Zweifamilienhaus - Umrüstung Analog => Digital

Alt 12.04.2010, 16:22   # 1
reloop
 
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Hallo liebe SAT-Experten,

ich habe schon einiges hier gelesen und bin auf große Kompetenz gestoßen. Aus diesem Grunde möchte ich euch bitten mir bei meinem Vorhaben ein bischen unter die Arme zu greifen.

Vor einer Woche habe ich ein Zweifamilienhaus mit meiner Familie und den Schwiegereltern bezogen. Das Haus wurde in den 70ern erbaut. Die vorhandene SAT-Technik ist schätzungsweise aus den 80ern.

Da hier nur analoger Fernsehempfang möglich ist (bis auf ein Paar Nischensender wie z.B. EinsExtra oder arte) und wir nicht mal mehr analoge Receiver besitzen muss die Anlage also umgerüstet werden.

Ich habe mir mal einen Überblick der verbauten Komponenten verschafft, welche ich kurz skizzieren möchte. Alle Komponenten stammen aus dem Hause Hirschmann, bis auf wenige Kabel auf welchen kein Aufdruck zu erkennen ist.

Am äußersten Rand des Grundstücks ist ein Mast angebracht an welchem die Schüssel befestigt ist. (Leider ist Richtung Süden ein Wald, daher wurde dieser Ort gewählt). Es handelt sich um eine FESAT 85A. Am LNB (Typ leider grade nicht parat) sind zwei Kabel angeschlossen (H/V). Diese führen durch etwa 15m Rohre und Kabelkanäle ins Haus. Hier münden sie in einen Verstärker DNV 316 der mit Netzspannung gespeist wird. Vom Verstärker gehen die zwei Leitungen weiter zu einem Umschaltrelais CRK 2402 mit 4 Ausgängen (alle belegt) und wird weiter durchgeschleift zum zweiten Umschaltrelais CRK 2400 mit ebenfalls 4 Ausgängen (3 belegt). Die Anschlussleitungen und Dosen im Haus sind alle Aufputz angebracht. Noch zu den Kabeln: Auf einem konnte ich die Aufschrift Koka 702 erkennen.

Empfangen werden soll auf jeden Fall Astra 1 19,2° und evtl. noch Astra 2 23,5°. Alles digital...

Nun meine Frage an die Profis: Kann ich von der alten Anlage überhaupt noch Komponenten (vllt. Kabel/Dosen?) verwenden oder muss alles ausgetauscht werden?
Welche Lösung würde sich für diese schwierige Empfangssituation anbieten?

Vielen Dank im voraus für eure Hilfe...

LG reloop
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Alt 12.04.2010, 20:24   # 2
Dipol
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Hallo reloop, herzlich Willkommen im Forum!

Zitat:
Zitat von reloop Beitrag anzeigen
Am äußersten Rand des Grundstücks ist ein Mast angebracht an welchem die Schüssel befestigt ist. (Leider ist Richtung Süden ein Wald, daher wurde dieser Ort gewählt).
Bei abgesetzten Antennenstandorten tritt im Falle eines Blitzschlags ein erheblicher Potenzialunterschied ähnlich der sog. Schrittspannung auf. Nach Norm muss daher der Antennenmast am Schutzpotenzialausgleich des Gebäudes geerdet, bzw. eine separate Masterdung mit dem Hauserder verbunden sein. Ich unterstelle, dass diese Sicherheitsmaßnahme nicht ausgeführt ist, zumal nach meinen leidlichen Erfahrungen in Fachbauleiterfunktion nur wenige Installateure in dieser Thematik auf dem aktuellen Normenstand sind.
Zitat:
Zitat von reloop Beitrag anzeigen
Es handelt sich um eine FESAT 85A. Am LNB (Typ leider grade nicht parat) sind zwei Kabel angeschlossen (H/V). Diese führen durch etwa 15m Rohre und Kabelkanäle ins Haus. Hier münden sie in einen Verstärker DNV 316 der mit Netzspannung gespeist wird. Vom Verstärker gehen die zwei Leitungen weiter zu einem Umschaltrelais CRK 2402 mit 4 Ausgängen (alle belegt) und wird weiter durchgeschleift zum zweiten Umschaltrelais CRK 2400 mit ebenfalls 4 Ausgängen (3 belegt).
Damit werden die beiden Lowband-Polarisationsebenen übertragen, die meisten deutschen Digitalprogramme befindet sich aber im Highband. Die Antenne kann weiter benutzt werden, die für nur zwei Satelliten-Ebenen und eine bis max. 2.050 MHz Bandbreite ausgelegten Komponenten müssen gewechselt werden.
Zitat:
Zitat von reloop Beitrag anzeigen
Die Anschlussleitungen und Dosen im Haus sind alle Aufputz angebracht. Noch zu den Kabeln: Auf einem konnte ich die Aufschrift Koka 702 erkennen.
Das Koka 702 ist ein für damalige Verhältnisse relativ gutes Kabel, liegt aber mit einer Dämpfung von 43,3 dB/100 m bei 2.150 MHz um ca. 10 dB über den heute üblichen Werten guter Kabel. Da analog nur ein Bereich bis etwa 1.950 MHz genutzt wurde und die Kabeldämpfung zu hohen Freqeunzen ansteigt, muss dies ausgeglichen werden.
Zitat:
Zitat von reloop Beitrag anzeigen
Empfangen werden soll auf jeden Fall Astra 1 19,2° und evtl. noch Astra 2 23,5°. Alles digital...

Nun meine Frage an die Profis: Kann ich von der alten Anlage überhaupt noch Komponenten (vllt. Kabel/Dosen?) verwenden oder muss alles ausgetauscht werden?
Welche Lösung würde sich für diese schwierige Empfangssituation anbieten?
Für zeitgemäßen Vollbandempfang bieten sich folgende Alternativen an:
  • Aufbau einer neuen Multischalter-Sternverteilung mit jeweils 4 Kabeln von den beiden LNB zu neuen Multischaltern mit 8 Satelliteneingängen.
    Auch zwischen den Multischaltern sind 8 Sat.-Kabel + ggfls. eines für Terrestrik erforderlich.
  • Signalzuführung von der Antenne mit zwei optischen INVACOM-LNB über zwei dünne Glasfaserleitungen ins Haus, Signalwandlung mit zwei Quattro-Anschlusseinheiten.
    Zwischen den Multischaltern sind ebenfalls 8 Sat.-Kabel oder bei LWL-Splittung zwei Glasfaserkabel + 1 weitere Abschlußeinheit erforderlich.
  • Montage von zwei Quatro-LNB und einer UniCable-Matrix im Wetterschutzgehäuse an der Antenne und Signalzuführung über die beiden Bestandskabel mit einer max. Anschlussmöglichkeit für 2 x 8 Receiver.
    UniCable ist inzwischen Standard, fehlt aber in älteren und auch einigen neueren Receivermodellen.
    Für die hausinterne Verteilung reichen die beiden Bestandskabel aus, wenn je Kabel max. 8 Single- oder 4 Twin-Anschlüsse pro Cluster ausreichen.

Übergangsweise sind mit den bestehenden Komponeten folgende nicht zukunftssichere Kompromisslösungen möglich:
  • Wechsel des derzeitigen Dual-LNB gegen ein Quatro-LNB und Aufschaltung der beiden Bestandskabel auf die beiden Highband-Eingänge.
  • Zusätzliche Einschleusung des ARD-Lowbandtransponders mit arte & Co.
Die im Lowband befindlichen HD-Sender sind mit der Einschleusweiche nicht empfangbar. Im Sat.-ZF-Bereich oberhalb der nominalen Bandgrenze der aktuellen Bauteile kommt es zu Pegelabfällen, die den Empfang dieser Transponder beeinträchtigen können.
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Alt 13.04.2010, 03:37   # 3
King W.
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@ Dipol: Sorry, wenn ich dir widerspreche, aber von der Kompromißlösung halte ich nicht viel. Das Einschleusen des Lowband-Transponders mag zwar technisch kein Problem sein und ich habe so etwas auch schon mal gemacht, aber angesichts der Tatsache, daß 2012 die analogen Programme abgeschaltet werden und die freiwerdenden Transponder wieder mit neuen - natürlich digitalen - Programmen belegt werden, ist diesem Kompromiß eine relativ kurze Lebensdauer beschieden.

Ich selbst an deiner Stelle würde die erste Variante durchführen und die beiden Kabel von der Antenne zu den Multischaltern durch 8 neue Kabel ersetzen. Falls diese durch die vorhandenen Rohre gezogen werden können, habt ihr einfaches Spiel, ansonsten könnt ihr die Rohre und Kabelkanäle durch etwas dickere ersetzen und darin zeitgemäße Kabel, z.B. das Triax/Hirschmann KOKA 100, verlegen. Falls diese Rohre und Kabelkanäle nicht zuverlässig verhindern können, daß das Kabel mit dem Erdreich in Kontakt kommt, wäre sogar dieses besonders widerstandsfähige Erdkabel angesagt.

Das Erdreich aufzumachen, wird euch ja ohnehin nicht erspart bleiben, um dort das Blitzschutzkabel und das Kabel für den Potentialausgleich unterzubringen (aber mit ca. 50 cm Mindestabstand zu den Antennenkabeln).

Erst einmal im Haus angekommen, führt ihr die 8 Kabel auf eine Potentialausgleichsschiene und von dort aus zum Multischalter.
Mit dem TechniSat-Schalter schlagt ihr zwei Fliegen mit einer Klappe:
  • Er verstärkt die hohen Frequenzen um 2 GHz kräftiger, als die niedrigen Frequenzen. Dadurch wird die bereits von Dipol angesprochene höhere Kabeldämpfung wieder wettgemacht. Weitere Bauteile zur "Schräglagenentzerrung" sind nicht nötig, jedenfalls nicht bei eurem Kabel und überschaubaren Längen.
  • Er hat bereits 8 Ausgänge, ein weiterer Kaskadenbaustein ist nicht nötig.
Vom Multischalter aus geht es über das Bestandskabel zu den Antennensteckdosen. Daran können dann alle Digitalreceiver angeschlossen werden. Als LNB verwendet bitte diese Alps und zwar einmal wegen der hohen Qualität trotz des vergleichsweise geringen Preises und zum anderen wegen der schmalen Bauform, die sich bei nahe zusammen stehenden Satelliten besser montieren lassen.

Die optische Signalübertragung besticht natürlich durch die eingesetzte Lasertechnik, ist aber für meinen Geschmack im Moment noch zu teuer. Ein einziges LNB schlägt mit ca. 200€ zu Buche und damit ist es noch nicht getan: Das optische Signal muß ja mittels eines HF-Konverters wieder in ein elektrisches Signal gewandelt werden, damit es dem Multischalter zugeführt werden kann. Macht noch einmal 230€ - pro Konverter. Das sind bei 2 Satelliten schon mal 860€ und ihr habt noch keinen Meter optisches Kabel...

Dann lieber 15m buddeln - ist jedenfalls meine Meinung.

Die Sache mit dem Unicable-Router funktioniert auch, aber der ist in der Ausführung, wie ihr ihn braucht, auch nicht gerade ein Sonderangebot, siehe hier.
Ungünstig dabei ist, daß der Router ja auch mit Strom versorgt werden muß und dazu ein Kabel zur Antenne erforderlich ist. Das könnte ein Bestandskabel sein, dann aber habt ihr nur noch ein Kabel vom Router ins Haus - und das Kabel hat eine recht hohe Dämpfung und Schräglage.

Das so anzuschließen, daß es einwandfrei funktioniert, erfordert einen erfahrenen Fachmann mit vernünftigem Meßgerät.
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Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
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Alt 13.04.2010, 12:00   # 4
Dipol
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Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen

@ Dipol: Sorry, wenn ich dir widerspreche, aber von der Kompromißlösung halte ich nicht viel. Das Einschleusen des Lowband-Transponders mag zwar technisch kein Problem sein und ich habe so etwas auch schon mal gemacht, aber angesichts der Tatsache, daß 2012 die analogen Programme abgeschaltet werden und die freiwerdenden Transponder wieder mit neuen - natürlich digitalen - Programmen belegt werden, ist diesem Kompromiß eine relativ kurze Lebensdauer beschieden.
Deshalb habe ich diese Variante ja auch ausdrücklich als Übergangslösung deklariert, bis eine zukunftssichere Lösung umgesetzt ist bleibt diese Krückenlösung schon aktuell.
Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Die optische Signalübertragung besticht natürlich durch die eingesetzte Lasertechnik, ist aber für meinen Geschmack im Moment noch zu teuer. Ein einziges LNB schlägt mit ca. 200€ zu Buche und damit ist es noch nicht getan: Das optische Signal muß ja mittels eines HF-Konverters wieder in ein elektrisches Signal gewandelt werden, damit es dem Multischalter zugeführt werden kann. Macht noch einmal 230€ - pro Konverter. Das sind bei 2 Satelliten schon mal 860€ und ihr habt noch keinen Meter optisches Kabel...

Dann lieber 15m buddeln - ist jedenfalls meine Meinung.
Die LWL-Kabel sind bei längeren Zuleitungen wegen der geringen Dämpfung von Vorteil, in diesem Fall wären zwei LWL-Kabel in einem bestehenden Leerrohr einfacher als 8 Erdleitungen unter zu bringen. Nachzutragen ist, dass zur Stromversorgung der LNB weiterhin noch mindestens ein Koaxkabel benötigt wird.
Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Ungünstig dabei ist, daß der Router ja auch mit Strom versorgt werden muß und dazu ein Kabel zur Antenne erforderlich ist. Das könnte ein Bestandskabel sein, dann aber habt ihr nur noch ein Kabel vom Router ins Haus - und das Kabel hat eine recht hohe Dämpfung und Schräglage.
Dann bringe ich mal noch die aktive JULTEC-Kompaktmatrix JAS0902-6A für 2 x 6 Router und WISI DY 68 Kaskaden mit in die Diskussion. Durch die Eingangspegel-Summenregelung ist die Dämpfung der Zuleitungen bei JULTEC und WISI bei Routermontage im Haus belanglos, mit 82 bzw. 90 dB(µV) konstantem Router-Ausgangspegel sollten die Matritzen bei guten dämpfungsarmen Erdkabeln sogar an der Parabolantenne möglich sein.

Die ungeregelten TechniRouter bringen bei einem 85er-Reflektor mit 89 bis 94 dB(µV) am ersten und 86 bis 89 dB(µV) am zweiten Matrixausgang etwas höhere aber auch unterschiedliche Ausgangspegel. Zur Stromversorgung der LNB über die Matrix ist bei Routermontage an der Antenne immer ein drittes Koaxkabel zur DC-Fernspeisung erforderlich.
Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Das so anzuschließen, daß es einwandfrei funktioniert, erfordert einen erfahrenen Fachmann mit vernünftigem Meßgerät.
Das setze auch ich bei dieser Aufgabenstellung als selbstverständlich voraus.
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Alt 13.04.2010, 13:52   # 5
reloop
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Hallo dipol und King W.

Zunächst nochmals vielen Dank für eure ausführlichen Antworten.

Ich habe mir die von euch aufgezeigten Möglichkeiten angesehen und würde mich auch für die von King W. näher ausgeführte Lösung entscheiden. 4 oder 8 Kabel zu verlegen ist denke ich das kleinere Übel. Man kommt an die Kabelführung sehr gut heran. Zumal ich auch ein bischen auf die Kosten achten muss da man ja mit einem Hauskauf noch viele weitere Investitionen hat...

Zusammenfassend habe ich aus euren Antworten also Folgendes entnommen:
Dies kann bleiben: Antenne, Verkabelung im Haus, Anschlussdosen
Dies wird entsorgt: Alte Verstärker, Multischalter, LNB, Außenkabel (Antenne => Haus)
Und ersetzt durch: / , Technisat Giga-Switch, 2x ALPS LNB, 8x neue Kabel 4-fach geschirmt min. 110dB Abschirmdämpfung. Oder muss es von Hirschmann sein?

Ist das so korrekt?

Da der Giga-Switch knapp 200€ kostet überlege ich doch erst mal bei einem Satelliten zu bleiben. Was würdet ihr mir bei 5/8 Multischaltern empfehlen?

Noch zur Antenne: Wie erwähnt vermute ich dass diese irgendwann in den 80ern installiert wurde. Lassen die Empfangseigenschaften eigentlich nicht mit der Zeit nach? z.B. durch Witterung oder Hitze/Kälte... Offensichtlich ist ein Schmutzfilm zu erkennen, jedoch keine Roststellen oder Beschädigungen.
Auch passt die LNB-Aufnahme wohl mit keinem aktuellen mehr zusammen. Es ist nur eine kleine Auflagefläche vorhanden, das LNB ist mit einer Schraube befestigt.
Für das neue LNB bräuchte ich daher noch den Hirschmann CAS 5585 E - (Art.nr. 913 859-001) Halter für ca. 19€ + Versand.
Daher die Frage ob es lohnt hierfür noch Geld auszugeben oder ob eine neue Antenne nicht auf Dauer günstiger ist...


Nun noch zu der Erdungs-/Potentialdifferenz-Problematik:
Zunächst muss ich noch anmerken, dass an dem Mast zwei Antennen befestigt sind. Also zusätzlich zu meiner noch die des Nachbarn.
Der Mast und die Antennen sind einzeln geerdet. Ein Potentialausgleich findet jedoch nicht statt. Zumindest ist mir kein Erdungsleiter aufgefallen.
Auch meine SAT-Technik im Haus ist nicht an die Erdung angeschlossen obwohl direkt daneben ein Erdungsleiter liegt, der auch zur Hauserdung führt.

D.h. so wie ich es verstehe muss erst Mal ein Erdungsleiter nach außen geführt werden der an den Mast und die Antennen angeschlossen wird. Im Haus wird eine Potentialschiene angebracht wodurch die Schirmung der Antennenkabel geerdet wird. Zusätzlich muss der Multischalter geerdet werden.

Ist dies auch korrekt?

So ich hoffe Ihr habt noch Geduld mit mir eine Preis/Leistungsmäßig gute Anlage zusammenzustellen.

LG reloop
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Alt 13.04.2010, 16:44   # 6
King W.
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Zitat:
Zitat von Dipol
Durch die Eingangspegel-Summenregelung ist die Dämpfung der Zuleitungen bei JULTEC und WISI bei Routermontage im Haus belanglos, mit 82 bzw. 90 dB(µV) konstantem Router-Ausgangspegel sollten die Matritzen bei guten dämpfungsarmen Erdkabeln sogar an der Parabolantenne möglich sein.
Das Erdkabel hat folgende Werte (dB/100m):

47 MHz : 2,9
175 MHz : 5,2
470 MHz : 8,6
862 MHz : 12,3
950 MHz : 12,9
1350 MHz : 15,8
1750 MHz : 18,4
2150 MHz : 20,7

Zum Vergleich: Das (übrigens sehr gute) Kathrein LCD 111 hat bei 2150 MHz bereits 28,4 dB.

Du mußt nicht unbedingt Hirschmann-Kabel verwenden. Wenn zwischen Antenne und Multischalter kein Erdkabel erforderlich ist, kannst du auch dieses hier nehmen. Es ist auch als Meterware zu bekommen, allerdings dann etwas teurer. Für innen zu verlegendes Kabel ist es dem Erdkabel sowieso vorzuziehen, da es dünner ist und sich leichter verarbeiten läßt. Diese Stecker sind dafür passend.

Ein Stück Erdkabel von 15m hat selbst bei der höchsten vorkommenden Frequenz nur ca 3dB Dämpfung. Es ist demnach relativ belanglos, ob der Schalter oder Router im Haus oder in einem wetterfesten Gehäuse an der Antenne montiert wird.

Als 5x8 Schalter kannst du diesen TechniSat verwenden. Er hat die gleichen guten Eigenschaften, wie der Schalter für 2 Satelliten und ist für ca. 110€ zu bekommen.*

Die Antenne verliert normalerweise mit zunehmendem Alter nicht an Leistung, solange sie nicht beschädigt, verbeult oder verrostet ist. Der Adapter ist sicher billiger, als eine neue Antenne und die alten Hirschmann-Antennen sind quasi unverwüstlich.

Nochmal zusammengefaßt: Du benötigst das LNB, den Adapter, 60m Kabel, F-Stecker dazu* und den Multischalter. Der Rest kann bleiben.

Überprüfe die Antenne aber bitte noch einmal auf eine einwandfrei durchgeführte Erdung. Es ist zwar nicht sicher, daß der Blitz ausgerechnet in deine Antenne einschlägt, aber wenn doch, bist du auf jeden Fall froh, wenn es einen gut funktionierenden Blitzschutz gibt. Falls noch nicht geschehen: [LEX]Bitte lesen[/LEX].

Kleiner Hinweis noch: Die Kabeleinführungen am Wetterschutz bei Alps sind für 7mm Kabel vorgesehen. Das Erdkabel ist 10,5mm dick, d.h. der Wetterschutz muß dafür etwas aufgebohrt werden.


* Die genannten Artikel sind auf der SEH-Seite nicht gelistet, aber auf telefonische Bestellung (02323/61887) erhältlich.
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Alt 13.04.2010, 17:57   # 7
elo22
 
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Zitat:
Zitat von reloop
Zunächst muss ich noch anmerken, dass an dem Mast zwei Antennen befestigt sind. Also zusätzlich zu meiner noch die des Nachbarn.
Der Mast und die Antennen sind einzeln geerdet.
Am sinnvollsten stellst Du mal Bilder online, ich habe das nicht verstanden.

Lutz
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Alt 13.04.2010, 20:28   # 8
reloop
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So, ich habe mal ein paar Fotos gemacht. Die untere Antenne ist meine, die obere ist vom Nachbarn.
Offensichtlich wurden zwar Erdungsmöglichkeiten geschaffen, die aber brach liegen. Die Kabel führen momentan durch den oberen Holm des Gartenzaunes weiter durch ein Metallrohr bis zur Hausmauer. Dort ist ein Kabelkanal aus Kunststoff angebracht. Auf jeden Fall ist alles überirdisch.
Nur mit der Länge habe ich mich wohl etwas verschätzt. Es sind eher 25m als 15m.
Sind die Leistungsunterschiede zwischen dem 2-fach geschirmten und dem 4-fach geschirmten Kabel nicht so groß dass der Aufpreis lohnt?

Zu den Steckern: Von King W. habe ich schon öfter gelesen, dass hier Quetschverbindungen standhafter sind als die Schraublösungen. Oder ist das in meinem Fall egal?
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Alt 14.04.2010, 07:57   # 9
King W.
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Du meinst sicher die Kompressionsstecker mit "Quetschverbindungen".

Da hast du Recht. Solche Kompressionsstecker sind von der Abschirmwirkung her besser, erfordern aber Werkzeug zur Montage, zumindest eine Kompressionszange. Wenn du diese Stecker verwenden möchtest, so kannst du dir von SEH ein Set bestellen, bestehend aus einer Kompressionszange, einem Abisolierer und 100 Kompressionssteckern. Dieses Set ist auf das Hirschmann KOKA 100 Kabel abgestimmt, ein erstklassiges Kabel, das für deine Zwecke ebenfalls gut geeignet ist. Das Kabel bekommst du natürlich auch bei SEH.

Nach getaner Arbeit schickst du das Set einfach zurück und bekommst daraufhin auch dein Geld wieder, abzüglich der verbrauchten Stecker, versteht sich. Eine Leihgebühr wird nicht erhoben, lediglich das Porto für die Rücksendung ist vom Kunden zu tragen.
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Alt 14.04.2010, 13:44   # 10
Dipol
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Zitat:
Zitat von reloop Beitrag anzeigen
Sind die Leistungsunterschiede zwischen dem 2-fach geschirmten und dem 4-fach geschirmten Kabel nicht so groß dass der Aufpreis lohnt?
Worauf es beim Satempfang ankommt ankommt ist dein A-Class-Schirmungsmaß > 85 dB und die Dämpfungsarmut. Beim Schirmungsmaß sind die Anforderungen für interaktive Anwendungen im BK-Netz sehr viel höher, für Satellitenempfang reicht eigentlich auch Zweifachschirmung völlig aus. Dafür sind bei Satempfang niedrige Dämpfungswerte und Alterungsstabilität von größerer Bedeutung. Alle Kabel nehmen in der Dämpfung mit der Alterung zu, solche mit physikalischer Schäumung und insbesondere PIB-Beschichtung deutlich weniger. Deshalb sollte man grundsätzlich eine Pegelreserve zur Verfügung haben und die Projektion nicht auf das letzte dB ausmosten. Wenn Erdkabel mit 10,x mm Querschnitt verlegt werden ist die Dämpfung niedriger, die Stecker passen aber nicht in die Quatro-LNB.
Zitat:
Zitat von reloop Beitrag anzeigen
Zu den Steckern: Von King W. habe ich schon öfter gelesen, dass hier Quetschverbindungen standhafter sind als die Schraublösungen. Oder ist das in meinem Fall egal?
Zu einem Hochschirmkabel mag ein technisch überholter F-Aufdrehstecker mechanisch passen, vom deutlich niedrigeren Schirmungsmaß macht das aber keinen Sinn.

BTW: Die Maststatik ist mit zwei HIRSCHMANN Fesat 850 GFK-Antennen schon grenzwertig!

Die LNB-Bauform an der unteren Antenne gibt schon lange nicht mehr, somit ist ein neuer Umbaufeedhalter erforderlich. Für 4,3° Orbitabstand an der Fesat 850 ist mit den Art.-Nr. 60005 und 60110 von ASSAT und etwas handwerklichem Geschick eine optimale symmetrische Duofeedanordnung möglich.

Im Anhang die gleichen Bauteile an einer Fesat 550 mit 6,2° Abstand für 19,2°E und 13°E. Der Feedhorn-Abstand an einer Fesat 850 ist allerdings bei 4,3° deutlich enger.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Fesat550_Duofeed13°E-19,2°E.jpg (90,4 KB, 2x aufgerufen)
Dateityp: jpg Fesat550_Duofeed13°+19,2°(2).jpg (85,2 KB, 3x aufgerufen)
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Alt 28.05.2012, 11:47 # --
News Flash
 
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