Durchgeknallt und Abgefahren!

So und nicht anders betitelt Gearbox seinen neuen Ableger. Mach dich gefasst auf die totale Action! Als einer von vier knallharten Söldnern kämpfst du gegen Alles, was sich dir in den Weg stellt.
So heißt es auf der Rückseite des wirklich schick anzusehenden Pappschobers, in dem sich Borderlands präsentiert. Doch ist es wirklich ein so viel versprechendes Actionabenteuer wie es einem angepriesen wird? In dem nun folgenden Teil werde ich euch meine Perspektive auf dieses Spiel erläutern.
Was ist Borderlands?
Borderlands nennt sich selbst einen Role Playing Shooter, was es doch schon ziemlich genau auf den Punkt bringt. Stellt euch einfach ein Fallout 3 vor, dass mit einem RPG-System in einer Waschmaschine geworfen wurde. Als Weichspüler hat man dann noch ein wenig XII dazu gegeben... Voilà, fertig ist Borderlands.
Das Spielprinzip von Borderlands ist schnell erklärt. Ihr seid einer von vier Söldnern, die auf dem Planeten Pandora auf der Suche nach der Kammer sind. Doch was ist diese Kammer?
Ganz einfach, in dieser Kammer findet man alles, was eines Menschen Herzen an materiellem nur zu begehren vermag. Doch keiner hat bisher diese Kammer wirklich gefunden, und so liegt es an einem selbst diese zu finden.
Doch einfach wird dieses Unterfangen ganz gewiss nicht. Euch stellen sich eine Horde von Gegnern in den Weg, seien es die nach Blut lüsternen Skags, fiese Banditen oder noch ganz anderes Getier.
Aber wie wehre ich mich? Richtig! Mit einem schier endlosen Arsenal an Waffen.
Man muss die Suche aber nicht allein bestreiten, so zeigt sich schon zu Beginn einem ein Schutzengel, der einem den richtigen Weg zeigt....
Wie spielt man Borderlands?
Hier kommt die erste Entscheidung auf einen zu, wenn man die weiten Einöden von Pandora betreten will. Welche Klasse ist die richtige für mich? Um diese Frage beantworten zu können, muss man erstmal wissen welche Vorlieben man selbst hat.
Ist man eher der hinterhältige Scharfschütze, der aus sicherer Entfernung sein Opfer aufs Korn nimmt. Oder ist man eher der Vorzeigerambo aus dem Ghetto um die Ecke, der mit Shotgun in die Menge rennt und auf alles schießt, dass einem vor den Lauf rennt.
Die vier Klassen in Borderlands sind zum ersten der Soldat, Roland. Dieser zeigt eine Affinität fürs Grobe, so ist er ein bevorzugter Shotgun Träger, aber das ein oder andere SMG oder Maschinengewehr lässt er nun auch nicht links liegen.
Seine Spezialfertigkeit ist der Scorpio-Geschützturm, den er alle 100 Sekunden aufstellen kann. Dieser schießt selbstständig auf alles, dass in seiner Schussreichweite liegt. So bietet er zudem mit einem Schild Schutz vor Kugeln die auf einen zugeflogen kommen.
Die nächste Klasse ist Lilith die Sirene. Hier haben wir die einzig weibliche Spielfigur in Borderlands, die allerdings die interessanteste Spezialfertigkeit besitzt. Die Sirene kann nämlich den Phasewalk. Wenn man diesen benutzt, kann man sich Unsichtbar machen, und mit hoher Geschwindigkeit den Feind bekämpfen, ohne das dieser einen sieht. Ihre bevorzugten Waffen sind Elementarwaffen, sprich Waffen mit Brand-, Schock- oder Säureeffekten.
Der dritte im Bunde ist Mordecai, der Jäger. Mordecai ist allerdings nicht allein unterwegs. Nein, sein treuer Begleiter Bloodwing ist immer an eurer Seite und lässt sich als seine Spezialfertigkeit auf den Feind hetzen.
Mordecai ist der typische Scharfschütze und hat für Gefechte im Nahen einen tödlichen Revolver griffbereit.
Die letzte Klasse ist die entfesselte Gewalt, Brick. Brick zögert nicht lange, er haut lieber drauf bevor es brenzlig werden könnte. So zeigt sich seine Spezialfertigkeit auch als eine Prügelorgie. Mit bloßen Fäusten drescht man auf sein Gegenüber ein, bis es sich nicht mehr rührt. Ansonsten hat er gern mal einen Raketenwerfer auf der Schulter, der ihm alles vom Leibe hält, dass sich auch nur zu nähern wagt.
Was kann man in Borderlands machen?
Nachdem man sich nun für eine der vier Klassen entschieden hat, sich einen Namen gegeben, und die Kleidung eingefärbt hat., darf man endlich selbst loslegen. Zu Beginn spielt sich jede Klasse fast identisch und man denkt sich, dass man sich die Klassen auch hätte sparen können.
Doch Borderlands will sich nicht umsonst Role Playing Shooter nennen. So steigt man wie in jedem Rollenspiel Level auf und erhält dafür Talentpunkte, die mit Bedacht verteilt werden wollen. So verfügt jede der vier Klassen über drei Talentbäume, die sich auf den jeweiligen Spielstil hin orientieren.
So kann man sich selbst seine Waffenskills aussuchen, die aufgewertet werden sollen, oder ob man einfach mehr Widerstand gegen bestimmte Einflüsse aus der Spielwelt hat. Zudem hat jede Klasse einen Slot für ein Artefakt. Artefakte sind besondere Gegenstände, die die Spezialfertigkeit des Charakters aufwerten, und so noch mächtiger machen.
Doch wie bekommt man die Erfahrungspunkte um ein Level aufzusteigen? Hier zeigt sich ein weiter Einfluss aus dem Rollenspielbereich. So erhält man für abgeschlossene Quests und besiegte Gegner Erfahrung. Die Quests sind auch das Kernelement aus Borderlands, denn eine Story die einen antreibt gibt es nur schleierhaft. Aber es ist auch nicht weiter schlimm, dass die Story in den Hintergrund gerückt wird, denn die Quests fesseln einen vor den Bildschirm.
Die Variation an Quests gleicht jetzt keinem World of Warcraft, was aber auch nicht wirklich schlimm ist. Denn es macht einfach nur Laune jedes der wirklich vielen Quests zu machen.
Wie sehen diese aus? Zum einen gibt es ganz simple Gehe dahin, töte das und bring mir dies oder ein Sammle davon 50 Stück ein und bring sie mir. Das stört den Spielverlauf aber nicht wirklich. Da man mit einer Sammelwut beschäftigt wird, die bis zum Ende des Spiels anhalten wird.
Doch was kann ich da denn alles sammeln? Zum einen Munition in Hülle und Fülle, zum anderen Waffen. Und nicht nur 2-3, nein, es gibt über 500.000 mögliche Waffen die man aufsammeln kann.
Das heißt jetzt nicht, dass es 500.000 unterschiedliche Typen sind. Sondern die Kombinationsmöglichkeiten der der Attribute sind fast endlos. Da gibt es die Wertigkeitsgrade, die wohl viele noch aus World of Warcraft kennen. Es fängt bei weiß an, geht über grün zu blau, und von lila zu orange.
Waffentypen gibt es die folgenden: Combat Rifle, Repeater Pistol, Revolver, Launcher, Shotgun, SMG und Siper Rifle. Dazu kann man noch Granaten tragen, die man ebenfalls modifizieren kann.
Es lohnt sich einen Waffentyp über eine längere Zeit zu benutzen, denn mit jedem gelegten Gegner erhält der Typ auch Punkte und kann im Level aufsteigen. Jeder Aufstieg eines Waffentyps wird mit einer Aufwertung belohnt. So nimmt der zugefügte Schaden zu, die Magazinkapazität wächst, oder die Nachladezeit sinkt.
Eben dieses System macht Borderlands verdammt interessant. Denn schon nach 15 Minuten, nachdem man die Quest abgeschlossen hat, ist man am gucken welche Waffe nun besser ist. Man probiert aus, vergleicht die Prozente und wägt ab.
Die Welt ist so unglaublich groß, kann ich mich schneller fortbewegen?
Ja, zum einen gibt es ein Fahrzeug, dass man sich an einem Terminal bestellen kann. Zum anderen gibt es ein Schnellreise System. So ist es einem möglich zu jedem Ort zu reisen, den man schon entdeckt hat.
Multiplayer?
Der Multiplayer steigert den Spielspass nochmal um ein Vielfaches. So kann man einfach einem öffentlichen Spiel beitreiten, dass jemand anderes erstellt hat. Oder man erstellt sein eigenes Spiel, lädt seine Freunde ein und zieht mit bis zu 3 Kollegen durch die Weiten von Pandora. Die Klassen ergänzen sich im späteren Spielverlauf prima, sodass man sich immer auf die nächsten Gegnergruppen einstellen kann.
Je mehr Leute an einer Partie teilnehmen, desto stärker wird der Gegner und umso schwerer geht dieser auch zu Boden. Die Arbeit soll aber auch besser belohnt werden. So bekommt man mehr, und vorallem bessere Beute, als wenn man allein unterwegs ist.
Das heißt jetzt aber nicht, dass man allein dazu verdammt ist, mit einem schlechteren Inventar dazu stehen. Die Wahrscheinlichkeit das ein guter Gegenstand fällt ist Solo einfach nur geringer.
Die Welt an sich
Pandora ist ein Planet, wie man sich die Erde postapokalyptisch vorstellt. Weite offene Landstriche, und kaum ein Kraut zu sehen. Die Atmosphäre kommt da druch ziemlich gut an und man fühlt sich allein. Die Gebäude sind ebenfalls in typischer Endzeit Stimmung aus Wellblech und scheinen jeden Augenblick ein zustürzen.
Die NPC sind nicht sehr gesprächig und haben bestenfalls mal ein Quest für einen über. Ansonsten interagiert man nicht allzu viel mit Menschen. Den Großteil der Quests erhält man über das Schwarze Brett, welches in jedem größeren Gebiet zu finden ist. Der Cell-Shading Look passt sehr gut in die Welt hinein und gibt der Grafik einen gewissen Charme, wie ihn nicht viele Spiele haben.
Wer mehr als nur Wüste erwartet, der wird hier auch vertröstet. Es gibt Höhlenbereiche, Städte und den ein oder anderen grünen Fleck wird man später auch noch finden.
Wie schaut das Menü denn aus?
Das Menü ist sehr strukturiert und einfach zu bedienen. So findet man hier einen Reiter für die Karte, einen Reiter des Questlogs in dem man sein aktuelles Quest aussuchen kann, was sofort mit dem Wegpunkt auf der Karte angezeigt wird. Einen Reiter für das Inventar das schön gegliedert ist, sowie die ausgerüsteten Gegenstände sieht man unter diesem.
Dann gibt es noch einen Reiter für die Talentbäume und eine Übersicht wie sich es mit dem Level der Waffentypen so steht.
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Was kann man von dem Spiel halten?
Borderlands ist ein wirklich gutes Spiel, mit einer großen Spieltiefe, dem es zwar an Geschichte mangelt, es aber mit Quests und jeder Menge Spass wieder gut macht. Für mich ist Borderlands einer der Toptitel des Jahres 2009, den jeder mal gespielt haben muss, der sich für RPG oder Egoshooter begeistern kann. Man bekommt eine riesige Spielwelt, ein gut durchdachtes Questsystem, mit einer großen Anzahl Waffen, schöner Optik und einem tollen Soundtrack, der leider zu selten eingespielt wird.
+ riesige Spielwelt
+ unzählige Waffen
+ genialer Multiplayer
+ hunderte Quests
+ tolle Grafik
+ atmosphärischer Soundtrack
- kaum Story
- sichtbarer Grafikaufbau
- Ladezeiten zuweilen lang
- Steuerung des Fahrzeugs nicht optimal
- zum Teil nervige Laggs
Summa Sumarum
Grafik //////////
Sound //////////
Story //////////
Multiplayer //////////
Spassfaktor: 86%
System: PC, Play Station 3, Xbox 360
Testversion: Play Station 3 (deutsche Version zensiert, kein Blut zu sehen, sowie Körperteile nicht mehr abtrennbar)
Erschienen: 23.10.2009
Publisher: 2k Games, Inc.
Entwickler: Gearbox Software, L.L.C.
USK: ab 18 Jahren
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So, ich hoffe euch hat mein erstes Review überhaupt gefallen, und ich konnte euch einen Vorgeschmack auf dieses wirklich tolle Spiel liefern. Über ein paar Kommentare würde ich mich natürlich freuen. Werde in Zukunft weitere Reviews zu Spielen, die mir selbst sehr Gefallen, schreiben.
MFG Mondryx