (RTL, RTL2, etc) gegen die Sat1-Gruppe (Pro7 etc.)
arbeitet,
entweder ist einer gut, der andere schlecht oder umgekehrt.
(das hat wol mit den unterschiedlichen Polaritäten oder Frequenzen der Sender zu tun ?)
Beim einbau des neuen Kabels wurde auch nur eine Gruppe massiv schlechter,
während die andere nur ein bischen schlechter wurde.
Und so weiter...
  Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2010, 19:15   # 4
Ultor
Threadstarter
 
Registriert seit: 26.04.2010
Beiträge: 6
Achso noch ein kleiner Nachtrag:

Alles wurde auch direkt am LNB probiert.
Die 25 Meter Kabel dämpfen scheinbar garnicht.
Direkt am LNB sowie hinter den 25 Metern habe ich die gleiche Qaulität.

Den Effekt mit der Schwaiger-Fensterdurchführung ist auch der selbe.
(Dämpfung ist jetzt eindeutig besser, nach der Eigen"reperatur")

Der Blitzschutz sorgt auch an jeder Stelle für Verbesserung,
so wie auch mein 3m Kabelprovisorium an jeder Stelle besser war,
als das kurze (30 cm) Koax, das beim Reciver mitgeliefert wurde.
(das ist qualitativ auch extrem schlecht, hab damit anfangs auch meine Anlage eingestellt,
weil ich dachte, das ist so kurz, da kann es nicht viel einbußen geben. Nun weiß ich es besser und nehm nur noch eigene Kabel, bzw. prüfe vorher alles genau)
  Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2010, 22:16   # 5
Dipol
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von Ultor Beitrag anzeigen
Danach kommen 25 Meter Kabel (130 db, 4fach geschirmt, verbuddelt) und dann eine Fensterdurchführung -von Schwaiger, allerdings war die so schlecht, dass ich sie umgebaut habe, etwas zusätzliche eigene Alutfolie und einen viel dickeren Draht (aus meiner guten 130db Leitung)
Schon bei der Kombination eines F-Aufdrehsteckers mit 80 dB und einem A-Class-Kabel spreizt sich die Schirmungsmaßschere. Und dann auch noch an das Kabel mit angeblich 130 dB (Type?) eine Fensterdurchführung bzw. den gebastelten Eigenbau. Da schüttelt es mich.

Bevor du dich in derartigen Konstruktionen weiter verkünstelst, schlage ich mal folgendes vor:
  • Alle LNB wie bereits beschrieben normal ausrichten.
  • Danach die Anlage mit F-Buchse störstrahlsicher und mit korrekter Impedanz austesten.
  • Wenn es geht ein 8 mm Loch durch die Wand (nicht den Fensterrahmen) bohren und abdichten und ohne Fensterdurchführung zuleiten. Ansonsten ein neues Fensterband besorgen und durch ein Fenster leiten, das nicht zur Raumlüftung gebraucht wird.
Deine Schweinerei-Effekte deuten auf einen extrem ungleichen Frequenzgang und Stehwellen hin. Dafür kommt noch vor dem LNB diese Katastrophenverbindung als Ursache in Betracht.

Hier mal noch ein Vierfach-Feed mit zwei Perspektiven, für deine Satelliten musst du dir hier den KATHREIN UAS-LNB wegdenken. Die Abstände und Höhenunterschiede variieren mit der Reflektorgröße und der geografischen Empfangsposition, die Zahlen taugen nur zur Groborientierung.

Der imaginäre LNB im Zentralfeed sollte möglichst nicht in der Höhe verändert werden. Bei der CAS geht das nicht, bei deinem Halter aber schon.
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf CAS90_3ALPS+1UAS.pdf (475,0 KB, 11x aufgerufen)
  Mit Zitat antworten
Alt 01.05.2010, 18:06   # 6
Ultor
Threadstarter
 
Registriert seit: 26.04.2010
Beiträge: 6
Deine Missgunst kann ich mittlerweile verstehen,
nachdem ich mich einwenig mit den technischen Details auseinander gesetzt habe.
Das Kabel ist für meine Anwendung tatsächlich etwas überdmiensioniert.

Hier mal noch schnell ein par technische Details zu den Leitern:


-------------

DiSEqC 2.0 4/1 Schalter Spaun SAR 411 F

-------------

Koaxkabel - AES SA4-131CCS - 130 dB

8,2 mm Koaxkabel Class A+, AES-Schutz-GEL, geklebte Folien, 130 dB 4-fach Schirmung, 27,4 dB Signaldämpfung/2050MHz, für Sat- & BK-Anlagen, CE-digital, BZT


Technische Daten:

Allgemein

* Koaxialkabel Art: Installationskabel
* Außenmantelfarbe: weiß
* Kabellänge: 50 m
* Innenleiter: Stahlkupfer
* Schirmung: 4-fach
* Folie verklebt: Ja
* Gel-Feuchtigkeitssperre: Ja
* Aufputzinstallation: Ja
* Unterputzinstallation: Ja
* Innenbereich: Ja
* Außenbereich: Ja
* Erdverlegung: Nein
* HDTV-tauglich: Ja
* Digital-tauglich: Ja
* Kabel-tauglich: Ja
* UV-Beständig: Ja
* Wasserbeständig: Ja
* Temperaturbeständig: Ja
* Alterungsbeständig: Ja
* Metermarkierung: Ja
* Zertifizierung: ClassA+, CEdigital, BZT-Postzulassung

Daten

* Innenleiter: 1,13 mm AES-CCS
* Isolation: ø 4,8 mm AES Zell-PE
* Außenmantel: ø 8,2 mm PVC weiß
* Dämpfung bei 20°C:
o bei 100 MHz: 5,1 dB/100m
o bei 200 MHz: 6,9 dB/100m
o bei 300 MHz: 8,8 dB/100m
o bei 500 MHz: 12,2 dB/100m
o bei 800 MHz: 15,6 dB/100m
o bei 1000 MHz: 17,8 dB/100m
o bei 1350 MHz: 22,7 dB/100m
o bei 1750 MHz: 24,4 dB/100m
o bei 2050 MHz: 27,6 dB/100m
* Rückflussdämpfung: 28 dB typ.
* Schirmung: 122,69 dB typ. / max. 127,40 dB
o 1. Schirm: Alu-Folie doppelt kaschiert, geklebt
o 2. Schirm: Alu-Geflecht 128 x 0,12 mm
o 3. Schirm: Alu-Folie doppelt kaschiert, geklebt
o 4. Schirm: Alu-Geflecht 96 x 0,12 mm
* Wellenwiderstand: 75 Ω
* Verkürzungsfaktor: 0,80 v/c
* Biegeradius min.: 40 mm
* Temperaturbereich: -25° ~ +70° C

geeignete F-Stecker

* F-Schraubstecker: Ja
* F-Crimpstecker: Nein
* F-Compressionsstecker: Nein

Irrtümer und technische Änderungen vorbehalten

Tests:

Allgemein

* Verarbeitung: sehr gut
* Schirmung: sehr gut
* Signaldämpfung: sehr gut
* Rückflussdämpfung: sehr gut
* Besonderheiten: GEL-Feuchtigkeitssperre, etwas klebrig aber sehr wirkungsvoll. Geklebte Folie.

Abmessungen

* Innenleiter: ø 1,14 mm
* Dielektrikum: ø 4,97 mm
* Außenleiter Folien + Geflechte: ø 6,33 mm
* Außenmantel: ø 8,18 mm
* Kabelgewicht: 5,900 kg/100m

Messungen

* Schirmung:
o bei 50 MHz: 119,70 dB
o bei 100 MHz: 124,50 dB
o bei 470 MHz: 120,80 dB
o bei 860 MHz: 119,70 dB
o bei 1250 MHz: 124,10 dB
o bei 1500 MHz: 124,30 dB
o bei 1750 MHz: 123,70 dB
o bei 2050 MHz: 127,40 dB
* Dämpfung bei 20° C:
o bei 10 MHz: 2,32 dB/100m
o bei 150 MHz: 6,81 dB/100m
o bei 500 MHz: 12,82 dB/100m
o bei 850 MHz: 16,91 dB/100m
o bei 1100 MHz: 19,50 dB/100m
o bei 1500 MHz: 22,92 dB/100m
o bei 1750 MHz: 24,61 dB/100m
o bei 2050 MHz: 27,10 dB/100m
* Rückflussdämpfung:
o bei 10 MHz: 27,11 dB/100m
o bei 150 MHz: 30,49 dB/100m
o bei 500 MHz: 27,15 dB/100m
o bei 850 MHz: 28,31 dB/100m
o bei 1100 MHz: 33,74 dB/100m
o bei 1500 MHz: 28,33 dB/100m
o bei 1750 MHz: 23,75 dB/100m
o bei 2050 MHz: 26,60 dB/100m
* Kopplungswiderstand: 0,9 mΩ/m

-------------

F-Stecker breite Mutter 24k ClassA - 8,2 mm

gerändelter ClassA F-Schraubstecker für 8,2~8,4 mm Koaxkabel, aus einem Stück Messing gedreht und dann vernickelt sowie 24k hartvergoldet.

Allgemein

* Herstellungsverfahren: gerändelt
* breite Anziehmutter: Ja
* Grundmaterial: Messing
* Vergoldet: 24k hartvergoldet
* Rostschutz: vernickelt
* Elemente: 1
* O-Dichtringe: 0
* ClassA: Ja

Technik

* Frequenzbereich: 0 ~ 4000 MHz
* Wellenwiderstand: 75 Ω
* Rückflussdämpfung: 20 dB typ.
* Anschlussdämpfung: 0,1 dB typ.
* Schirmung: > 90 dB

Abmessungen

* Gesamtlänge: 20 mm
* Kabel Ø: 8,2~8,4 mm
* Innen Ø: 8,0 mm
* Dielektrikum Ø: 5,2 mm
* Anziehmutter Breite: 4,8 mm
* Schlüsselweite: 11 mm

------------

Naja, und die Werte meiner Fensterdurchführung sind natürlich völlig unbekannt...

Bohren kann ich vorerst nicht, daher die Fensterdurchführung.
Mein provisorisches Kabel war natürlich auch nur vorrüberghehend,
weil meine Freundin Fernsehen gucken wollte. Ist ja jetzt beseitigt.

Reflektionen können also derzeit nur noch an den F-Steckern entsehen,
weil die evt. nicht gut drauf geschraubt/geschirmt sind (hab mir Mühe gegeben, werd aber alle nochmal nacharbeiten, da ich viel vom Schirm entfernt habe, um sie überhaupt drauf zu bekommen (vor allem die Folie hab ich abgerissen))
Und vor allem an der Fensterdurchführung ?
  Mit Zitat antworten
Alt 01.05.2010, 19:24   # 7
Dipol
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von Ultor Beitrag anzeigen
Koaxkabel - AES SA4-131CCS - 130 dB

* Schirmung: 122,69 dB typ. / max. 127,40 dB
o 1. Schirm: Alu-Folie doppelt kaschiert, geklebt
o 2. Schirm: Alu-Geflecht 128 x 0,12 mm
o 3. Schirm: Alu-Folie doppelt kaschiert, geklebt
o 4. Schirm: Alu-Geflecht 96 x 0,12 mm

geeignete F-Stecker

* F-Schraubstecker: Ja
* F-Crimpstecker: Nein
* F-Compressionsstecker: Nein

F-Stecker breite Mutter 24k ClassA - 8,2 mm

gerändelter ClassA F-Schraubstecker für 8,2~8,4 mm Koaxkabel, aus einem Stück Messing gedreht und dann vernickelt sowie 24k hartvergoldet.

* ClassA: Ja

Technik

* Schirmung: > 90 dB
Das Kabel liegt weit über dem für Sat.-Anwendungen erforderlichen A-Class-Schirmungsmaß. Gleichwohl würde ich mir kein Kabel mit einem AL-Geflecht zulegen. Das Risiko, dass es in Kombination mit einem Staku-Innenleiter und 2 x Al-Geflecht bei einem F-Aufdrehstecker durch Feuchtigkeit zu passiven Intermodulationen kommt, wäre mir viel zu groß. Ein typ. Schirmungsmaß kennt die Norm nicht, die Klassifizierung als 130 dB Kabel ist unseriös, denn es ist immer der schlechteste Wert maßgeblich.

Bislang ist mir noch kein messtechnisch seriöser Nachweis für einen F-Aufdrehstecker > 80 dB bekannt geworden. Da werde ich auf der ANGA-Cable mal meine Kontakte zu Beda einbringen und eine Messung dieser Kombination anregen.

Selbst wenn die 90 dB des Steckers stimmen sollten gähnt da immer noch eine Lücke von > 30 dB zum Schirmungsmaß des Kabels. Sagenhaft was sich die Anbieter für Unsinnskombinationen einfallen lassen. Gab es denn zu dieser genialen Kombination auch eine Anleitung wie das Kabel mit zwei Lagen Geflecht abgesetzt werden soll?
  Mit Zitat antworten
Alt 01.05.2010, 21:30   # 8
Ultor
Threadstarter
 
Registriert seit: 26.04.2010
Beiträge: 6
Der Hersteller des Kabels, scheint seriöser zu sein.
Denn auf dem Kabel selbst steht 120 db. (was es ja auch hat).
Die Kombination stammt von mir. Habe alle Teile selbst zusammengestellt.

Über die Feuchtigkeit mache ich mir kaum Sorgen,
weil ich recht penibel bin, hab ich die Stecker und Verbindungen im Aussenbereich
großzügig und stramm mit selbstverschweißenden Dichtband umwinkelt.
(ausser an den Stellen, die ich noch durchmessen/testen muss, die kommen später, sind aber auch zumindest gegen Regen und eine Weile gegen hohe Luftfeuchtigkeit geschützt)

Über das Schirmungsmaß der F-Stecker hab ich mich leider garnicht informiert.
Ich dachte Schirmung ist vor allem auf langen Strecken wichtig
und in so einem winzigen Stück, wie dem Stecker kann garnicht so viel Störung hineinkommen,
dass es die bessere Schirmung des Kabels vollständig zunichte macht...
(zumindest hab ich mir aber die hochwertigsten F-Stecker herausgesucht die's gab)

Installationsanweisung der F-Stecker:

Zitat:
Installation: Am Koaxkabel, egal ob doppelt, dreifach oder vierfach geschirmt, wird zunächst der Innenleiter etwa einen Zentimeter freigelegt und danach nur etwa 3~4 mm (je nach F-Stecker) vom Außenmantel entfernt. Das Geflecht bleibt gerade und der F-Stecker wird dann einfach auf das Koaxkabel bzw. den Außenmantel aufgeschraubt bis das Dielektrikum (weiße Isolation um den Innenleiter) im Stecker innen bündig abschließt. Es muß noch darauf geachtet werden das keine Litze vom Geflecht im Stecker auf den Innenleiter kommt. Das Geflecht nicht nach hinten umklappen sondern gerade nach vorne in den F-Stecker schrauben damit der F-Stecker mit dem Außenmantel komplett abschließt ohne eine Angriffsfläche für Wasser und damit Korrosion zu bieten. Der F-Stecker ist so auch komplett wasserdicht zum Koaxkabel hin.
Wobei mir grad auffält, das ich mich über diese hinwegesetzt habe
und die Kabel auf "altmodische" Weise konfektioniert habe.
Da brauch ich mich dann ja nicht wundern, dass die Stecker so stramm drauf gingen...
  Mit Zitat antworten
Alt 02.05.2010, 11:28   # 9
King W.
Team SAT-Technik
 
Benutzerbild von King W.
 
Registriert seit: 01.01.2006
Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.170
Eine 4-fach geschirmte Staku-Leitung von 8,2mm Durchmesser mit Alu als Abschirmung habe ich bislang auch noch nicht gesehen.

Wenn du schon so etwas haben mußt (warum eigentlich? Das Kabel ist, falls die Werte stimmen, weit über jeder Norm) dann aber bitte richtig: Alles aus Kupfer, so wie hier und dazu Kompressionsstecker.

Das Einzige, was für diese Strippe sprechen könnte, ist m.E. die niedrige Dämpfung, die auch große Kabellängen ermöglicht. Das klebrige Gel ist aber eine Katastrophe beim Montierender Stecker: Überall klebt es, die Drähtchen des Abschirmgeflechts pieksen und lassen sich kaum entfernen und das Gel bekommt man auch durch Waschen kaum wieder von den Händen herunter. Ich hab's einmal gemacht, aber das tu ich mir nicht mehr an.

Und wenn ich wirklich sehr dämpfungsarmes Kabel brauche, nehme ich einfach das Erdkabel - ohne Gel!

Früher war ich auch mal ein Freund der vergoldeten Aufdrehstecker (sehen gut aus, sind glatt, lassen sich leicht aufdrehen und geben guten Kontakt) aber wirklich wasserdicht sind sie nicht und auch die Abschirmwirkung könnte besser sein.

Optimal sind die Kompressionsstecker, das sieht man schon, wenn man sie überhaupt erst einmal in die Hand nimmt, auch ohne sie montiert zu haben. Meine Kombination habe ich gefunden: Hirschmann KOKA 100 Kabel und die Kompressionsstecker aus dem Set, ebenfalls von Hirschmann.
__________________
Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
Albert Einstein


Nokia? Nein danke!
  Mit Zitat antworten
Alt 21.08.2010, 17:19   # 10
Ultor
Threadstarter
 
Registriert seit: 26.04.2010
Beiträge: 6
So, hab nun nach langer Zeit meine Anlage nochmal geprüft und folgendes ist bei rausgekommen:

Habe ein par Spannungmessungen vorgenommen und Strommessungen aber nur am Netzteil des Recivers.

Im normalen Zustand zieht der Reciver ausgeschaltet 2,1 Watt.
Und eingeschaltet je nach eingeschaltetem Sender 9,5 bis 11,1 Watt

Auf dem Coax selbst (hab dazu eins aufgeschnitten) messe ich folgende Spannungen:

Sat1: 17,74 V / RTL: 17,76 V / 3Sat: 17,76 V
PHOENIX: 18,06 V
DMAX: 13,15 V


Am Netzteil des Recivers messe ich den Stromverbrauch:
SAT1: 11,0 W / RTL: 11,08 W / 3Sat: 11,05 W
PHOENIX: 11,1 W
DMAX: 9,65 W


Mittlerweile hab ich ne übersichtliche Liste gefunden, wo Sender im Lo/Highband liegen und welche Polarisation. Das nächste mal suche ich mir sinnigere Sender zum testen.


Wenn ich jetzt 2 LNB's am DiSEqC Schalter anschließe, bricht die Spannung zusammen,
dann messe ich 0,27 V am Koax und 4,5 Watt Stromverbrauch am Netzteil des Recivers.



Und dann nochmal ne Liste der Signalqualität der Sender direkt am LNB
allerdings mit dem aufgeschnittenen "Messkabel" (1m) (LNB-0,8m Coax-Kuplung-"Messkabel"-Reciver):

Sat1: 13 db
RTL: 12 db
3Sat: 10,5 db
PHOENIX: 13 db
DMAX 11 db

Die gesamte Anlage bis ins Wohnzimmer:
(LNB-0,8m Coax- DiSEqC-25m Coax-Fensterdurchführung-3mCoax-Blitzschutz-Reciver)

(Zahlen ohne Klammern sind mit Blitzschutz, zahlen in Klammern sind ohne Blitzschutz !)

Sat1: 12db (13db)
RTL: 9db (11db)
3Sat: 7db
PHOENIX 11db (9db)

Man sieht, mit Blitzschutz werden einige Sender schlechter, andere besser.


Hoffe man kann aus diesen Daten evt. ein par evt. Fehler in der Anlage entdecken ?


PS: Ich habe diese 120db Leitung gewählt, aus Angst vor der Länge, von der Schüssel zum Haus. Ich dachte, je besser die Schirmung, desto weniger Verluste. Das die FStecker oder die Fensterdurchführung das alles zu nichte machen, wusste ich nicht. Kann mir nicht vorstellen, warum diese par Millimeter die gesamte Schirmung des Kabels zunichte machen sollen... Aber in dem Bereich hab ich auch zu wenig Erfahrung.
  Mit Zitat antworten
Alt 21.08.2010, 20:05   # 11
Dipol
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von Ultor Beitrag anzeigen
Hoffe man kann aus diesen Daten evt. ein par evt. Fehler in der Anlage entdecken?
Du hast dir sehr viel Mühe gegeben, die Messung des Stromverbrauchs vor und hinter dem DiSEqC-Schalter hätte schon genügt.

Es kommen m. E. nur zwei Fehlerquellen in Betracht:
  • Der Receiver hat eine zu weiche LNB-Spannungsversorgung und bricht ein, wenn er auch noch den minimalen Stromverbrauch des DiSEqC-Schalters übernehmen muss.
  • Der DiSEqC-Schalter schaltet den Strompfad zum nicht angesteuerten LNB nicht ab oder zieht zuviel Eigenstrom.
Da du vermutlich keinen DiSEqC-Tester hast (dort ist ein Längswiderstand von einem Ohm eingebaut, daran gemessen entspricht 1 V = 1 A) ist noch mal ein Selbstbauadapter mit unterbrochener Masse und die Messung mit einem Amperemeter fällig. Ich tippe darauf, dass der DiSEqC-Schalter den unbenutzten LNB nicht abschaltet und deswegen der Receiver überlastet wird. Für manche Receiver wird es schon bei 300 mA kritisch.
Zitat:
Zitat von Ultor Beitrag anzeigen
PS: Ich habe diese 120db Leitung gewählt, aus Angst vor der Länge, von der Schüssel zum Haus. Ich dachte, je besser die Schirmung, desto weniger Verluste. Das die FStecker oder die Fensterdurchführung das alles zu nichte machen, wusste ich nicht. Kann mir nicht vorstellen, warum diese par Millimeter die gesamte Schirmung des Kabels zunichte machen sollen...
Die Schirmung des Kabels nicht, aber eine Kette ist eben nur so stark wie das schwächste Glied.
  Mit Zitat antworten

Alt 28.05.2012, 11:49 # --
News Flash
 
Benutzerbild von News Flash
 
 
 
   
Antwort
Themen-Optionen



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 11:49 Uhr.