[Review] SONIC & Sega All-Stars Racing


Alt 19.03.2010, 17:23   # 1
sirhenrythe3rd
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sonicsegaallstarsracingsg
Publisher : SEGA of America
Systeme : Nintendo Wii, Nintendo DS, XBOX 360, PS3, PC (getestet : PS3)
USK : ab 6 Jahre
Trophys : ja
DS / SixAxis : ja / ja




Igel und Straßenverkehr ?
Eine ungünstige Konstellation möchte man meinen.
Doch SEGA schickt sich an uns mit seinem aktuellen Werk „SONIC & Sega All-Stars Racing“ das Gegenteil zu beweisen.


Worum geht’s ?

Der weltberühmte blaue Igel ´Sonic´, Anfang der Neunziger Jahre als SEGA-Firmenmaskottchen geboren und seinerzeit eigentlich für pfeilschnelle Jump & Run-Spiele bekannt, wagt seit geraumer Zeit immer wieder mal den Sprung in andere Genres.
Diesmal traut er sich erneut an ein Rennspiel (es gab schon "Sonic Riders" für die Wii), genauer gesagt: einem Kartracer.
Somit handelt es sich nicht um eine bierernste Fahrsimulation, sondern um einen Ableger der Spezies „Funracer“.

„Gewagt!“, möchte man meinen, hat doch die Konkurrenz in dieser Sparte seit Jahren einen hohen Standard gesetzt.
Aber wer sollte das Kunststück schon schaffen wenn nicht Sonic und seine Freunde ?
Und derer sind zahlreich vorhanden, es gibt sich in diesem Titel quasi das who-is-who der Sega-Historie die Klinke in die Hand.
So stehen neben diversen Protagonisten der Sonic-Spielereihen, wie etwa ´Tails´, ´Shadow´ oder auch Bösewicht ´Dr.Eggman´ auch so legendäre Charaktere wie ´Ryo´ (ShenMue), ´OpaOpa´ (Fantasy Zone), ´Amigo´ (Samba de Amigo) oder ´B.D. Joe´ (Crazy Taxi) zur Verfügung.
Netterweise existiert auch eine kleine Datenbank, in der man sich einen Überblick darüber verschaffen kann in welchem Spiel die jeweiligen Figuren aufgetaucht sind.

sonic33
Wiedersehen mit alten Freunden. Hier zu sehen Ryo aus dem Kultspiel "ShenMue"


Jeder dieser Figuren hat sein eigenes Gefährt mit unterschiedlichen Fahreigenschaften.
Am deutlichsten ist der Unterschied noch zwischen normalen Karts und den Motorrädern, wie sie zum Beispiel von ´Ryo´ oder ´AlexKidd´ benutzt werden.
Im Gegensatz zu den vierrädrigen Karts sind die Motorräder, wie im wahren Leben, schneller in der Beschleunigung und dazu fähig extrem enge Kurven mit Hochgeschwindigkeit zu durchfahren.
Nur eben bei der Hochgeschwindigkeit hapert es, dort haben die Karts wiederum die Nase vorn.
Somit kommt im Besonderen bei Multiplayerspielen, welche sowohl online mit bis zu acht Spielern, als auch an einer Konsole mit max. vier Spielern im Splitscreen-Modus möglich sind, eine strategische Komponente hinzu : für Strecken mit vielen engen Kurven (Die Kurse von Monkeyball-Star ´AiAi´ z.B.) ist das Motorrad die beste Wahl während bei Hochgeschwindigkeitsstrecken klassische Karts prädestiniert sind.


Wie läuft es ab ?

Spaßig !
Die Steuerung ist extrem simpel gehalten und geht locker von der Hand.
Wie gewohnt bei Rennspielen gibt man mit der rechten Schultertaste Gas und bremst mit der linken.
Dazu kann man noch Waffen, die es auf der Rennstrecken einzusammeln gilt, mit der X-Taste abfeuern.
Das war es auch schon.
Raffinesse kommt durch die Drifttechnik hinzu und auch diese ist angenehm unkompliziert realisiert worden: man lenkt das Fahrzeug ein und drückt einfach zusätzlich zum Gas die Bremse, schon befindet sich das Fahrzeug im Drift.
Dieses ist für einen Sieg auch zwingend erforderlich, da sich nur im Driftmodus der Turboboost auflädt.
Die Aufladung erfolgt stufenweise.
Driftet man lange genug und erreicht die dritte Booststufe, macht das Fahrzeug beim Loslassen der linken Schultertaste einen deutlichen Satz nach vorne.
Auch beim Starten hat man die Möglichkeit einen Boost hinzulegen.
Dieser ist im Singleplayer-Mode nicht wirklich rennentscheidend, aber das sieht natürlich im Multiplayer-Wettkampf schon ganz anders aus.
Hierfür lohnt es sich das richtige Timing zu beherrschen, welches wiederum bei jedem Fahrzeug unterschiedlich ist.

sonic2
Eine Szene wie man sie im Spiel öfter erlebt: Tails sitzt einem mit seinem flotten Flieger häufig im Nacken

Die Strecken als solches sind in verschiedenen Szenarien angesiedelt und unterscheiden sich deutlich in ihrer Aufmachung.
So sind ´Sonics´ Kurse, angelehnt an die legendären Jump & Runs, gespickt mit Loopings, waghalsigen Sprüngen und Hochgeschwindigkeitssektionen.
Daneben gibt es noch mit gnadenlosen Haarnadelkurven versehene Strecken im ´Monkeyball´-Szenario, wunderschöne Eislandschaften mit erhöhter Rutschgefahr, oder auch wilde Tunnelfahrten im Gruselambiente á la ´House of the Dead´.
Neben den Gegnern trifft man zudem noch auf weitere interaktive Objekte auf dem Rennparcours: zum einen die Waffen, zum anderen bewegte Hindernisse wie etwa herumtippelnde Krabben am Strand, überdimensionierte Jetons, welche einem in den Casino-Leveln auf die Strecke fallen etc.
Alles in allem wird einem durchaus Abwechslung geboten.

Zu den Waffen: hier gibt zum Teil gewohntes, wie Zielsuchraketen, Turboboost in einfacher oder dreifacher Ausfertigung, aber auch eher ungewöhnliche, wie eine Sternschnuppe, welche für den beschossenen Gegner das Spiel auf den Kopf stellt.
Welche Waffe man bekommt wenn man eine der rot/weißen Tonnen überfährt, die diese beinhalten, hängt von der aktuellen Rennplatzierung ab.
So hat man als letztplatzierter eine hohe Wahrscheinlichkeit die absolute Überwaffe, den ´All-Star´, zu ergattern, der bei jeder Figur eine individuelle Superwaffe aktiviert.
Dieses Ballancing-System kennt man auch bereits von anderen Spielen dieser Art und hat die Funktion das Renngeschehen stets fair zu halten.

Was deutlich auffällt: im Gegensatz zu anderen Kartracern mit ähnlichem Waffensystemen fallen die Attacken nicht wirklich ins Gewicht.
Man ist recht schnell wieder auf den Rädern so das es sich letztendlich stets um vernachlässigbare Unterbrechungen handelt.
Einzige Ausnahme ist da wohl die oben erwähnte Sternschnuppe, denn das Fahrzeug spiegelverkehrt zu manövrieren bedarf doch einiger Übung.


Sonic & Outrun – eine gute Mischung !

Der Umfang ist in der Tat nicht zu verachten.
Neben den obligatorischen Spielmodi GrandPrix, Training, Zeitrennen und Multiplayer fällt hier besonders der „Missions“-Modus ins Gewicht.
Derer gibt es weit über siebzig, und wer neben ´SONIC´ auch gerne mal ´OutRun´ („Coast 2 Coast“ / SEGA 2006) gespielt hat wird schnell bemerken, dass man sich bei diesem Arcade-Rennspiel fröhlich bedient hat.
Dort hieß der „Missions“-Modus ´Heartattack-Mode´, war aber im Prinzip genau dasselbe, nur mit roten Ferraris statt niedlicher Karts.
Und was soll man sagen: es passt viel besser zu einem Sonic-Spiel als zu ´OutRun´!
Die Missionen sind sehr abwechslungsreich, bieten sich aufgrund ihrer Kurzweiligkeit stets für eine Runde zwischendurch an, und machen schlichtweg eine Menge Spaß.
So hat man zum Beispiel die Aufgabe in einer bestimmten Zeit eine gewisse Anzahl von Toren zu durchfahren, vorgegebene Gegenstände einzusammeln –oder auch je nach Mission zu umfahren-, eine festgelegte Anzahl Tricks oder Boosts zu schaffen etc.
Je nach Resultat bekommt man Schulnoten in Anlehnung an das amerikanische Notensystem.
Also von „E“ für ganz schlecht bis „AAA“ für eine brillante Leistung.

sonic5
Stand Pate für den Missions-Modus : OutRun 2006-Coast 2 Coast sowie Outrun Online-Arcade

Ebenfalls von ´OutRun´ abgekupfert wurde die Währung, mit der man im Shop diverse Extras wie zusätzliche Fahrer, Strecken und Musik käuflich erwerben kann: die „SEGA-Miles“.
Egal in welchem Modus man spielt, man bekommt nach Abschluss einer Runde diese Miles gutgeschrieben.


Wie siehts aus ?

Die Grafik geht vollkommen in Ordnung.
Man darf natürlich nicht mit aufwändigen Rendersequenzen rechnen, aber wir sprechen hier ja auch nach wie vor von einem Funracer, wo so etwas schlichtweg nicht erforderlich ist.
Aber alles in allem ist die Grafik sehr farbenfroh, durchaus detailliert und erfüllt vollends seinen Zweck.
Echte Highlights gibt es mitunter auch, so sind zum Beispiel die Fahrten durch einen Glasröhrenlooping, welcher durch einen Ozean führt, ein echter Hingucker.
Die einzelnen Karts und Charaktere sind putzig gestaltet und lustig animiert.
Zudem hat man hier die Chance kultige Sega-Figuren aus den 8- und 16-Bit-Epochen als HD-Remake zu bestaunen.
Erwähnenswert wäre wohl noch das es im Gegensatz zur Demo-Version keine spürbaren Einbrüche der Framerate mehr gibt.

Die Strecken sind mit Ausnahme der ´Curien Mansion´-Level ("House of the Dead"-Szenario), welche stilgerecht düster gehalten sind, grellbunt und verspielt.
Das wird einem anfangs mitunter zum Verhängnis, da man oft gar nicht mehr einzuschätzen vermag wo es denn eigentlich langgeht.
Man gewöhnt sich jedoch recht schnell daran.
Eine Strecke nimmt aber eine Sonderrolle ein : die des "Samba de Amigo"-Stars ´Amigo´ : dessen Parcours kommt mit einem psychedelischen Farbverlauf der Fahrbahn daher und wird durch sich krümmende Häuser am Wegesrand komplettiert.
Erinnert optisch ein wenig an die ´Zone´-Level von "Wipe Out HD" und gehören wohl in die Kategorie virtueller Drogenrausch.
Begleitet wird diese Strecke von dem bekannten Soundtrack "Samba de Janeiro" (Bellini) - passt ausgezeichnet.
A propos Sound...


Wie hört es sich an ?

...das man bei SEGA kommerzielle Hits zu hören bekommt, wie eben "Samba de Janeiro" ist eher ungewöhnlich.
In der Regel können sie das nämlich ganz gut selber, SEGA war schon immer für seine exquisiten Sound-Artists bekannt.
Und so bekommt auch dieses mal das Ohr bemerkenswerte Kompositionen zu hören.
Die Palette erstreckt sich da von rockigen Einlagen über Elektropop hin zu karibischen Callipsoklängen.
Allesamt sehr gut inszeniert und abgemischt, die Musik fügt sich ideal in das Spielegeschehen ein.


Und...lohnt es sich ?

Zu guter Letzt das Fazit.
Und wer gut aufgepasst hat wird festgestellt haben das ich es geschafft habe in dem Bericht bis jetzt nicht einmal das Wort "Mario Kart" in den Mund zu nehmen.
Doch ist es kein Geheimnis das sich Kartspiele grundsätzlich den Vergleich mit eben diesem Titel gefallen lassen müssen.
Also : ist es ein "Mario Kart" für die PS3 ? Klares Nein.
Aber mit Sicherheit eine sehr gute (!) Ersatzdroge für Fans des flitzenden Klempners, und zum jetzigen Zeitpunkt die einzige ernstzunehmende Alternative zu "Mario Kart" für Sonys aktuelle Konsole.
Das ´Nein´ bedeutet auch nicht das es schlechter ist - es ist naturgemäß einfach ´anders´.
Technisch ist der Sonic-Racer absolut gelungen, die Spielmechanik und das Fahrgefühl entspricht so ziemlich 1:1 dem großen Vorbild.
Was letztendlich für einen direkten Vergleich mit Nintendos Produkt fehlt ist eben der typische Nintendo-Flair, auf den hartgesottene Fans wohl nicht verzichten möchten.
Dem Spielspaß tut das aber keinen Abbruch, wer nach einer Alternative zu Mario´s Rennzirkus sucht, dem kann ich das Spiel ruhigen Gewissens ans Herz legen.


(+) spaßiges Rennvergnügen mit vielen Kultfiguren der SEGA-Firmengeschichte.
(+) lokaler 4-Player Splitscreen-Modus
(+) gewohnt gute Soundtracks
(+) sehr unterhaltsamer Missionsmodus.

(-) das leidige Thema Synchronsprecher...die deutsche, viel zu junge, Stimme wirkt vollkommen deplatziert. Immerhin : auch die englische ist diesmal nicht Grammy-verdächtig.
(-) das Waffensystem ist ein wenig unausgereift und in vielen Fällen nur rudimentär wirkungsvoll (Singleplayer-Modus).



Wertung

* Story / Atmosphäre : 4 / 6 - die Atmosphäre passt wunderbar zum Genre. Eine Story gibt es nicht, daher dafür keine Wertung.
* Optik / Grafik : 5 / 6 - gut gemacht SEGA, flott, bunt, flüssig, detailverliebt...gefällt !
* Steuerung / Gameplay : 6 / 6 - Die Steuerung ist einfach zu erlernen und perfekt zu beherrschen. Gameplay ist abwechslungsreich; man bekommt genau was man erwartet. Volle Punktzahl.
* Sound / Musik : 5 / 6 - einen Punkt Abzug für die schlimme Synchronstimme. Ansonsten gewohnt hoher SEGA-Standard bei Musikkulisse und Sound-FX.
* Langzeitmotivation : 5 / 6 - die Missionen halten einen bei Laune und die lokalen Multiplayerrunden mit max. 4 Spielern haben Potential für einen Evergreen

GESAMT : 25/30 Punkten.
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An dieser Stelle bitte einen ultracoolen Signaturspruch vorstellen.
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Alt 12.02.2012, 10:04 # --
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