Ich möchte nun endlich von Kabel-TV auf Sat-TV umstellen. Alle Kabel im Haus sind noch aus den 80er Jahren und immer wieder durchgeschleift worden. Sie sind weder für den weiteren Betrieb von Kabel-TV noch für Sat geeignet.
Problem:
Ich möchte sowenig Dreck im Haus machen (Stemmarbeiten) wie möglich. Deshalb habe ich mich entschieden, die Neuverkabelung in einem Kabelkanal auf der Hausaußenwand zu verlegen. Das geht glaub ich recht gut, weil mein Haus einen Mauerwerksversprung hat. Da soll der Kabelkanal hin.
Ich plane für 8 Receiver. Davon 1 im 2. OG, 4 im 1. OG und 3 im EG. Die Schüssel soll ebenfalls auf die Außenwand, etwa in 1. OG-Höhe.
Soweit ich mich bisher informiert habe, bräuchte ich 1 Quad-LNB (bin mir unsicher bezüglich des Unterschieds zwischen Quad und Quattro?), von dem ich dann 4 Kabel auf den Dachboden führe. Von dort könnte ich über Multischalter wieder runterverkabeln... Das 2. OG mache ich direkt über den Dachboden. Das wäre vernachlässigbar.
Aber! Nun müsste ich mit 7 Kabeln wieder hinunter. Das macht dann einschließlich der 4 Kabel hinauf (zum Multischalter) insgesamt 11 (!) Kabel im Kabelkanal.
Alternativ hab ich mir überlegt und ich weiß nicht, ob das geht könnte ich genauso gut auf den Multischalter verzichten (kann man irgendwann immer noch nachrüsten, wenn man mal wieder richtig renoviert...) und statt dessen 2 Quad-LNBs (Beide auf Astra 19,2 ! Brauche nur normales Fernsehprogramm plus HDTV der Öffentl.-Rechtlichen, Private sind mir egal.) oder vielleicht sogar 1 Octo-LNB (aber wenn der mal defekt sein sollte...?) montieren. Von diesen 2 LNBs würden dann 1 Käbelchen ins 2. OG geführt, 4 Kabel gingen von der Schüssel bzw. den LNBs sofort und ohne große Umwege in die entsprechenden Zimmer im 1. OG und 3 Kabel verliefen in einem Kabelkanal ins EG.
Geht das wohl? Oder ist das absoluter Quatsch? In dem Fall hätte ich den Kopf frei für die andere Lösung...
Ich denke, ein 80er Spiegel dürfte dann erforderlich sein, oder? Evtl. eine Kaufempfehlung?
Was sind die optimalen Kabel? (Möchte mich nachher nicht ärgern, an der falschen Stelle gespart zu haben.)
Herzlichen Dank im Voraus!
24.04.2010, 20:12
#
2
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Hallo Jouir, herzlich Willkommen im Forum!
Zitat:
Zitat von Jouir
Problem:
Ich möchte sowenig Dreck im Haus machen (Stemmarbeiten) wie möglich. Deshalb habe ich mich entschieden, die Neuverkabelung in einem Kabelkanal auf der Hausaußenwand zu verlegen. Das geht glaub ich recht gut, weil mein Haus einen Mauerwerksversprung hat. Da soll der Kabelkanal hin.
Ich plane für 8 Receiver. Davon 1 im 2. OG, 4 im 1. OG und 3 im EG. Die Schüssel soll ebenfalls auf die Außenwand, etwa in 1. OG-Höhe.
Das Stockwerk ist unerheblich, wenn an diesem Montageplatz die Distanz zur Dachkante > 2 Meter beträgt, ist die Antenne nicht erdungspflichtig. Die Kabel müssen aber in den Potenzialausgleich einbezogen werden.
Zitat:
Zitat von Jouir
Soweit ich mich bisher informiert habe, bräuchte ich 1 Quad-LNB (bin mir unsicher bezüglich des Unterschieds zwischen Quad und Quattro?), von dem ich dann 4 Kabel auf den Dachboden führe. Von dort könnte ich über Multischalter wieder runterverkabeln... Das 2. OG mache ich direkt über den Dachboden. Das wäre vernachlässigbar.
Aber! Nun müsste ich mit 7 Kabeln wieder hinunter. Das macht dann einschließlich der 4 Kabel hinauf (zum Multischalter) insgesamt 11 (!) Kabel im Kabelkanal.
Alternativ hab ich mir überlegt – und ich weiß nicht, ob das geht – könnte ich genauso gut auf den Multischalter verzichten (kann man irgendwann immer noch nachrüsten, wenn man mal wieder richtig renoviert...) und statt dessen 2 Quad-LNBs (Beide auf Astra 19,2 !
Geht das wohl? Oder ist das absoluter Quatsch? In dem Fall hätte ich den Kopf frei für die andere Lösung...
Ein Satz mit X: Das wird nix! Für jeden Satelliten gibt es an der Offsetantenne nur einen Brennpunkt. Mit zwei LNB kann man nur verschiedene Satelliten empfangen.
Zitat:
Zitat von Jouir
Ich denke, ein 80er Spiegel dürfte dann erforderlich sein, oder? Evtl. eine Kaufempfehlung?
Was sind die optimalen Kabel? (Möchte mich nachher nicht ärgern, an der falschen Stelle gespart zu haben.)
Ein 80er Reflektor ist für Mehrteilnehmerempfang von ASTRA optimal. Den Multischalter kannst du dir durch ein Okto-LNB ersparen, die haben allerdings einen durchwachsenen Ruf bezüglich der Betriebssicherheit. Ansonsten wäre alterenativ ein Quattro-LNB und ein receivergespeister 5/8-Multischalter von JULTEC in einem wetterfesten Gehäuse an der Antenne möglich. Dort wären dann auch die Kabel über Erdblöcke oder Erdwinkel zu führen und zum Potenzialausgleich ein 4 mm² Cu-Draht an den Schutzpotenzialausgleich des Hauses zu verlegen.
Halte dich beim Kabel an Markenhersteller, es wird jede Menge unnützes Zeug mit 4- und 5-fach Abschirmung vertrieben. Ein A-Class-Schirmungsmaß reicht völlig aus, inzwischen liegen aber gute Kabel alle darüber. Bei außen liegenden Kabel ist auch eine uv-beständige Ausführung wie das PREISNER SK 2002 oder KATHREIN LCD 111 kein Fehler.
Als Antennen empfehle ich dir eine Gibertini SE 85, die hat einen stabileren Arm als die XP-Serie die wohl auch genügen würde. Im gleichen Segment liegt auch die FUBA.
Bei SEH bekommst du evtl. noch eine bessere TRIAX TDE 88, die nächste Quali-Stufe wäre eine KATHREIN CAS 90.
Wenn der Abstand der Antennen zur Dachkante < 2 Meter ist oder die Ausladung 1,5 Meter übersteigt, ist sie erdungspflichtig!
25.04.2010, 12:35
#
3
Marder
Registriert seit: 23.04.2010
Beiträge: 20
Hallo Jouir,
ich rüste ja auch bald auf eine Multifeedanlage um.
Zur Zeit ist noch eine 80er Saba Schüssel mit einem Ockto LNB, mit integriertem Multischalter dran und läuft seit ca. 4-5 Jahren ohne Probleme, für alle Partein die dranhängen.
Kabel sind auch z.Z. aussen Verlegt, macht keine Probelme.
Eine Technischen Defekt, ob LNB oder Multischalter kann man nie ausschliessen. Da ist der Spruch : Sicher ist, das nichts Sicher ist, angebracht.
Mit Qualitativ besseren Bauteilen minimiert man den Defekt, aber kann es nie ganz ausschliessen.
Geht beides, wobei die qualitativ bessere Lösung die mit Multischalter ist.
08.06.2010, 16:56
#
4
Jouir
Threadstarter
Registriert seit: 24.04.2010
Beiträge: 3
Vielen Dank für eure qualifizierten Antworten, die mir echt weiter geholfen haben.
Ich hab mich letztlich für eine 80er-Schüssel mit Multisschalter auf dem Dachboden entschieden. Hat ein bisschen Nerven gekostet, da ich extra 'n Dachdecker bestellen musste, der mir den "Haufen" Kabel unter die Dachpfannen verlegt hat. Ging nicht anders, es sei denn, ich hätte sie AUF die Pfannen gelegt. Das wollte ich aber nicht.
Kabelschächte auf Außenwand und Bohrungen von außen in die einzelnen Zimmer hab ich selbst gemacht und hat auch einschließlich Kabeldurchführung wunderbar geklappt.
Da ich keine Lust hatte, die Parabolantenne einzujustieren, meist geht bei mir bei sowas irgendwas schief und ich ärgere mich schwarz, hat das ein Fernsehtechniker für mich gemacht (der hat auch alles gleich durchgemessen). Daher habe ich alle Teile (Schüssel, Multischalter, Kabel und HD Twin-Receiver mit Festplatte) von TechniSat. Nicht ganz billig, aber ich bin hochzufrieden.
Die Handwerkerstunden setzt ich von der Steuer ab...
Unitymedia wurde mit Einschreiben und Rückschein gekündigt. Haben bis jetzt nichts von sich hören lassen. Kündigungsfrist war wohl 1 Monat. Ende Mai hab ich gekündigt. Sollten die sich nicht melden, wird ab Juli zurückgebucht!
Nochmals
08.06.2010, 20:18
#
5
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von Jouir
Ich hab mich letztlich für eine 80er-Schüssel mit Multisschalter auf dem Dachboden entschieden.
Gratulation!
Der Mast ist nach Norm geerdet und du hast auch an den Potenzialausgleich der Kabel gedacht?
Zitat:
Zitat von Jouir
Hat ein bisschen Nerven gekostet, da ich extra 'n Dachdecker bestellen musste, der mir den "Haufen" Kabel unter die Dachpfannen verlegt hat. Ging nicht anders, es sei denn, ich hätte sie AUF die Pfannen gelegt.
Das wären ideale Blitzfänger gewesen!
09.06.2010, 07:33
#
6
Jouir
Threadstarter
Registriert seit: 24.04.2010
Beiträge: 3
@ Dipol
Ich bin kein Elektriker. Ich hab die Problematik (Erdung usw.) aufgrund deines Einwands mit meinem Fernsehtechniker besprochen. Der meinte, das sei in meinem Fall nicht erforderlich. Blitzableiter ist übrigens auf dem Dach und die Entfernung zur Dachkannte ist ebenfalls ausreichend.
Ich muss zugeben, das mit dem Potentialausgleich überfordert mich. Deswegen habe ich auch einen Fernsehtechniker beauftragt, die letztliche und fachkompetente Installation durchzuführen.
Muss mich darauf verlassen, dass der sowas kann.
09.06.2010, 08:35
#
7
Dipol
Team SAT-Technik
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.147
Zitat:
Zitat von Jouir
@ Dipol
Ich bin kein Elektriker. Ich hab die Problematik (Erdung usw.) aufgrund deines Einwands mit meinem Fernsehtechniker besprochen. Der meinte, das sei in meinem Fall nicht erforderlich. Blitzableiter ist übrigens auf dem Dach und die Entfernung zur Dachkannte ist ebenfalls ausreichend.
Wenn der Abstand in jeder Richtung > 2 m ist, trifft das zu, sonst nicht. Hier mal ein Auszug aus dem Dehn Blitzplaner http://dehn.de/newsletter/3_05/3_05_top3.pdf zur Thematik Erdung und Potenzialausgleich von Antennenanlagen.
Zitat:
Zitat von Jouir
Ich muss zugeben, das mit dem Potentialausgleich überfordert mich. Deswegen habe ich auch einen Fernsehtechniker beauftragt, die letztliche und fachkompetente Installation durchzuführen.
Muss mich darauf verlassen, dass der sowas kann.
Leider zeigt meine berufliche Praxis als Fachbauleiter und viele Forendiskussionen, dass nur eine Minorität der Elektriker und Fernsehtechniker über fundierte und aktuelle Normenkenntnis verfügt. Die weitaus meisten mache das, was sie schon immer gemacht haben und liegen damit falsch!
Frag deinen Fernsehtechniker einfach mal, ob er einen 16 mm² Cu-Erdungsdraht in mehrdrähtiger Ausführung oder Massivdraht verlegt. Mehrdrähtig ist seit 2004 explizit verboten, wird aber heute noch aus Unkenntnis weit überwiegend verbaut. Und wundere dich bitte auch nicht, wenn dein Fernsehtechniker den mehrdrähtigen Draht auch noch mit Zähnen und Klauen als normgerecht verteidigt, das ist für Fachbauleiter auch noch 2010 völlig normal. Ebenso normal ist, dass die Antennen ohne den als innere Sicherheitsmaßnahme zwingend vorgeschriebenen Potenzialausgleich montiert werden.