Aufbau einer Sat-Anlage - Welcher Kompressionsstecker passt für UAS 584 und Kabel mit 5-fach Schirmung?

Alt 21.08.2012, 23:54   # 1
Charly_
 
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Hallo zusammen,

ich hoffe ihr könnt mir helfen! Ich habe zwar schon einiges zusammengesucht und auch gefunden, aber da ich auf diesem Gebiet unsicher bin, bitte ich euch um eure Unterstützung.

Ich habe mir vor kurzem einen Samsung UE55ES8090 Fernseher gekauft und möchte nun von Kabel auf Satellit wechseln. Nach einigem Stöbern im Internet kann ich mir vorstellen folgende Komponenten zu verbauen:

Schüssel: Kathrein CAS 90
LNB: Kathrein UAS 584
Multischalter: Axing SPU 910-09

Bisher habe ich lediglich folgendes Kabel besorgt und verlegt.
Techniche Daten:
SCHIRMUNG: 5-fach Schirmung (3xFolie und 2xGeflecht)
Schirmungsmaß: > 125 dB
Innenleiter: 1,1mm Kupfer
Dielektrium Ømm: 5,0
Schirmfolie: 3x Alufolie-doppelt kaschiert
Schirmgeflecht: 2 x 64 x 0,12 mm Alu
Außendurchmesser: 7,2mm
Wellenwiderstand: 75 OHM
Materialfarbe: PVC / weiß
Biegeradius: 45mm
Dämpfung bei 20°C db/100m
100Mhz 3,9
200Mhz 5,8
500Mhz 11,7
800Mhz 13,1
1000Mhz 16,5
1750Mhz 24,5
2050Mhz 27,6
2500Mhz 28,1
2400Mhz 29,5

Ich möchte vom Multischalter 9 Leitungen legen, die direkt an die Verbraucher (Fernseher siehe oben oder Sat-Receiver) angeschlossen werden, ohne weitere Dosen dazwischen. Die einzelnen Kabel sind zwischen 10 und 30 Meter lang. Vom LNB zum Multischalter sind es ca. 8 Meter.

Nun zu meinen Fragen:
1. Ist jemandem bekannt, ob der Axing SPU 910-09 Multischalter und der Samsung UE55ES8090 untereinander Probleme/Störungen bereiten? Ich hatte irgendwo mal gelesen, dass das bei Fernsehern mit integrierten Tunern möglich wäre.
2. Ich möchte gerne Kompressionsstecker verwenden, aber welche passen zum Kabel? Das Gehäuse des Kathrein LNB soll ja relativ klein sein, gibt es dafür für mein Kabel passende Kompressionsstecker?
3. Wie muss ich die Kabelenden abisolieren, dass die Stecker passen? Ich habe nur Beispiele gefunden bei dem nur ein Schirmgeflecht vorhanden war. Meine Kabel haben aber zwei Geflechte mit Kleber (gelartig) dazwischen. Muss ich das Äußere ganz abtrennen und nur das Innere nach außen legen und dann den Stecker drüber schieben?
4. Brauche ich grundsätzlich eine Potenialausgleichschiene vor bzw. nach dem Multischalter? Die Schüssel wird mehr als 2 Meter unterhalb der Regenrinne an der Hauswand montiert.

Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir weiterhelfen könntet!!

Gruß
Charly
 
Alt 21.08.2012, 23:54 # --
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Alt 22.08.2012, 05:04   # 2
King W.
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Hallo Charly, nw welcome
Zitat:
Zitat von Charly_
Ich habe mir vor kurzem einen Samsung UE55ES8090 Fernseher gekauft und möchte nun von Kabel auf Satellit wechseln.
Klasse Gerät, da werde ich mit meinem ollen 42er Toshiba direkt neidisch. Eine gute SAT-Anage holt wirklich das Letzte an Qualität aus dem Teil heraus. Zudem sparst du die Kabelgebühr, die SAT-Anlage wird sich früher oder später auf jeden Fall amortisieren. Deine Entscheidung kann man also nur begrüßen.

Leider hast du das Kabel bereits verlegt und bist bei der Anschaffung offensichtlich auf die Werbefuzzis hereingefallen, die die Schirmdämpfung als vermeintliches Qualitätskriterium entdeckt haben. Dabei beginnt die Klasse A bereits bei 85 dB und nur Kabel mit noch niedrigerer Dämpfung ist für SAT-Anwendungen ungeeignet. Gott sei Dank bekommt man solche Schrottkabel aber kaum noch. Wenn man sich - mit etwas Reserve - für ein 100 - 110 dB-Kabel entscheidet, so reicht das voll und ganz aus. So viel ist aber auch mit einem guten 2-fach geschirmtem Kabel zu erreichen. Selbst das beste Kabel von Kathrein, das LCD 111, ist "nur" 3-fach geschirmt und mir ist kein einziger Fall bekannt, daß die Schirmdämpfung nicht ausgereicht hätte, selbst in elektrisch extrem gestörter Umgebung.

Andere Qualitätsmerkmale sind viel wichtiger:
  • Ein Innenleiter aus massivem Kupfer (manche Anbieter schreiben einfach "Kupfer", meinen aber tatsächlich "verkupfert").
  • Ein Dielektrikum aus physikalisch, d.h. durch Einblasen von Stickstoff, geschäumtem Polyester (Billiganbieter schäumen durch Zugabe von Chemikalien, das ist zwar billiger, aber die Chemikalie verbleibt im Kabel und beeinträchtigt die Langzeitstabilität).
  • Eine mit dem Dielektrikum verklebte Abschirmfolie - fehlt die Verklebung, so ist es, neben einer Verschlechterung der elektrischen Eigenschaften, nahezu unmöglich, Kompressionsstecker zu montieren.
  • Ein möglichst dichtes Geflecht aus Kupferdrähtchen, blank oder verzinnt (Alu verschlechtert die elektrischen Eigenschaften und die Drähtchen reißen sehr leicht bei der Steckermontage)
  • Eventuell weitere Abschirmlagen (bei wirklich gutem Kabel nicht nötig)
  • Ein Außenmantel aus gutem PVC (schlechte Ware erkennt man schon am penetranten Plastikgestank) oder, bei Außenanwendungen, aus besonders wetterfestem und robustem PE.

Das Aussuchen eines passenden Kompressionssteckers zu deinem Kabel gestaltet sich jetzt recht schwierig. Der Grund: In dem Kompressionsstecker befindet sich eine Hülse, die bei der Montage zwischen erster Folie und Drahtgeflecht geschoben wird. Diese Hülse trägt maßgeblich dazu bei, daß die hohe Schirmdämpfung erhalten bleibt. Hier geht es weiter zu einer Montageanleitung. Die Hülse ist leider darauf nicht zu sehen, aber man kann sich auch ohne viel Phantasie vorstellen, daß der Innendurchmesser der Hülse genau mit der Stärke des Dielektrikums harmonieren muß. Ist die Hülse zu klein, paßt das Dielektrikum nicht hindurch, ist sie zu groß, stößt sie auf das umgeschlagene Abschirmgeflecht und der Stecker läßt sich ebenfalls nicht aufschieben.

Hier wird auch deutlich, daß es ohne eine Verklebung der Folie mit dem Dielektrikum kaum geht. Die Hülse würde die Folie einfach nach hinten drücken und sie verknautschen - der Stecker blockiert.

Wie gesagt, Stecker und Kabel müssen genau zueinander passen, es kommt auf 1/10 mm an! So paßt beispielsweise der im Video gezeigte Hirschmann-Stecker beim besten Willen nicht auf ein Kathrein LCD 111-Kabel, während er für das Hirschmann-Kabel (z.B. dieses hier oder dieses) perfekt paßt.

Prüfe zunächst bitte, ob bei deinem Kabel die Folie geklebt ist, sonst hast du sowieso schlechte Karten. Ist das doch der Fall (wenig wahrscheinlich) brauchen wir noch den genauen Innendurchmesser. Dann könnte es mit einer Empfehlung vielleicht klappen.

Wesentlich besser wäre es aber, das Kabel gegen ein wirkliches Qualitätskabel auszutauschen. Das verlinkte KOKA 110 wäre z.B. sehr gut geeignet, natürlich auch das KOKA 125. Bei letzterem erfordert die Steckermontage etwas Kraft, weil das Kabel durch die zusätzliche Folie bei gleichem Dielektrikum etwas dicker ist.

Dazu passend kannst du von SEH dieses Set bekommen. Es beinhaltet 100 Kompressionsstecker, einen Abisolierer und eine Kompressionszange. Das Set wird auch leihweise abgegeben, nach der Montage kann es zurückgeschickt werden, gegen volle Erstattung des Kaufpreises (abzüglich der verbrauchten Stecker, versteht sich). Eine Leihgebühr gibt es nicht, außer dem Rückporto entstehen keinerlei Kosten. Näheres unter Tel. 02323/61887.

Natürlich eignet sich auch jedes andere gute Markenkabel mit den passenden Steckern. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

Antenne und LNB sind von der Qualität her vollkommen in Ordnung, mal abgesehen von dem Kathrein-typischen Apothekenpreis.

Wir empfehlen hier gern die Gibertini 85 SE, in Verbindung mit dem "unkaputtbaren" Alps-LNB. Von der Konstruktion her ist die Gibertini mit ihrem doppelten Feedarm der Kathrein "nachempfunden", während die elektrischen Eingeweide des Alps Quattro denen des UAS 584 entsprechen. Dadurch ergibt sich, ohne nennenswerte Qualitätseinbuße, ein deutliches Sparpotential. Nimm einfach die Antenne und das (die) LNB(s) welche(s) dir am besten gefällt (gefallen), einen Fehler machst du in keinem Fall.

Multischalter:
Offensichtlich willst du eine Astra/Hotbird Anlage aufbauen. Dafür brauchst du natürlich ein 2. LNB - und der Multischalter ist wesentlich teurer, als ein Multischalter für nur einen Satellit. Benötigst du den Hotbird wirklich? Hier ist mal eine Liste der empfangbaren Programme, wobei vieles auch noch verschlüsselt ist.

Aus dem Axing-Katalog entnehme ich auf Seite 80:
Zitat:
Zitat von Axing
Ausgangspegel SAT-Empfänger 94 dBμV
Dieser Wert ist für deine Anwendung viel zu hoch. Gemäß EN 500833-7 betragen die Grenzwerte für Nutzpegel bei SAT 47 - 77 dBµV. Der Wert des Multischalters liegt mithin um 17 dB höher, als der höchstzulässige Wert. Nach deiner Tabelle hat das Kabel eine Dämpfung von 16,5 dB bei 1000 MHz, also einer Frequenz, die durchaus vorkommt. Die Dämpfung selbst von 100m Kabel reicht also nicht einmal, um auch nur die obere Grenze zu erreichen. Du benötigst also noch separate Dämpfungsglieder.

Ob das Sinn macht, das LNB-Signal erst einmal kräftig zu verstärken, um es dann wieder zu dämpfen, entscheide bitte selbst. Meiner Meinung nach ist das konzentrierter Blödsinn. Ohne die Dämpfungsglieder wäre der Samsung-Fernseher, so gut er auch sonst ist, hoffnungslos übersteuert. Manche Receiver, gleichgültig ob eingebaut oder als separates Gerät, vertragen etwas Übersteuerung, Samsung gehört nicht dazu. Der macht spätestens ab 77 dBµV dicht, kommt dafür aber recht gut mit kleinen Pegeln sogar unter 47 dBµV klar.

Lange Rede kurzer Sinn: Du brauchst einen passiven Multischalter, der das Signal nicht oder kaum verstärkt. Solch einen Multischalter bekommst du z.B von Jultec. Für deinen Zweck - 2 Satelliten und mindestens 9 Anschlüsse - wäre dieser Multischalter das Optimum. Er ist außergewöhnlich sparsam und braucht keinen eigenen Stromanschluß, dabei übertrifft er mit den technischen Daten selbst den - bis auf die Verstärkung recht guten - Axing noch ziemlich deutlich. Das ideale Gerät, wenn auf kompromißlose Qualität gesetzt wird. Falls du mit 8 Anschlüssen auskommst, wäre der JRM0908 eine gute Wahl.

Für einen Satellit wären es die Schalter JRM0512 bzw. JRM0508.

Jultec ist (noch) eine recht kleine, aber hoch innovative Firma. Leider kommen sie manchmal mit der Produktion nicht nach. Es empfiehlt sich deshalb unbedingt, vor einer Bestellung die Lieferbarkeit telefonisch abzuklären (02323/61887).

So, jetzt fällt mir nicht mehr viel ein ...
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Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
Albert Einstein
 
Alt 22.08.2012, 11:58   # 3
Dipol
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Zitat:
Zitat von Charly_ Beitrag anzeigen
Schirmungsmaß: > 125 dB
Das Schirmungsmaß ist für Komponenten, für Kabel ist die Schirmdämpfung und der Kopplungswiderstand entscheidend. So manches dieser Kabel mit sinnlosen 125 dB Voodoo-Angaben erfüllt nicht mal Class A+ Kriterien > 95 dB. Einen Plott der realen Schirmdämpfung und des Kopplungswiderstands wirst du schwerlich bekommen.
Zitat:
Zitat von Charly_ Beitrag anzeigen
Ich möchte vom Multischalter 9 Leitungen legen, die direkt an die Verbraucher (Fernseher siehe oben oder Sat-Receiver) angeschlossen werden, ohne weitere Dosen dazwischen. Die einzelnen Kabel sind zwischen 10 und 30 Meter lang. Vom LNB zum Multischalter sind es ca. 8 Meter.
Sofern die Kabel alterungsstabil sind, ist die Kabeldämpfung unproblematisch. Und wenn nicht, hast du diese nur schwer zu verlegenden Kabel hoffentlich normkonform nach DIN 18015 zugfähig in Leerrohren installiert.

Kritischer ist bei Alu-Billigkabeln das Problem passiver Intermodulationen an den Anschlussstellen. Bei der Steckermontage unbedingt die Folien und auch von den dürftigen 64 x 0,12 mm Alu Alu-Geflechten das äußere absetzen.
Zitat:
Zitat von Charly_ Beitrag anzeigen
4. Brauche ich grundsätzlich eine Potenialausgleichschiene vor bzw. nach dem Multischalter? Die Schüssel wird mehr als 2 Meter unterhalb der Regenrinne an der Hauswand montiert.
Igitt, bloß keine Erdungsschiene. Alle Ein- und Ausgangskabel des Multischalters müssen über Erdblöcke oder einen Erdwinkel geführt werden.
 
Alt 23.08.2012, 21:32   # 4
Charly_
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Hallo,

zunächst vielen Dank für eure schnelle und ausführliche Antwort!

Thema Kabel:
Also, ich habe mir das Kabel noch mal genauer angesehen und einen der 10 mitgelieferten F-Stecker aufgeschraubt. Beim Abmanteln konnte ich feststellen, dass offensichtlich etwas verklebt wurde, da mein Teppichmesser und meine Finger anschließend klebrig verschmiert waren. Da dachte ich noch - o.k. ist vielleicht doch kein so schlechtes Kabel. Aber als ich das Geflecht nach hinten bog fielen bereits zahlreiche Aludrähtchen ab. Bevor ich mich also über minderwertiges Kabel ärgere wenn die Anlage erst einmal in Betrieb ist, werde ich wohl doch die bisherigen Kabel wieder entfernen und gegen das von euch vorgeschlagene Hirschmann Koka 125 HD austauschen. Damit sollte ich dann auf der sicheren Seite sein.

Thema Schüssel und LNB:
Wenn ich mich dann noch auf eure Empfehlung mit der Gibertini 85 SE, in Verbindung mit dem "unkaputtbaren" Alps-LNB verlasse, spare ich gegenüber den Kathrein-Produkten schon Einiges, so dass sich die Mehrausgaben für die Kabel durchaus egalisieren. Wenn Ihr in diesem Zusammenhang bzw. bei diesem Vergleich schreibt >ohne nennenswerte Qualitätseinbußen< bezieht sich das auch auf Schlechtwetterreserven? Ich hatte irgendwo mal gelesen, dass die CAS 90 mit dem UAS 584 hier wirklich ausgezeichnet wären. Ist die Qualität und Verarbeitung der Materialien auch vergleichbar? Das, was ich in der Kürze der Zeit sehen/lesen konnte macht schon einen guten Eindruck, was sagt Ihr Fachleute dazu?

Thema Multischalter:
Eine Astra/Hotbird Anlage wollte ich mit den 9-Eingängen des Axing nicht aufbauen. Ich dachte nur, dass ich so besser für die Zukunft gerüstet sei, falls doch mal ein anderer Satellit interessant wird. Ihr empfehlt für die 1 Satelliten-Variante den Jultec JRM0512T. Hört sich nicht schlecht an, gibt es denn auch noch vergleichbar gute Alternativen die zu dieser Sat-Anlage (Gibertini Schüssel und Alps LNB) passen? Habe gehört Spaun wäre recht gut und zuverlässig.
Auf nicht benötigten Ausgängen sollte man Abschlusswiderstände schrauben, oder? Und auf dem Antenneeingang auch? Welche empfehlt Ihr dafür? Nach der Kabelaktion frage ich lieber vorher. 

Thema Erdblöcke/Erdwinkel:
Der Multischalter kommt in den Keller und die Schüssel an die Außenwand mehr als 2 Meter unter der Dachrinne. Reicht es aus, wenn ich den Erdblock mit einem 1x6mm² massiven Kupferleiter mit dem Erdspieß (hier sind die übrigen Strom und Wasserleitungen geerdet) anschließe? Oder wie muss ich hier was anschließen?

Schon mal vielen Dank für eure hilfreichen Ausführungen im Voraus!

Beste Grüße
Charly
 
Alt 24.08.2012, 03:28   # 5
King W.
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Zitat:
Zitat von Charly_ Beitrag anzeigen
... die bisherigen Kabel wieder entfernen und gegen das von euch vorgeschlagene Hirschmann Koka 125 HD austauschen. Damit sollte ich dann auf der sicheren Seite sein.

Das KOKA 125 ist um Welten besser, als das Kabel was du jetzt hast. Allerdings - Spitzenqualität hat auch ihren Preis. Ein Sonderangebot ist das Kabel nicht gerade.

Die verschmierten Finger sind übrigens durch eine Gel-Füllung verursacht, die das Kabel vor eindringender Feuchtigkeit schützen soll. Falls du ein LNB mit perfektem Wetterschutz verwendest (Alps oder Kathrein), wodurch das Eindringen von Feuchtigkeit ohnehin zuverlässig verhindert wird, ist dieses Gel kropfunnötig. Und das Zeugs klebt "wie Sau". Einmal an den Fingern ist es nur schwer wieder abzuwaschen, aber die abgebrochenen Drähtchen kleben daran - und die können recht unangenehm pieksen. Die Erfahrung mit einem solchen Kabel habe ich bereits hinter mir - nie wieder.

Zitat:
Wenn Ihr in diesem Zusammenhang bzw. bei diesem Vergleich schreibt >ohne nennenswerte Qualitätseinbußen< bezieht sich das auch auf Schlechtwetterreserven? Ich hatte irgendwo mal gelesen, dass die CAS 90 mit dem UAS 584 hier wirklich ausgezeichnet wären. Ist die Qualität und Verarbeitung der Materialien auch vergleichbar? Das, was ich in der Kürze der Zeit sehen/lesen konnte macht schon einen guten Eindruck, was sagt Ihr Fachleute dazu?
Ganz zweifellos ist die CAS 90 eine Spitzen-Antenne und das UAS 584 ein sehr gutes, über jeden Zweifel erhabenes LNB. Aber warum muß das Zeugs denn unbedingt so extrem teuer sein?

Gibertini beweist doch, daß auch für weniger als die Hälfte eine hochwertige Antenne realisierbar ist, die den üblichen Durchschnitt ebenfalls weit hinter sich läßt. Und das Alps-LNB ist elektrisch mit dem UAS 584 identisch - und es empfängt auch genau so gut. Der Unterschied zwischen beiden LNB's besteht lediglich im Gehäuse. Beim UAS ist es aus Druckguß, bei Alps aus hochwertigem Kunststoff. Ewig lange halten tun alle beide.

Bei der Schlechtwetterreserve hatte ich noch keine Möglichkeit eines direkten Vergleichs, denn dazu hätten ja beide Antennen direkt nebeneinander stehen müssen. Einen gewissen Vergleich habe ich aber doch: Bei einem schweren Unwetter vor ca. 2 Jahren hier in Herne ist meine CAS 90 (die SE gab es seinerzeit noch nicht, sonst wäre die auf meinem Dach) für ca. 10 Minuten ausgefallen, während die SE unseres Users "Conrad", ebenfalls in Herne, aber ca. 1,5 km entfernt, durchgehalten hat. Je nach Wetterlage hätte es aber auch umgekehrt sein können. Ich schätze jedenfalls die Schlechtwetterreserven beider Antennen als sehr hoch ein. Es kann zwar marginale Unterschiede geben, die sind in der Praxis aber kaum von Belang.

Du kannst übrigens ganz sicher sein: Wenn eine CAS 90 oder eine Gibertini SE mal wetterbedingt ausfällt, ist der Blick durchs Fenster allemal interessanter, als jedes Fernsehprogramm.

Zitat:
Thema Multischalter:
Eine Astra/Hotbird Anlage wollte ich mit den 9-Eingängen des Axing nicht aufbauen. Ich dachte nur, dass ich so besser für die Zukunft gerüstet sei, falls doch mal ein anderer Satellit interessant wird.
In absehbarer Zeit wird das wohl nicht passieren. Hotbird ist im Laufe der Zeit immer uninteressanter geworden (zumindest für deutsche Zuschauer), es gibt kein einziges deutsches Programm dort, das nicht auch auf Astra zu finden wäre. Eventuell könnte die Position 28,5° noch von Interesse sein, von dort aus wird Großbritannien versorgt - mit englischen Programmen, versteht sich. Aber dazu müßtest du schon ziemlich anglophil sein und mehr als nur mal gelegentlich englische Nachrichten (gibt es auch auf Astra) sehen wollen. Dann gibt es aber auch noch die Möglichkeit, nur an einer oder 2 Abnahmestellen das Signal des anderen Satelliten einzukoppeln, ohne gleich einen teuren 2 Satelliten-Schalter nehmen zu müssen.

Zitat:
Ihr empfehlt für die 1 Satelliten-Variante den Jultec JRM0512T. Hört sich nicht schlecht an, gibt es denn auch noch vergleichbar gute Alternativen die zu dieser Sat-Anlage (Gibertini Schüssel und Alps LNB) passen?
Alternativen gibt es immer. TechniSat baut z.B. sehr gute Multischalter, die haben aber in der Regel nur 8 Ausgänge, d.h. du würdest noch eine Kaskade benötigen. Dann hättest du zwar 16 Ausgänge, aber es wird teurer, ohne daß du einen wirklichen Vorteil davon hast. Triax-Multischalter sind von den technischen Daten her auch nicht übel und deutlich günstiger als die Jultec-Schalter. Der Nachteil allerdings: Sie benötigen Strom, auch dann, wenn gerade überhaupt kein Receiver betrieben wird. In 3 - 4 Jahren haben die Stromkosten die Einsparung wieder "gefressen". Wenn du dich dennoch für den Schalter interessierst, die Typbezeichnung ist TMS 5x12 P und er dürfte so ca. 105 - 110€ kosten. SEH kann den Schalter besorgen.
Zitat:
Habe gehört Spaun wäre recht gut und zuverlässig.
Spaun hat mehrere Serien. Aus Qualitätsgründen kommt wohl nur der SMS 51203 in Frage. Der Schalter ist wirklich nicht schlecht, bietet aber gegenüber dem Jultec keinen Vorteil. Im Gegenteil - Bei Spaun mußt du auf das robuste Druckgußgehäuse verzichten und der Schalter braucht, ebenso wie der Triax, einen eigenen Stromanschluß. Die Einstellmöglichkeiten, die der Spaun hat, sind gut, wenn exotische Satelliten empfangen werden sollen, mit stark unterschiedlichen Pegeln auf den Polarisationsebenen. Für Astra-Empfang sind sie vollkommen unnötig.

Der ehemals gute Ruf von Spaun kommt nicht von ungefähr: Der damalige Chef-Entwickler zeichnet für manche hervorragende Konstruktion verantwortlich.

Mittlerweile arbeitet dieser Mann aber nicht mehr dort, sondern hat 2004 seine eigene Firma gegründet. Du errätst es sicher schon, es ist Jultec. Die Firma ist noch recht klein, aber hoch innovativ und absolut qualitätsorientiert. Kehrseite der Medaille: Die Produkte sind sehr beliebt und werden entsprechend nachgefragt. Gelegentlich kommt Jultec deshalb mit der Produktion nicht mehr nach. Es empfiehlt sich grundsätzlich, vor einer Bestellung die momentane Liefersituation zu erfragen (02323/61887).

Zitat:
Auf nicht benötigten Ausgängen sollte man Abschlusswiderstände schrauben, oder? Und auf dem Antenneneingang auch? Welche empfehlt Ihr dafür? Nach der Kabelaktion frage ich lieber vorher. 
Frei nach Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber wenn du sie wegläßt, hat das auch keine negativen Folgen. Wenn du willst, kannst du diese Widerstände verwenden. Auf die Eingänge kommen keine Widerstände.

Bei Jultec gibt es von fast allen Geräten zwei Ausführungen: A und T. Der Unterschied: Bei A-Geräten sind die Stammleitungen herausgeführt. Dort können dann weitere Geräte angeschlossen werden. Die T-Geräte sind intern terminiert. Falls mal das bestellte Gerät in der Ausführung T gerade nicht lieferbar ist, wird A geliefert - dann muß man selbst terminieren. Dies geschieht, indem auf die Stammleitungsausgänge je ein DC-entkoppelter Widerstand geschraubt wird. Diese Widerstände liegen, jedenfalls wenn du bei SEH bestellst, dem Gerät gegebenenfalls kostenlos bei.

Die weiter oben verlinkten, nicht entkoppelten Widerstände für die nicht benutzten Teilnehmerausgänge dürfen auf die Stammleitungsausgänge nicht aufgeschraubt werden.

Zitat:
Thema Erdblöcke/Erdwinkel:
Der Multischalter kommt in den Keller und die Schüssel an die Außenwand mehr als 2 Meter unter der Dachrinne. Reicht es aus, wenn ich den Erdblock mit einem 1x6mm² massiven Kupferleiter mit dem Erdspieß (hier sind die übrigen Strom und Wasserleitungen geerdet) anschließe? Oder wie muss ich hier was anschließen?
Am besten ist ein Erdungswinkel, also so etwas. Alle Ein- und Ausgangsleitungen werden über diesen Erdungswinkel geführt, der Winkel selbst kann am Fundamenterder geerdet werden. Die Antenne wird in den PA einbezogen. Auch wenn sie aufgrund ihres Montageortes nicht erdungspflichtig ist, so können doch induktiv Anteile des Blitzstroms auf die Antenne übertragen werden, selbst wenn der Blitzeinschlag in einiger Entfernung stattfindet. Diesen Strom gilt es abzuleiten. Zu diesem Zweck schließt man das Kabel an der Antenne oder der Halterung an und verlegt es zusammen mit den Antennenkabeln zum Erdwinkel. Von dort aus geht es weiter zum Fundamentrder.

Zitat:
Schon mal vielen Dank für eure hilfreichen Ausführungen im Voraus!
Gern geschehen.
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Alt 24.07.2014, 08:38 # --
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Alt 24.07.2014, 08:38 # --
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