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| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.878
| Hallo Charly, ![]() Zitat:
Leider hast du das Kabel bereits verlegt und bist bei der Anschaffung offensichtlich auf die Werbefuzzis hereingefallen, die die Schirmdämpfung als vermeintliches Qualitätskriterium entdeckt haben. Dabei beginnt die Klasse A bereits bei 85 dB und nur Kabel mit noch niedrigerer Dämpfung ist für SAT-Anwendungen ungeeignet. Gott sei Dank bekommt man solche Schrottkabel aber kaum noch. Wenn man sich - mit etwas Reserve - für ein 100 - 110 dB-Kabel entscheidet, so reicht das voll und ganz aus. So viel ist aber auch mit einem guten 2-fach geschirmtem Kabel zu erreichen. Selbst das beste Kabel von Kathrein, das LCD 111, ist "nur" 3-fach geschirmt und mir ist kein einziger Fall bekannt, daß die Schirmdämpfung nicht ausgereicht hätte, selbst in elektrisch extrem gestörter Umgebung. Andere Qualitätsmerkmale sind viel wichtiger:
Das Aussuchen eines passenden Kompressionssteckers zu deinem Kabel gestaltet sich jetzt recht schwierig. Der Grund: In dem Kompressionsstecker befindet sich eine Hülse, die bei der Montage zwischen erster Folie und Drahtgeflecht geschoben wird. Diese Hülse trägt maßgeblich dazu bei, daß die hohe Schirmdämpfung erhalten bleibt. Hier geht es weiter zu einer Montageanleitung. Die Hülse ist leider darauf nicht zu sehen, aber man kann sich auch ohne viel Phantasie vorstellen, daß der Innendurchmesser der Hülse genau mit der Stärke des Dielektrikums harmonieren muß. Ist die Hülse zu klein, paßt das Dielektrikum nicht hindurch, ist sie zu groß, stößt sie auf das umgeschlagene Abschirmgeflecht und der Stecker läßt sich ebenfalls nicht aufschieben. Hier wird auch deutlich, daß es ohne eine Verklebung der Folie mit dem Dielektrikum kaum geht. Die Hülse würde die Folie einfach nach hinten drücken und sie verknautschen - der Stecker blockiert. Wie gesagt, Stecker und Kabel müssen genau zueinander passen, es kommt auf 1/10 mm an! So paßt beispielsweise der im Video gezeigte Hirschmann-Stecker beim besten Willen nicht auf ein Kathrein LCD 111-Kabel, während er für das Hirschmann-Kabel (z.B. dieses hier oder dieses) perfekt paßt. Prüfe zunächst bitte, ob bei deinem Kabel die Folie geklebt ist, sonst hast du sowieso schlechte Karten. Ist das doch der Fall (wenig wahrscheinlich) brauchen wir noch den genauen Innendurchmesser. Dann könnte es mit einer Empfehlung vielleicht klappen. Wesentlich besser wäre es aber, das Kabel gegen ein wirkliches Qualitätskabel auszutauschen. Das verlinkte KOKA 110 wäre z.B. sehr gut geeignet, natürlich auch das KOKA 125. Bei letzterem erfordert die Steckermontage etwas Kraft, weil das Kabel durch die zusätzliche Folie bei gleichem Dielektrikum etwas dicker ist. Dazu passend kannst du von SEH dieses Set bekommen. Es beinhaltet 100 Kompressionsstecker, einen Abisolierer und eine Kompressionszange. Das Set wird auch leihweise abgegeben, nach der Montage kann es zurückgeschickt werden, gegen volle Erstattung des Kaufpreises (abzüglich der verbrauchten Stecker, versteht sich). Eine Leihgebühr gibt es nicht, außer dem Rückporto entstehen keinerlei Kosten. Näheres unter Tel. 02323/61887. Natürlich eignet sich auch jedes andere gute Markenkabel mit den passenden Steckern. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Antenne und LNB sind von der Qualität her vollkommen in Ordnung, mal abgesehen von dem Kathrein-typischen Apothekenpreis. Wir empfehlen hier gern die Gibertini 85 SE, in Verbindung mit dem "unkaputtbaren" Alps-LNB. Von der Konstruktion her ist die Gibertini mit ihrem doppelten Feedarm der Kathrein "nachempfunden", während die elektrischen Eingeweide des Alps Quattro denen des UAS 584 entsprechen. Dadurch ergibt sich, ohne nennenswerte Qualitätseinbuße, ein deutliches Sparpotential. Nimm einfach die Antenne und das (die) LNB(s) welche(s) dir am besten gefällt (gefallen), einen Fehler machst du in keinem Fall. Multischalter: Offensichtlich willst du eine Astra/Hotbird Anlage aufbauen. Dafür brauchst du natürlich ein 2. LNB - und der Multischalter ist wesentlich teurer, als ein Multischalter für nur einen Satellit. Benötigst du den Hotbird wirklich? Hier ist mal eine Liste der empfangbaren Programme, wobei vieles auch noch verschlüsselt ist. Aus dem Axing-Katalog entnehme ich auf Seite 80: Zitat:
Ob das Sinn macht, das LNB-Signal erst einmal kräftig zu verstärken, um es dann wieder zu dämpfen, entscheide bitte selbst. Meiner Meinung nach ist das konzentrierter Blödsinn. Ohne die Dämpfungsglieder wäre der Samsung-Fernseher, so gut er auch sonst ist, hoffnungslos übersteuert. Manche Receiver, gleichgültig ob eingebaut oder als separates Gerät, vertragen etwas Übersteuerung, Samsung gehört nicht dazu. Der macht spätestens ab 77 dBµV dicht, kommt dafür aber recht gut mit kleinen Pegeln sogar unter 47 dBµV klar. Lange Rede kurzer Sinn: Du brauchst einen passiven Multischalter, der das Signal nicht oder kaum verstärkt. Solch einen Multischalter bekommst du z.B von Jultec. Für deinen Zweck - 2 Satelliten und mindestens 9 Anschlüsse - wäre dieser Multischalter das Optimum. Er ist außergewöhnlich sparsam und braucht keinen eigenen Stromanschluß, dabei übertrifft er mit den technischen Daten selbst den - bis auf die Verstärkung recht guten - Axing noch ziemlich deutlich. Das ideale Gerät, wenn auf kompromißlose Qualität gesetzt wird. Falls du mit 8 Anschlüssen auskommst, wäre der JRM0908 eine gute Wahl. Für einen Satellit wären es die Schalter JRM0512 bzw. JRM0508. Jultec ist (noch) eine recht kleine, aber hoch innovative Firma. Leider kommen sie manchmal mit der Produktion nicht nach. Es empfiehlt sich deshalb unbedingt, vor einer Bestellung die Lieferbarkeit telefonisch abzuklären (02323/61887). So, jetzt fällt mir nicht mehr viel ein ...
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! | ||
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| Threadstarter Registriert seit: 21.08.2012
Beiträge: 3
| Hallo, zunächst vielen Dank für eure schnelle und ausführliche Antwort! Thema Kabel: Also, ich habe mir das Kabel noch mal genauer angesehen und einen der 10 mitgelieferten F-Stecker aufgeschraubt. Beim Abmanteln konnte ich feststellen, dass offensichtlich etwas verklebt wurde, da mein Teppichmesser und meine Finger anschließend klebrig verschmiert waren. Da dachte ich noch - o.k. ist vielleicht doch kein so schlechtes Kabel. Aber als ich das Geflecht nach hinten bog fielen bereits zahlreiche Aludrähtchen ab. Bevor ich mich also über minderwertiges Kabel ärgere wenn die Anlage erst einmal in Betrieb ist, werde ich wohl doch die bisherigen Kabel wieder entfernen und gegen das von euch vorgeschlagene Hirschmann Koka 125 HD austauschen. Damit sollte ich dann auf der sicheren Seite sein. Thema Schüssel und LNB: Wenn ich mich dann noch auf eure Empfehlung mit der Gibertini 85 SE, in Verbindung mit dem "unkaputtbaren" Alps-LNB verlasse, spare ich gegenüber den Kathrein-Produkten schon Einiges, so dass sich die Mehrausgaben für die Kabel durchaus egalisieren. Wenn Ihr in diesem Zusammenhang bzw. bei diesem Vergleich schreibt >ohne nennenswerte Qualitätseinbußen< bezieht sich das auch auf Schlechtwetterreserven? Ich hatte irgendwo mal gelesen, dass die CAS 90 mit dem UAS 584 hier wirklich ausgezeichnet wären. Ist die Qualität und Verarbeitung der Materialien auch vergleichbar? Das, was ich in der Kürze der Zeit sehen/lesen konnte macht schon einen guten Eindruck, was sagt Ihr Fachleute dazu? Thema Multischalter: Eine Astra/Hotbird Anlage wollte ich mit den 9-Eingängen des Axing nicht aufbauen. Ich dachte nur, dass ich so besser für die Zukunft gerüstet sei, falls doch mal ein anderer Satellit interessant wird. Ihr empfehlt für die 1 Satelliten-Variante den Jultec JRM0512T. Hört sich nicht schlecht an, gibt es denn auch noch vergleichbar gute Alternativen die zu dieser Sat-Anlage (Gibertini Schüssel und Alps LNB) passen? Habe gehört Spaun wäre recht gut und zuverlässig. Auf nicht benötigten Ausgängen sollte man Abschlusswiderstände schrauben, oder? Und auf dem Antenneeingang auch? Welche empfehlt Ihr dafür? Nach der Kabelaktion frage ich lieber vorher. Thema Erdblöcke/Erdwinkel: Der Multischalter kommt in den Keller und die Schüssel an die Außenwand mehr als 2 Meter unter der Dachrinne. Reicht es aus, wenn ich den Erdblock mit einem 1x6mm² massiven Kupferleiter mit dem Erdspieß (hier sind die übrigen Strom und Wasserleitungen geerdet) anschließe? Oder wie muss ich hier was anschließen? Schon mal vielen Dank für eure hilfreichen Ausführungen im Voraus! Beste Grüße Charly |
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| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.878
| Zitat:
Das KOKA 125 ist um Welten besser, als das Kabel was du jetzt hast. Allerdings - Spitzenqualität hat auch ihren Preis. Ein Sonderangebot ist das Kabel nicht gerade. Die verschmierten Finger sind übrigens durch eine Gel-Füllung verursacht, die das Kabel vor eindringender Feuchtigkeit schützen soll. Falls du ein LNB mit perfektem Wetterschutz verwendest (Alps oder Kathrein), wodurch das Eindringen von Feuchtigkeit ohnehin zuverlässig verhindert wird, ist dieses Gel kropfunnötig. Und das Zeugs klebt "wie Sau". Einmal an den Fingern ist es nur schwer wieder abzuwaschen, aber die abgebrochenen Drähtchen kleben daran - und die können recht unangenehm pieksen. Die Erfahrung mit einem solchen Kabel habe ich bereits hinter mir - nie wieder. Zitat:
Gibertini beweist doch, daß auch für weniger als die Hälfte eine hochwertige Antenne realisierbar ist, die den üblichen Durchschnitt ebenfalls weit hinter sich läßt. Und das Alps-LNB ist elektrisch mit dem UAS 584 identisch - und es empfängt auch genau so gut. Der Unterschied zwischen beiden LNB's besteht lediglich im Gehäuse. Beim UAS ist es aus Druckguß, bei Alps aus hochwertigem Kunststoff. Ewig lange halten tun alle beide. Bei der Schlechtwetterreserve hatte ich noch keine Möglichkeit eines direkten Vergleichs, denn dazu hätten ja beide Antennen direkt nebeneinander stehen müssen. Einen gewissen Vergleich habe ich aber doch: Bei einem schweren Unwetter vor ca. 2 Jahren hier in Herne ist meine CAS 90 (die SE gab es seinerzeit noch nicht, sonst wäre die auf meinem Dach) für ca. 10 Minuten ausgefallen, während die SE unseres Users "Conrad", ebenfalls in Herne, aber ca. 1,5 km entfernt, durchgehalten hat. Je nach Wetterlage hätte es aber auch umgekehrt sein können. Ich schätze jedenfalls die Schlechtwetterreserven beider Antennen als sehr hoch ein. Es kann zwar marginale Unterschiede geben, die sind in der Praxis aber kaum von Belang. Du kannst übrigens ganz sicher sein: Wenn eine CAS 90 oder eine Gibertini SE mal wetterbedingt ausfällt, ist der Blick durchs Fenster allemal interessanter, als jedes Fernsehprogramm. ![]() Zitat:
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Der ehemals gute Ruf von Spaun kommt nicht von ungefähr: Der damalige Chef-Entwickler zeichnet für manche hervorragende Konstruktion verantwortlich. Mittlerweile arbeitet dieser Mann aber nicht mehr dort, sondern hat 2004 seine eigene Firma gegründet. Du errätst es sicher schon, es ist Jultec. Die Firma ist noch recht klein, aber hoch innovativ und absolut qualitätsorientiert. Kehrseite der Medaille: Die Produkte sind sehr beliebt und werden entsprechend nachgefragt. Gelegentlich kommt Jultec deshalb mit der Produktion nicht mehr nach. Es empfiehlt sich grundsätzlich, vor einer Bestellung die momentane Liefersituation zu erfragen (02323/61887). Zitat:
Bei Jultec gibt es von fast allen Geräten zwei Ausführungen: A und T. Der Unterschied: Bei A-Geräten sind die Stammleitungen herausgeführt. Dort können dann weitere Geräte angeschlossen werden. Die T-Geräte sind intern terminiert. Falls mal das bestellte Gerät in der Ausführung T gerade nicht lieferbar ist, wird A geliefert - dann muß man selbst terminieren. Dies geschieht, indem auf die Stammleitungsausgänge je ein DC-entkoppelter Widerstand geschraubt wird. Diese Widerstände liegen, jedenfalls wenn du bei SEH bestellst, dem Gerät gegebenenfalls kostenlos bei. Die weiter oben verlinkten, nicht entkoppelten Widerstände für die nicht benutzten Teilnehmerausgänge dürfen auf die Stammleitungsausgänge nicht aufgeschraubt werden. Zitat:
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